Ehe kurz vorm aus

    Hallo zusammen... Sorry im vorraus für das schreibchaos und den langen Text...


    Ich liege schlaflos im Bett und weiß nicht weiter...


    Mein Mann und ich sind seit fast 10 Jahren zusammen und seit 8,5 Jahren verheiratet... Wir haben zwei Kinder. Unser Sohn ist 7 und unsere Tochter 2...


    Eigentlich kriselt es schon seit längerem... Als ich hochschwanger mit meiner Tochter war, bekam ich eine riesengroße Lüge raus... Hatte ich auch schonmal in einem anderen Thread geschrieben... Es ging um seine Kollegin... Dadurch befürchtete ich das er was mit ihr haben könnte... letztes Jahr wechselte er 5x die Arbeit, hat ständig gelogen, selbst bei Kleinigkeiten... Es gab oft Streit und letztendlich wurde dann im Oktober burnout bei mir diagnostiziert nach einem zusammenbruch.


    Nun war ne ganze Zeit lang ruhe... Aber seit einigen Wochen ist es wieder extrem... Ich habe mehrere lügen entlarvt, auch wenn es nur Kleinigkeiten waren... Aber mich enttäuscht es und das Vertrauen schwindet immer mehr...


    Zudem ist es ihm seit Jahren zu wenig sex , damals noch 2-3 x wöchentlich, jetzt teilweise nur noch einmal im Monat da ich mich zu sehr unter Druck fühle... Er kommt jeden tag an, und wenn ich nein sagen werde ich schlecht behandelt... Es wird nicht akzeptiert wenn ich krank bin...


    Das Thema ist momentan aber komischerweise vom tisch.


    Er behandelt mich seit Wochen durchgängig schlecht. Egal was ich sage oder mache, es ist immer alles falsch...


    Immer wieder suche ich das Gespräch mit ihm... Immer wieder sagt er, er ändert sich, ihm wäre die Ehe wichtig, und möchte einen Neustart. Spätestens nach 2 tagen vergreift er sich wieder im Ton...


    Dann kommen Behauptungen die einfach nur weh tun ( z.b. Ich würde ihn bevormunden) ... Er ist seit Mittwoch krank, Donnerstag morgen sagte ich er müsse zum Arzt, wegen 40 fieber und kurzatmung)... Da konnte ich mir anhören das ich aufhören solle ihn zu bevormunden... Ihm würde es besser gehen wie Mittwoch... Als er aufstand kippte er fast um und aufmal war er wieder lieb... Wollte das ich ihm Tabletten bringe usw... Ich war stinkesauer und enttäuscht... Ich hatte mir doch nur sorgen gemacht. Ja, ich liebe ihn noch, merke aber das ich so nicht weiter leben kann..


    Habe aber angst diesen Schritt der Trennung zu wagen... Wie wird es finanziell und wie soll ich es mit zwei Kindern alleine schaffen wo ich jetzt schon einen burnout habe?

  • 13 Antworten

    Eheberatung? Aber das will er bestimmt nicht, weil das würde ihn bevormunden. Also ehrlich gesagt, ich habe da wenig Hoffnung. Lass dich mal beraten, was es für Möglichkeiten für dich gibt.


    Wie schaut euer Sex aus? Ist er v.a. bedacht, dass es ihm kommt oder ist ihm wichtig, dass du auch etwas davon hast?


    Er hat 5x die Arbeit gewechselt? Vielleicht steht auch er unter einem Riesendruck. Schlussendlich müsst ihr miteinander reden und zusammen eine Lösung finden. Ansonsten wird es sehr schwierig!

    Kann es sein, das dein Mann unter riesigem Druck steht und vielleicht mit dir nicht reden kann, weil er Angst hat, dich in irgendeiner Wesie zu enttäuschen?


    Du hast einen Burnout, willst aber, das dein Mann sich dir mitteilt.


    Es steht (offensichtlich) unter Druck und mag dir nicht alles erzählen.


    Vielleicht, weil er Angst hat, dich zu enttäuschen?


    Irgendwie müsst ihr mal grundsätzlich etwas ändern.


    Wenn man miteinander lebt, hat jeder ein Anrecht auf Freiraum.


    Meine Ehe ist auch nicht optimal, aber wir haben einen Weg gefunden, miteinander umzugehen.


    Das solltet ihr auch, denn Spannungen bekommen auch die Kinder mit und die wird das auf sicher belasten.

    Du hast doch seit Jahren schon diese Probleme. Dein Mann belügt dich unentwegt, fordert(e) Sex von dir, "behandelt dich schlecht", "vergreift sich im Ton" ... Meinst du nicht, dass es entspannter für dich - und die Kinder - zuginge, wenn ihr euch trennen würdet? Zu der Frage wie es finanziell wird und wie das dann mit den Kindern laufen kann, gibt es sicher Beratungsstellen, und wenn sich das nach einer Erstberatung weiter konkretisiert einen Anwalt/ Anwältin.

    Ich kann Dir nur nahelegen, Dir Deinen Faden von vor zwei Jahren nochmal durchzulesen.


    Was hat sich seitdem geändert? Was hätte passieren müssen?


    Wenn Du nur über diese zwei Jahre die Bilanz ziehst, dann wirst Du deutlich eure Dauerbaustellen erkennen. Und vielleicht zu einer realistischen Einschätzung kommen, wie es um eure Beziehung steht und wie die Zukunft aussehen könnte.


    Wie stehen die Chancen, dass das, was sich in zwei Jahren(!) nicht geändert hat, zukünftig ändern wird und wie soll das gelingen?


    Und findet ihr dafür gemeinsam die Lösungen oder bleibst Du weiterhin allein damit? Dass das nicht funktionieren kann, habe ich Dir bereits damals geschrieben. Es wird sich nichts ändern, wenn bei ihm keine Bereitschaft und keine eigenen Ansätze sind. Du kannst es nicht allein.

    Es ist immer wieder erschreckend, dass große Liebesgeschichten plötzlich an aufgedeckten Geschichten oder neu entstandenen Dramen scheitern, nachdem jahrelang alles in Ordnung war und man angesichts dieser Harmonie dann auch noch Kinder in die Welt gesetzt hat. Da fragt man sich naturgemäß, ob man all die Jahre vorher blind und taub vor lauter Liebe war, oder ob der Partner oder man selbst sich durch die Kinder nach und nach so verändert hat, dass es einfach nicht mehr passt.


    Was man so aushalten kann in einer Beziehung ist begrenzt. Ein Partner, der einen anlügt, dich schlecht behandelt, mit dem der Sex nicht mehr gewünscht ist, ist sicher kein adäquater Lebenspartner mehr. Ansich ein Grund zur Trennung. Nun sind da Kinder und auf einmal wird das kompliziert.


    Ansich kann man die ehe abschreiben und muss mal ganz nüchtern abwägen, was man zum Wohle der Kinder bereit ist, auszuhalten. Ist die Ehe so zerrüttet, das Verhältnis zum Partner so kaputt, dass man es zu Hause nicht mehr aushält, dann sollte man sich wohl besser trennen. Vermutlich geht es auch den Kindern damit besser, als wenn sie zu Hause nur Ärger und Streit erleben. Man sollte sich selber gut angucken, was man den Kindern da gerade für ein Vorbild vorlebt. - Die Alternative ist, die Ehe weitgehend auf Eis zu legen und der Kinder wegen zusammen zu bleiben. Das funktioniert aber auch nur, wenn beide ein Mindestmaß an Respekt voreinander haben. Man muss sich nicht lieben, um zusammen zu leben, eine WG funktioniert auch ohne Liebe. Aber Ehrlichkeit und Respekt im Umgang miteinander sind ein muss. Und daran scheint es bei Euch ja auch gewaltig zu mangeln.


    Man kann sicher Wege finden, auf die eine oder andere Art und Weise zusammen zu bleiben. Dazu müssen beide Kompromisse eingehen, man muss gemeinsam Wege suchen. Wenn sich einer dagegen sperrt, wird das nichts.


    Die finanzielle Komponente wirst Du dann früher oder später mal durchrechnen müssen...


    :°_

    liest sich, als würde dein burnout durch die ehe sein.


    habe ich durch. mein zukünftiger exmann ist meines erachtens nach ein narzist.


    belies dich da mal.


    ich stand auch da, kein geld, keine ahnung, wie es weiter gehen soll mit einer trennung.


    aber es ging.


    ich hab mich bei profamilia über die möglichkeiten beraten lassen.


    wenn du willst, kannst du mich da auch privat noch anschreiben.


    seit ich raus bin (2 jahre getrennt, 1,5 jahre eigene wohnung, auch mit kindern), geht es mir viel viel viel besser und ich bin sogar dabei, meine antiD zu reduzieren.


    energiestaubsauger ist weg und in mich kommt mein leben zurück.


    alles liebe und wie gesagt, wenn du spezifische fragen hast, schreib mich an

    Was ist mit einer Therapie. Ich finde, das schreit nach Therapie. Nicht, dass ihr euch auseinandergelebt hättet oder so. Da ist viel tiefer was im Argen. Wenn er oder du allerdings nicht bereits sind... dann brauchst du auf jeden Fall viel Kraft!!! (<- als ob du das nicht selbst wüsstst ;-) Hast du Familie, Freunde, auf die du dich verlassen kannst? Schöne Grüße

    Danke für eure Antworten und Sorry für die verspätete Reaktion.


    Ich war drei Wochen in Mutter Kind Kur. Bin seit 5 Wochen zu Hause und habe einiges erkannt, bzw. Begriffen.


    Wir wollen es nochmal versuchen. Haben morgen den ersten Termin bei der Eheberatung.


    Allerdings habe ich am Wochenende festgestellt, das ich seit dem Thema Kollegin bei Facebook eingeschränkt war, nur öffentliche Einträge lesen konnte von ihm. Nun konnte ich aufmal alles lesen und konnte kaum damit umgehen... Er hat einige Posts hinter meinem Rücken geschrieben... die nicht stimmten.. z.b. ich würde ausziehen und er hätte endlich seine Ruhe >:( :&#65533;( dabei war ich nur in Kur...


    Er hat sich entschuldigt und meinte er wäre frustriert gewesen....

    So wie Du eure Situation darstellst gibt es im Umgang miteinander große Defizite auf emotionaler Ebene. Eure Probleme gibt es sehr lange und hat sich in einen Kreis mit Anfang aber ohne Ende entwickelt.


    Dein Mann ist nicht unberechtigt frustiert, weil zwischen euch ein wichtiger Teil eurer Beziehung nachhaltig kaum noch besteht. Eure Paar-Sexualität.


    Allerdings gibt es auf Deiner Seite durch eure häufigen Streits und die nicht mehr verhandene Vertrauensebene eine innere Distanz, die Deine Anziehung in Bezug auf Deinen Mann massiv aushebelt, und als innerer Widerstand kaum überwindbar ist.


    Es hat sich zwischen euch nach Deinem ersten Posting eurer Eheprobleme wenig verändert, was aufzeigt, dass ihr beide es nicht geschafft habt eure Ehe wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.


    In meinen Augen schlimm ist, dass eure Kommunikation zu wenig funktioniert. Ihr seid beide schnell im Angriffmodus und jeder verteidigt sich gegen die verbalen Angriffe des Anderen. Am Ende seid ihr beide frustiert und voneinander genervt.


    Ich verstehe aber, dass Du Angst davor hast, zumal in Deiner aktuellen Verfassung diese Ehe aufzugeben, weil Du befürchtest ohne finanzielle Sicherheit mit den Kindern allein nicht klar zu kommen. Allerdings weiß ich nicht, ob das genügend Basis liefert um zusammen zu bleiben.


    Auch die Geschichte mit der Arbeitskollegin Deines Mannes scheint nicht auf so neutraler Ebene zu verlaufen, dass sie eure Partnerschaft unbeeinflusst lässt. Im Gegenteil, Dein Mann befeuert diese Baustelle mit seinen virtuellen Kontakten zu ihr, diese zum Teil sogar hinter Deinem Rücken, in dem er die privaten Einstellungen Dir gegenüber auf Facebook verändert.


    Ob Frust wie durch die fehlende Paarsexualität aufgebaut dafür allein ursächlich ist, vermag ich an dieser Stelle nicht einzuschätzen. Aber es zeigt den tiefen Graben zwischen euch als Partner, wenn er Sachverhalte ihr gegenüber anders darstellt als sie in der Realität sind. Bedenkt, dass eure häufigen Streits, und Deine Tränen auch von euren Kindern wahrgenommen werden und sie innerlich verunsichern. Genau deswegen ist es so verdammt wichtig, dass ihr einen gesunden Weg des Umgangs miteinander findet.


    Vielleciht zeigt euch die professionelle Beratung wo ihr aktuell als Paar steht, und ob die Anteile um die Ehe wieder stabiler und fortsetzungsfähig machen groß genug sind oder ob die Risse und der fehlenden Respekt voreinander einscließlich fehlendem Vertrauen zu groß geworden sind, um die Energien noch aktiv zu mobilisieren, um als Paar eine Chance zu behalten.


    So wie bisher weiter machen wird euch nicht näher zusammen bringen, soviel wird euch beiden klar sein denke ich. Für den Termin zur Eheberatung alles Gute.

    Zitat

    Wir wollen es nochmal versuchen. Haben morgen den ersten Termin bei der Eheberatung.


    Allerdings habe ich am Wochenende festgestellt, das ich seit dem Thema Kollegin bei Facebook eingeschränkt war, nur öffentliche Einträge lesen konnte von ihm. Nun konnte ich aufmal alles lesen und konnte kaum damit umgehen... Er hat einige Posts hinter meinem Rücken geschrieben... die nicht stimmten.. z.b. ich würde ausziehen und er hätte endlich seine Ruhe >:( :&#65533;( dabei war ich nur in Kur...

    Das ist nicht gerade ein fruchtbarer Boden für einen Neustart. :-(


    Ihr schleppt das nun schon einige Zeit mit euch rum. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man eine Beziehung nicht einfach wegwirft und sich auch nicht zu schade ist, externe und professionelle Hilfe anzunehmen, wenn man aus eigener Kraft aus einem Tief nicht mehr herauskommt. Eine gute Beratung dient ja auch der Selbstreflexion, die Situation richtig zu erkennen und nicht nur aus dem historischen und emotionalen Standpunkt aus zu sehen. Ob man am Ende mit offenen Augen seine Fehler erkennt und gestärkt daraus hervorgeht, oder ob man begleitet in eine aufgeräumte Trennung geht, das ist dabei ja noch offen.


    Bei euch ist die Situation so verfahren, dass man euch nur sehr viel Glück wünschen kann, überhaupt erst einmal in Ruhe den Ist-Zustand aufzubereiten. Wenn dein Mann solche Dinge im Frust schreibt, frage ich mich, ob er seelisch überhaupt die Kraft aufbringt, diesen Neuanfang zu machen. Denn es wird für euch beide sehr viel Kraft kosten. Es ist nicht damit getan, irgendjemanden zu bezahlen, und der wird das schon richten. Ihr müsst das wirklich wollen und eure Hausaufgaben auch außerhalb der Therapiestunden machen. Dabei ist der geringe Sex eure kleinste Sorge - an Sex würde ich aktuell noch nicht einmal denken, solange sich nicht eine solche Situation einfach ergibt. Ihr müsst ganz vorne anfangen.


    Ich wünsche dir, dass du in paar Monaten klarer siehst und dass die Zeit für dich gut verläuft - egal mit welchem Ausgang. Schreib ruhig mal, wie es weitergeht und wie du die Paartherapie empfindest. @:)

    Du schreibst hier schon längere Zeit liebe TE, und Dein Leben wie Du es in Phasen beschreibst ist eine einziger Achterbahnfahrt.


    Es ist manchmal so, dass Kinder die aus instabilen Elternhäusern kommen (bei Dir war das offenbar der Fall) häufig schnell daheim ausziehen und ohne ihren Platz im Leben selbst gefunden zu haben, in eine Beziehung/Ehe flüchten, und mit der Familiengründung versuchen Dinge zu kompensieren, die sie bisher in ihrem Leben nicht gefunden haben.


    Anerkennung, Liebe, Zuwendung, Lob und eine tiefe Vertrauensbasis. Ihr zwei seid sehr jung in eine Beziehung gegangen, was nicht per se schlecht sein muss. Aber ich befürchte, dass einiges in Deinem Leben viel zu früh passiert ist. Deine Psyche hatte noch lnage nicht alle negativen Anteile Deiner desttrktiven Elter-Kind-Beziehung verarbeitet.


    In meinem Empfinden ist das alles ein fester Bestandteil eurer Ehe geworden und spiegelt sich in der Dynamik eurer Beziehungsführung deutlich wieder.


    Für Deinen Mann, der häufig auch instabile Anteile in seiner Persönlichkeit hat - schaukelt sich vieles auf beiden Seiten schnell hoch. Du bist in Deiner Wesensart sschnell an den Grenzen physischer und psychischer Belastung. Es ist schon schwer den normalen Alltag mit Haushalt, Kindern und mit Dir selbst als Person zu leben.


    Zudem scheint mir Dein Mann eher konfliktscheu zu sein, und sucht dann die Flucht und hat in dieser älteren Kollegin offenbar eine gute Ansprechpartnerin gefunden, die das kompensieren kann, was er bei Dir und in eurer Familie nicht finden kann. Ob das auch für den erotischen Bereich gilt oder ob die zwei eher auf emotional-zwischenmenschlicher Ebene gut harmonieren, lässt sich aus der Ferne nicht einschätzen.


    Aber da es eine schwierige Beziehung zu seinen Eltern und Deinen Schwiegereltern gibt, findet er in dieser Frau offenbar eine Ansprechpartnerin für seine Sorgen und Nöte. Das kann man gut oder mies finden, aber er scheint sie offenbar für sich in dieser Richtung zu brauchen.


    Durch eure häufigen Streits daheim, die es offenbar zurück liegend sehr häufig gab, auch durch Deine psychischen Probleme sucht er einen Hort an dem er mal zur Ruhe kommen kann.


    Ihr lebt offenbar in einem kleinen Ort, in dem zwischenmenschliche Beziehungen/Freundschaftskrisen sehr öffentlich und von außen bewegt gelebt werden. Sehr schade, aber eure reale Situation.


    Ich sehe ein großes Problem für eure Ehe genau darin, dass Du es nicht geschafft hast innerlich stabil und ausgeglichen zu werden. Es haben sich viele Probleme in Dir angestaut, die nie richtig aufgearbeitet werden konnten. Wie auch, durch die frühe Mutterschaft, den schlechten Kontakt in beide Herkunftsfamilien warte ihr auf euch beide beschränkt und dort eskaliert es schnell, weil ihr beide mental und seelisch nicht sehr belastbar seid.


    Es wird sehr sehr viel Geduld und Kraft kosten, um aus der fatalen Dynamik eurer Beziehung heraus zu finden. Es ist allerdings die Frage, ob das neben einem normalen Familienalltag stemmbar sein wird.


    Es wird auf jeden Fall ein sehr steiniger Weg, der nicht nur Wochen und wenige Monate beanspruchen wird. Ich neige nicht dazu vorschnell zu einer Trennung zu raten, schon gar nicht wenn junge Kinder im Spiel sind. Aber ich sehe euch an einem sehr kritischen Punkt in eurer Ehe.


    Es gibt tiefe Verletztungen seit Jahren auf beiden Seiten, mangelndes Vertrauen und fehlenden Respekt im Umgang miteinander. Zudem viele verkrustete Emotionen, die sehr verschüttet sind weil ihr über lange Phasen eurer Ehe ständig mit Problemen und Belastungen zu kämpfen hattet.


    Dir fehlen stabile Bindungen und zwischenmenschliche Beziehungen außerhalb der Ehe, und dadurch konzentriert so vieles Deiner nicht bewältigten Probleme ausschließlich auf Deinen Mann und eure Ehebeziehung.


    Für ihn scheint diese Kollegin ein stabiler Anker zu sein, wo er sich mehr verstanden fühlt. Vielleicht auch nur eine Art von 'Mutterersatz' aufgrund der großen Altersspanne, die zwischen der Kollegin un Deinem Mann besteht. (Du hast erwähnt in einem anderen Thread, dass die Beziehung zu seinen Eltern sehr schwierig ist)


    Du hast diese Frau zu Deiner persönlichen Feindin erklärt, weil sie ein Stück weit die Aufmerksamkeit von Deinem Mann bekommt, die Du nicht bei ihm findest. Dennoch kann ich ihn ein Stück weit neben all seinen Defiziten in eurer Paarbeziehung verstehen. Wohin soll er gehen, wenn es daheim oft eskaliert, er sich unverstanden und von eurer Beziehung gestresst fühlt.


    Dir fehlt im Grunde ebenso eine stabile Freundschaftsbziehung außerhalb eurer Ehe. So stauen sich Deine Frustgefühle an, dazu die Belastung durch zwei junge Kinder und die Alltagsabläufe. Ihr kommt auf die Art beide nicht zur Ruhe, und das macht sich auch in Punkto Paarsexualität deutlich bemerkbar.


    So lange ihr die Dynamik eurer Sorgen und Probleme nicht durchbrechen könnt, was schwer genug ist, wird es nicht gelingen eure Ehe auf ein stabiles Fundament zu stellen. Es geht darum einen Weg zu finden, genug Entlastung zu finden, Momente der Ruhe und Entspannung um jeder für sich runter kommen zu können.


    Es sollte sich nicht alles in eurem Alltag einzig auf Kinder, Haushalt und Logistik im Paarleben beschränken. Gibt es die Möglichkeit sich Hilfe über Babysitter und eine Haushaltshilfe zu holen, um den Prozess der Entlastung vor allem für Dich einfacher zu machen? So wie Du es in Deinen bisherigen Threads geschrieben hast, hast Du schnell die Grenzen der Belastung erreicht. Vielleicht ist es ein Ansatz Hilfe von außen dazu zu holen.