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    Es gibt durchaus berechtigte Kritik am Kontaktabbruch, aber es ist m.E. falsch von Entwertung zu sprechen und A Probleme zu unterstellen.

    Ich hab nicht gesagt, dass der Wiki-Artikel über A geschrieben wurde, sondern schrieb ganz bewusst Themenkomplex. Dass hier Idealisierung und Entwertung passende Stichworte sind kann man doch aber nicht wirklich übersehen. Und ob man jemandem Probleme unterstellt der sich so aufführt wie A und dann auch noch über Drittpersonen seine Problematik im Internet diskutieren lässt... hm ... ist wohl eine Frage der gefühlten Normalitäten 8-(

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    Das ist nicht gut was B da macht aber Schönwetterfreunde wie A, die jemanden lieber sofort abschiessen als sich mit Problemen auseinanderzusetzen sind auch nicht gerade viel wert. Normal wäre es wohl gewesen sich entweder rauszuhalten oder B in dieser Konstellation mal Bescheid zu sagen und ihm ins Gewissen zu reden wenn A dazu Ansichten hat. Die Meinung einer nahestehenden Person kann sehr wohl ein Um- oder zumindest Nachdenken in Gang bringen.

    Als jemand, der wie Frau A handeln würde, fühle ich mich vom Begriff "Schönwetterfreunde" doch etwas angegriffen.


    Mir ist es schon öfter passiert im Leben, dass sich jemand über meine roten Linien wundert. Was letztendlich aber immer nur daran liegt, dass ich den Spielraum bis zur roten Linie ausnahmslos ausreize. Bei allem, was bei anderen möglicherweise schon eine Grauzone ist, verhalte ich mich loyal, tolerant, unterstützend, aber meinen Worten treu. Ich fange kein Drama an, wenn jemand einen Zentimeter vor der roten Linie steht, gebe wohl aber zu erkennen, dass meine Grenze nicht mehr weit ist. Was ich dann öfter erlebe ist, dass jemand die rote Linie überschreitet und sich dann über meine radikale Meinungsänderung wundert. Quasi so, als würde man die "Grauzone" dahinter noch einfordern wollen.


    Würde ich hingegen die Grauzone schon vor der roten Linie ausleben, wäre das vermutlich alles kein Problem. Das Problem der roten Linien ist aber, wenn man davor eigentlich toleranter ist. Und das nennt man dann wohl "Schönwetterfreunde". ":/


    Hier ist zudem das Problem, dass der Herr B die rote Linie schlagartig und ohne Vorwarnung überschritten hat. Aber was sind rote Linien wert, wenn man sie zwar für sich erkennt, aber nicht mit Konsequenzen erfüllt?


    Dass Herr B hier im Gespräch zu einem Um- oder Nachdenken bewegt werden könnte, habe ich noch nicht aus dem Faden herauslesen können. Schade, dass Morwenas Freundin jetzt auch nicht mehr da ist. Denn mich hätte an der Stelle interessiert, ob sich Herr B nach dem Kontaktabbruch nochmal gemeldet hätte.


    Vielleicht ist es ja der Kontaktabbruch selbst, der Herr B zum Umdenken bewegt. Was er da eigentlich tut. Und kein Kontaktabbruch ist irreversibel. Die Hand kann ausgestreckt bleiben, aber nur bei Bewegung auf der Gegenseite.


    Um noch eine Erfahrung aus meinem Leben beizusteuern: ich habe den Kontakt zu einer ehemals sehr guten Freundin abgebrochen, weil sie dem Alkohol auf unerträgliche Weise verfallen war. Die rote Linie habe ich ganz klar ausgesprochen: wenn sie keine Hilfe annimmt und die Sucht ernsthaft angeht, kann ich mit ihr nicht mehr auskommen. Und das habe ich auch so gemacht - die Freundschaft wurde auf Eis gelegt von meiner Seite. Sie hat dann irgendwann eine Therapie begonnen, und als diese vorbei war, waren wir sofort wieder zur Seite. Unterstützend auch mit dem Willen, die Freundschaft fortzusetzen. Leider war sie so uneinsichtig, dass sie die Therapieerfolge leichtfertig aufs Spiel setzte und 2x wieder rückfällig wurde. Und mit jedem Rückfall wurde meine Distanz größer, so dass ich jetzt der Freundschaft keine Chance mehr gebe.


    Man sollte Menschen in Freundschaften Sicherheiten geben. Fehler darf man machen, und Rückhalt für unverschuldete Dinge sollte man als Freund zusichern. Aber wenn man bewusst fahrlässig handelt, muss man auch damit rechnen, dass dies schwerer wiegt als 20 Jahre Freundschaft.

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    Wenn man sich schon voller Überzeugung zum Richter über einen anderen Menschen aufschwingt und das Todesurteil über eine jahrzehntelange Freundschaft spricht, ohne den Freund überhaupt anzuhören

    Naja, man kann es aber auch übertreiben. Manche Menschen mag man, manche nicht. Mit manchen ist man auf einer Wellenlänge, bei manchen gefallen einem grundlegende Dinge überhaupt nicht. Das ist völlig normal, sonst wäre die gesamte Menschheit "best friends forever", und hat nichts mit "Richter über einen anderen Menschen aufschwingen" zu tun. Ansonsten schwingst du dich damit ja auch zum Richter über andere Menschen auf ;-)

    Comran

    Sie hat, auf Seite 2 glaube ich, geschrieben:

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    - Ihr Kumpel versucht übrigens immer noch, sie zu kontaktieren, aber sie nimmt Anrufe nicht entgegen und liest wohl auch Mails/SMS von ihm nicht.

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    Ich hab nicht gesagt, dass der Wiki-Artikel über A geschrieben wurde, sondern schrieb ganz bewusst Themenkomplex.

    Trotzdem sollte der verlinkte Artikel ja schon etwas mit dem Phänomen zu tun haben, nicht?

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    Dass hier Idealisierung und Entwertung passende Stichworte sind kann man doch aber nicht wirklich übersehen.

    Wenn es nicht zu übersehen ist, dann kannst du das ja auch sicherlich erläutern. Deine unterstellte Entwertung kann nämlich auch nichts anderes sein, als das Produkt einer bewussten Entscheidung, inwiefern man mit dem aufgeworfenen Problem umgeht. Person A möchte nicht in die Rolle des Zuschauers, des ständigen Kritikers oder des Ignoranten versetzt werden, was die Optionen sind, wenn B wie angekündigt an seinem Verhalten festhält. Und hat sehr wohl das Recht seine Freundschaften nach betimmten geteilten Wertvorstellungen zu gestalten und sie zu beenden, wenn diese Wertvorstellungen gebrochen werden.

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    Und ob man jemandem Probleme unterstellt der sich so aufführt wie A und dann auch noch über Drittpersonen seine Problematik im Internet diskutieren lässt... hm ... ist wohl eine Frage der gefühlten Normalitäten 8-(

    Wie aufführt?


    Und woher nimmst du, dass sie es hier ausdiskutieren lässt? Laut TE war sie einfach an Meinungen interessiert, weil sie es mitkommt. Person A steht zu ihrer Meinung und ändert sie auch nicht; kann aber natürlich trotzdem neugierig sein, was andere so darüber denken.

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    Person B ist seit vier Jahren verheiratet, Person A kennt den Ehepartner aber nicht sehr gut. Jetzt hat Person B während eines Treffens Person A anvertraut, dass sie seit über einem Jahr fremdgeht, weil sie in der Ehe nicht mehr sexuell glücklich ist, sich aber definitiv nicht trennen will, weil sie den Ehepartner noch liebt.

    Ich habe mit solchen Konstellationen auch meine Probleme. Sie liebt noch ihren Ehepartner, sagt aber der Affäre wohl auch das sie ihn liebt. Sowas ist für mich Bullshit, und zielt nur auf Egoismus ab.


    Ich selber hab es auch mal miterlebt, hing dabei aber genau in der Mitte, weil ich zu beiden Kontakt hatte, dem der fremd geht, und dem der betrogen wird. Und wenn dann der Betrogene vom Partner schwärmt, wie sehr er doch geliebt wird, und man selber weiß ja, das der betrügt, tut es einem selber weh. Dann will man aber nicht sagen:"Hör auf mit der Schwärmerei, der betrügt Dich", weil man ja eigentlich nicht mit rein gezogen werden will, und eben genau zwischen diesen beiden Stühlen sitzt. Es beschäftigt einen sehr stark, und deswegen kann ich es verstehen, wenn man dann den Kontakt abbricht. Ich frage mich dann immer, warum kein sauberer Schlussstrich gezogen wird, weil mehrere drunter leiden. Wahrscheinlich ist es entweder Bequemlichkeit, oder eine Art des Warmhaltens. Noch schlimmer ist es als "dritte" Person, wie bei mir, wenn man dann als Alibi den Kopf hinhalten soll.


    NEVER!

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    Hier ist zudem das Problem, dass der Herr B die rote Linie schlagartig und ohne Vorwarnung überschritten hat.

    Gerade deswegen hätte ich mit einem langjährigen Freund in einer Rote Linien Situation erstmal ganz viel Gesprächsbedarf! Will man da nichtmal versuchen zu verstehen was los ist bevor man denjenigen in den Wind schiesst? Wobei ich für mich selber spontan gar keine solchen Linien benennen könnte. Ich würde niemanden der mir irgendwie wichtig ist auf so eine Art mal eben abschiessen.

    @ asdfgh123

    Offenbar war B in den letzten 20 Jahren eine von A geschätzte Person. Jetzt sieht sie ihn auf Grund einer neuen Facette von der sie erfahren hat mit völlig anderen Augen und wie es aussieht ist sein Positiv-Konto damit komplett aufgebraucht. Sie hat sich nahezu sofort abgewandt als sie davon erfahren hat. Sie kippt ihm 4 Seiten lang ihre Befindlichkeiten vor die Füße und er bekommt nichtmal eine Chance sich dazu zu äußern.


    Diese Facette ist für A nicht etwa eine Seite von B die ihr neu ist und die sie nicht gut findet, sondern ein identitätsstiftendes Merkmal. B hat sich nicht verändert in ihren Augen sondern wurde vom Freund direkt zum bösartigen Verbrecher umgemünzt der sie selbst evtl auch schon mehrfach betrogen haben könnte. Bisschen krass, oder? Wenn das keine Abwertung ist, was dann?


    Fremdgehen ist nicht toll macht aber auch noch niemanden zum kompletten Monster.


    Wenn sie damit auf Dauer nicht klar käme würde ich das noch verstehen, man bleibt nicht mit jedem für immer befreundet, aber so eine hysterische und theatralische Spontanamputation von Menschen die einem angeblich was bedeuten empfinde ich nicht als erwachsenes oder auch nur normales Verhalten.

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    Diese Facette ist für A nicht etwa eine Seite von B die ihr neu ist und die sie nicht gut findet, sondern ein identitätsstiftendes Merkmal. B hat sich nicht verändert in ihren Augen sondern wurde vom Freund direkt zum bösartigen Verbrecher umgemünzt der sie selbst evtl auch schon mehrfach betrogen haben könnte. Bisschen krass, oder? Wenn das keine Abwertung ist, was dann?

    Es ist schlicht eine Neubewertung seines Charakters auf Basis von Fakten. Es war SEINE Entscheidung. Sie zieht nur für sich die Konsequenz daraus.

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    Fremdgehen ist nicht toll macht aber auch noch niemanden zum kompletten Monster.

    Menschen sind Menschen und keine Monster. Aber charakterlich ist für mich Betrug (hier eine einjährige heimiche Affaire ohne Reue oder Beendigungsabsicht) schon so ziemlich das mieseste was jemand machen kann.

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    Und kein Kontaktabbruch ist irreversibel. Die Hand kann ausgestreckt bleiben, aber nur bei Bewegung auf der Gegenseite.

    Bei Menschen, deren vorderstes Ziel es ist, ihren Prinzipien zu folgen, dürfte das irreversibel sein. Der Betrug wird ja nicht dadurch ungeschehen, dass er aufhört.


    Herr B hat sich in Frau A auch massiv getäuscht, so wie es aussieht.

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    Jetzt sieht sie ihn auf Grund einer neuen Facette von der sie erfahren hat mit völlig anderen Augen und wie es aussieht ist sein Positiv-Konto damit komplett aufgebraucht.

    Freundschaften sind doch keine Frage von Bilanzen. Sondern ein Gespür. Entweder es passt, oder es passt nicht. Bei den meisten Menschen, die mir im Leben begegnen, überwiegt das Positive. Das heißt aber doch nicht, dass ich deswegen auch befreundet sein muss?

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    Sie kippt ihm 4 Seiten lang ihre Befindlichkeiten vor die Füße und er bekommt nichtmal eine Chance sich dazu zu äußern.

    Dass sie ihn abblockt finde ich genauso wenig in Ordnung wie die Jammerei bei Morwena. Aber das ändert nichts daran, dass ich ihre grundlegende Entscheidung teile. Ich muss deswegen ja Frau A nicht auf einen Sockel heben, nur weil sie moralische Prinzipien hat. Wenn sie es schon ausführlich anspricht, hätte sie ihm die Chance zu antworten geben sollen.

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    Bei Menschen, deren vorderstes Ziel es ist, ihren Prinzipien zu folgen, dürfte das irreversibel sein.

    Das ist nur eine von vielen möglichen Mutmaßungen. Da sie jetzt schon unter dem selbstgewählten Kontaktabbruch leidet, würde ich nicht einmal die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie nicht schon bald wieder auf ihn zugeht.

    Morwena

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    Ich nenne jetzt mal ein paar mehr Details, weil hier ja doch auch teilweise Fragen aufgekommen sind:

    Die meisten Details sind für mich für die Frage irrelevant. Es geht ja nicht darum, ob der Freund nun richtig oder falsch handelt. Es geht darum, ob und mit wem eine Freundschaft kompatibel ist. Er kann ja machen, was er will. Da würde ich mit ihm auch nicht "reden" wollen. Wozu denn? Ich bin ja kein Richter oder Lehrer oder Mutter. Das lernt man doch schon als Kind, dass dem nicht geglaubt wird, der einmal lügt, auch wenn er die Wahrheit spricht. Es geht auch nicht darum, dass ich Menschen, die andere belügen oder betrüge nicht mehr respektiere oder gar keinen Kontakt haben will. Es kann mir auch keiner erzählen, dass eine Frau, deren Mann eine Affäre hat, das nicht weiß. Sie will es nicht wissen. Ist deren Ding. Ich nehme mir nur das Recht heraus, meine Freunde auszusuchen und für eine nähere Beziehung kommt jemand mit diesem Charakterzug einfach nicht in Frage. Ob es da nun um eine Freundschaft geht, die 20 Jahre gedauert hat, spielt keine Rolle. Beziehungen gehen nun mal zu Ende.

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    - Das ich mir das ganze Gejammer antue liegt daran, dass ich selbst schwanke, wo ich stehe. Ich selbst würde die Sache nämlich anders handhaben und das auf eine Art und Weise, die einige wohl als noch schlimmer sehen würden: Ich würde es der Ehefrau von "Person B" sagen. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dies nicht zu tun, weil ich grundsätzlich andere immer so behandel, wie ich auch behandelt werden möchte, um nicht mit zweierlei Maß zu messen, und ich würde so etwas 100% wissen wollen.

    Nur haben andere eben nicht immer dieselben Bedürfnisse, wie man selbst. Ich schulde anderen auch nichts, außer dem, was gesetzlich geregelt ist. Ehelicher Betrug ist nicht strafbar, somit wars das. Ich habe da keinerlei Verantwortung anderen gegenüber. Es geht nur um meine Verantwortung mir gegenüber und zu entscheiden, mit wem ich befreundet sein möchte und da kann ich niemanden gebrauchen, der willkürlich entscheidet, wem gegenüber er aufrichtig ist oder generell nicht aufrichtig ist. Das ist nicht respektvoll.

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    Ich kann meine Freundin auf der einen Seite verstehen, weil ich bezüglich Betrug ähnlich denke und Menschen, die so etwas machen, auch nicht leiden kann. Die Frage ist halt, wo man die Grenze zieht. Jemanden über Jahre zu betrügen, obwohl jemandem bewusst ist, dass derjenige sich trennen würde, ist furchtbar. Egoismus gepaart mit im Grunde seelischer Grausamkeit.

    Es sind zwei erwachsene Menschen. Geht mich nichts an.

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    Wenn man bei einem Ausrutscher die Klappe hält, kann ich das verstehen. Wenn man sich anderweitig verliebt und dann trennt, finde ich das total okay, denn sowas passiert. Aber den Partner, von dem man sagt, dass man ihn liebt, so lange zu betrügen und nichts sagen zu wollen, damit man das komfortable Leben nicht verliert, ist nicht okay. Vor allem, wenn man zuvor nie versucht hat, irgendeine Eheberatung oder so anzugehen. Laut meiner Freundin hält ihr Kumpel nichts davon; es liegt also noch nicht einmal an seiner Frau, dass da nichts passiert ist.

    Würde mich in dem Fall alles nicht interessieren. Meine Entscheidung würde nur unsere Freundschaft betreffen und wenn einer andere betrügt, fehlt ihm der Respekt vor Menschen.

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    Wie andere würde ich auch den Kontakt zu jemandem, der körperlich gewalttätig, rassistisch, diskriminierend, mobbend oder sonstwas ist, auch sofort abbrechen. Aber gehört Betrug in diese Liste? Das kann ich für mich selbst nicht so ganz klar sagen. Es ist für mich grenzwertig.

    Die Grenze setzt jeder für sich fest. Für sie ist es nicht grenzwertig, sondern das richtige. Für mich muss es ja nichtrichtig sein.

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    Ich kann meine Freundin also verstehen, finde aber diesen kompletten Kontaktabbruch, ohne ihrem Kumpel die Chance zu geben, zumindest noch einmal zu reden, auch menschlich unter aller Sau.

    Ich finde nicht, dass da noch eine Aussprache nötig ist, aber ich bin auch nicht die Person, die immer für alles eine Aussprache braucht. Wenn eine Grenze erreicht ist, dann ist es aus. Wenn die Freundschaft beendet ist, dann kann es mir auch egal sein, ob er denn nun irgendeine Aussprache brauchen würde. Wir sind in keiner Beziehung mehr, in der dieses Bedürfnis eine Rolle spielt.

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    Das ist richtig und halt der Grund für meinen Post hier: Wenn jemand anderen gegenüber etwas macht, was man nicht akzeptieren kann, kann man trotzdem noch mit der Person befreundet sein? Und wo ist die Grenze?

    Für mich ist das keine Frage der Akzeptanz. Ich habe kein Problem damit zu akzeptieren, dass andere andere Wertvorstellungen haben. Die Grenze für eine Freundschaft ist einfach die, wo sich die Wertvorstellungen nicht vereinen lassen und Menschen keinen Respekt vor anderen haben.

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    Und kein Kontaktabbruch ist irreversibel. Die Hand kann ausgestreckt bleiben, aber nur bei Bewegung auf der Gegenseite.

    Das wäre dann aber auch überhaupt nicht prinzipientreu, sondern ein blödes Spielchen. Wenn die Hand ausgestreckt bleibt, man aber sehr zweifelt und erstmal Distanz will, muss man nicht so einen harten Kontaktabbruchsbrief schreiben, sondern kann auch einfach sagen, wie es tatsächlich gemeint ist.

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    Es kann mir auch keiner erzählen, dass eine Frau, deren Mann eine Affäre hat, das nicht weiß. Sie will es nicht wissen. Ist deren Ding.

    Das wäre schön, wenn es so wäre!!! Ich halte das aber für eine Fehleinschätzung. Natürlich gibt es manche (vielleicht sogar viele), die es nicht wahrhaben wollen und beide Augen fest zumachen. Aber es gibt mMn auch reichlich Fälle, in denen wirklich jemand arglistig getäuscht wird und es nicht weiß. Insbesondere, wenn der Betrüger "mit sich im Reinen" ist und nichteinmal ein schlechtes Gewissen hat wie in diesem Fall hier anscheinend der Fall ist.