• Dominante Männer

    Es gibt da eine Frage, die mich in letzter Zeit ziemlich beschäftigt: Fühlen sich alle Frauen zu dominanten oder sogar machohaften Männern hingezogen? Ich kenne eine Frau, die von sich selber sagt, dass sie einen Macho braucht und dabei auf eine bestimmte Person verweist. Dieser Mann sei ihr jedoch zu machohaft, während alle anderen Männer zu lieb…
  • 341 Antworten

    Lola


    Fassadenbeziehungen gab's frueher auch, und nicht zu knapp. Die Leute haben ja viel mehr aus oekonomischen und gesellschaftlichen Gruenden geheiratet als heute.

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    Nur kann eben an jeder Ecke jemand auftauchen, der besser passt und dann wars's das mit der "Entscheidung" für den aktuellen Beziehungspartner oft. Was ich ja gar nicht kritisieren will, ich würde auch lieber verlassen werden, als zweite Wahl zu sein, aber irgendwie habe ich wirklich das Gefühl, dass heute nur mehr die Beziehungen eine echte Chance haben, die wirklich extrem gut sind.

    Aehm... was denn nun? Stoert dich, dass zu viele Leute in "mittelmaessigen Beziehungen gefangen" sind und daher potenziell "besser passende" Leute gar nicht erst treffen, oder stoert dich eher, dass Beziehungen zu schnell beendet werden (was ja umgekehrt hiesse, dass die Leute in maessigen Beziehungen einfach und schnell wieder herauskaemen)?


    Mir erscheint dieses "sie sind im Prinzip (objektiv) gut passend und finden das gar nicht heraus, weil sie sich gar nicht erst kennenlernen" sehr theoretisch. Fuer mich passiert "Beziehung" zwischen den Leuten. Ob Leute passen oder nicht, ist eine Frage dessen, wie sie miteinander umgehen, nicht eine Frage, ob sie theoretisch passen wuerden, wenn man sie fuer sich alleine genommen betrachtet und spekuliert, was waere, wenn sie sich kennenlernen wuerden. Von daher habe ich Verstaendnis dafuer, dass Leute viel ausprobieren und dann eine nicht funktionierende Beziehung auch wieder schnell verlassen. Das erscheint mir gar nicht so ungesund zu sein, und muesste doch eigentlich die Chancen erhoehen, irgendwann etwas zu finden, das richtig gut laeuft?

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    Fassadenbeziehungen gab's frueher auch, und nicht zu knapp. Die Leute haben ja viel mehr aus oekonomischen und gesellschaftlichen Gruenden geheiratet als heute.

    Richtig. Aber warum gibt's die heute immer noch? ??? Es gibt alle Vorraussetzungen, es besser zu machen und trotzdem wird nach meinem Eindruck heute trotz der vielen Trennungen immer noch gleich viel oder mehr Fremdgegangen oder sich sonstwie hintergangen. ":/

    Zitat

    Aehm... was denn nun? Stoert dich, dass zu viele Leute in "mittelmaessigen Beziehungen gefangen" sind und daher potenziell "besser passende" Leute gar nicht erst treffen, oder stoert dich eher, dass Beziehungen zu schnell beendet werden (was ja umgekehrt hiesse, dass die Leute in maessigen Beziehungen einfach und schnell wieder herauskaemen)?

    Beides. ;-D (Wobei ich das schnelle Trennen natürlich tausendmal besser finde, als heimliches Fremdgehen.)

    Zitat

    Das erscheint mir gar nicht so ungesund zu sein, und muesste doch eigentlich die Chancen erhoehen, irgendwann etwas zu finden, das richtig gut laeuft?

    Naja, wenn so jemand dann aber das Beste aus den vergangenen 6 Beziehungen kombiniert in einer Person sucht, wird es aber schwierig... :-/ ":/


    Außerdem sind Erfahrungen nicht immer nur positiv und ich hätte keine Lust, für die Taten der Exen bestraft zu werden. Es gibt aber so einige, die schon soviel durchhaben, dass sie m.E. gar nicht mehr unbefangen auf jemanden einlassen können.


    Und wenn man (durch x Trennungen) schon gewohnt ist, dass Beziehungen nicht länger als ein paar Jahre dauern, dann wird auch die neue Beziehung schon von Beginn an als etwas Vorrübergehendes gesehen... ":/


    Naja, keine Ahnung, hat alles nicht sehr viel mit dem Fadenthema zu tun. ;-D |-o

    Lewian

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    Der Partner waere ja nicht mit einem zusammen, wenn man ihm/ihr nicht "recht" waere. Insofern will jeder einen Partner, der es ihm recht macht. Bloss dass die meisten Leute nicht wollen, dass sie spueren, dass der Partner sich anstrengt um es einem recht zu machen. Dann bekommen sie naemlich ein schlechtes Gewissen.

    Das ist zumindest für mich nicht der springende Punkt. Ich will auch keinen Partner, der es mir recht machen will. Entweder, er ist mir recht, wie er ist, oder er ist es mir eben nicht. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, wenn es mir jemand ständig recht machen will, das ist immerhin seine eigene Entscheidung. Es ist bloß so, dass ich niemanden mögen kann, der ständig versucht, es mir recht zu machen. Wie auch? Ich sehe ihn doch gar nicht.

    Lancis

    Zitat

    Ich will auch keinen Partner, der es mir recht machen will.

    Du willst keinen Partner, bei dem du merkst, dass er es dir recht machen will. (Natuerlich ist das kein Widerspruch zu dem, was du geschrieben hast, bloss der Hinweis, dass das, was ich schreibe, das ist, was du wirklich wissen kannst.)

    Zitat

    Entweder, er ist mir recht, wie er ist, oder er ist es mir eben nicht.

    Das setzt voraus, dass du unterscheiden kannst, wie einer "wirklich" ist, und wie einer bloss durch den Versuch wird, es dir recht zu machen.

    Zitat

    Es ist bloß so, dass ich niemanden mögen kann, der ständig versucht, es mir recht zu machen. Wie auch? Ich sehe ihn doch gar nicht.

    Wie kannst du wissen, dass das, was du siehst, nicht er ist? Dass einer es dir recht machen will, ist auch ein echter Teil von ihm.

    Zitat

    Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, wenn es mir jemand ständig recht machen will, das ist immerhin seine eigene Entscheidung.

    Das glaube ich dir gerne, aber ich glaube auch, dass das bei vielen anderen Leuten anders ist.

    Zitat

    Du willst keinen Partner, bei dem du merkst, dass er es dir recht machen will.

    Nein. Ich will keinen Partner, der es mir recht machen will, die Feststellung war schon korrekt so und ist auch nicht abwandelbar. Das sind zwei verschiedene Dinge. Das, was du in den Raum stellst, ist, als würde ich sagen, dass ich keinen Partner will, der mit anderen Frauen schläft, und du würdest darauf abstellen, dass ich einen Partner will, bei dem ich nicht merke, dass er mit anderen Frauen schläft. Was natürlich genau nicht das ist, was ich will, was nicht heißt, dass ich nicht etwas bekomme, was ich nicht will, ohne dass ich das will.


    ??Ähm, ist der Satz verständlich? Für einfache Bemerkungen bin ich offenbar zu sehr vom Kopfschmerz geplagt...??

    Hmm, ich frage mich gerade, ob ich jemand bin, der es dem anderen recht machen will oder nicht. ":/ In für mich wichtigen Dingen nicht (Oder vielleicht doch, weil ich will, dass das, was ich bin, ihm recht und überaus wilkommen ist? ":/ ;-D ). Bei Alltagsdingen, eher schon. Oder doch nicht? ??? Ich finde das irgendwie sehr schwer zu sagen. ":/

    Lancis


    Voellig klar. Ich denke, ich weiss, was du meinst, bloss, so lange du es halt nicht merkst... 8-)


    Das ist aber auch wieder mal so eine Diskussion, bei der ich, als ich den urspruenglichen Text geschrieben habe, gar nicht dich (oder "Leute wie dich") im Sinn hatte. Genauer, der Text war an Leute, fuer die das "es anderen recht machen wollen" ein Thema ist, wo sie vielleicht mit sich selber hadern. Oder mit jemandem, der ihnen sagt: "Sei einfach du selbst" – und sie glauben nicht, dass das funktioniert. Oder sie fangen an, sich so Sachen zu sagen wie: "Ich darf es dem anderen nicht recht zu machen versuchen". Oder (womit wir naeher zum Thema kommen), "ich muss ruecksichtsloser und egoistischer werden, um bei Frauen/Maennern Erfolg zu haben".


    Und aus dieser Warte glaube ich wirklich, es ist paradox. Da koennen Leute wie du hundertmal sagen, sie wollen einen, der "ist, wie er ist", und es dir "von selber" recht macht. Dann koennen die sich z.B. fragen: Wie mache ich, dass sie denkt, dass ich so einer bin?


    Oder: Wie versuche ich gezielt zu verhindern, es ihr recht zu machen (weil sie das ja nicht will)?


    Und das fuehrt alles in die Paradoxie. Das war mein Punkt.


    Wie in diversen Diskussionen: "Was wollen die Frauen?" Meine Lieblingsantwort: "Die Frauen wollen einen, der sich diese Frage nicht stellt." (Obwohl, was weiss denn ich, was die Frauen wollen... 8-) ) Bloss, wenn man sich deswegen diese Frage zu stellen aufhoert, haut das auch nicht hin. Oder?

    Zitat

    Voellig klar. Ich denke, ich weiss, was du meinst, bloss, so lange du es halt nicht merkst...

    Ich will eine Suppe, in die niemand gespuckt hat. Wenn du sagst, ich wolle bloß eine Suppe, von der ich nicht merke, dass hinein gespuckt wurde, stimmt das natürlich nicht. Es bloß nicht zu merken, genügt mir nicht. Ich kann mich bloß nicht beklagen, wenn ich es nicht merke, das ist aber nicht das selbe wie Akzeptanz der Situation. Man kann getäuscht werden, immer, aber daraus kann man nicht ableiten, dass man diese Dinge akzeptieren soll, nur weil man keine Gewissheit über sie hat, oder aber, dass es einem genügt, sie bloß nicht zu bemerken. Insofern hat die Aussage "Du kannst dir nicht sicher sein." keinen reale Auswirkung.

    Zitat

    Und aus dieser Warte glaube ich wirklich, es ist paradox.

    Das ist doch die ewige Leier der PUA: Man kümmere sich nicht mehr darum, was Frauen wollen, weil Frauen das nicht wollen. Was einerseits richtig ist und andererseits vollkommen Banane. Das mag richtig sein, wenn man es um seiner Selbst willen tut (aber auch nicht immer, Selbstständigkeit reicht nicht, so wie auch Ehrlichkeit alleine nicht reicht), wenn man es tut, um Erfolg bei den Frauen zu haben, geht es darum, ein möglichst gutes Schauspiel zu vollführen. Man ist nicht unabhängig von den Frauen, man tut bloß so, indem man dem anderen Geschlecht nicht mehr nach dem Mund redet.

    Zitat

    Bloss, wenn man sich deswegen diese Frage zu stellen aufhoert, haut das auch nicht hin. Oder?

    Doch natürlich. Es reicht völlig herauszufinden, was das jeweils aktuell interessante Gegenüber will. Nicht um ihr das dann alles zu geben/vorzuspielen, sondern um abzugleichen, ob es zu den eigenen Wünschen kompatibel ist und inwiefern man ins Bild passt.


    Das Problem an der Frage "Was wollen die Frauen (oder die Männer)?" ist das Konzept "die Frauen", nicht das Interesse daran, was andere Menschen wollen.

    Aber was heisst, es jemanden recht machen zu wollen?Aufhören mit rauchen?das kleine Schwarze anziehen weils ihm gefällt?bestimmte Dinge nicht zu tun, weil man weiss den anderen nervt das?Das heisst ja, wenn man keinen will, der versucht es einem Recht zu machen....total egoistisch ist...und wenn der Andere auch so ist, warum dann eine Beziehung führen?Besteht nicht eine Beziehung auch aus Kompromissen? :-/

    Mir leuchtet der Unterschied zwischen "Schauspiel" und "echt" nicht so richtig ein. Warum kann es nicht "echt" sein, gefallen zu wollen?


    Andererseits, ist nicht auch ohne gefallen zu wollen viel von anderen abgegucktes "Spiel" bei unserem Verhalten dabei? Ich meine, das meiste, was wir so denken, tun, sagen und gar fuehlen, ist doch stark beeinflusst und oft kopiert davon, wie uns seit Geburt her Leute begegnet sind.

    Zitat

    Warum kann es nicht "echt" sein, gefallen zu wollen?

    Ein gutes Schauspiel kann auch durchaus echt und wahrhaftig gemeint sein und das finde ich dann nicht schlecht. Schlecht würde es nur, wenn das Schauspiel dazu dient, die waren Motive oder das wahre "Ich" zu verschleiern.

    Es gibt eine Zeile in Schillers Don Carlos, als der König nach einer durchwachten Nacht nicht mehr schlafen mag. Er läutet seinen Hofstaat wach und sagt: "Jetzt bin ich wach, und Tag soll sein."


    Was für ein prächtiger Satz eines Alleinherrschers.


    Immer, wenn die Frage aufkommt, was Dominanz ist, muss ich an diese Zeile denken. Dominanz ist für mich keine Verhaltensweise, es ist ein Zustand. Wenn ein König seinen Diener gut behandelt, ist er immer noch der König und der Diener immer noch der Diener.


    Wenn der König einen Knicks vor ihm macht oder ihm die Krone aufsetzt – das macht den Diener nicht zum König.


    Wenn beide sich zivile Kleidung anziehen, gemeinsam einkaufen gehen und der Diener darf bestimmen, was gekauft wird – dann ist er immer noch der Diener. Wenn er den König anschreit und dieser sich das gefallen lässt, steht er immer noch unter ihm.


    Das Machtgefälle, die Dominanz des Königs steht außer Frage – er ist einfach König. Daher braucht es keine Demonstration und keine Unterdrückung – demonstriert, unterdrückt und geköpft wird da, wo der Thron wackelt und der König sich gar nicht mehr so sicher ist, ob er denn noch König ist.

    @ a.fish

    Das nenne ich Sprache in Bildern! :)=


    Wobei für mich Dominanz nicht ein Zustand, sondern eine Eigenschaft, eine Verhaltensweise, ein Charakterzug ist. Wenn der König mitten in der Nacht, sagt ich bin wach und nun ist es Tag, seine Untergebenen aber ruhig weiterschlafen lässt, ist das vieleicht überheblich oder grössenwahnsinnig. Wenn er sie weckt, sie kraft seiner Macht zwingt sich so zu verhalten wie es ihm grad passt, dann ist das dominant.


    Ein König kann herrschen, ohne zu beherschen. Sprich er kann eine Autorität sein, ohne autoritär zu sein.


    Und dafür muss er oder sie nicht König sein. Er kann ein erbärmliches Würstchen sein und zB seine Kinder zwingen sich so zu verhalten wie er es will.