• Ehemann verlassen für eine neue Liebe?

    Ich schreibe unter einem Alias, weil ich in der Vergangenheit hier in einem anderen Bereich sehr viel geschrieben habe, aber mich auch etwas dafür schäme jetzt in der Situation zu sein in der ich im Moment bin. Ich hoffe ihr habt dafür Verständnis. Man kann sagen, vor einem Jahr war mein Leben noch in Ordnung und jetzt stehe ich vor dem Scherbenhaufen…
  • 349 Antworten
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    Viele Menschen, Berater, Freunde, gehen nur nach äußeren Fakten: Alles rationale spricht dagegen, nur die Gefühle dafür. Und die Gefühle können außenstehende leider nicht spüren, nicht messen, nicht nachempfinden, daher ist es unglaublich schwer, hier etwas zu raten.

    da hat Oldie ja auch schon viel dazu gesagt und auch dein "kollege" - ich selber habe bei mir die erfahrung gemacht, dass auch dieses rationale ziemlich unterschiedlich gewichtbar und einzuwerten ist! immer, wenn ich eine entscheidung getroffen habe, dann habe ich auch die folgen dieser entscheidung in den griff bekommen, selbst wenn ich da oft auf richtig richtig dünnem eis unterwegs war!


    die entscheidung zu treffen, das war immer der schwierigste schritt!

    Oldie49, auf deinen letzten Beitrag gehe ich gleich noch weiter ein.

    Süntje

    Zitat

    Ich war auch mal so verletzt und enttäuscht und eine Therapie brachte in dem Moment dann gar nichts, da ich nicht mehr an uns geglaubt habe. Ich war sicher, meine Liebe war verschwunden.


    Aber du scheinst nicht ganz sicher, das würde ich unbedingt herausfinden wollen.

    Und du hast deine Liebe wiedergefunden? Seid ihr heute wieder glücklich zusammen?

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    Die TE hat mehrfach geschrieben, daß sie das Thema seit Jahren immer wieder angesprochen hat und vertröstet wurde. Ich möchte die ganzen Zitate jetzt nicht heraussuchen. Fehlende Kommunikation? Vielleicht war ihm die Dringlichkeit nicht bewußt. Das ist möglich. Aber das das Thema eine Bedeutung hat, hätte er ganz sicher begreifen können/müssen.

    Er wusste wie dringlich es ist. Ich habe am Anfang ganz offen drüber geredet, je zurückhaltender er war, desto verunsicherter wurde ich allerdings und habe das Thema dann nicht ständig eskaliert, auch um die Beziehung nicht zu gefährden. Ich weiß natürlich das ein Kinderwunsch nicht über Nacht wächst. Daher habe ich versucht es nicht ständig anzusprechen. Im Herbst, nachdem er das zweite Mal nach der Hochzeit das Thema Kinder wieder "geschoben" hatte, ereigneten sich zwei Vorfälle, anhand derer ich mal beschreiben möchte wie sehr ich litt und wie wenig ernst er dies nahm:


    Ich stand bei Edeka an der Kasse, und legte meine Waren aufs Band. Vor mir steht eine Frau mit einem kleinen, etwa 3 jährigen blonden Jungen, der in diesem Sitz im Einkaufswagen saß. Sie ist bereits dabei die Waren wieder in den Einkaufswagen zu legen. Ich stehe also so herum und muss warten bis meine Waren bearbeitet werden, während der Junge 2 Meter vor mir mit dem Gesicht zu mir im Wagen seiner Mutter sitzt und mich anlächelt. Plötzlich sagt er: "Wie heißt du?"


    Ich sage: "Ich heiße Alias, und du?"


    Er: "Ich heiße Finn." Und lacht.


    Ich lache zurück.


    Da fragt er: "Warum ist dein Einkaufswagen leer?"


    Und ich antworte: "Weil ich meine Waren erst noch bezahlen muss. Siehst du, sie sind noch auf dem Band".


    Und er antwortet: "Nein, ich meine: Warum ist dein Sitz im Einkaufswagen leer?"


    Zack, der Stich ins Herz, mir schießen die Tränen in die Augen.


    Seine Mutter bemerkt, dass ich ins stocke gerate und sagt: "Finn, lass die Frau in Ruhe.".


    Aber ich kann nicht weg, bin eingepfercht zwischen ihm und der Schlange hinter mir, und er kann auch nicht weg. Also stottere ich: "Ähm...weil ich dieses Jahr erst geheiratet habe."


    Er versteht nicht was ich meine und während seine Mutter ihn mit dem Wagen wegzieht, ruft er noch unbekümmert "Wo wohnst du? Ich wohne im Stadtteil X".


    Diese Szene hat mich tief erschüttert und als ich sie meinem Mann zuhause erzählt habe, lachte! er, und sagte "Und, hast du dem Rotzlöffel gesagt dass dein doofer Mann noch nicht bereit ist dafür?".


    Ein paar Tage später, im Dezember, saß ich Abends auf der Couch und habe (in der Vorweihnachtszeit!) Marzipankartoffeln gegessen. Er sah dies, und kommentierte "Wenn ich sehen würde das du dich gesünder ernährst, dann wüsste ich das du bereit bist für ein Kind".


    Das nennt man doch mal eine gelungene Ausrede, oder?


    Das war quasi das große Finale, danach habe ich das Thema nicht mehr angesprochen. Er weiß wie dringend es war. Er wollte es nur nicht hören, weil es nicht das ist, was er möchte.

    Zitat

    So würde ich mir das auch vorstellen. Mein Eindruck war aber eher nicht, dass Alias das Thema tatsächlich mal ganz klar angesprochen hätte, sondern versucht hat ihn in die Richtung zu drängen, ähnlich wie schon bei der Ehe, ohne jemals wirklich konkret zu werden. Nachdem sie damit keinen Erfolg hatte begann sie das Thema zu vermeiden und ihren Frust in sich hineinzufressen, die Beiden haben sich dadurch zunehmend entfernt, und sie hat sich auf die Affaire mit ihrem Kollegen eingelassen. Ich bin deshalb mir nicht sicher, dass ihm zu den Zeitpunkt wirklich klar war, wie wichtig es ihr eigentlich ist, und denke mit etwas mehr Kommunikation hätte man damals noch einiges Lösen können

    Doch ich habe es angesprochen. Er ist immer ausgewichen oder hat auf später verwiesen. Ein Ultimatum wollte ich nie setzen, ich will kein erpresstes Kind.


    Ich habe vermieden das Thema ständig zu diskutieren. Man kann über diese Thema in der Tat schlecht streiten. Man will Kinder oder man will sie nicht. Nur ein "später" fühlt sich irgendwann an wie ein "Nein".


    Die Szenen oben sind alle aus der Zeit bevor ich mich auf die Affäre eingelassen habe. Damals schrieb ich schon mit dem Kollegen bzw. arbeitete am selben Projekt, aber wir hatten die Grenze nicht überschritten. Ich war mit dem Herzen zu diesem Zeitpunkt noch bei meinem Mann.

    Oldie49

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    Dazu hatte ich dir schon einiges geschrieben. Ebenso ,was die Kommunikation zwischen Kopf und Herz angeht. Das Herz entscheidet und der Kopf setzt um. Trotzdem macht es Sinn die Kommunikation zwischen Kopf und Herz in beide Richtungen zu trainieren, denn auch das, was wir mit "Herz oder Bauch" bezeichnen, kann lernen. Letztlich geschieht das in jeder Therapie. Zum Beispiel halten dich ja unter anderem auch Ängste davon ab, dich zu trennen. Diese Ängste sind im Herzen und können vom Kopf so bewältigt werden, dass das Herz besser damit umgehen kann.

    Richtig. Das Herz ist bei mir schon ziemlich weit mit der Entscheidung. Nur weiß es aktuell nicht, ob der Kopf Wege für die äußeren Umstände finden können wird. Ob die Umsetzung klappen wird. Und ob die Entscheidung des Herzens nicht zu einem späteren Zeitpunkt vom Kopf bereut werden würde.

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    Auch starke Gefühle können sich abnutzen, müssen es aber nicht. Ich habe in Begleitungen beides erlebt. Wenn du dich nach einer Trennung auf die Gefühle zu deinem Geliebten konzentrieren kannst, wird sich schon bald zeigen, was aus diesen Gefühlen werden kann. Ich wiederhole aber noch mal, dass es hilfreich ist, beides voneinander getrennt zu betrachten (Trennung und neue Liebe), auch wenn es sehr wahrscheinlich ist, das ihr ein Paar werdet. Du bist frei, da warst es bisher und wirst es nach der Trennung noch mehr sein. Frei darin, auf deine Gefühle zu hören aber auch deinen Verstand zu benutzen. Weder dein Mann noch dein Geliebter sind die wichtigsten Menschen in deinem Leben. Das bist nur DU

    Danke, das versuche ich mir zu veranschaulichen. Ich bin immer noch Ich. Auch wenn ich im Moment nicht mehr weiß was das "Wir" ist.

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    Ja es wird hart, muss aber nicht so lange dauern. Ich würde ihm ein zweites Gespräch vorschlagen und das Gespräch erst einmal beenden, wenn die Emotionen zu hoch schlagen. Andererseits darf er wütend sein und verletzt. Das gehört dazu, wenn sich der Partner trennt. Wovon ich abrate, ist, unter einem Dach zu wohnen. Das sollte so schnell wie möglich beendet sein.

    Danke. So würde ich das machen. Zusammenleben würden wir dann nicht mehr, ich würde wohl bei meiner Freundin bleiben und mir dann etwas möbliertes suchen zur Zwischenmiete. Ich hätte im Moment 0 Kraft und Elan, etwas neues zu möblieren. Zumal ich ja nicht weiß wie es mit dem Kollegen weiter geht.

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    Ich sehe es eher so, dass dir hier viele dazu raten, die Trennung nicht unnötig rauszuschieben. Das ist aber keine Entscheidung. Die fällst nur DU. Und du hast dazu Gründe und Hintergründe, die hier niemand kennt. Lass dir dabei so viele Zeit, wie es nötig ist, um in deiner Mitte ein "rundes Gefühl" zu haben, eine Ausgeglichenheit, die dir Kraft geben kann, das durchzuhalten, was vor dir liegt.

    Danke, ich war wie gesagt schon mehrfach davor, die Entscheidung zu treffen, aber irgendwas hielt mich immer noch davon ab.

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    Ja, so habe auch ich es mit 47 Jahren empfunden, es war wie ein Tsunami. Ich war wehrlos, obwohl ich ebenfalls ein Jahr lang versucht habe, dagegen zu kämpfen.

    Hast du emotional auch hin und her geschwankt, oder warst du dir vom Herzen sicher, aber hattest Angst, die Konsequenzen zu ziehen?

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    Da fragst das zwar die Seherin, aber ich möchte anfügen, dass es auch bei mir/uns nach fast 20 Jahren noch diese starke Verbundenheit und großartige Liebe gibt. Die eigentliche Trennung war dabei sehr viel schwieriger und dramatischer als bei euch – auch die Folgen. Aber ich habe es nicht bereut und würde es heute noch einmal machen.


    Ich weiß also, dass es zu schaffen ist, aber ich habe nicht schnell und nicht leichtfertig entschieden. Es war ein sehr langer Prozess. Aber wenn der dann wirklich durch ist, dann hat man auch die Kraft. Allerdings sollte man das, was auf einen zukommen kann, in Szenarien durchdenken, auch wenn es weh tut.

    Das klingt allerdings auch nicht so als hättest du unabhängig von der anderen Frau deine Ehe beendet. Oder sehe ich das falsch? Wie lange dauerte die innere Zerrissenheit bei dir an, länger als ein Jahr?

    ....es ist beim ersten Kind sehr schwierig zu sagen:


    jetzt. Denn ein Kind passt immer oder nie. Uns hat es geholfen zu sagen: okay, ab dem Zeitpunkt versuchen wir es mal für.... MOnate .... und wenn dann nicht, dann reden wir noch mal drüber.


    Wobei ich wie gesagt wirklich der Meinung bin, dass Du emotional mittlerweile zu sehr an Deinem Freund hängst. Mal ernsthaft:


    könntest Du Dir wirklich noch vorstellen, mit Deinem Mann ein Kind zu haben? Und die näcxhten Jahre mit ihm zu verbringen und den Freund NICHT mehr zu sehen?


    Ich hing ja auch 1,5 Jahren zwischen den Stühlen ratio und Schwachsinn, wir sind dann in den Urlaub und ich war 2 Wochen vom Schwachsinn (Affäre) getrennt, es war die Hölle. Ich konnte mit meinem Freund auch nicht mehr schlafen, es war einfach vorbei. Ich wollte es nicht wahrhaben, aber ich hatte mich schon entliebt. Das hieß nicht, dass ich nicht noch Gefühle für ihn hatte, aber bei der Frage:


    er oder der andere, egal, was außenrum ist, hieß es für mich nach dem Urlaub glasklar: der andere, der "Schwachsinn". Und das hält wie gesagt nun schon über 20 Jahre. Manchmal muß man einfach springen.

    Zitat

    Diese Szene hat mich tief erschüttert und als ich sie meinem Mann zuhause erzählt habe, lachte! er, und sagte "Und, hast du dem Rotzlöffel gesagt dass dein doofer Mann noch nicht bereit ist dafür?".


    Ein paar Tage später, im Dezember, saß ich Abends auf der Couch und habe (in der Vorweihnachtszeit!) Marzipankartoffeln gegessen. Er sah dies, und kommentierte "Wenn ich sehen würde das du dich gesünder ernährst, dann wüsste ich das du bereit bist für ein Kind".

    Was für ein Arschloch.


    So reagiert nur jemand, der keine Kinder mit Dir will. Ausserdem hat er keinen Respekt vor Dir und akzeptiert dich nicht.


    Sei froh das du noch kein Kind mit ihm hast. Du kannst dieses Ehe und diesen Mann beenden und dir was echtes und aufrichtiges suchen! Und du musst noch nicht einmal suchen - du hast dein Glück sogar schon greifbar. Lass es nicht weiter zappeln - sonst verlierst du dein Glück. Und DAS wirst du dann bereuen.

    An deiner Stelle hätte ich mich auch für diesen Kollegen entschieden.


    Wenn du dir so sehr ein Kind wünschst , dein Mann dagegen ist (welches dir gegenüber recht intolerant ist, aber dies wird mit seiner eigenen Vergangenheit , eigenen Kindern, Exfrau, eigenen Erfahrungen und seinem hohen Alter in Zusammenhang stehen ) wird dein Mann vermutlich auch in den nächsten Jahren gegen neue Kinder sein.

    Alias 727889

    Zitat

    Das freut mich sehr für euch und macht mir Mut, das solche starken Gefühle füreinander eben nicht immer nur Projektionen und Illusionen sind, die sich nach einigen Monaten oder Jahren immer abnutzen.

    Warum soll das eine Projektion bzw. Illusion sein? Du weißt doch, was Du fühlst und Du weißt, was Du für wen fühlst. Dass es schön wäre, wenn das Gefühl gegenseitig wäre und auch noch länger währen würde – klar, aber das kann niemand wissen. Herausfinden kannst Du es aber nur, wenn Du es probierst. Was ich verstehe ist, dass Du wohl von recht vielen rational denkenden Menschen umgeben bist bzw. solchen, die zumindest auf einer rationalen Ebene entscheiden. Ich bin der Meinung, dass nichts rationaler ist als Gefühle - sofern man sie zulässt. Die Beschreibung Deiner Partnerschaft, dass Du und Dein Partner ein gutes Team gewesen seid, spricht jetzt für mich auch nicht auf eine tiefe leidenschaftliche und sinnliche Beziehung, sondern auf ihre Funktionalität auf Sachebene. Mit Deinem Kollegen scheint es mehrere Ebenen zu geben, die Du teilweise bisher gar so gar nicht kanntest.

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    Bei allen, die einem davon abraten, seinem Herzen zu folgen, klingt es nämlich oft so, als wäre das ein Fakt. Da ich ja nun noch wenig Beziehungserfahrung habe, weiß ich sowas schwer einzuschätzen.

    Wer wird denn dazu raten? Jene, die selbst so entscheiden. Andere raten dem Herzen zu folgen (wieder jene, die es selbst so handhaben), andere, zuerst einmal Herz und Verstand auf eine Linie zu bringen. Auch da kannst nur Du herausfinden, welcher Typ Du bist.

    Zitat

    Ich hatte mir vorgenommen 2 Wochen bei der Freundin zu bleiben um Abstand zu kriegen und in dieser Zeit eine Entscheidung zu treffen. Jetzt bin ich erst ein paar Tage bei ihr und es sieht so aus als wäre die Entscheidung bereits gefallen.

    Lass Dir trotzdem genug Zeit. Auf eine Woche kommt es sicher nicht an. Du kannst jetzt natürlich den neuen Mann in Deinem Leben nicht ganz wegdenken, aber zumindest zu beiden gleich viel Abstand halten, so, dass Du am wenigsten Abstand zu Dir hast. :-)

    nein, Alias.


    Fü mich kam unsere Paartherapie zu spät. Und weil ich bei meinem Affairenmann (was für ein schreckliches Wort) gesehen habe, was ich so alles fühlen kann, was alles so gehen kann zwischen Mann und Frau, da war mir klar, dass das mit meinem damaligen Mann nie so sein würde.


    Ich bin nun in einer ganz anderen Beziehung und glücklich. Dennoch kann ich nicht umhin manchmal zurück zu schauen und mich zu fragen, was wäre aus meinem Mann und mir geworden, wenn mein Herz nicht durch den Affairenmann "besetzt" gewesen wäre, als mein Mann endlich begriffen hatte, was die Stunde geschlagen hat und wir in die Therapie gegangen sind.


    Müßige Gedanken, aber ab und an überlege ich.

    Mein Eindruck, kurz und knapp:


    Trenn dich und verschwende keine Zeit mehr! Dein Mann will offensichtlich keine Kinder mit dir. Dein Kollege schon. Außerdem hast du große Gefühle für ihn. Willst du ERNSTHAFT so lange warten, bis dieser tolle Mann es nicht mehr aushalten kann und die Chance auf eine glückliche Beziehung mit ihm vorbei ist?


    Ich finde, dein Mann hat seine Chance vertan. Ich sehe es auch so, dass er dich einfach hinhält. Und jetzt ist ER wütend, weil du ihn ein halbes Jahr lang über etwas wichtiges (Treue) belogen hast. Er hat belügt dich dafür seit Jahren über etwas wichtiges (Kinder).


    Was hast du denn zu verlieren? Wenn der neue Mann sich in nem Jahr auch als Luftnummer entpuppt, die nicht zu ihrem Wort steht, bist du 31 und hat die Chance noch jemand anderen zu treffen.


    Mich würde an deiner Stelle am meisten verletzen, dass dein Mann dich nicht versteht. Du bist jetzt die Böse, weil du ihn betrogen hast. Aber sieht er nicht die Gründe?


    So sehe ich das.

    Zitat

    Meinem Kollegen glaube ich - ich habe keinen Grund an seinem Kinderwunsch mit mir zu zweifeln

    Ernsthaft ?


    Selbst wenn es schnell geht wäre er 50 bevor ihr euer erstes Kind habt, kümmern wird er sich um dieses Kind, und später Teenager, bis ins Rentenalter. Dabei hat er eigentlich schon eine Familie, und Kinder die er jederzeit sehen könnte, sollten ihn vaterliche Gefühle überkommen. Statt sich mit diesen zu beschäftigen, und sich langsam auf den Ruhestand vorzubereiten, kann er nun an den Wickeltisch zurückkehren, der Traum von Selbständigkeit hätte sich ebenfalls erledigt, fehlen ihn dazu doch nun Zeit und Geld


    Momentan habt ihr eine Affaire, du bist für ihn die junge, hübsche Kollegin bei der er eine Weile vergisst bereits 47 zu sein. Auch wenn er jetzt in dich verliebt ist und von einer Familie spricht, können die Dinge schnell wieder anders aussehen. Sobald man eine Weile zusammenlebt, und sich langsam der Beziehungsalltag einstellt, sieht man die Welt wieder nüchterner, und man beginnt, sich über die Rechnungen Sorgen zu machen. Wie er dann zu dem Thema stehen wird kann keiner vorhersagen, dass er aber bereits seine letzte Freundin über Jahre hingehalten hat, als es darum ging Nägel mit Köpfen zu machen, lässt sich durchaus als Hinweis deuten

    Zitat

    Diese Szene hat mich tief erschüttert und als ich sie meinem Mann zuhause erzählt habe, lachte! er, und sagte "Und, hast du dem Rotzlöffel gesagt dass dein doofer Mann noch nicht bereit ist dafür?".


    Ein paar Tage später, im Dezember, saß ich Abends auf der Couch und habe (in der Vorweihnachtszeit!) Marzipankartoffeln gegessen. Er sah dies, und kommentierte "Wenn ich sehen würde das du dich gesünder ernährst, dann wüsste ich das du bereit bist für ein Kind"

    Ich hätte die Szene genau andersherum interpretiert, und gesagt, er macht sich über die Situation lustig, eben weil er keine Ahnung hat wie nahe das Thema dir wirklich geht. Vielleicht kannst du die Sache bei nächsten mal in der Paartherapie ansprechen ? Ohne euch noch einmal auszusprechen wird es ohnehin nicht gehen

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    Das war quasi das große Finale, danach habe ich das Thema nicht mehr angesprochen. Er weiß wie dringend es war. Er wollte es nur nicht hören, weil es nicht das ist, was er möchte

    Das meinte ich mit fehlender Kommunikation: Statt einfach davon auszugehen er würde dir aus lauter Boshaftigkeit das Kind verweigert, hättet ihr dringend offen darüber reden müssen. Wie soll er sonst wissen was in dir vorgeht ?

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    Die Mauer ist ziemlich hoch mittlerweile. Ich kann mich jetzt vor den Spiegel stellen und mir hundertmal sagen "Er liebt mich - auch wenn er noch keine Kinder mit mir will". Es nützt wohl nichts

    Ich hatte es vorher schon einmal angeschnitten, konnte aber nicht mit den Finger darauf zeigen, deshalb jetzt nochmal etwas konkreter: Die Art wie du Kinder als (einzig wahren?) Liebesbeweis des Partners betrachtest, und das Aufschieben als Abweisung verstehst, finde ich äußerst problematisch. Solltest du dir tatsächlich vor allem auch deshalb ein Kind wünschen, weil du dich anders nicht geliebt fühlst, wäre das etwas was man vielleicht auch einmal in einer Therapie ansprechen sollte

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    Und er antwortet: "Nein, ich meine: Warum ist dein Sitz im Einkaufswagen leer?" Zack, der Stich ins Herz, mir schießen die Tränen in die Augen. [..] Also stottere ich: "Ähm...weil ich dieses Jahr erst geheiratet habe."

    Noch kein Kind zu haben scheint bei dir nicht nur ein wunder Punkt zu sein, du schämst dich geradezu dafür, bedeutet es doch, dass dein Mann dich nicht wirklich lieben kann

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    Ein Ultimatum wollte ich nie setzen, ich will kein erpresstes Kind

    Sollte es dir wirklich nur darum gehen Mutter zu sein, und ein Kind aufwachsen zu sehen, wäre es im Grunde auch kein Problem, wenn es 'erpresst' wäre, notfalls kannst du es ja auch alleine erziehen. Da du das Kind aber vor allem auch als Liebesbeweis siehst, machst es natürlich wirklich keinen Sinn zu sehr darauf zu beharren, ein 'Ich liebe dich' muss schon von ihm selbst ausgehen

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    Ich habe zig Ratgeberbücher gelesen, sowas wie "Liebe dich selbst und es ist egal wen du heiratest". Alles sehr interessant und erhellend, ändert aber leider nichts an meinen Gefühlen diesbezüglich

    Selbst wenn dir die Ratgeber nicht sonderlich viel geholfen haben, geht der Gedanke meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Ich würde dir wirklich raten das Thema zumindest bei der Paartherapie anzusprechen, und vielleicht auch über eine eigene Therapie nachzudenken. Dein Problem liegt bei dir deutlich tiefer und wird sich auch durch das Wunschkind nicht lösen lassen. Davon abgesehen fände ich es auch den Kind gegenüber alles andere als fair

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    ....es ist beim ersten Kind sehr schwierig zu sagen:


    jetzt. Denn ein Kind passt immer oder nie. Uns hat es geholfen zu sagen: okay, ab dem Zeitpunkt versuchen wir es mal für.... MOnate .... und wenn dann nicht, dann reden wir noch mal drüber.

    Aber bei euch war von Anfang an klar, dass ihr gemeinsame Kinder haben werdet? Trotz des Alters deines Mannes? Oder habt ihr euch erst später dazu entschieden?

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    Wobei ich wie gesagt wirklich der Meinung bin, dass Du emotional mittlerweile zu sehr an Deinem Freund hängst. Mal ernsthaft:


    könntest Du Dir wirklich noch vorstellen, mit Deinem Mann ein Kind zu haben? Und die näcxhten Jahre mit ihm zu verbringen und den Freund NICHT mehr zu sehen?

    Im Moment kann ich mir das nicht vorstellen, Nein. Weder das eine noch das andere. Ich habe ja mehrfach versucht meinen Kollegen nicht mehr zu sehen bzw. zu schreiben oder zu telefonieren, es ging meistens von beiden Seiten aus, wir hatten Angst. Wir haben es nie länger als ein paar Tage ausgehalten.

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    Ich hing ja auch 1,5 Jahren zwischen den Stühlen ratio und Schwachsinn, wir sind dann in den Urlaub und ich war 2 Wochen vom Schwachsinn (Affäre) getrennt, es war die Hölle.

    Been there, done that. Schöne Luxus-Fernreise, mit dem besten Willen ins Flugzeug gestiegen, nicht an den Kollegen zu denken. Mein Mann hatte ein kinderloses Hotel gebucht (ist ja viel ruhiger, nä?), genoss den kinderlosen Pool während ich mich zurück ins Zimmer schlich um am getragenen T-Shirt meines Kollegen zu schnüffeln, das ich im Nachkästchen versteckt hatte. Halleluja.

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    Ich konnte mit meinem Freund auch nicht mehr schlafen, es war einfach vorbei. Ich wollte es nicht wahrhaben, aber ich hatte mich schon entliebt.

    So ist es bei mir auch.

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    Das hieß nicht, dass ich nicht noch Gefühle für ihn hatte, aber bei der Frage:


    er oder der andere, egal, was außenrum ist, hieß es für mich nach dem Urlaub glasklar: der andere, der "Schwachsinn". Und das hält wie gesagt nun schon über 20 Jahre. Manchmal muß man einfach springen.

    Das ist wirklich schön, wie es für euch ausgegangen ist. Das ihr euch eineinhalb Jahre gequält habt ist wirklich heftig. Ich gehe schon seit einer Weile auf dem Zahnfleisch. So lange würde ich es nicht aushalten.


    Was mich noch interessieren würde: Das ganze Hin und her ist ja sehr nervenaufreibend und auch oft verletzend. Hast du das Gefühl, eure Liebe zueinander hat Schaden genommen durch die lange "Wartezeit" aufeinander?

    Zitat

    Sei froh das du noch kein Kind mit ihm hast. Du kannst dieses Ehe und diesen Mann beenden und dir was echtes und aufrichtiges suchen! Und du musst noch nicht einmal suchen - du hast dein Glück sogar schon greifbar. Lass es nicht weiter zappeln - sonst verlierst du dein Glück. Und DAS wirst du dann bereuen.

    Danke dir. Mein Herz hüpft und ruft "JA" bei solchen Zeilen. :)_

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    Warum soll das eine Projektion bzw. Illusion sein? Du weißt doch, was Du fühlst und Du weißt, was Du für wen fühlst. Dass es schön wäre, wenn das Gefühl gegenseitig wäre und auch noch länger währen würde – klar, aber das kann niemand wissen. Herausfinden kannst Du es aber nur, wenn Du es probierst. Was ich verstehe ist, dass Du wohl von recht vielen rational denkenden Menschen umgeben bist bzw. solchen, die zumindest auf einer rationalen Ebene entscheiden. Ich bin der Meinung, dass nichts rationaler ist als Gefühle - sofern man sie zulässt.

    So kann man es auch sehen. Ich sollte wohl lernen meinen Gefühlen mehr zu vertrauen. Vielleicht hätte ich dann schon vor der Hochzeit merken können das er wohl keine Kinder will.

    Richtig. Er versteht mich noch immer nicht. Er sieht den Kollegen als einziges wirkliches Problem das wir haben. Denn Kinder will er ja angeblich, irgendwann mal.

    Cinnamon4

    Zitat

    Mich würde an deiner Stelle am meisten verletzen, dass dein Mann dich nicht versteht.

    Es hätte schon gereicht, wenn er die Aussagen der TE ernst genommen hätte, sie also respektiert hätte. Umgekehrt - wenn er tatsächlich nicht verstanden hat, dass für sie ein Kind dazu gehört, dann würde ich ihn auch nicht als potentiellen Partner für die TE wahrnehmen. Da würde die soziale Kompetenz völlig fehlen. Die TE schätzt ihn aber nicht so ein und wenn sie es ihm nur 2x gesagt hätte (was aus meiner Sicht völlig reicht) und sie hat es deutlich öfter gesagt, zeigt es einfach, dass er sie zumindest auf dieser Ebene nicht respektiert hat, sonst wäre er mit dem Thema anders umgegangen, anstatt sie eben jedesmal zu vertrösten oder sich gar über den Wunsch lustig zu machen. Geht gar nicht.

    Alias 727889

    Zitat

    So kann man es auch sehen. Ich sollte wohl lernen meinen Gefühlen mehr zu vertrauen. Vielleicht hätte ich dann schon vor der Hochzeit merken können das er wohl keine Kinder will.

    Genau darum geht es mir in meinen Beiträgen. Daher auch meine explizit auf Dich bezogenen Fragen. :-)

    Zitat

    Richtig. Er versteht mich noch immer nicht. Er sieht den Kollegen als einziges wirkliches Problem das wir haben. Denn Kinder will er ja angeblich, irgendwann mal.

    Sagt aber viel aus.

    Zitat

    Es hätte schon gereicht, wenn er die Aussagen der TE ernst genommen hätte, sie also respektiert hätte.

    Das meine ich mit "verstehen". Er muss es nicht konkret nachvollziehen können oder sich gar vorstellen können, in der Situation der TE genauso zu handeln. Aber eben nicht blind für ihre Bedürfnisse sein und dafür, dass es da offensichtlich ein Problem gibt, das tiefer geht.

    Zitat

    Umgekehrt - wenn er tatsächlich nicht verstanden hat, dass für sie ein Kind dazu gehört, dann würde ich ihn auch nicht als potentiellen Partner für die TE wahrnehmen. Da würde die soziale Kompetenz völlig fehlen. Die TE schätzt ihn aber nicht so ein und wenn sie es ihm nur 2x gesagt hätte (was aus meiner Sicht völlig reicht) und sie hat es deutlich öfter gesagt, zeigt es einfach, dass er sie zumindest auf dieser Ebene nicht respektiert hat, sonst wäre er mit dem Thema anders umgegangen, anstatt sie eben jedesmal zu vertrösten oder sich gar über den Wunsch lustig zu machen. Geht gar nicht.

    Ja, das ist wirklich übel. Wenn ich jemanden liebe, bin ich ihm die Wahrheit schuldig. Muss ja nicht immer schonungslos und auf den Punkt sein, aber nach dem ersten Vertrösten hätte er ja zumindest schon mal denken können - sofern dieses erste Vertrösten überhaupt ehrlich gemeint war: "Hm... anscheinend habe ich mich verschätzt mit dem Zeitpunkt, zu welchem ich Kinder will. Ich weiß es wohl einfach noch nicht, ob und wann dieser Zeitpunkt kommen wird." Das hätte er der TE dann sagen sollen.