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    Wenn man aber explizit dagegen ist und der Grund NICHT ist, dass man sich nicht an den anderen binden will (weil man das durch ein Kind eh schon hat), dann finde ich das schon irgendwie erklärungsbedürftig.

    Auch und gerade wenn man sich schon durch ein gemeinsames Kind auf eine Art stärker gebunden hat, kann der Grund sein, dass man eben nicht auf diese offizielle, gesetzliche Art an den anderen gebunden sein will. Ich möchte, dass sich das Zusammensein aus dem Zusammenseinwollen ergibt und nicht durch einen offiziellen Status festgeschrieben wird. Zumal es sowieso keine echte Festlegung ist, weil eine Ehe ja auch wieder geschieden werden kann. Wozu also eine öffentliche Pseudofestlegung? Die Bindung, auf die es wirklich ankommt ist ja ohnehin die emotionale...

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    Meine Kollegin redet immer so schön von ihrem "von ihr getrennt lebenden Ehemann" ;-D (die sind schon ziemlich lange getrennt, haben sich aber bisher nicht scheiden lassen).

    Finde ich persönlich schrecklich. Ich mag solche ungeklärten Verhältnisse nicht.

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    Ich möchte, dass sich das Zusammensein aus dem Zusammenseinwollen ergibt

    Ich denke nicht, dass sich das ausschließt. Eben WEIL eine Ehe ja wieder geschieden werden kann ist sie m.E. immer noch eine ziemlich freiwillige Sache. Niemand MUSS zusammenbleiben, nur weil er/sie geheiratet hat.

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    Ich mag solche ungeklärten Verhältnisse nicht.

    Ich glaube nicht, dass aus Sicht der beiden irgendwas ungeklärt ist ;-)

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    Ich denke nicht, dass sich das ausschließt. Eben WEIL eine Ehe ja wieder geschieden werden kann ist sie m.E. immer noch eine ziemlich freiwillige Sache. Niemand MUSS zusammenbleiben, nur weil er/sie geheiratet hat.

    Warum aber heiraten, wenn es sowieso nichts bedeutet? ???

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    Ich glaube nicht, dass aus Sicht der beiden irgendwas ungeklärt ist ;-)

    Ich finde es extrem ungeklärt verheiratet UND getrennt zu sein. Das fände ich schon einen schrecklichen Zustand, wenn es nur ein paar Monate andauern würde. Ganz zu schweigen von Jahren. :-o :-o :-o (Wenn die Frau noch im gebärfähigen Alter ist und schwanger werden würde, würde das Kind als Kind des Ehemannes gelten! Und auch sonst gelten all die anderen Verpfilichtungen der Ehe ganz normal weiter...) Ich könnte in so einem Spagat nicht leben.

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    Ich möchte, dass sich das Zusammensein aus dem Zusammenseinwollen ergibt und nicht durch einen offiziellen Status festgeschrieben wird.

    und wir haben ganz freiwillig geheiratet, weil wir zusammen sein wollen... und jeden tag feststellen, dass wir das immer noch wollen – und nicht wegen des offiziellen status', sondern wegen des wollens :-D

    Ich möchte auch nicht heiraten. Heiraten ist für mich sowas endgültiges. Aber ich bin auch jemand, für den "bis dass der Tod uns scheidet" auch keine leere Floskel ist. Somit ist es für mich einfach endgültig. Scheidung ist in meinen Augen keine Option, wenn man sich eben dieses "bis dass der Tod uns scheidet" versprochen hat.


    Ich persönlich kann niemandem versprechen, ihn für immer zu lieben, mein Leben lang.

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    und wir haben ganz freiwillig geheiratet, weil wir zusammen sein wollen... und jeden tag feststellen, dass wir das immer noch wollen

    Das Problem, das man durch Nicht-Heiraten vermeiden will, fängt ja erst an, wenn/falls man nicht mehr zusammensein will...


    Ich könnte die vielen Scheidungen und unglücklichen Ehen nicht ausblenden und mir sicher sein, dass mir sowas nie passieren könnte... Die Beziehung könnte nicht von Dauer sein, und in dem Fall würde ich eben nicht verheiratet (gewesen) sein.


    Ich empfinde es so, dass die Ehe entweder unnötig ist (wenn es so gut läuft, dass man für den Rest des Lebens zusammenbleibt) oder eben ein ziemliches Problem werden kann (wenn die Beziehung eben nicht von Dauer ist und man sich trennt).

    und ich bin sogar "wiederholungstäterin" :-D allerdings habe ich das "so lange ich lebe" nur meinem jetzigen mann versprochen!

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    Ich könnte die vielen Scheidungen und unglücklichen Ehen nicht ausblenden und mir sicher sein, dass mir sowas nie passieren könnte... Die Beziehung könnte nicht von Dauer sein, und in dem Fall würde ich eben nicht verheiratet (gewesen) sein.

    das verstehe ich aber nicht ganz ":/ da müsstest du ja acuh schon keine beziehung führen wollen, weil da ja aauch die ganzen trennungen dir ein schlechtes gefühl geben könnten, dass auch deine beziehung kaputt gehen könnte!?

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    das verstehe ich aber nicht ganz da müsstest du ja acuh schon keine beziehung führen wollen, weil da ja aauch die ganzen trennungen dir ein schlechtes gefühl geben könnten, dass auch deine beziehung kaputt gehen könnte!?

    Ich fände eine Scheidung viel schlimmer als eine Trennung. Zum einen weil man da eben groß verkündet hat sein Leben miteinander zu verbringen und es dann plötzlich doch nicht mehr will. Zum anderen weil ich dann geschieden wäre (schrecklicher Familienstand, und man müsste das ja ständig auf irgendwelchen Formularen angeben und wird so ständig an das Scheitern erinnert). Außerdem kommt noch hinzu, dass durch eine Ehe eine Trennung oft verschleppt wird und dadurch besonders hässlich wird. Viele finden es z.B. völlig normal und in Ordnung schon einen neuen Partner zu haben, bevor die Scheidung durch ist. :-o Das fände ich grauenvoll. %:| Ohne Ehe kann mir das in der Form nicht passieren, weil ja im Prinzip ein Satz zum Vollzug der Trennung ausreicht. :)^ Ohne formelle Bindung ist es viel einfacher saubere Verhältnisse zu haben. :-)

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    wir haben ganz bewusst keinen gemacht. jeder von uns hat den anderen in der vorherigen ehe und der trennung erlebt...

    uuuuund? Daraus folgt?

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    "Geschieden" ist für mich jetzt kein Status, der mir mehr Angst machen würde als "unglücklich alleine" oder sonstwas.

    :)z

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    Wenn man aber explizit dagegen ist und der Grund NICHT ist, dass man sich nicht an den anderen binden will (weil man das durch ein Kind eh schon hat), dann finde ich das schon irgendwie erklärungsbedürftig.

    Ich auch.

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    Niemand MUSS zusammenbleiben, nur weil er/sie geheiratet hat.

    Und vor allem: Niemand MUSS heiraten. Das ist doch heutzutage im Wesentlichen "nur noch" eine romantische Geste, die einige praktische Vorteile mit sich bringt. Es gibt mir als Frau ein gutes, sicheres Gefühl, wirtschaftlich absolut nicht von meinem Mann (oder den Eltern) abhängig zu sein. Es war kein Kind unterwegs, ich bin nicht katholisch, es gab also keinen dringenden Grund zu heiraten. Das war eine rein emotionale Entscheidung, deren praktische Vorteile ich aber gern mitnehme. Aus Liebe heiraten zu können, ist, finde ich, durchaus ein Luxus, denn es ist noch nicht so lange her, dass es mal anders war.

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    Scheidung ist in meinen Augen keine Option, wenn man sich eben dieses "bis dass der Tod uns scheidet" versprochen hat.


    Ich persönlich kann niemandem versprechen, ihn für immer zu lieben, mein Leben lang.

    Und ich bin ziemlich sicher, dass wir genau diese Geschichte in diesem Faden schon mal hatten. Erneut meine Antwort dazu: Ich habe nie, nie, niemals versprochen, meinen Mann ein Leben lang zu lieben. Der Pastor hat uns (bin nicht sicher, ob er uns da geduzt oder gesiezt hat) gefragt: Vamp, willst du Herrn Vamp lieben, ehren ... usw., solange ihr lebt? Und ich glaube, die Antwort lautete einfach nur ein schlichtes: Ja (oder Ja, mit Gottes Hilfe). Es war also eine Willensbekundung, auf den Moment bezogen. Ja, in diesem Moment will ich nicht mehr, als den Rest meines Lebens mit diesem Mann zu verbringen. Wenn es irgendwann zur Scheidung käme, hätte ich das trotzdem in dem Moment ganz genauso gewollt und es wäre auch nicht falsch gewesen. Aber versprochen habe ich das nie, denn das kann und will ich nicht.

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    Ich könnte die vielen Scheidungen und unglücklichen Ehen nicht ausblenden

    Meinst du denn, dass Scheidung=unglückliche Ehe? In einem mir sehr nahestehenden Fall lässt sich ein Ehepaar nach knapp 30 Jahren Ehe scheiden. Angefangen haben sie mit nichts, als ihrer Verliebtheit. Sie haben zwei Kinder bekommen, großgezogen und zu guten, selbstständigen Menschen gemacht. Sie sind gemeinsam gereist, haben Besitz aufgebaut. Sie haben viele Projekte zusammen bewerkstelligt. Und nun haben sie festgestellt, dass es miteinander nicht mehr geht und geben sich gegenseitig die Chance, noch mal von vorn anzufangen. Trotzdem hassen sie sich nicht, schätzen sich gegenseitig sehr und sind stolz auf das Geschaffte. Der Großteil dieser 30 Jahre war gut und wird durch eine Scheidung nicht zu einer unglücklichen Ehe. Ich denke, beide würden sagen, dass die Entscheidung zu heiraten, trotzdem richtig war.

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    da müsstest du ja acuh schon keine beziehung führen wollen, weil da ja aauch die ganzen trennungen dir ein schlechtes gefühl geben könnten, dass auch deine beziehung kaputt gehen könnte!?

    Genau, in dieser Argumentationsschiene dürfte man niemals irgendetwas anfangen, weil es ja schiefgehen könnte bzw. man vielleicht irgendwann mal etwas anderes will.

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    Ohne formelle Bindung ist es viel einfacher saubere Verhältnisse zu haben.

    Ohne formelle Bindung habe ich keine formelle Grundlage, meine Bedürfnisse im Problemfall sauber durchzusetzen!

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    Aber ich bin auch jemand, für den "bis dass der Tod uns scheidet" auch keine leere Floskel ist. Somit ist es für mich einfach endgültig. Scheidung ist in meinen Augen keine Option, wenn man sich eben dieses "bis dass der Tod uns scheidet" versprochen hat.

    Das verspricht man sich eh nur in der Kirche... Beim Standesamt will das keiner wissen...


    Ich habe auch aus Liebe und aus freien Stücken geheiratet x:)


    Zur "ewig langen" Scheidung: Das sieht vermutlich auch jeder anders. Wenn alle Fronten geklärt sind und es keinen formalen Grund gibt, sich scheiden zu lassen, warum dann nicht verheiratet bleiben, wenn es für alle Beteiligten ok ist? Sicher mag das für einige ein unhaltbarer Schwebezustand sein, aber wenn jemand damit gut leben kann, ist da doch auch nichts schlimmes dran.

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    Meinst du denn, dass Scheidung=unglückliche Ehe?

    Nein. Natürlich wird die letzte Zeit vor der Scheidung nicht mehr (für beide) glücklich gewesen sein (sonst gäbe es ja keine Scheidung), aber mir ging es darum, dass zu der ohnehin schon extrem hohen Scheidungsrate ja nochmal on top all die schlechten Ehen kommen, wo es NICHT zu einer Scheidung kommt. Die "Erfolgsquote" ist also noch viel geringer als die Zahl der Ehen, die nicht geschieden werden...

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    Ohne formelle Bindung habe ich keine formelle Grundlage, meine Bedürfnisse im Problemfall sauber durchzusetzen!

    Bei einem Menschen, dem man trauen kann, braucht man keinen Vertrag. Und bei einem Menschen, dem man nicht trauen kann, nützt auch eine Vertrag nichts... Ich hätte auf solche Bedürfnisdruchsetzungsstreitigkeiten keine Lust, also brauche ich dafür auch keine Grundlage...

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    Wenn alle Fronten geklärt sind und es keinen formalen Grund gibt, sich scheiden zu lassen, warum dann nicht verheiratet bleiben, wenn es für alle Beteiligten ok ist? Sicher mag das für einige ein unhaltbarer Schwebezustand sein, aber wenn jemand damit gut leben kann, ist da doch auch nichts schlimmes dran.

    Denk ich auch.

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    Das verspricht man sich eh nur in der Kirche...

    Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich lege Wert darauf: Hat hier einer von den kirchlich Verheirateten tatsächlich etwas versprochen?

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    aber mir ging es darum, dass zu der ohnehin schon extrem hohen Scheidungsrate ja nochmal on top all die schlechten Ehen kommen, wo es NICHT zu einer Scheidung kommt.

    Och ich kenne auch genug Beziehungen aus dem engeren und weiteren Umfeld, die auch unglücklich sind, wo beide aber trotzdem zusammen bleiben. Wegen der Kinder, wegen gemeinsamer Besitztümer, oder weil es eben so bequem ist, man vielleicht sowieso davon ausgeht, niemanden mehr zu finden oder im Gegenteil ja auch so häufiger nebenher jemanden findet und da Bedürfnisse befriedigt... :=o Um unglücklich zusammen zu leben, braucht es nun wirklich keine Ehe. Also was meinst du: Wie hoch ist die Erfolgsquote für eine glückliche Beziehung?

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    Bei einem Menschen, dem man trauen kann, braucht man keinen Vertrag. Und bei einem Menschen, dem man nicht trauen kann, nützt auch eine Vertrag nichts...

    Mit dem Ehevertrag ist das ja so, wie mit einer Versicherung: Man schließt sie ab und hofft sie nie zu brauchen, aber es ist trotzdem unumgänglich, eine zu haben. Menschen können sich ändern. Mein Exfreund (auch wenn das keine "erwachsene" Beziehung war, sondern noch zu Teeniezeiten, also nicht so ganz repräsentativ) hat sich innerhalb eines halben Jahres vom lieben, strebsamen Jungen in ein komplettes Arschloch verwandelt. Inzwischen können wir wieder miteinander, aber dazu mussten Jahre vergehen. Ich will damit nur sagen, dass sich Menschen ändern können, insbesondere über Jahre, Ehe hin oder her. Deswegen bin ich lieber auf der sicheren Seite, auch wenn ich in keinster Weise das Gefühl habe, meinem Mann nicht trauen zu können. Ganz im Gegenteil gehe ich davon aus, dass wir uns im Falle des Falles auch ohne Vertrag friedlich einigen könnten. Nur ist in einem Vertrag eben alles schriftlich festgehalten, es gibt dann kein nerviges Hin und Her, kein Überlegen... ist ja alles so schon schwierig genug, sich vom langjährigen Partner zu trennen. Ich finde, der Ehevertrag erleichtert einem die Situation.


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    Ich hätte auf solche Bedürfnisdruchsetzungsstreitigkeiten keine Lust

    Wer hat die schon? In die Lage kommt wohl niemand freiwillig.

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    Also was meinst du: Wie hoch ist die Erfolgsquote für eine glückliche Beziehung?

    Rein statistisch gesehen natürlich noch niedriger als die der Ehe (weil ja sämtliche Beziehungen eingerechnet werden müssen, auch die kürzesten...) Aber wenn man Beziehungen, die ohne Trauschein 30 und mehr Jahre halten, mit Ehen der gleichen Dauer (die Zeit vor der Ehe eingerechnet) vergleicht, wette ich, dass es bei den Beziehungen ohne Trauschein eine höhere Glücklichkeitsquote gibt. (Weil die nicht so glücklichen eben nicht künstlich durch die Ehe zusammengehalten werden...)

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    Wer hat die schon? In die Lage kommt wohl niemand freiwillig.

    Viele Abhängikeiten entstehen aber auch erst durch die Ehe in Kombination mit traditioneller Rollenteilung. Ohne Ehe hat man kein falsches Sicherheitsgefühl diesbezüglich...