Zitat

    Wenn du lesen und denken könntest, würdest du wissen, dass dieser Mann "nicht MAL" nachts aufstehen müßte, sondern dass das Aufstehen für das Kind eine Daueraktion ist.

    Und wenn du lesen und denken könntest, wüsstest du, dass dieser Mann noch nie einen Finger krumm gemacht und Holli gar nicht erwartet, dass er alle Nächte übernimmt. Sie hätte gerne hin und wieder mal Schlaf. Keine Daueraktion für ihn. Einfach hin und wieder mal nicht völlig nutzlos sein.


    Holli,


    ich glaube du brauchst einfach nur so schnell wie möglich irgendeine Hilfe. Und wenn du die Pflegekraft mal testest!? Ich würde auch keinen fremden Menschen bei mir zuhause haben wollen, aber im Moment ist es am wichtigsten, dass du Hilfe bekommst bevor dir etwas passiert.


    Auch wenn eine Bezugsperson für deine Kinder schöner wäre, ist eine gute Betreuung auf jeden Fall besser als eine Mutter im Krankenhaus und das Chaos, dass dann ausbrechen wird.


    Außerdem kann die Pflegekraft zu einer Bezugsperson werden, Gerade wenn sie dauernd anwesend ist.


    Wer ist denn außer dir eine Bezugsperson für deine Kinder?

    Sheilagh


    Wo liest du das denn? Das dauert halt nur erstmal. Sie hat keine Arbeit, kein Geld und muss gerade für ihren Großen langsam machen. Dazu dicke Depressionen, die machen es auch nicht leichter. Erstmal Kraft sammeln, dann auf in den nächsten Kampf. Muss ja nicht alles jetzt und sofort. ":/ ":/ ":/

    Zitat

    Muss ja nicht alles jetzt und sofort. ":/ ":/ ":/

    Sofort?!?


    Äh, ja.


    Die Paarproblematik besteht schon seit Jahren (!), und den Schlafentzug und das Verhalten des Mannes beklagt Holi bereits seit Beginn des Jahres.


    Von "sofort" kann also nun wirklich keine Rede sein.


    Ganz ehrlich gesagt, glaube ich persönlich gar nicht daran, dass Holi sich jemals trennen wird, sondern sich auf ewig ihrem scheinbaren "Schicksal" fügen wird. :-(


    ...aber ich hoffe natürlich inständig, dass ich mich irre!

    Na, also die Schlafproblematik besteht nun seit einem Jahr, wenn ich das richtig verstanden habe, so richtig brennend. Und wenn man halt gerade einfach kaum noch gerade aus gehen kann, wie will man dann Wohnung suchen und Job und soweiter?


    ich finde es total logisch dann erstmal Hilfe zu organsieren damit man ein wenig schlafen und Kraft sammeln kann, damit man dann auch vernünftig durch den Umzug kommt. Ob man nun faktisch getrennt noch eine Weile unter einem Dach lebt oder nicht ist doch echt wurscht.

    Zitat

    Trennung und Auszug sind also plötzlich wieder vom Tisch...? ":/

    Manchmal muss man Prioritäten setzen. Der Mann ist sicher keine Hilfe. Aber die Frage ist hier: ist er eine zusätzliche Belastung?


    Das er sich um die Kinder nicht kümmert ist scheisse aber keine zusätzliche Belastung. Daher verändert eine Trennung an dem Problem "Kinderbetreuung" nichts.


    Trotzdem würden sich durch die Trennung neue Belastungen ergeben: Umzug, Wohnungssuche, finanzielle Probleme.


    Hier muss man abwiegen und Prioritäten setzen.


    Ich würde meine Prioritäten auf Schlaf und Kinderbetreuung setzen in dieser Situation. Ich weiss was Schlafentzug bedeutet und das ist lebensbedrohlich.

    Holi, ich finde deine Prioritäten was die Trennung angeht auch richtig. Erst schlafen, dann Hilfe organisiseren, dann dauerhafter schlafen und dann die Trennung organisieren, damit du genug Kraft dafür hast. Es gibt ja nicht nur organisatorisches zu erledigen, sondern du brauchst auch Kraft genug damit dein Mann es nicht schafft die passenden Knöpfe bei dir zu drücken. Und natürlich ist das ein langer Prozess.


    Hast du über die Idenn mit der Klnik nachgedacht? Kannst du einen Arzt mit ins Boot holen?

    Außerdem ist Holi, wenn ich das recht verstanden habe, 25. Hat zwei kleine Kinder, eins davon sehr betreuungsintensiv. Hat große Unsicherheiten, was mit diesem Kind gesundheitlich los sein könnte. Hat echt so gar keine Hilfe in ihrem Umfeld, um das bewältigen zu können. Und dann noch so einen riesen Schritt, den der Trennung und Scheidung. Da kann man den Druck von außen vielleicht auch ein gaaanz klein bisschen weiter runter fahren, oder Sheilagh?

    Bei der Trennung bin ich gerade nicht weiter, weil ich einfach nicht mehr kann. Aber im Grunde leben wir getrennt. Kein Sex, keine Zärtlichkeiten, wie es mir geht, merkt er nicht und weiß er auch nicht. Also leben wir doch schon getrennt in einem Haus. Neben all dem anderen schaffe ich es nicht, dass noch zu organisieren. Zumal da rechtlich ganz schön viel los ist bei ihm und mir. Bezogen auf Firma, Gesundheitsfragen Kind usw

    Zitat

    Holi, ich finde deine Prioritäten was die Trennung angeht auch richtig. Erst schlafen, dann Hilfe organisiseren, dann dauerhafter schlafen und dann die Trennung organisieren, damit du genug Kraft dafür hast. Es gibt ja nicht nur organisatorisches zu erledigen, sondern du brauchst auch Kraft genug damit dein Mann es nicht schafft die passenden Knöpfe bei dir zu drücken. Und natürlich ist das ein langer Prozess.

    ...klingt logisch, aber hier findet doch gar kein Prozess statt, sondern eine Never-ending-Story bzw. Zeitschleife.


    Ein Prozess ist per Definition nämlich:

    Zitat

    ein über eine längere Zeit andauernder Vorgang, in dem sich ständig etwas verändert.


    "ein fortschreitender/schleichender Prozess"

    ...hier verändert sich jedoch eigentlich nichts.


    Hier findet bislang kein Prozess statt. Auch kein langsamer.


    • Eine wirkliche Diagnostik des kranken Kindes wurde immer wieder (aus vielerlei Gründen...) verschoben/unterbrochen/abgebrochen.


    • Niemand verändert nachhaltig sein Verhalten, weder Holi noch ihr Mann.


    • Für sämtliche Lösungs-/Verbesserungsansätze gibt es immer wieder zig Gründe warum das oder das wirklich nicht geht.


    • Neue Wege (Beratungen/Hilfen) werden immer nur kurzzeitig gegangen, dann wieder zurück zum Status Quo


    Ich sehe die Gründe für obigen Stillstand hauptsächlich in Holis Vergangenheit. Ein Mensch, der so schlimme Dinge erlebt hat, so traumatisiert und in seinem tiefsten Selbt erschüttert ist, und nach wie vor untherapiert (!!!) ist, kann in meinen Augen gar nicht in der Lage sein das Erwachsenenleben mit all seinen Herausforderungen (Berufsleben/Paarbeziehung/Ungang mit sich selbst/Elternschaft) selbständig und nicht abhängig oder co-anhängig zu leben.


    Holi ist nicht nur mit der schlimmen Situation durch die schlechte Ehe und das kranke Kind überfordert, sondern in meinen Augen durch das Leben selbst.


    Wie soll sich da in der Überforderungsituation (die schon psychisch Gesunde an die Grenzen bringen würde) mit der Vorgeschichte und in der Abhängigkeit von dem Ehemann je etwas ändern können?


    Ohne langjährige, stationäre professionelle Therapie?


    Ach, geht ja nicht, da sind ja die Kinder/das mangelnde Geld/ die Schlaflosigkeit... {:(


    Da bleibt doch nur die Selbstaufgabe.

    Und das hilft jetzt wie genau weiter?

    Zitat

    kann in meinen Augen gar nicht in der Lage sein das Erwachsenenleben mit all seinen Herausforderungen (Berufsleben/Paarbeziehung/Ungang mit sich selbst/Elternschaft) selbständig und nicht abhängig oder co-anhängig zu leben.

    So etwas finde ich einfach unnötig wie ein Kropf. Ich weiß nicht, wie ich in Holis Situation reagieren würde. Ich weiß nicht, ob ich es so schaffen würde, wie sie es tut - oder mir nicht eher irgendwann die Decke über den Kopf ziehen und alle zur Hölle schicken würde. Was soll diese destruktive Haltung denn bewirken?

    @ Sheilagh:

    Dies schrieb Holi vor gerade mal 2,5 Tagen:

    Zitat

    Ich warte auf den Beratungstermin, wo ich Kontakt zu einer Anwältin bekomme, weil unsere Finanzielle Lage und die Verantwortung für gewisse Bereiche nicht ganz so einfach zu greifen ist. Wenn ich da mehr weiß, werde ich mich offiziell von ihm trennen.

    Welche konkreten Schritte schlägst du vor, während sie auf den Termin wartet?


    Wohnung suchen, obwohl finanziell nichts klar ist? Offiziell trennen, obwohl man eh weiter unter einem Dach wohnen muss und man eh wie getrennt nebeneinander her lebt?


    Würde ich nur als zusätzliche Belastung ohne jeglichen Mehrwert für die derzeitige Situation sehen.

    Das stimmt so alles nicht.


    Wirkliche Diagnostik läuft, seit Monaten. Das dauert aber einfach, wo ich keinen Einfluss drauf habe.


    Verbesserungs und Lösungsansätze werden von mir wargenommen und ausgprobiert.


    Bei der Beratung bin ich nun seit 2 Monaten. Und das soll auch so beibehalten werden, bis der Therapeut Zeit hat.


    Mein Verhalten habe ich dahingehend geändert, dass ich nun sage was ich möchte und den Sex gibt es seit einigen Wochen nun auch nicht mehr.

    Holi,


    ich sehe einen ganz deutlichen Prozess bei dir. Du hast deine angefangen deine Bedürfnisse wahrzunehmen, hast sie artikuliert und angefangen dafür zu kämpfen. Du hast akzeptiert, dass die Beziehung zu Ende ist. Du hast dir darufhin juristischen und psycholgische Rat gesucht. Du weißt jetzt, wo deine Grenze ist, nämlich dass die Trennung akut zu viel wird. Bleib bei dir, mach weiter so (+ Schlaf organisieren). Immer einen Schritt nach dem anderen.

    Findet man vielleicht noch irgendwo einen Punkt, wo ich mich mal wieder Falsch verhalte?


    Eine Therapie zaubert man sich nicht aus dem Hut. Und wenn ihr wüsstet, wie oft ich überhaupt den ganzen Mist angegangen bin und dann deratig vor den Kopf gestoßen worden bin. Es würde jeder nur zu gut verstehen, warum ich da Angst vor habe und warum es mir so schwer fällt.


    Der Berater ist der erste Mensch, der auch sieht, was in mir los ist und mich versteht. Und ich glaube, dass er auch mit mir gemeinsam schaffen wird, dass ich diese Angst kurzzeitig loslassen kann.


    Auf der anderen Seite ist es nicht einfach, so etwas aufzuarbeiten. Was soll da auch aufgearbeitet werden? Es wird dadurch weder besser, noch leichter zu ertragen. Die Trigger werden nicht weniger und meine Kindheit bekomme ich dadurch auch nicht wieder. Dennoch bin ich ja gewillt, eine Therapie zu machen.


    Ich verstehe nur nicht, wo an mir dieser hohe Leistungsanspruch her kommt? Reicht es denn nicht, dass ich diesen selbst habe und mich damit trietze? Das noch von außen zusätzlich ertrage ich einfach nicht mehr. Immer wieder die Kritik, dass ich alles grundsätzlich falsch mache. Ich kann das so nicht mehr.

    @ Sheilagh

    Das mit der Diagnostik ist echt ein Schlag ins Gesicht und völlig unter der Gürtellinie. Das SPZ und die Klinik in Hamburg sind involviert, ein Neurologe und ein Kinderarzt. Umschriebene Entwicklungsverzögerungen sind nicht zu diagnostizieren wie eine Blasenentzündung. Häufig findet man gar keinen Namen, andere Syndrome können erst mit zunehmenden Alter diagnostiziert werden. Deine indirekte Unterstellun finde ich zum Kotzen. Bei solch starken Entwicklungverzögerungen kann man häufig nur symptomatisch mit entsprechenden Therapie behandeln. Auch medikamentöse Einstellung laufen da häufig nach Versuch und Irrtum (natürlich in medizinisch gelenkten Bahnen).