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    Ich habe weder das Bedürfnis, mich jetzt sexuell auszutoben, noch unbedingt eine neue Beziehung zu beginnen, nur um zu sehen, wie es mit jemand anderem ist,

    Ich glaube, dass derartige Gedanken nur dann an Bedeutung gewinnen, wenn die aktuelle Beziehung unbefriedigend ist.


    Warum sollte sich jemand sexuell außerhalb der Beziehung austoben wollen, wenn die sexuelle Komponente innerhalb der Beziehung sehr befriedigend ist und kein weiteres Bedürfnis entwickelt wird, wenn man sich innerhalb der Beziehung voll austoben kann?

    Danke für eure Beiträge.


    Das mit dem temporären Glück ist auch meine Ansicht. Man kann nur für den Moment leben, nichts voraus planen oder über Eventualitäten nachgrübeln. Das ist allerdings auch das, was mich so grübeln lässt. Man kann es nie wissen, und ich bin mom traurig darüber, dass mir diese Gewissheit durch meine Trennung so bewusst geworden ist.

    Ich finde, die Mischung macht's.


    Man kann eine Beziehung mit dem Vorsatz "für immer" führen und dann schauen, was so kommt. Sicherheiten gibt es ja nie. Aber das heißt nicht, dass man den Gedanken an "für immer" aufgeben muss :-)

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    ich habe aufgehört ihn zu lieben

    Das reicht für eine Trennung. Das Problem ist, sich das endlich einzugestehen - nach 8 Jahren.

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    Das mit dem temporären Glück ist auch meine Ansicht. Man kann nur für den Moment leben, nichts voraus planen oder über Eventualitäten nachgrübeln.

    Das gilt aber nur so lange, bis das erste Kind in der Krippe liegt. Dann kann ich doch nicht den Franz Beckenbauer machen mit "Schau ma mal . . . ". Wer die eigene Brut ernst nimmt, der hat ein gewaltiges Unternehmen und unglaubliche Abenteuer vor sich - -


    1 Vierteljahrhundert lang locker. Dabei lässt sich der Verlauf dieser Jahrzehnte schön mit dem Volksmundspruch zusammen fassen: "Kleine Kinder kleine Sorgen . . . ".

    Seherin

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    bist du gerade in der sentimentalen phase, dass du lauter alte fäden ausgräbst?

    ;-D Primär haben mich die Themen von Drachkin123 interessiert und deren zwischenzeitlicher Fortgang.


    Drachkin123 ist jetzt glücklich :)= und ALLES IST (DORT) GUT. :)z

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    Kann es dieses "Für immer" wirklich geben oder kommt man mit jedem Partner an den Punkt, wo es nicht mehr geht und man ist irgendwann nur zu bequem, zu gehen, weil man denkt da wartet sowieso nichts anderes mehr?

    "Für immer" ist natürlich ein geflügeltes Wort. Eigentlich heißt es bei der Hochzeit ja deutlich genauer: "Bis der Tod uns scheidet." - was danach ist, das sehen wir dann mal. Mit meiner Frau habe ich die spaßige Abwandlung, dass wir sagen "Für immer und noch drei Tage". Diese Epoche hält nun immerhin über 29 Jahre an - und nein, wir sind nicht einfach zu bequem. Wir haben eine starke Verbindung auf allen Gefühlsebenen. Wir sind zuverlässige Partner, wenn es um Sorgen, Nöte und Verantwortungen geht. Wir spüren immer noch Liebe füreinander (nicht die aufgeregte Verliebtheit der ersten Monate/Jahre, sondern eine beruhigende und unerschütterliche Liebe) und zeigen uns das auch gegenseitig noch täglich. Man könnte uns für frisch verliebt halten, wenn man uns sieht. Im letzten Urlaub wurden wir sogar von einem Paar am Strand gefragt, ob wir auch auf "Honeymoon-Reise" wären. Wir haben uns kaputtgelacht und ihnen gesagt, dass wir 2018 Silberhochzeit haben werden. Auch sexuell sind wir aktiv und genießen es gemeinsam.


    In dieser starken gefühlten Sicherheit haben wir auch all das aufgebaut, was man so "ein Leben" nennt. Und wir sind rückblickend Stolz darauf, weil es niemand von uns alleine so weit geschafft hätte. Zumal wir wissen, dass wir diesem Leben nicht unsere Freiheit geopfert haben, sondern in diesem Leben einen Platz für unsere Freiheit und unser Zusammensein geschaffen haben. Insofern kann ich von meiner Seite aus nur bejahen, dass es dieses "für immer" wirklich gibt. Allerdings bin ich auch ehrlich genug um zu sagen, dass wir wahnsinniges Glück gehabt haben. Es ist nicht selbstverständlich, dass man auf einen Menschen trifft, mit dem es sich so perfekt entwickeln kann. Und dass man zusammen auch Beziehungsarbeit nie vernachlässigt. Viele meinen, dass es einem in den Schoß fallen müsse. Aber so ist es nicht. Ich lese ja viele Fäden auf Med1 über Beziehungen. Und denke mir ein paarmal auch: wenn jeder so offen mit dem Partner reden würde wie man hier schreibt, dann würden viele Beziehungen besser funktionieren.

    @ Comran

    Gar nicht schlimm, dass du "hereingefallen" bist. Ich fand es irgendwann schade, dass niemand sich mehr in diesem Faden geäußert hat und wie das so ist, schreibt man dann selbst auch nicht mehr und es gerät in Vergessenheit.

    @ alle Interessierten

    Da hier ja, teilweise, auch mein anderer, neuerer Faden verfolgt wurde, wissen es sicherlicher einige, ich bin wieder in einer Beziehung und ich bin wirklich glücklich. Es ist natürlich alles noch sehr frischund dementsprechend irgendwie zerbrechlich, man kennt sich noch nicht so gut, Missverständnisse kommen vor. Was ich aus meiner letzten Beziehung mitnehme, ist genau das, was Comran schrieb, man muss an der Beziehung arbeiten und man muss klar kommunizieren, was man sich wünscht. Klar, man kann den anderen damit gegebenenfalls vor den Kopf stoßen oder man kann merken, dass es einfach nicht passt, aber man sollte nicht erwarten, dass das Gegenüber einfach intuitiv weiß, was man möchte. Es gab, in meiner doch noch sehr frischen Beziehung, immer wieder Momente, wo es Missverständnisse gab. In der Regel haben wir darüber ohne Vorwürfe gesprochen und sind so in der Lage, langsam einen Zugang dazu zu finden, wie der andere sich die gemeinsam verbrachte Zeit wünscht. Klar fällt das manchmal schwer, aber es ist der beste Weg, zusammen zu finden, denke ich. Ich hoffe, dass ich das so beibehalten kann, denn das ist so viel sinnvoller, als mit seinen Sorgen allein zu bleiben. So viel dazu.


    Unabhängig davon habe ich in der Zeit, in der ich single war, sehr viel aufgearbeitet. Nicht bewusst, sondern sehr unbewusst, aber doch so, dass es mir und meinem Umfeld aufgefallen ist. Als ich diesen Faden erstellt habe, da war ich gerade in der nennen wir es mal "akuten Trennungsphase" und habe viele Dinge hinterfragt. Das Scheitern meiner langjährigen Beziehung, die Tatsache, dass mein Ex immer noch recht präsent in meinem Leben war und der Fakt, dass aus einer fest geplanten Zukunft ein ungeplantes "Nichts" geworden war lagen mir schwer auf dem Herzen. Wie auch das Gefühl, Schuld an der Misere eines anderen Menschen zu sein. Und da war, wie im Titel dieses Fadens vermerkt, die Frage, ob es ein "für immer" in diesem Sinne überhaupt geben kann. Am Anfang fiel es mir wahnsinnig schwer, zu akzeptieren, dass die Zukunft jetzt ungewiss ist und dass ich mich eben nicht mehr darauf verlassen kann, dass diese eine Person dauerhaft an meiner Seite sein wird. Ich hatte, vermutlich auch aus diesem Grund, nicht das Gefühl, dass ich mich jemals wieder verlieben könne oder dass es je wieder dasselbe sein würde. Ich muss sagen, es ist auch nicht dasselbe. Ich habe meinen Exfreund, der meine erste große Liebe war, von ganzem Herzen geliebt. Damals, da habe ich mir, als wir zusammen kamen, keine Gedanken darüber gemacht, ob es für immer ist. Es waren einfach tausende Hormone und Schmetterlinge, wir hatten eine unfassbar intensive Anfangszeit, aber sie war eben auch geprägt von Streitereien, die durch Missverständnisse entstanden und der Unfähigkeit meinerseits, meine Wünsche klar zu formulieren um den anderen den Raum zu geben, sein Verhalten zu überdenken. So endeten wir in einer unschönen Beziehungsdynamik, die mir die gesamte Verantwortung zugesprochen hatte, was letztlich zu unserem Scheitern führte. Mein Exfreund hat mich oft gefragt, was der Grund für die Trennung war, die "eine" Antwort, die er hören wollte, eine seiner Eigenschaften, etwas konkretes, etwas, an dem er sich hätte festhalten können, konnte ich ihm nicht geben. Aber ich konnte auch nicht direkt erklären, was es war. Mittlerweile glaube ich, dass er damit wenig zu tun hatte, vielmehr war ich es, die das Problem hatte. Seit ich 15 war gab es immer nur "uns" und alles in unserem Leben drehte sich darum, "wir" zu sein. Ich hatte nie Zeit mich selbst oder meine Persönlichkeit unabhängig von einer anderen Person kennen zu lernen. In meiner Zeit als single habe ich viel über mich selbst gelernt und viele Dinge bewusst allein getan, weil das für mich eine wichtige Erfahrung war. Und dadurch bin ich in meinem Leben einen ganzen Schritt weiter gekommen, nehme vieles viel bewusster war und bin zum ersten Mal in meinem Leben von innen heraus glücklich, ich habe keine Angst mehr davor, allein zu sein. Aus dieser Situation heraus entstand meine neue Beziehung, die bisher augenscheinlich viel mehr auf Augenhöhe verläuft, als die letzte. Es gab keinen Hormonrausch oder eine super intensive Anfangszeit, vielmehr manifestiert sich das Verliebtsein ganz langsam und vorsichtig und ich nehme das viel bewusster wahr. Sicher, wir sind noch nicht lange zusammen, aber ich glaube, dass wir auf dem Weg sind etwas schönes zu werden. Gerade auch, weil wir uns beide die Freiheiten lassen, noch wie selbst zu sein und ich so weiterhin die Möglichkeit habe, mein eigenes Ich zu erkunden und meine Persönlichkeit weiter zu entwickeln, obwohl wieder ein anderer Mensch ein großer Teil meines Lebens ist. Ob ich an für immer glaube? Ehrlich gesagt, kann ich das immer noch nicht so genau beantworten. Aber ich glaube, ein großer Teil von für immer ist eine bewusste Entscheidung. Die nämlich, jeden Tag bewusst wahrzunehmen, was einem der Partner wert ist und dabei aber sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Die, sich bewusst dafür zu entscheiden, mit dem Partner Dinge zu besprechen. Die auch, bewusst zu entscheiden, auch mal etwas für den anderen zu tun. Die, immer da zu sein, wenn der andere einen brauchte, aber auch mal zu sagen, wenn man etwas nicht möchte. Und auf diesem Fundament kann man ein für immer aufbauen. Aber wie hier viele schrieben, es hängt zu einem großen Teil von den beteiligten Personen ab, denn es muss schon auch grundsätzlich zusammen passen. Und zu einem anderen großen Teil auch davon, wie viel beide bereit sind, aktiv an ihrem für immer zu arbeiten. Mal sehen, wie ich in ein oder zwei Jahren darüber denke.


    In diesem Sinne ist jeder angeregt, hier weiterhin seine Meinung zu dem Thema kund zu tun. Ich wünsche euch indes einen guten Rutsch ;-)

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    Und da war, wie im Titel dieses Fadens vermerkt, die Frage, ob es ein "für immer" in diesem Sinne überhaupt geben kann. Am Anfang fiel es mir wahnsinnig schwer, zu akzeptieren, dass die Zukunft jetzt ungewiss ist und dass ich mich eben nicht mehr darauf verlassen kann, dass diese eine Person dauerhaft an meiner Seite sein wird.

    Ich glaube, dass es nicht hilfreich ist, sich ein "für immer" fest als Ziel vorzunehmen, sondern es eher als Hoffnung zu beschreiben- eine Hoffnung, dass es so schön bleiben möge wie es ist. Wenn man das jeden Tag wieder von neuem denkt, auch dafür Sorge trägt, das die Beziehung heute genauso schön wird wie gestern, dann ist das zwar ziemlich kurzschrittig gedacht, langfristig halte ich es aber für erfolgreicher. Ich halte es für problematisch, sich ein Ziel in weiter unbekannter Ferne zu suchen- das führt schnell dazu, Vieles im täglichen Leben schleifen zu lassen. Gerade auf Grund des Wissens um viele Unwägbarkeiten im Leben, achte ich vor allem auf das Jetzt und Hier- und zwar nicht alle Jubeljahre oder mal zu Silvester, sondern täglich. Ich mag keine Tage, die nicht glücklich und fröhlich verlaufen, an denen ich die Liebe zu meiner Frau "vergesse" ??auch ein Grund, warum wir täglich schönen erfüllenden Sex genießen- nahezu ununterbrochen seit mehr als 30 Jahren- ich glaube, dass das auch sehr viel Verbindung schafft?? und vermeide Probleme- aber nicht durch Stillschweigen, sondern durch Kommunizieren mit meiner Frau (und meinen Kindern)- damit es wieder in Ordnung kommen kann- nicht durch fatalistisches Hoffen, dass es wieder besser werden möge, sondern durch tatkräftiges aktives Tun (beiderseits), dass es besser wird, dass Probleme beseitigt werden und zwar so kurzfristig wie möglich und nicht vor sich hinschmoren lassen.


    Das hat sich in meiner Beziehung sehr bewährt.