Ich hatte ja auch gedacht, dass ich es einfach lasse und ihm nicht sage wie es mir geht. Die Dame von der Telefonseelsorge sagte aber, dass er es auch nicht wissen kann, wenn ich es ihm nicht sage. Ich solle ihm vertrauen. Wir seien ja verheiratet.


    Und im Groben hat sie ja auch recht. Niemand ahnt, wie es mir geht, weil ich es schon immer gut überspielen konnte. Auch wenn man die Puzzleteile als solches vielleicht zusammensetzen könnte, würde mich jemand ernst nehmen oder mir zuhören. Und da treffen wahrscheinlich viele Dinge aufeinander.


    Natürlich könnten Leute sehen, wie es mir geht. Der Berater bei der Diakonie kann es ja auch. Und nicht nur, weil er geschult ist. Vielleicht habe ich anderen Leuten gegenüber aber auch eine dickere Mauer, durch die sie nicht durchkommen. Aber gerade das jetzt, dass mein Mann mich da nicht ernst nimmt, zeigt, dass ich es keinem erzählen kann. Sie werden immer so weiter machen und sollte es sich wirklich zuspitzen, werden sie da stehen, und es nicht verstehen.


    Ich möchte rechtliche Dinge klären. Testament aufsetzen und Verfügungen beschließen. Ganz außen vor, von der Situation. Das möchte ich geregelt haben.

    Hast du denn keinen Arzt, dem du vertraust? Oder eine Ärztin? Nimm bitte deinen Mann nicht als Maßstab für alle anderen ("sie werden immer so weitermachen"). Und selbst wenn es so wäre (was es definitiv nicht ist): Du musst dir das auch nicht gefallen lassen. Das kann man lernen. Es gibt auch andere Menschen, bitte sie bitte um Hilfe.

    Ich meine wenn du es wirklich ernst meinst mit der Trennung - und das hoffe ich - ist es vielleicht wirklich besser, deinem mann deine suizidalen Gedanken nicht mitgeteilt zu haben. Im sorgerechtsstreit könnte er natürlich alles gegen dich verwenden.


    Ich habe jetzt deinen alten Faden komplett gelesen bin völlig schockiert. Ich habe aber wirklich das Gefühl dass du dich vielleicht doch zu früh gebunden bzw verpflichtet hast, aus einer fürchterlich schrecklichen Situation heraus. Du hattest naturgemäß keine vergleichsmöglichkeiten was potentielle Partner betrifft und dich möglicherweise zu schnell in eine emotionale und finanzielle Abhängigkeit begeben. Dein Mann kennt dich nur allzu gut und ist mit Sicherheit der Ansicht dass du dich ihm langfristig unterwerfen und in der Situation ausharren wirst. Daher wird er dich möglicherweise nicht kampflos ziehen lassen.


    Aber ich weiß dass du auch das schaffen wirst. Ich nehme an du bist Miteigentümerin des Hauses? Dann muss er dir eine hohe Abfindung zahlen und davon kannst du dir eine schöne Wohnung kaufen. Wenn nicht muss er dennoch unterhalt bezahlen. Es geht sich aus.....


    Bei uns in Österreich gibt es beispielsweise das Frauengewaltschutzzentrum das kostenlose Rechtsberatung aber auch Rechtsvertretung anbietet.


    Ich drück dir ganz fest die Daumen!!!! :)*

    So, wie Du es bisher gehandhabt hast, tut es Dir aber auch nicht gut. Denke bitte immer daran, dass Dein eigenmächtiger Grenzgang auch den Kindern nicht gut tut. Kinder haben ein sehr feines Gespür. Da kannst Du funktionieren und überspielen wollen wie Du willst, den Kindern kannst Du nichts vorspielen.


    Ich empfehle Dir dringend, Dir einen Hausarzt zu suchen, zu dem Du Vertrauen entwickeln kannst. Mit meinem Hausarzt z.B. kann ich über alles, wirklich alles, und zwar in Augenhöhe, sprechen. Das ist sehr, sehr viel wert. Schon oft konnte er mir weiterhelfen.


    Glaube mir: Wirkliche Stärke beweist jemand, wenn er andere um Hilfe bittet. Du schreibst von Deiner Angst, die Kontrolle über Dein Handeln zu verlieren. Ist dies der Grund, warum Du andere nur halbherzig oder besser nicht um Unterstützung bittest? Hast Du Angst, man könnte Dir etwas Wichtiges aus der Hand nehmen oder Dich in Deiner Handlungsfreiheit beschränken? Diese Angst ist m.E. unbegründet.

    Zitat

    Ich möchte rechtliche Dinge klären. Testament aufsetzen und Verfügungen beschließen. Ganz außen vor, von der Situation. Das möchte ich geregelt haben.

    Das ist leider nicht "außen vor", und das weißt Du auch. Zudem sind dies Schritte, die im Moment - außer Du planst tatsächlich einen Suizid - sekundär sein sollten. Derzeit stehen wichtigere Schritte an.

    Testament: also bei uns in österreich wäre es so, dass deine Kinder nach vollzogener Scheidung automatisch dein gesamtes Vermögen erben würden da bräuchtest du kein Testament. Vielleicht kann uns jemand sagen wie die rechtliche Situation in D wäre....vermutlich ähnlich.


    Aber derartige Dinge sind derzeit sicher zweitrangig. Wichtig ist dass du gesund wirst.

    Es geht nicht nur um meine Kinder. Ich möchte damit auch meinen Mann schützen. Egal was er gerade tut oder getan hat. Er war nicht immer so und hat es nicht verdient, wegen einem Unfall oder sonstiges, das Haus zu verlieren. Deswegen möchte ich klar stellen, dass er, bis die Kinder 18 sind, die Finanzen von den beiden verwalten darf. Nur darum geht es. Nichts anderes.

    Bei großen Gütern, wie Häuser, kann es sein, dass sich das Gericht einschaltet und einen Vermögensverwalter bestellt. So wurde es uns damals zumindest bei der Bank erklärt, weswegen wir dringend ein Testament beim Notar hinterlegen sollten.

    Holli, ehrlich gesagt kann ich Dir jetzt nicht mehr folgen.

    Zitat

    So wurde es uns damals zumindest bei der Bank erklärt, weswegen wir dringend ein Testament beim Notar hinterlegen sollten.

    Damals - und jetzt soll es urplötzlich so dringend sein? Da stimmt doch etwas nicht. Geh' bitte, bitte bald zum Arzt und lass' Dir helfen!

    Liebe Holli, nach deinen letzten Postings habe ich das Gefühl,das du aufgeben willst. Warum? Du hast sooo viel geschafft . Du bist eine liebenswerte Frau und Mutter. Du tust alles für deine Kinder und deine Partnerschaft. Es funktioniert alles nicht optimal. Du hast deine Grenze nicht nur erreicht. Nein du hast sie überschritten. Niemandem von euch ist jetzt damit geholfen,dass du weiterhin die "Starke" sein willst.Das kannst du nicht. Du bist an deiner Grenze. Du brauchst jetzt Hilfe. Du brauchst jetzt mal Zeit für dich. Du musst dich unbedingt erholen. Und dann,aber erst nur dann, kannst du wieder für deine Familie da sein. Wieder anfangen,alles selbst in die Hand zu nehmen. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.