• Eine Zweckehe eingehen. Ja oder nein? Aber wie?

    Ich weiß nicht wo ich beginnen soll, hoffe das wird nicht zu durcheinander. Eigentlich sagt der Titel ja schon alles und eigentlich auch wieder nicht. :-/Mein Lebensgefährte und ich lieben uns nicht wirklich. Sind aber schon fast neun Jahre zusammen und haben auch ein Kind zusammen. Er hat das Thema schon öfters mal angesprochen, dass heiraten gut wäre,…
  • 94 Antworten

    Sie schreibt, dass sie nur bedingt arbeitsfähig ist und oft krank ist und in gewisser Weise auf diese Heirat angewiesen sei. Da das ein gemeinsames Kind ist und der Mann Geld hat, würde er für das Kind Unterhalt zahlen. Das lese ich so, dass sie ohne ihn schon irgendwie durchkommen würde, es so aber deutlich angenehmer ist (was ich nicht schlimm finde, die beiden verstehen sich ja gut).

    Du willst an seinem Vermögen, gerade km Todes- oder Krankheitsfall sicher partizipieren. Als Beamter (im weitesten Sinne) ist das ein aicheres Konstrukt. Mir ist völlig unverständlich, wieso du aus einer kleinen Hochzeit ein solches Drama machst. So wahnsinnig rational wirkt das nicht auf mich. Dass man die Folgen einer Ehe in Zugewinngemeinschaft nachbauen kann, wie hier andere User schrieben, sollte er als Jurist wissen. Gleichwohl sehe ich für dich null Nachteile durch eine Feier. Ich verstehe den Problem wirklich nicht. Tu es doch einfach, und im übrigen, niemand zwingt dich, eine Feier abzuhalten. Du musst im Zweifel nur die Stärke und das Selbstbewusstsein haben, bei Fragen zu sagen, dass ihr nur standesamtlich getraut wurdet. Ist für mich im Gegenzug für beste Versorgung nun nicht gerade en großer Akt, aber gut, Menschen sind verschieden.

    Ach so, zur allgemeinen Frage der Zweckehe. Für mich wäre das nichts, da ich nicht finanziell abhängig von meinem Partner sein möchte und mir Autonomie und Gefühle füreinander wichtig sind. Die Vorstellung, mir jemand zu leben, dem ggü. ich weder Romantik noch Liebe verspüre, finde ich gruselig. Aber wie andere das handhaben ist mir egal und ich verurteile es nicht.

    Die beiden werden schon irgend eine Art an schönem Gemeinschaftsgefühl haben, sonst würden nicht beide einer Ehe zustimmen.

    Und wegen Romantik zu heiraten ist schon mehr als sehr oft schiefgelaufen. Gefühle können verschwinden, freundschaftliches Funktionieren einer Beziehung hält da oft bei Weitem länger.

    Die Frage ist aber doch, was passiert, wenn einer der Beiden sich anderweitig richtig verliebt, So ziemlich jeder Mensch möchte doch doch das Gefühl romantischer Liebe erleben. Ich meine Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen etc.

    Plüschbiest schrieb:

    Die Frage ist aber doch, was passiert, wenn einer der Beiden sich anderweitig richtig verliebt, So ziemlich jeder Mensch möchte doch doch das Gefühl romantischer Liebe erleben. Ich meine Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen etc.

    Genau das ist auch mein Gedanke.

    Ich habe schon gesagt, ich verurteile die Entscheidung für die Hochzeit, bzw. ein solches Zusammenleben nicht. Jeder wie er möchte. Und wenn sie so glücklich und zufrieden sind, sich gut verstehen, sich miteinander wohlfühlen - prima.


    Doch was ist, wenn "es" dann doch passiert?

    Ich akzeptiere und respektiere wenn ein Mensch sagt: "Ich brauche keine (romantische) "Liebe" in meinem Leben". Oder wenn er sogar sagt: "Ich will das gar nicht. Eine emotionale gute, freundschaftliche Basis reicht mir aus." Das ist ok, man hat genug Distanz, weniger Nähe, man ist nicht so verletzlich...eigentlich eine schöne Sache. Ich habe das in meiner Singlezeit alleinerziehend mit Kindern und erst recht als die Kinder so langsam flügge wurden, auch schon überlegt. MIt einer guten Freundin oder Freund auf lange Sicht rein platonisch dann zusammenzuziehen.


    Doch fehlen tut trotzdem etwas. Sehnsucht nach einer, dieser besonderen Nähe ist da, das kann mir Keiner erzählen. Auch wenn einem das Fehlen nicht unglücklich macht.


    Und wenn dann DER Mensch kommt, bei dem man merkt, dass man dieselbe emotional gute, freundschaftliche Basis hat UND noch weit mehr - dann ändert sich sicher nicht Alles, aber doch sehr Viel.


    Andererseits:

    Wenn die TE sowie ihr Partner diese Verbindlichkeit einer Ehe jetzt eingehen und es kommt für den Einen dann doch die große (romantische) Liebe - solange die Basis auch dann noch stimmt, bekommen sie das auch hin. Vielleicht, ach was, höchstwahrscheinlich, noch weitaus besser als in Ehen in denen die "große Liebe" arg hochgehalten wird, aber schon längst nicht mehr existiert oder auch nie wirklich existiert hat und gelogen und betrogen wird.

    Na das ist dann wie bei einer romantischen Liebesbeziehung und Eheschließung ...wenn das endet, ein neuer Partenr kommt in den man sich nue verliebt, dann kann man sich scheiden lassen.


    Ginge hier doch genauso.

    Das ginge natürlich, aber üblicherweise ist es hier so, dass man vorrangig aus Liebe heiratet und nicht aus wirtschaftlichen Gründen.

    Klar gibt es auch hier Paare die aus rationellen Gründen heiraten, da ist aber in aller Regel eine Beziehung vorhanden,

    Also, wilde Ehe und irgendwann sagt man dann "ja" weil man eben doch besser abgesichert ist Aber dass zwei Freunde sich zusammentun und heiraten, damit im Todesfall der eine abgesichert ist kenne ich so nicht.

    Das mag vielleicht bei "alten Säcken" wie dem Mörtel Lugner so sein.

    Irgendwie wäre es interessant wenn sich die TE mal wieder melden und die aufgelaufenen Fragen beantworten würde.

    Plüschbiest schrieb:

    Aber dass zwei Freunde sich zusammentun und heiraten, damit im Todesfall der eine abgesichert ist kenne ich so nicht.

    Und bedenke, wieviel man bei Spotify, Netflix und co spart. ]:D

    Plüschbiest schrieb:

    Aber dass zwei Freunde sich zusammentun und heiraten, damit im Todesfall der eine abgesichert ist kenne ich so nicht.

    Ich selbst würde das aus reiner Freundschaft auch nicht machen, weil eine Ehe halt etwas anderes bedeutet und keine Freundschaftsbindung auf ewig. Aber vielleicht gibt es ja sowas auch, dass sich zwei platonische Freunde rechtliche binden können und Vorteile haben, keine Ahnung.

    Aber diese Zweckehen kenne ich auch von einigen konservativen und jungen Leuten aus der Umgebung auch....Vernunftsehe nennen die das hier dann. Und die halten, sind nicht so riskant, wie emotionale Ehen. Emotionen sind unberechenbar, die Vernunft nicht so sehr.

    Eine standesamtliche Ehe ist immer, immer ein Vertragsabschluss. Mit einer romantischen Liebesbeziehung hat das aus rechtlicher Sicht eher nichts zu tun.

    Zitat

    Die eheliche Lebensgemeinschaft

    Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen (§ 1353 Bürgerliches Gesetzbuch). Mit der Eheschließung haben die Eheleute einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet und sie tragen füreinander Verantwortung. Die Rechtsprechung versteht darunter, dass beide voneinander Treue, Achtung, Rücksicht, Beistand und häusliche Gemeinschaft verlangen können.

    Die konkrete Ausgestaltung der Ehe ist allein Sache der Eheleute.


    https://www.bmjv.de/DE/Themen/…ft/Ehe/Eherecht_node.html

    Liebe TE! Hast du deinen Partner am Anfang eurer Beziehung geliebt bzw. warst du verliebt?

    Oder war es von Anfang an eine pragmatische Beziehung, die eher auf freundschaftlicher Basis gelaufen ist?

    Graógramán schrieb:

    Eine standesamtliche Ehe ist immer, immer ein Vertragsabschluss. Mit einer romantischen Liebesbeziehung hat das aus rechtlicher Sicht eher nichts zu tun.

    Zitat

    Die eheliche Lebensgemeinschaft

    Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen (§ 1353 Bürgerliches Gesetzbuch). Mit der Eheschließung haben die Eheleute einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet und sie tragen füreinander Verantwortung. Die Rechtsprechung versteht darunter, dass beide voneinander Treue, Achtung, Rücksicht, Beistand und häusliche Gemeinschaft verlangen können.

    Die konkrete Ausgestaltung der Ehe ist allein Sache der Eheleute.


    https://www.bmjv.de/DE/Themen/…ft/Ehe/Eherecht_node.html

    Ich meinte was anderes!!!!

    Das sich zwei Leute rechtlich binden, ohne, dass sie romatisches Interesse haben, so als Freunde, was dann aber keine Ehe ist. Eine andere Bindung...was weiß ich, eine Art Freundschaftsvertragsverbindung, mit der es dieselben Rechte, wie einer Ehe gibt.

    Zitat

    Eine andere Bindung...was weiß ich, eine Art Freundschaftsvertragsverbindung, mit der es dieselben Rechte, wie einer Ehe gibt.

    Die selben Rechte wie in einer Ehe, das gibt das Gesetz nicht her! Eine Ehe ist eben nicht das Gleiche, wie eine gute Freundschaft.


    Man könnte sich höchstens als gute dauerhafte Freunde in Teilbereichen vertraglich sichern.

    Z.B. durch einen Betreuungsvertrag im Krankheitsfall. Wenn man keine Angehörigen oder Lebenspartner hat die in Frage kommen, wäre das eine gute Idee!

    Denn sonst würde der gute Freund/Freundin im Krankenhaus bei Fragen nach dem Zustand abgewimmelt, und hätte kein Mitsprachrecht bei Fragen der Behandlung, Unterbringung usw.

    Oder auch im vermögensrechtlichen Bereich, z.B. für den Fall einer Demenz oder psychischen Krankheit. Da sollte man dem betreffenden Freund aber 100% vertrauen, bevor man solche Verträge schließt...

    Aber hier in diesem Fall leben die zwei ja schon lange wie ein Ehepaar, haben ein Kind und verstehen sich gut.

    Wäre wohl nichts für mich, aber wenn beide Teile zufrieden und ehrlich miteinander sind, warum sollten sie dann nicht heiraten?