Ehemann verlassen für eine neue Liebe?

    Ich schreibe unter einem Alias, weil ich in der Vergangenheit hier in einem anderen Bereich sehr viel geschrieben habe, aber mich auch etwas dafür schäme jetzt in der Situation zu sein in der ich im Moment bin. Ich hoffe ihr habt dafür Verständnis.


    Man kann sagen, vor einem Jahr war mein Leben noch in Ordnung und jetzt stehe ich vor dem Scherbenhaufen desselben und weiß nicht mehr ein noch aus.


    Ich bin 30, weiblich, verheiratet, und stecke ziemlich in der Klemme.


    Ich habe letztes Jahr nach 8 Jahren Beziehung meinen Mann geheiratet, wovon die ersten 5 Jahre sehr glücklich waren, die letzten drei Jahre davon überschattet waren dass ich einen starken Wunsch hatte, zu Heiraten und eine Familie zu gründen, während mein Mann (34) sich dazu noch nicht bereit fühlte und mich lange hinhielt.


    Wir hatten uns im Studium kennen gelernt und hatten die ersten Jahre viele Gemeinsamkeiten, den Sport, Reisen, berufsbedingter Umzug in eine neue Stadt und das einleben dort. Ich wartete lange auf einen Heiratsantrag und war schon entsprechend gekränkt als keiner kam. Als der Antrag dann nach 6 Jahren Beziehung endlich kam, war ich euphorisch und glücklich. Ich plante mit Feuereifer eine große Hochzeit, zu der all unsere Freunde und Familien kamen und die natürlich entsprechend teuer und aufwendig war.


    In den letzten 3 Jahren hatte ich immer häufiger das Gefühl, dass mein Mann (noch) keine Kinder möchte, während ich es mir sehnlichst wünschte. Er wusste um diesen Herzenswunsch und hatte dennoch immer Ausreden parat (die nächste Beförderung, der nächste Urlaub...).


    Ich habe darauf vertraut dass er meint, was er sagt, nämlich dass er BALD soweit wäre. Nur das die Deadlines, die er mir auf Nachfrage gab, wann er denn soweit wäre, immer weiter nach hinten verschoben wurden. Aus "nächsten Herbst" wurde "nächstes Frühjahr" usw. Ständig kamen scheinbare Umstände dazwischen, in Wirklichkeit wohnen wir seit 5 Jahren in einer für 2 Menschen viel zu großen Wohnung und arbeiten seit 7 Jahren in unseren studierten Berufen.


    Faktisch gibt es bereits seit Jahren keinen Grund mehr, es nicht zu wagen. Es ist ein "Bauchgefühl" von ihm, noch nicht so weit zu sein.


    Mit dem Heiratsantrag kam bei mir die Hoffnung darauf, das selbiges bedeuten würde, dass er nun soweit sei, von unserem, wie ich es mittlerweile verbittert nenne, "freien Studentenleben" Abschied zu nehmen und mit mir den nächsten Schritt zu wagen.


    Im Jahr vor der Hochzeit war vereinbart das wir nach der Hochzeit die Verhütung weglassen wollen und es probieren wollen.


    Die Hochzeit, die letzten Sommer stattfand war herrlich, ein wunderschöner Tag. Doch danach kam es, wie es mancher vielleicht hätte kommen sehen, nur ich nicht: Mein Mann begann wieder zu "schieben". Erst auf den Herbst, dann kam bei ihm die nächste Beförderung, er schob also das Thema Kinder in den Winter usw...


    Ich war darüber unglücklich, habe manchmal geweint, bekam langsam das Gefühl, mein Mann wollte vielleicht keine Kinder und habe dies nur vorgegeben, um mich nicht zu verlieren. Meine Ehe und die Liebe zu meinem Mann habe ich zu diesem Punkt nicht deshalb angezweifelt. Ich dachte, mal wieder, ich müsse halt geduldig sein.

  • 349 Antworten

    In dieser Zeit passierte es, dass ich über ein gemeinsames Projekt bei der Arbeit einen Kollegen näher kennenlernte. Wir schrieben uns anfangs sehr viele fachliche E-Mails, über Monate hinweg täglich, und immer mehr sickerten auch persönliche Informationen übereinander durch.


    Er ist 17 Jahre älter als ich, geschieden, hat 2 Kinder aus erster Ehe, und war zu dem Zeitpunkt, da wir uns kennenlernten, in einer langjährigen Beziehung mit einer Frau seines alters, mit der er aber nicht zusammen wohnte.


    Anfangs waren wir beide sehr unbekümmert, schrieben fröhlich drauf los, nichtahnend, was passieren kann. Wir wähnten uns in Sicherheit, war ich doch frisch verheiratet und er ebenfalls vergeben, redeten offen über unsere Beziehungen und andere Bereiche des Lebens. Zur selben Zeit merkte ich erstmals nach der Hochzeit, dass mein Mann wieder begann, das Thema Kinder zu schieben.


    Bei Firmenfeiern sah ich, wie toll mein Kollege mit seinen Kindern (mittlerweile im Teenageralter) umgeht, und bewunderte es im Stillen.


    Nach Monaten des täglichen Sehens und E-Mailverkehrs wurde uns bewusst, das das, was wir dort taten, zu weit ging, doch da war es bereits zu spät: Ich hatte mich hoffnungslos in diesen Mann verliebt. Ich gestand es ihm, und er war ebenso schockiert wie ich. Wir versuchten den Kontakt abzubrechen, was uns mehrfach nicht gelang. Irgendwann gestand auch er mir, dass er sich in mich verliebt hatte.

    Probleme in der Partnerschaft. Man kann nicht wirklich darüber reden und dann kommt DER Mann daher.


    Strohfeuer. Für mich wirkt es eher wie ein Strohfeuer.


    Frage Dich was Du willst. Möchtest Du nur das dein Mann seien Meinung ändert und sonst ist alles schön? Willst Du diesen anderen Mann, mit all seinen Macken die du noch nicht kennst.


    Bedenke was Du hast und was Du kriegst.


    Warten bis das Strohfeuer vorbei geht oder Beziehung beenden und mit DEM Kerl durchbrennen. Was das richtige ist wissen wir alle nicht. Das weißt nur Du.


    In der Regel ( Erfahrungen) kehren die meisten zurück.

    Vor Allem - geht es Dir um den Kinderwunsch oder dass es Dich stört, dass Dein Freund nicht klar Stellung bezieht? Denn bedenke.. der Man ist 47 und hat schon 2 Kinder. Glaubst Du, er möchte noch weitere Kinder? Mal hypothetisch.. man muss sich ja erstmal kennenlernen, die alte Beziehung verdauen, zusammenziehen, ein paar Jahre miteinander verbringen und gucken ob das klappt.. und dann bist Du vielleicht 34, er 51...?? Hm..


    Ich sehe es wie Tinger, Du bist unzufrieden und somit offen für diesen neuen Mann, Klassiker. Trotzdem natürlich saudoof.


    Was sagt Dein Freund wenn er Dich vertröstet? Haust Du auch mal auf den Tisch und fragst ihn ob es sein kann, dass er DOCH keine Kinder will? Hinterfragst Du seine Gründe oder nimmst Du die einfach nur so hin? Ich sehe da wirklich dringenden Redebedarf und das große Problem.


    Wenn Du sagst, er hätte Dich lange warten lassen auf den Heiratsantrag.. gut möglich, dass er Deine Unzufriedenheit und Erwartungshaltung spürt, sich dadurch total unter Druck gesetzt fühlt, es ihm damit nicht gut geht und er deswegen wieder verschiebt und verschiebt... was ich übrigens echt verstehen kann. Nur, wenn er wirklich ein ernsthaftes Problem hat oder sich gegen Kinder entschieden hat, dann sollte das klipp und klar kommuniziert werden.

    Zitat

    Bei Firmenfeiern sah ich, wie toll mein Kollege mit seinen Kindern (mittlerweile im Teenageralter) umgeht, und bewunderte es im Stillen.

    Puuhh, kann es nicht sein, dass du genau dieses Verhalten auf ein gesamtes Beziehungsleben projezierst? Nicht, dass ich das unterstelle (nach so kurzer Schilderung), aber dein Herzenswunsch "Kinder" kann ja leicht ein Bedürfnis auslösen.


    Alles, was du negativ über deinen Mann schreibst, ist, dass er solche "Familiendinge" wie Heiraten und Kinder eben nicht so euphorisch verfolgt wie du. Du warst glücklich mit deinem Mann, bis du ungeduldig wurdest. Sonstige negative Dinge über ihn schreibst du gar nicht.


    Geht es wirklich einfach nur um diese Familien-Meilensteine? Du bist 30. Eigentlich kein Grund eigentlich, nervös zu sein. Viele, die ich kenne, waren mit 30 nicht einmal verheiratet und Kinder bekommen die meisten auch erst mit Mitte 30. Ich kann da deinen Mann verstehen, dass er sich vielleicht "höflich" ausdrückt, dass er noch etwas Zeit im Bauch braucht.


    Wenn das der Grund wäre, alles hinzuwerfen: würdest du das mit dem anderen Mann denn stattdessen erleben können? Er ist 47 (fast so alt wie ich). Würde er nochmal Kinder wagen, die in die Pubertät kommen, wenn er Rentner ist? Ist es wirklich der unerfüllte Kinderwunsch, der dich schwach werden lässt, oder ist da noch mehr zwischen dir und deinem Mann?


    So eine "biologische Uhr" kann ganz schön aggressiv sein, aber mach nicht dein Leben davon abhängig. Denn das Leben und eine Beziehung sind nach einer solchen Entscheidung ja mehr als nur "schwanger werden". Ich glaube fast, du brauchst mal eine Zeit der Ruhe und inneren Einkehr, bis du nochmal neutral reflektieren kannst, wo du stehst und wo du hinwillst. Es liest sich so, als wäre da irgendwas außer Kontrolle geraten (und ich kann mir denken, wie die Geschichte weitergegangen ist :-/ ).

    Hallo Alias,


    leider beschreibst Du im ersten Teil deines Eingangsbeitrags etwas, das sehr typisch ist für Beziehungen, deren Verlauf und deren Ende. Ganz oft ist es so, dass einer der Partner eine schnellere Gangart hat als der andere. Du bist offensichtlich diejenige mit dem schnelleren Gang. Ihn dafür zu verteufeln oder als zögerlich darzustellen, halte ich für falsch. Er ist einfach und tatsächlich noch nicht so weit wie Du. Seinerseits ist es aber auch feige, nicht deutlich zu machen, wie es wirklich ist. Er müsste eigentlich sagen: "Ich will jetzt keine Kinder und ich weiß auch noch nicht, wann sich das ändert. Ich will aber auch nicht ständig darüber reden, sondern mein Leben genießen, also hör auf damit." Stattdessen flüchtet er sich aber in immer neue Begründungen und verweigert es, sich dem Problem zu stellen. Denn ein Problem ist es ja, zumindest für dich.


    Das, was dir jetzt mit deinem Kollegen passiert ist, ist eine Variante, wie dein Hirn die Situation unbewusst auflöst. Nämlich so: Partner will keinen Nachwuchs, also bringe ich die Kleine einfach dazu, sich einen anderen Partner zu suchen. Und das wäre dann das Ende deiner Ehe.


    So weit, so gut. Aber Du bist mehr als die Summe deiner Wünsche, oder? Du bist in der Lage dir auszumalen, was passieren wird. Manchmal hilft es, wenn Du es liest, daher:


    Du trennst Dich von deinem Mann, kommst mit dem neuen zusammen, der sich bei näherem Hinsehen als gar nicht mehr so spannend und interessant herausstellt. Er hat Kinder, die dich möglicherweise als Eindringling betrachten (und Teenager können extrem hinterfotzig sein). Er hat eine Ex-Frau, die dich möglicherweise als jüngere Konkurrenz betrachtet und neidisch ist (wie hinterfotzig Exfrauen werden können, davon kann ich dir ein Lied singen...). Er hat ein Umfeld, das möglicherweise ebenso reagiert wie seine Ex-Frau und seine Kinder. Ihr beide habt Kollegen, die tratschen werden, vielleicht Vorgesetzte, die eure Beziehung nicht gutheißen, etc...


    Die Liste der Probleme, die Du dir gerade aufhalsen willst, könnte ich endlos fortsetzen. Die Essenz daraus ist (und das klingt jetzt hart, weil es genau das ist, was die Leute denken werden), dass Du die kleine Schl*** bist, die den armen alten Mann verführt und das Verhältnis zu seinen Kindern zerstört hat, die sich in der Firma/der Behörde hochschlafen muss, weil sie nichts kann, die einen Versorger sucht, damit sie nicht mehr arbeiten muss, etc... Auch diese Liste könnte ich endlos fortsetzen.


    Dazu kommt, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine weiteren Kinder will (erzähl ihm das mal, Du wirst staunen, wie schnell ein Endvierziger laufen kann), dein "Lebenstraum" sich also erst recht nicht erfüllt.


    Alles in Allem wäre eine Trennung von deinem Mann und ein Beziehungsbeginn mit dem alten Kollegen das dümmste und schlimmste, was Du dir selbst antun könntest. Du hast Gefühle, ok. Du hast aber auch einen Verstand, der sie kontrollieren können sollte. Wenn das nicht so ist, dann verlass deinen Mann, angel dir aber bitte keinen Neuen, Du würdest nämlich jedem von ihnen irgendwann wehtun müssen.

    Ich finde schon, dass die TE in einem Alter ist, wo man die Kinderplanung nicht mehr ohne Ende aufschieben kann. Nicht jede Frau will Spätgebärende und das auch noch mit dem ersten Kind, sein.


    Die neue Verliebtheit finde ich auch unpassend, ...vom Alter her und das ganze Ringsherum...


    Ich würde der TE raten, ihrem Mann klarzumachen, dass der Kinderwunsch mittlerweile ein ernstes Problem darstellt, und sie nun definitiv schwanger werden will. Ansonsten halt Konsequenz der Trennung ankündigen.

    Ich denke auch, es besteht die Gefahr, dass du weniger in den Mann, sondern mehr in das von ihm vorgelebte Ideal (hier: liebender Vater) verliebt hast. Bedenke, dass auch der neue Mann nicht zwingend noch mal Kinder will, er hat ja schon zwei.


    Ich würde auf jeden Fall auch noch mal zu klarer Kommunikation mit deinem Mann raten, und auch du selbst solltest dir klar werden, was seine Haltung für dich bedeutet. Denn wenn du mal ehrlich bist, ist eines ziemlich offensichtlich: dein Mann will keine Kinder. Mach dir klar was das für dich und euch heißt.

    Alias 727889


    Du befindest Dich gerade in einem ziemlich dicken Dilemma. Es ist nicht ungewöhnlich, dass zwei sich liebende Partner über Familienzuwachs und Hochzeitspläne unterschiedliche Zeitvorstellungen haben.


    Wie sehen zwischen Deinem Ehemann und Dir andere Pläne eurer Beziehung aus? Gibt es zum Beispiel auf Seiten Deines Mannes Träume vom eigenen Haus mit Grundstück? Geht es ihm um eine ganze bestimmte berufliche Position, die er bis zu einem gewissen Alter erreicht haben möchte?


    Es kann sein, um die Position mit den Augen Deines Mannes zu stehen, dass er befürchtet mit einem Baby im Hintergrund einige Pläne nicht mehr so zeitnah erreichen zu können wie das jetzt noch ohne größere Belastungen durch ein Kind der Fall ist. Habt ihr materiell die Grundlage, um eine längere Kinderbetreuungszeit unproblematisch zu überstehen? Könnten das Befürchtungen Deines Mannes sein in Bezug auf ein Baby?


    Natürlich hat es ein im Leben bereits geerdeter Mann, dem der Druck nach immer weiter, immer höher und schneller völlig abgeht auf eine junge Frau eine sehr anziehende Wirkung. Dein Arbeitskollege ist sicher im Ganzen schon ruhiger und in sich ruhend. Strahlt somit eine andere Aura Dir gegenüber aus.


    Das kann sehr faszinierend sein. Er hört Dir auf anderer Ebene zu, seine Ratschläge wirken für Dich authentischer, weil er durch sein vorheriges Familienleben lebenserfahrener ist als Du.


    Auch der gemeinsame berufliche Background trägt sein Übriges dazu bei, dass Du Dich gerade super wohl und anerkannt fühlst. 17 Jahre Altersunterschied lassen einen Mann schon anders auf Dich wirken als ein noch junger tatendurstiger karriereorientierter Ehemann, der mitunter noch die Flausen aus dem Studentenleben mit sich rum trägt.


    Aber versuche nicht nur das rein Positive dieser Begegnung mit dem neuen Schwarm zu sehen. Der Arbeitskollege ist Dir in der Entwicklung um einiges voraus. Wie ein Leben im Alltag mit allen Macken und Eigenarten die er aus der Vergangenheit in sich trägt aussehen könnte, weißt Du noch nicht.


    Mit Deinem Mann bist Du in einen gestandenen Alltag gemeinsam rein gewachsen. Unterschätze das bitte nicht, es bildet eine wichtige Grundlage eurer bisherigen Ehe.


    Auf jeden Fall wäre es gut (ob richtig vermag ich nicht zu beurteilen) mit Deinem Partner ein ehrliches Grundsatzgespräch zu führen. Das bedeutet, dass Du mit ihm konkret darüber reden solltest wie er euch als Paar sieht. Frage ihn nach seinen Wünschen und Sichtweisen in Bezug auf den Familienzuwachs. Welche Pläne er noch ohne Kind und Kegel für sich verfolgt.


    Versuche dies ohne Vorwurfshaltung ihm gegenüber zu tun. Ich finde solche Gespräche aus einer emotionalen Schieflage heraus recht schwierig zu führen.


    Es gibt in Dir bereits seit der Hochzeit eine hohe Erwartungshaltung zum Konzept eurer Ehesituation. Das führt fast zwangsläufig dazu, dass auf beiden Seiten Druck und innere Erwartungshaltung miteinander kollidieren.


    Gibt es einen bestimmten Grund für Dich gerade zeitnah am Kinderwunsch festzuhalten? Oder ist es "nur" das Bedürfnis endlich Mutter sein zu können? Machen Dir vielleicht gleichaltrige Freunde Druck, weil sie schon ein Familienleben haben oder dies in Kürze in Angriff nehmen mit dem Familienzuwachs?


    Ich halte solche äußeren Einflüsse nicht für unwesentlich. Persönlich kann ich Deinen Wunsch keine "alte" Mutter zu werden durchaus verstehen. In Deinem Alter waren bei mir mit 3 geborenen Kindern die Familienplanung schon längere Zeit abgeschlossen. Kann aus meinem Gefühl heraus gut nachvollziehen wie wichtig Dir das ist.


    Was ich allerdings auch aus eigener Erfahrung weiß, dass es nicht gut ist, wenn man sich dabei gegenseitig überfällt mit der eigenen Anspruchshaltung. Das spätere Familienleben ist umso harmonischer je näher der gegenseitige Wunsch nach einem Kind bzw. mehreren Kindern als Partner beeinander liegt.


    Die Anziehung zu Deinem Arbeitskollegen könnte derzeit "nur" ein Symptom sein für eine Ursache, die in Deiner Ehe liegt. Ich halte es für wesentlich, dass Du das für Dich gut auseinander halten kannst, weil es Dein Handeln zunehmender bestimmen wird.


    Gibt es außer der Baustelle massiver eigener Kinderwunsch noch andere "Störquellen" in der Beziehung zu Deinem Mann? Ist er Dir generell zu wenig zugewandt, zu karriereorientiert geworden, sodass eure Harmonie bereits einen kritischen Punkt erreicht hat? Wie sieht euer Beziehungsalltag aus, wie die besonderen Momente im Umgang miteinander?


    Welche Bedürfnisse in Dir befriedigt Dein Schwarm in der Firma besser als Dein Mann? Welche Wellen und Schwingungen fängt er besser auf, die Dir gut tun?


    Ich finde es sehr wichtig, dass Du das für Dich ohne zu große Wirkung der Verliebtheitshormone neutraler ergründest. Ein emotionaler Schnellschuss kann für euch alle fatale Folgen haben. Zumal ich durch eine Forenteilnehmerin in Deinem Alter im privateren Kontakt erlebt habe, wie schnell sich nach einer Trennung Gefühle überborden, und wenn es dann wirklich konkreter wird, beim Schwarm nach einiger Zeit völlig gegensätzliche Einstellungen ergeben haben.


    Anfänglich kommunizierter Kinderwunsch war nach ein paar Monaten nicht mehr vorhanden, weil sich die eigenen Kinds mitten in der Pubertät befanden.


    Hochzeit wurde zum Zeitpunkt X stets weiter von sich geschoben etc. Was ich damit anregen will ist, genau darüber nachzudenken, ob Dein Schwarm-Mann, der ein Großteil gelebtes Leben mit Erfahrungen bereits hinter sich hat insbesondere in Bezug auf den Familienalltag, wirklich noch jene Verbindlichkeit für sich sucht, wie sie Dir derzeit sehr wichtig ist. Im Rausch der Gefühle glaubt Mann und Frau in der Liebe Berge versetzen zu können.


    Es ist nicht unmöglich, aber kann im Details andere Formen annehmen und es wäre tragisch, einzig deshalb aus einer Ehe zu fliehen, die noch ein gutes Potential hat, weil Du Deine mütterlichen Sehnsüchte nach einem Kind nicht mehr länger unterdrücken willst.


    Such das offene Gespräch zu Deinem Mann, und bis zur Klärung eurer gemeinsamen Ehesituation würde ich versuchen keine neue Baustelle eröffnen, die Dich in die Lage zwischen den Stühlen zu sitzen bringt.

    Zitat

    Mein Mann begann wieder zu "schieben".

    Dein Mann hat nicht den Arsch in der Hose, klar zu sagen, was er will und gab deinem Drängen nach Hochzeit nach. Kinder will er offensichtlich nicht, vermutlich hat er auch dort keinen Arsch in der Hose, das klar zu kommunizieren. Kinder sind jederzeit möglich, wenn man sie will- alles andere sind Ausreden- dein Mann hat da vermutlich viele auf Lager. Ich vermute, dass gar nicht allein dein unerfüllter Kinderwunsch dazu beigetragen hat, dich von deinem Mann mental zu entfernen und dich deinem Kollegen anzunähern, sondern die Herumeierei, das Weicheiverhalten deines Mannes, was ich als Charakterschwäche werte (du vermutlich bewusst oder unbewusst auch). Du selbst musst wissen, ob es dir Wert ist, die Beziehung zu deinem Mann zu retten- ob x:) da noch ein Funken Liebe zu deinem Mann da ist- und zwar unabhängig von deinem Kollegen (da solltest du dich auch mal genauer informieren, warum seine Ehe in die Brüche ging, bevor es dir u.U. genauso, wie seiner Frau ergeht). Weiß dein Mann, dass du dich von ihm seelisch entfernst?

    Vielleicht etwas off topic:


    Dein Kinderwunsch solltest Du an erster Stelle setzen (und das geht wohl mit beiden Männern nicht). Kinder kosten eine Menge Geld, Zeit und Nerven, aber unterm Stricht lohnt es sich. Das ist echt etwas tolles, vorallem auch wenn sie im Teenager-alter kommen. Das kennst Du ja auch von Deinem Liebhaber. Ich kenne einige Leute um die 40 ohne Kindern: denen fehlt meistens wirklich etwas, langeweilen sich im gewissen Sinne und sind aus meiner Sicht oft auch etwas komisch drauf. Also, verschieb das nicht mit den Kindern!

    Hallo zusammen,


    vielen Dank schonmal für eure Antworten. Da der letzte Teil meines Textes verschüttet gegangen ist, kommt hier noch die Fortsetzung:


    Ich bin gespannt ob diese noch etwas an eurer Meinung, die ja hier doch recht einstimmig zu sein scheint, ändert:


    Der Kollege und ich hatten uns also nach Monaten des E-Mailverkehrs und der täglichen Zusammenarbeit gestanden, dass wir in einander verliebt sind. Ich war hin und weg von ihm, hatte aber gleichzeitig große Angst um meine Ehe.


    Dieser Kollege ist ein unglaublich leidenschaftlicher, talentierter, vielseitig begabter und eloquenter Mann, noch nie war ich so fasziniert von einem Mann.


    Während ich Zuhause weiter auf Klärung des Kinderthemas drängte, von meinem Mann aber nicht ernst genommen wurde ("Wir haben doch gerade erst geheiratet", "Ich bin eben noch nicht soweit" "Warte doch mal den Frühling ab"), fing der Kollege an um mich zu kämpfen.


    Ich wurde schwach und es kam wie es kommen musste (jetzt kommt der Teil wegen dem ich als Alias schreibe): Wir trafen uns bei ihm Zuhause und verbrachten eine Nacht zusammen. Es war unglaublich gefühlvoll, noch nie hatte ich solche Gefühle beim Sex erlebt. Er ist sehr erfahren, im Gegensatz zu meinem Mann.


    Wir waren schockiert über unsere Untreue, aber konnten es auch nicht lassen. Ich hatte große Schuldgefühle meinem Mann gegenüber aber ich rechtfertigte mein Verhalten damit, dass er selbst ja auch nicht zu seinem Wort stand.


    Wir begannen also eine leidenschaftliche Affäre, sahen uns etwa 3 Mal pro Woche bei ihm Zuhause. Schnell wurde auch klar, dass wir uns nicht nur auf intellektueller Ebene, sondern auch auf emotionaler und körperlicher Ebene außergewöhnlich gut verstanden.


    2 Monate vergingen, dann trennte er sich von seiner langjährigen Freundin (in seinem Alter), die er jahrelang hingehalten hatte, was das Thema Kinder und Heiraten anging. Er hatte ihr anfangs erzählt, dass er sich nicht nochmal vorstellen kann, zu heiraten und Kinder zu kriegen. Jetzt da er mich kennenlernte, kann er sich all das plötzlich wieder vorstellen.


    Mir machte diese Trennung Druck, ich hatte das Gefühl, sofort eine Entscheidung treffen zu müssen. Er hat mir nie aktiv Druck gemacht, aber die Sorge, er könnte nicht so lange warten, hatte ich recht bald.


    Nach 6 Monaten Affäre war ich durch das Doppelleben emotional so wund das ich nicht mehr konnte. Die Lügen, die Alibis, es wurde alles zu viel. Entscheiden konnte ich mich aber dennoch nicht, also blieb ich wo ich war und legte die Affäre auf Eis.


    Zuhause gestand ich meinem Mann alles, weil die Schuldgefühle zu groß wurden. Er war sehr verletzt und wütend, was ich verstehe. Gleichzeitig bin ich sehr verletzt durch sein Aufschieben. Er möchte die Ehe retten, ich vom Kopf her auch, obwohl mein Herz schon beim Kollegen ist.


    Wir begannen eine Paartherapie, die jetzt schon einige Wochen läuft aber bisher keine Erfolge zeigt. Die Fronten sind verhärtet. Ich werfe ihm vor, er wolle eigentlich keine Kinder und habe mich vor der Hochzeit diesbezüglich belogen damit ich mich nicht trenne.


    Er wirft mir meine Untreue vor, und dass er nicht spürt, dass ich diese Ehe noch wirklich will.


    Als ich die Paartherapie begann hat mein Kollege gekündigt. Er sagt er liebt mich und kann nicht ertragen zuzusehen, wie ich versuche meine Ehe zu retten. Er ist jetzt selbstständig. Immer wieder war ich kurz davor meinen Mann zu verlassen und habe es dann doch nicht geschafft. Das Versprechen der Ehe und die gemeinsamen Jahre halten mich davon ab obwohl die Stimmung zwischen uns ohnehin bereits vergiftet ist.


    Seit ein paar Tagen wohne ich bei einer Freundin, weil ich es zuhause nicht mehr aushalte. Zu meinem Kollegen zu ziehen wäre zu früh, dass ist mir bewusst.


    Das ganze zieht sich jetzt schon über fast 1 Jahr und die Gefühle zu meinem Kollegen sind nicht weniger geworden. Ich träume von einer gemeinsamen Zukunft, Kindern, so wie ich vor vielen Jahren von einer Zukunft mit meinem Mann geträumt habe.


    Nur das meine Gefühle für den Kollegen eine tiefe haben die ich vorher nicht kannte, nichtmal aus der Anfangsphase mit meinem Mann. Wir haben uns so viel zu sagen, sprechen über Literatur und Politik, über Psychologie und gesellschaftliche Themen


    Der Kollege hält mir quasi die Tür in ein gemeinsames Leben auf, und er ist sehr gut darin, mir geistige Bilder zu malen, die mich dahinschmelzen lassen: Er stelle sich vor wie ich schwanger aussehe und lächelt dabei. Er malt Zukunftsvisionen wie wir mit unseren Kindern auf dem Land leben, unserer Leidenschaft nachgehen (wir haben ein gemeinsames Hobbie das man zum Beruf machen könnte).


    Er hat bereits seiner Exfrau und seinen Kindern von mir erzählt (nur, dass er verliebt ist, nicht, wer ich bin und wie wir uns kennengelernt haben).


    Hier leider die Reaktion, die zu erwarten war: Die Kinder jammern, sie wollen keine neue Freundin an seiner Seite und auch keine Geschwister mehr. Die Exfrau jammert und zickt und sorgt sich um ihren Kindesunterhalt.


    Meinem Kollegen ist das alles egal. Er will mich und er kämpft. Er sagt, seine Kinder werden sich an den Gedanken gewöhnen und irgendwann wird es für sie ok sein.


    Ich habe natürlich meine Bedenken.


    Ist das noch Verliebtheit? Ist es schon Liebe? Werde ich es bereuen?


    Fast alle rationalen Gründe sprechen dafür bei meinem Mann zu bleiben: Finanziell wäre es sicherer, denn mein Mann verdient gut während der Kollege jetzt begonnen hat sich eine Selbstständigkeit aufzubauen.


    Ich weiß nicht ob ich nach all dem, was passiert ist, überhaupt noch zu meinem Mann zurückfinden könnte, körperlich und emotional.


    Ich weiß nicht ob ich um meine Ehe kämpfen soll oder meinem Herzen folgen und es riskieren soll.


    Ich will eine Familie und ich hatte mir so sehr gewünscht, diese mit einem Mann zu kriegen aus dem ich diesen Wunsch nicht heraus leiern muss. Der es genauso sehr will wie ich. Der Kollege will es genau sehr wie ich, nur passen da die äußeren Umstände nicht.


    Ich gehe davon aus, dass wenn ich es schaffe, meine Ehe jetzt zu retten, mein Mann aus liebe zu mir in ein paar Jahren nachgeben wird und ein Kind mit mir macht. Aber möchte ich das? Werde ich nicht immer Zweifel haben, ob er es wirklich wollte?


    Und kann mir nicht das selbe blühen wie der Exfreundin meines Kollegen, nämlich dass mein Mann in ein paar Jahren beschließt, dass er nun doch keine Kinder haben möchte?


    So wohne ich im Gästezimmer meiner besten Freundin und leide in beide Richtungen.