[Fortsetzung]


    Was mir aufgefallen ist, dass du sehr lange immer noch mitfühlend mit ihm warst. Das geht mir nicht so. Irgendwann ist alle Sympathie erloschen und ich mag dann nicht mehr länger Rücksicht auf den anderen nehmen, der das mir gegenüber seinerseits in keinster Weise tut. Ich kann sehr nett aber auch meinerseits sehr kalt sein bzw. meine Empathie(bereitschaft) abschalten im Zweifel; das ist nicht das Problem.

    Zitat

    Daraufhin musste ich dann zunächst wochenlang aushalten, dass er mich trotzdem immer wieder kontaktierte, manchmal bettelnd, oft mit Vorwürfen (was ich ja alles verstand, aber wem half das denn?!). Ich wollte so gern darauf antworten, mich manchmal erklären oder rechtfertigen, ihm Mut machen oderoderoder, aber ich zwang mich dazu, es sein zu lassen. Bringt nix, Juli. Bringt einfach gar nix. Ist für ihn und dich das Beste, den Kontakt einzustellen!


    Nach ein paar Wochen dann wurden seine Meldungen dann wirklich seltener - aber aufgehört haben sie bis heute (nach fast DREI Jahren!) tatsächlich nicht. Ich bekomme trotzdem zu meinem Geburtstag, zu Weihnachten, manchmal auch einfach so zwischendrin eine Nachricht "Hallo! Wie geht's dir? Man sieht dich ja gar nicht mehr... ;-) " oder so - und fühle mich dann noch immer irgendwie schlecht dabei. Als wäre ich verantwortlich für etwas, was ich doch durch ganz große Ehrlichkeit und unzweifelhafte Worte hatte vermeiden wollen.

    Urgh, das ist ja mal ein "Herzchen" aka Arschloch.


    Falls er nur deine Handynr. hat, würde ich den sperren - und falls das per Email kommt von der gleichen Adresse, den Spamfilter die Arbeit übernehmen lassen. Aber immerhin gut, dass er offenbar keine anderen Möglichkeiten hat, dich zu kontaktieren.


    Evtl. magst du ja auch deine Nr. oder Emailadresse wechseln. Ist aber immer eine Abwägungsfrage.


    Dann wünsche ich dir, dass du möglichst bald deine Ruhe hast vor dieser Klette/Nervensäge.

    @ Polarfuchs

    Das Bild, das du jetzt gezeichnet hast, macht mir dein Problem deutlicher. Ich war da auf einer anderen Schiene. Dass die beiden dich als ihre feste Freundin bei anderen nennen - heftig. Das ist schon irgendwie... sehr verzweifelt. Ich tue mich mit so Begriffen wie "normal" und "unnormal" immer schwer, aber ich finde das Verhalten höchst übergriffig und irgendwie auch gefährlich. Gerade, wenn du sagst, dass Ersteres dir nach einem Kontaktabbruch auch schaden wollte. Es ist auf jeden Fall verstänndlich, dass du solche Kontakte dann nicht um dich haben willst.


    Auch, dass du Männer meidest, die noch nie eine Freundin hatten und allgemein keine Freunde, kann ich verstehen. Vermutlich wird es auch hier eine Zahl an Männer geben, die bisher einfach nur Pech hatten. Da du da aber bisher auch sehr viel Pech hattest, kann ich verstehen, wenn du das so nicht mehr willst.


    Du brauchst mein Verständnis da ja auch nicht, aber vielleicht hilft es dir, wenn du siehst, dass das auch nach außen hin klar wird.


    In deinen ersten Beiträgen hast du dich ja mehr auf den freundschaftlichen/bekanntschaftlichen Teil konzentriert, aber in dem folgenden dann ja auch auf die Beziehunsschiene. Und das ist auch aus meiner Sicht nicht mehr nur... hm... etwas unbeholfen... sondern wirklich manipulativ. Leider.


    Trotzdem kannst du auch hier Grenzen setzen.


    Ich freue mich für dich, dass du es geschafft hast, den Kontakt abzubrechen, und wünsche dir, dass sich da alles in Wohlgefallen auflöst :)* !

    Ja, finde das eben auch schwierig zu erklären.


    Bei Frauen hatte ich das nur einmal so ähnlich, weil die auch so "verzweifelt" ??ist ein echt guter Begriff dafür?? nach Freundschaften gesucht hat und unter anderem mich dazu ausgesucht hatte, obwohl ich nicht wollte, und unter Vorwänden privaten Kontakt gesucht hat. Da lief das aber weitaus harmloser ab, war aber auch nicht toll. Bei der habe ich das erste Mal harte Grenzen ziehen müssen in einem Kontakt, danach war sie zum Glück tödlich beleidigt und hat von sich aus keinen Kontakt mehr gesucht. Beruhigenderweise hatte eine spätere enge Bekannte mit der das gleiche Problem, wie sich Jahre später mal herausgestellt hat.


    Die Gemeinsamkeit von allen Dreien (den beiden Männern und der Frau) war, dass die irgendwie wohl nie gelernt haben, wie man "normalerweise" Kontakte aufbaut und das dann mit untauglichen Mitteln übers Knie zu brechen versuchen (und sich wundern, warum sie weiterhin sozial einsam sind).

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    Vermutlich wird es auch hier eine Zahl an Männer geben, die bisher einfach nur Pech hatten.

    Daran kann ich nicht mehr so recht glauben. In gewissen Sinne haben die drei bspw. alle Pech gehabt im Leben und vermutlich schlechte Erfahrungen gemacht mit Mitmenschen; bei der Frau weiß ich, dass sie mal gemobbt worden ist von Mitschülern als Jugendliche und die Neigung hatte, sich auch im Hier und Heute schnell veräppelt zu fühlen. Bei harmlosen Verhalten von Mitmenschen, die sie dann beschimpft hat. Außerdem war sie extrem stark geschminkt und "aufgestylt" und hat nicht bemerkt, dass das eher merkwürdig rüberkam. Deshalb haben die anderen sie von vorneherein gemieden während ich so dumm war, sie normal wie jeden anderen auch zu behandeln und eben entsprechend auch höflich bis freundlich zu sein. Das ist echt so ein Manko von mir gewesen; zu naiv eben.

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    Trotzdem kannst du auch hier Grenzen setzen.

    Solche Leute gar nicht erst kennenzulernen, erscheint mir als die beste Grenze. Gar nicht erst auf deren Radar auftauchen - und mehr Vorurteile pflegen, die haben nämlich einen wahren Kern.

    Ich meine... irgendwie können die es dir ja auch nicht so wirklich recht machen, oder ;-) ?


    Die, die deine Abgrenzung akzeptiert hat, war "tödlich beleidigt", und die, die es nicht akzeptieren, machen es auch falsch.


    Ich finde das gerade ziemlich... respektlos und abwertend diesen Menschen gegenüber. Und Vorurteile stimmen nun mal in den seltensten Fällen. Natürlich tut man gut daran, sie zu bemerken und sie zu hinterfragen. Ihnen kritiklos zu folgen finde ich aber genauso... wenig sozial verträglich und kompetent, wie Grenzen erst gar nicht zu respektieren. Wobei die "tödlich beleidigte" deine Grenzen ja wohl respektiert hat. Wurdest du denn früher gemobbt oder schminkst dich zu stark ;-) ? Vielleicht hast du ja auch zu wenig Haarspray in den Haaren oder zu hohe Schuhe an und wirst daher geschnitten. Das ist der Grund, warum ich mit dieser Einstellung wenig anfangen kann - jeder hat irgendetwas an sich, was man auf den ersten Blick scheiße finden kann. Und wenn du damit 3 Mal einen Griff ins Klo getätigt hast, ist das schade, das macht es aber sicher zu keiner Grundregel.


    Und du schreibst ja auch - neben dem Fakt, dass besagte Männer über eure Beziehung gelogen haben und sich ein Luftschloss aufgebaut haben - dass du es als Belästigung empfindest, wenn sich jemand 2 - 3 x im Jahr meldet. Für die meisten Menschen ist diese bloße Frequenz eben keine Belästigung und das ist dann auch kein "übers Knie brechen". Deswegen weiß ich auch nicht, inwiefern besagte Frau irgendetwas übers Knie gebrochen hat.


    Kann mir ja im Prinzip auch wurscht sein, aber - wie gesagt - es ist sicher auch genauso wenig sozial kompetent, andere so stark vorzuverurteilen aufgrund von ihrer Geschichte oder ihrem Aussehen und sie als "Kletten" zu sehen und abzuwerten, weil sie sich alle paar Monate mal melden.


    Trotzdem ist es gut, Grenzen zu setzen, aber ich verstehe noch immer nicht, was an einem (respektvollen!), "Nein, danke.", und die Person dann eben nicht mehr weiter beachten, so schwierig ist.


    Ich habe daher immernoch den Eindruck, dass es dir schwer fällt, dich abzugrenzen. Und daher suchst du jetzt nach Gründen, warum die anderen ganz große Idioten waren, und du dich in Zukunft gegenüber - oberflächlich gesehen - ähnlichen Fällen gleich im Voraus abgrenzt. Kann man so machen, wie gesagt. Aber neben dem Fakt, dass du damit sicherlich einigen Menschen Unrecht tun wirst, wird es bestimmt auch Menschen geben, die diesem Suchraster nicht entsprechen und trotzdem Idioten sein werden. Und dann musst du auch Grenzen setzen können, wenn es so weit ist, weil du es ihnen im Voraus eben nicht angesehen hast.

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    irgendwie können die es dir ja auch nicht so wirklich recht machen, oder ;-) ?

    Doch, indem sie mich einfach wieder in Ruhe lassen, sobald sich herausstellt, dass kein Interesse besteht.


    Mit dem tödlich beleidigt meinte ich ihre direkte Reaktion auf meine Mitteilung, dass ich die AG mit ihr nicht fortsetzen möchte und an keinem privaten Kontakt interessiert bin. Habe ich nicht ganz wortwörtlich so geschrieben, aber schon direkt genug, nachdem alle subtileren, schonenderen Signale übergangen worden sind. Für sie war das wohl zu direkt und sie hat mich dann das 2. Mal beschimpft. Das 1. Mal war, weil sie aufgrund ihrer Mobbing-Vergangenheit etwas missverstanden hat. Deshalb weiß ich das ja auch. Hat sie übrigens ziemlich genauso auch mit der Bekannten, die in ihren Kennenlernfokus geraten ist, anderen so gemacht; die wurde auch beschimpft ohne zu wissen, was sie gemacht hat.


    Dass sie mich danach in Ruhe gelassen hat, fand ich gut. (Tödlich beleidigt ist nur schlecht, wenn das wie bei dem 1. Typen dazu führt, dass der auf Rache aus ist, weil er denkt, dass ein Frau ihn nicht abweisen darf. Wobei der zu feige war, ernsthaft was zu machen.)

    Zitat

    Vielleicht hast du ja auch zu wenig Haarspray in den Haaren oder zu hohe Schuhe an und wirst daher geschnitten.

    Komischerweise bin ich in Gruppen eher beliebt, auch in neuen Gruppen, obwohl ich auch nicht weiß warum und eher einzelgängerisch und introvertiert bin. Komme so an sich mit den meisten gut aus auf small talk Ebene (was ja auch keine Kunst ist).

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    dass du es als Belästigung empfindest, wenn sich jemand 2 - 3 x im Jahr meldet

    Das ist ein bisschen sehr verkürzt, findest du nicht? Es kommt ja auf den Inhalt dieser solcher Meldungen an und auf die Intention dahinter bzw. wer sich meldet.


    Was stimmt ist, dass ich mich schnell ungut in Beschlag genommen fühle durch sowas und sensibel bzgl. Grenzüberschreitungen bin, auch wenn das subtile Überschreitungen sind, die andere Menschen bei sich evtl. eher hinzunehmen bereit sind. (Wenn mich Menschen, mit denen ich mich wirklich gut verstehe regelmäßig kontaktieren fühle ich mich dagegen nicht ungut in Beschlag genommen. Halte ich aber für kein Mysterium, sondern schätze, das geht vielen ähnlich.)


    Die Frau hat sich so ziemlich jeden Tag an der Uni gemeldet bzw. mich angesprochen und hatte die gleiche Buslinie und die gleiche allgemeine AG, da wir den gleichen Studiengang und die gleichen Vorlesungen hatten (in dem anderen Beitrag ging es um eine private AG mit ihr, zu der sie mich überredet hat - und nein, dass ich die private AG mit ihr ausprobiert hatte, fällt in meinen eigenen Verantwortungsbereich.) ... Die anderen aus unserem Studiengang haben sich mit ihr größtenteils gar nicht erst unterhalten small talkmäßig. Die waren eben schlauer/weitsichtiger als ich.

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    Trotzdem ist es gut, Grenzen zu setzen, aber ich verstehe noch immer nicht, was an einem (respektvollen!), "Nein, danke.", und die Person dann eben nicht mehr weiter beachten, so schwierig ist.

    Weil das "Nein, danke nicht" reicht und es erst das "Hau ab!" sein muss und selbst dann wird sich noch beklagt und Terror gemacht. Das ist das, was mich stört. Bei allen anderen Menschen war "Nein, danke" dagegen nie ein Problem und wurde auch so verstanden.


    Diese drei speziellen Menschen habe ich übrigens nicht als Jugendliche, sondern erst später im Studium kennengelernt (neben vielen ganz normalen Menschen). Fing immer harmlos an, z. B. weil sie mich angesprochen haben mit allgemeinen Unifragen und sich daraus ein small Talk-Gespräch ergeben hat. Ich denke aber im Nachinein, dass ich da schon hätte abweisender reagieren sollen. Das meine ich mit der Grundfreundlichkeit (und Hilfsbereitschaft), die ich mir abgewöhnen sollte. Bin mir nämlich sicher, dass sich sowas da schon filtert. Beim ersten Kontakt/der ersten Kontsktaufnahme.

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    Und daher suchst du jetzt nach Gründen

    ich überlege eher, wo der blinde Fleck bei mir ist, dass ich das bei denen nicht direkt beim ersten Kontaktversuch oder kurz danach erkannt habe, sondern auch noch freundlich reagiert habe. Diesbzgl. möchte ich eben meine interne Firewall updaten. Das ist nämlich ein Sicherheitsrisiko, falls mal tatsächlich gefährliche Personen es versuchen. Die haben ja ebenfalls keinen Stempel.


    Als "Idioten" sehe ich sie übrigens nicht.

    Zitat

    Als "Idioten" sehe ich sie übrigens nicht.

    also mit Ausnahme des 1. männlichen Kontaktes.


    Bei der Frau und diesem 2. männlichen Kontakt ist es eher gemischt, weil ich mit denen keine guten Erfahrungen verknüpfe und die andererseits in gewisser Weise "arme Säue" sind (nicht abwertend gemeint); bei denen ist eben einiges scheiße gelaufen im Leben und ohne das wären die vermutlich sogar nette und nicht übergriffige Menschen.


    Wobei das auch für den 1. männliche Kontakt gilt; der wurde z. B. von seinem kriminellen, gewaltbereiten Bruder verprügelt und kleingehalten während seine Eltern sich vorwiegend um die schwerbehinderte Schwester gekümmert haben. Für den und den 2. männlichen Kontakt hatte ich ursprgl. am meisten Mitgefühl bzw. habe ich intuitiv das Warum bei ihnen in ihren auch problematischen Verhaltensweisen verstanden und was deren Grundbedürfnisse gewesen sind; das geht irgendwie automatisch, wenn ich das nicht bewusst abschalte. Ich glaube das ist aber mehr ein automatisiertes Sich-in den anderen Reindenken und weniger ein Mitfühlen. Bei der Frau hatte ich das am wenigsten, sicher auch, weil sie sehr schnell übergriffig geworden ist während die beiden Herren zunächst betont respektvoll aufgetreten sind und vorgegeben hatten, meine mitgeteilten Grenzen zu akzeptieren und auf schüchtern gemacht haben und mir viel erzählt haben an persönlichen Dingen (was auch daran liegt, dass ich da zum Zuhören neige. Das ist etwas, was ich danach nicht mehr getan habe bei quasi "Fremden".).

    Ich möchte Polarfuchs recht geben - genau so habe ich es mit dem besagten Mann auch erlebt. Nicht genannt sind in dieser ganzen Diskussion ja bislang die Bekanntschaften, bei denen sich ein nicht-gewünschter-Kontakt oder einfach eine sich nicht einstellende Sympathie ganz harmlos wieder von selbst verläuft... sozusagen in einer Unterart von beiderseitigem Einverständnis, etwa: Sie denkt "Nee, den mag ich doch nicht (mehr). Ich ziehe mich jetzt zurück." und Er denkt "Sie will wohl nicht. Naja. Schade. Blöd. Aber dann eben nicht." Fertig. Aber es gibt anscheinend Menschen, die diese auseinander driftenden Wünsche nicht erkennen können oder wollen. Dann (!) wird's ein Problem, denn man hat ja schon oft mehrfach "Nein, danke." gesagt, und selbst deine vorgeschlagene Nichtbeachtung beendet den Kontakt dann nicht sofort, sondern bringt einen erstmal in eine Rechtfertigungs-, manchmal auch Eigenschutzposition. Daher kann ich inzwischen gut verstehen, dass man dann etwas krasser in seinen Verhaltensweisen wird, als man es ursprünglich instinktiv getan hätte.

    Auch da möchte ich die TE nochmal bekräftigen: rein logisch betrachtet hört sich das nach nix an. Ist ja auch nix. Tut einem nicht körperlich weh, bedroht nicht die Existenz (also im Falle von Polarfuchs und mir - es mag da auch andere geben). Trotzdem ist das etwas, was ich mir ausdrücklich verbeten habe, und wenn es dann trotzdem, ohne Zusammenhang, also auf gruselige Weise unberechenbar geschieht, bleibt da auch immer ein kleiner Hintergrundgedanke bei mir zurück. Was genau verspricht er sich davon? Er muss doch irgendwas immer noch nicht verstanden haben und glaubt, diese Kontakterhaltung führe letztendlich irgendwohin. Aber wohin denn bloß? Es zeigt mir damit jedes Mal auf's Neue, dass da anscheinend ein Mensch ist, der mich als Teil seines Lebens begreift, obwohl ich mich aufs Deutlichste davon distanziert habe. Und ich fühle mich unwohl dabei, dass er mich immer wieder daran erinnert. Das ist der springende Punkt.


    ______


    Ganz davon abgesehen finde ich allerdings auch, Polarfuchs, dass deine letzten zwei, drei Beiträge ein bisschen arg "Draufhauen" ;-) Man spürt deinen Ärger zwischen den Zeilen - nachvollziehbar, wenn man sich mal auskotzen will. Ging mir manchmal auch so. Aber ich finde es schon wichtig - auch durch solche für mich unangenehmen Erfahrungen - dass man darin immer etwas über Menschen lernt. Darüber, dass eben alle (!) verschieden sind. Manche sogar "verschiedener" als andere ;-D aber deswegen kann man dabei noch lange nicht in "falscher" oder "richtiger als andere" unterscheiden, jedenfalls ist das meine Meinung.

    Ehrlich gesagt: Eigentlich wollte ich nur hierauf hinaus:

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    Ganz davon abgesehen finde ich allerdings auch, Polarfuchs, dass deine letzten zwei, drei Beiträge ein bisschen arg "Draufhauen" ;-) Man spürt deinen Ärger zwischen den Zeilen - nachvollziehbar, wenn man sich mal auskotzen will. Ging mir manchmal auch so. Aber ich finde es schon wichtig - auch durch solche für mich unangenehmen Erfahrungen - dass man darin immer etwas über Menschen lernt. Darüber, dass eben alle (!) verschieden sind. Manche sogar "verschiedener" als andere ;-D aber deswegen kann man dabei noch lange nicht in "falscher" oder "richtiger als andere" unterscheiden, jedenfalls ist das meine Meinung.

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    Aber ich finde es schon wichtig - auch durch solche für mich unangenehmen Erfahrungen - dass man darin immer etwas über Menschen lernt. Darüber, dass eben alle (!) verschieden sind. Manche sogar "verschiedener" als andere ;-D

    Das wußte ich vorher schon, dafür hätte ich diese Menschen nicht kennenlernen müssen.

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    aber deswegen kann man dabei noch lange nicht in "falscher" oder "richtiger als andere" unterscheiden

    Das sehen wir eben unterschiedlich. Für mich verhält sich z. B. jemand wie der 1. männliche Kontakt, der die Einstellung vertritt und an seinen Mitmenschen auslebt, dass eine Frau ihn nicht abzuweisen hätte, falsch und derjenige ist für mich ein "Idiot"; egal, ob ich die Hintergründe, die bei ihm zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürften kenne und nachvollziehen kann oder nicht. Ähnlich, wenn jemand sonstwie eine belastende Vergangenheit hat (z. B. Mobbing). Das erklärt späteres Verhalten, entschuldigt es aber nicht.


    Was ich persönlich nicht verstehe ist, warum ausgerechnet von den Personen, die von diesen Leuten betroffen gewesen sind, eine neutrale Haltung und Verständnis erwartet werden. Ich mag dafür kein Verständnis haben und meinerseits dann aber zu 100 Prozent fair und differenziert zu denen sein müssen und mich über diese Leute nur neutral oder nett äußern müssen. Könnt ihr dann ja unfair finden von mir - ist euer gutes Recht. Wir sehen das eben unterschiedlich.

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    Doch, indem sie mich einfach wieder in Ruhe lassen, sobald sich herausstellt, dass kein Interesse besteht.

    Ja, das kann ich verstehen. Ist halt immer die Frage, wann sich das herausstellt. Magst du mal ein Beispiel für deine subtilen Signale liefern?

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    Mit dem tödlich beleidigt meinte ich ihre direkte Reaktion auf meine Mitteilung, dass ich die AG mit ihr nicht fortsetzen möchte und an keinem privaten Kontakt interessiert bin. Habe ich nicht ganz wortwörtlich so geschrieben, aber schon direkt genug, nachdem alle subtileren, schonenderen Signale übergangen worden sind. Für sie war das wohl zu direkt und sie hat mich dann das 2. Mal beschimpft. Das 1. Mal war, weil sie aufgrund ihrer Mobbing-Vergangenheit etwas missverstanden hat. Deshalb weiß ich das ja auch. Hat sie übrigens ziemlich genauso auch mit der Bekannten, die in ihren Kennenlernfokus geraten ist, anderen so gemacht; die wurde auch beschimpft ohne zu wissen, was sie gemacht hat.


    Dass sie mich danach in Ruhe gelassen hat, fand ich gut. (Tödlich beleidigt ist nur schlecht, wenn das wie bei dem 1. Typen dazu führt, dass der auf Rache aus ist, weil er denkt, dass ein Frau ihn nicht abweisen darf. Wobei der zu feige war, ernsthaft was zu machen.)

    Natürlich ist eine Mobbing-Vergangenheit kein Grund, andere zu beleidigen. Aber es ist im ersten Moment auch kein Grund, jemanden zu schneiden. Im Moment klingt das halt so:


    Die Frau würde früher mal gemobbt und schminkt sich zu stark und auch heute schneidet sie jeder. Das klingt erstmal einfach total traurig. Dass sie ihr Umfeld dann beleidigt, ist natürlich kacke, und da darf man dann auch Abstand nehmen. Aber irgendwo verstehen kann ich es schon.


    Allerdings gibt es ja auch hier kein Beispiel, vielleicht stelle ich mir etwas anders vor, als tatsächlich passiert ist.

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    Das ist ein bisschen sehr verkürzt, findest du nicht? Es kommt ja auf den Inhalt dieser solcher Meldungen an und auf die Intention dahinter bzw. wer sich meldet.

    Ich hatte daher ja auch geschrieben - abgesehen von diesem Spielchen, was die Jungs da trieben. Es klang für mich schon so, als wäre die bloße Frequenz schon eine Belästigung für dich. Anscheinend war das ein Missverständnis?

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    Was stimmt ist, dass ich mich schnell ungut in Beschlag genommen fühle durch sowas und sensibel bzgl. Grenzüberschreitungen bin, auch wenn das subtile Überschreitungen sind, die andere Menschen bei sich evtl. eher hinzunehmen bereit sind. (Wenn mich Menschen, mit denen ich mich wirklich gut verstehe regelmäßig kontaktieren fühle ich mich dagegen nicht ungut in Beschlag genommen. Halte ich aber für kein Mysterium, sondern schätze, das geht vielen ähnlich.)

    Ah, okay, hat sich gerade geklärt. Das klang vorhin einfach anders. Vielleicht kannst du hier und da ein paar mehr Beispiele (können ja auch verfremdet sein) einbauen. Dann kann zumindest ich mir ein umfassenderes Bild machen.

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    Die Frau hat sich so ziemlich jeden Tag an der Uni gemeldet bzw. mich angesprochen und hatte die gleiche Buslinie und die gleiche allgemeine AG, da wir den gleichen Studiengang und die gleichen Vorlesungen hatten (in dem anderen Beitrag ging es um eine private AG mit ihr, zu der sie mich überredet hat - und nein, dass ich die private AG mit ihr ausprobiert hatte, fällt in meinen eigenen Verantwortungsbereich.) ... Die anderen aus unserem Studiengang haben sich mit ihr größtenteils gar nicht erst unterhalten small talkmäßig. Die waren eben schlauer/weitsichtiger als ich.

    Hm... Ihr habt euch also eh jeden Tag gesehen und da hat sie dich angesprochen? Weil sie dachte, ihr versteht euch gut?


    Ich kann mir da, ehrlich gesagt, immernoch kein umfassendes Bild machen und sage daher lieber erstmal nichts dazu.

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    Weil das "Nein, danke nicht" reicht und es erst das "Hau ab!" sein muss und selbst dann wird sich noch beklagt und Terror gemacht. Das ist das, was mich stört. Bei allen anderen Menschen war "Nein, danke" dagegen nie ein Problem und wurde auch so verstanden.

    Ah, ich verstehe. Wie äußerst du denn dein "Nein, danke."?

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    Diese drei speziellen Menschen habe ich übrigens nicht als Jugendliche, sondern erst später im Studium kennengelernt (neben vielen ganz normalen Menschen). Fing immer harmlos an, z. B. weil sie mich angesprochen haben mit allgemeinen Unifragen und sich daraus ein small Talk-Gespräch ergeben hat. Ich denke aber im Nachinein, dass ich da schon hätte abweisender reagieren sollen. Das meine ich mit der Grundfreundlichkeit (und Hilfsbereitschaft), die ich mir abgewöhnen sollte. Bin mir nämlich sicher, dass sich sowas da schon filtert. Beim ersten Kontakt/der ersten Kontsktaufnahme.

    Und wie sollen Leute dann mit dir in Kontakt kommen, wenn du direkt abweisend bist?

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    ich überlege eher, wo der blinde Fleck bei mir ist, dass ich das bei denen nicht direkt beim ersten Kontaktversuch oder kurz danach erkannt habe, sondern auch noch freundlich reagiert habe. Diesbzgl. möchte ich eben meine interne Firewall updaten. Das ist nämlich ein Sicherheitsrisiko, falls mal tatsächlich gefährliche Personen es versuchen. Die haben ja ebenfalls keinen Stempel.


    Als "Idioten" sehe ich sie übrigens nicht.

    Hm... wie ich ja schon sagte: Ich denke nicht, dass man da im Voraus filtern kann. Deswegen wäre es ja so interessant zu wissen, wie du deine Grenzen normalerweise zeigst.

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    Das wußte ich vorher schon, dafür hätte ich diese Menschen nicht kennenlernen müssen.

    Naja... im Moment vertrittst du ja eher die Ansicht, dass man Menschen aufgrund weniger Parameter in Schubladen stecken kann. Oder habe ich das falsch verstanden?

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    Das sehen wir eben unterschiedlich. Für mich verhält sich z. B. jemand wie der 1. männliche Kontakt, der die Einstellung vertritt und an seinen Mitmenschen auslebt, dass eine Frau ihn nicht abzuweisen hätte, falsch und derjenige ist für mich ein "Idiot"; egal, ob ich die Hintergründe, die bei ihm zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürften kenne und nachvollziehen kann oder nicht. Ähnlich, wenn jemand sonstwie eine belastende Vergangenheit hat (z. B. Mobbing). Das erklärt späteres Verhalten, entschuldigt es aber nicht.

    Ist ja auch legitim. Wer wird schon gerne beleidigt und bedrängt? Allerdings habe ich eben immernoch keine Vorstellung davon, wie sowas genau abläuft.

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    Was ich persönlich nicht verstehe ist, warum ausgerechnet von den Personen, die von diesen Leuten betroffen gewesen sind, eine neutrale Haltung und Verständnis erwartet werden. Ich mag dafür kein Verständnis haben und meinerseits dann aber zu 100 Prozent fair und differenziert zu denen sein müssen und mich über diese Leute nur neutral oder nett äußern müssen. Könnt ihr dann ja unfair finden von mir - ist euer gutes Recht. Wir sehen das eben unterschiedlich.

    Hm... Also ich handle so, weil ich es selbst fair finde und ich gerne fair bin. Ich mag es auch, Grenzen zu ziehen, und dabei fair und differenziert zu bleiben. Ein Verhalten nicht zu mögen und Menschen, die dieses Verhalten an den Tag legen, nicht um sich haben zu wollen - dazu braucht es eben meiner Meinung nach keine undifferenzierten Urteile. Das reicht doch völlig.

    Dass mehr Beispiele hilfreich wären, verstehe ich. Aber diese beiden Kontakte (die Frau und der 1. männliche Kontakt) sind jetzt schon eine Weile her. Mindestens zwei Jahre. Und dass mit dem 2. männlichen Kontakt sollte sich auch erledigt haben. Ich möchte das auch nicht wieder komplett hervorkramen und denen so viel Raum und Gedanken geben.


    Zumal ich bezweifle, dass es etwas nützt, wenn man schriftlich versucht deren Verhaltensweisen und was genau alles wie gelaufen ist, zu beschreiben. Da würde ich alleine für die Frau für eine einzelne Situation von mehreren schon eine Seite brauchen. Ein bisschen habe ich dazu was geschrieben, weil ich dachte, das wäre ausreichend, um das besser zu verstehen, dass es mir nicht um kontaktsuchende Menschen ging, die sich bloß etwas ungeschickt verhalten haben oder um irgendwelche Missverständnisse

    , sondern um sozial "auffälliges Verhalten" (wahrscheinlich ist das mit dem sozial auffällig immer noch nicht diplomatisch genug ausgedrückt für den ein oder anderen hier).


    Mir scheint, dadurch entstehen aber allenfalls Missverständnisse; bei der Frau war z. B. der Punkt mit ihrem Make-Up anders gemeint von mir, als hier rübergekommen ist. Ich meinte damit nicht, dass man stark geschminkte Frauen meiden soll, sondern dass konkret bei dieser Frau das Äußere bereits auffällig war auf eine Art, bei der man kein Psychologe o. Ä. sein muss, um innezuhalten und besser auf Abstand zu bleiben, weil diese Frau irgendwelche Probleme zu haben scheint (das lässt sich einfach wirklich schwer beschreiben; betrifft auch ihre gesamte Aufmachung + ihr Gesamtverhalten (Körpersprache, Mimik, Gestik, Stimme usw.). (Ja, das ist jetzt wieder nicht neutral und nett beschrieben, aber ich weiß auch wirklich nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.)


    Wer was wann als aufdringlich, distanzlos, klettend oder mehr oder weniger subtil übergriffig empfindet, variiert natürlich von Mensch zu Mensch. Aber es gibt da schon gewisse Verhaltensweisen, bei denen sich die meisten hier sozialisierten Menschen diesbzgl. einig sind. Gibt natürlich auch immer Einzelmeinungen, die selbst bei beginnenden Stalking finden, dass der Verfolgte sich doch darüber freuen soll, dass sich da jemand so für den Verfolgten interessiert. (Und nein, mit Stalking hatten alle drei Kontakte nichts zu tun; das wäre ja noch "schöner".)

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    im Moment vertrittst du ja eher die Ansicht, dass man Menschen aufgrund weniger Parameter in Schubladen stecken kann.

    Ich meine eigentlich ganz genau ausgedrückt, dass man öfter einfach auf seinen "Instinkt"/seine Intuition hören sollte anstatt zu vermeiden, Vorurteile nicht zu pflegen. Und dass an Vorurteilen auch etwas dran ist (muss ja nicht sein, dass das Vorurteil voll zutrifft und stimmt, aber für bestimmte Rückschlüsse schon, z. B., von wem ich mich besser direkt fernhalten sollte bzw. wen ich mir fernhalten sollte.)


    Mit dem Thread hatte ich zwei Anliegen:


    Einmal konkret eine gute Formulierung zu finden, um den 2. männlichen Kontakt zu beenden ohne dass der sich zu gekränkt fühlt. Und das Zweite, wer sowas noch kennt. Das erste Anliegen ist erledigt; nochmal vielen Dank dafür an alle für eure Ideen dazu.


    Wie man Grenzen frühzeitig zieht und was ich z. B. rückblickend hätte anders machen können beim Kennenlernen dieser drei Leute, weiß ich. Das habe ich seinerzeit für mich analysiert und ist mir danach auch nicht wieder passiert. (Davor übrigens auch nicht). Der 3. Kontakt war eben noch so ein "Überbleibsel" aus der Vergangenheit. Das ist aber nun zum Glück erledigt.

    Ja, verständlich, dass du das nicht wieder hochholen willst. Dann ist die Diskussion ja aber tatsächlich müßig, wenn man sich nicht darüber unterhalten kann, was "Stalking", "häufiger Kontakt", "auffälliges Verhalten" etc. sind. Ich finde das auch nicht undiplomatisch; ich kann mir nur nichts Konkretes darunter vorstellen. Meiner Erfahrung nach - die bescheiden sein mag, so wie von jedem mehr oder auch weniger - gibt es da eben nicht so viel Konsens, wenn man nicht klarmacht, was man meint. Unter "übergriffig" versteht halt doch jeder etwas anderes.


    Auf seinen Instinkt zu hören ist immer richtig, aber Vorurteile und Instinkt sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Das eine ist ein Bauchgefühl ohne äußeren Anlass und das andere ist eine Angst, die im Kopf entsteht, und einen fehlleiten kann.


    Da du deine Antworten ja aber gefunden hast, müssen wir darüber auch nicht weiter diskutieren. Ich kann bei den jetzigen Infos nur halt nicht so viel dazu sagen, wollte aber immerhin da lassen, dass man sich das mit den Vorurteilen überlegen sollte...


    LG

    Ich meine die hier aufgeführten Verhaltensweisen:


    (Mit Partner ist dabei der jeweilige Interaktionspartner gemeint)

    Zitat

    - Erzwingen von sozialen Interaktionen ohne zureichenden Rapport, d. h. ohne emotionale Abstimmung mit dem Partner, eventuell sogar über explizite Zurückweisungen hinweg


    - Kontaktsuche ohne kritische Beurteilung von sozialer Erwünschtheit, sozialer Nähe und sozialen Strukturen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Distanzlosigkeit


    Irgendwie fehlt eben das "soziale Gespür" oder wie man das nennen will. Gründe dafür wurden ja hier schon genannt.