Mir fällt es irgendwie leichter, mich in die Situation Deines Freundes zu versetzen, auch wenn ich selbst keine Erfahrungen mit solchen Beziehungskonstellationen habe.


    Trotzdem. Da hat er nun eine Scheidung hinter sich, der sicher auch jahrelanges Streiten vorausging. Dann kommt die neue Liebe, endlich der ruhende Pol, endlich Harmonie und auch - ganz klar, einfach Ruhe und Frieden. Endlich mal Entspannung, kein Kampf und Krampf. Endlich mal "nett und bequem" - und das meine ich positiv. Verliebt sein, Harmonie und Leichtigkeit.


    Im "Nebenkriegsschauplatz" immer noch Krach mit der Ex. Aber, da es ja mit der neuen Freundin gut geht, ist das erträglich. Und dann endlich entspannt sich die Situation mit der Ex, das Leben könnte jetzt so schön sein.


    Unglaublich, ausgerechnet da fängt es mit der neuen Freundin an zu kriseln, die braucht "Bestätigung", weil es mit der Ex sich normalisiert. Warum ist sie nur so unsicher, warum macht sie das Beziehungsleben schwer, warum verschwindet die Leichtigkeit? Jetzt ist der Stress wieder im Zentrum, verdammt, kehrt denn nie Ruhe ein?!


    Ganz ehrlich? Wenn er wieder zur Ex geht, oder zumindest von Dir weg, dann, weil ihm die neue Beziehung um die Ohren fliegt, Ausgeliebt, Alltag eingekehrt.


    Mein Rat wäre: Es war doch alles gut, oder? Warum machst Du es jetzt mit Deiner Unsicherheit schwierig? Meiner Meinung nach eine selbsterfüllende Prognose. Mehr Selbstvertrauen und Souveränität als Partnerin, dann hat er was er gesucht hat, weshalb er die Beziehung eingegangen ist. Verändere nicht "den deal". Und dann wird er die Zeit mit der Ex als schreckliches Kapitel der Vergangenheit einordnen, was jetzt geschlossen ist, wo es sich normalisiert.

    Ich finde deine Gefühle nicht seltsam. Aber dir werden die Leute hier schön eins rüber geben mit der Moralkeule. Hier sind nämlich lauter perfekte Menschen, die alle immer nur rational und moralisch handeln und dir die Leviten lesen werden, weil du so schwach bist im Gegensatz zu ihnen die alles soooo viel besser machen würden... In deren Fantasie jedenfalls :_D

    Zitat

    Es ist nun mal so, dass ein Kind eine Lebensverbindung ist im Normalfall. Aber die Intensität verändert sich auf jeden Fall, dass kann ich 3-fach Mutter ebenfalls mit Trennung vom Kindesvater so mutmachend bestätigen. Ihr liebt euch, Dein Freund steht voll hinter eurer Beziehung und gibt Dir das gute Gefühl das Du einen festen Platz in seinem Leben hast. Ha

    Will auch so eine Glaskugel wo ich alles weiß, sogar über die Gefühle von Menschen, die mir noch nie begegnet sind :-D

    Das einzige was ich dir sage ist, dass du dich nicht an seinem Kind so aufhängen sollst. Es ist nicht dein Kind und du kannst ganz schnell wieder abgeschrieben sein als Partnerin und dann ist das Kind noch uninteressanter für dich un dein Leben.


    Dass das Wohl des Kindes kein Grund ist für dich ruhig zu bleiben, ist nur natürlich, denn im Endeffekt ist es nicht dein Problem bzw irrelevant für deine Zukunft.


    Es ist nichts in Stein gemeißelt mit deinem jetzigen Partner.


    Das Kind ist nicht dein Leben sondern seines und ihres. Punkt


    Und genau daher rühren deine Gefühle...

    Zitat

    Will auch so eine Glaskugel wo ich alles weiß, sogar über die Gefühle von Menschen, die mir noch nie begegnet sind :-D

    Das bezieht sich auf das, was die TE selbst über ihre aktuelle Beziehung beschrieben hat. Somit kann man sich darauf als Forenschreiber auch beziehen, oder?


    Wenn ich das alles gleich infrage stelle, kann ich mir jederlei Beitrag sparen. Ob das Ganze in 6 Wochen oder 10 Jahren auch noch so läuft, weiß ich natürlich nicht. Es geht um das Hier und Heute, mehr nicht.


    Und ja, Kinder bleiben so lange sie minderjährig sind wichtiger Fakt des eigenen Lebens, selbst dann, wenn man "nur" Neupartnerin eines Mannes mit einem Kind aus einer Vorbeziehung geworden ist.


    Zudem hat sich die TE nicht am Thema Kind aufgehängt hat, (um Deine Worte zu benutzen), sondern einzig über die Ambivalenz der eigenen Gefühle verunsichert ist. Im Thread hat niemand geschrieben, dass Verlustängste und Eifersucht nicht Teil einer neuen Liebesbeziehung sein können oder dürfen, so kurz nach einer turbulenten Trennung. Das sind völlig erklärbare und verständliche Gefühlswallungen auf ihrer Seite.


    Die Frage war aber nicht, ob sie diese Gefühle haben darf oder nicht, sondern wie sie als Partnerin damit gelassener und weniger belastet umgehen kann. Dazu wurde aus unterschiedlicher Sicht etwas geschrieben, wie Du eben auch. Um Moral oder Perfect World ging es meiner Erinnerung nach in keinem der Beiträge bisher. :-)

    losgetreten, ich habe das Gefühl, dass du es dir gerade selbst ziemlich schwer machst. Dass es in einer Patchwork-Konstellation grundsätzlich zu Eifersucht und Unsicherheiten einzelner Personen kommen kann, halte ich für menschlich und nicht verwerflich. Ist für alle Beteiligten - Kinder, Eltern und die jeweils neuen Partner - nicht immer einfach und für jeden von ihnen aus unterschiedlichen Gründen, da jeder eine andere Position in dem Gefüge abbekommen hat.


    Was ich nicht nachvollziehen kann, ist dein Wunsch wie hier beschrieben:

    Zitat

    quasi dass er vor seiner ex eine klare position einnimmt definiert: es gibt mich als vater unserer tochter, und deshalb bin ich auch bereit, mit dir als mutter unserer tochter einen gemeinsamen weg zu finden, aber ich bin auch der partner von losgetreten und sie gehört nun mit dazu."

    Das ist doch für alle Beteiligten längst klar, oder nicht? Alle kennen dich und alle wissen um eure Beziehung. Die Tochter akzeptiert und mag dich! Die Exfrau geht neutral mit dir um und hat dich schon in Gespräche über die Tochter miteinbezogen. Das klingt doch alles richtig gut. Was genau fehlt dir in dem Punkt denn? Ein offizielles Bekenntnis oder Statement deines Freundes?


    Was die Telefonate und speziell den Anruf der Ex betrifft, empfinde ich dich schon als ein wenig kleinlich und übertrieben negativ.


    Du fühltest dich ausgeschlossen, aber warum eigentlich? Es war ein Gespräch zwischen den Eltern des Mädchens. Dein Freund hat dich nicht namentlich erwähnt, weil es sich im Gesprächsverlauf vermutlich nicht ergab und keinerlei Relevanz hatte. Kein Grund zur Panik, denn ich gehe davon aus, dass er dich nicht bewusst ausgeklammert oder totgeschwiegen hat, sondern du/eure Beziehung halt einfach nicht Thema war. Es ging um die Tochter und die beiden sind, trotz Trennung, nun mal deren Eltern. Das ist erstmal etwas "Exklusives", was aber natürlich nicht heißt, dass es so bleiben muss. Dass neue Partner irgendwann zu "Zusatzeltern" werden und selbstverständlich und gleichberechtigt mit eingebunden werden, ist etwas, das sich entwickeln kann. Das ist kein Ticket, das du mit der Beziehung zu deinem Freund gelöst hat, sondern in erster Linie von seiner Tochter abhängig. So etwas kann Zeit brauchen. Gib euch diese Zeit doch, vor allem weil sich bei euch doch zuletzt offenbar Vieles in eine gute Richtung entwickelt hat! Das Mädchen scheint Vertrauen zu dir zu haben und das ist die wichtigste Basis. :)^

    Zitat

    vermutlich bin ich momentan sogar die einzige, die ein problem damit hat, als team zu agieren. weil ich eifersüchtig bin, dass mein freund und seine ex (wieder) einen normalen und teilweise vielleicht sogar freundschaftlichen umgang miteinander gefunden haben.

    Finde ich schade, denn: er ist mit dir zusammen. Ihr seid ein Paar, du führst eine Beziehung mit ihm. Ein guter, friedlicher Umgang mit seiner Exfrau tut euch allen gut und ist unter erwachsenen Menschen doch nur erstrebenswert. Es spricht doch für deinen Partner, dass er es dem Kind zuliebe nach vielen Schwierigkeiten nun gut hinbekommt und um einen guten Dialog bemüht ist.


    Ich stelle es mir für ihn schon schwierig vor, allen Seiten gerecht zu werden. Er hat mit seiner Ex nun wieder zu einer guten Gesprächsbasis gefunden. Wenn nun deswegen Druck von seiner neuen Partnerin kommen würde,...puh.


    Nichtsdestotrotz würde ich mir an seiner Stelle natürlich wünschen, dass du ansprichst, was dich belastet oder stört. Deine Gefühle haben nämlich ihre Berechtigung, auch wenn er oder andere Leute sie nicht nachvollziehen können oder kritisch sehen.


    Zum Schluss mal aus der Perspektive eines geschiedenen Vaters: ich hatte lange Zeit fast täglich Kontakt mit meiner Exfrau. Mittlerweile ist das weniger geworden, weil die Kinder groß genug sind, um selbstständig zu telefonieren, vor allem aber weil sich die Grundsituation eingespielt hat. Dennoch schreiben/telefonieren wir mehrmals wöchentlich und das meistens freundlich und mit guter Laune, vor allem aber: pragmatisch.


    Wenn wir uns über die Kinder austauschen, dann geht es um die Kinder und jeder kommt da schnell zum Punkt. Ich weiß, dass sie einen Freund hat, sie weiß, dass ich eine Freundin habe. Da wird die Meinung des jeweils neuen Partners nicht extra oder zusätzlich erwähnt, wenn es nicht unbedingt relevant ist. Man klärt, was wichtig ist und gut. Dann freue ich mich über ein konstruktives Gespräch, lege auf und fertig. Das nimmt der Beziehung zu meiner Freundin genau gar nichts. Wenn es hingegen nicht rund läuft und es viele Diskussionen und Reibungspunkte mit meiner Exfrau gibt, schlägt sich das schon mal auf meine Laune und das kriegt der andere in einer Beziehung schonmal mit. Deswegen lieber andersrum.

    @ losgetreten

    Zitat

    es stimmt, mein freund tut sich schwer damit, gefühle oder ängste ernst zu nehmen, die er selbst nicht nachvollziehen kann.

    Es gehört in meinen Augen unabdingbar zu einer Beziehung solche Gefühle mindestens ernst zu nehmen. Man muß sie nicht zwingend verstehen.

    Zitat

    das hat aber nichts damit zu tun, dass er mich nicht liebt oder wertschätzt,

    Nein, das hat es nicht. Aber Liebe ist und entschuldigt nicht Alles. Und ich empfinde es nicht als Wertschätzung die Gefühle des Partners nicht ernst zu nehmen, mögen sie noch so nerven.

    Zitat

    das ist eben einfach eines seiner defizite.


    und schwächen hat nun mal jeder mensch. ich will damit sein verhalten nicht schönreden oder entschuldigen, aber das ist eben teil seines jahrelang antrainierten verhaltens und er tut das nicht, um mich absichtlich zu verletzen.

    Zitat

    aber in dem fall war ich unsicher, ob ich nicht einfach total überreagiere und deshalb habe ich zurückgerudert.

    Also sind seine Defizite (das von dir genervt sein) ok und werden akzeptiert, deine aber nicht?


    Die Gefühle sind nun mal da. Und sie gehen nicht weg wenn du sie verdrängst oder zurückruderst. Sie werden nur schlimmer. Und für eine konstruktive Lösung muß er auch mitarbeiten.

    Zitat

    nun tut mir der austausch hier gut, weil ich auch andere sichtweisen kennenlerne und vielleicht weiß, wie ich mich in zukunft verhalten kann.

    Erkläre ihm nochmal möglichst sachlich was in dir los ist, dass du diese Gefühle auch nicht willst (dich sogar selbst nerven ;-)) sie aber nun mal da sind. Und bitte ihn darum eine gemeinsame Lösung zu finden.

    @ Gadgetier

    Zitat

    Unglaublich, ausgerechnet da fängt es mit der neuen Freundin an zu kriseln, die braucht "Bestätigung", weil es mit der Ex sich normalisiert. Warum ist sie nur so unsicher, warum macht sie das Beziehungsleben schwer, warum verschwindet die Leichtigkeit? Jetzt ist der Stress wieder im Zentrum, verdammt, kehrt denn nie Ruhe ein?!

    Das kann ich auch verstehen. Und genau deshalb heißt es dann aber nicht genervt sein, sondern mit losgetreten ein ernstes Gespräch führen, ihr klar machen was in ihm selbst vorgeht. Dass er einfach froh ist, dass es ganz rund läuft im Moment - für die Tochter und für nichts sonst.


    Mit einem "du nervst mich" oder "vielleicht bin ich nicht der richtige für dich" treibt er sie noch mehr in die Unsicherheit.


    Eine Beziehung ist keine Einbahnstraße. Mögen ihre Gefühle (für ihn) noch so irrational sein und in seiner wohlverdienten Ruhe stören.

    hallo süße :)_

    ich weiß nicht so genau, wie ich das in worte fassen soll, versuche es aber mal - das gefühl, welches da in dir tobt, verstehe ich nämlich nur all zu gut, aus eigener erfahrung.


    was du mal versuchen könntest, deinen eingangspost für dich selber zu zerpflücken und dann zu unterteilen in unterschiedliche gefühle... z.b.


    eifersucht: auf die innigkeit, die die beiden bei dem familienthema ausstrahlen


    angst: dass er sich irgendwann zu gut mit seiner ex versteht und sogar zu ihr zurück geht


    wut: dass er mich da einfach rumsitzen lässt und nicht mal erwähnt beim telefonat


    dann kannst du nämlich vielleicht auch jedes thema einzeln mal für dich sortieren und viel ruhiger mit deinem freund besprechen. es ist nämlich immer saublöd, wenn man innerlich schon weiß, wie dämlich manche der gedanken sind, einem die aber im gespräch emotional um die ohren fliegen... und dass das gegenüber dann... sagen wir mal verständnislos reagiert, finde ich irgendwie sogar verständlich ;-)

    Danke nochmal an alle für eure rückmeldungen. Da ist ja auch so einiges dabei – von verständnislosigkeit für mein nerviges verhalten bis hin zu vollster anteilnahme. ;-D


    Nunja, und wahrscheinlich wird auch alles seine daseinsberechtigung haben. Seine gefühle und meine gefühle und das manchmal zusammenzuführen ist eben die schwierigkeit.


    Mein freund ist nicht unbedingt jemand, der gerne über den tellerrand hinausblickt. Ich kann das bis zu einem gewissen grad gut akzeptieren, nur wenn es dann um meine gefühle geht, die er nicht verstehen kann, weil er sich nicht in meine lage hineinversetzt, werde ich eben zickig.


    Das wiederum löst weiteres unverständnis und genervtheit bei ihm aus und würde ich dann nicht manchmal einen schritt zurückgehen (ich sehe es als "aus der situation herausgehen"), dann würden wir uns in einer negativspirale befinden, aus der wir nur schwer wieder rauskommen.


    Ich will das wirklich schaffen. Mit ihm. mit dem paket, das er eben nun mal mitbringt. Sprich: kind und exfrau. Und darüber hinaus noch mit seinen eigenen macken. (die aber jeder hat, auch ich. ;-) )


    Aber manchmal fällt es mir wirklich schwer. Sauschwer. Ich bin eine prinzessin, das stimmt. Ich brauche aufmerksamkeit. Und ich wusste ja eigentlich von vornherein, dass ich nicht immer die erste geige spielen kann, spielen werde, weil er eben aus einer ehe kommt und ein kind mitbringt, das nicht meines ist. ich dachte, ich kann das super wegstecken, bin totaaaal cool, die superliebe und immernette freundin ohne altlasten, immer gut drauf, pflegeleicht.


    Aber das ist eben nicht. Ich hab meine gefühle, ich hab auch meine ansprüche und ja, ich geb es zu, manchmal überfordert mich dieses patchworkgefüge bis zum geht nicht mehr.


    Ich hab angst. Angst, ihn an seine alte familie zu verlieren. Angst, dass seine liebe zu mir weniger werden könnte, wenn wir uns ständig deswegen zoffen. Und angst macht so vieles kaputt. Angst macht aus mir – einem lebensfrohen, lustigen menschen – ein klammerndes, jammerndes, nervendes etwas, das ich gar nicht sein will. %:|


    Ich weiß auch nicht, wie ich da wieder rauskommen soll, ohne professionelle hilfe. Ich nehm mir ja eh jeden tag vor, mich zusammenzureißen und verständnisvoll zu sein, aber dann kommt garantiert wieder etwas, was mich einfach tierisch nervt und aufregt und bumms – schon wieder kann ich meine gefühle nicht verbergen. Es fühlt sich manchmal an wie ein spießrutenlauf: solange es um die tochter ruhig ist und alles in geordneten bahnen verläuft, ist alles gut. Wir verstehen uns blendend, sowohl im alltag als auch im bett, die ex ist kein thema.


    Sobald etwas aber mit dem mädchen nicht rund läuft (und im moment gibt es eben so gut wie nichts, was bei dem mädchen rund läuft) und die ex ins spiel kommt, gehen die streitereien zwischen und beiden los. Das wiederum führt manchmal sogar dazu, dass ich sowas wie hassgefühle dem mädchen gegenüber bekomme, weil quasi sie der grund ist, weshalb die eltern überhaupt noch kontakt halten müssen. :-X Ich weiß, das ist schlimm und nicht fair, ich sag einfach nur ehrlich, was ich in manchen momenten fühle.


    Und wenn die dramen der tochter dann so wichtig werden und mein freund und seine ex zusammenhalten, hab ich hab das gefühl, außen vorzusein. Schlimmer noch: manchmal fühl ich mich wie ein lästiger klotz am bein meines freundes. Ginge er zur ex zurück, wären alle happy (außer ich, aber gut, das interessiert dann eh niemanden) und sie wären wieder eine familie und könnten sich gemeinsam um die tochter kümmern.


    Tja, wie gesagt, im grunde weiß ich, wie überzogen meine emotionen manchmal sind, ich neige ja – wie die tochter offenbar – auch zum drama. Aber es geht mir eben in diesen momenten nicht gut. Das kann ich nicht verbergen, aber offenbar auch nicht so rüberbringen, dass mein freund mich versteht. Das ist das dilemma, in dem ich momentan stecke………

    seherin

    hat es (wie meistens ;-D ) gut auf den punkt gebracht:

    Zitat

    eifersucht: auf die innigkeit, die die beiden bei dem familienthema ausstrahlen


    angst: dass er sich irgendwann zu gut mit seiner ex versteht und sogar zu ihr zurück geht


    wut: dass er mich da einfach rumsitzen lässt und nicht mal erwähnt beim telefonat

    so viele negative gefühle.... :-o :-X X-

    Ich bin im Position der Kindesmutter.


    Ich bin seit 8 Jahre getrennt. Wir leben sogar noch in die selbe Wohnung.


    Er hat eine Freundin.


    Entscheidungen was die Kinder betreffen, treffen wir natürlich zusammen. Wir haben uns aber aus guten Grund getrennt (funktionierte nicht mehr, ich lernte jemand neues kennen).


    Manchmal kracht es trotz freundschaftliche Beziehung immer noch.


    Seine Freundin habe ich geholfen, ihre Bachelor Arbeit zu schreiben.


    Es geht alles viel einfacher, wenn man alles freundschaftlich macht! Es ist viel vorgefallen und was in die Ehe schiefgelaufen ist, wird nie vergessen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie wieder zusammenkommen. Man trennt sich, hat auch schöne Erinnerungen aber distanziert und entwickelt sich nach die Trennung in verschiedene Richtungen. Dann passt es eh nicht mehr.

    Zitat

    Mein freund ist nicht unbedingt jemand, der gerne über den tellerrand hinausblickt. Ich kann das bis zu einem gewissen grad gut akzeptieren, nur wenn es dann um meine gefühle geht, die er nicht verstehen kann, weil er sich nicht in meine lage hineinversetzt, werde ich eben zickig.


    Das wiederum löst weiteres unverständnis und genervtheit bei ihm aus und würde ich dann nicht manchmal einen schritt zurückgehen (ich sehe es als "aus der situation herausgehen"), dann würden wir uns in einer negativspirale befinden, aus der wir nur schwer wieder rauskommen.

    Das klingt in der Tat schwierig, losgetreten. Zumindest stelle ich es mir auch bei weitaus weniger emotionalen und komplexen Themen doof oder anstrengend vor. Bei so einem Brocken wie dem hier, ist es dann doppelt kacke.


    Konntet ihr denn schon mal weitestgehend neutral über diese Beziehungsdynamik bzw. euer beider Verhalten, wenn er deine Gefühle nicht nachvollziehen kann und du dann zickig wirst, sprechen? Losgelöst von jeglicher Thematik oder Situation, in der diese Spirale anläuft? Vielleicht kann euch das schon helfen, wenn ihr mal neutral drauf schaut und beide formuliert, was in so nem Moment jeweils schwierig ist oder nervt und auf der anderen Seite natürlich auch, was gut tun würde oder man sich vom anderen wünscht.


    In einer ruhigen Minute ist Geduld und Verständnis in der Regel größer, als in einer akut brenzligen Situation, in der die Nerven eh schon am flattern sind. Wenn ihr da für euch einiges klären und ehrlich ansprechen könnt, kann man im Akutfall auch viel besser darauf zurückgreifen und sich zusammen vielleicht besser durchboxen.


    Das

    Zitat

    Ich will das wirklich schaffen. Mit ihm. mit dem paket, das er eben nun mal mitbringt. Sprich: kind und exfrau. Und darüber hinaus noch mit seinen eigenen macken. (die aber jeder hat, auch ich. ;-) )

    ist doch schon mal eine sehr, sehr wertvolle Basis. Dein Freund weiß das vermutlich auch, aber manchmal tut es ganz gut, das nochmal zu hören. Sag ihm das doch und verdeutliche ihm, dass du grundsätzlich positiv mit dem Gesamtpackage bist, seine Tochter magst und ihn nicht ohne sie willst, es für dich manchmal aber aus Grund a), b), c) schwierig ist oder du dich in Situation d), e), f) unwohl und doof fühlst. Auch das ist für ihn wichtig zu wissen:

    Zitat

    Ich hab angst. Angst, ihn an seine alte familie zu verlieren. Angst, dass seine liebe zu mir weniger werden könnte, wenn wir uns ständig deswegen zoffen. Und angst macht so vieles kaputt. Angst macht aus mir – einem lebensfrohen, lustigen menschen – ein klammerndes, jammerndes, nervendes etwas, das ich gar nicht sein will. %:|

    Die Beispiele aus deinem Eingangsbeitrag (- das Telefonat, in dem er dich nicht erwähnt hat) klingen erstmal nach Kinderkram und sind es vielleicht auch, aber dieser Kinderkram ist am Ende auch nur ein Zeichen deiner Unsicherheit und deines Unwohlseins.


    Aber das könnt ihr hinkriegen, wenn ihr gemeinsam an einem Strang zieht. Sag ihm, dass du das willst. Wenn du weißt, was ihn besonders auf die Palme bringt und er weiß, was dich besonders kränkt, könnt ihr euch annähern und darauf achtgeben. Das sind kleine Schritte, die man aufeinander zugehen kann, aber die können schon viel ausmachen und ein Bekenntnis zu eurer Beziehung sein.


    Das kann allerdings nur klappen, wenn ihr darüber redet. Wie gesagt vielleicht nicht unbedingt in der Situation, wenn die Emotionen ohnehin grade hochkochen, sondern an einem ruhigen Abend, an dem gerade alles andere im Lot ist und beide offen für ein konstruktives Gespräch sind.

    Zitat

    Ich hab angst. Angst, ihn an seine alte familie zu verlieren. Angst, dass seine liebe zu mir weniger werden könnte, wenn wir uns ständig deswegen zoffen. Und angst macht so vieles kaputt. Angst macht aus mir – einem lebensfrohen, lustigen menschen – ein klammerndes, jammerndes, nervendes etwas, das ich gar nicht sein will. %:|

    Zumindest ein Teil der Ängste sind aber solche, die du komplett in der Hand hast. Willst du die Prinzessin bleiben oder bist du bereit, deine Prinzessinenattitüden ein Stück weit langsam abzulegen? Da du ja doch ziemlich reflektiert und selbstironisch schreibst, bin ich mir sicher, dass du das jedenfalls könntest, wenn du wolltest, und nicht unlösbar in dieser Rolle feststeckst und einfach nicht anders kannst.


    Ansonsten hängt Angst auch oft mit einer hohen Anspruchshaltung zusammen. Die Einsicht, dass jeder Partner sich im Laufe seines Lebens in jemand anderen verlieben kann und die Beziehung in die Brüche gehen kann, das eigene Leben aber trotz schlimmsten Liebeskummers weitergehen würde, kann schon entspannen. Letztlich ist das etwas, was ausnahmslos jeden treffen kann. Selbst wenn er weder Ex noch Kind hätte, würde das passieren. Du denkst nun, die aktuelle Situation sei Anhaltspunkt dafür, dass das bei euch nicht nur eine theoretische, sondern eine reale Gefahr sein könnte. Aber wieso eigentlich? Ausgeschlossen wirst du doch auch nicht. Beim Telefonat durftest du ganz selbstverständlich mithören, er ist nichtmal aufgestanden, um unter 4 Augen mit ihr zu reden. Du gehörst einfach dazu.


    Ich z.B. habe auch ein sehr gutes Verhältnis zum Ex, ein Liebes-Revival ist aber trotzdem absolut ausgeschlossen. Nur weil ein getrenntes Paar sich wieder gut versteht, haben sie nicht vergessen, dass es gute Gründe für die Trennung gab (die nicht selten jedes zueinander-hingezogen-fühlen aber sowas von nachhaltig ausschließen...).



    Zitat

    Es ist nicht dein Kind und du kannst ganz schnell wieder abgeschrieben sein als Partnerin und dann ist das Kind noch uninteressanter für dich un dein Leben.


    Dass das Wohl des Kindes kein Grund ist für dich ruhig zu bleiben, ist nur natürlich, denn im Endeffekt ist es nicht dein Problem bzw irrelevant für deine Zukunft.

    ??Also der TE "schön eins rübergeben" tust damit eigentlich du selbst??. Wieso sollte die TE "ganz schnell abgeschrieben" sein können? In einer guten Partnerschaft, wo man sich nicht monate- oder jahrelang eine innerliche Entfernung voneinander verschweigt, halte ich das für ziemlich unwahrscheinlich, dass es ganz schnell vorbei ist. Und auch Stiefeltern können nach einer Weile an den Kindern hängen und weiterhin Kontakt haben, auch wenn sie am Anfang nur "die Freundin von Papa" und nicht wirklich Teil der Familie waren. Das nur am Rande...

    Hallo nochmal,


    sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde, ich brauchte ein bisschen zeit zum nachdenken, bin momentan etwas mut- und ratlos…


    zuerst möchte ich mich aber noch für eure beiträge bedanken und auf eure fragen/anmerkungen eingehen, bevor ich dann wieder losleg und euch mit fragen bombardiere. ;-)

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    Konntet ihr denn schon mal weitestgehend neutral über diese Beziehungsdynamik bzw. euer beider Verhalten, wenn er deine Gefühle nicht nachvollziehen kann und du dann zickig wirst, sprechen? Losgelöst von jeglicher Thematik oder Situation, in der diese Spirale anläuft?

    Hm, nicht wirklich. ":/ Ich hab zwar schon öfters versucht, das anzusprechen, auch völlig sachlich und ohne vorwürfe, aber ich gebe zu, jedesmal in einer situation, die vielleicht nicht ganz frei von anspannungen war und deshalb hat mein freund jedesmal sofort genervt reagiert und ich habs dann sein gelassen, als ich gemerkt hab, dass es bei ihm nicht ankommt.


    Vielleicht würde es wirklich helfen, das thema in einer positiv besetzten situation aufzugreifen und neutral darüber zu sprechen. Einen versuch ist es wert, aber ich denke, dass auch da mein freund nicht darauf einsteigt und mir dann eher vorwirft, die schöne stimmung zu ruinieren. (hat er bei nem anderen thema nämlich schon mal so gemacht)

    Zitat

    Vielleicht kann euch das schon helfen, wenn ihr mal neutral drauf schaut und beide formuliert, was in so nem Moment jeweils schwierig ist oder nervt und auf der anderen Seite natürlich auch, was gut tun würde oder man sich vom anderen wünscht.

    Wie gesagt, ich versuchs, mehr als in die hose gehen kanns ja nicht…..


    Ich glaube aber einfach, dass meinem freund generell jegliche diskussionen, die in diese richtung gehen, einfach zu hart sind, weil es für ihn aus seiner sicht da keinen diskussionsbedarf gibt.

    Zitat

    Sag ihm das doch und verdeutliche ihm, dass du grundsätzlich positiv mit dem Gesamtpackage bist, seine Tochter magst und ihn nicht ohne sie willst, es für dich manchmal aber aus Grund a), b), c) schwierig ist oder du dich in Situation d), e), f) unwohl und doof fühlst.

    Ach, das hab ich doch schon so oft versucht. Aber er fühlt sich sofort angegriffen und kritisiert, obwohl ich das wirklich nicht tua (ich bin im kommunikations- und krisenmanagment aufgrund meines jobs eigentlich gut ausgebildet und wenn gerade nicht die nerven mit mir durchgehen, dann weiß ich eigentlich, woraufs in der gesprächsführung ankommt).

    Zitat

    Auch das ist für ihn wichtig zu wissen:


    Ich hab angst. Angst, ihn an seine alte familie zu verlieren. Angst, dass seine liebe zu mir weniger werden könnte, wenn wir uns ständig deswegen zoffen. Und angst macht so vieles kaputt. Angst macht aus mir – einem lebensfrohen, lustigen menschen – ein klammerndes, jammerndes, nervendes etwas, das ich gar nicht sein will.

    Wenn ich ihm sage, dass ich angst habe, dann schüttelt er nur verständnislos den kopf, weil er nicht versteht, warum.

    Zitat

    Zumindest ein Teil der Ängste sind aber solche, die du komplett in der Hand hast. Willst du die Prinzessin bleiben oder bist du bereit, deine Prinzessinenattitüden ein Stück weit langsam abzulegen? Da du ja doch ziemlich reflektiert und selbstironisch schreibst, bin ich mir sicher, dass du das jedenfalls könntest, wenn du wolltest, und nicht unlösbar in dieser Rolle feststeckst und einfach nicht anders kannst.

    Ja, ich bin bereit, an mir zu arbeiten und das tu ich auch täglich und ich kann mich wirklich schon an einige situationen erinnern, in denen ich früher ein prinzessinendrama abgespielt hätte, mittlerweile aber wirklich innehalte und zumindest versuche, so zu reagieren, dass es uns beide weiterbringt.


    Klar, immer funktioniert es nicht.


    ________________


    So, nun noch zur aktuellen situation, die mich momentan echt entmutigt und einfach müde macht. {:(


    Klar, das thema weitere ausbildung der tochter ist momentan akut. Verstehe ich auch. Sie ist in so vielen fächern negativ, dass an ein aufsteigen in die nächste schulstufe nicht zu denken ist. ein wiederholen der klasse in derselben schule schließt die tochter selbst vehement aus, da sie sich schämt und zu einigen lehrpersonen offenbar kein gutes verhältnis (mehr) hat.


    Ok, ich – als kinderlose person – finde das schon ziemlich anmaßend von der tochter, denn wenn sie nunmal nichts dazu beigetragen hat, die klasse zu schaffen, kann sie meiner meinung nach auch keine ansprüche stellen, wo sie wiederholen möchte. Aber gut, ich verstehe auch, dass die aktuelle schule bei ihr mit so dermaßen negativen gefühlen einhergeht, dass ein wiederholen in derselben schule wohl wahrscheinlich wirklich keine sinn hätte, da die tochter demotiviert wäre und sich trotzig verhalten würde.


    Also haben sich die eltern beratschlagt und herumgesucht – ist ja auch nicht so leicht, anfang mai noch eine schule zu finden, die die tochter aufnimmt – und eine 3-jährige fachschule mit schwerpunkt landwirtschaft und haushaltsmanagement gefunden. Diese schule ist allerdings etwas weiter weg und das mädchen müsste ins heim. Wäre wohl für alle beteiligten wahrscheinlich nicht das schlechteste, so könnte das mädchen sich unter der woche auf die ausbildung konzentrieren und ihrer mutter wäre etwas freigespielt und das konfliktpotential zwischen mutter und tochter wäre wohl um einiges niedriger. Auch das mädchen zeigte sich zunächst einverstanden, sie sehe ein, dass sie im heim besser aufgehoben wäre, da sie mit gleichgesinnten lernen könne und dann am wochenende zuhause ihren freizeitaktivitäten nachgehen könne.


    Nun kam gestern der positive bescheid der schule in verbindung mit der hausordnung. Diese widerstrebt dem mädchen plötzlich so, dass sie heulend und hysterisch gestern bei uns angekommen ist, nie im leben würde sie das mitmachen, das wäre ja wie im gefängnis. Es war ein riiiiiiiiiiiiiiiesendrama und ich hab das echt nicht ausgehalten und mich deshalb ins bad zurückgezogen. %:|


    Als ich wiederkam, wandte mein freund sich als erstes mit der frage, wie ich denn das sehe, an mich.


    Also hab ich ruhig gesagt, was ich mir denke, obwohl ich innerlich einfach nur übersättigt war mit dem thema.


    Jedenfalls kam das mädchen dann plötzlich mit einer anderen schule daher, in die sie nun unbedingt wolle und sie verspreche hoch und heilig (ach, wie oft ich diesen satz heuer schon von ihr gehört habe %-| ), dass sie alles dafür tun würde, das nächste jahr positiv abzuschließen.


    Na, wie auch immer, ich glaub zwar nicht daran, aber soll mir auch recht sein. Ich kanns nur langsam einfach nicht mehr hören. {:( Momentan bringt die tochter täglich ein drama nach dem anderen, mein freund erzählt mir jedesmal davon und wenn ich dann vorsichtig versuche, zu signalisieren, dass mir das zu viel wird, reagiert er – na was wohl – gekränkt und mit unverständnis.


    Heute eben wieder. Die "neue" schule, die das mädchen gestern ins spiel brachte, ist bereits voll, also keine option. Nun stehen die eltern wieder vor der entscheidung: was um himmels willen sollen sie bloß mit dem mädchen tun?


    Ich verstehe echt ihr dilemma. Es muss fürchterlich sein, wenn man nicht weiß, wies schulisch mit dem eigenen kind weitergeht. Klar, das beschäftigt die eltern, sie sind verzweifelt und klar, es erfordert auch viele absprachen zwischen den ihnen und zwischen ihnen und ihrer tochter.


    Aber ich bin einfach voll. Ich kann nicht mehr. Mein freund berichtet mir über jeden fort- oder auch rückschritt und eigentlich fands ichs irgendwann mal schön, dass er mich nicht außen vor lässt, aber darüber hinaus denkt er eben einfach nicht daran, dass es im endeffekt NICHT MEINE TOCHTER ist. ich will nicht ständig damit konfrontiert werden und zu allem eine meinung haben müssen. Ist das legitim? Oder kommt da nur wieder meine prinzessinenart zum vorschein, dass mich alles nervt, wenn es nicht um mich selbst geht?


    Soll ich meinem freund nun einfach eine gute zuhörerin und stütze sein in dieser schweren zeit oder darf ich auch mal sagen, dass mich das alles überfordert, weil es eben nicht mein kind ist und es sich für mich anders anfühlt als für ihn?


    Ich weiß, er leidet, aber ich leide auch und ich hab keinen blassen schimmer, wie wir das irgendwie zusammenbringen können.


    Bitte helft mir…! :°(

    also, gerade in dieser tochter-situation wäre es doch ein leichtes, wenn du mal sagen würdest, wie hin- und hergerissen du da bist. dass du dich sehr freust, wenn du erzählt bekommst, was gerade so los ist und auch gerne mit eingebunden wirst, du aber manchmal sehr ratlos seist, weil du das gefühl hast, eben nicht zu allem eine meinung haben zu können... und ihn dann zu fragen, wo er dich da sieht - ganz wertungsneutral.


    er ist nun mal nicht nur dein liebhaber, sondern ihr seid lebensgefährten - und da gehört dazu, dass das, was im leben des anderen wichtig ist, eine rolle spielt. welche rolle du dabei spielen kannst/willst/sollst, könntet ihr doch mal themenunabhängig klären?