Dicke Luft bei Schwiegereltern - es nervt!

    Hi! *:)


    Mir gehts um das Verhältnis zu meinen Schwiegereltern. Die wohnen 60 km weg, trotzdem sehen wir sie recht oft am Wochenende, entweder die kommen oder wir, denn unser Sohn, 2,5, ist deren ganzer Stolz und sie möchten ihn oft sehen.


    Meine Schwiegereltern sind zunächst mal komplizierte Menschen. Wer kein Abitur oder nicht studiert hat, wird nicht ernst genommen oder belächelt. Schwiegermutter nannte solche Menschen vor ca. 10 Jahren (da hatten beide noch ihre Hochphase) "Krethi und Plethi". Ich bin als Erzieherin im Grunde schon zu dumm, was mir immer mal wieder damit gezeigt wurde, dass man mir nichts zutraute und auch Entscheidungen von mir nicht ernst nahm. Nach etlichen Jahren Beziehung (16 sind es bei uns bald), Rücksprachen mit meinem Mann, Kontaktabbrüchen, Abstand usw. muss ich aber sagen, habe ich mich an die beiden gewöhnt und es herrscht offiziell Frieden.


    Die Schwiegereltern hatten auch einiges an Rückschlägen in den letzten Jahren. Sie hatte Chemo, was sie ganz allein mit sich selbst ausgemacht hat! Deren Tochter, meine Schwägerin, ist ein Totalabsturz mit Drogen und hat seit dem Abi nichts mehr gemacht. Finanziell haben sie sich total verhoben und "versehentlich" in so genannte Schrottimmobilien investiert, die mal ihre Altersvorsorge sein sollten. Nun haben sie sich stattdessen verschuldet.


    Vernünftig miteinander reden können die beiden nicht. Schwiegermutter macht immer auf beherrscht und "hauptsache gut aussehen" und ist eher passiv aggressiv. Wenn sie auf ihren Mann sauer ist, rächt sie sich, indem sie ihm ein natürlich "aus Versehen" zu halt serviertes (oder versalzenes) Abendessen hinstellt.


    Auch ER kann überhaupt nicht mal sagen, was ihn belastet. Er heult sich lieber bei meinem Mann über seine Tochter oder seine Frau aus, fährt dann nach Hause und macht auf Gute Miene zum bösen Spiel. Die beiden wissen von nichts.


    Seit geraumer Zeit haben die Konflikte bei denen zu Hause wohl überhand gewonnen. Jedesmal wenn wir hinfahren oder die hierher, fühlt man sich, als hätte man nen Streit unterbrochen. Die Luft ist dick und die Gespräche wirken aufgesetzt und schwer, genau so wie die Stimmung der beiden.


    Die Schwiegermutter ist besonders davon mitgenommen. Jetzt geschehen Merkwürdigkeiten wie: Man trifft sich mit Schwiegervater im Café. Schwiegermutter sitzt in einem anderen Café 10 Meter weiter, lässt sich volllaufen und geht nicht ans HAndy, will uns alle (inklusive Enkel) offenbar nicht treffen. (Tut dann aber hinterher so wie: ,,Ooooh also euch hab ich wohl verpasst.")


    Auch ansonsten gehen die zwei ruppig miteinander um, insbesondere der Schwiegervater kriegt es ab. Letzterer ist voller Schuldgefühle und schon richtig depressiv, dadurch auch total tüddelig und unaufmerksam, kommt nicht hinterher, wenn unser Sohn auf die Straße rennt.


    ICh habe auch das Gefühl, dass das Interesse der Schwiegermutter an unserem Sohn nachlässt. Mein Eindruck ist auch, sie beneidet uns, weil sie keine gute Mutter war und wir wie eine idyllische Familie wirken.


    Ehrlich gesagt hab ich da wenig Lust drauf, kann mir meine sehr kurze Zeit mit meiner Familie besser vorstellen.


    Frage:


    Wie soll man mit sowas umgehen? ":/


    Ein offenes Gespräch ist nicht ohne Weiteres möglich. Die vertragen keine Kritik und machen sofort dicht, wenn mal einer was anmerkt oder blocken (,,Nein, stimmt nicht! Stimmt nicht!")


    Problem ist auch, dass mein Mann meint: Da mischen wir uns nicht ein. Er spricht die schlechte Stimmung nicht an und lässt auch seinen Vater sich kritiklos bei ihm ausheulen, ohne mal was dagegen zu sagen oder anzuregen.


    Es fehlt auch definitiv jemand, der vielleicht wirklich mal offen sagt: Man Leute, schlechte Stimmung hier! Was macht ihr für Gesichter?


    Da mein Mann meint, es sei nicht unsere Aufgabe, sich in deN Konflikt einzumischen, spielt er das Gute-Miene-zum-Bösen-Spiel-Spiel mit.


    Wenn MICH einer fragen würde (was die ja nicht tun) würde ich schon einiges dazu sagen.


    Mir fällt nur ein, sich nicht mehr zu treffen. Aber das täte mir für unseren Sohn leid, der will auch was von Oma und Opa.

  • 6 Antworten

    Hallo Apfelgün,


    Bei uns ging esgenauso ab.


    Wir haben dann irgendwann einen Schlußstrich gezogen und daraufhin war alles super und Harmonie.


    Selbstverständich ist es Schade für die Kinder, aber eer möchte schon seine Kinder auf verzankte und und motzende Großeltern loslassen.


    Unsere gemeinsame Entscheidung war für uns und im Nachhinein auch für unsere Kinder das Beste.


    Geschenke an die Enkel könnten es nicht aufwiegen, was den ganzen Streß angeht.


    Und die Kinder sind uns auch dankbar, dem Ganzen entgangen zu sein.


    LG Andrea

    Das, was die Schwiegereltern sich angewöhnt haben, dass nennt man Ignoranz, sich selbst und den eigenen emotionalen Bedürfnissen gegenüber. Man versucht praktisch mit bisher angewöhnten Strategien neuen Situationen zu begegnen oder eher nicht zu begegnen. Trotzdem scheinen sie aber eine gewisse Stärke zu haben, wie die Schwiegermutter, die anscheinend durch Chemotherapie den Krebs wegbekommen hat oder ist das noch nicht gewiss?


    Ich bin auch deiner Meinung, dass das so nicht bleiben kann, wenn man selbst darin involviert ist. Solch grotesken Situationen kann man zwar hinnehmen, aber wenn dein Schwiegervater sich deinem Mann anvertraut, dann kann man auch etwas dazu sagen, sofern man eine entsprechende Lebenserfahrung hat und man die Hintergründe und Bedürfnisse der Menschen einschätzen kann. Ich erlebe in solchen Familien aber häufig, dass die Kinder oftmals ähnlich gestrickt sind, sie manches vielleicht anders machen, sie aber nicht selten genauso hilflos alles über sich ergehen lassen, trotz ständiger Gewitterstimmung.


    Meiner Meinung nach bräuchten die Eltern professionelle Hilfe. Man kann sich zwar auch selbst mit den eigenen Lebensthemen auseinandersetzen, aber das gelingt nicht jedem.

    Zitat

    Mir fällt nur ein, sich nicht mehr zu treffen. Aber das täte mir für unseren Sohn leid, der will auch was von Oma und Opa.

    Das sind ja zwei Paar Schuhe. Du kannst selbst kein gutes Verhältnis haben, aber doch ab und an den Sohn da abgeben mit wenig Kontakt zu den dir unbequemen Schwiegereltern. Dann wirst du ja sehen, ob ihm das Freude bereitet oder ob er auch davon eher genervt/ablehnend reagiert. Mit 2,5 Jahren hat so ein Kind schon Reaktionen und auch einen eigenen Willen. Und wenn zu vermuten ist, dass die Schwiegereltern mit dem Sohn nicht klarkommen (mangelnde Aufsicht seitens des Opas beim auf die Straße laufen des kleinen Sohnes), dann kann dein Mann noch dabei sein, wenn der das möchte.


    Und sonst: lass die Schwiegereltern Schwiegereltern sein, die zum Glück ein Stück weg wohnen. Dein Verhältnis zu deinem Mann ist wichtig und dass es da passt. Und dein Mann hat doch eine Einstellung, die ich teilen würde. Lass sie ihr Leben leben (selbst mit den Depressionen) und wenn die nicht klarkommen, müssen sie selbst sehen.


    Ich glaube, dass sich gerade Erzieherinnen gern mal "zuviel" um andere Menschen, auch Erwachsene kümmern wollen. Das Kümmern und Aufpassen aus dem Job (da geht es aber um Kinder!) wird dann auf andere- hier Erwachsene - übertragen. Auch wenn das vielleicht ein Klischee ist.


    Wenn die Schwiegereltern von dir Hilfe wollen/wünschen, werden die schon kommen. Aber das wollen sie nicht. Also würde jedes Hilfeangebot von dir vermutlich als Aufdrängen empfunden werden.

    Zitat

    Die Schwiegermutter ist besonders davon mitgenommen. Jetzt geschehen Merkwürdigkeiten wie: Man trifft sich mit Schwiegervater im Café. Schwiegermutter sitzt in einem anderen Café 10 Meter weiter, lässt sich volllaufen und geht nicht ans HAndy, will uns alle (inklusive Enkel) offenbar nicht treffen. (Tut dann aber hinterher so wie: ,,Ooooh also euch hab ich wohl verpasst.")

    Wie kann man sich in einem Café volllaufen lassen? Mit Kaffee? Mit Alkoholika?


    Man kann nun viel spekulieren: Ja, es kann sein, dass Antidepressiva, ein Entzug (wenn übermäßiger Alkohol im Spiel und der Entzug gewünscht wird, denn das ist Voraussetzung) und die Förderung der Kommunikation zwischen den Schwiegereltern diese Menschen wieder zu Freuden kommen lassen, die Spannungen zwischen ihnen und auch zu ihrem Sohn und dir abbauen und mehr Harmonie reinbringen.


    Ich würde davon ausgehen, dass die Schwiegereltern Persönlichkeitsauffälligkeiten haben, aber damit bleiben sie trotzdem für sich verantwortlich.


    Du kannst ja ein Faltblatt da lassen mit Angeboten zur Selbsthilfe bei Depressionen oder Alkoholsucht. Dann können sie dort nach Lösungen suchen, für den Fall, dass sie Probleme, die du schilderst, auch selbst als ihre Probleme empfinden und die angehen wollen.

    Ich kenne einige ältere Paare, wo so vieles im Argen ist. Eingefahren in Verhaltensmustern, unfähig, sich zu ändern, am streiten, fast feindselig.


    Man kann sich da einmischen, muss es aber nicht. Als leiblicher Sohn habe ich meinen eigenen Eltern schon öfter mal die Meinung gesagt, wie ich ihr Verhalten zueinander finde und dass ich keine Lust habe, sie zu sehen, wenn sie sich nur streiten. Da wird schon mal Tacheles geredet. Aber bei meinen Schwiegereltern würde ich mir das nicht herausnehmen. Das wäre also Aufgabe Deines Mannes, der aber offenbar nicht will. Auch ok. Die Schwiegereltern sind alt genug, um das selber zu entscheiden, wie sie leben.


    Was Du für Dich tun kannst, ist Dein Leben so zu leben, wie Du es für richtig hältst. Das beinhaltet auch die Definition des Verhältnisses zu Deinen Schwiegereltern. Wie eng der Kontakt ist, bestimmst Du!

    Gut gemeint, ist nicht gut getan. Das zum Thema Einmischen. Ich würd mir eher die Zunge abbeißen, bevor ich Leuten zu denen ich sowieso kein herzliches Verhältnis habe, mit Ratschlägen und Hilfsangeboten kommen würde.


    Es wäre der Part deines Mannes sich um seine Eltern zu kümmern. So sie das denn wollen.


    Es könnte für deinen Sohn besser sein, sich mit den Großeltern - zumindest in der nächsten Zeit, nur noch bei euch zu treffen. Oma wird ja hoffentlich nicht angetrunken zu Besuch kommen!

    Hey! *:)


    Ich kenne es leider genau so. Nur dass es bei mir meine Eltern sind.


    Man kann das Verhältnis zwischen den beiden eigentlich auch nur mit feindselig beschreiben. Sie zoffen morgens beim Austehen und zoffen abends beim Nachhausekommen. Seit einigen Jahren können sie sich irgendwie nicht mehr versöhnen. Sie sind dauerhaft verstritten. OBWOHL beide auch drunter leiden!


    Aber die kommen aus ihrem Schema nicht mehr raus.


    Wir hatten dann auch die Situation, dass wir am Geburtstag unseres Sohnes in einem Freizeitpark waren und die mit eingeladen hatten. Fazit: Die zwei kamen mit totalem Flunsch. Bekamen kaum ein Wort raus, weil sie sich im Auto gestritten haben...und zwar über die falsche Jacke, die mein Papa mitgenommen hatten :-/ Damit haben sie sich echt den ganzen Tag vermiest.


    Gesprochen habe ich auch schon mit denen: Lasst eure schlechte Laune bitte zu Hause! Gibt keinen Grund, den anderen alles zu versauen!


    Aber das läuft dann auf ganz kindischem Level: DER hat Schuld! -- Gar nicht, DIE wars!! etc.


    Das ist halt auch der Grund, warum wir uns kaum mit denen treffen.


    Ich würde grundsätzlich meinen Sohn auch nicht bei streitenden Großeltern lassen. Ich muss ja das Gefühl haben, dass er sicher ist, und nicht, dass die abgelenkt sind durch Zoff oder durch ihre Schuldgefühle.


    Ich würde dir auch empfehlen, die Treffen zu beschränken! Ich finde abe auch, dass nicht nur dein Mann sagen müsste, dass die Stimmung zu schlecht ist. Du bist ja Schwiegertochter und Teil der Familie, und du sollst dich ja auch mit ihnen treffen. da sind alle gleichberechtigt. :)


    LG