Eingeengt... und jetzt Zweifel an Gefühlen

    Ich hab zwar schon mit Freundinnen und auch mit meinem Freund selbst darüber gesprochen, aber mich interessieren auch die Meinungen von komplett Außenstehenden – würde mich freuen wenn ihr euch kurz Zeit nehmt!


    Ich bin seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Wir haben uns über das Internet kennengelernt. Leider war der Zeitpunkt des Kennenlernens für mich eher ungünstig – ich hatte gerade eine sehr schmerzhafte Männergeschichte hinter mir, zum Glück nur eine kurze, aber ich war sehr verliebt in ihn gewesen und hatte immer noch damit zu kämpfen, damit fertigzuwerden dass er mich so behandelt hatte.


    Auf jeden Fall suchte ich Ablenkung in der Online-Singlebörse und dachte mir auch nichts weiter dabei, als mein Freund mich anschrieb. Nur aus dem belanglosen Tratschen wurden seitenlange E-Mails, auf die ich mich tagtäglich freute. Irgendwann kam dann von ihm der Vorschlag, uns mal persönlich zu treffen. Ich spürte da bereits dass das Interesse von seiner Seite sehr groß war, und weil er sich gar so sehr bemühte war ich einverstanden. Ja, das Treffen war dann auch sehr nett, aber auch nicht mehr (für mich). Bei ihm sah ich richtig die Herzen in den Augen wenn er mich ansah.


    Und so ging das halt dann recht schnell dass ich mich mit ihm einließ. Anfangs war ich mir nicht sicher und hab ihm das auch gesagt, ich hab ihm von meiner schmerzhaften Männergeschichte erzählt usw. Er ließ halt nicht locker und hat sich wirklich um mich bemüht, sodass ich nach und nach Vertrauen zu ihm hatte und den anderen Typ immer mehr vergessen habe.


    Dann lief monatelang alles wunderbar, ich war so froh einen lieben, verständnisvollen Mann gefunden zu haben, dessen Gefühle echt waren und der mich nicht ausnutzte. Und auch von meiner Seite waren Gefühle da die ich bisher nicht gekannt hatte, eine wunderbare Geborgenheit und das Gefühl, ganz ich selbst sein zu können. Das hatte ich bisher noch nie zuvor in meinem Leben!


    Tja, und dann um Weihnachten herum kamen plötzlich die Zweifel, aus heiterem Himmel. Seitdem weiß ich plötzlich nicht mehr, ob ich ihn überhaupt noch liebe oder jemals geliebt habe. Es kommt so in Wellen, manchmal möchte ich am liebsten Schluss machen, dann wieder fallen mir tausend Dinge ein die ich an ihm liebe und ohne die ich nicht leben möchte. Andererseits hab ich das Gefühl eingeengt zu sein, obwohl er mir nichts vorschreibt, mir nichts vorwirft und mir alle Freiheiten lässt die ich brauche. Nur weiß ich mittlerweile dass er mich durch seine Gefühle unbewusst einengt. Er hat selbst gesagt er möchte am liebsten jede Sekunde bei mir sein, und nur mit mir fühlt er sich gut. Genau das ist es womit ich nicht umgehen kann. Ich bin die emotional Starke in der Beziehung, ich sehe alles immer rational und vernünftig, während er sich in seinen Gefühlen verliert.


    Ich finde es prinzipiell gut dass wir da so verschieden sind, denn wir ergänzen uns da sehr gut. Aber ich weiß jetzt nicht, ob ich Zweifel an der Beziehung habe weil ich mich eingeengt fühle oder weil ich doch keine echten Gefühle für ihn habe...


    Hat jemand schon mal so was erlebt und kann mir Rat geben?


    ???

  • 37 Antworten

    Bist du denn überhaupt noch gerne mit ihm zusammen? Nerven dich schon kleinste Kleinigkeiten? Wie ist das Gefühl, wenn du darüber nachdenkst, Schluss zu machen? Würde es dich erleichtern?


    Ansonsten ein Link:


    http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/145187/


    Das, was Wallace geschrieben hat, finde ich toll und es hat mir geholfen. :)_

    josie


    Meiner Meinung nach ist die Frage, ob du "echte" Gefuehle fuer ihn hast, jemals gehabt haettest etc. nicht zielfuehrend. Auf solche Fragen gibt es keine Antwort.


    Ich wuerde an deiner Stelle eher darueber nachdenken, was du willst, und wie gut du die Beziehung fuer dich findest, so wie sie ist. Letztlich ist das die Entscheidung, die du faellen muesst: Willst du so leben? Wenn nein, laesst sich eure Beziehung irgendwie so renovieren, dass du sie wieder willst (bzw. wie?), und wenn nein, dann musst du dich trennen.


    Es spielt natuerlich dabei auch eine Rolle, was die Alternativen sind, ob du glaubst, dass du schnell jemand besseres finden kannst, ob es dir nichts ausmacht, alleine zu sein; und andererseits, was die Perspektive eurer Beziehung und deines Lebens ist... irgendwann Heirat, Kinder? (Wuerdest du das ueberhaupt wollen - und wenn ja, mit diesem Mann?)

    Vielen Dank für eure Antworten!


    Schokopraline - danke für den Link, das ist wirklich toll geschrieben und passt wie die Faust aufs Auge! Wenn ich fragen darf - inwiefern hat es dir denn geholfen, bzw. war das bei dir so ähnlich?


    Doch, ich bin ich gerne mit ihm zusammen. Wir sind in vielen Dingen sowas von auf der selben Wellenlänge dass es schon fast erschreckend ist. Auf der anderen Seite sind wir charakterlich auch sehr verschieden, was uns aber oft gegenseitig sehr hilft.


    Er würde wirklich alles für mich tun, aber umgekehrt bin ich nicht sicher ob ich das auch würde. Es ist schon so, dass er mehr in die Beziehung investiert als ich. Er weiß das auch und er findet nichts schlimmes dabei. Nur hab ich irgendwie Angst dass ich mir selber was vormache weil es einfach toll ist, jemanden zu haben der sich so bereitwillig aufopfert. Oder vielleicht ist es genau das, was mich stört und mich einengt und mich deshalb zweifeln lässt. Ich muss ihn echt manchmal zwingen, sich nicht nach mir zu richten sondern mal nur an sich selbst zu denken. Das Problem ist halt dass das einfach sein Charakter ist, er möchte es immer allen rechtmachen und hasst es, egoistisch zu sein.


    Ich denke halt, dass er an sich selbst arbeiten muss um die Beziehung zu "retten", aber die Frage ist - kann man das vom Partner verlangen? Ich finde den Gedanken eigentlich schrecklich, jemanden ändern zu wollen! Andererseits wäre es für seine Persönlichkeit und sein Selbstbewusstsein nicht schlecht, "nein" sagen zu lernen und ein bisschen gesunden Egoismus zu entwickeln. Denn ich fürchte fast, er würde auch in der nächsten Beziehung so sein, und auf Dauer würde es dann auch nicht klappen. Er hat mir sogar erzählt dass seine Exfreundin auch immer gemeint hat, er klammert zu viel.


    Lewian: nein, so wie es jetzt ist will ich nicht mit ihm leben. Aber du hast recht, ich kann meine Gefühle nicht definieren und will es auch nicht.


    Das Problem ist halt, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie es sein würde, wenn wir uns trennen würden. Ich weiß nicht ob ich im Endeffekt erleichtert oder am Boden zerstört wäre. Er wohnt seit einiger Zeit bei mir - ok, dann wäre halt sein ganzes Zeug weg, aber es wäre immer noch meine Wohnung. Wir überlegen schon seit längerem, uns eine größere Wohnung gemeinsam zu nehmen. Meine derzeitige ist ziemlich klein, dadurch kleben wir noch mehr aufeinander. Ich erhoffe mir dann schon etwas mehr Freiraum; und die Tatsache dass es einfach unsere Wohnung ist könnte uns wieder mehr zusammenschweissen. Aber was, wenn es dann doch nicht funktionert? Ich kriege wirklich Panik, wenn ich mir das vorstelle! Allein kann sich keiner von uns eine große Wohnung leisten, dann müsste ich wieder zu meinen Eltern ziehen!?!? Mir macht das schon alles irgendwie Angst. Deswegen mache ich mir jetzt so viele Gedanken über die Beziehung bevor wir umziehen, aber ich hab das Gefühl alles wird dadurch noch unklarer...:-(


    LG

    Zitat

    dass ich mir selber was vormache weil es einfach toll ist, jemanden zu haben der sich so bereitwillig aufopfert. Oder vielleicht ist es genau das, was mich stört und mich einengt und mich deshalb zweifeln lässt.

    Kann es sein, dass du auch Schuldgefühle hast, weil er so viel gibt und sich immer nach dir richtet? Weil du das Gefühl hast, das nicht ausgleichen zu können und dadurch irgendwie in seiner Schuld zu stehen? Ich frage, weil ich dieses Gefühl vermutlich an deiner Stelle hätte. Eine Beziehung sollte ja immer aus einem ausgewogenen Geben und Nehmen bestehen und wenn man das Gefühl hat, der andere gibt mehr als man selber kann und will, dann führt das vermutlich irgendwann dazu, dass man an seinen Gefühlen zweifelt.


    Aber du wirst ihn nicht ändern können. Das könnte nur er selber und das auch nur, wenn er das will und dazu bereit ist. Du hast also entweder die Wahl, dich damit zu arrangieren und für dich das Gefühl abzulegen, dich durch sein Verhalten eingeengt zu fühlen, es einfach hinzunehmen und zu genießen oder du wirst dich irgendwann von ihm trennen, weil es für dich eben unterträglich ist.

    Du hast gefragt, inwiefern mir der Link geholfen hat und ich versuche jetzt, dir das zu erläutern. Allerdings muss ich dir sagen, dass meine Ausgangssituation eine ganz andere war.


    Ich habe gezweifelt, ob ich meinen Freund noch "genug" liebe und wollte die Liebe unbedingt definieren. Und das nur deswegen, weil mit alle erzählt hatten, wie unglaublich das Kribbeln in ihrem Bauch war am Anfang der Beziehung und wie verliebt sie waren. Und noch immer sind. Und dann haben mich Freundinnen auch noch gefragt, ob ich denn nicht noch immer so verliebt sei. Und erzählten von ihren Sexgeschichten :=o ..naja und ich hatte zu der Zeit eben nicht so viel Lust. All dies verunsicherte mich total und ich fing an, zu zweifeln. Ich stand nämlich damals, bevor ich mit meinem Freund zusamen kam, eher auf solche Machotypen und war auch immer total aufgeregt bei irgendwelchen Dates und so weiter. Bei meinem Freund war ich nicht aufgeregt und ehrlich gesagt wollte ich ihn anfangs gar nicht. Dann hat er mich aber überzeugt und ich hatte auch ein Kribbeln im Bauch. Genau das, dass ich ihn eben am Anfang nicht wollte und nicht immer so aufgeregt war, wie meine Freundinnen es auch erzählt hatten, hat mich total beunruhigt und ich fragte mich, ob ich überhaupt verliebt war. Ja, ich denke schon..kann ich heute sagen. Ich musste nur keine Angst haben, dass er mich sofort abserviert wie die Typen davor und war deswegen nicht so aufgeregt. ;-D Naja..und diese Sexunlust kam auch von etwas anderem. Hab ich alles geklärt. Mein Fehler war, dass ich versucht habe, die Liebe zu definieren und dachte, dass es bei mir genauso sein müsste. Hab dann irgendwann den Beitrag von Wallace gelesen und hab mich ein bisschen an seine Ratschläge gehalten.


    Liebe kann man nicht definieren und wenn man zweifelt, kann man nicht vollständig lieben. Ich habe versucht, nicht zu zweifeln und das zu tun, worauf ich Lust habe - zu meinem Freund gehen oder mal nichts mit ihm machen usw. Mich hat es immer wieder zu ihm gezogen und der Gedanke, ihn nicht mehr zu haben, hat mich wirklich sehr verstört. Mein Problem war ja aber auch eher nicht, dass ich gedacht habe, ich liebe ihn nicht mehr - sondern dass ich Angst hatte, ihn nicht genug zu lieben und somit die Beziehung beenden zu müssen. Was eigentlich wieder bescheuert ist, denn wenn ich Angst davor habe, ihn zu verlieren, muss ich ja irgendwo genug für ihn empfinden. Auf jeden Fall muss man sich Zeit lassen.


    Außerdem haben mir viele andere Leute erzählt, dass sie gemerkt haben, dass sie auch sowas wie eine emotionale Gleichgültigkeit ihrem Partner gegenüber entwickelt haben, als sie merkten, dass sie ihn nicht mehr liebten. Wollten immer öfter etwas alleine machen, flirteten öfter...wollten eben eher für sich leben. Waren schneller genervt von Dingen, die sie mal geliebt haben. Das sind jetzt auch nur verschiedene Erfahrungen und müssen so nicht für jeden stimmen. Aber vielleicht mal zur Anregung ;-)


    Mir kommt es nämlich, tut mir Leid, eher so vor, als hättest du einfach ein bisschen angst vor dem Alleinsein und nicht so sehr vor der Trennung. Vor allem, wenn du sagst, dass es blöd wäre, nun wieder zu deinen Eltern ziehen zu müssen usw. Aber ich kann mich auch irren :)*


    Musst du selbst rausfinden..

    Achja und die Idee von Sympathi ist auch gut..wär ne Erklärung.


    Was ich noch sagen wollte: Ich hab aber auch eine Angststörung und eigentlich vor allem Angst, deswegen kannst du dich mit mir nicht unbedingt vergleichen. Mit haben auch Gespräche mit meiner Thera gut geholfen. Aber das Wichtigste ist: Vergleiche dich nicht! Wenn andere sagen: "Bei mir war das damals so und so und deswegen habe ich Schluss gemacht", dann heißt das gar nichts. Bei dir ist es vllt. dieselbe Situation, aber du fühlst eben dabei etwas anderes und möchtest nicht Schluss machen. Nicht vergleichen, sondern auf seine Gefühle hören und egal wie das Ergebnis ausfällt, die Gefühle haben eine Legitimation, so zu sein, wie sie sind. Du darfst deinen Partner auch mal "gerade nicht mögen" und kannst ihn trotzdem lieben. Genauso kann es aber sein, dass du ihn eigentlich sehr gerne hast, es aber einfach nicht für eine Beziehung reicht. Beides wäre okay, auch wenn das eine dir lieber wäre. Deine Aufgabe besteht jetzt darin, das herauszufinden, was du möchtest. Aber zwing dich nicht dazu. Wenn du gerne mit ihm zusammen bist und dir nicht bei jedem gutaussehenden Mann vorstellst, wie es wäre, ihn als Freund zu haben (was auch manchmal in einer Beziehung okay ist ;-) ), dann ist das ja schon mal ein positives Zeichen. Aber nichts, woran du deine Liebe zu deinem Freund festmachen könntest.


    PS: Manchmal habe ich noch immer Angst, ihn nicht genug zu lieben, aber ich hab das ganz gut unter Kontrolle und denke immer daran, was Wallace gesagt hat, weil er für mich einfach Recht hat.

    @ sympathy:

    Ja, ich hatte in der Tat auch schon Schuldgefühle deswegen, und hab das auch angesprochen. Er meinte, das bräuchte ich nicht, es wäre für ihn okay wenn ich nicht so viel investiere wie er. Aber ich finde es auch nicht gut so, ich möchte auch dass die Beziehung ausgewogener ist. Ich glaube schon dass er sich ändern möchte, und nicht nur meinetwegen. Da gibt es bei ihm Ängste die weit in die Kindheit zurückreichen und die der Grund dafür sind - ich habe ihm eine Psychotherapie vorgeschlagen, und er hat gemeint er würde gerne eine machen.

    @ Schokopraline:

    Das kenne ich auch! Ich war auch nicht von Anfang an Hals über Kopf verliebt in ihn, das ist erst nach und nach gekommen. Und das mit dem Gefühl, dass man eben kein Kribbeln hat weil man merkt, dass er einen nicht mehr abserviert, das war bei mir ganz genauso.


    Ja das ist genau die Frage die mich innerlich zerreisst - will ich diese Beziehung weil ich ihn will oder will ich sie weil ich nicht alleine sein will? Wohlgemerkt, ich war lange Single und nicht unglücklich. Ich war nur unglücklich als mich dieser andere Idiot so verletzt hat (siehe Eingangsbeitrag). Und jetzt denke ich mir auch ab und zu dass das Leben als Single doch gar nicht so übel war. Kann man sowas denken wenn man Angst vorm alleinsein hat? Hach ich weiß auch nicht, irgendwie dreht sich alles im Kreis. Vielleicht sollten wir beide einfach nur ein bisschen voneinander loslassen, dann kommt die Sehnsucht hoffentlich wieder von alleine. Denn es ist weder so dass er mich nervt, noch dass ich keinen Sex mehr will, oder er mich sonstwie abstößt, ich brauche offenbar nur mehr Zeit für mich.


    Um jetzt ganz konkret zur essentiellen Frage dieses Fadens zu kommen:


    Kann das Sich-eingeengt-Fühlen der wahre Grund für die Zweifel sein? ???

    Ich bin der Meinung, dass man am Anfang nicht unbedingt ein Kribbeln braucht. Bei mir kam es dann aber doch irgendwann - beim Küssen. Bei dir war das gar nicht da, oder? Fänd ich jetzt aber auch nicht schlimm ;-)


    Und wenn du dir denkst, dass das Leben als Single nicht so übel war - könntest du dir denn vorstellen, sofort was mit nem anderen Typen zu haben oder Ähnliches (nehmen wir mal an, du hättest Schluss gemacht). Wärst du denn lieber mit ihm befreundet, anstatt ihn als Partner zu haben?


    Und ich denke, dass niemand dir die letzte Frage beantworten kann, außer dir selbst. Du verrennst dich da gerade total. Die Frage ist nicht, ob das Eingeengt-Fühlen der Grund für den Zweifel sein kann. Eigentlich gibts gar keine Frage, die du beantworten musst..sondern nur ein Bedürfnis, auf das du hören sollst. Entweder: Ich will gerne zu ihm und mit ihm zusammen sein. Oder: Ich hätte gerne Zeit für mich und will momentan gar keinen Mann oder vielleicht nen anderen.

    josie


    Ich glaube nicht, dass "er soll sich aendern" ein brauchbarer Weg ist, eure Beziehung zu retten.


    Das liegt aber nicht daran, dass es ausgeschlossen waere. Es kann sein, dass er sich aendert, gerade weil er ja auch selber was tun will. Abner ich kann mir schlecht vorstellen, dass es fuer ihn und eure Beziehung konstruktiv waere, das quasi zur Bedingung zu machen. Er soll sich, wenn er sich denn aendern will, aus eigenem Antrieb so veraendern, wie es fuer ihn am besten ist. Er soll sich nicht veraendern, weil er glaubt, es deinetwegen tun zu muessen. Das wuerdest du ja auch gar nicht wollen, oder? Es waere auf anderer Ebene eine Fortfuehrung des Problems, das du sowieso schon mit ihm hast.


    Also, wuerde ich sagen, bau deine Entscheidung ueber diese Beziehung nicht auf einer "Hoffnung auf Veraenderung" auf! Denn diesem hier stimme ich zu:

    Zitat

    Ich finde den Gedanken eigentlich schrecklich, jemanden ändern zu wollen!

    Dann lass es. Wenn er sich aendern will, kannst du ihn unterstuetzen, das schon.


    Aber mal was anderes:

    Zitat

    Denn es ist weder so dass er mich nervt, noch dass ich keinen Sex mehr will, oder er mich sonstwie abstößt, ich brauche offenbar nur mehr Zeit für mich.


    Um jetzt ganz konkret zur essentiellen Frage dieses Fadens zu kommen:


    Kann das Sich-eingeengt-Fühlen der wahre Grund für die Zweifel sein?

    Was ich mich hier frage, ist, ob du die Situation fuer dich nicht auch verbessern koenntest, ohne ihn aendern zu wollen. Wenn du glaubst, du brauchst mehr Zeit fuer dich - warum nimmst du sie dir nicht? Wenn du dich eingeengt fuehlst, verschaffe dir den Raum, den du brauchst. Dafuer musst du nicht die Beziehung veraendern.


    Oder hast du ein Problem damit, deine Ansprueche und Beduerfnisse ihm gegenueber zu formulieren und umzusetzen? Vielleicht ist es das, was du lernen musst: Dass ihm nicht nur deshalb, weil er "mehr investiert", mehr Ruecksicht von dir zusteht als umgekehrt.

    Lewian


    Den ähnlichen Gedanken hatte ich auch beim Lesen. Wieso nimmst du dir nicht die Zeit, die du brauchst - wenn du weißt, dass du Zeit für dich brauchst. Vielleicht ist auch das dein Problem. Dass du das, was du möchtest, einfach nicht ausführst und deswegen unglücklich bist. Hatte ganz vergessen, das zu erwähnen. :)z