Entferne mich innerlich von meinem Mann :-(

    Ich habe mich heute hier angemeldet, nachdem ich schon eine Weile gelesen habe.


    Es scheint mir, als wäre ich schon auf dem Weg, mich innerlich von meinem Mann zu trennen :°(


    Wir sind jetzt über 8 Jahre zusammen, drei davon verheiratet. Letzten Oktober habe ich unsere beiden Wunschkinder geboren. Natürlich ist es mit Zwillingen eine wahnsinnig stressige Zeit. Mein Mann hilft mir, wo er nur kann, er ist ein wunderbarer Papa!


    Und dennoch: wenn er mich jetzt fragen würde, ob ich ihn liebe - ich könnte nicht antworten. Es scheint so viel Gewohnheit bei uns zu sein. Mir fehlt wirklich die Romantik, mir fehlt unsere Beziehung. Das hat sich aber schon ein Stück weit vor der Schwangerschaft so eingeschlichen.


    Jetzt, wo unsere Wunschkinder da sind, ist das noch schwerer geworden.


    Es war aber auch schon so, dass eher ich für Romantik "zuständig" war. Natürlich nicht immer.


    Ich merke, wir machen beide etwas falsch. Und ich habe das auch schon mehrmals angesprochen. Aber wie können wir das nur ändern?


    Mir hilft die Parole: wenn die Kinder größer werden, wird es besser... nicht so wirklich weiter.


    Ich muss jetzt etwas tun, sonst ist es bald zu spät. Dann sind wir nur noch Freunde und Eltern, aber keine Partner mehr.


    Dazu kommt, dass mein Körper mächtig unter der Schwangerschaft gelitten hat. Mein Mann wollte vorher schon nie so viel Sex (eher sehr wenig), woraus ich immer entnahm, dass ich ihm halt nicht gefalle (er beteuert, dass es nicht so ist, bei ihm waren es eher Alltags und Kopfprobleme - und das glaube ich ihm auch, aber für mein Selbstbewußtsein war es dennoch ein Dämpfer).


    In der Schwangerschaft hatten wir zweimal Sex, seitdem nicht mehr. Ich vermisse es schon. Aber durch die schlimm gerissene Haut und durch den Restbauch und auch die Stillerei fühle ich mich auch ziemlich entstellt. Das wird so auch nie wieder werden, d.h. ich muss damit leben lernen.


    Irgendwie kommt bei mir da eine Menge zusammen, d.h. ich ziehe mich zum einen zurück, weil ich mich unzulänglich fühle, zum anderen aber auch, weil die Beziehung eher schlecht läuft.


    Wie habt Ihr so eine schwierige Phase überstanden? Partnerschaftsberatung und Co fallen ob des Zeitmangels flach. Wir müssen alles allein stemmen, haben keine Familie hier, Freunde haben tatsächlich ALLE erst selbst Babies bekommen.


    Was kann ich nur tun, dass meine Gefühle wieder zurück kommen? Ich leide selbst sehr darunter, dass ich ihn so selten in die Arme nehmen mag. Ich verhalte mich kontraproduktiv, verstehe mich selbst nicht mehr :°(

  • 41 Antworten

    Mhm, jetzt antworte ich mir schon selber.


    Habe gestern Nacht noch viel nachdenken müssen, meine Gedanken sortieren. Und sehr auf mein Gefühl meinem Mann gegenüber geachtet. Ich habe das Gefühl, als wären wir uns ein wenig fremd geworden.


    Und, das hat mich erschrocken, er schätzt uns als Paar so ein, als könnten wir alles schaffen, weil wir schon so viel miteinander durch haben. Da hat er zum einen sicher Recht (wir haben eine gute Basis, sind wirklich Freunde und können auf der Ebene gut reden). Aber ihm scheint das trotz meines Redens gar nicht aufzufallen, dass die Partnerschaft dabei gerade verloren geht.


    Heute fühle ich mich nur traurig. Ich weiß einfach nicht so recht, was ich tun kann oder soll, bin auch zu sehr im Versorgungsrummel um unsere Zwillinge gefangen....

    Zitat

    In der Schwangerschaft hatten wir zweimal Sex, seitdem nicht mehr. Ich vermisse es schon. Aber durch die schlimm gerissene Haut und durch den Restbauch und auch die Stillerei fühle ich mich auch ziemlich entstellt. Das wird so auch nie wieder werden, d.h. ich muss damit leben lernen.

    Zitat

    Die gerissene Haut wird zwar nicht mehr makellos werden, jedoch wird es heller. Dein Bauch verschwindet nach einer Zeit, wenn man etwas dagegen tut. Stillen, die größere Brüste sind doch sicher schön. Siehe es positiv, sieh nach Vorn, irgendwann bist du wieder eine schöne Frau, wenn du es willst. Nimm es in die Hand, mach was aus Dir. Dann wird sich Dein Mann wieder begehren. Geh mit ihm aus, besorge Babysitter. Lass durch die Versorgung der Zwillinge nicht vergessen, dass ihr trotz Eltern auch ein Paar seid.

    lass dich erst mal drücken:)_:)_:)_:)_:)_


    leider ist das kein leeres gerede, es ist wirklich so, dass es mit der zeit einfacher und auch wieder besser wird. wenn dir an deinem mann etwas liegt, dann gib euch zeit. und was ganz wichtig ist, nehmt euch mindestens alle 4 wochen eine auszeit von den kindern. fragt verwandte oder einen babysitter. das ist ganz, ganz wichtig. ihr müßt wieder mann und frau sein können und nicht nur papa und mama.

    Hallo,


    bin noch keine Mama, aber wäre nicht möglich, dass ihr als Freunde gegenseitig auf die Babys aufpasst. Ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass ihr Zeit für Euch alleine habt.


    Hast du deinem Mann auch gesagt, wie es dir damit geht?? Dass du dich nicht so wohl fühlst in deinem Körper, dein Selbstbewusstsein leidet und du dich von ihm entfernst???


    :)*

    Es wäre sehr schade, wenn Ihr eure Beziehung so aufs Spiel setzt- sicherlich müssen Partnerschaften viel aushalten und auch mal wird es nicht so schön sein....


    Aber Deine Probleme mit Dir selber und seine, eher freundschalftlichen Gesten sind dann doch etwas wenig. Jedenfalls würde ich mich so auch entfernen....


    Wenn Du Dich entfernst, kann er ja nichts machen.... Was erwartest Du denn? Vielleicht plant ihr mal ein Wochenende für euch, ohne Kinder.... Das kann ich euch nur empfehlen. Lasst euch in dieser Zeit mal wieder aufeinander ein. Macht was zusammen, was nur für euch.... Überleg Dir, was Du an Deinem Mann liebst und mach ihm klar, dass Körperlichkeit dazu gehört - auch oder gerade wenn es stressig ist....


    Seid wieder ein Paar und nicht nur Mama und Papa....


    Naja, ich wünsch euch viel Glück und NÄHE, damit ihr euren Kindern was davon abgeben könnt....


    Alles Liebe *:)


    von der

    Alchemilla29

    Hallo,


    Eins darfst Du von Anfang an nicht vergessen: Du und Dein Mann sind gerade mal 3 Monate Eltern geworden. Das von Zwillingen!!!


    Ich denke, Ihr Beide solltet erstmal "Landen". Dein Mann wird wohl selber nicht wissen, wo er seinen Kopf hat. Er muss arbeiten etc. kommt heim und gleich die volle Breitseite. Du stehst den ganzen Tag mit den zweien unter Dauerstrom. Nach 3 Monaten ist man psychisch mal an den Grenzen angelangt. Auch die Psyche wird bei Dir hinsichtlich Deines Körpers und der enormen Verantwortung zusetzen. Dir fehlt dann aufgrund der Umstellung auf Mama die frühere Geborgenheit, die Zeit, das Gemächliche auf die Vorbereitung auf die Geburt. Jetzt gerät alles außer Kontrolle und Du fühlst Dich vernachlässigt, vielleicht nicht beachtet oder gewertschätzt und fühlst Dich körperlich überhaupt nicht wohl.


    Und wie FallenAngel4u richtig geschrieben hat: Nimmt Euch eine Auszeit und beauftragt einen Babysitter aus der Familie. Sucht Unterstützung und Entlastung aus derselben. Nur so kann man erstmal wieder klaren Kopf bekommen und das verantwortungsvolle Familienleben wieder in den Griff bekommen.


    Ich drücke Dir die Daumen und wünsch Dir alles, alles Gute dafür:)*:)*@:)

    Das wichtigste haben die anderen oben auch angesprochen: Ihr müsst eure Beziehung pflegen und nicht nur funktionieren, sonst stumpft ihr total ab und der Alltag ist Herr über Euch und die Gefühle gehen ganz verloren. Ich denke selbst wenn du jetzt das Gefühl hast dich von ihm zu distanzieren wäre es für dich ohne ihn viel unangenehmer und schwieriger und man merkt auch, dass er dir viel bedeutet, sonst würdest du ihn nicht in Schutz nehmen und ihn mit pos. Werten in Verbindung setzen. Ich denke ihr habt eine große Chance: Sprecht miteinander offen über die Probleme und nehmt euch einen Babysitter um auch mind. einmal die Woche gemeinsam was zusammen zu machen, z.B. einmal die Woche abends tanzen gehen oder schwimmen oder in die Sauna, was auch immer, etwas was ihr beide aktiv zusammen macht, was euch Spaß macht und euch einander wieder näher bringt. Etwas anderes wird euch auch ein Paartherapeut fürs erste nicht raten. Findet euch wieder. Nimm du es in die Hand, Männer sprechen ungern Probleme an, auch wenn sie es durchaus spüren, sie fressen eher in sich rein.

    Zitat

    Findet euch wieder. Nimm du es in die Hand, Männer sprechen ungern Probleme an, auch wenn sie es durchaus spüren, sie fressen eher in sich rein

    .


    TaraMia27:


    :)^da gebe ich Dir recht:)z. Männer fressen das rein, weil sie nicht auf die Frau verletzend wirken wollen. Man will ja Rücksicht und Verständnis aufbringen, aber aus "Diskretion" tritt man lieber einen Schritt zurück. Aber ganz alleine sollte sie den Schritt nicht machen. Das Gespräch suchen und GEMEINSAM anfangen etwaige Probleme anzusprechen und zu lösen*:)@:)

    Hi Alchemilla29,


    ich finde, Du hast für Dich schon mal den ersten richtigen Schritt getan, nämlich Dich hier im Forum zu melden. Außerdem hat Dich das Erzählen Deiner Gescichte gezwungen, über Dich selbst nachzudenken, und das ist derselbe Effekt wie bei einer Gruppentherapie. Vielleicht darf ich auch als Mann einige Anmerkungen zu Deinem Problem machen.


    1. Wir sind alle ein Opfer unserer Drüsen. Das Sexualhormon Testosteron lenkt bei uns Männern nicht nur die Libido, sondern auch die Spannkraft, die Agressivität, einfach den ganzen Tonus. Hat man bei Deinem Mann schon mal eine Testosteron-Bestimmung gemacht? Falls sein Spiegel zu niedrig liegt, ist das nicht Deine Schuld, aber er "kann" dann eben gar nicht anders (eigene Erfahrung) als etwas verhalten zu sein. Mit großer oder kleiner Liebe hat das absolut nichts zu tun.


    Ich selbst hatte schon zu wenig Testosteron, bevor ich 40 wurde. Leider wurde das damals nicht korrigiert, und das hat sicher zu meinen Depressionen beigetragen.


    Seit wenigen Jahen nehme ich DHEA; das ist die Vorstufe, aus der der Körper dann Testosteron produziert. Seither habe ich mehr Spannkraft, sehe optimistischer in die Welt, und unserem Liebesleben hat das sehr gut getan.


    2. Als meine Frau (wir sind beide 65) einmal meinte, sie sei nicht mehr schön genug, hat ihre Schwester etwas sehr Kluges gesagt: "Dein Mann sieht Dich mit den Augen von damals" - 1968, da haben wir geheiratet. Genau so ist es. Die Liebe wird immer noch größer - einfach unglaublich. DEIN Mann scheint ja nichts zu vermissen. Was Du schilderst, ist Deine Sicht.


    Denk auch bitte daran, dass Geburten (offenbar im Zusammenhang mit Hormonumstellungen) zu Depressionen führen können (bis zum Selbstmord). Die wenigsten Menschen wissen, dass "Depression" nicht unbedingt heißen muß, den ganzen Tag zu weinen. Es kann sich auch in Abgeschlagenheit, Traurigkeit und dem Gefühl, "nicht zu können" manifestieren; nichts geht einem von der Hand. Und weil man seine Aufgaben unzureichend oder zu langsam erledigt, sieht man das als Mißerfolg, und das wiederum kann depressiv machen. Aus meiner Sicht könntest Du am Anfang einer Depression stehen. Ob Dir eine Gesprächstherapie oder eher Antidepressiva helfen könnten, weiß ich nicht. Ansprechpartner wäre ein erfahrener Psychiater (besser als Hausarzt).


    Das Kraftwerk unseres Körpers ist die Schilddrüse. Sie beeinlußt fast jedes Organ unseres Körpers. Eine SD-Dysfunktion kann u.a. auch zu Abgeschagenheit und Depressionen führen. Lies Dich einfachmal etwas durch das Hormon-Forum. Du wirst dort sehen, dass SD-Störungen auch oft im Zusammenhang mit Hormonumstellungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) auftreten. Eine SD-Untersuchung wäre in Deinem Fall wahrscheinlich nicht rausgeworfenes Geld. Laß Dir nicht vom Hausarzt nur den TSH-Wert bestimmen, sondern geh gleich zum Spezialisten. Er wird daneben die freien Hormone Trijodthyronin ("T3") und Thyroxin ("T4") und die Antikörper bestimmen und eine Sonographie und, falls nötig, ein Szintigramm machen. Wenn Du weißt, dass Deine SD gesund ist, kannst Du Dich mit anderen möglichen Ursachen auseinandersetzen.


    3. Ja, was Dir die anderen user geraten haben, ist ales richtig. Finde heraus, was Deinem Mann Spaß macht, und überrasche ihn damit. Aber: Gib ihm auch eine Auszeit, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt (z.B. zum Zeitunglesen), bevor er sich mit der Familie befaßt, denn nicht nur Du stehst im Streß.


    Ich wünsche Dir alles Glück der Welt. Du bist schon nah dran, aber man muß dem Schicksal auch eine Chance geben.

    Alchemilla

    Als erstes möchte ich Euch beiden von Herzen zu Euren beiden Zwergen gratulieren. Das ist ja eine gewaltige Leistung. Ich wünsche Euch allen viel Kraft, Geduld und Gesundheit.


    Dass Dein Selbstbild leidet, kann ich mir gut vorstellen. Gib Deinem Körper Zeit. Er hatte 9 Monate Zeit zu wachsen und hat eine Geburt von zwei Kindern in "einem Aufwaschen" geschafft. Das kann gar nicht in drei Monaten in den Urzustand zurück gehen. Das ist kaum möglich.


    Wie wäre es mit einem neuen Haarschnitt, etwas Wimperntusche und einem Lächeln ins Gesicht? Das kann ungemein viel ausmachen.


    Könnt Ihr nachts überhaupt gescheit schlafen? Die Übermüdung mit einem Kind kann schon an die Grenzen gehen, wie muss es da erst mit zweien sein? Lass Dir Zeit, lass Euch Zeit. Und ja - nehmt Euch mal eine Auszeit. Und wenn es nur ein Kinobesuch ist, oder ein Abendspaziergang zu zweit. Die Bewegung und die frische Luft wirkt sich in der Regel schon recht positiv auf die Psyche aus.


    Nimm Deinen Mann heute wenn er von der Arbeit kommt doch einfach mal freundschaftlich in den Arm und verpass ihm einen Schmatzer: "Schatz, es ist so toll, dass Du nach Deinem Arbeitstag auch an meinem teilnimmst und mir hilfst." Bitte jetzt keine Aufschreie, dass er ja der Papa ist. Ich habe selber Kinder und weiss wie anstrengend das ist, vor allem nach einem vollen Arbeitstag ausser Haus. Da würde man am liebsten erst mal die Füsse hochlegen und ne Weile abschalten, was mit einem Baby schon schwierig ist, mit zweien eigentlich unmöglich. Da kann eine kleine Anerkennung doch schon viel Gutes für die Beziehung tun.


    Alles Liebe :)*

    Zitat

    Bitte jetzt keine Aufschreie, dass er ja der Papa ist. Ich habe selber Kinder und weiss wie anstrengend das ist, vor allem nach einem vollen Arbeitstag ausser Haus. Da würde man am liebsten erst mal die Füsse hochlegen und ne Weile abschalten, was mit einem Baby schon schwierig ist

    :)^:)^


    Ehrlich gesagt, nehme ich mir schon eine kleine Auszeit bevor ich in die Höhle des Löwen gehen:-D.


    15 Min. noch draußen frische Luft schnappen, den Arbeitstag hintersich lassen und sich selbst fallen lassen....


    Dann ist man ganz entspannter *:)

    so machte mein Mann auch! Er fuhr dann mit dem Rad nach Hause und hat sich Zeit gelassen. Nofalls sagte er: "Lass mich erstmal heimkommen und eine Tasse Kaffee trinken". Ich brauchte auch eine Zeit, bis ich begriffen habe, dass auch ER acht Stunden in der Firma war. Dann gewöhnte ich mir an, dass ich mit IHM Kaffee trank und wir sprachen da über diverse Sachen, NUR nicht über freche Kinder, kleckernde Kinder, schreiende Kinder oder über seine Arbeit, sondern über Gott und die Welt..... Das ist alles machbar. Du schaffst es!

    Erst einmal vielen Dank für die ganzen Antworten!

    @ Carale

    Naja, im Moment ist es noch gar nicht so einfach, etwas aus mir zu machen. Die Streifen mögen heller werden, der Bauch wird sich leider nicht mehr komplett zurück bilden. Ich hatte mit den Zwillingen nachher aber auch 136 cm Bauchumfang. Meine Hebamme meint, das war nun mal das ZuHause von meinen beiden Zwergen.


    Ich mag mich letzten Endes nicht nackt zeigen, aber vermeiden lässt es sich ja nicht wirklich.


    Am Thema Babysitter sind wir dran - wir wollen einen Abend im Monat für uns haben.

    @ FallenAngel

    Auf Verwandte können wir im Moment leider nicht zurück greifen. Es ist sogar so, dass wir in den letzten 2 Jahren nun schon 3 Todesfälle hatten, den Kindern fehlen die Opas und so :-(


    Aber am Thema Babysitter sind wir ja dran :-)

    @ NoireLouve

    Ja, mit meinem Mann habe ich schon gesprochen. Ich habe nicht explizit gesagt, dass ich mich von ihm entferne, sondern dass ich das Gefühl habe, dass die Beziehung verloren geht und wir mehr dafür tun müssen, und dass ich das Gemeinsame vermisse.


    Von meinem niedrigen Selbstbewußtsein weiß er auch, er meint, der Bauch und so werden schon wieder.


    Bei den Gesprächen wird irgendwie deutlich, dass er die Probleme nicht so sieht. Ich weiß nicht, wie ich das deutlich machen kann, ohne mit dem Holzhammer zu kommen. Ich kann doch nicht sagen: ich weiß nicht, ob ich Dich noch liebe - und wir müssen mehr gemeinsam machen, damit wir uns wieder näher kommen? Das erschreckt doch ungemein.


    Er ist sich meiner Liebe sicher, und das soll er auch sein, denn ich habe ihn sehr gern. Aber eben als Partner schwindet er, und was wäre das für ein Gefühl, wenn ich das so sage? Ich selber würde so unsicher werden :-( Und traurige Szenen will ich auch gern vermeiden :-/

    @ amazone67

    Das ist das, was ich mir denke und wünsche, und woran es eben auch scheitert. Ein Wochenende ohne Kinder, das wäre ein Traum. Aber wohin mit den Kindern? Das ganze Wochenende zu einem Kindermädchen? Da fängt es schon an. Ich bin ja schon mit etwas kleinem zufrieden, würde gerne mal wieder mit meinem Mann frühstücken gehen. Wenn ich das hier veranstalte (wenn die kleinen ruhig sind oder uns aus den Wippen zuschauen), dann kommentiert mein Mann gern. Sowas wie: was für Musik... oder... oh, eine Rose... etc. Diese Kommentare machen auch irgendwie gleich die Stimmung kaputt.


    Bin gespannt, wie es heute wird, habe für ihn Kuchen gebacken (bzw. die Kleinen ;-) ), so in kleinen Kuchenformen. Würde gern mit ihm in Ruhe Kaffee trinken. Mal schauen.


    Ich glaube, es ist schwer, Paar und Eltern zu sein. Und ein wenig befürchte ich, dass Eltern sein einfacher ist, die Erwartungshaltungen sind klarer, einfacher zu erfüllen.

    @ Kleiner Bengel

    Ja, das schlägt schon auf die Psyche. Auch wenn ich sagen muss, dass die schlimmsten Zeiten schon mal hinter uns sind. Man weiß aber (zum Glück!) nicht, was noch so kommt. Es gibt auch Momente, in denen ich das nicht fassen kann: dass wir eine Familie sind, dass die beiden Kinder unsere sind!


    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass mit Kindern vollständige Menschen zu einer Beziehung dazu kommen, so wird man Familie. Vermutlich arbeitet man dann für immer am Gleichgewicht zwischen all dem.

    @ TaraMia

    Eigentlich habe ich es ja auch schon den anderen geschrieben. Und du hast so recht, wir brauchen Zeit zu zweit.


    Ich schreibe diese Antwort hier stückweise, und gerade sind die Zwerge eingeschlafen. Das Krasse ist, dass ich das Gefühl habe, dass ich letzten Endes allen nicht wirklich gerecht werden kann. Ist das das Schicksal von Eltern? Wenn ich mir die Kleinen so anschaue, dann will ich sie nicht für eine Sekunde weggeben. Aber will ich bei mir Kind sein? Die, die manchmal so genervt ist, dass sie selbst heult?


    Ich glaube ich bekomme im Moment scheinbar beides nicht so gut auf die Reihe :-(

    @ Zwack

    Wenn ich meinen Text selber lese - vermutlich ist das gar nicht so falsch mit den Depressionen. Die Kinder sind wunderbar, ich liebe sie sehr. Aber ich werde ihnen halt nicht wirklich gerecht, bei Zwillingen ist das so auch nicht machbar - doch der Gedanken hilft nicht wirklich.


    Es gab schon Momente, da hielt ich eines im Arm, und mein Mann meinte: jetzt spiel doch mal mit ihm, und ich konnte es nicht, weil ich gar nicht wusste, was ich tun soll. Ich war einfach so fertig :-(


    Dann wieder ist es so schön, wenn sie mich anlachen. Und trotzdem gibt mir das einen Stich, ich wünschte ich könnte mich dreiteilen:


    eine Mutti für jeden und die Frau für meinen Mann.


    Das mit den Hormonen kam mir vor langer Zeit auch schon in den Sinn, aber mein Mann weigert sich beharrlich. Vielleicht sollte ich noch einmal deutlich machen wie ernst mir das ist. :-/

    @ Optimismus

    Ich muss gleich mit dem Kinderwagen los und hole meinen Mann von der Bahn ab. Ich werde an Deine Worte denken! Danke für Deine Glückwünsche. Ich vergesse oft, was wir schon geschafft haben. Die Geburt war so schön, eigentlich der schönste Moment in meinem/unserem Leben - komisch, dass man danach so fallen kann.


    So, ein Gutes zum Schluss: die Zwerge haben heute Nacht zum ersten Mal länger geschlafen: von 23:00 bis 5:30 Uhr. Das war sooo schön... die Müdigkeit macht einen schon fertig!


    Und es sind nicht mehr so viele Wochen, bis ich endlich mit dem Stillen aufhören kann. Ich mache das gern, aber es schlaucht. Ich wünsche mir mich zurück, möchte wieder etwas mehr mir gehören...


    DANKE!*:)

    Alchemilla

    Weisst Du - ich denke, es ist gut, dass diese Gedanken durch Deinen Kopf gehen. Ich habe es oft erlebt, dass man selber aufhört zu sein. Da sind nur die anderen. Die Kinder, Partner/in und man selbst kommt irgendwann mal dran, wenn überhaupt. Aber Du hast es erkannt, dass da was grundlegend anders ist. Ich denke, das ist das Wichtigste überhaupt. Du kannst es auch recht gut in Worte fassen. Schreib es Dir von der Seele. Das kann ungemein befreien. Und ich wiederhole - lass Dir Zeit, lass Euch Zeit. Keine überstürzten Entscheidungen im Moment. Kinder zu bekommen ist wohl sehr schön, aber auch sehr schwierig, weil das Gleichgewicht nicht mehr da ist, das ist wie bei einem Mobile. Wenn man neue Hänger dran macht, muss man es auch erst mal ausbalancieren lassen... Und es wird noch eine ganze Weile schaukeln.


    Alles Gute für Euch :)*