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    Ich würde gerne heiraten, weil ich aus einer Gesellschaft komme, wo das üblich ist.

    Wieso willst du etwas tun, nur weil es gesellschaftlich üblich ist? ???


    Und zweitens bzw. als alternative Sichtweise: Wenn du gerne Dinge tust, die gesellschaftlich üblich sind, dann müssten dir doch eine Scheidung und allfällige Zahlungsverpflichtungen lt. Gesetz ja ebenfalls willkommen sein. :=o Beides ist nämlich ebenfalls "gesellschaftlich üblich". ;-)

    TE:

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    Ich würde gerne heiraten, weil ich aus einer Gesellschaft komme, wo das üblich ist.

    Angst um das eigene Leben? Wenn die Ehe nicht klappt und sich die Frau trennt, dann ist das Leben wegen der Rache der Gegenseite in Gefahr?

    @ Aleonor

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    Soweit ich weiß hat sich das mit dem Unterhalt für den Expartner inzwischen auch weitestgehend erledigt. Inzwischen wird einem zugemutet das man das Kind betreuen lässt und seinen Lebensunterhalt selbst bestreitet ..

    Es gibt tausend Ausnahme- und Sonderregelungen.


    Wenn es die Frau drauf angelegt, kann sie viele viele Jahre Unterhalt aus dem Mann rauspressen.


    Als Mann kann man auf ~1000€ Selbstbehalt runtergestutzt werden. Muss schon ein scheiß Leben sein die nächsten 20 Jahre von 1000€ leben zu müssen. Viel Spass beim Aufbauen einer neuen Familie. Das Leben ist nach einer ungünstigen Scheidung praktisch vorbei.

    @ schnuggi018

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    gattenunterhalt kann man im vornhinein ausmachen, schirftlich, dass man sich so und so einigt...eben dass der gatte/die Gattin nichts bekommen wird...

    Nope, wenn diese schriftliche Einigung vom Gericht als für den Mann zu "günstig" eingestuft wird, kann sie wegen "Sittenwidrigkeit" für ungültig erklärt werden. Man braucht sich im Internet nur die tausenden Fälle durchzulesen, wo genau das passiert ist. Solche Einigungen haben daher nur einen geringen Wert, weil sie vor Gericht keinen Bestand haben, wenn es die Frau drauf anlegt. Leider.

    @
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    aber wie gesagt,

    das ist eigentlich nur dann relevant wenn der TE voll vermögend ist

    Nope, wenn der Mann gut verdient, dann sind es schnell mal 1400€ monatlich, die er insgesamt an Unterhalt, Kinder-Alimenten und "Sonderzahlungen" loswird. Das ist nicht wenig Geld. Wenn Du da in Steuerklasse 1 z.B. 2500€ machst, dann bist Du im ungünstigen Fall nach Abzug aller "Transferzahlungen" auf Selbstbehalt runter. Bitter. Wenn die Kinder dann schon fast erwachsen sind, dann hält man die Zeit bis zur Absolvierung ihrer Ausbildung noch irgendwie aus, aber wenn die Scheidung eintritt wenns noch Kleinkinder sind. Dann ist es wahrscheinlich mit weniger Leid verbunden sich 'ne Pistole in den Mund zu stecken.

    @ Schokoladensüchtige

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    Allerdings muß man auch immer dazusagen, daß man die Kinder-Kosten auch hätte, wenn man zusammenbleibt. Finde es immer sehr armselig, wenn der Mann (oder auch die Frau, völlig egal) sich vor Kindesunterhaltszahlungen drückt.

    Es fallen aber immer weniger Kosten an, wenn man nur EINEN Haushalt und EINE Wohnung finanzieren muss, als wenn man die Kosten für ZWEI Haushalte und ZWEI Wohnungen zu stemmen hat (sogenannte Synergieeffekte!). Das muss euch doch klar sein. Es ist immer günstiger und besser wenn die Familie in EINER Behausung wohnt als wenn alles getrennt und doppelt vorhanden ist und bezahlt werden muss.


    Kinderunterhaltszahlungen müssen sein, keine Frage, wobei ich diese von der Höhe her teilweise auch für etwas überzogen halte.


    Dem Mann sollte imho auch zugestanden werden sich nach der Scheidung wieder eine Familie aufbauen zu können. Welche Frau will aber einen Mann, wenn er nach "Begleichung" der monatlichen Schuld noch 1100€ übrig hat [...].

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    Wenn man keine Kinder will, ob in einer Ehe oder nicht, dann kann man(n) vorsorgen. Und muß dann auch nicht zahlen. Wenn man Kinder will, dann hat man nun mal auch eine finanzielle Verpflichtung. Egal ob man noch zusammen ist oder getrennt.

    Vielleicht möchte man ja Kinder unter dem Vorbehalt, dass man zusammenbleibt und von den Kindern auch was hat. Kinder sind kein alleiniges Eigentum der Frau. Es ist doch ein gesellschaftlicher Irrweg, wenn eine heile Familie immer mehr zu Ausnahme wird und Scheidung, Alleinerziehende und Patchworkschwachsinn zur neuen "(Ab)Normalität" werden.


    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/patchwork-beziehungen-das-geheuchelte-familienglueck-11023187.html

    @ schnuggi018

    Zitat

    wobei auch dann gibt's eine Lösung, und die heisst Ehevertrag......

    Ehevertärge können vom Gericht für ungültig erklärt werden.


    Das ist ja das Dramatische an deutschen Ehe- und Scheidungsgesetzen: Alles kann für ungültig erklärt werden, [...]. Könnte man sowas vertraglich regeln und sicher sein, dass es nach der Scheidung dann noch Bestand hat, dann wäre ich deutlich beruhigter. [...] Und dann kämpf mal dagegen an (über die Anwalts- und Verfahrenskosten, falls man Revision einlegen und die ganze Angelegenheit eine Stufe höher am LG, OLG klären möchte, brauche ich dir ja nix zu sagen. Das sind schnell mal mehrere Zehntausend €. Viel Spass!)

    @ LolaX5

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    Nein, war er nicht! :|N Die Leute sind (notgedrungen oder weil sie es so wollten) einfach auch in schlechten Ehen geblieben.

    Das mag sein. Die Frage ist: Wird es nach der Scheidung denn besser? Viele Leute sind zu euphorisch, was die Scheidung angeht, und malen sich eine supertolle Zukunft nach der Scheidung aus. Die Realität holt diese Leute dann aber schnell ein: Frau merkt dann, dass sie als Alleinerziehende mit zwei Kindern nicht mehr sonderlich beliebt ist auf dem Partnermarkt, der Neue bringt auch Patchwork-Altlasten mit, Geld sitzt nicht mehr so locker, der Mann merkt, dass er nach Scheidung wegen Alimenten und co. kaum noch Geld hat und die Frauen auch nicht mehr so locker anspringen usw.! Ich habe in näheren Bekanntenkreis mittlerweile viele Leute erlebt, die rückblickend zum Fazit gelangt sind, dass die Zeit nach der Scheidung doch nicht so toll geworden ist wie sie sich das ursprünglich erhofft haben.

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    . Dann ist es wahrscheinlich mit weniger Leid verbunden sich 'ne Pistole in den Mund zu stecken.

    Sich umbringen, weil das Leben mit 1.000 angeblich "scheiße" und nicht lebenswert ist? Ernsthaft? Ich frage mich echt, in was für einer Anspruchswelt viele Menschen leben. Traurig sowas....

    Da es fast unmöglich ist über dieses Thema sachlich zu diskutieren, möchte ich nur ein paar Tips abgeben:


    Vor der Heirat sollte unbedingt ein Ehevertrag mit folgenden Punkten beim Notar hinterlegt werden:


    1. Gütertrennung


    2. Wegfall des Versorgungsausgleichs


    3. Unterhalt für den (Ex)Partner max. 2 Jahre in Höhe des Sozialhilfesatzes


    4. Verträge schließt der ab der sie auch bezahlt. (Hypotheken, Ratenkäufe etc.)


    Schließlich heiratet man doch aus Liebe und nicht des Geldes wegen................

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    1.000 Euro. Man kann von 1.000 Euro netto sehr gut leben. Gilt natürlich nicht, wenn man total bequem und verwöhnt ist und jeden erdenklich überflüssigen Konsummist "braucht"

    Von 1000€ in einer Großstadt sehr gut leben können?


    Da gehen doch schon 600€ warm für 'ne kleine 2-Zimmerwohnung im Problembezirk weg. Von den restlichen 400€ wird es aber sehr knapp mit "sehr gut leben". *lol*


    Warum kann denn die Scheidungsfrau von 1000€ netto nicht sehr gut leben? Warum braucht sie unbedingt noch 1400€ vom Mann?

    Zitat

    Ehe und Kinder heutzutage finanzieller Selbstmord für den Mann?

    Das kommt an wie viel Luft nach oben da ist ;-D


    Wenn man Kinder bekommt weiß man auch im Falle einer gutlaufenden Ehe, dass die was kosten.


    Und was ist, wenn der Mann arbeitsunfähig wird oder ähnliches? Richtig, dann ist die Ehe finanzieller Selbstmord für die Frau.


    Wenn einem das Risiko nicht erträglich erscheint und der Partner mitspielt, schließt man eben einen Ehevertrag ab und/oder bleibt kinderlos, fertig.


    Wenn einen die Scheidungsquote schon so beeinflusst, würde ich aber tatsächlich (erstmal) von der Heirat abraten ":/ Mich schreckt das nicht ab - guck dir die Paare an, die sich so trennen. Bei nem Großteil war von Anfang an klar, dass die nicht happily ever after mit 90 im Schaukelstuhl sitzend enden :=o

    Fakten analysieren und dann entscheiden. Dann Konsequenzen tragen.


    Du entscheidest, du badest es aus.


    Die aktuellen gesellschftlichen Tatsachen krempeln wir nicht um. Wenn es halt so ist, dass demnächst die Frauen mehr verdienen als die Männer, und die Männer putzen zuhause mit Schürzchen, und werden verprügelt wenn sie im Stehen pinkeln, dann dreht sich der Wind auch wieder.


    Dann werden die Frauen der Enkel eben den Enkeln 1.400 € Unterhalt zahlen.


    Es ist halt heute so, dass die Leute unabhängiger sind, weniger abhängig, weniger verbunden. Bist du denn kompromisslos treu, bindungsfähig und loyal bis in die innerste Faser deiner Persönlichkeit? Dann findest du heute mit dem immer nötigen Glück auch eine passende Partnerin, die das zu schätzen weiß.


    Die dich nicht abnutzt, und dann zusammenknüllt, wegwirft, sich den Mund abwischt und weitergeht. Und die Wert auf eine lebenslange tiefe Bindung lebt.


    Ich finde den Gedanken so schön. Das reicht mir schon fast. Mir wird es klarer, dass man im Leben nicht immer das kriegen kann, was man sich wünscht / braucht / zu brauchen meint :/

    Ich habe ja ehrlich gesagt den Sinn des Heiratens noch nie verstanden. Warum stellt man sich vor einen Beamten und lässt sich seine Partnerschaft vom Staat offiziell bestätigen? Ergibt für mich irgendwie überhaupt keinen Sinn. Finde ich nicht mal irgendwie romantisch.

    wer heiratet ist selbst schuld. gilt übrigens für frauen wie für männer. eine völlig überflüssige gesellschaftliche konstruktion, die für die beteiligten ausser sentimentalem kitsch nur rechtliche und finanzielle risiken mit sich bringt.


    im endeffekt ist die lösung der französische pacte civil de solidarité (pacs). eine unkomplizierte ehe light, die den "verpacsten" ansprüche im krankheitsfall oder bei erbangelegenheiten einräumt, ansonsten aber dem paar viele freiheiten lässt, den grad der gegenseitigen absicherung und unterstützung selbst, nach eigenen bedürfnissen, festzulegen.


    http://www.zeit.de/2015/14/ehe-light-frankreich-schweiz