Die gemeinsame Wohnung ist ein Kampf

    Und ich verliere ihn.

    Mein Freund und ich sind letztes Jahr zusammen gezogen. Wir sind jetzt 4 Jahre zusammen. Ich wusste, dass seine alte Wohnung eine Chaotenbude ist, also ja, eigentlich könnt ihr sagen "Du wusstest es doch vorher, jetzt hör auf dich zu beschweren".


    Ich weiß, dass ichs vorher wusste, ich weiß es, aber ich dachte "Wir lieben uns, wir kriegen das auf die Reihe, wir sind dann ja auch zu zweit"

    Effektiv ist es aber so, dass ich das Gefühl hab, dass fast alle Aufgaben auf mich fallen. Ich gehe 8,5 Stunden am Tag arbeiten (inkl Pause), brauche nochmal ungefähr 40 Minuten insgesamt Arbeitsweg. Das ist ok. Er hat die "Arschkarte", ich versteh das (er muss mit den Öffis zur Hochschule und wir wohnen nicht unbedingt zentral, weil zentral die Miete nicht möglich wär.), denn dadurch, dass er studieren wollte (mit 30) leben wir im Grunde von meinem Gehalt + 500€ die er mir monatlich überweisen muss. Ob nun von seinem Werksstudentenjob (in den Semesterferien) oder Erspartem. Ich kann das einfach nicht alleine stemmen und ich will es auch nicht, da bin ich ehrlich. Ich will nicht komplett alleine verantwortlich sein für uns beide und andere Studenten schaffen es ja auch Arbeiten, Wohnung und Studium unter einen Hut zu kriegen. Am Anfang tönte er, er will "Elternunabhängiges Bafög" oder ein Stipendium beantragen. Ist bis heute nicht passiert.

    Er kocht und hinterlässt Flecken auf der Arbeitsplatte. Sage ich was, heißt es "nachher". Sage ich nichts, geht es mir nach über einer Woche so aufn Keks, dass ich ihn anschnauze. Ich weiß, das ist scheiße, aber wie kann man denn das ignorieren?
    Am Anfang war es so, dass er für jeden Handgriff, den er im Haushalt gemacht hat, den Kopf getätschelt haben wollte, wie gut er es gemacht hat. Mir hat auch keiner den Kopf getätschelt, wenn ich unser beider Wäsche von einer Woche, aufgeräumt, Wäsche zusammengesucht, staubgesaugt und was weiß ich alles gemacht hab.


    Im Grunde muss ich ihm jede Aufgabe, die er machen soll, zuweisen. Von sich aus, macht er nur wenig.

    Mir geht das aber auf den Keks. Ich bin nicht sein Aufseher und wenn ich ihn dirigieren muss, kann ichs auch gleich selbst machen, denn entspannend ist das sicher nicht und hinterher muss ich mir wieder anhören, warum ich so "nölig/genervt" bin.
    Gebe ich ihm morgens ne Aufgabe "Bitte mach das und das" hat ers nachmittags schon wieder vergessen. Es ist ihm einfach nicht wichtig.

    Das höhste der Gefühle ist, dass er die Waschmaschine mal anmacht. Damit ich dann abends alles in Trockner räum und dann danach zusammenlege, weil sonst gammelt es tagelang in der Waschmaschine rum und die Wäsche riecht dann einfach müffelig.

    Und all das nervt mich. Ich liebe diesen Typen. Ich liebe unsere Gespräche, aber ich hab auch absolut keine Lust mehr auf Sex. Ich bin dauergestresst und ständig angenervt von seinem "Ich lass einfach alles überall stehen", ich bin genervt, weil ich fast alles machen muss und ich fühl mich inzwischen oft schon mehr als Mutter, als als Freundin. Da geht mir jede Lust flöten, wenn ich dem Mann erklären muss, dass er doch bitte mal seine Flecken wegputzen soll, die er gemacht hat.

    Und ich bin jetzt nichtmal überpingelig. Auch wenn das in dem beitrag anders klingt.

    Ich will so gern wieder unsere alte glückliche Beziehung zurück, von bevor wir zusammen gezogen sind. Klar hats da auch gekracht mal. Klar blieb da auch mal was liegen, weil wir im grunde nur am WE zusammen waren. Aber da hatte ich dann 4-5 Tage die Woche das wieder aufzuräumen und wenigstens nur Wäsche von einer Person.

    Ich geh arbeiten, ich geh einkaufen, ich mach die Wäsche zu 90%, ich sauge Staub, ich räume auf, ich sortier schlecht gewordene Sachen aus die ihm Kühlschrank gammeln, ich räum das dreckige Geschirr weg, damit ich den Geschirrspüler anmachen kann. Für 2 Leute.

    Wenn ich ihn darum bitte, macht er Aufgaben, das ist nicht das Problem. Ich will aber nicht immer bitten und betteln. Jetzt ist er wieder die nächsten Wochen in Prüfungsvorbereitung, das heißt, ich mach am WE all das was ich unter der Woche nicht gepackt hab.
    Ich verstehs aber nicht. Er hat dieses Semester eine 4 Tage Woche. Aber freitags, hilft er nicht im Haushalt, sondern geht lernen. Ich weiß dass er lernen muss, ich weiß das, ich versteh das, aber ich muss auch arbeiten und mach all den Kram.

    Ich fühl mich so allein gelassen, traurig, gestresst.
    Und weiß nicht mehr, wie ich das wieder richtig drehen kann, sodass wir beide glücklich werden. Ich hab grad das gefühl, unsere Beziehung zerbricht an dem Stress. An dem, den ich mache, weil ich will, dass er auch Aufgaben übernimmt, und an dem, den ich habe, wenn ich mir denke "Scheiß drauf, mach ichs halt allein".
    Beide Wege machen mich kaputt.


    Ich hab auch schon versucht ihm Zettelchen zu schreiben, aber auch dann fällt mir innerlich wieder die Aufgabe der Mama zu, die dem kind sagen muss, was es tun muss im Haushalt. Wenn ich ihn mal bitte einkaufen zu fahren, weil ich einfach komplett kaputt bin von der Woche, macht er das, ja, aber ich muss ihn drum bitten.

    Hat jemand eine Idee, wie ich das ganze noch drehen kann?



    Einen Haushaltsplan halte ich irgendwie für nicht durchführbar, weil dann müsste ich da drauf schreiben "Wir werfen keine getragene Kleidung irgendwo in der Wohnung ab. Es gibt 2 Wäschekörbe dafür. Oder deinen Schreibtischstuhl.", und "Wir räumen unser Geschirr entweder in den Geschirrspüler oder waschen es spätestens 24h später ab", und "Wenn wir beim Kochen Flecken verursachen, machen wir sie SOFORT weg."

    Das klingt aber einfach nur so dermaßen albern.


    Diese ganze Situation ist so albern. Er macht ja alles...sobald ich krank bin, macht er es. Aber solange ich funktioniere und nur ein bisschen "rummäkel", dass ich Bauchschmerzen und Rückenschmerzen hab, krieg ich immer nur die Aussage "Du hast ja ständig was." Ja hab ich. Ich befürchte der Stress ist nicht ganz unschuldig daran. "Hör doch mal auf so rumzustressen", schwierig, wenn ich für 2 denken muss und mein Kopf dadurch gefühlt implodiert...


  • 147 Antworten

    Deine Situation ist nicht albern. Und auch nicht, was dich stört. Du solltest mit ihm reden. Und zwar nicht in einem Moment, wo dich gerade was stört, sondern einem wenn alles in Ordnung ist. Mache einen Plan. Verteil Verantwortlichkeiten. Dein Freund braucht Struktur. Er ist es nicht gewohnt alles ordentlich zu machen. Aber dafür musst du es ihm klar sagen, dass du so nicht weitermachen willst. Er scheint bisher nicht verstanden zu haben, dass es dir ernst damit ist.

    Zitat

    Ich hab grad das gefühl, unsere Beziehung zerbricht an dem Stress.

    Genau das ist der Grund wieso ich der Meinung bin man sollte, sofern man eine dauerhafte Beziehung anstrebt, relativ bald zusammen ziehen. Jetzt kommen nämlich die Macken und Eigenheiten durch über die du bei getrennten Wohnungen hinweg sehen konntest.


    Was bleibt jetzt übrig ? Red in ner ruhigen Stunde mal ganz offen mit ihm und sag ihm das du das Gefühl hast das eure Beziehung kaputt geht, vielleicht wird er dann wach. Hier gibt es meiner Meinung nach nur drei Alternativen: Zurück zu getrennten Wohnungen, er muss sein Verhalten ändern oder ihr trennt euch früher oder später.

    tinka schrieb:

    Und zwar nicht in einem Moment, wo dich gerade was stört, sondern einem wenn alles in Ordnung ist.

    Das ist ja das Problem. Wir sind inzwischen beide glaub ich so angepisst, dass wir nichtmal vernünftig drüber sprechen können, weil wir beide das Gefühl haben, wir meckern uns nur gegenseitig an. Jeder fühlt sich angemeckert, wenn man nur leicht den Ton verändert.


    Alias 937824 schrieb:

    Einen Haushaltsplan halte ich irgendwie für nicht durchführbar, weil dann müsste ich da drauf schreiben "Wir werfen keine getragene Kleidung irgendwo in der Wohnung ab. Es gibt 2 Wäschekörbe dafür. Oder deinen Schreibtischstuhl.", und "Wir räumen unser Geschirr entweder in den Geschirrspüler oder waschen es spätestens 24h später ab", und "Wenn wir beim Kochen Flecken verursachen, machen wir sie SOFORT weg."

    Warum ist das, wie du es dir vorstellst, denn wichtiger und richtiger als das, wie er es sich vorstellt? Kompromisse funktionieren üblicherweise nicht, indem einer komplett auf den anderen zugeht, sondern indem beide ein Stück weit aufeinander zugehen.


    Ich muss sagen, dass ich selbst eher von der Fraktion Ferkel bin ]:D Ich lasse schmutziges Geschirr hin und wieder auch mal eine Woche stehen. Und ein Teil der Schmutzwäsche liegt seit einigen Tagen neben dem Esstisch. Sicher sieht das nicht aus wie bei "Schöner Wohnen". Würde mein Freund mir jetzt aber irgendwas in Richtung "WIR machen XY aber nicht so und so.." sagen, wäre ich sauer. Er ist ja nicht mein Vater, sondern mein Partner. Und ich erwarte, dass man für Probleme gemeinsam Lösungen finden kann und nicht der eine dem anderen diktiert, wie die Lösung auszusehen hat.

    Dass du deinem Freund seinen Arsch nicht hinterher tragen willst, kann ich verstehen. Warum löst ihr zum Beispiel das mit der Wäsche nicht dadurch, dass jeder für die eigene Wäsche verantwortlich ist? So, wie in einer WG auch?

    Wenn dein Freund aus purer Bequemlichkeit nichts macht, dann mache es ihm halt nicht bequem?

    Wenn es keinen ruhigen Moment mehr gibt muss man ihn erzwingen. Fahrt nen Wochenende weg, am besten in ein Hotel wo sich niemand um was kümmern muss, und kommt so weit runter das ihr konstruktiv miteinander reden könnt. Sicher kostet das Geld aber was ist denn die Alternative ? Vermutlich das die Beziehung irgendwann scheitert.

    Zitat

    Warum ist das, wie du es dir vorstellst, denn wichtiger und richtiger als das, wie er es sich vorstellt? Kompromisse funktionieren üblicherweise nicht, indem einer komplett auf den anderen zugeht, sondern indem beide ein Stück weit aufeinander zugehen.

    Das ist mit Sicherheit richtig, wenn sich allerdings ein Partner massiv durch irgend etwas gestört fühlt (z.B. weil nen stinkender Teller drei Tage im Wohnzimmer steht oder überall dreckige Klamotten rum liegen) dann kann man da schlecht auf "ist mir egal, ich räum nur mein Zeug weg" schalten.

    Bei meiner Frau und mir funktioniert das insofern als das sie ihr Geschirr nicht sofort wegräumt und ich Socken rum liegen lasse. Sie räumt meine Socken weg, ich ihr Geschirr und beide sind irgendwo zufrieden. ;) Aber wie soll man das auf den konkreten Fall hier anpassen ? Was macht der Freund / kann der Freund machen um seinen chaotischen Lebensstil quasi auszugleichen ? Geld ranholen (damit die TE weniger arbeiten und z.B. den Haushalt übernehmen könnte) tut er ja auch nicht, mal ganz abgesehen davon das man nicht weiß ob das im Sinne der TE wäre.

    Graógramán schrieb:

    Ich lasse schmutziges Geschirr hin und wieder auch mal eine Woche stehen.

    :-o iiih. Das stinkt doch.

    Ich bin kein ordentlicher Mensch, aber eine gewisse Grundsauberkeit sollte schon vorhanden sein.

    Warum nicht wieder getrennt wohnen? Besser das, als die Beziehung wegen sowas beenden, oder?


    Ansonsten geb ich Nordi recht. Ich bin mit meinem Mann damals nach drei Wochen zusammengezogen. Erst waren wir nur bei ihm und nach drei Monaten haben wir eine gemeinsame Wohnung genommen. Hilft dir jetzt aber auch nicht weiter...


    Es gibt Paare, die sind zusammen, aber leben dauerhaft in getrennten Wohnungen. Wäre das etwas für euch? Dass er sich nach dem Studium ändert, denke ich mal nicht, denn da arbeitet er ja mehr als jetzt.

    Nordi84 schrieb:

    Das ist mit Sicherheit richtig, wenn sich allerdings ein Partner massiv durch irgend etwas gestört fühlt (z.B. weil nen stinkender Teller drei Tage im Wohnzimmer steht oder überall dreckige Klamotten rum liegen) dann kann man da schlecht auf "ist mir egal, ich räum nur mein Zeug weg" schalten.

    Bei meiner Frau und mir funktioniert das insofern als das sie ihr Geschirr nicht sofort wegräumt und ich Socken rum liegen lasse. Sie räumt meine Socken weg, ich ihr Geschirr und beide sind irgendwo zufrieden. ;)

    Das stimmt schon. Wobei ich glaube, dass man auf den Partner oder die Partnerin in den wesentlichen Punkten ja eigentlich sogar gerne Kompromisse eingeht. Weil einem in einer Beziehung im Idealfall nicht nur das eigene Wohlergehen, sondern auch das des anderen ein Anliegen sein sollte. Und man muss ja nicht alles 50:50 aufteilen, sondern generell das Gefühl entstehen, dass die für das gemeinsame Leben notwendigen Aufgaben fair verteilt sind. So, dass es für beide passt.

    tinka schrieb:

    Ich bin kein ordentlicher Mensch, aber eine gewisse Grundsauberkeit sollte schon vorhanden sein.

    Keine Sorge, bei uns stinkt es nicht. Es schimmelt auch nichts ;-DDer Punkt mit der gewissen Grundsauberkeit ist, dass darunter jeder etwas anderes versteht. Für den einen ist Grundsauberkeit vielleicht der Zustand, der für jemand anderen die Grenze zum Unerträglichen markiert.

    In einer Beziehung mit sehr unterschiedlich tickenden Partnern halte ich es deshalb für klug schon vor dem Zusammenziehen die Aufgabenverteilung zu besprechen. Ist in dem Fall hier nicht passiert, aber aus Fehlern wird man klug.

    Ich denke auch, dass es sinnvoll wäre, wenn jeder der beiden erst einmal in sich geht und aufschreibt, was zum zufriedenen Zusammenwohnen unbedingt gegeben sein muss und was gar nicht tolerierbar ist.

    Auf dieser Basis kann man dann nach einem Kompromiss suchen, mit dem beide leben können. Kann kein Kompromiss gefunden werden, würde ich wahrscheinlich auch über getrennte Wohnungen nachdenken.

    ich würde auch einen gemeinsamen raumbewirtschatungsplan aushandeln. Auch wenn das geld knapp sein sollte, evtl eine gebäudereinigung beauftragen.


    Etwas krasser: beide leben wieder getrennt und er nimmt seine 500€ + studienkredit für die nächsten 2 jahre und lebt in einer studentenbude (meist näher am campus).


    Stressresistent scheints du auch nicht mehr zu sein. Du siehst nur noch deine ansprüche. Und beide seiten kotzen sich dann aus. Es werden keine wünsche/veränderungen angesprochen oder vereinbart/durchgeführt.

    Graógramán schrieb:

    Warum ist das, wie du es dir vorstellst, denn wichtiger und richtiger als das, wie er es sich vorstellt? Kompromisse funktionieren üblicherweise nicht, indem einer komplett auf den anderen zugeht, sondern indem beide ein Stück weit aufeinander zugehen.

    Hab ich schon probiert, funktioniert aber nicht. Wir sind in eine 3 1/2 Zimmer Wohnung gezogen. Im Grunde hat er seine "Mancave" momentan, da kann er seine Wäsche und sein Dreckgeschirr ja hinstellen wie er will. Es stört mich aber, wenn er dann im Wohnzimmer, meiner Wohlfühlzone, oder im Schlafzimmer auch alles auf den Boden wirft. Zumal wir einen Wäschekorb im Schlafzimmer haben. Er ist doch da, warum auf den Boden und nicht rein? Ich bin diejenige, die nachts pinkeln muss, ich rutsch dann auf seinen Hemden aus, oder falle über seinen Rucksack, den er mitten in unsren (verdammt engen) Flur wirft.
    Ich habe einen Bewegungssensor angebracht, damit ich wenigstens im "Hellen" drüber falle und deswegen nicht hinfalle. Ich suche schon Lösungen, aber ich versteh halt nicht, warum ers nicht in seinen Raum werfen kann, da wärs mir nämlich außer alle paar Monate, wenn das Zimmer als Gästezimmer gebraucht wird, schnurzegal. Tür zu, Dreck weg.


    Graógramán schrieb:

    Er ist ja nicht mein Vater, sondern mein Partner. Und ich erwarte, dass man für Probleme gemeinsam Lösungen finden kann und nicht der eine dem anderen diktiert, wie die Lösung auszusehen hat.

    Das habe ich ja versucht, ich hab vorgeschlagen auch im Schlafzimmer noch nen Wäschekorb hinzustellen, ich hab gesagt, er kanns ja in sein Zimmer werfen, ich hab Vorschläge gemacht, er nicht. Und dann wurds irgendwann einfach nur blöd. Ich versuche Wege zu finden, renn aber gegen ne Wand aus Bequemlichkeit.

    Bei uns zuhause ist auch nicht schöner Wohnen. Man kann nicht vom Boden essen und ich sauge nur alle 2 Wochen. Aber in meiner Küche hab ich ungern Flecken, die schon bald eine eigene Demokratie wählen, so alt sind sie. Ich bin wirklich nicht überpingelig, aber wenn ich nichts sage, passiert auch exakt das: Nichts.



    Graógramán schrieb:

    Dass du deinem Freund seinen Arsch nicht hinterher tragen willst, kann ich verstehen. Warum löst ihr zum Beispiel das mit der Wäsche nicht dadurch, dass jeder für die eigene Wäsche verantwortlich ist? So, wie in einer WG auch?

    Unser Bad ist zu eng für 2 Wäschekörbe, aber ich überleg mal, ob wir das irgendwie hinkriegen könnten. Allerdings befürchte ich eben, wenn er schon seine Wäsche nicht in einen von 2 Körben werfen will, dass er dran scheitert, sich zu merken, welcher denn jetzt seiner ist und die Wäsche wieder irgendwo liegt.



    Nordi84 schrieb:

    Wenn es keinen ruhigen Moment mehr gibt muss man ihn erzwingen. Fahrt nen Wochenende weg, am besten in ein Hotel wo sich niemand um was kümmern muss, und kommt so weit runter das ihr konstruktiv miteinander reden könnt. Sicher kostet das Geld aber was ist denn die Alternative ? Vermutlich das die Beziehung irgendwann scheitert.

    Das Geld wäre es mir wert, aber...er hat in ein paar Wochen Prüfungen, das muss also warten, weil wenn ich ihm jetzt vorschlage zu verreisen, zeigt er mir den Vogel. Wenn er mal eine Woche frei hat, erfahr ich davon 2 Tage vorher. Da kann ich dann natürlich keinen Urlaub mehr spontan nehmen. :-|

    Das Problem hatten wir Pfingsten. Ich hab mich so geärgert, dass er nicht eher was gesagt hat, dann hätten wir nämlich verreisen können. Momentan ist so viel Alltag eingekehrt.
    Weniger Beziehung, mehr Alltag.


    Nordi84 schrieb:

    Bei meiner Frau und mir funktioniert das insofern als das sie ihr Geschirr nicht sofort wegräumt und ich Socken rum liegen lasse. Sie räumt meine Socken weg, ich ihr Geschirr und beide sind irgendwo zufrieden. ;) Aber wie soll man das auf den konkreten Fall hier anpassen ? Was macht der Freund / kann der Freund machen um seinen chaotischen Lebensstil quasi auszugleichen ? Geld ranholen (damit die TE weniger arbeiten und z.B. den Haushalt übernehmen könnte) tut er ja auch nicht, mal ganz abgesehen davon das man nicht weiß ob das im Sinne der TE wäre.

    Er nimmt schon "manchmal" irgendwas mit. Aber mir wäre es lieber, wenn er sein eigenes Zeug wegräumen würd und mir meinen Müll lassen würd. Ich nehm mir nämlich abends vorm Schlafen gehen die 5 Minuten meinen Schreibtisch halbwegs ordentlich zu machen, und mir mein Wohlfühlwohnzimmer herzurichten. Es sind wirklich meist nur 5 Minuten, die ich dafür brauch. Genau deswegen nervt mich das ja so. Es sind 5 Minuten vorm Schlafengehen um den Scheißdreck in einen Korb zu werfen und vllt noch schnell den Topf in den Geschirrspüler zu stellen.

    Ich würde schon gerne weniger arbeiten, wollen wir das nicht alle? Ich mach mir halt auch meine Gedanken... Eigentlich wollte ich mit 30 ans Kinderkriegen ran, aber mit der Situation zuhause? Bauchschmerzen. Große... Da müssen wir beide erstmal unser Zusammenleben irgendwie hinkriegen, sodass beide zufrieden sind.


    Choupette_Finnian schrieb:

    Es gibt Paare, die sind zusammen, aber leben dauerhaft in getrennten Wohnungen. Wäre das etwas für euch? Dass er sich nach dem Studium ändert, denke ich mal nicht, denn da arbeitet er ja mehr als jetzt.

    Ich möchte halt mal Kinder, und er eigentlich auch. Da müssten wir schon zusammen leben können auch und gemeinsam den Haushalt hinbekommen.


    Die Sache ist auch die, dass ich fast glaube, er weiß garnicht so sehr wie "hart" arbeiten sein kann. Versteht mich nicht falsch, ich arbeite mich sicher nicht tot, aber er hat vorm Studium ja gearbeitet, aber sein Chef hatte keinen Plan was er so macht. Er war oft 2-3 Stunden am Tag zuhause und hat ein Schläfchen gehalten (teilweise an allen 5 Tagen die Woche). Dagegen ist von Morgens bis Abends Vorlesung schon richtig Stress für ihn. Es ist auch so, dass er studieren wollte, weil ihm das mit der Arbeit zu blöd war. Ich denke es ging Richtung Bore-Out, deswegen wollte ich ihn auch unterstützen wegen Studium und wir dachten, das wäre "die Gelegenheit" dann auch zusammen zu ziehen, weil wir vorher 100km auseinander lebten.


    dsquared schrieb:

    Stressresistent scheints du auch nicht mehr zu sein. Du siehst nur noch deine ansprüche. Und beide seiten kotzen sich dann aus. Es werden keine wünsche/veränderungen angesprochen oder vereinbart/durchgeführt.

    Ja das stimmt, ich hasse mich auch oft selbst dafür, dass ich so viel "meckere", aber ich rede dann auch nur gegen eine Wand, gefühlt.


    Graógramán schrieb:

    Ich denke auch, dass es sinnvoll wäre, wenn jeder der beiden erst einmal in sich geht und aufschreibt, was zum zufriedenen Zusammenwohnen unbedingt gegeben sein muss und was gar nicht tolerierbar ist.

    Auf dieser Basis kann man dann nach einem Kompromiss suchen, mit dem beide leben können. Kann kein Kompromiss gefunden werden, würde ich wahrscheinlich auch über getrennte Wohnungen nachdenken.

    Ich überleg mal, wie ich ihm das schonend so sage, dass ich das will, ohne Vorwürfe und so...

    Aber das passiert dann nicht die nächsten Wochen, weil bald ja Prüfungsphase ist. Da will ich ihn eigentlich nicht auch noch zusätzlich mit sowas belasten.

    Nur auf Kurz oder Lang kanns nicht ewig so weiter gehen, wie es gerade ist.

    Ich glaube, es hilft nur eines: darüber reden.

    Wenn Du das Thema nicht zu Deiner Zufriedenheit gelöst bekommst wird es Dich innerlich zerfressen. Und damit auch die Beziehung.

    Wenn Ihr es nicht zu Euerer Zufriedenheit gelöst bekommt wird die Beziehung auch scheitern.

    Meiner Meinung nach liegt das Grundproblem in Euren unrterschiedlichen Auffassungen von Ordnung und Sauberkeit bzw. der Motivation, den Haushalt zu erledigen. Wenn ich fies wäre könnte ich sagen es liegt an seiner Faulheit.

    Meiner Meinung nach hilft nur eines: eine Hausordnung für das Zusammenwohnen aufstellen und dies auch schriftlich festhalten. Denn mündlich reicht bei Deinem Kerl nicht - der kommt nach 3 Monaten wieder mit Ausreden (glaube ich).

    Ihr werdet Euch bestimmt auf "halber Strecke" treffen müssen, irgendwelche Kompromisse wirdst Du eingehen müssen.

    Das er nicht mal in der Lage ist sein Zeug in seine "Rumpelkammer" zu werfen ist schon bedenklich, das ist mehr als bloß faul.

    Wie gesagt, um ein ernstes Gespräch führt einfach kein Weg rum und dafür muss man sich notfalls halt auch vor einer Prüfung Zeit nehmen. Wenn er den Stoff jetzt nicht drauf hat wird dieses eine Wochenende auch nichts mehr raus reißen, eine im Scheitern begriffene Beziehung und Stress Zuhause würde dagegen sicher nicht helfen.