• Dominante Männer

    Es gibt da eine Frage, die mich in letzter Zeit ziemlich beschäftigt: Fühlen sich alle Frauen zu dominanten oder sogar machohaften Männern hingezogen? Ich kenne eine Frau, die von sich selber sagt, dass sie einen Macho braucht und dabei auf eine bestimmte Person verweist. Dieser Mann sei ihr jedoch zu machohaft, während alle anderen Männer zu lieb…
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    eine gemeinsame diskussion scheitert zwar nicht direkt, aber man merkt genau, wie unterschiedlich das wort dominanz und dominieren oder dominante eigenschaften hier benutzt, oder verstanden werden!

    Daher wäre es sinnvoll, wir würden uns mal auf eine Definition einigen, um überhaupt miteinander sprechen zu können. Sonst ist das hier einfach nur eine Aufzählung von Beschreibungen, was jemand persönlich "dominant" findet und was nicht. Das eigentliche Thema bleibt dabei auf der Strecke.


    Wenn man von der Wortbedeutung ausgeht, bedeutet es einfach nur Vorherrschaft. Ich denke aber, das ist etwas zu allgemein. Wenn man mal Wikipedia bemüht:


    "Dominanz-Hierarchien sind bei vielen Tieren einschließlich der Primaten und auch beim Menschen zu finden. Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig."

    OT (wenigstens ein bisschen):

    Zitat

    Daher wäre es sinnvoll, wir würden uns mal auf eine Definition einigen, um überhaupt miteinander sprechen zu können.

    Die Sprache funktioniert nicht wie die Mathematik. Im realen Sprachgebrauch umfasst ein Wort einen Wildwuchs von Bedeutungen, die sich zum Teil widersprechen (manchmal sogar die Bedeutungen, die von derselben Person benutzt werden). Sprache setzt nie voraus, dass alle dasselbe unter den benutzten Woertern verstehen, und dass das so waere, waere ein absoluter Ausnahmefall, auch wenn die Leute oft glauben, es muesse so sein.


    Den Wildwuchs offenlegen und die eigene Wortverwendung zu erklaeren ist sicherlich hilfreich. Wenn man das aber durch eine verbindliche Definition gleichrichten will, geht das oft nach hinten los, weil es den Begriff dann von dem "Klang" entfremdet, den er fuer die verschiedenen Teilnehmer der Diskussion hat.


    Ich habe frueher auch so gedacht und in manchen Diskussionen so Definitionseinigungen herbeizufuehren versucht. Eine (vergleichsweise harmlose) Sache, die bei sowas oft passiert, ist, dass man sich zwar oberflaechlich einigt, spaeter aber feststellt, dass die Leute sich doch wieder nicht an die anscheinend gemeinsame Definition halten und munter weiter ihre alten Konzepte benutzen.

    danke lewian @:)

    Zitat

    Die Sprache funktioniert nicht wie die Mathematik.

    vor allem müssten wir auch bei der definition, die a.fish aus wiki zitiert hat einig sein, ob wir alle das gleiche verstehen unter freiheit und rechte – vor allem, wenn es darum in einer (liebes)beziehung gehen soll ;-)

    Damit man überhaupt miteinander sprechen kann, ist es aber nötig, sich an allgemeingültige Definitionen zu halten, all ihre (notwendige) Unschärfe inbegriffen. Sonst Backstein Sägemehl quickelquackel, alles klar? ;-D


    Und wenn die Frage lautet: "Fühlen sich alle Frauen zu dominanten oder sogar machohaften Männern hingezogen?", dann ist die erste und einzig sinnvolle Frage: was ist ein dominanter, was ist ein machohafter Mann?

    Zitat

    was ist ein dominanter, was ist ein machohafter Mann?

    die habe ich ja noch nicht mal für mich selber geklärt (geschweige denn, was an was negativ oder/und positiv für mich ist) ;-D

    a.fish


    Wenn's Unschaerfe beinhaltet, ist es nach meinem Verstaendnis keine "Definition".


    Und es ist schon gar nicht "allgemeingueltig", so lange die Allgemeinheit sich darueber nicht einig ist. D.h. in Situationen, in denen man beobachtet, dass die Begriffsbedeutungen drunter und drueber gehen, sind sie ganz offensichtlich nicht "allgemeingueltig" und es ist deshalb sinnlos, sich darauf zu berufen.


    Wenn zwei (oder auch drei oder zwanzig) miteinander reden, braucht man nebenbei ueberhaupt keine Allgemeingueltigkeit, wieso denn auch? Man braucht nur, dass die Beteiligten das Gefuehl haben, sie koennen mit dem, was der andere sagt, was anfangen (manchmal nicht einmal das, wie sich vielerorts beobachten laesst ]:D ). Im Zweifelsfall erhaelt man sich dieses Gefuehl durch ungenaues Hingucken...

    Zitat

    dann ist die erste und einzig sinnvolle Frage: was ist ein dominanter, was ist ein machohafter Mann?

    Ich wuerd's mal damit versuchen, das Ganze mit "Was verstehst du unter...?" anzufangen... was hier im Faden ja auch passiert.


    PS: Ich habe gerade bei Wikipedia "Definition" nachgesehen, um das Obige zu untermauern, aber da findet man nur so lustige Sachen wie:

    Zitat

    Aristoteles [48] und Cicero [49] haben gefordert, dass eine Definition kurz sein soll. Dem steht entgegen, dass Definitionen mitunter sehr lang sind.

    {:(

    Ich finde es übrigens schräg, wenn beim Thema Dominanz das Stichwort "Alpha" fällt. Bin ich die einzige, die da sofort an Eltern denkt?

    Lancis


    Aufgefallen ist es mir auch; ich bin nicht ueberrascht, weil diese "Alphas" anscheinend nicht totzukriegen sind und immer wieder auftauchen. Vor drei Jahren habe ich aus aehnlichem Anlass mal Folgendes geschrieben, was mir immer noch gefaellt:

    Zitat

    Wenn's Unschaerfe beinhaltet, ist es nach meinem Verstaendnis keine "Definition".

    Dann brauchen wir eine Definition von "Definition". :)z Nach meine Definition ist eine Definition die Einigung über das Verständnis eines Begriffes, die in aller Regel von bestimmten Gruppen vorgenommen wird und daher unterschiedlich ausfällt. Ein Informationswissenschaftler versteht unter "Autopsie" etwas anderes als ein Arzt. Die eigentlich Wortbedeutung ist aber auch hier hilfreich: vom griechischen "Auge" + "selbst", also mit eigenen Augen betrachten.


    Eine Definition ist also auch dann gültig, wenn von ein und demselben Sachverhalt verschiedene Definitionen existieren. Die Unschärfe einer Definition ist in der Unschärfe der Kommunikation begründet, die Du ja vorher schon angesprochen hattest. Es gibt keine eindeutige Sprache, daher ist sie soz. systembedingt und kann nicht überwunden werden. Deshalb Definitionen in der Sprache für nichtig zu erklären, halte ich für übertrieben.


    Wenn man miteinander spricht, sollte man sich darauf einigen, auf welche Definition man sich bezieht. Das tut man in wissenschaftlichen Arbeiten ja ganz zu Beginn auch, man sagt: das verstehe ich so, dieses verstehe ich nach Def. von soundso.


    Damit lässt sich die systembedingte Uneindeutigkeit von Sprache nicht beheben, aber eindämmen.



    Zitat

    Ich finde es übrigens schräg, wenn beim Thema Dominanz das Stichwort "Alpha" fällt. Bin ich die einzige, die da sofort an Eltern denkt?

    So viele Biologen gibts hier wohl gerade nicht. ":/

    a.fish

    Zitat

    Nach meine Definition ist eine Definition die Einigung über das Verständnis eines Begriffes, die in aller Regel von bestimmten Gruppen vorgenommen wird und daher unterschiedlich ausfällt.

    So weit, so sinnvoll, wenn man Gruppen von Wissenschaftlern im Sinne hat, deren Ziel es ist, Sachen herauszubringen und zu untermauern, auf die man sich dann einigen kann. Das ist aber eine andere Situation als der Austausch von Ansichten unter Leuten, die kein gemeinsames Arbeitsziel haben.

    Zitat

    Eine Definition ist also auch dann gültig, wenn von ein und demselben Sachverhalt verschiedene Definitionen existieren.

    Was bedeutet denn "Gueltigkeit" fuer dich? Wer entscheidet, was fuer wen "gueltig" ist? (Wahrscheinlich die Dominanten. 8-) )

    Zitat

    Deshalb Definitionen in der Sprache für nichtig zu erklären, halte ich für übertrieben.


    Wenn man miteinander spricht, sollte man sich darauf einigen, auf welche Definition man sich bezieht.

    Ich schrieb vorher auch, es sei hilfreich, wenn jeder seinen Wortgebrauch erklaert, so weit das denn noetig ist. Insofern bin ich gar nicht dagegen, Definitionen zu benutzen. Bloss, es muss nicht zwangsweise eine einheitliche sein.

    Für mich ist der Begriff "Dominanz" eher negativ besetzt- weil ich das mit "SED-Parteisekretär" in Verbindung bringe- Unterdrückung und Bevormundung anderer Personen Dank einer besonderen Stellung in einem System und eben nicht die Anerkennung aus besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten schöpfend.


    Hierbei hat der einzelne, der Unterworfene systembedingt nicht die Freiheit, sich dieser "Dominanz" zu entziehen, bei Frau <---> Mann eben Dominanz aus dem alten historischen gesellschaftlich bedingten Machtgefälle schöpfend.


    Ansonsten ohne systembedingte Dominanz setzt die Dominanz, immer Menschen voraus, die sich freiwillig dem dominanten Part unterwerfen- der dominante Part existiert eben nur, weil es der unterwerfende gewähren lässt- insofern hat der Unterwerfende eigentlich auch Macht und in gewisser Weise Dominanz, weil er letztendlich darüber entscheidet, ob der dominante Part wirklich dominant sein darf. Warum Menschen sich freiwillig unterwerfen, entzieht sich meinem Verständnis, auch wenn ich es öfter wahrnehme. Besonders unterwürfige Menschen empfinde ich genauso unangenehm, wie Menschen, die andere permanent dominieren wollen.

    Zitat

    Ansonsten ohne systembedingte Dominanz setzt die Dominanz, immer Menschen voraus, die sich freiwillig dem dominanten Part unterwerfen

    Mit der Freiwilligkeit ist das immer so eine Sache...

    Weil man zwar von niemanden "gezwungen" wird, aber es sich auch nicht "freiwillig aussucht", sich in der unterlegenen Position zu fühlen. Genau so, wie mich zwar niemand zwingt, nicht auf einen Turm zu steigen, mein Abwesenheit dort aber nur bedingt freiwilliger Natur ist, wenn ich unter Höhenangst leide.