• Dominante Männer

    Es gibt da eine Frage, die mich in letzter Zeit ziemlich beschäftigt: Fühlen sich alle Frauen zu dominanten oder sogar machohaften Männern hingezogen? Ich kenne eine Frau, die von sich selber sagt, dass sie einen Macho braucht und dabei auf eine bestimmte Person verweist. Dieser Mann sei ihr jedoch zu machohaft, während alle anderen Männer zu lieb…
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    die Freiheit zu entscheiden, ob, wann, und wie lange man dominiert werden möchte

    Nur: wer dominiert wird oder dominiert werden möchte gibt Teile seiner Freiheit ab, weil er die Entscheidungshoheit an eine andere Person abgibt....


    Ein wirklich freiheitsliebender Mensch hat meines Erachtens nicht das Bedürfnis nach Dominanz (weder zu dominieren noch dominiert zu werden).

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    wer dominiert wird oder dominiert werden möchte gibt Teile seiner Freiheit ab

    aber doch freiwillig?

    Zitat

    Ein wirklich freiheitsliebender Mensch hat meines Erachtens nicht das Bedürfnis nach Dominanz (weder zu dominieren noch dominiert zu werden)

    Ich würde z.B. jemandem, der sich aus Lustgewinngründen für ein paar Stunden pro Woche versklaven läßt, die "wirkliche Freiheitsliebe" nicht absprechen.

    Ähm...jeder mögliche. Ist das relevant? Wenn es als erregend empfunden wird, temporär zu dominieren oder dominiert zu werden, auf welche Weise auch immer, kratzt das meiner Meinung nach nicht an der Freiheitsliebe. Da ist es eher Ausdruck von Freiheit, dies so auszuleben.


    Anders sieht es (für mich) aus, wenn das kein prickelnder "Urlaub vom Selbst" ist, sondern eben das Selbst, also der Wunsch nach permanenter Dominierung oder Unterwerfung.

    Wenn jemand von sich sagen würde, dass er sehr freiheitsliebend ist, würde ich das so übersetzen, dass er auch keine tiefergehende Bindung möchte und dementsprechend oberflächliche Beziehungen bevorzugt.


    Natürlich kann man auch in einer Beziehung frei sein, aber diese Art der Freiheit (also Freiheit mit selbstgewählten Grenzen) ist ja im Prinzip auch schon eine begrenzte Freiheit. Sodass man auch jedem Menschen mit ernsthafter Beziehung die Freiheitsliebe absprechen könnte. Und in die "Ich-will-mich-keinesfalls-binden"-Freiheitsliebe wäre ja auch tatsächlich abwesendend...


    Was ich damit sagen will: Ich glaube der komplizierte Begriff der Freiheit hilft nicht wirklich bei der Klärung was Dominanz ist, wer sie besitzt oder erzeugt etc...

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    Wenn jemand von sich sagen würde, dass er sehr freiheitsliebend ist, würde ich das so übersetzen, dass er auch keine tiefergehende Bindung möchte und dementsprechend oberflächliche Beziehungen bevorzugt.

    Ich sehe es genau andersrum: Nur ein sehr freiheitsliebender Mensch kann überhaupt eine tiefergehende Bindung eingehen. Denn wie tief kann eine Bindung sein, wenn man sich nicht täglich frei(!) entscheidet, sich binden zu wollen?

    Zitat

    Ich glaube der komplizierte Begriff der Freiheit hilft nicht wirklich bei der Klärung was Dominanz ist, wer sie besitzt oder erzeugt etc...

    Ich auch nicht. Aber gibt es am Begriff "Dominanz" so viel zu klären? ...Dominanz von "dominieren", dominieren=Synonym von beherrschen, führen, tonangeben, wer sie erzeugt ist der, der sich dominieren läßt, und wer sie besitzt, ist der, dem sie gegeben wurde von dem, der sich dominieren läßt.

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    Ich sehe es genau andersrum: Nur ein sehr freiheitsliebender Mensch kann überhaupt eine tiefergehende Bindung eingehen. Denn wie tief kann eine Bindung sein, wenn man sich nicht täglich frei(!) entscheidet, sich binden zu wollen?

    Ja, mit meinem Freiheitsbegriff stimme ich dem zu. Allerdings renne ich auch nicht durch die Gegend und erzähle Menschen, dass ich freiheitsliebend bin/wäre. ;-D Nach meinem Eindruck verbalisieren vor allem solche Leute ihre (tatsächliche oder vorgeschobene) Freiheitsliebe, die damit eigentlich eher meinen, dass sie bindungsscheu bzw. bindungsunwillig sind...


    Menschen, die sowieso nichts tun, was sie nicht wollen, müssen sich nicht schon präventiv abgrenzen und ihre Freiheit betonen...

    Zitat

    Nach meinem Eindruck verbalisieren vor allem solche Leute ihre (tatsächliche oder vorgeschobene) Freiheitsliebe, die damit eigentlich eher meinen, dass sie bindungsscheu bzw. bindungsunwillig sind...

    Stümmt ;-D ...aber das hört sich uncooler an.

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    Ähm...jeder mögliche. Ist das relevant? Wenn es als erregend empfunden wird, temporär zu dominieren oder dominiert zu werden, auf welche Weise auch immer, kratzt das meiner Meinung nach nicht an der Freiheitsliebe.

    Das sowieso nicht, aber wenn es um Dom/Dev-Spielchen geht, herrscht ja immer das blöde Paradoxon, dass der Sub derjenige ist, der die Situation dominiert = bestimmt, in der Hand hat, Grenzen setzt, bestimmt. Daher würde ich da keine echte Dominanz-Situation ausmachen. Oder wenn, dann eben eine mit umgekehrten Vorzeichen.

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    Anders sieht es (für mich) aus, wenn das kein prickelnder "Urlaub vom Selbst" ist, sondern eben das Selbst, also der Wunsch nach permanenter Dominierung oder Unterwerfung.

    Warum ist das in Deinen Augen problematisch? Wenn man lebt, wie es einem gefällt, ist das doch eigentlich sehr frei und positiv.

    Zitat

    wenn es um Dom/Dev-Spielchen geht, herrscht ja immer das blöde Paradoxon, dass der Sub derjenige ist, der die Situation dominiert

    Worin siehst du den Unterschied zu "echten" Dominanz-Situationen?


    Ohne Dominierten keinen Dominanten. In einer Gruppe von Menschen, die weder gewillt sind zu dominieren noch sich dominieren zu lassen, kann es keinen Dominanten geben (denn der kann sich nicht selbst größer machen als die anderen), aber sehr wohl einen Dominierten (denn der kann sich jederzeit kleiner machen, wer sollte ihn daran hindern?).

    Zitat

    Warum ist das in Deinen Augen problematisch?

    Es ist nicht problematisch. Ich sehe nur wertfrei in jemandem, der sich permanent dominieren lassen möchte nicht jemanden, der freiheitsliebend ist.

    Zitat

    aber sehr wohl einen Dominierten

    unglücklich ausgedrückt, dominiert ist man natürlich erst, wenn man auch dominiert wird. "Unterwürfig" trifft es eher.


    Nochmal anders: Du kannst dich mir gegenüber jederzeit unterwürfig verhalten, selbst wenn es mir nicht paßt, ich könnte nichts dagegen tun. Du kannst dich aber mir gegenüber nicht dominant verhalten, solange ich das nicht zulasse. Jegliches Dominanzverhalten zerplatzt, sobald ich einfach nur anfange, dich auszulachen.

    @ a.fish

    Endlich hab ich das Dom/Devot Spiel begriffen. Man weiss also gar nicht soooo Recht wer dort sagt wo´s langgeht! War mir nie ganz klar.

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    Das sowieso nicht, aber wenn es um Dom/Dev-Spielchen geht, herrscht ja immer das blöde Paradoxon, dass der Sub derjenige ist, der die Situation dominiert = bestimmt, in der Hand hat, Grenzen setzt, bestimmt. Daher würde ich da keine echte Dominanz-Situation ausmachen. Oder wenn, dann eben eine mit umgekehrten Vorzeichen.

    @ sinnesttäter

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    Worin siehst du den Unterschied zu "echten" Dominanz-Situationen?

    Weil es um ein sexuelles Spiel geht. Von beiden Seiten so geplant und gewollt. Anders sähe es aus, wenn die eine Person der andern Person ihren Willen aufzwingen würde, sie wirklich beherrschen würde und sie zu gewissen Handlungen zwingen würde. Dann reden wir im allgemeinen von Freiheitsberaubung, Missbrauch, Vergewaltigung, Entführung, bis hin zu Mord. Das ist der Unterschied.

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    Das sowieso nicht, aber wenn es um Dom/Dev-Spielchen geht, herrscht ja immer das blöde Paradoxon, dass der Sub derjenige ist, der die Situation dominiert = bestimmt, in der Hand hat, Grenzen setzt, bestimmt.

    Ich habe diese Aussage nie verstanden. Hat der dominante Partner keine Grenzen, bestimmt er nicht ebenfalls?