Einladen lassen von Mittellosem?

    Moin,


    sorry für den Titel, aber ich wusste nicht, wie ich es anders ausdrücken sollte.


    Mich hat eine Person zum Essen eingeladen, die keinerlei Mittel bezieht. Diese geht nicht arbeiten und bezieht nicht einmal ALG oder Hartz. Der gute Herr wohnt bei seiner Mutter und lässt sich von dieser für ca 200€ Taschengeld im Monat finanzieren und aushalten. Die Mutter ist sehr unglücklich mit der Situation.


    Nun hat er mich zum Dank für etwas, wobei ich ihm geholfen habe, zum Essen eingeladen. Da er gut im Übertreiben ist, muss es natürlich gleich eines der schicksten Restaurants der Stadt sein. Und nicht nur ich, gleich die ganze Familie (5köpfig) ist eingeladen. Ernst gemeint ist das durchaus, denn er hat bereits reserviert.


    Nun stellt sich die Frage: Darf man sowas annehmen oder nicht?


    Ich bin der Meinung moralisch gesehen nein, denn es ist das Geld seiner Mutter, das er da ausgibt.


    Meine Family sieht das anders, es sei doch nicht unser Problem, wo er das Geld her hat.


    Jetzt bin ich im Zwispalt, tendiere aber klar zu ablehnen.


    Und wenn ich ablehne, wie erkläre ich ihm den Grund möglichst schonend? Er ist zwar in der Hinsicht Ausnutzen ziemlich maßlos, andererseits hat er auch nicht das größte Selbstbewusstsein und ich will nicht verletzend wie ein Moralapostel daherkommen mit "Das kannste dir doch gar nicht leisten".


    Meinungen bitte :)z

  • 21 Antworten

    Nee, das könnte ich auch nicht. Vor allem, wenn ich weiß, dass die Mutter das belastet!


    Andere zum Essen ausführen ist so ein Ding, was man sich leisten können muss, vor allem in der Anzahl.

    Zitat

    Und wenn ich ablehne, wie erkläre ich ihm den Grund möglichst schonend? Er ist zwar in der Hinsicht Ausnutzen ziemlich maßlos, andererseits hat er auch nicht das größte Selbstbewusstsein und ich will nicht verletzend wie ein Moralapostel daherkommen mit "Das kannste dir doch gar nicht leisten".

    Das finde ich gut von dir, dass du ihn trotzdem nicht kränken willst :)^


    Ich bin aber auch der Meinung, dass man ehrlich sein sollte.


    Vielleicht kannst du ja ein vorsichtiges: ,,Nee lass mal. Wegen mir musst du (müsst ihr) euch jetzt nicht in Unkosten stürzen." vorschieben.

    Zitat

    Nun stellt sich die Frage: Darf man sowas annehmen oder nicht?


    Ich bin der Meinung moralisch gesehen nein, denn es ist das Geld seiner Mutter, das er da ausgibt.

    Genau damit, würde ich die Absage auch begründen. Nämlich, dass du ihm geholfen hast und nicht seiner Mutter, die das Essen jetzt finanziert. Vielleicht beginnt er dann ja mal nachzudenken.

    Wenn ich wüsste das der Typ ausschließlich von ein wenig Taschengeld seiner Mutter lebt würde ich mich nicht von ihm einladen lassen.


    OK, mal 'nen Döner essen gehen, Pizza bestellen oder zu McDreck ist völlig OK wenn er mich dann einlädt. Aber ganz sicher würde ich mich und meine Familie nicht in ein gehobenes Restaurant einladen lassen wenn ich genau wüsste das letztlich seine Mutter dafür aufkommen muss und der feine Herr nicht nur groß im Ausnutzen von Freunden sondern auch im Nichtstun ist.


    Und genau so würde ich ihm das auch sagen. Freundschaft hin oder her. Aber hier nutzt er nicht nur deine/eure Hilfe aus, sondern auch noch das moralische Dilemma seiner Mutter. So ein Verhalten sollte man nicht aktiv unterstützen.


    Ich käme mir reichlich schäbig vor wenn ich wüsste das er dort auch wieder nur das Geld seiner Mutter verprasst und ich in dem Fall dann auch. Nein.

    Wie schaut den die Relation aus von Gefallen und Einladung? Ich würde es darüber begründen. "Super nett von Dir, aber das ist zuviel. Ich hab Dir den Gefallen gerne getan, wenn Du mir bei Gelegenheit mal 'nen Kaffee ausgibst reicht das vollkommen".

    ich schliesse mich dem rest an und würde die einladung auf keinen fall annehmen. am ende würde es (bei mir) nämlich darauf hinaus laufen, dass mich im restaurant derart das schlechte gewissen plagt, dass ICH die ganze rechnung zahlen würde. :=o


    und als begründung würde ich der person auch ganz klar sagen, dass ich nicht vom geld seiner mutter zum essen eingeladen werden möchte. wenn er sich revangieren möchte, dann tut es eine tafel schokolade.


    mir scheint, der herr hat ein bisschen realitätsverlust und überhaupt keinen akzeptablen bezug zu geld ":/

    Ich würde ihm kostenlise Alternativen, mit denen er sein Danke ausdrücken kann, anbieten.


    -Babysitten bei euch oder Spielplatz, falls du Kinder in passendem Alter hast


    -Gartenarbeit


    -Picknick organisieren


    Etc.


    Dann muss er selbst etwas beisteuern und das erscheint mir bei diesem Herrn sinnig😂 ]:D

    Hallo,


    ganz ehrlich, ich würde ihm sagen, das mir das echt unangenehm ist von ihm so was anzunehmen und das mir irgendwas Anderes lieber wäre, das ihn finanziell nicht belastet.


    Du klingst als würdest Du genau wissen wie seine Mutter dazu steht. Was sagt sie zu der Einladung


    Und: warum bezieht er kein ALGII? Klingt für mich alles seltsam. Warum beantragt jemand dann keine Gelder?


    Vielleicht weißt Du auch nicht die ganze Geschichte?


    LG


    Thalina

    Zitat

    Der gute Herr wohnt bei seiner Mutter und lässt sich von dieser für ca 200€ Taschengeld im Monat finanzieren und aushalten.

    Bist du sicher, dass er nicht noch verdeckte Einkommensquellen hat?


    Dennoch würde ich die Einladung nicht annehmen. Ich würde es da doch so ähnlich handhaben wie ms92 vorschlug.

    Zitat

    Er ist zwar in der Hinsicht Ausnutzen ziemlich maßlos

    Da drängt sich mir eine ganz andere Frage auf: Wieso hilfst du jemandem, der maßlos andere Menschen ausnutzt?

    Zitat

    Ich würde ihm kostenlise Alternativen, mit denen er sein Danke ausdrücken kann, anbieten.

    Super Vorschlag :)^

    Ist doch völlig wurscht ob der Bekannte insgeheim noch Geld verdient und wieso sollte man diesem Menschen nicht helfen? Was hat der TE denn mit der Finanzpolitik der Mutter seines Bekannten zu schaffen? Und wieso soll der TE sich nun hier dafür rechtfertigen? Fragen über Fragen... ":/


    -


    Aufgrund der gegebenen und dem TE bekannten Fakten würde ich die Einladung nicht annehmen mit der Begründung dass ich nix haben will, das Geld kostet, wenn ich selber keines investiert habe. Wenn er weiter nachbohrt oder darauf "besteht", würde ich ihm sagen, dass ich die Einladung nicht annehmen möchte da seine Mutter dies (mit)finanzieren muss und dass mir das unangenehm wäre. Ich würde stattdessen einen Gegenvorschlag machen: Kaffe und Kuchen bei ihm zu Hause oder sowas kostenloses, wie bereits benannt wurde.

    Wenn ich so einen Menschen als guten Freund hätte, wüsste ich über die finanziellen Hintergründe Bescheid und würde ihm das ausreden. Aber es ist schwer vorstellbar, dass ich jemand zum Freund hätte, der in meinem Altern zu Hause wohnt, nichts tut und von Mutters Almosen lebt. Schwere Krankheit als Grund mal ausgenommen.


    Ein entfernter Bekannter wäre jemand, bei dem mir das egal wäre, woher der sein Geld hat. Da empfinde ich keine Fürsorgepflicht. Ich würde maximal mal nachfragen, woher er plötzlich das Geld hat, nicht dass im Restaurant nachher keiner die Rechnung zahlen kann. Aber ich lass mich ohnehin nicht von entfernten Bekannten mit der ganzen Familie zum Essen einladen.

    @ guter rat ist teuer

    Zitat

    Ich bin der Meinung moralisch gesehen nein, denn es ist das Geld seiner Mutter, das er da ausgibt.

    Ich sehe das genauso. Wenn er für so was tatsächlich finanzielle Kapazitäten hat, sollte dieser Überschuss eigentlich unverzüglich an seine Mutter zurückfließen. Mit dem Geld anderer großzügig umzugehen ist so ziemlich das Allerletzte.


    Begründen würde ich die Absage gar nicht. Sag einfach, dass du ihm gern geholfen hast und das Ganze nicht nötig ist. Und das einfach immer wieder wiederholen. Diese Person hat offensichtlich kaum Sozialkompetenz und es ist nicht absehbar, ob du dir mit Begründungen nicht selbst ein Bein stellst.

    Zitat

    Meine Family sieht das anders, es sei doch nicht unser Problem, wo er das Geld her hat.

    Sehe ich ehrlich gesagt genauso. ":/


    Schließe mich dda123 an: auch ich würde bei der Bewertung dieser Situation zuallererst fragen, ob das Essen im schicken Restaurant eine angemessene Geste für deinen Gefallen oder ob es viel zu groß aufgezogen ist. Wenn letzteres würde ich das auch ablehnen und damit begründen (und auf eine kleinere Sache wie "mal 'n Kaffee" verweisen). Wäre ja unangenehm, jemandem z.B. mal ein Paket von der Post zu holen und dafür ein Essen im Restaurant anzunehmen.


    Woher er das Geld für das Essen hätte würde ich aber nicht als meine Sorge betrachten.