Guten Morgen zusammen *:)


    Nach gestern - dem Tag allgemein und den Beiträgen hier - stelle ich fest:


    1. fluchen hilft manchmal (auch, wenn ich mich jetzt ein klitzekleinesbisschen schäme |-o )


    2. der Faden nimmt eine ganz andere Kurve als gedacht


    3. es ist viel, viel Input zwischen Weinen und Lachen für mich dabei - fühlt sich an wie Julis Pubertätsfaden :-/




    Liebe seherin, du trägst deinen Namen wohl sicher zu Recht... und du darfst selbstverständlich gern die ach-Kindchen-Keule auspacken. Das geht in Ordnung! Ich biete dir im Gegenzug an, diesem Faden in sagen wir mal zwanzig Jahren (dann lebst du doch noch?! ]:D ;-D ) ein update angedeihen zu lassen und dich davon zu überzeugen, dass du ÜBERHAUPT GAR NICHT RECHT HATTEST!

    Zitat

    Du, Juli2006, schreibst, es wäre so furchtbar anstregend, zu lieben, zu leiden und zu verlieren. Ist es nicht aber auch sehr anstrengend, seine eigenen Gefühle ständig zu unterdrücken, sich selbst für seine emotionalen Bedürfnisse zu bestrafen wie ein herrischer Erwachsener ein kleines Kind bestraft? Hast du kein Mitleid mit diesem Teil von dir, der einfach nicht gelebt werden darf? Du wirkst so, als würdest du dir selbst die Schuld für deine seelischen Verletzungen geben, dafür, dass du vertraut hast. Und jetzt bestrafst du dich dafür, dass du vertraut und geliebt hast, indem du nichts von Bedeutung mehr an dich ranlässt. Das ist wirklich traurig.


    cinnamon4

    Ja, das ist sehr traurig. Stimmt. Das ist wohl genau diese große Traurigkeit, die ich spüre - das gebe ich zu. Gut, mag sein, dass auch das mit der Zeit besser wird. Dass ich mich anders darauf einlassen kann. Gemäßigt... wir wollen ja nicht übertreiben... aber immerhin ein bisschen. Ich habe in sehr jungen Jahren bereits den Verlust meines großen Bruders hinnehmen müssen - daher kenne ich diese Art von Wunden, von Abschied, von lieben und leiden sehr genau (da bin ich ganz bei Isabell - es ist so viel Wahres in dem, was du darüber schreibst!) und weiß, dass sich die Perspektive mit der Zeit ändert. Gott sei Dank tut sie das!! Trotzdem bleibt immer etwas von diesem Schmerz zurück. Ich bin zwar sehr stolz darauf, dass ich das alles hinbekommen habe, ohne vollkommen daran kaputtzugehen, aber diese Verarbeitung ging glaube ich mit einem Versprechen einher, mich zukünftig davor zu schützen.


    Ich weiß, dass ich viel schaffen, viel einstecken kann. Aber ich bin es mir wohl selbst schuldig, mich nicht ohne Sinn und Verstand der nächsten ungewissen Prüfung auszusetzen. Vielleicht in zwanzig Jahren. Vielleicht aber auch nicht.


    Denn - jetzt schreib ich es einfach mal, obwohl ich ahne, was mir dann blüht ;-) : mir fehlt nichts! Ich führe ein schönes, glückliches Leben. Tolle Menschen begleiten mich. Ich mag es so wie es ist.


    So.

    Zitat

    Ich biete dir im Gegenzug an, diesem Faden in sagen wir mal zwanzig Jahren (dann lebst du doch noch?! ]:D ;-D ) ein update angedeihen zu lassen und dich davon zu überzeugen, dass du ÜBERHAUPT GAR NICHT RECHT HATTEST!

    naja... bei meinem lebenswandel lege ich jetzt nicht für mein dann-noch-leben die hand ins feuer... aber ich habe überhaupt kein problem, wenn ich überhaupt nicht recht habe. dann sitzt du halt in bahnhofscafés nach dem fitnessstudion mit Basil rum und redest mit ihm drüber, wie toll es doch ist, dass euer verstand euer herz im girff hat o:)


    das hier übrigens...

    Zitat

    mir fehlt nichts! Ich führe ein schönes, glückliches Leben. Tolle Menschen begleiten mich. Ich mag es so wie es ist.

    ... glaube ich dir uneingeschränkt!


    ps: ich habe übrigens auch meinen großen bruder verloren! einiges an ähnlichkeiten mit unserem wissen und umgehen mit lieben und leiden :)_

    Zitat

    obwohl ich es schon irgendwie merkwürdig zufällig finde, dass sich ausgerechnet zwei Menschen aus offenen Beziehungen über den Weg laufen und ganz locker eine Affaire beginnen können... aber - Schande über mich - das wollte ich mit ihm natürlich nicht zum Thema machen. Ich bin ja nicht seine Mutter.

    Bist du dir da sicher? Manche Groschenroman-Autoren machen ihre Protagonisten ja auch 'zu_ihren_Kindern'. Sonst könnten sie ja die Geschichten nicht so detailliert ausbauen... ;-)

    seherin :)*

    Zitat

    dann sitzt du halt in bahnhofscafés nach dem fitnessstudio mit Basil rum und redest mit ihm drüber, wie toll es doch ist, dass euer verstand euer herz im griff hat o:)

    Das ist es!! Ich werde mich einfach mit Basil zusammentun. Er müsste sich seine so innig beschriebene Dominanz im Bett zwar gepflegt in die Haare schmieren, aber dafür würden wir uns wahrscheinlich sonst sehr gut verstehen ;-)

    Zitat

    Manche Groschenroman-Autoren machen ihre Protagonisten ja auch 'zu_ihren_Kindern'. Sonst könnten sie ja die Geschichten nicht so detailliert ausbauen... ;-)


    parazellnuss

    Herrje... wie komme ich aus dieser Groschenromanecke jemals wieder raus ":/ ;-D


    Aber - so ungern ich es zugeben mag - so ganz unrecht hast du ja nicht. Mit dem Roman, meine ich. Ich bin ein passionierter Tagebuchschreiber. Richtiger: Ein Eventtagebuchschreiber. Gerade in emotional aufwühlenden Zeiten, zwischen Grübeln, Zweifeln und Jubeln, brauche ich diese Erdung durch ausformulierte Gedanken auf Papier. Sonst kann ich nicht mehr atmen.


    Es gibt also tatsächlich ein Ben-Tagebuch, ja - dass es sich als Groschenroman eignet, bezweifle ich allerdings. Vor allem, da es mit seinen Sprüngen zwischen innerem Gefühlsdrama einerseits und hochexplizierter erotischer Lyrik andererseits nur schwerlich thematisch einzuordnen wäre... 8-)

    Zitat

    Vor allem, da es mit seinen Sprüngen zwischen innerem Gefühlsdrama einerseits und hochexplizierter erotischer Lyrik andererseits nur schwerlich thematisch einzuordnen wäre... 8-)

    Shades of Blue? ]:D Könnte zur Stimmung passen.

    Hallo zusammen! @:)


    Es gibt ein weiteres update:


    *lufthol*


    Ich werde mit meinem offene-Beziehung-Freund ein Gespräch führen! Wahrscheinlich schon morgen, wenn wir es beide zeitlich hinkriegen, uns abends zu sehen. Um dieses Gespräch habe ich ihn gebeten, ohne apokalyptisch zu klingen oder fordernd oder sonst auf irgendeine Weise "gefärbt" - zumal ich selbst gar nicht so genau weiß, was genau daraus wird.


    Und ich bin auf nervös machende Art unentschlossen... werde ich mich morgen von meinem Freund trennen? Sollte das jetzt das Ziel sein? Oder hat er da noch ein Wort mitzureden und die Beziehung läuft dann doch anders weiter? Bekomme ich Vorwürfe oder nur Schulterzucken?


    Zwar weiß ich in etwa, was ich ihm sagen möchte - aber ich habe tatsächlich null Ahnung, zu welcher Konsequenz das dann führt. Und wie konsequent ich eigentlich selbst sein muss, damit nicht wieder alles weiterläuft wie bisher.


    Ich habe noch nie jemanden verlassen. Wie geht das bloß? Und: muss ich das morgen tun?!


    Ich bin euch für jede Hilfestellung wirklich sehr dankbar... %:|

    ... also, um mal ganz konkret zu werden:


    Beginne ich damit, dass ich ihm sage, wie ich die Beziehung sehe oder was mir fehlt oder gar zuviel ist, was ich mir wünsche oder gern hätte oderoderoder... und daraus entwickelt sich dann, dass am Ende die Konsequenz steht: ich möchte mich von dir trennen.


    Oder sollte ich mit offenen Karten spielen, ihm gleich zu Anfang sagen "Schatz, ich möchte mich von dir trennen!", und ihm eine Chance geben, darauf zu reagieren?


    Möchte ich denn überhaupt, dass er darauf reagiert?


    Wahrscheinlich ist das wohl die wichtigen Frage:


    Will ich ihm mitteilen, erklären, beichten, dass ich fortan lieber allein bleiben will - oder will ich mit ihm gemeinsam eine Lösung finden, weiterzumachen?


    Darauf hab ich einfach noch keine Antwort...




    Wie war das bei euch? Habt ihr auch schonmal solche Gespräche geführt? Mag jemand davon erzählen? Das würde mir sehr helfen!

    Zitat

    Wie war das bei euch? Habt ihr auch schonmal solche Gespräche geführt? Mag jemand davon erzählen? Das würde mir sehr helfen!

    Naja, wenn ich mit dem Partner Probleme hatte aber die Liebe noch genug da war, wußte ich ja, was ich will: das Problem möglichst klären, eine Veränderung hervorrufen aber die Beziehung weiterführen.


    Wenn ich mich trennen wollte, habe ich das auch so gesagt: du, ich spüre nicht mehr genug Liebe für dich etc.


    Oder wenn was vorgefallen wäre, was unverzeilich wäre, hätte ich eben das angeführt.


    Fällt es dir so schwer zu dir zu stehen?

    Zitat

    Wie geht das bloß? Und: muss ich das morgen tun?!

    Verstehe ich das richtig: du hast zwar schon mal einen Gesprächstermin anberaumt, bist dir aber selbst noch nicht sicher, was das Thema sein wird? ":/


    Möchtest du dich denn trennen? Oder einfach nur mitteilen, dass dir bei einem anderen Mann Gefühle unterlaufen sind, die du eigentlich gerne ausklammern möchtest, was dich nun sehr verwirrt?


    Oder benötigst du seinen Rat, um deinen eigenen Blick auf Beziehungen und vor allem dein Beziehungsbild für dich zu ordnen? Bist du dir nach Ben noch sicher, dass du Beziehungen genau so leben möchtest - also viel Sex, viel Unverbindlichkeit, ohne Zukunftsblick oder Bindungsbereitschaft?


    Und vor allem: wenn du dich trennen würdest, was bedeutet "Trennung" in deinem Fall, wo du doch - im Gegensatz zu vielen anderen offenen Beziehungen - nicht einmal zum "festen" Partner eine besondere emotionale Bindung hast, sondern eher seine Zuneigung dir gegenüber genießt, ohne das Gleiche zurückgeben zu können? Willst du ihn freigeben oder dich?


    Du siehst, wir sind nicht minder ratlos als du :)_

    Zitat

    Zwar weiß ich in etwa, was ich ihm sagen möchte - aber ich habe tatsächlich null Ahnung, zu welcher Konsequenz das dann führt.

    Lass das doch offen. Ich finde es fair, Deinen Partner an diesem Prozess mitzubeteiligen.

    Zitat

    Warte doch so lange, bis du selbst weißt, was du willst.

    Ich habe das oft so gemacht, weil ich den Schnabel nicht auf brachte, so lange mir nicht klar war, was ich wollte. Ich finde das aber dem Partner gegenüber unfair: Er wird dann einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Juli will mit ihrem Partner reden, obwohl für sie die Sache noch offen ist; so hat er die Chance, den Prozess mitzuentscheiden und zu -gestalten.

    Zitat

    Habt ihr auch schonmal solche Gespräche geführt?

    Ich habe solche Gespräche schon geführt. Alles folgende also aus dieser Brille meiner Eindrücke: es gab nicht nur "das eine Gespräch". Sondern das sind viele Gespräche, eigentlich immer mal so wöchentlich ein Status Update. Ich sage, was mich in der Beziehung hält und was nicht. Sie auch. Irgendwann kommt es dann zu Verhaltensänderungen: einer will keinen Sex mehr, oder einer will nicht zusammenziehen, oder einer will nicht, dass die Wohnung und Kühlschrank quasi in "meine Hälfte" und "deine Hälfte" getrennt wird und das zu so einer Art WG wird. Verhaltensänderungen führen dann zu Trennungen: Auszug, Einzug woanders, seltener sehen, nicht mehr sehen, seltener telefonieren, usw. Oder auch dazu, dass eine Beziehung wieder als Gewinn verstanden wird:


    Einer der zentralen Punkte ist tatsächlich: kann sich jeder der beiden das Fortführen der Beziehung noch vorstellen? Gibt man selbst der Beziehung noch eine Chance? Das muss jeder für sich wissen. Vorher kann man beliebig über seine Gefühle und Empfindungen sprechen, aber dieser Aspekt ist schon wichtig:


    1) Will ich die Beziehung weiter und meine Worte sollen eine Veränderung bewirken, damit sie wieder eine Chance hat? Gekennzeichnet dadurch, dass man Wünsche der Veränderung an den anderen hat, die dieser auch realistisch erfüllen kann. Und eigene Zugeständnisse macht (das wäre hier, dass du in Zukunft die emotionale Distanz zu Ben suchen wollen würdest). Diese Gespräche haben meist etwas versöhnliches. Einen Charakter von sich mal aussprechen, vielleicht auch streiten, aber wieder vertragen. ??Und dann oft sehr schönen Sex, vielleicht auch deshalb weil es vorher da oft länger keinen gab.?? ;-)


    2) Oder will ich eigentlich eine Art Resümee, dass beide die Verantwortung für die Trennung unter sich aufteilen und das ganze in Richtung einer Trennung führen. Und besprechen die Folgeauswirkungen: den Umgang mit den Kindern (z.B. Besuchszeiten/Aufenthalt, Abholberechtigung Kindergarten, Sorgerecht, Unterhalt), und viel finanzielles: Mietverträge/Wohnung, Aufteilen von gemeinsam beschafften Sachen (z.B. Möbel), Umgang mit gemeinsam geplanten Aktivitäten in der Zukunft (Urlaub, schon angezahlt), oder Vorsorge-Kram (Notfall-Kontakt sein, Patientenverfügung, was halt so ist). Schwierig auch: Umgang mit den Angehörigen des Ex-Partners: z.B. dessen Eltern oder Geschwister. Und da kommen dann auch zeitliche Planungen dazu.

    :-(


    Es gibt noch während der Beziehung unzählige Gespräche des Typs 1: beide wollen noch, halten noch fest, geben sich selbst und dem anderen noch Chancen. Probieren was neues aus, fallen mal in alte Muster zurück. Die Grundstimmung ist noch konstruktiv. Man äußert zwar auch Kritik oder Zweifel, aber das gemeinsame steht noch im Vordergrund.


    Und irgendwann kippt das in Richtung Typ 2: das unterschiedliche, das Trennende wird von einer Seite betont. Dieses Kippen wird nicht selten von äußeren Einflüssen (hier wäre Ben dieser Einfluss) bewirkt: z.B. wenn einer der beiden einen neuen Partner oder Partnerkandidaten hat. Denn der Part (hier du Juli) fällt ja dann weich, aber auch nur, wenn der neue Partnerkanditat (Ben) sich dann auch der neuen Verbindung hingeben will.


    Oder es gab einen "großen Knall", der dann zu Typ2 führt. Irgendeinen Auslöser. Das kann alles mögliche sein, entweder aus der Beziehung heraus (Streit, körperlicher Entzug, Misstrauen, Fremdgehen, eine seelische Verletzung durch Kritik, die der andere nicht abstellen kann) oder von außen (z.B. die beste Freundin hat sich auch getrennt und das bildet dann das Zünglein an der Waage, oder das Umfeld rät ab und die Person will sich von diesem Umfeld beeinflussen lassen).


    Eines hilft sehr in dem ganzen: zu wissen, was man selbst wirklich möchte.

    PS. Für offene Beziehungen wird die Geschichte halt ein bisschen komplexer. Denn es ist ja keine sexuelle Exlusivität vereinbart, sondern beide geben sich diese Art von Freiheit. Und die sexuelle Exlusivität wäre halt leicht messbar/objektivierbar.


    Aber damit es eine Beziehung ist, muss es ja etwas geben, dass genau diese Beziehung ausmacht: irgendwie andere Alleinstellungsmerkmale und sei es sowas schwammiges wie emotionale Exklusivität (Gibt's sowas überhaupt?). Sowas ist halt nicht ganz so leicht objektivierbar. Die Frage wäre also: was hat eure Beziehung bisher ausgemacht?

    Zitat

    Möchtest du dich denn trennen? Oder einfach nur mitteilen, dass dir bei einem anderen Mann Gefühle unterlaufen sind, die du eigentlich gerne ausklammern möchtest, was dich nun sehr verwirrt?


    Oder benötigst du seinen Rat, um deinen eigenen Blick auf Beziehungen und vor allem dein Beziehungsbild für dich zu ordnen?


    comran

    Bis du es geschrieben hattest, wusste ich nicht, dass es stimmt. Aber es ist tatsächlich so... ich hätte total gern seinen Rat, seine Hilfe, seine Ansichten, Gedanken dazu. Denn natürlich kennt mich mein Freund nun schon lange und sehr gut, natürlich könnte er mir auch dabei eine Hilfe sein. Aber in diesem Moment würde ich dann ja mit ihm machen, was mein Mann damals mit mir gemacht hat... und das kann ich nicht. Das kann ich wirklich nicht! Das bringe ich echt nicht über's Herz!

    Zitat

    Ich habe das oft so gemacht, weil ich den Schnabel nicht auf brachte, so lange mir nicht klar war, was ich wollte. Ich finde das aber dem Partner gegenüber unfair: Er wird dann einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Juli will mit ihrem Partner reden, obwohl für sie die Sache noch offen ist; so hat er die Chance, den Prozess mitzuentscheiden und zu -gestalten.


    Tortue7

    Danke - darin finde ich mich gut wieder.


    Ja, ich möchte so gern meinen emotionalen Ballast abwerfen, der dadurch entsteht, dass ich immer einen unglücklichen Freund im Hintergrund weiß. Ich möchte einen glücklichen, zufriedenen Freund - oder keinen. Und ist es jetzt besser, ihm bereits das Ergebnis vorzusetzen, oder ihn noch an der Entwicklung teilhaben zu lassen?


    Wenn ich mich gerade selbst beobachte, scheint mir letzteres wohl wichtiger zu sein: wenn ich ihn lieber vor vollendete Tatsachen stellen wollte, hätte ich mit dem Gespräch wohl noch gewartet - um mir dann sicher zu sein, konsequent meine Koffer zu nehmen und "danke, tschüß" zu sagen. Oder... ich sagte es ja schonmal ... vielleicht bin ich einfach nur zu feige, lüge mir hier mit Selbstgeißelung und jeder Menge Empathie selbst in die Tasche - und will ihn schlussendlich nur dazu bringen, dass er den Schlussstrich zieht... ?!




    Das war ein sehr hilfreicher Text, Pythonist Dankeschön :)^


    Sicher war mir vieles von dem, was du schriebst, auch vorher klar. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mit meinem Partner (egal ob mit diesem oder mit vergangenen) rede. Ganz im Gegenteil. Vielleicht habe ich mich da auch unklar ausgedrückt: wir reden ja viel miteinander, und zwar nicht nur über das Wetter, über Fußball oder den Alltag. Aber dieses Gespräch ist ja etwas spezielles, ... mehr... ein Wunsch... deswegen wollte ich das auch ankündigen und nicht einfach spontan das nächste Mal auf der Couch o.Ä. entstehen lassen.


    Mag aber auch sein, dass das der falsche Ansatz war.

    Zitat

    (...) damit es eine Beziehung ist, muss es ja etwas geben, dass genau diese Beziehung ausmacht: irgendwie andere Alleinstellungsmerkmale und sei es sowas schwammiges wie emotionale Exklusivität (Gibt's sowas überhaupt?). Sowas ist halt nicht ganz so leicht objektivierbar. Die Frage wäre also: was hat eure Beziehung bisher ausgemacht?


    Pythonist

    Eine gute Frage! Eine sehr gute sogar! Ich glaube, dass ich das zum zentralen Punkt in diesem Gespräch machen werde - einfach, damit ich mich an etwas festhalten und orientieren kann:


    Was ist unsere Beziehung für mich, was ist sie für ihn. Bei ehrlicher Beantwortung wird sich ziemlich schnell und unübersehbar zeigen, dass sich da Differenzen auftun.


    Wenn wir beide ehrlich sind... Denn das hier

    Zitat

    Fällt es dir so schwer zu dir zu stehen?


    This Twilight Garden

    entwaffnet mich gerade total. :-(


    Genau, Juli, sag doch mal - kannst du eigentlich zu dir selbst stehen? Kannst du auch mal anderen gegenüber sagen: nein, das tut mir nicht gut, ich möchte, dass das anders wird oder sogar ganz aufhört? Also - klar, sagen kannst du es schon, wirst du auch, aber wenn dein Gegenüber dann relativiert, Veränderungen vorschlägt, Kompromisse macht, eben die Erfüllung seiner eigenen Wünsche möchte - was ist dann? Hast du dann wirklich die Eier, "nein" zu sagen? Wirklich und konsequent "nein", auch gegen Wunsch und Willen deines Partners?


    Oder lässt du dich dann wieder "überzeugen", logisch und irgendwie auch emotional, und gehst weiter den Weg entlang, auf dem du dich eigentlich unsicher fühlst und heimlich nach hinten schielst, weil du doch lieber anders abgebogen wärst...