Nö, finde ich absolut nicht nachvollziehbar. Wenn B die A ins Vertrauen zieht, dann ist das der beste Freundschaftsbeweis. Und A hat nichts gescheiteres zu tun, als die "beste Freundin" knallhart zu verurteilen, mit dem schlimmsten Urteil einer Freundschaft, nämlich deren Kündigung. Das ist doch keine Freundschaft, ehrlich, wenn man sich nicht vertrauen und anvertrauen kann? Eigentlich gehören auch die intimsten Themen dazu. Aber es gibt halt immer wieder selbst ernannte Schiedsrichter oder Moralapostel, die den andern sagen wollen, wie sie zu leben haben, oder die meinen, ihre Werte gelten auch für andere.


    Einmal mehr zeigt sich: Verurteilen zerstört. Auch eine "beste Freundschaft", ist auch in der Beziehung so. Akzeptanz und Verständnis führen weiter, hält mindestens das Gespräch in Gang

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    Haha! Und dann entfreunden sich alle Freunde von Morwena, weil sie sich gegen die Freundschaft mit A entschieden hat, worauf sich sogleich alle Freunde von den Freunden von Morwena abwenden ect.

    :)= Widerspruch aufgedeckt!


    Aber im Ernst: ich würde nicht den Kontakt zu A abbrechen, aber mich schon fragen, wieviel ich A anvertrauen kann, und wieviel die Freundschaft wert ist. Ich glaube aber, dass hier noch etwas ganz anderes eine Rolle spielt, von dem weder wir noch Morwena eine Ahnung haben.

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    Muss Frau A denn in ihren Entscheidungen perfekt sein?

    Interessante Perspektive. Menschen wie A, oft sehr idealistisch und moralisch, sind selbst weit entfernt davon, perfekt zu sein und kämpfen oft selbst sehr hart gegen einige Dämonen, von denen fast jeder von uns ein paar in sich hat, die da wären: Ungesundes Essen, Faulheit, Hang zur Untreue, usw.


    Und weil sie so stark dagegen ankämpfen, menschliche Schwäche bei sich selbst zu akzeptieren, setzen Sie diese Maßstäbe auch bei anderen an. Sie verurteilen also oft den Dämon, den sich in sich am meisten bekämpfen, in anderen Menschen am heftigsten. Und leiden dann im Nachgang unter ihrer eigenen Härte und Verständnislosigkeit, weil sie sich dadurch selbst isolieren und ausgrenzen. Weil Menschen eben nicht perfekt sind.


    Beispiel: Ich z.B. bin sehr schlank, konnte schon immer essen was ich wollte, ohne zuzunehmen. Habe einen Hang zu Süßigkeiten, aber es fällt mir auch nicht schwer, mich ansonsten gesund zu ernähren, viel Salat und Obst zu essen. Wenn andere Menschen naschen oder sich ungesund ernähren, fällt mir das gar nicht auf.


    Noch nie in meinem Leben habe ich jemand anderen für seine Ernährung kritisiert, ich bin der Meinung, das Thema Essen soll jeder handhaben wie er es für richtig hält.


    Meine Kollegin, die mir gegenüber sitzt, ist recht übergewichtig, sobald sie ein Stück Kuchen nur von weitem ansieht, nimmt sie zu. Das ist einfach genetisch bei ihr, hat halt Pech, und noch dazu würde sie sicher, wenn es weniger Konsequenzen hätte, mehr naschen. Also maßregelt sie mich, bei allem was ich esse: "Sicher, das du das essen willst?"


    "Ist doch bald Zeit zum Mittagessen!"


    "Du solltest nicht so viel naschen!"


    "Das ist ungesund..."


    die Liste ist unendlich. Sie kämpft gegen den Dämon der Völlerei, und weil sie es so sehr tut, muss sie auch alle anderen bekehren.


    Ich hingegen bin manchmal sehr faul und wenn andere Leute faul sind, regt mich das tierisch auf... ;-D ]:D

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    Aber im Ernst: ich würde nicht den Kontakt zu A abbrechen, aber mich schon fragen, wieviel ich A anvertrauen kann, und wieviel die Freundschaft wert ist

    Dazu fällt mir der Spruch ein:


    Ein wahrer Freund ist ein Mensch, der ohne langes Nachfragen einen Spaten mitbringen würde.


    Sicherlich ist ein wahrer Freund kein Mensch, der einen für etwas, das nach deutschem Recht nicht einmal eine Straftat ist, sosehr verurteilt, dass er einem die Freundschaft für immer kündigt und einem nichteimal die Gelegenheit gibt, sich zu erklären. So einen Freund braucht kein Mensch, der wäre bei nächster Gelegenheit wegen etwas anderem weg gewesen. Just my 2 Cents.

    Hier sind ganz schön viele "Freundschaftsextremisten" unterwegs. ":/


    Soll die Andeutung mit dem Spaten ernsthaft bedeuten, dass man einem Freund auch bei der Beseitigung einer Leiche helfen sollte?!


    Wenn das Freundschaft sein soll, dann will ich aber echt keine. :|N

    Zitat

    Hier sind ganz schön viele "Freundschaftsextremisten" unterwegs. ":/

    Als Ausgleich für die Moralisten, sonst hat das Schiff immer so viel Schlagseite. ;-)

    Zitat

    Soll die Andeutung mit dem Spaten ernsthaft bedeuten, dass man einem Freund auch bei der Beseitigung einer Leiche helfen sollte?!

    Im übertragenen Sinne: ja. Im praktischen Sinne natürlich nicht, ich würde ja nicht wollen das der Freund sich mit strafbar macht. ;-) Aber: Ich würde erwarten dass mich ein wahrer Freund im Gefängnis besuchen kommt, egal wegen was ich einsitze.


    Nur zur Sicherheit: Ich bin noch nie straffällig geworden und plane, es nie zu werden. ;-D


    Ich erwarte von einem echten Freund Unterstützung in allen Lebenslagen, dazu gehört auch das zurückstecken eigener Befindlichkeiten. Ich kann menschliche Schwächen bei mir und bei anderen akzeptieren und tolerieren und erwarte dies auch von Freunden.


    Aber da sind die Menschen halt verschieden. Gibt Veganer die keine fleischessenden Freunde mehr haben, aus Konsequenz. Muss jeder selbst wissen, wo er die Grenze setzt. Ich habe aber beobachten können in meinen paar bisherigen Lebensjahren: Intoleranz macht einsam. Jeder hat einen Nachbarn, der sich über alles und jeden aufregt, beschwert und verurteilt, und dann an Weihnachten alleine Zuhause sitzt.


    Viel spannender, als pauschal moralisch das Schwert über anderen zu schwingen ist es übrigens, die Hintergründe für menschliches Verhalten jeder Art zu erforschen.

    Die Sache mit dem Spaten ist ein prima Beispiel. Ja, ich würde mit dem Spaten zu meinem besten Freund gehen. Er ist ein friedlicher integrer Mensch und wenn der in so eine Situation gerät, dann wird das seinen Grund haben. Den man dann sicher diskutiert. Wenn sich dabei rausstellt, dass er jemanden vergewaltigt und dann getötet hat, wäre die Freundschaft sicher zu Ende und ich würde die Polizei rufen. Bisschen extrem das Beispiel...


    Wenn ein Freund einen Seitensprung beichtet, dann bitte. Niemand ist perfekt, und niemandem steht es zu, andere zu verurteilen. Es gibt hunderte Gründe, untreu zu sein und nicht alle sind moralisch verwerflich. Wer weiß schon, was dieser längeren Affäre zu Grunde liegt. Zumindest wir hier im Forum und wohl auch Morena haben keine Ahnung. Liebesentzug? Impotenz? Nicht alles kann man mit Gesprächen klären.


    Aber natürlich steht es jedem frei, für sich seine Grenzen selber zu ziehen. Wenn man die moralische Meßlatte zu hoch hängt, macht das vermutlich ziemlich einsam.

    Zitat

    Als Ausgleich für die Moralisten, sonst hat das Schiff immer so viel Schlagseite. ;-)

    Moralismus ist es nur bei den anderen oder wie? ;-D Sorry, aber das ist unlogisch. Das Absolut-Setzen von Freundschaft ist genauso eine Form von Moralismus wie das Ablehnen von Betrug.

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    Moralismus ist es nur bei den anderen oder wie? ;-D Sorry, aber das ist unlogisch. Das Absolut-Setzen von Freundschaft ist genauso eine Form von Moralismus wie das Ablehnen von Betrug.

    Ich hatte schon die Definition von "Moralismus" kopiert, um das Thema weiter zu diskutieren, habe dann aber beschlossen: LolaX5, mit dir diskutiere ich nicht mehr in diesem Forum. Dafür ist unser beider Zeit zu schade.


    Unsere Lebensansichten, unser Blick auf diese Welt, gehen in etwa so weit auseinander wie die von Kim Jong Un und Mutter Teresa.


    Wir könnten uns 3 Jahre unterhalten und kämen trotzdem zu keiner Einigung. Daher: Leb dein Leben, tu, was du für richtig hältst, sei glücklich. @:)

    Was sollen diese Extreme in Richtung Mord und Verschleierung einer Straftat als exemplarischen "Freundschaftsdienst". Solche Vorkommnisse gibt es wohl eher häufiger in Politik, Wirtschaft und Interessenkreisen jenseits der öffentlichen Meinung.


    Jedem von uns sei sein/ihr Empfinden und seine moralische Messlatte zugestanden, die er im Umgang mit engen Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen für sich einfordert. Die Missionierung und Bekehrung belassen wir besser an Stellen, wo sie mehr Erfahrungsschatz hervor gebracht hat.


    Vielleicht haben Menschen jeder für sich andere Werte und möchte Themen für sich so wertgeschätzt sehen, wie er/sie es für sich gutheißen kann.


    Für einige ist Freundschaft bereits sich unbekannter Weise bei Facebook die Kontaktdaten auszutauschen, um den Kennenlernprozess einzuleiten.


    Andere wiederum haben/hatten schon ein paar Bewährungssituationen und konnten diese miteinander meistern, auch oder obwohl sie menschlich unterschiedlich ticken. Freundschaft hat für jeden einen anderen Stellenwert im Leben.


    Bei mir ist es insbesondere Loyalität, Zuverlässigkeit, empathiefähige Hingabe und Kritikfähigkeit auf beiden Seiten. Lebenssituationen miteinander aushalten lernen, die viel mehr als reine Sympathie und Respekt/Achtung füreinander ausmachen.


    Im Dosis Sprech- bedeutet, dass eine/n Freund/in hinter den Kulissen der Öffentlichkeit rund wie einen Buslenker zu machen, wenn es in der Situation angebracht ist. Nach außen würde ich Freunde nicht ins Messer laufen lassen, um den offenen Unmut anderer für Vergehen zu befrieden, sondern darauf verweisen, dass dies intern geklärt wird und derjenige/diejenige sich danach selbst für sich selbst sprechend äußern kann.


    Moral ist ein sehr weites Feld und eine überzogene Art und Weise, lässt u. U. Probleme am Ende viel größer werden als sie im Ursprung waren.


    Sich abgrenzen und natürlich auch kritisch positionieren für seine Werte, halte ich eine wichtige menschliche Eigenschaft im Umgang miteinander. Gerade auch deshalb, weil Menschen als Freunde nicht grenzenlos tolerant sein sollen oder müssen.


    Hier in diesem speziell beschriebenen Fall hätte ich nicht wie A reagiert, ohne alle anderen Optionen vorher gründlich geprüft zu haben, die diese Situation anders auflösen hilft.

    Zitat

    Im Dosis Sprech- bedeutet, dass eine/n Freund/in hinter den Kulissen der Öffentlichkeit rund wie einen Buslenker zu machen, wenn es in der Situation angebracht ist.

    Das ist z.B. etwas, das ich extrem übergriffig finden würde und das für mich nicht in eine Freundschaft passen würde. Da finde ich den Kontaktabbruch wesentlich respektvoller!

    Das kann und mag dann jeder anders sehen, mit "rund machen als.....", ist weder anschreien, beleidigen noch verletzendes Verhalten gemeint. So nimmt mich auch niemand meiner Freunde wahr, selbst dann nicht, wenn Tacheles geredet wird. Ganz einfach, weil ich das für mich selbst ablehnen würde, so behandelt zu werden.


    Aber ich lasse eben niemand, der mir wichtig ist, wie eine heiße Kartoffel fallen, weil er nicht zu 100 Prozent meine Werte oder Lebensvorstellungen in seinem Alltag umsetzt. Leben ist Vielfalt, Grenzen erkennen, aber sie nicht zu Dogmen im eigenen Handeln werden lassend.


    Ich möchte die Demut für mich behalten, nicht zu vergessen, an welcher Stelle sich meine Schwächen befinden, um sie bei anderen leichter annehmen und verzeihen zu lernen. Gut, dies sieht jeder anders und mit dem Ergebnis des eigenen Handelns leben zu lernen bleibt immer wieder eine neue Herausforderung im Leben. :-D :)*

    :-o

    Zitat

    Das ist z.B. etwas, das ich extrem übergriffig finden würde und das für mich nicht in eine Freundschaft passen würde. Da finde ich den Kontaktabbruch wesentlich respektvoller!

    Ich auch. Finde es auch anmaßend, Freunde heftigst, auch hinter den Kulissen, zu kritisieren. Nützt meist eh nichts, Menschen lassen sich nicht gerne belehren, stärkt oft nur den Widerstand.


    Jemand, bei dem ich häufig das Bedürfnis habe ihn zu kritisieren oder seine Handlungen nicht gut finde, den würde ich (und habe ich schon!) langsam ausschleiche, den Kontakt reduzieren. Man muss ja keinen dramatischen Abgang wie Frau A machen mit offizieller Freundschaftskündigung.


    Es ist doch natürlich, dass man mehr und engeren Kontakt zu Menschen pflegt, die ähnliche Einstellungen und Ansichten haben wie man selbst und sich so verhalten, dass man sie nicht ständig kritisieren muss. Gehen die Ansichten und Einstellungen zu weit auseinander, sind es vielleicht eher lose Bekannte, nicht die engsten Freunde.


    In dieser Sache sind wir also, Lola, ausnahmsweise mal einer Meinung. :)

    naja, die Dosis sprach ja nicht von ständig kritisieren.


    ich würde auch einem Freund sehr deutlich sagen können, was ich von seinem, in meinen Augen miesen Verhalten denke. Da würden auch sehr klare und eutliche Worte fallen, aber das bliebe zwischen uns und geht sonst niemanden was an

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    hinter den Kulissen der Öffentlichkeit rund wie einen Buslenker zu machen, wenn es in der Situation angebracht ist.

    So viel Tretminen erreichen meine Freunde nicht, dass ich zur Höchstform an Kritik auflaufen müsste und umgekehrt ist das hoffentlich auch nicht anders. Wenn das in einer guten Freundschaft, die sich Jahre und Jahrzehnte bewährt hat, in überschaubaren Größenordnung zum tief vertrauten Umgang miteinander, im reziproken Wert verhält, bin ich lieber verzeihender als verurteilender. Das lässt mich ruhiger schlafen und morgens wieder optimistisch erwachen. ;-)