• Einer bleibt auf der Strecke... Oder zu zweit allein...

    Hallo liebe Forengemeinde, ich bin momentan etwas verwurstelt und verzweifelt und komme irgendwie nicht weiter. Kurz zu unserer Situation: Wir sind seit über zehn Jahren zusammen, haben zwei Kinder, Haus ( renovierungsbedürftig), Hund und arbeiten beide ( er 50-60h die Woche, ich 25h). Aufgrund der Arbeitszeiten haben wir die klassische…
  • 36 Antworten

    @ Xirain

    Du hast ins Schwarze getroffen ;-D


    Es geht ums reiten, wir reden hier allerdings von alle zwei Wochen 25€. Ich meinte damit dass ein Babysitter das ganze schnell verdoppeln würde.


    Das Motorrad gibt es schon lange, ist halt alt und brauchte Ersatzteile Bevor es wieder fuhr... Kostet halt Unterhalt etc. er hat eigentlich kaum Zeit damit zu fahren... Aber das ist ein anderes Thema ;-)


    Die Ausgabenseite ist trotzdem ein richtiger Anhaltspunkt. Den werden wir uns nochmal anschauen müssen. Ich geb gern Geld für Lebensmittel aus und habe immer ein schlechtes Gewissen billig beim Discounter zu kaufen- aber wahrscheinlich muss man sich selbst ein schlechtes Gewissen erstmal leisten können. ":/


    Der Vorteil unseres 80h Gesamtmodells liegt bei den Kindern. Sie müssten sonst mehr fremdbetreut werden. Aber du hast natürlich recht, viel bleibt an Zeit nicht übrig. Gern würde ich ihm da auch was an Arbeitsbelastung abnehmen- nur wird seine Arbeit nicht weniger wenn ich mehr arbeite %:|


    Mit dem Haus hast du vollkommen recht! Aber manche Dinge müssen halt gemacht werden weil es sonst einfach gefährlich wird ( Stichwort marode Elektrik) und aufgeschlitzte Wände sind halt auf Dauer echt doof.... die Große will ja mal Freunde mitbringen, wir mal wen einladen... Es einfach mal wieder gemütlich haben. Davon sind wir noch weit entfernt.


    Aber wenn wir noch ein paar finanzielle Reserven aufdecken kommen wir vielleicht auch da mal weiter.

    Ich sehe schon das die Situation nicht einfach ist wenn man mitten drin steckt, aber mal von außen betrachtet: Dein Mann arbeitet extrem viel und lang, es bleibt aber nix hängen ? Ok hier wäre ein ungefährer Wert gut, wenn er 5000€ im Monat verdient und kein Geld übrig ist sieht die Sache wieder anders aus als bei 2000€. Aber egal wieviel er verdient, wenn die Kohle so knapp ist das ein Babysitter und 50€ / Monat fürs reiten schon "hohe Ausgaben" darstellen dann läuft was schief.


    Ich denke auch das ihr an der einen oder anderen Stelle ansetzen müsst und es weh tun wird, aber was nutzt es am Ende wenn er seinen Job in dem er sich hoch gearbeitet hat behält und das Haus renoviert ist, eure Beziehung und ggf. auch eure Gesundheit aber dabei auf der Strecke bleiben ? Nichts. Dann lieber versuchen über den eigenen Schatten zu springen, sich beim Ego und den materiellen Dingen einzuschränken und dafür zufriedener mit dem gesamten Leben sein.

    Zitat

    Der Grund - ich muss auf die Kinder aufpassen wird im Normalfall ohne hinterfragen akzeptiert...

    Genau da bin ich immer so unsicher... Das ist nämlich der Witz an der Sache: ich mit meinen paar Stunden sage oft Teamrunden, Überstunden etc ab und übernehme Kind krank weil ich keine Kinderbetreuung habe.


    Ich bin allerdings im ÖD und bei einem halbwegs familienfreundlichen Arbeitgeber.


    Theoretisch könnte ich selbiges von ihm erwarten, oder??

    Zitat

    Ich geb gern Geld für Lebensmittel aus und habe immer ein schlechtes Gewissen billig beim Discounter zu kaufen

    Noch so nen Punkt mit dem "Ego überwinden". Mal Butter bei die Fische und ein Haushaltsbuch geführt, schaut wo die Kohle hin geht. Wenn ihr da jetzt bei Lebensmitteln (theoretisch) 200€ im Monat sparen könntet ohne großartig auf Qualität zu verzichten dann wärt ihr direkt gesagt dämlich wenn ihr deswegen an anderer Stelle auf dem Zahnfleisch geht.

    @ nordi84

    Genau das sind meine Befürchtungen. Wir verlieren uns. Seine Gesundheit. Meine Nerven.


    Um welchen Preis? Wie du schon sagst - steckt man mittendrin findet man den Ausgang nicht.


    Es sind 2300€. Gilt hier in unserer Region als gutes Gehalt.

    2300€ ? Ich geh jetzt mal von netto aus, das ist kein Betrag für den man sich so fertig macht. Da sollte es (natürlich abhängig von Job, Qualifikation und Region) nicht so übermässig schwer sein etwas zu finden bei dem er z.B. für 40 Stunden / Woche immer noch 2000€ o.ä. bekommt.

    Das ist der netto Verdienst.


    Was ich ihnen mitgeben will?


    Eine Mentalität jenseits von Geiz ist geil...


    Hauptsache billig etc...


    Mir sind z.b. regionale Produkte, artgerechte Tierhaltung und faire Erzeugerpreise wichtig.


    Da kann ich schon jetzt nur Kompromisse einkaufen. Aber im Discounter?

    Dazu müsstet ihr euch das aber auch einfach leisten können und ganz offenbar könnt ihr das nicht. Es sagt ja auch niemand das ihr 5kg Discounterfleisch in der Woche kaufen sollt aber euch fehlt ehrlich gesagt schlicht das Geld um den Idealismus hier an erste Stelle zu stellen. Es gibt auch günstiges regionales Obst/Gemüse und bei sowas wie Nudeln isses eh egal ob man Marke oder Discounter kauft.


    Wie gesagt, führt ein Haushaltsbuch und geht mal ganz offen an die Sache ran um zu schauen ob ihr da nicht erheblich Geld sparen könnt.

    Zitat

    Bei den Lebensmitteln geht's mir tatsächlich weniger ums Ego als um Nachhaltigkeit etc. - da will ich auch den Kids was mit auf den Weg geben und mir ist das eigentlich auch wichtig... Eigentlich

    Eigentlich ..eigentlich, könnte ich mich über diese Einstellung aus rein beruflicher Sicht total freuen. Wäre sehr wünschenswert, dass möglichst viele Verbraucher so denken und an die Wertschätzung von Nahrungsmitteln heran gehen.


    Nur, und da muss ich den Vorschreibern recht geben, es müssen finanzielle Möglichkeiten und realer Ist-Zustand zusammen passen. Eure Prioritäten müssen anders gesetzt werden, und ich bin mir sicher, dass Du das still in Dir auch längst weißt.


    Natürlich, und so ist vermutlich bei vielen Menschen, will man das Optimum aus seinen Chancen machen. Ihr habt, um die Kinder ländlich in gesunder Luft aufwachsen lassen zu können, günstig ein Haus mit Grundstück erworben, soweit zu gut.


    Vermutlich aber versäumt im Vorfeld ein Wertgutachten anfertigen zu lassen, um Geld zu sparen. Motto, gekauft wie gesehen, die Freude eine eigene Immobilie zu besitzen, und das in relativ jungen Jahren, top ...Freude pur.


    Nun gut, da seid ihr in eine Kostenfalle getappt. Kann passieren, ist anderen auch schon so ergangen. Wenn ihr zwei diesen Fehler erkannt habt, macht es allerdings nicht wirklich Sinn an den Fakten vorbei zu leben. Du schreibst es selbst, die Elektro-Installation birgt Gefahren, für Gesundheit und Leben. Ihr habt zwei noch sehr junge Kids, ich appelliere hier ausdrücklich an eure Verantwortung als Eltern, ändert diesen Zustand, und zwar bevor ...es hilft euch im Zweifel nicht, aus Schaden klug zu werden, wenn es einen ungewollten Unglücksfall gibt, der wieder neue Fakten schafft.


    Elekto im Haus ist eine Basic, die muss TÜV fähig stehen, da gibt es kein Wenn und kein Aber. Euch kann die Hütte auch bei einem Brand komplett verloren gehen. Sowas passiert schneller als ihr euch das vorstellen könnt. Reicht schon aus, wenn Sicherungen statt mit 16 A, wie für viele Haushaltsgeräte nötig und vorgeschrieben nur 10 A im Sicherungskasten sind, oder Leitungsquerschnitt unter Putz anders vorliegt, als ihr hofft.


    Da sind dann wirklich so Dinge wie Reiten, Motorrad reinster Luxus, der in keinem Verhältnis zu eurem Problemen steht. Ebenso der Gedanke, ich möchte vorbildlich leben, den Kindern Werte vermitteln usw.


    Das könnt ihr dann versuchen zu leben, wenn die wirklich wichtigen Dinge bei euch den Grundstandard entsprechen.


    Hier heißt es ehrlichen Kassensturz, alle Fixkosten erfassen, die unabdingbar sind die müssen stehen. Der Rest muss dann rational und eisern durchgezogen werden. Es gehören bei vielen in den ersten Jahren Durststrecken dazu, die richtig ans Eingemachte gehen können. Kinder können so gut wie immer Kosten verursachen, die nicht planbar sind. Deshalb ist es umso wichtiger das ihr zwei aus dem Chaos eine eigenverantwortliche Planung in Gang setzt.


    Was ist wichtig, und woher nehmen wir das Geld dafür. Es gibt viele gute Tipps in Online-Ratgebern, ebenso in Hausbau-Foren, Kinder/Eltern-Foren usw. Aber man muss die Probleme auch erkennen und sehen wollen, und darin habt ihr noch Reserven. Bitte jetzt nicht mies fühlen, dass ist unnötig. Andere vor euch haben sich aus solchen Situationen ebenso raus kämpfen müssen.


    Mit den richtigen Prioritäten ist das machbar. Das fängt schon damit an, eine richtige Essensplanung zu machen, nicht 3-4 Mal die Woche zum Markt zu fahren, sondern gezielt Angebote kaufen und dann über längere Zeiträume planen. Auch Benzin läppert sich über den Monat zusammen, wenn es Extra-Touren für den Einkauf sind.


    Auch ein Jobwechsel Deines Mannes sollte nicht völlig von der Machbarkeitsliste gestrichen werden. Das muss nicht heute und morgen sein, aber schauen, wo es vielleicht mehr Geld für weniger Aufwand gibt, und unterm Strich kommt noch mehr Freizeit für die Familie raus, bei einem geregelten Arbeitstag. Das ist schon eine Überlegung wert, wenn Dein Mann nicht irgendwann zum Born Out Opfer oder schlimmer kommen will.


    Ebenso würde ich über Optionen nachdenken, dass eingesparte Geld in einen langfristigen Bausparvertrag zu investieren, um ein Polster für den Notfall aufzubauen, oder über eine Abdeckung von Hypotheken (falls ihr sowas laufen habt oder diese plant) über eine Risikolebensversicherung besser abzudecken. So immens teuer sind diese nicht.


    Wege gibt es viele, aber sie müssen erwogen werden, auch wenn sie für eine Zeit lang unbequem und ernüchternd gelebt werden müssen. Eure Kinder werden irgendwann merken, dass ihr Sorgen habt und es sich daheim nicht mehr so harmonisch anfühlt, die haben dafür sehr sehr gute Antennen. Überdenkt selbstkritisch eure Konsumansprüche, und dann ran an den Speck. :)* :)^