Einsam und so langsam am Verzweifeln

    Hallo :-)


    ein typischer Ausheulfaden....ich fühle mich derzeit sehr alleine und auch etwas verzweifelt.


    Ich bin seit März letzten Jahres im Homeoffice und hab so gut wie gar keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen ....mein letzter richtiger Kontakt war Mitte Dezember beim Zahnarzt :-(. Die ganze Situation ist für niemanden schön derzeit das weiß ich aber solangsam vergesse ich auch wie man wirklich mit Menschen umgeht. Beruflich telefoniere ich sehr viel mit Kunden aber das ist einfach nicht das gleiche. Ich wohne alleine und nach Feierabend merke ich regelrecht wie es mich erdrückt, da kullert auch mal eine Träne (oder mehrere). Alles was mir mal Spaß gemacht hat (zocken, zeichnen) ergibt für mich keinen Sinn mehr...seit einer Weile verbringe ich meine Wochenenden damit, sinnlos vorm PC zu hocken und dumme kleine Videos zu schauen in der Hoffnung dass ich mich besser fühle. Immerhin sehe ich nächste Woche mal meine Familie wieder - aber auch nur weil meine Oma gestorben ist und sie beerdigt wird :°(


    Freunde habe ich nicht viele - und wenn dann kann ich sie ja nicht besuchen oder ähnlich. Schreiben per Whatsapp oder so ist einfach nicht so der Bringer. Und hin und wieder kommt es vor dass ich mich nicht traue mich zu melden, entweder weil ich denke dass ich eine Last bin oder weil ich mich einfach zu lange nicht mehr gemeldet hab.


    Zu allem Überfluß habe ich auch noch ein wenig Liebeskummer :(v will nicht näher drauf eingehen, ist aber ein Kollege. Ganz dumm, ich weiß...hatte eigentlich gehofft dass es abflaut wenn ich ihn nicht mehr täglich sehe durch das Homeoffice aber Pustekuchen. Wird nicht besser! Das tolle ist ja dass ich rumheule dass nix passiert aber ich trau mich überhaupt nicht mal auf ihn zu zugehen. Es kommt mir schon relativ anmaßend vor dass ich es wagen könnte, mal auf ihn zu zugehen. Es kommt mir ein bisschen so vor als ob man an einer Klippe steht und einen großen Sprung ins ungewisse wagen möchte...man denkt sich immer "Ja ich springe" und dann zieht man doch den Schwanz ein. Ich trau mich einfach nicht und es erscheint mir wie ein Ding der Unmöglichkeit - jahrelanges Mobbing und Ablehnung in meinen Jugendjahren sei Dank :(v Hatte auch mal Onlinedating versucht tatsächlich um mich abzulenken...aber so im Nachhinein erscheint mir das nicht richtig jemand anderen zur Ablenkung zu benutzen. Und der berühmte Funken ist auch natürlich nicht übergesprungen.


    Hoffe dass ich hier in diesem Forum richtig bin, ich habs einfach mal nötig. Mir kommts vor als ob jeder jemanden zum Reden in dieser Zeit hätte nur ich nicht. Ich weiß noch nicht mal was ich mir jetzt gerade erhoffe...ich muss mich anhören wie ein echtes Häufchen Elend. Andere, da bin ich mir sicher, habens weit aus schlimmer.

    Meinungen?

  • 25 Antworten
    ZaWarudo schrieb:

    und wenn dann kann ich sie ja nicht besuchen oder ähnlich.

    Doch, eigentlich schon. Mit Abstand und so im Freien ist das kein Problem. Wie war es denn vor Corona?

    Verhueter schrieb:
    ZaWarudo schrieb:

    und wenn dann kann ich sie ja nicht besuchen oder ähnlich.

    Doch, eigentlich schon. Mit Abstand und so im Freien ist das kein Problem. Wie war es denn vor Corona?

    Man hat solange versucht einen passenden Termin zu finden bis es geklappt hat. Zudem sollte ich erwähnen, meine beste Freundin gehört zur Risikogruppe :/ da will ich sie ungerne in Gefahr bringen.

    Andere Freunde? Ich hab wenns hochkommt drei Freunde. Und die kenne ich schon seit knapp 15 Jahren...und ich kann mich doch nicht ständig an die dran hängen ":/

    ZaWarudo schrieb:

    Andere Freunde? Ich hab wenns hochkommt drei Freunde. Und die kenne ich schon seit knapp 15 Jahren...und ich kann mich doch nicht ständig an die dran hängen ":/

    Was heißt denn ständig? Aber alle 2 bis 3 Wochen mal treffen? Was spricht denn dagegen?

    Hi,


    also auch wenn man sich und andere schützen muss, ist es aber kein Grund komplett zu vereinsamen. Achte drauf, dass du die Hygienevorschriften beachtest ansonsten trifft dich doch mit deiner Freundin oder Kollegen etc. Und wenn du Angst hast, dann trage eine Maske wo ist das Problem? Deine Familie kannst du genauso besuchen gehen. Also da musst du schon etwas Eigenverantwortung übernehmen du siehst doch, dass es dir schlecht geht also gehe zu deiner Familie.


    Du könntest auf FB auch ein paar Gruppen betreten. Du magst Zeichnen und zocken da gibt es etliche Gruppen da ergibt sich bestimmt paar schöne Gespräche und auch paar Bekanntschaften. Man muss sich ja nicht gleich treffen usw. sich einfach nur austauschen hilft auch schon sehr viel.

    GreenVelvet schrieb:
    ZaWarudo schrieb:

    Andere Freunde? Ich hab wenns hochkommt drei Freunde. Und die kenne ich schon seit knapp 15 Jahren...und ich kann mich doch nicht ständig an die dran hängen ":/

    Was heißt denn ständig? Aber alle 2 bis 3 Wochen mal treffen? Was spricht denn dagegen?

    Ich hatte bereits angefragt, aber wie gesagt hatte ein Freund bereits abgelehnt - er gehört zur Risikogruppe durch eine Erkrankung und möchte erst abwarten, bis es sich halbwegs beruhigt hat. Was meine andere Freundin betrifft, sie arbeitet im Krankenhaus und hat auch eine Erkrankung. Hört sich alles wie ne dumme Ausrede an ich weiß aber wenn sie es mir doch selbst sagen dass sie aufgrund der Situation lieber verzichten dann respektiere ich das natürlich auch.


    Violetta22 schrieb:

    Hi,


    also auch wenn man sich und andere schützen muss, ist es aber kein Grund komplett zu vereinsamen. Achte drauf, dass du die Hygienevorschriften beachtest ansonsten trifft dich doch mit deiner Freundin oder Kollegen etc. Und wenn du Angst hast, dann trage eine Maske wo ist das Problem? Deine Familie kannst du genauso besuchen gehen. Also da musst du schon etwas Eigenverantwortung übernehmen du siehst doch, dass es dir schlecht geht also gehe zu deiner Familie.


    Du könntest auf FB auch ein paar Gruppen betreten. Du magst Zeichnen und zocken da gibt es etliche Gruppen da ergibt sich bestimmt paar schöne Gespräche und auch paar Bekanntschaften. Man muss sich ja nicht gleich treffen usw. sich einfach nur austauschen hilft auch schon sehr viel.

    Bin bereits in Discord angemeldet aber irgendwie fällt es mir sehr schwer Anschluß zu finden. Hab mich mein Leben lang drauf verlassen dass Leute auf mich zukommen und jetzt habe ich den Salat. Ich versuch immer mein Bestes aber irgendwie wills nicht so ganz klappen.


    Wirklich ich versuch mein Bestes...

    nimue88 schrieb:

    ich poste mal eine Erinnerung für abo und antworte dir später :)

    Dafür muss man nicht antworten. ;) Die drei Punkte in jedem Beitrag helfen dir. ;)

    Willkommen im Leben eines Singles zur Coronazeit. Darüber spricht niemand, geredet wird allgemein und offiziell immer über das Leid der armen Kinder. Singles und alte, alleinstehende Menschen haben eben keine Lobby. Ich kann dich sehr gut verstehen, da es mir ähnlich geht. Ich habe zwar sehr gut Freunde und täglich virtuell Kontakt - das ersetzt aber persönliche Unternehmungen und Treffen nicht. Zudem haben meine beiden besten Freundinnen Kinder und sind derzeit damit am rotieren. Glücklicherweise habe ich Hunde, so dass ich zumindest jeden Tag raus MUSS. Ansonsten gäbe es sicher einige Tage hintereinander, an denen ich nichtmal aufstehen würde. Wozu auch, das Laptop kann auch mit ans Bett zum Arbeiten. Mein engster Sozialkontakt ist meine Nachbarin, wir treffen uns immer mal auf ein Glas Wein. Ansonsten.... ja, keine schöne Zeit.

    So :-) homeoffice als Single ist echt noch blöder als sonst.. Ich bin auch Single und habe seit Juli 2020 keine andere Person mehr angefasst (!!) total schrecklich.


    Aber hey. Das gefährliche an der Einsamkeit ist, dass man sich noch mehr isoliert. Dabei gibt es schon immer wieder Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Sei es per Telefon, Videoanruf... Oder eben sich mit der Nachbarin zusammen setzen.. Ich quatsche auch oft einfach mit Menschen im Supermarkt, wenn sich ein Gespräch ergibt. Jedem ist während Corona bewusst geworden, wie wertvoll Kontakte sind, und wenns nur ein Schwätzchen an der Kasse ist.


    Es klingt aber so, als wäre es generell nicht so dein Ding, auf andere zuzugehen. Das könntest du doch jetzt super üben - glaub mir, es finden sich jeden Tag 5 Gelegenheiten mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Und auch wenn man nur im Homeoffice ist... Du gehst ja in den Supermarkt, zum Arzt oder so.


    Generell finde ich auch, es wird verständlicherweise viel über den Homeoffice-Alltag mit Kindern geredet. Aber Singles sind nicht wirklich Teil der Debatte - ich fühle mich auch oft wirklich einsam und es ist auch sehr langweilig.

    ZaWarudo schrieb:

    Alles was mir mal Spaß gemacht hat (zocken, zeichnen) ergibt für mich keinen Sinn mehr...seit einer Weile verbringe ich meine Wochenenden damit, sinnlos vorm PC zu hocken und dumme kleine Videos zu schauen in der Hoffnung dass ich mich besser fühle.

    Also prinzipiell verstehe ich es, das sind halt depressive Züge, Dinge die man sonst gerne macht, machen aufeinmal keine Freude mehr, erscheinen sinnlos.


    Gerade beim zocken ists ja auffällig: Das ist doch ein Hobby das man theoretisch unverändert weiterführen kann aktuell.


    Spielst Du eher alleine oder spielst Du mit anderen zusammen? Denn letzteres finde ich gar nicht schlecht als "soziales Element". Die Leute mit denen ich früher viel online spielte und ab und zu real traf, ja, da ists jetzt halt nur noch online. Es ist trotzdem eine vertraute gesellschaft, wenn man jeden Abend die Kopfhörer aufzieht und die ein oder andere Stunde die üblichen Leute im Ohr hat.


    Früher warns halt richtige competitive Games, jetzt spielen wir auch ab und zu einfach Casual Spiele bei denen man sich nebenher über alles mögliche Unterhalten kann. Wie bei nem gemütlichen Abend aufm Sofa.

    ZaWarudo schrieb:

    Bin bereits in Discord angemeldet aber irgendwie fällt es mir sehr schwer Anschluß zu finden. Hab mich mein Leben lang drauf verlassen dass Leute auf mich zukommen und jetzt habe ich den Salat. Ich versuch immer mein Bestes aber irgendwie wills nicht so ganz klappen.


    Wirklich ich versuch mein Bestes...

    Oh, hätte mal alles lesen sollen bevor ich meinen Beitrag abschicke.


    Das beantwortet meine Frage.


    In dem Fall wäre es gut, wenn Du "die aktuelle Situation" dafür nutzt, genau das zu erlernen. Du müsstest Dich halt irgendwie überwinden, mal diesen Schritt zu tun statt zu warten., dass andere Dich da "aus der Einsamkeit rausholen". Das wirst Du nicht gleich mit dem kompliziertesten schaffen (Deinen heimlichen Schwarm anzuschreiben) aber darum wärs ja gut, einfacherer, ungezwungenere Sozialkontakte zu knüpfen.


    Eigentlich ist Gaming und Discord mMn ziemlich ideal um sozialen Anschluss zu finden und das ganze zu üben, ohne das Risiko, dass Du es Dir mit irgendwem verscherzt den Du vielleicht mal wieder sehen willst (falls das Deine Angst ist?). Ich weiß nicht was Du spielst, aber bei Multiplayergames, bei denen es so ein Matchmaiking gibt, gerät man oft in Gruppen die dann in Teamspeak / Discord während der runde sprechen wollen. Und wenn man ads paar mal macht und mal in einer Gruppe ist in der es gut läuft, in der man Spaß hatte, fragt man, ob man die Tage vielleicht mal wieder spielen will. Oder man added sich ingame auf die friendlist und spielt paar Tage später nochmal.


    Ansonsten gibts ja auch diverse Sammelbecken in Discord für Interessensgleiche.


    Man muss diesen ersten Schritt mal gemacht haben, es reicht wahrscheinlich 1, 2, 3 Gamer(innen) mal angefragt zu haben, mit denen paar Runden gespielt zu haben. Irgendwann bringen die mal noch jemanden mit, dann kennt man schon wieder eine Person mehr. Oder man wird von denen auf den nächsten Discord Server geschleppt und lernt dort wieder jemanden dazu kennen. Zumindest habe ich auf diese Weise in den letzten Jahren meinen kleinen Freundeskreis nen ganzes Stück erweitert. Einfach Freunde von Freunden von Freunden. Manche irgendwann auch mal in echt getroffen, manche nicht. Aufjedenfall aber nette Leute kennengelernt mit denen man sich hier und da mal unterhält oder auch was spielt.


    Natürlich gilt da aber das gleiche wie im echten Leben, immer auch mit etwas gesundem Menschenverstand angehen. Es gibt online genausoviele ätzende Menschen wie da draußen. Aber es gibt auch viele nette Menschen.