Alias 727889

    Zitat

    So kann man es auch sehen. Ich sollte wohl lernen meinen Gefühlen mehr zu vertrauen. Vielleicht hätte ich dann schon vor der Hochzeit merken können das er wohl keine Kinder will.

    Genau darum geht es mir in meinen Beiträgen. Daher auch meine explizit auf Dich bezogenen Fragen. :-)

    Zitat

    Richtig. Er versteht mich noch immer nicht. Er sieht den Kollegen als einziges wirkliches Problem das wir haben. Denn Kinder will er ja angeblich, irgendwann mal.

    Sagt aber viel aus.

    Zitat

    Es hätte schon gereicht, wenn er die Aussagen der TE ernst genommen hätte, sie also respektiert hätte.

    Das meine ich mit "verstehen". Er muss es nicht konkret nachvollziehen können oder sich gar vorstellen können, in der Situation der TE genauso zu handeln. Aber eben nicht blind für ihre Bedürfnisse sein und dafür, dass es da offensichtlich ein Problem gibt, das tiefer geht.

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    Umgekehrt - wenn er tatsächlich nicht verstanden hat, dass für sie ein Kind dazu gehört, dann würde ich ihn auch nicht als potentiellen Partner für die TE wahrnehmen. Da würde die soziale Kompetenz völlig fehlen. Die TE schätzt ihn aber nicht so ein und wenn sie es ihm nur 2x gesagt hätte (was aus meiner Sicht völlig reicht) und sie hat es deutlich öfter gesagt, zeigt es einfach, dass er sie zumindest auf dieser Ebene nicht respektiert hat, sonst wäre er mit dem Thema anders umgegangen, anstatt sie eben jedesmal zu vertrösten oder sich gar über den Wunsch lustig zu machen. Geht gar nicht.

    Ja, das ist wirklich übel. Wenn ich jemanden liebe, bin ich ihm die Wahrheit schuldig. Muss ja nicht immer schonungslos und auf den Punkt sein, aber nach dem ersten Vertrösten hätte er ja zumindest schon mal denken können - sofern dieses erste Vertrösten überhaupt ehrlich gemeint war: "Hm... anscheinend habe ich mich verschätzt mit dem Zeitpunkt, zu welchem ich Kinder will. Ich weiß es wohl einfach noch nicht, ob und wann dieser Zeitpunkt kommen wird." Das hätte er der TE dann sagen sollen.

    @ Alias

    Finde, hier gibt es selten einen Faden, bei dem die Antwort

    so eindeutig erscheint.


    Ich wünsche Dir, dass Du den Sprung wagst und mit Deiner großen Liebe eintauchst in Leben und Freude. x:)


    Diese vertrocknete Vernunftehe (überspitzt formuliert; habe natürlich vernommen dass und warum und welche Art von Liebe da durchaus im Spiel war) ist doch nur noch das reinste Trauerspiel, schade um die Lebenszeit...

    Cinnamon4

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    Das meine ich mit "verstehen". Er muss es nicht konkret nachvollziehen können oder sich gar vorstellen können, in der Situation der TE genauso zu handeln. Aber eben nicht blind für ihre Bedürfnisse sein und dafür, dass es da offensichtlich ein Problem gibt, das tiefer geht.

    Ah, okay. :-)

    Zitat

    Ja, das ist wirklich übel. Wenn ich jemanden liebe, bin ich ihm die Wahrheit schuldig. Muss ja nicht immer schonungslos und auf den Punkt sein, aber nach dem ersten Vertrösten hätte er ja zumindest schon mal denken können - sofern dieses erste Vertrösten überhaupt ehrlich gemeint war: "Hm... anscheinend habe ich mich verschätzt mit dem Zeitpunkt, zu welchem ich Kinder will. Ich weiß es wohl einfach noch nicht, ob und wann dieser Zeitpunkt kommen wird." Das hätte er der TE dann sagen sollen.

    Ja, es gab da ja schon öfter solche Fäden und der Partner, der keine Kinder will/noch nicht will ist dann oft schlichtweg nicht bereit die Beziehung aufzugeben und fängt eben an zu vertrösten und zu verschleiern (manche sagen lügen, aber oft wird das vom Nichtwoller ja gar nicht bewusst wahrgenommen, weil er nur Angst hat die Partnerin zu verlieren). Solche Geschichten gehen selten positiv aus, weil damit nicht nur das Kinderthema trennt, sondern es sich auf andere Bereiche ausbreitet und das Vertrauen flöten geht. Er wusste, dass er sie heiraten "muss", weil sie dann sonst da schon angefangen hätte die Beziehung zu hinterfragen. Aber ja, das gehört mit zu den Erfahrungen, die gemacht werden, woraus wir für die Zukunft lernen.

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    Mich würde an deiner Stelle am meisten verletzen, dass dein Mann dich nicht versteht. Du bist jetzt die Böse, weil du ihn betrogen hast. Aber sieht er nicht die Gründe?

    Wirklich ? Wie wäre es mit diesen Szenario: Dein Freund erwähnt er würde sich eigentlich noch ein weiteres Kind wünschen, weil er schon seit seiner Kindheit davon geträumt hat n+1 zu haben. Du könntest dir das vielleicht später vorstellen, momentan kannst du dir die Auszeit aber beruflich nicht wirklich leisten, außerdem stapeln sich die Rechnungen. Darauf streitet ihr euch einige Male über das Thema, letztendlich lässt er das Ganze aber fallen, und du gehst davon aus, alles wäre in Ordnung


    Ein Jahr später erfährst du davon, wie dein Freund durch deine Ablehnung so gekränkt war, dass für ihn die Beziehung in diesen, für dich völlig unbedeutenden, Moment gestorben ist, und er direkt in die Arme einer Kollegin geflüchtet ist, mit welcher er jetzt bereits seit sechs Monaten eine Affaire hinter deinen Rücken führt. Natürlich siehst du sofort ein einen großen Fehler gemacht zu haben, entschuldigst aufrichtigst dich bei deinen Freund, siehst aber gleichzeitig ein, dass eure Beziehung keine Zukunft mehr hat, und du wünscht dem neuen Paar noch viele wundersame Jahre zusammen


    Bei allem Verständnis: dass ihr Freund Probleme hat einzusehen, warum sie das eigentlich Opfer sein soll, kann ich durchaus nachvollziehen

    sijd42

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    Wirklich ? Wie wäre es mit diesen Szenario:

    Wie wäre es, wenn Du Dich in die TE hineinversetzen würdest? Es geht hier um sie.

    Zitat

    Bei allem Verständnis: dass ihr Freund Probleme hat einzusehen, warum sie das eigentlich Opfer sein soll, kann ich durchaus nachvollziehen

    Es geht nicht darum, dass die TE ein Opfer ist. Es geht schlichtweg darum, wie sie fühlt und denkt und innerhalb dieses Rahmens Lösungsmöglichkeiten zu finden, wobei sie mittlerweile festgestellt hat, wo sie gefühlsmäßig steht und das ist bei ihrem neuen Freund.

    @ Alias

    Respekt, wie akribisch du auf alles eingehst, und das bei so vielen Teilnehmern. Übernimm dich nicht und geh nur auf das ein, was dir helfen kann. Das gilt auch für meine Beiträge. Eigentlich müsste bei dir längst die rote Lampe "System overload" angegangen sein.


    Ich muss kurz erklären, dass ich in diesem ersten Teil, den ich heute Morgen geschrieben hatte, nicht lösungsorientiert sein wollte, sondern dich noch mal mit dem konfrontieren wollte, was dich in den jetzigen Zustand gebracht hat. Du hast dich dazu erklärt, ich kann das gut verstehen und akzeptieren und gehe da nicht mehr ins Detail.

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    Das Problem ist ja nur: Jetzt würde ich ihn nicht mehr NUR wegen des Kinderwunsches verlassen. Wegen des Kinderwunsches bin ich anfällig geworden mich neu zu verlieben. Aber jetzt habe ich starke Gefühle für einen anderen Mann, habe neue Erfahrungen gemacht. Das kann ich nicht einfach ignorieren.

    Nein, kannst du nicht, aber deswegen musst du dich immer noch nicht trennen. Ich möchte einfach, dass du nach einer Trennung das gute Gefühl haben kannst: "Ich habe alles bedacht, ich habe alles getan, die Trennung war der einzig richtige Weg für mich". Um dahin zu kommen, kann es lohnen, sich noch mal mit dem zu beschäftigen, was z.B. deinen Mann dahin gebracht haben kann, deinem Kinderwunsch nicht nachzukommen. Ich glaube, dass es Ängste waren, und die sollten in einer PT auch zur Sprache gekommen sein. Wenn nicht, dann mauert er so massiv, dass da eh nichts zu klären wäre. Wenn ja, dann gäbe es noch eine Möglichkeit, etwas gegen diese Ängste zu tun. Aber so wie ich deine übrigen Erklärungen verstehe, würde das bedeuten, einem wegfahrenden Zug hinterher zu schauen. Mein Anliegen ist aber, dass du diesem wegfahrenden Zug mit dem Gefühl hinterher schaust: "Ich habe alles getan, um ihn noch zu erreichen!" Dann ist es gut so, dann kannst du entscheiden, dann kannst du gehen.

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    Er weiß um diese Dinge, will aber trotzdem eine Beziehung und Kinder mit mir. Das ist das, was ich mit "die äußeren Bedingungen sind nicht optimal" meine. Diese Dinge haben auch mich abgeschreckt und tun es teilweise auch jetzt noch. Aber dagegen steht eine Liebe von der ich ausgehen muss dass ich sie kein zweites Mal erleben werde. Ich wäge das seit einigen Monaten ab.

    Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut und ich glaube auch, dass man da weitgehend machtlos ist. Aber das muss nicht so bleiben. Dazu später mehr.

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    Mein Herz kämpft mit allem was es hat. Der Weg zurück zu meinem Mann wäre hart und ungewiss. Im schlimmsten Fall würde mich eine zerrüttete Ehe erwarten aus der sich keiner traut, auszubrechen.

    Einspruch. Ja, ein Neuanfang kann sehr wohl misslingen, aber dann traut man sich durchaus, dann auch dazu zu stehen und sich trennen. Das Gefühl "alles in den Kräften Stehende getan zu haben" ist dann noch sehr viel stärker.

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    Darf ich sagen: Dafür, dass du selbst in dieser Situation auf dein Herz gehört hast, bist du erstaunlich kritisch und argumentierst sehr vernünftig. Bereust du diesen Schritt manchmal?

    Gut beobachtet. Ich habe ihn nie auch nur ansatzweise bereut, keine Sekunde. Aber ich kann nicht beurteilen, ob du schon so weit bist, wie ich es damals war und ich möchte dir helfen, langsam zu gehen, den Druck rauszunehmen und rechts und links von dir alles noch mal sorgfältig anzusehen. Ich sehe, dass du das könntest, aber ich weiß nicht, ob du das noch willst, eher nicht. Und wenn du das nicht mehr willst (oder nicht mehr die Kraft dazu hättest), dann es ist auch gut so.

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    Er sagt: Es ist keine Katastrophe. Es fühlt sich nur jetzt so an. Selbst wenn ich keinen der beiden Männer habe am Ende, bin ich immer noch ich, habe einen Beruf, eine Ursprungsfamilie die mich liebt, und würde wohl wieder einen Partner finden -

    Kluger Mann.

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    wenn ich auch dann vielleicht keine Kinder mehr bekommen kann.

    Naja, das dauert ja keine zehn Jahre. So heftig tickt deine Uhr auch noch nicht.

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    Das versuche ich und dazu rät mein Kollege mir sogar. Er will das ich die Entscheidung unabhängig von ihm treffe. Was vernünftig ist, aber nicht leicht. Wäre er nicht gewesen, würde ich wohl noch länger warten und hoffen das mein Mann irgendwann soweit ist.

    Reine Theorie. Ich glaube, dass du durch die starken Störungen in deiner Ehe schon sehr nach außen orientiert warst. Und da wären auch noch andere gekommen, die diese "Funktion" hätten übernehmen können. Bis dahin war er als "Person" eher unwichtig. Das hört dann auf, wenn du dich ihm nach einer Trennung ganz zuwendest. Dann geht es nicht mehr um Funktion, sondern nur noch um die Person. Und das scheint eine Frage von Tagen zu sein.

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    Ich weiß aber auch, dass mein Kollege nicht ewig warten kann und will. Irgendwann wird sein Herz zu gehen und dieser Zeitpunkt ist ungewiss. Auch das macht mir Druck.

    Das würde nur dann gelten, wenn du durch die PT noch eine längere Phase des Neuanfangs probieren würdest. Das erkenne ich zur Zeit nicht, es steht dir aber bis jetzt noch frei.

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    Und ja, wenn es soweit ist, dann planen wir eine Phase des Kennenlernens, auch wenn wir gefühlt schon alles über den anderen wissen. Ich werde nicht sofort bei ihm einziehen.

    Kluge Vorsätze. Ich ergänze aber gern Folgendes: Die wichtigsten Erkenntnisse, die du über deinen Geliebten gewinnen müsstest, gewinnst du in dem, was wir "Alltag" nennen. In einem solchen Alltag, gezeichnet von den Problemen durch Trennung und Rosenkrieg, weniger Einkommen, die Ablehnung durch seine Familie etc. verschwinden die Hormone recht schnell und dann wird deutlich, wie ihr erstens als Team funktioniert, was von eurer Seelenverwandtschaft übrig bleibt und wie sich das, was wir "Liebe" nennen, nach der Verliebtheit anfühlt.


    Dazu gehört Mut, dazu gehört auch Durchhaltevermögen, aber auch Klugheit, Beobachtungsgabe. Und dazu gehört eine gehörige Menge an emotionaler Nähe zwischen B und dir, um im engen Austausch das herauszufinden, was euch trotz allen so verbinden könnte, dass ihr es wagen könnt, den Kinderwunsch endlich zu erfüllen.

    Zitat

    Das Herz ist bei mir schon ziemlich weit mit der Entscheidung. Nur weiß es aktuell nicht, ob der Kopf Wege für die äußeren Umstände finden können wird. Ob die Umsetzung klappen wird.

    Da würde ich dir gern Mut machen. Ich glaube, dass der Kopf das kann und habe es in vielen Begleitungen – und auch selber - erlebt. Das ist die Stärke der Ratio, des Verstandes. Und alles, was du hier schreibst – vor allem deine Beständigkeit, deine Ernsthaftigkeit und Akribie – bestärken mich darin.

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    Und ob die Entscheidung des Herzens nicht zu einem späteren Zeitpunkt vom Kopf bereut werden würde.

    Der Kopf kann nicht bereuen, er kann nicht fühlen. Er kann nur dann, wenn du dich unglücklich fühlst, nach Gründen suchen und schlimmstenfalls zu dem Schluss kommen, dass du falsch gehandelt hast. Okay, dann wirft dich das einen Tag lang zurück. Und anschließend gibst du dem Kopf wieder die Aufgabe, nach Lösungen zu suchen und nach vorn zu denken. Egal ob Kopf oder Herz: DU bist der Boss!

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    Danke, das versuche ich mir zu veranschaulichen. Ich bin immer noch Ich. Auch wenn ich im Moment nicht mehr weiß was das "Wir" ist.

    Das findet sich. Wichtiger ist, dass du deine unzerstörbare Mitte findest.

    Zitat

    (Trennungsgespräch) So würde ich das machen.

    Ich ergänze noch, dass ein solches Trennungsgespräch auch in der Anwesenheit eines Paartherapeuten geführt werden kann, sehr gut sogar. PT wissen, dass das oft ihre Aufgabe ist und können als Unbeteiligte dabei sehr gut helfen. Das ist sogar eine ausgesprochen komfortable Situation. Denke darüber nach.

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    Zusammenleben würden wir dann nicht mehr, ich würde wohl bei meiner Freundin bleiben und mir dann etwas möbliertes suchen zur Zwischenmiete. Ich hätte im Moment 0 Kraft und Elan, etwas neues zu möblieren.

    Oh, das kommt wieder. Aber das Zusammenleben nach einem Trennungsentschluss führt immer zu extrem schwierigen Situationen. Gut, dass du das ausschließt.

    Zitat

    Danke, ich war wie gesagt schon mehrfach davor, die Entscheidung zu treffen, aber irgendwas hielt mich immer noch davon ab.

    Ganz wichtig: Du wirst es SPÜREN "Jetzt bin ich soweit!" Ich nenne es gern "Den letzten Meter" Stell dir vor, du hängst an einem langen Seil, das in einer dunklen Halle von der Decke herab hängt. Du hast dich an diesem Seil herunter gleiten lassen, es ist am Ende, du weißt aber nicht, wie weit der Abstand zum Boden noch ist. Wenn du springst, können es wenige Zentimeter sein oder mehrere Meter. Die Alternative wäre aber, das ganze Seil wieder nach oben zu klettern. Irgendwann springt man dann. Und man spürt genau, wann dieser Punkt gekommen ist.

    Zitat

    Hast du emotional auch hin und her geschwankt, oder warst du dir vom Herzen sicher, aber hattest Angst, die Konsequenzen zu ziehen?

    Ich hatte ja angedeutet, dass es bei mir um sehr viel mehr ging als bei dir. Näheres kann ich nur auf PN-Ebene sagen.

    Zitat

    Das klingt allerdings auch nicht so als hättest du unabhängig von der anderen Frau deine Ehe beendet. Oder sehe ich das falsch? Wie lange dauerte die innere Zerrissenheit bei dir an, länger als ein Jahr?

    Nein, das siehst du richtig. Es ging natürlich um eine andere Frau. Es war ebenfalls etwa ein Jahr, ein schreckliches Jahr. Ich möchte das nie wieder erleben. Aber auch hierzu alles Nähere und auch weitere Hilfen gern als PN.

    Zitat

    Wirklich?

    Ja und nochmals ja.

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    Wie wäre es mit diesen Szenario: Dein Freund erwähnt er würde sich eigentlich noch ein weiteres Kind wünschen, weil er schon seit seiner Kindheit davon geträumt hat n+1 zu haben.

    Das geht schon mal völlig an der Situation der TE vorbei. Es ist doch wohl ein Riesenunterschied, ob man 1 Kind oder gar kein Kind hat.

    Zitat

    Du könntest dir das vielleicht später vorstellen, momentan kannst du dir die Auszeit aber beruflich nicht wirklich leisten, außerdem stapeln sich die Rechnungen.

    Das stimmt doch bei den beiden gar nicht. Beruflich stehen die doch gut da laut der TE (Sorry, falls ich da nicht ganz auf dem Laufenden - habe manche Beiträge überflogen) und jetzt mal ganz ehrlich: Selbst wenn beide Partner nen großen Kinderwunsch haben, bleibt die Hauptarbeit in den ersten Jahren - teils biologisch begründet, teils kulturell begründet - immernoch an der Frau hängen. In dem Punkt könnte man sicherlich auch ein Arrangement treffen, dass er bei seiner Karriere nicht kürzer treten muss. Wer Lösungen will, findet Wege, wer keine Lösungen will, findet Ausreden. Stimmt zwar nicht immer, aber in diesem Fall hier schon.

    Zitat

    Darauf streitet ihr euch einige Male über das Thema, letztendlich lässt er das Ganze aber fallen, und du gehst davon aus, alles wäre in Ordnung.

    Da muss der bisherige Ehemann der TE aber schön blöd oder blind sein, wenn er übersehen hat, dass eben NICHT alles in Ordnung ist.

    Zitat

    Ein Jahr später erfährst du davon, wie dein Freund durch deine Ablehnung so gekränkt war, dass für ihn die Beziehung in diesen, für dich völlig unbedeutenden, Moment gestorben ist, und er direkt in die Arme einer Kollegin geflüchtet ist, mit welcher er jetzt bereits seit sechs Monaten eine Affaire hinter deinen Rücken führt.

    Das Problem hat sich bei den beiden über Jahre entwickelt. Und wenn manche Menschen ernsthaft glauben, so ein Thema wie "Familienplanung" wäre unbedeutend... hui... das ist ja schon fast beziehungsuntaugliches Verhalten. Das ist doch eine sehr elementare Sache, die eine Freundschaft + von einer Partnerschaft unterscheidet - gemeinsame Ziele.

    Zitat

    Natürlich siehst du sofort ein einen großen Fehler gemacht zu haben, entschuldigst aufrichtigst dich bei deinen Freund, siehst aber gleichzeitig ein, dass eure Beziehung keine Zukunft mehr hat, und du wünscht dem neuen Paar noch viele wundersame Jahre zusammen

    Das ist unrealistisch, klar.

    Zitat

    Bei allem Verständnis: dass ihr Freund Probleme hat einzusehen, warum sie das eigentlich Opfer sein soll, kann ich durchaus nachvollziehen

    Das auch.


    Wie Kleio schon sagt: Es geht nicht um Opfer/Täter - beide haben Mist gebaut. Es ist falsch, ihn als den Bösen zu sehen - es ist aber genauso falsch, sie als die Böse zu sehen.

    Nur mal kurz:


    Eine Bekannte von mir hat einmal folgenden Satz gesagt:


    "Als ich schwanger gewesen bin, da habe ich mich endlich nicht mehr alleine gefühlt."


    Sie war eine gute Mutter, aber sie hat ihre Kinder auch als Projektionsfläche gesehen, um ihre eigenen Wünsche aus sie zu übertragen. Das ist oftmals nicht einfach gewesen.


    Soll nur ein Denkanstoß sein, der nicht zutreffen muss, sondern den man sich selbst beantworten kann. Bei nicht zutreffen, einfach wieder vergessen. :-)

    Hallo Alias, ich wollte dir gerne meine Geschichte erzählen. Sie sind zwar nicht ident mit deiner (sondern eher genau das Gegenteil) aber gefühlsmäßig kann ich nachempfinden wie es dir geht und vlt. Hilft es dir doch ein wenig.


    Ich war 10 Jahre verheiratet, hatte 2 kleine Kinder und gefühlsmäßig an dem Punkt wo ich mich gefragt habe: wenn meine Kinder groß sind und aus dem Haus wie sieht es dann mit mir und meinem Mann aus, haben wir eine Zukunft?Und meine Antwort war klar: wir werden keine Zukunft haben. Anfänglich nicht an der Lösung der Probleme interessiert, wollte mein ex eine Eheberatung. Aber meine Liebe war verschüttet und die Sorgen wegen der Trennung mit Kindern groß. Die Familie außer Rand und Band. Keiner konnte es nachvollziehen, es konnte auch keiner meine Gefühle verstehen. Also war ich zerrissen zwischen dem Thema "Scheidungskinder" und "was will ich, was brauch ich"


    Dann hab ich jemanden kennen gelernt. 16 Jahre jünger als ich. Er 20, ich 36, in Scheidung lebend mit Kinder. Er wollte nie eigene Kinder . Die Vorraussetzungen hinsichtlich ... Eigentlich allem.. Nicht erfolgversprechend. 330 km zwischen uns.


    Wir haben uns verliebt und meine Kinder waren kein Grund, nicht doch glücklich zu sein. Haben gemeinsam die Scheidung durchgestanden, haben einen Umzug über die Bühne gebracht. Und das erste Mal in meinem Leben war alles richtig.


    Es war der Mensch der richtig war, es waren die Gefühle die richtig waren. Gefühle die ich nie für meinen ex hatte.


    Ich hab mich gegen die 10 Jahre und "angebliche Sicherheit " für meine Kinder und mich entschieden und habe ohne Garantie was ich erhalte, meinen Exmann verlassen.


    Aber: ich hätte das so oder so getan, egal ob neuer Partner oder nicht, weil mein Vertrauen und die Liebe für und zu meinem ex nicht mehr da waren.


    Man könnte nun spekulieren bzgl dem Altersunterschied. Nur das machen wir nicht, denn Garantie hat man nie im Leben, das hab ich daraus gelernt. Jetzt werde ich geliebt und respektiert.Das ist das einzige das zählt.


    Es war nicht leicht,sich gegen äußere Widerstände darauf einzulassen, aber ich habe vertraut, auf mein Bauchgefühl gehört und ich habe vorallem gelernt auch meine Bedürfnisse anzunehmen.


    Wir sind nun seit über 9 Jahren verheiratet, für die Kinder ist mein Mann nun der beste Freund und Kumpel. Er der nie Kinder wollte, hat nun 2 ;-)


    Für niemanden ist der Altersunterschied ein Thema. Wir sehen keinen, weil wir einfach zusammen gehören. Ich freu mich jeden Tag auf ihn.


    Ich hab zu meinen Kindern immer gesagt: jemand der dir nicht gut tut, den brauchst du nicht. Jemand der dir gut tut, mit dem mach was!


    Wenn dir also dein Kollege gut tut...


    Zerfleisch dich nicht selber. Auch wenn es für dich ein Sprung ins kalte Wasser ist, und egal wie alt dein Kollege ist, egal wie seine Situation vor dir war und deine vor ihm.


    Ob es gut geht, das wird die Zeit bringen, aber wichtig ist wie es dir bei allem geht und mit wem es dir gut geht.


    Man sollte mehr leben und Vertrauen haben.

    @ Kleio

    Zitat

    Wie wäre es, wenn Du Dich in die TE hineinversetzen würdest? Es geht hier um sie

    Wie wäre es sich auch mal in den Mann hineinzuversetzen ?


    Eine solche Situation hat naturgemäß zwei Seiten, und ich denke beide sollten betrachtet werden, bevor man sich ein Bild macht. Wir kennen bisher vor allem ihre Perspektive, und das Forum scheint ihr dafür kollektiv auf den Rücken zu klopfen. Ob ihr damit wirklich geholfen ist wäre eine andere Frage. Ich denke es gibt bei der ganzen Geschichte durchaus einiges, was man auch einmal etwas kritischer hinterfragen könnte

    @ Cinnamon4

    Zitat

    Wie Kleio schon sagt: Es geht nicht um Opfer/Täter - beide haben Mist gebaut. Es ist falsch, ihn als den Bösen zu sehen - es ist aber genauso falsch, sie als die Böse zu sehen

    Ich denke es ist doch noch einmal ein Unterschied, ob man ein weitgehend unausgesprochenes Bedürfnis nicht sieh, vielleicht auch nicht sehen will, oder ob man sich, ohne jede Aussprache, mental aus einer Beziehung verabschiedet, und den Partner über Monate hinweg betrügt. In dem Sinne würde ich von ihr auch den ersten Schritt erwarten


    Abgesehen davon hast du natürlich Recht: die Schuldfrage ist völlig irrelevant, und man müsste stattdessen gemeinsam eine neue Basis aufbauen. Unmöglich wäre das meiner Meinung nach in diesen Fall wohl nicht sein, nachdem Alias ihre Wahl aber ohnehin schon lange getroffen zu haben scheint, dürfte es sich bereits erledigt haben

    @ Alias

    Riskier es, hör auf dein Herz!


    Besonders der Punkt, an dem du schreibst, dass du im Gästezimmer liegend, den Kollegen und nicht etwa deinen Mann vermisst, sagt doch schon alles.


    In einer reinen Vernunftehe aus Sicherheitsgründen zu bleiben, so kann man doch nicht glücklich werden.


    Deine Geschichte ähnelt zudem der Lebensgeschichte einer Verwandten von mir sehr, dass es schon beängstigend ist.


    Sie hatte eine langjährige Beziehung, für alle war klar, die beiden gehören zusammen. Dann folgte nach etlichen Jahren eine bombastische Hochzeit (katholisch). Alles schien perfekt.


    Ein 3/4 Jahr später hatte sie sich aber in ihren 21 Jahre älteren Kollegen (;-)) verliebt, ist bei ihrem Mann ausgezogen, vorübergehend bei ihrer Tante untergekommen und zog den Hass (fast!) der gesamten Verwandtschaft auf sich, sogar ihre Mutter redete kein Wort mehr mit ihr, "X ist nicht mehr meine Tochter!". Völliges Drama, dazu Dorf, Tratsch und Klatsch. Ich denke, sie ist damals durch die Hölle gegangen. Einzig ihr Bruder, ihre Tante, meine Schwester und ich hielten zu ihr und redeten uns bei den anderen den Mund fusselig.


    Es blieb bei der Trennung, die Scheidung folgte und es wurde nach und nach klar, dass sie ihren Ex gar nicht hätte heiraten dürfen. Da stimmte nämlich so einiges nicht, was man als Außenstehender aber nicht mitbekommen hatte.


    Ende der Geschichte: Ihre neue Liebe und sie sind jetzt seit 16 Jahren verheiratet, haben zwei tolle Kinder, die ganze Family liebt ihren Mann (ihre Mutter hat ihr längst verziehen ;-)) und alle sind wirklich beneidenswert glücklich.


    Ich bin seit dieser Geschichte meiner Verwandten ganz sicher, dass es immer richtig ist, auf sein Herz zu hören!