Er bedrängt mich mit seinem Kinderwunsch - wie reagieren?

    Liebes Forum,


    mit meinem neuen Freund bin ich nach einer gescheiterten Ehe, die an meinem Kinderwunsch zerbrach, den mein Mann nicht teilte, mittlerweile 8 Monate zusammen. Wir kennen uns aber schon fast unser ganzes Leben lang, weil wir zusammen zur Schule gegangen sind. Die Beziehung ist das, was ich als perfekt bezeichnen würde. Er ist mein absoluter Traummann und alles was wir zusammen machen, funktioniert wirklich hervorragend. Klar, das ist jetzt am Anfang auch noch die frische Verliebtheit, aber wir sind beide alt genug (ich 36, er 40) um eine gewisse Beziehungserfahrung zu haben und zu sehen, dass es einfach passt.


    Eins bedrückt mich aber sehr: er hat von Anfang an ganz deutlich gemacht, dass er unbedingt Kinder haben will. Er liebt Kinder und hatte seine Hoffnung, selbst welche zu haben, fast schon begraben, weil er keine Frau gefunden hat, mit der er sich diesen Traum hätte erfüllen können. Ich bin dazu mehr als gern bereit, ich kann mir eigentlich nichts schöneres vorstellen, als mit ihm Kinder zu haben.


    Allerdings habe ich mittlerweile das Gefühl, er reduziert mich auf dieses Thema. Es gibt fast keine anderen Themen mehr als wann ich Eisprung habe, welche Namen ich schön finde, welche Freunde gerade auch Kinder bekommen, dass er ja Vitamine nimmt um die Produktionsfähigkeit zu steigern und und und. Wir lassen es daher auch drauf ankommen, aber naturgemäß klappt das ja nicht sofort und sooooo lange sind wir ja auch noch nicht zusammen. Er fängt aber jetzt schon damit an, dass er sich untersuchen lässt demnächst und jedesmal wenn meine Tage kommen, ist er enttäuscht.


    Das alles setzt mich total unter Druck, zumal ich auch das Gefühl habe, er würde mich für diesen Wunsch verlassen. Dies würde ich ihm nicht einmal übelnehmen, denn ich weiß, wie bestimmend der Kinderwunsch sein kann. Allerdings kann ich ja nichts dafür, sollte es aufgrund meines Alters nicht mehr funktionieren und er wusste ja, wie alt ich bin, bevor er sich auf mich eingelassen hat.


    Wie soll ich jetzt damit umgehen? Durch den Druck, den er mir macht, wird die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, ja eher kleiner als größer, denke ich. Ich habe aber Angst, ihn darauf anzusprechen, weil er denken könnte, ich will ihn hinhalten oder teile seinen Wunsch nicht.


    Vielen Dank vielleicht für Sichtweisen von Männern, die sich auch auf die Erzeugerrolle reduziert fühlen, wie geht ihr damit um?


    Beste Grüße

  • 152 Antworten

    Ich wünsche dir jedenfalls baldigen Erfolg in Form einer Schwangerschaft. Wenn die sich einstellt, ist das Problem gelöst :-)


    Dass man(n) etwas enttäuscht ist, wenn man einen Monat ohne Verhütung miteinander geschlafen hat und dabei nichts rausgekommen ist, finde ich normal. Auch wenn er dich natürlich nicht bedrängen sollte.

    Ich könnte mir vorstellen er macht nicht nur Dir (ev. unbewusst), sondern auch sich Druck.


    Ihr seid ja nun nicht mehr so unbedingt im Idealalter für die Elternschaft (wobei ich damit nicht meine, das Ihr es sein lassen sollt), aber die Uhr tickt nun mal. Ich fühle mich z.B. schon zu alt für ein zweites Kind, und ich bin nicht soo viel älter als er. ;-)

    Ich habe ihm noch nicht gesagt, dass ich mich unter Druck gesetzt fühle. Aber was ich ihm gesagt habe ist, dass es dauern kann und ich damit rechne, dass es bestimmt 1,5 Jahre Zeit und auch Nerven in Anspruch nehmen kann.


    Er ist eigentlich wirklich feinfühlig aber bei dem Thema setzt es irgendwie aus....


    Mein Problem dabei ist auch irgendwie, dass ich mich als Mensch nicht richtig wahrgenommen fühle und nur noch zur Zweckerreichung dienen soll...und dann fühle ich mich ungeliebt.


    Als Beispiel: Ich wäre mit meinem Exmann zusammen geblieben wenn es daran gelegen hätte, dass er keine Kinder kriegen KANN. Aus Liebe zu ihm. Aber er wollte nicht und es gab noch diverse andere Trennungsgründe. Jetzt den Eindruck zu haben, bei ihm wäre es anders, tut weh.

    Zitat

    Mein Problem dabei ist auch irgendwie, dass ich mich als Mensch nicht richtig wahrgenommen fühle und nur noch zur Zweckerreichung dienen soll...und dann fühle ich mich ungeliebt.

    Meiner Meinung nach solltest du abklären, ob da was dran ist oder nicht, und zwar bevor du schwanger wirst. Es muss nicht sein, dass mit einer Schwangerschaft das Problem gelöst ist.

    Zitat

    Ich habe ihm noch nicht gesagt, dass ich mich unter Druck gesetzt fühle.

    Das finde ich schade! Hole das baldmöglichst nach. Eventuell glaubt er, Du stehst zum Kinderwunsch genau so wie er, und es ist Euer beides "oberstes Ziel".

    Interessant, dass auch Männer so stark vom Hibbelvirus befallen werden können. ;-)

    Zitat

    Ich habe aber Angst, ihn darauf anzusprechen, weil er denken könnte, ich will ihn hinhalten oder teile seinen Wunsch nicht.

    Warum sollte er das denken? Ihr seid euch doch einig beim Thema Kinderwunsch und verhütet aktuell gar nicht mehr. Rede mit ihm und sag ihm, dass er seine Begeisterung für das Thema ein klein wenig zurückfahren sollte, weil es dich unter Druck setzt. Wahrscheinlich ist ihm das gar nicht so richtig klar.

    Zitat

    Wir lassen es daher auch drauf ankommen, aber naturgemäß klappt das ja nicht sofort und sooooo lange sind wir ja auch noch nicht zusammen. Er fängt aber jetzt schon damit an, dass er sich untersuchen lässt demnächst und jedesmal wenn meine Tage kommen, ist er enttäuscht.

    Wie lange lasst ihr es denn schon drauf ankommen?

    Zitat

    Wir verhüten jetzt seit 4 Monaten nicht mehr, wobei wir auch nicht zusammen wohnen und uns häufig nur am Wochenende sehen. Das sind erschwerte Bedingungen ;-)

    Klar :) Und 4 Monate sind jetzt auch keine Zeit, wo man direkt hysterisch werden müsste.


    Ich kann verstehen, dass dein Partner mit Herz und Seele bei der Sache ist, aber ich denke euch würde ein sachliches Gespräch wirklich nicht schaden. Du kannst ja die medizinischen Fakten auf den Tisch legen. Also wie lange es durchschnittlich in welchem Alter bis zu einem Eintritt einer Schwangerschaft dauert etc.. Normalerweise wird nach grob 6 erfolglosen Zyklen eine Basisuntersuchung angeraten etc.. :-)


    Und ich denke, dass du dir von ihm durchaus wünschen kannst mit dem Thema so umzugehen, wie es dir selbst gut damit geht. Die Hibbeltanten lassen ihre Partner ja auch nicht notwendigerweise an jedem (eingebildeten) Symptom oder quer sitzenden Furz teilhaben. Manche Dinge kann man auch ein Stück weit mit sich selbst ausmachen.

    Nein, hinzu kommt, dass die letzten 10 Monate für mich total turbulent waren, Scheidung einreichen, Haus verkaufen, Wohnung suchen, Umzug, Trennungsschmerz. Ich war an der Belastungsgrenze und das spürt der Körper auch. Insofern: ich glaube wir sind faktisch bei ÜZ 1 oder 2, vorher war ich zu belastet von der Gessmtsituation. Ich bin daher überhaupt nicht beunruhigt. ER hingegen schon. Und diesmal meint er mir anzusehen dass ich schwanger sei- an Zyklustag 20😂. Soweit ist es mit seiner Panik schon