Hallo du Arme,


    nach Freudentänzen wird dir zur Zeit kaum sein.


    es sieht tatsächlich so aus, als wolle dein Vater mit einem Rundumschlag seien Wut zum Ausdruck bringen, dass ihr euch seinem Einfluss entziehen wollt. Dann hat er allerdings gar keinen Einfluss mehr und es steht zu befürchten, dass das eher ein Druckmittel als eine echte Absichtserklärung ist.


    Es ist gut für deine Mutter – aber auch für dich – wenn du in dieser schwierigen Zeit für sie da sein kannst. Denn auch du würdest ja leiden, wenn beide Eltern aus deinem leben verschwinden.


    Wie der innere Abschied von deinem Vater weiter gehen wird, muss herausgefunden werden. Zur Zeit geht das noch nicht, denn er macht sich ja gerade wieder wichtig. Und so lange er wichtig ist, kann man mit ihm nicht abschließen.

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    Sie findet das alles ganz furchtbar - ist es ja auch - kann mich aber sehr gut verstehen und respektiert meine Entscheidung und sagt, sie bewundert meine Stärke.

    Dann kannst du ihr vielleicht ein wenig davon mitgeben. Aber versuche dich aus dem konkreten Problem zwischen den beiden herauszuhalten. Denn da können Dinge ans Tageslicht kommen, die dich nicht angehen, die du nicht ändern kannst und die du schlimmstenfalls auch nicht wissen willst.


    Für sie da sein, sie trösten und ihr die Zuversicht geben, dass sie auch nach einer Trennung nicht alleine ist - mehr geht jetzt gerade nicht.

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    Meine Mama gibt mir Gott sei Dank keine Schuld.

    Das ist gut so. Es wäre aber auch sehr ungeschickt von ihr, denn sie braucht dich jetzt sehr.

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    Ich habe sie fest gedrückt, ihr gesagt, dass ich sie sehr lieb habe, dass ich finde, dass sie das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben hat, ein Anrecht darauf, dass sie geliebt und geachtet wird und dass sie sich das Recht nehmen darf, wenn sie das möchte. Dass ich sie liebe und achte und respektiere und sie sich sicher sein kann, dass ich immer so mit ihr umgehen werde.

    Schön, besser kann man es nicht machen.

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    Ich glaube, sie ist wie paralysiert - aber sie sieht Licht am Ende des Tunnels.

    Das wäre aber sehr früh. Gibt es denn schon konkrete Trennungspläne mit Datum und Herangehensweise? Wer zieht aus?

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    Es ist einfach ganz schrecklich, die eigene Familie so auseinander brechen zu sehen - und das noch mit so unfairen Methoden.

    Ja, aber war sie denn je "zusammen" diese Familie? Bricht da nicht etwas auseinander, was eh nur notdürftig zusammengehämmert war und mehr Schmerz als Freude gebracht hat? Vielleicht ist es gar kein Auseinander"Brechen", sondern dann nur ein Auseinander"Gehen"

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    Ich hoffe, er zieht es durch und geht.

    Darauf würde ich noch nicht bauen. Aber daran kann deine Mutter auch mitwirken, indem sie Rückzugsversuche nicht akzeptiert. Dazu kann ich aber nichts sagen.


    Bleibt aufmerksam.