• Enddreißiger ohne Führerschein, Auto und eigener Wohnung

    mal ne Fragen an die Damen hier könntet ihr euch eine Beziehung zu einem Mann vorstellen der mit Ende 30 in ner WG lebt und keinen Führerschein oder Auto hat, einen ehemaligen Dauerstudenten mit unsicheren Einkommen und fast mittellos ?
  • 164 Antworten
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    Dieses "finanzielle auf deinem Niveau"-sein hat aber meistens ganz handfeste Gründe, die auch charakterlich bedingt sein können.

    Klar kann es das sein muss aber nicht, es gibt ja doch genug Bereiche in denen man erfolgreich sein kann und zielstrebig ist und begeistert und trotzdem nicht viel verdient, beispielsweise Wissenschaft, wurde hier ja schon kurz angedeutet und dazu gabs auch mal nen Thread wo eine TE nicht glauben konnte, dass jemand (ihr Freund) mit nem Doktortitel an der Uni mal gerade 1100 euro netto hat und das ist für Doktoranden schon ganz normal und fast noch viel und selbst viele wissenschaftliche Mitarbeiter mit nem Doktortitel verdienen nicht mehr ( da es in vielen Fächern auch für Postdocs nur halbe Stellen gibt).


    Der Kunstbetrieb und noch andere Bereiche sind da nicht selten ähnlich (auch wenn Künstler nach außen hin mehr dem rumhängimage entsprechen), wo man viel arbeitet und wenig dafür bekommt (Klar die SPitzenleute verdienen überall viel geld, aber da shat oftmals viel mit Glück zu tun)


    Da fällt dann das Argument die Person sei faul und demotiviert und würde nur faul rumhängen flach.

    Aleonor

    sei doch nicht so... er hat doch recht!

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    Kannst du vergessen, das erste, auf das Frauen gucken ist das Äussere. Dann die finanzielle Situation. Dann erst auf den Charakter.

    männer schauen doch auch zuerst auf die titten und dann darauf, ob eine frau eine ebenso gute hausfrau wie hure ist o:)

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    Wer nur selbstbewusst genug auftritt, darf ALLES.

    Nein. Ein offensichtlicher Vollidiot, der sich selbst für einen Gott hält, wirkt nicht besonders attraktiv.


    Aber wenn ich die Aussage ein paar cm weiter nach unten hängen darf, dann halte ich sie wieder für richtig:


    Wer zu seiner Persönlichkeit und seinem Lebensstil steht, hat bei potentiellen PartnerInnen sehr viel mehr Chancen, als wer sich für sich selbst schämt (und deshalb entweder verbittert und gramgebeugt einhergeht oder aber nach außen eine glänzende Fassade aufgebaut hat, die sich irgendwann als hohl erweist).


    Also zu dem eingangs beschriebenen Mann: Wenn er deswegen so lebt, weil ihm irgendwie alles egal ist und er generell nichts gebacken kriegt, dann wäre er nichts für mich. Wenn er deswegen so lebt, weil er es momentan gut findet, dann ist alles bestens.

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    Kannst du vergessen, das erste, auf das Frauen gucken ist das Äussere. Dann die finanzielle Situation.

    Das stimmt so allerdings auch nicht. Es gibt sehr wohl Frauen, die nicht so oberflächlich veranlagt und denen der Mensch wichtiger ist. Das sind allerdings dann Frauen, die in erster Linie keinen Versorger suchen, sondern einen Menschen mit dem sie möglicherweise glücklich werden können.

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    Erwartung das schon die WG für viele ein Nogo ist.

    Das kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen. Mich würde hier interessieren, ob sich der Mann gut mit seinen Mitbewohner versteht und diese gar befreundet sind. Oder ob er unglücklich in der WG ist, weil er sich dort nicht wohl fühlt.


    Versteht er sich gut mit seinen Mitbewohnern und fühlt sich wohl, spricht das WG -Leben eher für seine sozialen Kompetenzen und macht deutlich, dass er in der Lage ist, sich auf andere Menschen und Bedürfnisse auch einstellen zu können. Denn ein WG -Leben funktioniert nun mal nur, wenn man auch in der Lage ist Rücksicht zu nehmen. Das wäre z.B. eine Eigenschaft, die nicht unwichtig wäre, wenn man später mit einem solchen Mann zusammen ziehen will. Ebenso muss man hier Konflikte bewältigen können und noch vieles mehr. Es stellt also einen Indiz dar, wie es um die sozialen Kompetenzen um diesen Mann bestellt ist, etwas was man mit keinem Geld der Welt sich kaufen kann, dafür aber noch wichtiger als Geld im Leben ist.


    Davon abgesehen spielt es auch eine Rolle warum er das WG-Leben vorzieht. Macht er das, weil er keine Lust hat alleine zu leben? Dann spricht das doch auch wieder für ihn, da es zeigt, dass er nicht Jahre auf die Partnerin wartet, um dann endlich mit einen Menschen auch zu Hause ein soziales Leben führen zu dürfen. Alleine Abends in der Wohnung zu sein, was auch bei dem größten Partygänger mal vorkommen dürfte, ist nicht immer angenehm und wird von manchen Menschen auch gar nicht angestrebt.


    Oder hat er das WG-Leben angestrebt, weil er das muss und sonst auf der Straße lebt. Mit den Leuten nicht zurecht kommt und es ihn schlecht damit geht? Das wäre von der Ausstrahlung, dann eher negativ, da er sich mit sich dann nicht mehr im Einklang befinden würde.


    Schlimmer würde ich es hingegen finden, wenn er noch bei seiner Mama leben würde. Sich von dieser einkleiden lässt und sein komplettes Leben von dieser diktieren lassen würde, und das obwohl er den Führerschein, Auto und ein fettes Gehalt beziehen würde. Denn es dürfte nicht viele Frauen geben, die bereit sind, eine Beziehung mit der Schwiegermutter einzugehen.

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    Das ist ja immer das größte Problem in Bezug auf die Weiber dann. Wer nur selbstbewusst genug auftritt, darf ALLES.

    Sicher nicht.


    "Weiber"? Lese ich da Frust und Wut heraus?

    Hier fiel mal der Ausspruch, lieber nen Intelligenten ohne Geld als nen Bauarbeiter mit Protzkarre und Kohle.


    Das ist kein tröstender sozialromantischer Spruch. Starke Eigenschaften wiegen das Fehlen von Wohlstand teilweise auf. Die starken Eigenschaften werden von Frauen aber nur deshalb bewundert, weil man damit zu Wohlstand kommen kann und es angenehm ist, solche Eigenschaften um sich zu haben. Intelligenz gehört dazu. Natürlich kann das Schicksal einem blöd kommen, so dass man auf der Karriereleiter tiefer steht als man könnte, weil Chancen/Gelegenheiten/was auch immer gefehlt haben. Die Frau wird einen trotzdem schätzen.


    Nur wenn man aus seinen Talenten gar nichts macht und sich nur hängen lässt, das schätzt soweit ich weiß keine Frau. Und auch Mitleiddsex gibt es dafür nicht, da sind sich die Damen (zu Recht) zu schade für.

    Also, ich wollte sagen: Der Bauarbeiter-Spruch ist kein tröstender Spruch der in Wirklichkeit falsch ist wie "Geld macht nicht glücklich" obwohl es natürlich doch glücklich macht. Der Bauarbeiter-Spruch ist wahr und realistisch. Ich denk grad um die Ecke beim Schreiben, sorry.

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    Die starken Eigenschaften werden von Frauen aber nur deshalb bewundert, weil man damit zu Wohlstand kommen ... Intelligenz gehört dazu.

    naja... ernähren kann ich mich sehr gut selber, aber in meinem mann einen gesprächspartner zu haben, der meine interessen teilt und auf augenhöhe ist, ist mir schon wichtig. und ich rede dabei wirklich von intelligenz und nicht von bildung!

    Zitat

    Du würdest also eine große Liebe sausen lassen, weil er finanziell nicht auf deinem Niveau ist?

    Diese Frage ist mir etwas zu abstrakt und ich mag/kann sie daher nicht mit "ja" oder "nein" beantworten.


    Aber so eine "große Liebe" könnte schnell an (meiner) Realität scheitern, wenn ich jeden Cent zusammenkratzen muss, um meinem Partner und mir eine Bruchbude zu finanzieren, in der ich dann mit ihm 365 Tage im Jahr hocke und meine finanziellen Sorgen wälze, obwohl ich einen durchaus gut (aber eben auch nicht überragend, sonst könnten ja grundsätzlich zwei davon leben) bezahlten Job habe. Natürlich können solche Phasen im Laufe einer Beziehung auftreten, dann ist es nochmal etwas anderes, weil ich dann auch eher bereit bin, Verantwortung zu übernehmen, als bei einem potentiellen Partner, mit dem mich noch nichts außer evtl. Anziehung verbindet.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich brauche keinen Versorger, ich möchte aber auch (langfristig) nicht gern die Versorgerin für einen Mann sein.


    Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass meist (nicht immer!, es gibt sicherlich Ausnahmen, wie Krankheit, Schicksalsschlag, etc...) ein direkter Zusammenhang zwischen Lebenssituation und Charakter besteht.

    WG:


    Finde ich grundsätzlich nicht schlimm, bzw. wäre kein Ausschlußkriterium. Eventuell sogar das Gegenteil. Warum alleine leben, wenn es sich ergibt eine nette WG zu gründen? Nach einer Scheidung/Trennung mit einem Kumpel zusammentun oder, oder....


    Aber hier stellt es sich wohl anders dar: er hat wohl nie anders gelebt, ist, wenn auch nicht mehr dabei, trotzdem noch der "ewige Dauerstudent". Das würde für mich heißen, dass er irgendwann im Leben nicht mehr weitergegangen ist.


    Wichtig wäre es zusätzlich für mich, wie sich dieses Zusammenleben gestaltet. Hält er sich an abgemachte Regeln, Putzpläne etc.? Oder lässt er sich von seinem WG-Partner quasi "bemuttern", aushalten?


    unsicheren Einkommen und fast mittellos:


    Hier steht und fällt alles damit, wie es dazu gekommen ist – bzw. war es nie anders?


    Ich war lange Jahre mit Jemanden dicke befreundet, den man allgemeinhin als Lebenskünster bezeichnen würde. Er hatte auch nicht viel Geld, wohnte in einer gemütlichen, aber billigen, alten und gewöhnungsbedürftigen Bude – ABER: er tat/war es aus Überzeugung. Das war sozusagen sein Ziel. Nachdem er seinen Beamtenstatus aufgegeben hatte, weil die Ausführung des Jobs den er gelernt/studiert hatte (und thematisch liebte) ihn nicht befriedigte, fand er die Möglichkeit diesen anhand einer wöchentlichen Kolumne in einer Tageszeitung auszuleben. Er jobbte nebenher als Kellner und arbeitet mit einer Kabaretistengruppe zusammen an Programmen, Aufführungen und Co.. Geld hatte er wirklich wenig, aber er konnte super damit umgehen. Ich war immer wieder erstaunt wie das klappte – ich hatte teilweise/zeitweise wesentlich mehr als er und trotzdem.... ;-).


    Sowas würde mich nicht abhalten, im Gegenteil, ich habe damals viel, viel von ihm gelernt.


    So wie es hier aber klingt ist es wohl anders. Und ich persönlich bin weder ein materieller Mensch, noch ein Karrieretyp. Dennoch kommt für mich Niemand in Frage, der es anstrebt "in den Tag hinein zu leben" oder "nach mir die Sinflut".....


    Insgesamt schließe ich mich devilindisguise an, die zusammenfasst was ich auch denke/empfinde:

    Zitat

    Also zu dem eingangs beschriebenen Mann: Wenn er deswegen so lebt, weil ihm irgendwie alles egal ist und er generell nichts gebacken kriegt, dann wäre er nichts für mich. Wenn er deswegen so lebt, weil er es momentan gut findet, dann ist alles bestens.

    :)^

    Zitat

    Der Bauarbeiter-Spruch ist wahr und realistisch.

    Ich war gerne Bauarbeiter, war 2 mal selbstständig, einmal auf artfremdem Gebiet und bin nicht so dumm.