Die zufälligen Berührungen beim Date

    Die meisten Frauen kennen das ja sicherlich: Das erste Date, man unterhält sich lange, ist sich sympathisch und dann geht es plötzlich los, mit leichten, zufälligen Berührungen am Arm, einem spielerischen pieken mit dem Finger bei einem Scherz oder vielleicht auch einem Vorwand um kurz die Hand des anderen nehmen zu können.


    Ich frage mich, bin ich wirklich die Einzige die sowas nicht mag? ???


    Ich merke immer wieder, dass die meisten Männer beim Kennenlernen ein ganz anderes Tempo vorlegen und viel schneller zu Berührungen und Körperlichkeiten übergehen wollen. Ich hingegen möchte denjenigen einfach erstmal kennenlernen, mich unterhalten, Vertrauen gewinnen, ohne dass ich gleich "zufällig" am Arm oder so berührt werde. Das könnte sich gerne über mehrere Dates hinziehen bis ich denjenigen besser kenne und mich vielleicht sogar verliebt habe.


    Ich habe keineswegs ein Problem mit Sex. Aber ich habe ein Problem solche Dinge (dazu zählen auch diese vertraulichen Berührungen) mit fast Fremden zu tun.


    Ist das wirklich so unnormal?


    Der letzte Mann gab mir unter einem witzigen Vorwand einen Handkuss und ehe ich mich versah, hatte er die Hand auch schon geküsst und behielt sie danach in seiner Hand, bis ich sie unbehaglich wieder wegzog.


    Meine Frage ist jetzt, falls ihr das Problem auch kennt, wie geht ihr damit um? Also wie sagt ihr sowas dem Mann ohne den Eindruck zu erwecken, völlig prüde zu sein oder ihn allgemein uninteressant zu finden? Beim Beispiel mit der kurzen Berührung am Arm kann man doch schlecht sagen: He lass das, ich mag sowas nicht, das geht mir zu schnell? ":/

  • 20 Antworten
    Zitat

    Ist das wirklich so unnormal?

    Ich glaube, dass die meisten tatsächlich nichts gegen solche Berührungen haben, wenn ihnen ihr Gegenüber wirklich sympathisch ist und sie (sexuell) an ihm interessiert sind. Ich fände es daher durchaus sinnvoll, zu kommunizieren, dass das bei dir anders ist und es nichts mit demjenigen persönlich zu tun hat. Wird aber einige vermutlich trotzdem abschrecken und ich frage mich, ob jemand, der für dich gefühlt zu schnell auf Tuchfühlung geht, überhaupt der Richtige für dich wäre.


    Bin aber auch mal gespannt, was so an Vorschlägen kommt, wie man das am besten ausdrücken kann, ohne dem anderen vor den Kopf zu stoßen. Ich fürchte ja, das lässt sich einfach nicht ganz vermeiden bzw. nicht gänzlich ausschließen, jeder wird da einfach seine persönlichen Rückschlüsse draus ziehen, egal ob man dazu sagt, nicht prüde und durchaus interessiert zu sein. Ich würde solche Grenzen selbstverständlich respektieren, wenn man sie kommuniziert, aber für mich wäre der Ofen ehrlich gesagt aus danach.

    Berellie

    Zitat

    Der letzte Mann gab mir unter einem witzigen Vorwand einen Handkuss und ehe ich mich versah, hatte er die Hand auch schon geküsst und behielt sie danach in seiner Hand, bis ich sie unbehaglich wieder wegzog.

    Naja, das ist aber doch schon weit weg von einer "zufälligen Berührung".


    In den Bereich "zufällig" gehört für mich z.B., wenn sich die Oberschenkel beim nahe Zusammensitzen berühren (also nicht zwangsläufig, sondern eher durch die Sitzweise). Hier haben Beide die Möglichkeit sich anders zu setzen, also die Berührung abzubrechen – oder Beide bleiben so sitzen, mehr oder weniger als (zusätzliches?) Zeichen, dass man den Anderen schon irgendwie "mag".


    Das von mir oben zitierte Vorgehen hingegen finde ich an einem sehr frühen Zeitpunkt des Kennenlernens, bzw. wenn einfach noch keine anderen "Zeichen" von gegenseitiger Sympathie vorliegen, auch sehr unangenehm.

    Zitat

    Beim Beispiel mit der kurzen Berührung am Arm kann man doch schlecht sagen: He lass das, ich mag sowas nicht, das geht mir zu schnell?

    Anders hinsetzen/hinstellen. So, dass er eben nicht mehr "zufällig" rankommt. Ihm so signalisieren: Das möchte ich (noch) nicht.


    Körpersprache ist eine sehr starke Sprache, aber sie ist keine Einbahnstraße.


    Und wenn man so einen Stoffel vor sich hat, der sie nicht mal ansatzweise versteht – naja, dann muß man eben rabiater werden, auch das geht nonverbal. Zur Not muß es eben verbal sein, da kommst Du nicht drumherum. ;-)


    Und was soll's wenn er Dich für prüde oder sonstwas halten sollte? Du willst doch so einen Holzklotz nicht wirklich, oder? ;-)

    Zitat

    ich frage mich, ob jemand, der für dich gefühlt zu schnell auf Tuchfühlung geht, überhaupt der Richtige für dich wäre.

    Das würde ich mich in so einem Fall auch fragen.


    Wenn der Mann mir näher kommen würde als ich will (und beim 1. Date würde ich das, was du schilderst, sicher als unpassend empfinden) würde ich wegrutschen, meinen Arm wegziehen usw. Wenn das nichts hilft, ist der Mann unsensibel, und dann war es das letzte Date, da würde ich gar nicht lange herumerklären.


    Ich habe meine bisherigen Partner "langsam" kennen gelernt (im beruflichen Umfeld zB, also nicht über "Dates"), und da hat sich das mit den Berührungen immer parallel ergeben, also so dass es sich zeitgleich für beide "richtig" anfühlte. Es gibt also durchaus Männer, die dafür das richtige Gespür haben, deswegen kannst du andere beim Daten getrost aussortieren.

    Man hat doch einen Mund und kann den aufmachen.


    Klar sagen bzw. zeigen, das man das nicht will.


    Wenn das Gegenüber das nicht versteht bzw. verstehen will, war's das.

    Zitat

    würde ich wegrutschen, meinen Arm wegziehen usw.

    Das hielte ich für eine eindeutige Reaktion: "Das möchte ich nicht"- als Mann würde ich das dann eine Weile nicht mehr versuchen- jedoch sollte die Frau irgenwie und irgendwann auch deutlich machen, wann es ihr passt- das ist keineswegs immer so eindeutig.


    Das Problem ist ja auch, dass diesbezüglich die Frauen keineswegs immer identisch ticken- manche Frau "beschwert" sich über fehlende Annäherungsversuche schon zum ersten Kennenlernen, andere Frauen erwarten viele und lange Kennenlernphasen ... Klare und eindeutige Signale halte ich für besser als ein "hintenrum Herumdrucksen" und ein "Beschweren bei Dritten".

    @ TE

    Was hindert dich daran, der entsprechenden Person beim Kennenlernen klar und unmissverständlich zu sagen, dass du es nicht magst, wenn du körperlich berührt wirst, ohne die Person hinreichend kennenzulernen. (obwohl ich von Frauen weiß, die auch nach mehreren Monaten Kennenlernphase sich auf einen unpassenden Partner eingelassen haben- weil eben die Kennenlerndauer gar nicht entscheidend ist, und andere Frauen haben schon nach wenigen Stunden Kennenlernen den richtigen Partner "gefunden").

    Zitat

    jedoch sollte die Frau irgenwie und irgendwann auch deutlich machen, wann es ihr passt- das ist keineswegs immer so eindeutig.


    Das Problem ist ja auch, dass diesbezüglich die Frauen keineswegs immer identisch ticken

    Naja, wenn es für den Mann nicht "eindeutig" genug ist, muss er halt noch ein bisschen warten oder sich eben etwas stärker einfühlen und subtiler "rantasten". Wie gesagt, solche Männer gibt es.

    Ich sehe es wie CoteSauvage


    Ich kenne es auch so, dass es sich eben "gleichberechtigt zusammenfügt", sprich: ergibt, um es mal so auszudrücken. Deswegen auch mein Beispiel mit den Oberschenkeln...ganz supersüß und für mich unvergesslich das Zusammenkommen mit meiner ersten großen Liebe: War in der Disco, wir waren in einer Clique und flirteten schon so einige Zeit um uns rum x:) – da berührten sich unsere kleinen Finger und verhakelten sich irgendwie, bis wir dann zum Händchenhalten kamen...das war soooo schön! |-o x:) ;-D


    Ein Mann aber, der mit der Holzhammermethode vorgeht (siehe obiges Beispiel, einfach die Hand nehmen und festhalten nach einer doch recht fragwürdigen Einschleimerei), der meint, er müsse dann ja mal vorpreschen ohne Rücksicht auf Verluste (heißt also ohne körpersprachlich oder signalmäßig vorher zu kommunizieren) – der disqualifiziert sich von vornherein schon.

    Ich kann das nachvollziehen. Ich werde auch nicht gerne von anderen berührt, schon von Freundin nicht und von Fremden beim Kennenlernen schon gar nicht.


    Ich habe aber gemerkt, das es oft negativ aufgenommen wird und versuche so, wenn es mir dann wichtig ist, über meinen Schatten zu springen. Trotzdem wirke ich dadurch sehr zurückhaltent und einige interpretieren das als Desinteressiert. Was wirklich schade ist.


    Ich hatte auch mal ein Date mit einer Frau, die sich praktisch an mich drangehangen hat... das war so furchtbar. Ich fand sie eigentlich ganz nett... aber war mir echt zuviel. Vermutlich hätte ich es ihr sagen sollen, aber man will ja auch nicht alles sofort kaputt machen.

    AufderArbeit

    Zitat

    Vermutlich hätte ich es ihr sagen sollen, aber man will ja auch nicht alles sofort kaputt machen.

    Naja, was heißt "kaputtmachen"? Für mich ist es schon nicht so ein tolles Zeichen wenn mein Gegenüber nicht spürt wenn ich körperlichen Kontakt nicht möchte. Sowas muß eindeutig von beiden Seiten aus kommen. Klar fängt Einer immer irgendwie an, aber dann sollte vom Anderen auch was zurückkommen. Wenigstens so eine Art "Bestätigung", schon Duldung alleine reicht mir nicht aus.


    Ist schwer zu erklären, aber ich hoffe, Ihr wißt was ich meine ;-).

    Ich finde diese Annäherungsversuche schön: Man läuft nebeneinander her, die Arme und Hände berühren sich "ganz zufällig", man rückt immer dichter an den Partner, bis er seinen Arm um einen legt und man schließlich Arm in Arm nebeneinander herläuft und sich irgendwann zärtlich küsst.


    Es muss aber nicht immer der Mann sein, der die ersten Signale sendet. Aber Männer gehen auf jeden Fall schnell darauf ein, schneller als es die meisten Frauen tun würden, wenn der Mann "grünes Licht" geben würde.

    Zitat

    Anders hinsetzen/hinstellen. So, dass er eben nicht mehr "zufällig" rankommt. Ihm so signalisieren: Das möchte ich (noch) nicht.

    In meinem Date war das zum Beispiel nicht so einfach. Die Hand hatte er ganz plötzlich, oder besser gesagt forderte er mich lustig lachend auf, ihm mal kurz die Hand zu geben und ich habe sie ihm ein wenig verwirrt gegeben. Das berühren ließ sich aus Platzgründen auch nicht wirklich vermeiden. Habe ihm später noch (aber sehr freundlich) geschrieben, das ich sowas (Hand halten und küssen) bei den ersten Verabredungen eigentlich nie mache und es langsam angehen lasse. Damit er für die nächsten Male bescheid weiss. Seitdem meldet er sich nicht mehr.

    Zitat

    Habe ihm später noch (aber sehr freundlich) geschrieben, das ich sowas (Hand halten und küssen) bei den ersten Verabredungen eigentlich nie mache und es langsam angehen lasse. Damit er für die nächsten Male bescheid weiss.

    Egal wie freundlich du das geschrieben hast: Es war (berechtigte) Kritik, und Zurückweisung. Wenn du ihn nochmal hättest daten wollen (was ich zB nicht gewollt hätte), hättest du beim nächsten Mal solche Situationen eben vermeiden müssen. Man kann sich in einem Lokal ja wirklich so hinsetzen, dass man nicht aufeinander hockt, und beim Spazierengehen kann man ebenfalls Abstand halten.

    Zitat

    Ich habe keineswegs ein Problem mit Sex. Aber ich habe ein Problem solche Dinge (dazu zählen auch diese vertraulichen Berührungen) mit fast Fremden zu tun.


    Ist das wirklich so unnormal?


    Berellie

    Egal ob unnormal oder nicht, ich finde das ein völlig legitimes Bedürfnis/Empfinden von dir.


    Es ist auch ein großer Unterschied mMn, ob jemand sich ehrlich bemüht einen nicht zu überrumpeln mit Körperkontakt es aber doch zu einem Missverständnis + Berührung kommt.


    Oder ob man ein taktloses Exemplar vor sich hat, der/die "einfach mal testweise" Körperkontakt herstellt – egal was man selbst signalisiert hat körpersprachlich – und "zufällig" berührt. Letzteres empfinde ich als grenzüberschreitendes und tendenziell sehr unangenehmes Verhalten. Es hat etwas (ignorant) austestendes, manipulatives, das ich nicht leiden kann.

    Was das mit dem Körperkontakt vermeiden betrifft:


    Selbst als jemand, der eine gewisse Minimaldistanz (räumlich) zu anderen braucht für sein Wohlbefinden, weiß ich dass man zwar meistens automatisch darauf achtet, dass diese Distanz gewahrt bleibt, aber es kann eben leider auch vorkommen, dass andere einfach zu schnell und plötzlich/überraschend Körperkontakt herstellen (ohne dass man selbst diesbzgl. sein Einverständnis signalisiert hätte bzw. es vom Kontext her naheliegend gewesen wäre ein solches zu vermuten (und trotzdem konkret zu schauen, was der andere signalisiert)). ... Das ist manchmal nicht weiter schlimm im Alltag, kann aber eben leider auch unangnehm sein und hinterlässt schlechtestenfalls einen negativen Nachhall zu dieser Person und auf der eigenen Haut, an der stelle wo man berührt worden ist. Sorgt für Unwohlsein einen Moment. Daran ändert der sofort danach hergestellte Abstand nichts.