Ehepartner beschimpft Kinder

    Hallo liebe Forumgemeinde! *:)


    Ich bräuchte jetzt doch mal dringend Rat von Außenstehenden.


    Vielleicht mal zunächst zu unserer Vorgeschichte. Wir sind 2004 ein Paar geworden und ich wurde relativ schnell ungeplant schwanger. Es hat sich jedoch soweit alles gut entwickelt, wir haben 2008 unser zweites Kind bekommen und sind nun auch schon einige Zeit verheiratet. Jetzt kommt das Problem. Er hatte eine sehr schwierige Kindheit und sich deshalb in letzter Zeit immer mal wieder nicht im Griff. Ich hab ihm schon gesagt, er muss ne Therapie machen, aber er machts einfach nicht. :(v


    So, jetzt zu den Vorkommnissen. Es gibt immer wieder solche Situationen, hier mal die, die mir im Kopf blieben.


    Unser Großer zappelt am Esstisch (wie Kinder halt so sind), mein Mann ermahnt ihn einige Male und plötzlich brüllt er ihn an: Hör auf Dein Brot zu zerreissen sonst zerreiss ich Dich!


    Der Große spielt ihm Wohnzimmer, Mann fühlt sich genervt. Irgendwann holt er aus und schreit ihn drohend an: Hör auf oder ich Knall Dir eine!


    Und zwar mit einem richtig aggressiven Ton.


    Dann waren wir neulich einkaufen. Die Kleine hatte ne Impfung bekommen, war dementsprechend nölig und dem Großen wars halt langweilig. Irgendwann auf dem Parkplatz ist er dann voll explodiert. Ich war gerade am Sachen einräumen, die Kinder schon im Auto, da fängt er an zu maulen, dass er gar nicht weiß, wieso er überhaupt Kinder hat. Das nervt ihn nur noch und er wünschte sich grad er hätte keine. :°( Und der Große hats gehört und war natürlich dementsprechend traurig. :°( Dann auf dem Heimweg nahm er noch jemandem anders die Vorfahrt und knallte zu Hause die Garagentür zu.


    Ich hab ihm meine Meinung dazu zu Hause im Bad gesagt und dann erstmal nix mehr mit ihm geredet. Das kanns doch wohl echt net sein.


    Er hat sich dann bei den Kindern und mir entschuldigt, aber was bringt das denn, wenns trotzdem immer wieder vorkommt? Er macht einfach keine Therapie obwohl ich ihn x Mal gebeten habe.


    Und ich hab ihm jetzt gesagt, wenn sowas nochmal vorkommt, egal ob es sich nach Erpressung anhört oder nicht, dann kann er seine Koffer packen und verschwinden. Denn sowas find ich fast noch schlimmer wie körperliche Gewalt. Da brauch er sich doch net wundern, dass wir 2 absolute Mamakinder haben. :|N


    Ich weiß echt nimmer was ich machen soll. Ich meine, ich liebe meinen Mann, doch meine Kinder stehen ganz klar über ihm. Ich will ganz bestimmt keine alleinerziehende Mama sein, aber was bleibt mir denn anderes übrig, wenn er sich net ändert.


    Ich kann doch die Kinder nicht unter solchen ständigen Anfeindungen aufwachsen lassen oder?

  • 26 Antworten

    Ich hatte selber eine ähnliche Kindheit wie Dein Mann... denk ich mir zumindest. Ich hab auch viel Gewalt und Aggression erfahren - und habe manchmal Momente, wo ich laut werde, ohne es zu wollen (zum Glück "nur" laut und nicht gewalttätig). Ich habe viele Therapien hinter mir, Klinikaufenthalte, Psychopharmaka. Viel viel Arbeit, Tränen, manchmal hatte ich Angst, verrückt zu werden...


    Dein Mann muss sich helfen lassen. Anders geht es wirklich nicht. Deshalb denke ich, Du hast richtig entschieden, ihm das so zu sagen. Kinder sind schutzbedürftig und dürfen in ihrem geschützten Rahmen, ihrem Zuhause, seine Gewalt erfahren. Ich finde Du handelst richtig.


    :)* für Deine Kinder, und natrülich für Dich.

    Arme Kids... gibt kaum was schlimmeres als gesagt zu bekommen, daß man doch besser ohne sie dran wäre.


    Würdest du das denn durchziehen mit dem Rauswurf?


    Reflektiert sich dein Mann? Sprich, weiß er wie er in diesen Momenten wirkt und auch die Kids einschüchtert? Wie geht er mit ihnen um, wenn er normal drauf ist?

    Super Einstellung, Ratlose :)=


    Du hast Recht, so ein Terror ist mindestens genauso schlimm wie körperliche Gewalt. Deinem Posting ist nichts mehr hinzuzufügen, du musst deine Kinder schützen. Und wenn deinem Mann wirklich was an euch liegt, wird er auch eine Theraoie machen, ich wünsche es dir jedenfalls.


    Und zur schlechten Kindheit: Mein Bruder sagt immer, wenn es nach der schlechten Kindheit ginge, könnte er genausogut ein Massenmörder sein. Er hat es wirklich nicht gut gehabt. Aber er ist ein fleißiger, treuer und liebevoller Ehemann und Vater geworden, und das schon viele, viele Jahre.

    ratlose


    als ich deinen post gelesen habe dachte ich du erzählst von meinem mann.


    er hatte auch eine sehr schwere kindheit, er hat das auch zeitweilig so vor den kindern rausgelassen.


    da hiilft aber in erster linie keine trennung sondern eine sehr konsequente haltung von dir ihm gegenüber um das zu ändern.


    meinem mann entschlüpft sowas heute nur noch sehr selten und wenn dann ist hier eiszeit angesagt.


    glaub mir auch einen erwachsenen kann man in der beziehung noch erziehen. wenn du ihn liebst und für deine kinder eine familie willst, dann trenn dich nicht einfach sondern kämpfe!!!!!! @:) @:) @:)

    Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich mich sofort komplett von ihm trennen will. Aber zumindest muss er so lange verschwinden, bis ihm sein handeln endlich bewußt wird und er sich helfen lässt.


    Ich kämpfe nun schon seit über 2 Jahren um diese Ehe und er macht Versprechungen und hält sie dann einfach nicht. Wären die Kinder noch kleiner, würde ich vielleicht noch warten. Aber ich kann ihn doch nicht einfach weiter hier wohnen und so weitermachen lassen, wenn ich doch merke, dass mein Großer wirklich darunter leidet.


    Ansonsten ist er eigentlich ein lieber Papa, wobei man aber merkt, dass ihm die Kleine grad lieber ist. Sobald mal beim Großen ne schwierige Phase kommt, ist er nur noch am schimpfen und meckern. Manchmal kommt es mir so vor, als wenn er sich wirklich zwingen muss sich mit den Kids zu beschäftigen. :°(


    Ich will ja nicht sofort unsere Ehe beenden. Aber ich seh es einfach als meine Pflicht und Verantwortung gegenüber meinen Kindern sie vor solchen Aggressionen, wenn auch nicht körperlich, zu schützen. Und wenn er es so nicht einsieht, vielleicht lässt er sich dann endlich helfen, wenn er zumindest vorerst mal gehen muss. Und das hab ich ihm auch so gesagt. Ich hoffe immer noch, er sucht sich so Hilfe oder solche Situationen kommen nicht mehr vor. Aber momentan sieht es leider nicht danach aus. :°(


    Ich bin niemand, der eine Ehe kampflos aufgibt, vor allem, weil ich ihn ja auch liebe. Aber der Schutz meiner Kinder kommt schlicht und ergreifend vor der Liebe zu meinem Mann, so hart es sich auch anhören mag. Wer beschützt sie denn sonst, wenn nicht ich?

    Zitat

    Ansonsten ist er eigentlich ein lieber Papa

    das ist der ausschlaggebende punkt. was meinst du sagen deine kinder wenn du ihn, wenn es auch nur übergangsweise ist, wegschickst.


    der große wird sich schuldig fühlen. das wäre hier der absolute worst case gewesen. sowas hätte ich meinen kindern nie zugemutet.


    wie konsequent bist du denn wenn er wieder mal so reagiert?


    hast du ihm schon mal gesagt, dass du mt dem gedanken spielst ihn vor die tür zu setzen?


    vielleicht rüttelt ihn das wach.

    Ja das hab ich ihm deutlich gesagt, dass, sollte es nochmal vorkommen, er seine Koffer packen kann.


    Aber was bleibt mir denn anderes übrig, als ihn dann wegzuschicken, wenn er nicht aufhört. Du müsstest mal sehen, wie verletzt der Große teilweise ist, auch durch seine ablehnende Haltung manchmal. Manchmal sitzt der Große sogar dann hin und entschuldigt sich für Sachen, wos nichts zu entschuldigen gibt und weint dabei.

    Zitat

    Manchmal kommt es mir so vor, als wenn er sich wirklich zwingen muss sich mit den Kids zu beschäftigen

    beschäftigt er sich denn garnicht mit euren kindern oder beschäftigst du dich einfach mehr und deswegen ist der unterschied so deutlich?


    wenn er als kind nicht vorgelebt bekommen hat wie ein guter vater agiert, wie soll er dann heute wissen wie es geht? er wird immer im hinterkopf haben "ich bin auch so gut groß und ein ordentlicher mensch geworden"


    ich denke sich zu ändern ist ein langwieriger prozess und klar leiden deine kinder jetzt darunter. was aber nichts im vergleich dazu wäre wenn du dich trennen würdest.

    Zitat

    Ich meine, ich liebe meinen Mann, doch meine Kinder stehen ganz klar über ihm.

    Und du glaubst, das ist ein gutes Rezept für eine glückliche Ehe?

    Zitat

    Da brauch er sich doch net wundern, dass wir 2 absolute Mamakinder haben.

    Ich glaube eher, dass umgekehrt ein Schuh draus wird. Du hast dir 2 absolute Mamakinder herangezogen, für die du scheinbar grenzenloses Verständnis hast und die du ganz klar über ihn stellst. Streitet ihr über Erziehung? Zudem schreibst du, dass er sich erst "in letzter Zeit" nicht im Griff hat. Also ist das die Wirkung und nicht die Ursache.


    Das entschuldigt nicht seine Unbeherrschtheit, aber es erklärt seine Frustration. Ich finde, er ist nicht der einzige, der etwas / sich zu ändern hat.

    Zitat

    Du müsstest mal sehen, wie verletzt der Große teilweise ist, auch durch seine ablehnende Haltung manchmal. Manchmal sitzt der Große sogar dann hin und entschuldigt sich für Sachen, wos nichts zu entschuldigen gibt und weint dabei.

    hast du mit deinem mann denn mal wenn er sich dafür entschuldigt hat mit ihm in ruhe darüber geredet?


    mein mann war in solchen situationen dann immer sehr zugänglich und ich konnte ihm klarmachen wie schlimm es für die kinder ist wenn sie so massiv beschimpft werden.


    ich habe ihm gesagt dass die kinder keine andere chance haben, da er der einzige papa ist den sie haben und den sie je haben werden.


    das hat er eingesehen und sein verhalten stück für stück geändert.


    ich arbeite da jetzt aber auch schon über 6 jahre dran.


    unternehmt ihr denn was zusammen als familie?


    lobst du deinen sohn vor seinen ohren? manchmal ist sowas sehr wirkungsvoll, da er dann ja mitziehen muß. das würde dem großen sicher sehr guttun.


    gibt es ein hobby was beide teilen?

    gibt es einen auslöser für sein verhalten? job? arbeitslosigkeit? geldmangel?


    oft ist das dann so, dass der frust an das schwächste glied der kette weitergegeben wird.


    was nicht richtig ist, keine frage, aber wenn man den auslöser kennt kann man dort ansetzen.

    @ Highball

    Die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern ist nunmal bedingungslos. Vielleicht schwer für Männer zu verstehen, ist aber so. Und das ist auch gut so, heißt aber nicht, dass man ihnen alles durchgehen lässt, aber so habe ich DieRatlose auch nicht verstanden.

    @ FallenAngel

    Ich schätze deine Beiträge sehr, und ich glaube auch, dass du das alles sehr gut meisterst mit deiner Familie. Eine Trennung würde ich auch erst in allerletzter Konsequenz in Betracht ziehen. Aber wenn ich hier lese, wie der Vater mit dem Jungen umgeht, das geht schon ans Herz.


    Ich habe mal vier Jahre mit einem Mann zusammengelebt, der immer ein recht distanziertes, aber freundschaftliches Verhältnis zu meiner Tochter hatte, aber teilweise einfach auch sehr ungerecht war. Damit ist mein Kind gar nicht zurecht gekommen. Als er dann angefangen hat, sie teilweise sogar zu beleidigen, habe ich mich von ihm getrennt, da war sie dann neun. Und obwohl sie ihn sehr gemocht hat, habe ich erst hinterher bemerkt, wie erleichtert sie war, als wir dann weg waren.


    Was ich sagen will, es kann gutgehen, wenn man zusammen bleibt, es kann aber auch viel in so einem kleinen Menschen kaputtmachen.

    desperate


    danke für deine lieben worte @:)


    ich weiss was du meinst. es ist wichtig abzuwägen was für die familie das beste ist und was überwiegt.


    wenn die kinder überwiegend unter dem vater leiden, dann ist es auf jeden fall besser sich zu trennen, das hast du dann auch absolut richtig gemacht. :)*


    die te schreibt er wäre ansonsten ein guter vater. deswegen könnte es sein, dass es für die kinder in diesem fall schlimmer wäre wenn er geht. egal für wie lange.


    es ist sehr schwer in diesem fall. er behandelt die kinder unterschiedlich, selbst wenn es für den jungen eine erleichterung wäre, wäre es für die tochter vielleicht eine katastrophe.


    ich denke da muß die te einmal ganz in ruhe in sich gehen und ganz objektiv an die situation rangehen.


    vielleicht wäre es da auch sogar sinnvoll dies mithilfe eines völlig außenstehenden zu tun.


    die wichtigste frage ist da die einschätzung zu wieviel prozent diese verbalen atacken den alltag dominieren.