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    Ich empfinde jemanden mit einer eigenen Meinung nicht automatisch als Herausforderung.

    Ja, ich auch nicht. Ist bestimmt auch eine Frage des subjektiven (Sprach)Empfindens. Eine 'Herausforderung' wird ja auch erst dann zu einer, wenn man sich heraus-fordern lässt, also hat das für mich auch noch zusätzlich die Komponente des eigenen Interesses an der Sache.


    Und Dinge, die "nur" (positiv) anstrengend sind, sind für mich nun auch nicht gleich eine 'Herausforderung'.. mh..

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    ja unter Herausforderung kann man natürlich auch andere Dinge verstehen wie z.B. einen Partner, von dem Mann auch was lernen kann, der gutes Wissen besitzt und der mit beiden Füssen im Leben steht....

    ":/ Was "fordert" Dich denn daran?

    Ach ja, nach dem Gegenteil wurde ja auch gefragt: Ganz einfach eine Person, die eben nicht herausfordernd ist. Ich kenne einen jungen Mann, der kaum etwas Herausforderndes an sich hat. Man kann mit ihm diskutieren und er hat seine Meinung, aber er ist niemand, der sich in hitzige Wortgefechte verstrickt, sondern sie einfach zeigt und umgekehrt einem das Gefühl gibt, dass er die eigene Meinung akzeptiert und darüber spricht, ohne sie in Frage stellen zu wollen. Er ist ein ruhiger, gelassener Mensch, der sich in der gesunden Mitte am wohlsten fühlt und kein Grenzgänger ist, wenn es nicht sein muss. Er ist nicht profillos, er regt bloß in einem geringen Maß zur Entwicklung an. Und das empfinde ich nicht als etwas Schlechtes, Entwicklung rein um der Entwicklung willen hat für mich keinen Wert.

    Das finde ich eine schöne Beschreibung. An und für sich empfinde ich eine enge Partnerschaft, als eng im Sinne von "Leben teilen" als Herausforderung genug. Deshalb möchte ich keinen Partner, der an sich noch eine Herausforderung darstellt, womöglich auch ganz bewusst. Letzteres wäre das sofortige Ende.

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    Was "fordert" Dich denn daran?

    ja ich hatte halt die Erfahrung mit einem Mann gemacht, der mich eben keinerlei herausgefordert hat d.h. er hatte keine eigene Meinung und ich konnte auch nix Neues von ihm lernen, das war langweilig und ich habe mich unterfordert mit ihm gefühlt. er war nicht interessant genug..... das habe ich zum Glück rechtzeitig mitbekommen.... ;-)

    Peti

    Das, was du beschreibst, würde ich nicht als Herausforderung verstehen, sondern einfach einen passenden Partner. Ich glaube allmählich auch, dass man das erstmal sprachlich abklären müsste. Für mich steht bei dem Wort Herausforderung immer das "Fordern" im Mittelpunkt.

    Eine Herausforderung ist immer etwas das anstrengt und nicht alltäglich ist. Das kann für jeden etwas anderes bedeuten.


    Die einen sehen einen Partner als Herausforderung, der klar und deutlich sagt was er denkt und mit seiner Meinung zum Nachdenken anregt. Ich nicht, für mich ist das in einer Partnerschaft selbstverständlich. Die anderen fühlen sich durch andere Eigenschaften herausgefordert.

    So würde ich Herausforderung auch definieren. Eine Beziehung erfüllt für mich durchaus manchmal diese Kriterien, das lässt sich nicht immer vermeiden. Aber meinen Partner möchte ich entspannter erleben.

    Mein Partner hat seinen eigenen Kopf und widerspricht mir sehr oft. Er gibt selten nach, wenn wir streiten. Er macht selten bzw. nie etwas, was er nicht selbst will. Er verbiegt sich für nichts und niemanden. Ich find das ganz schön herausfordernd und oft nervig. Manchmal könnt ich mit etwas weniger Herausforderung leben. Es ist wirklich manchmal wie bei einem sportlichen Zweikampf.

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    ja ich hatte halt die Erfahrung mit einem Mann gemacht, der mich eben keinerlei herausgefordert hat d.h. er hatte keine eigene Meinung und ich konnte auch nix Neues von ihm lernen, das war langweilig und ich habe mich unterfordert mit ihm gefühlt. er war nicht interessant genug.....

    Wäre es nicht eine massive Herausforderung mit so jemandem dauerhaft glücklich zu sein? ]:D Ich fände es jedenfalls definitiv schwieriger als mit jemandem zusammen zu sein, der einen ständig in angenehmster weise anregt... Demgemäß wäre doch der langweilige Partner die größere Herausforderung. ":/

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    Wäre es nicht eine massive Herausforderung mit so jemandem dauerhaft glücklich zu sein?

    ;-D


    Aber ja, eben. Wenn alles tutti ist und wie von selber flutscht, sehe ich nicht ganz, wie man das mit dem Begriff "herausfordernd" zusammenbringt.

    Warum stellt ** rockaholic die Frage überhaupt? Ist herausfordernd denn überhaupt positiv gemeint? Muss ein Partner denn eine Herausforderung sein? Das engl. Wort challenged bedeutet herausgefordert oder behindert. ":/ Eine Herausforderung macht das Leben schwerer.

    Ich empfinde den Ausdruck "Herausforderung" nicht als negativ. Eine Bergbesteigung ist eine Herausforderung. Es ist anstrengend und doch machen es viele Menschen freiwillig und gerne. Ich würde definitiv sagen, dass mein Freund mich fordert. Er ist ein abenteuerlustiger und vor allem leidenschaftlicher Mensch. Wenn wir beide diskutieren, herrscht Reibung und es sprühen Funken. Es ist anstrengend, mit ihm emotional Schritt zu halten, aber es fühlt sich auch gut an. Ich finde es weder besser, noch schlechter als einen nicht sonderlich herausfordernden Partner. Es ist bloß anders.

    Ich empfinde den Begriff auch nicht grundsätzlich negativ. Ich lerne zum Beispiel momentan freiwillig japanisch, was ich als herausfordernd erlebe, in Hinblick auf die Schriften auch als sehr herausfordernd. Das ist absolut ok, solange es nicht ein gewisses Maß übersteigt.


    Ähnlich ging es mir auch beim Bergsteigen, das Maß muss stimmen und es ist befriedigend.


    Aber genau deshalb passt es für mich nicht bei einem Partner. Die Partnerschaft an sich ja, manchmal fordert es mich, mit einem Partner zu leben. Aber ihn selbst möchte ich nicht als herausfordernd erleben, da passt es für mich gar nicht.