So Unrecht hat der TE gar nicht. Meine Eltern haben sich nach über 20 Jahren scheiden lassen. Er hat Unterhalt an meine Mutter und an meinen Bruder gezahlt. Viel übrig hatte er dann nicht mehr. Das liegt aber auch daran, dass man ja monatlich nie das ausgibt, was im Falle einer Scheidung anfällt. Auch wenn man monatlich zum Beispiel 100 Euro Kindergeld bekommt (in einer Ehe), heisst das ja nicht, dass man Monat für Monat dieses Geld auch ausgibt. Das heißt aber nicht, dass der Unterhalt meiner Mutter nicht zustand. Sie hat uns ja als Mutter in der Kindheit versorgt und hatte auch nur Teilzeitstellen, die damals noch nicht sozialversicherungspflichtig waren.

    Zu glauben, dass man mit einem Ehevertrag sämtliche Nachteile von sich abwenden kann, ist ziemlich naiv. Die Ehe an sich ist schon ein Vertrag, keine reine Liebeserklärung. Mit Ehevertrag kann man nur die Bedingungen etwas modifizieren, ob das Sinn macht kommt auf den Einzelfall an. Kindesunterhalt kann man schon mal nicht ausschließen und bei eklatant unausgewogenen Verträgen droht die Nichtigkeit weil sittenwidrig.

    Ich denke auch, dass ein Ehevertrag nur bei größeren gemeinsamen Anschaffungen Sinn macht. Unterhaltsleistungen sind ja gesetzlich geregelt. Und wer sich vor dem Zahlen drücken will, der drückt sich auch trotz Ehevertrag. Und das Drücken ist auch sehr einfach. Ich kenne persönlich einen Fall, da hat der Vater von zwei Kindern seinen Job nach der Scheidung absichtlich gekündigt, damit er kein Unterhalt zahlen muss. Natürlich häufen sich die Schulden beim Amt, gezahlt hat er trotzdem einige Zeit nicht.

    Zitat

    Das liegt aber auch daran, dass man ja monatlich nie das ausgibt, was im Falle einer Scheidung anfällt. Auch wenn man monatlich zum Beispiel 100 Euro Kindergeld bekommt (in einer Ehe), heißt das ja nicht, dass man Monat für Monat dieses Geld auch ausgibt.

    Ich hatte es weiter oben schon erwähnt. Nach einer Scheidung muss der Elternteil, bei dem die Kinder sind, schon mal allein für eine Wohnung aufkommen, die 1-2 Zimmer (je nach Anzahl und Alter der Kinder) mehr hat, als die Person allein bräuchte. Dazu entsprechend mehr Nebenkosten (Heizkosten und Wasser), mehr Strom (PC, Handy laden, 2. Fernseher usw.)... dazu mehr Nahrungsmittel usw.


    Glaub mir, vom Geld für Kindesunterhalt bleibt nicht so viel über wie du vielleicht meinst. :|N

    Fakt ist, wenn ein Partner sich trennt und de Partnerin die beiden Kinder in eine andere Wohnung ziehen, muss der Partner Unterhalt zahlen. Der fällt nunmal bei Verheirateten nicht an. Und je nachdem wie gering der Verdienst des Partners ist, kommt er auch nur gerade über die Runden.

    Ich habe diese ganzen Mist als Scheidungskind durch. Wie oft meine Eltern sich Anwaltsbriefe geschickt haben...Es war für uns Kinder eine Katastrophe. Nur Streitereien ums Geld und wir dazwischen. Bin da wirklich sehr geprägt und halte auch nicht viel vom Heiraten. Trotz dass ich meinen Partner nun 10 Jahre habe, einen Trauschein muss ich (bis jetzt) noch nicht haben.Auch wenns unromantisch klingt, für Fälle wie Verfügungen, gibt es auch Notare. Sollte meinem Partner mal etws passieren, möchte ich natürlich Bescheid wissen.


    Wir überlegen gerade sogar in den nächsten Jahren Eigentum zu kaufen. Der Schritt ist für mich viel risikoreicher als eine Heirat.

    @ Schokoladensüchtige:

    Dann verstehe ich aber auch die Frauen nicht, welche ein Kind bekommen, obwohl der Partner keins will. Selbst bei einem Goldhamster wird doch vorher meist der Partner gefragt... Bei einem Kind klärt man das dann erst hinterher oder wie?

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    Selbst bei einem Goldhamster wird doch vorher meist der Partner gefragt... Bei einem Kind klärt man das dann erst hinterher oder wie?

    Das liegt vielleicht dran, dass zu einem Kind ein Zeugungsakt gehört, an dem sowieso schon beide beteiligt sind.

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    Dann verstehe ich aber auch die Frauen nicht, welche ein Kind bekommen, obwohl der Partner keins will. Selbst bei einem Goldhamster wird doch vorher meist der Partner gefragt... Bei einem Kind klärt man das dann erst hinterher oder wie?

    Wenn man(n) kein Kind will, kann er vorsorgen. Fertig. Ein Restrisiko bleibt sicher, selbst bei Sterilisation, aber das muß man(n) dann eben in Kauf nehmen. Wer sich als Mann 100% auf die Frau verläßt aber definitiv und ganz und gar nicht ein Kind will, der ist selbst Schuld. Er hat es doch selbst in der Hand?!


    Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist - die Frau ist schwanger - kann natürlich sie entscheiden, ob sie es bekommt oder nicht. Aber das weiß man(n) auch vorher. Und selbst wenn eine Frau vorher und ganz ehrlich kein Kind wollte - wenn sie dann schwanger ist kann sich das auf einmal komplett ändern. Das läßt sich überhaupt nicht vorhersagen. Das ist sehr emotional.


    Und ansonsten obliegt es natürlich immer dem jeweiligen Paar, die Entscheidung über Nachwuchs zu treffen. Mal abgesehen von einem sehr niedrigen Restrisiko muß heute keiner Kinder bekommen, der keine will, egal ob Mann oder Frau.

    Nun ich denke nicht, dass die meisten ungewollten Kinder durch misslungene Sterilisationen oder geplatzte Kondome entstehen. Die allermeisten Paare die ich kenne reden einfach nicht wirklich über das Thema Kinderwunsch. Man kriegt halt eins und dann erst redet man mal darüber.

    Tja, auch der Mann kann den Mund aufmachen und das Thema auf den Tisch bringen. Und dann eben ggf. selbst vorsorgen. Empfiehlt sich in meinen Augen als Mann IMMER, wenn man partout keine will.