CoteSauvage, Du hast ja auch insofern recht als dass wir über frische Verliebtheit durchaus auch sprechen. Aber nach 9 Monaten lässt das ja auch schon etwas nach, zum Glück, dauerhaft hält das ja keiner aus 😉😉😉

    Zitat

    Ich denke einer Frau würde man den übertriebenen Kinderwunsch wohl eher verzeihen. Bei einem Mann ist das tendenziell eher ungewöhnlich.


    Lies mal ein wenig im Kinderwunschforum.... da wirst du massig Frauen finden, die sich deutlich extremer verhalten als dein Partner. ;-)

    Ich glaube, bellagia hat hier perfekt zusammengefasst, was auch mir instinktiv durch den Kopf gegangen ist.


    Bei Frauen findet man einen Kinderwunsch "normal" - wegen biologischer Uhr, Hormonen und was-weiß-ich. Da wird man eher dumm angeschaut, wenn man keinen hat. Aber bei Männern, die "ja ewig Zeit haben" finden das alle Leute immer ungewöhnlich.


    Und auch ich musste etwas überlegen, als ich gelesen habe, wieso dieser Thread jetzt "reaktiviert" wurde. Mein erster Gedanke: 'Da hat die Partnerin dem Mann erzählt, dass es ihr nicht gutging (PMS) und ihn hat ihr Befinden gar nicht interessiert, sondern er hat gleich wieder die Schwangerschaft zum Thema gemacht, ihr unterstellt, sie würde ihren Körper nicht kennen und anderes. Den interessiert nur die Gebärmutter der Frau und nicht die Frau an sich, au weia, und das bei so kurzer Beziehung, da hat sie aber echt die rosarote Brille und die eigenen Kinderwunsch-Hormone vor der Stirn, wenn sie das nicht sieht.'


    Ist diese Einschätzung realistisch? Wahrscheinlich nicht, denn ich kenne die beiden nicht. Für mich wäre so eine kurze Beziehung definitiv nicht genug, um zusammenzuziehen oder Kinder in die Welt zu setzen - egal, wie lange man sich vorher kennt. Zwischen Freundschaft und Liebesbeziehung gibt es große Unterschiede und ich kenne genug Freunde, die sich nach langjährigem Kennen verliebt haben und bei denen es als Katatrophe endete (manche haben dann schlichtweg festgestellt, dass sie als Freunde besser harmonieren, manche haben sich permanent verkracht) - aber auch welche, bei denen es funktionierte.


    Ich hätte diesen furchtbaren Gedanken nicht gehabt, wenn die Beziehung der beiden länger wäre. Und ich hätte ihn auch nicht gehabt, wenn der Mann die TE nicht ganz so 'bevormundet' hätte. Aber die Kombination von beidem lässt bei mir eben diesen schlechten Eindruck zurück und den kann ich auch jetzt nicht abschütteln.


    Allerdings ist hier auch eine Menge Ambiguität dabei. Die TE steht ganz klar hinter ihrem Partner, hat einen großen Kinderwunsch und freut sich auf das Zusammenziehen. Gleichzeitig aber besteht trotzdem ein massives Problem, weswegen der Faden erstellt und dann im Grunde noch einmal reaktiviert wurde. Ich finde es daher schwer, wirklich emotional durchzublicken, weil die TE das Verhalten ihres Partners extrem stört, sie ihn und den gemachten Lebensentwurf aber so knallhart verteidigt.


    Ich weiß nicht, was ich denken soll: Haben sich hier zwei Leute gefunden, die beide ihren Kinderwunsch an erster Stelle sehen und Kompromisse eingehen, was den Partner angeht? Oder ist beiden der Partner am wichtigsten? Im Moment habe ich das Gefühl, dass dem Mann das Kind wichtiger ist als die Partnerin und der TE der Mann wichtiger als das Kind. Und das halte ich für eine problematische Konstellation, bei der es zum Knall kommen könnte (nicht muss) - vor allem, wenn die Schwangerschaft nicht bald eintritt, aber auch, wenn ein Kind da ist und die Frau dann ihren "Job erfüllt hat". :-/


    Allerdings soll man ja den Teufel nicht an die Wand malen. Das waren jetzt nur meine Gedanken, die natürlich total falsch sein können. :)z Was die momentane Situation angeht würde ich persönlich wohl versuchen, die Enttäuschung und "Hibbelei" des Mannes ernstzunehmen und ihm auch zugestehen, aber ich würde ihm eine klare Ansage machen, dass ich mir nicht sagen lasse, dass ich im Grunde keine Ahnung von meinem Körper hätte. Denn das finde ich respektlos, übergriffig, beleidigend ("Du bist zu dumm um zu wissen, was mit dir los ist") und degradiert die TE in meinen Augen wirklich zur Gebärmaschine, deren Probleme dem Partner egal sind und der sie nicht einmal ernst nimmt. :|N

    Zitat

    Aber nach 9 Monaten lässt das ja auch schon etwas nach, zum Glück, dauerhaft hält das ja keiner aus ;-) ;-) ;-)

    Ja, deswegen hat die Natur da ein Ende dieser Phase eingebaut ;-D

    Zitat

    Ich denke einer Frau würde man den übertriebenen Kinderwunsch wohl eher verzeihen. Bei einem Mann ist das tendenziell eher ungewöhnlich.

    Da hab ich nochmal drüber nachgedacht. Ich hab ja selber nie einen Kinderwunsch gehabt, aber trotzdem gelernt, dass das was ist was bei den meisten Frauen halt entsteht. Und wenn man das mit Hormonen erklären kann ist das sozusagen wissenschaftlich, und dann ist das eben so. Diese Erklärung hat ein Mann eher nicht. Ich finde aber trotzdem, dass man (Mann ebenso wie Frau) es auch bei biologischen Prozessen in der Hand hat wie man damit umgeht. Ich falle ja auch nicht jedem Mann um den Hals, in den ich verknallt bin. Was mich in Partnerschaften immer stört ist, wenn einer den andern unter Druck setzt oder wenn sich einer irrational verhält. Da mache ich zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied.


    Die Gedanken von Melpomene treffen das, was auch mir so durch den Kopf geht, sehr gut.

    Die Frage ist eben, ob er sie tatsächlich unter Druck setzt und es über einen stark ausgeprägten (für Männer eher untypischen) Kinderwunsch hinaus geht, ober ob sie sich eher von sich aus unter Druck gesetzt fühlt. Einfach weil ihr erklärtes Ziel nun zum Greifen nah ist und sie panische Angst hat zu versagen.


    Ich halte beides für möglich.


    Nun bin ich eher pragmatisch veranlagt und selbst erst sehr spät Mutter geworden.


    Die TE wünscht sich von Herzen ein Kind. Mit diesem Mann könnte sie sich und ihm diesen Wunsch erfüllen. Sie führen eine glückliche Beziehung (wenn auch noch nicht so lange), sie kennen sich schon länger, sie lieben sich.


    Meiner Meinung nach werden Kinder nicht selten mit deutlich schlechteren Vorzeichen gezeugt.


    Was wären die Alternativen der TE?


    1. Kinderwunsch rauszögern... bis wann?... Wird sie ihre Zweifel verlieren, wenn sie ihn auf die Wartebank schiebt? Wir der das mitmachen? Oder wird er nur noch mehr darauf drängen?


    2. Beziehung wegen schlechtem Bauchgefühl beenden und einen neuen Partner suchen... da rennt ihr wohl die Zeit weg und eigentlich hat sie dafür auch gar keinen Grund.


    ....


    Es kann passieren, dass es nicht klappt mit dem Kind (aus welchen Gründen auch immer). Dann bleibt abzuwarten, wie der Partner sich dazu stellt. Ich denke das kann er vielleicht selbst nicht beantworten, wie er damit umgehen würde.


    Es kann auch passieren, dass sie ein Kind bekommen und die Beziehung den Belastungen nicht standhält. Da wären sie nicht die ersten. Dass es ein Wunschkind von beiden wäre, ist aber auch dann eine gute Voraussetzung dafür, dass sich die beiden auch dann wie vernünftige Eltern benehmen und sich keiner drückt.


    Es kann auch passieren, dass es gut geht und die beiden ein Kind bekommen und eine glückliche Beziehung führen.


    Wenn ich die TE wäre und würde mir tatsächlich in ihrem Alter von Herzen ein Kind wünschen, dann würde ich diese Risiken eingehen.


    Welche Risiken sie selbst einzugehen bereit ist, das muss sie sich überlegen.

    Ich habe jetzt nochmal weiter nachgedacht, was genau mich so an der Aussage des Mannes so verärgert und diesen extrem negativen Eindruck hinterlässt. Denn wie auch CoteSauvage habe auch ich gar keinen Kinderwunsch (bin aber über 30) und maße mir normalerweise nicht an, in der Lage zu sein, über etwas zu urteilen bzw. Reaktionen über etwas zu verurteilen, was ich nicht kenne.


    Also habe ich mal genau analysiert, was mich so stört.


    Erstmal die Aussage der TE:

    Zitat

    Nachdem ich gestern gemeint habe, ich hätte schlimm PMS (Prämenstruelles Syndrom, für die Glücklichen, die noch nicht davon gehört haben)

    In dieser Aussage stecken mehrere Informationen:


    a) Grundsätzliche Information: "Ich habe etwas, was für mich akut wichtig ist und was ich dir mitteilen möchte"


    b) Persönliche Information: "Mir geht es sehr schlecht"


    c) Implizierte Information: "Ich bekomme bald meine Periode"


    Information c) war von der TE nicht erkannt worden und sollte nicht als "Schwangerschafts-Status-Information" bewusst weitergegeben werden. Der Partner der TE, der aber auf eine Schwangerschaft hofft, hat diese Info aber bewusst wahrgenommen. Ist es okay, dass er enttäuscht reagiert? Ja, absolut. Ist es okay, dass er noch einmal nachfragt, ob sie sich sicher ist? Ja, auch.


    Aber:


    Von einem liebenden Partner würde ich als Frau auf die oben genannte Botschaft folgendes Feedback erwarten:


    Im Bezug auf a): "Okay, ich nehme wahr, dass es ernst für dich ist" (das kann rein im Tonfall erfolgen, das muss nicht verbal ausgedrückt werden).


    Im Bezug auf b): "Oje, wie fühlst du dich? Ist es nur seelisch oder auch körperlich?" (=Interesse und Sorge) / "Kann ich etwas für dich tun oder möchtest du eher deine Ruhe?" (=Sich-kümmern-wollen)/ "Das ist ja doof, kann man da nichts machen?" (=Bedauern, bei Unkenntnis einfordern von mehr Info und den Partner ernst nehmen)


    Im Bezug auf c): Eine Aussage wie: "Das heißt zu allem Übel dann, dass es wohl wieder nicht geklappt hat? Das ist schade und echt enttäuschend. Aber dann probieren wir es halt weiter. Jetzt ist erstmal das wichtigste, dass es dir wieder gutgeht - sonst macht das 'Am-Kind-abeiten' ja auch keinen Spaß. ;-)"


    Was kam vom Partner:

    Zitat

    Wie, das kann doch gar nicht sein, Du musst doch schwanger sein. Als ich dann meinte, ich wäre dies sicher nicht, fragte er etwas gereizt, ob ich denn schon einen Test gemacht hätte. Als ich verneinte, meinte er, dann könnte ich ja gar nicht wissen, dass ich nicht schwanger sei. Ich habe ihm versichert, dass ich das sicher spüren würde, wenn dem so wäre. Die Enttäuschung war durchs Telefon spürbar.

    Bezüglich a): Impliziert: "Das ist für mich ernstzunehmen, weil es unser zukünftiges Kind betrifft" (= Nicht: Weil es die Partnerin betrifft)


    Bezüglich b): Nichts. Nade. Niente. Komplett ignoriert.


    Bezüglich c):


    - "Erzähl mir keinen Scheiß, du lügst doch!"


    - "Du hast doch keine Ahnung, was in deinem Körper abläuft!"


    - "Ich bin sauer, wie kann es sein, dass es nicht klappt!"


    Ich kann Enttäuschung verstehen. Ich könnte es auch voll und ganz verstehen, wenn der Mann es traurig angesprochen hätte und die TE überrascht gewesen wäre, da sie ja gar keine Schwangerschafts-Status-Info senden wollte. Aber was ich hier sehe ist einen Mann, der sich nur für seinen Kinderwunsch und ein mögliches Kind interessiert, kein Stück für die Partnerin und ihren seelischen und körperlichen Zustand (PMS kann ja viel sein, sowohl physisch als auch psychisch), der statt mit (verständlicher) trauriger Enttäuschung mit Vorwürfen um sich wirft und der TE Lügen und Dummheit unterstellt.


    Dieses Ereignis zu lesen lässt den Mann für mich zutiefst egoistisch und unsympathisch erscheinen. Mir drängen sich Bilder von einem Mann auf, der sich in einer Schwangerschaft zwar rührend um die TE kümmert, weil sein Kind in ihrem Bauch ist, diese nach der Geburt aber recht schnell abschreibt, weil er sich nicht wirklich für sie interessiert.


    Natürlich könnte man jetzt auch sagen, dass er in dem Moment einfach so enttäuscht war, dass er kurzzeitig für die Situation der Partnerin blind war und sich erstmal "erholen" musste. Und sie einfach so geschockt über seine Reaktion war, weil sie einfach gar nicht auf dem Schwangerschafts-Thema war sondern ganz andere Dinge im Kopf hatte. Aber: Das ist ja nun keine Einzelsituation gewesen, sondern der Faden dreht sich darum und sie hat schon klare Ansagen gemacht, dass sie keinen Druck will. Und er reagiert trotzdem so - übergeht also ihr Befinden, ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse in dieser Hinsicht doppelt, was für mich eben das Bild schafft, dass das kein Einzelfall ist, sondern er immer so ist und eben generell jemand, den ich persönlich als Partner nie würde haben wollen und für den die TE Mittel zum Zweck ist und nicht mehr.


    Und das macht mir eben Sorgen. :-( Denn die Gründe der TE sind ja nicht wegzuwischen: Sie kennt ihn trotz kurzer Partnerschaft als Mensch schon lange, sie scheinen generell grundsätzlich gleiche Vorstellungen zu haben und sie hat ebenfalls einen starken Kinderwunsch.


    Aber man bleibt nicht 20 Jahre lang seit der Schulzeit der gleiche Mensch, theoretisch heißt nicht praktisch und naja, mir kommts halt wirklich vor, als wenn die rosarote Brille und der Kinderwunsch die TE sehr antreiben. Und das ist okay und man sollte das nicht verurteilen. Hier sind Nägel mit Köpfen gemacht worden, was den Umzug angeht usw. und ja, wenn es - wie in meinem ersten Post beschrieben - so ist, dass für beide am wichtigsten ist, dass ein gemeinsamer Haushalt mit Kind entsteht und dies die Erfüllung bedeutet, dann ist die Chance, dass es klappt, hoch.


    Aber bei dem beschriebenen Verhalten des Mannes halte ich es für sehr denkbar, dass die Paarbeziehung zu kurz kommen wird, wenn ein Baby im Haus ist. Denn schon jetzt, in der eigentlichen "Rosarote-Brille-Phase" zeigt der Mann ja wenig Respekt und Interesse am Befinden der Frau - und das, wo er ja eigentlich doppelt daran interessiert sein sollte, dass es ihr gutgeht und sie bei ihm bleibt, denn noch ist sie nicht schwanger. Ich fürchte, er hat entweder keine rosarote Brille... oder es wird noch schlimmer, wenn sie ab ist. Und die Realität kann dann bitter werden und im Fall einer Trennung bei einem Kind dann vielleicht auch einen Sorgerechtsstreit auslösen. Wenn diese Möglichkeit - die nicht eintreten muss - der TE ein Kind wert ist, dann ist alles okay (nur: Er wird sich nicht ändern).


    Natürlich ist das Schwarzmalerei und sehr viel Vermutung. Aber diesmal kann ich mir irgendwie nicht helfen - ich kann das nicht neutraler sehen. Vielleicht, weil ich keinen Kinderwunsch habe - aber ich sehe, wie die TE damit umgeht, noch nicht schwanger zu sein, und wie der Mann. Und ich finde seinen Umgang damit und mit der TE wirklich, wirklich richtig mies.

    Heute kann ich leider nicht ausführlich antworten, aber nächste Woche weiß ich sowieso mehr: hab heute Blut abgegeben und Montag sagt man mir dann, wie es so um meine Fruchtbarkeit bestellt ist....das wird sicher Bewegung in die Sache bringen.


    Danke für alle Gedanken bis hier hin.

    Ich möchte zu dem Mann hier gerade nichts schreiben, einfach weil mich ein Punkt bei der TE viel mehr beschäftigt. Du glaubst er wollte lieber eine jüngere Frau, aber das hätte nicht geklappt und nun hätte er eben dich genommen? Fühlst dich aber zugleich geliebt? Was denn nun? Bist du die Notlösung oder die Traumfrau? Und kommuniziert er irgendwas von diesem Kram oder ist dein Ego einfach nur unterirdisch weil du mit deinem Alter ein gewaltiges Problem zu haben scheinst, in jeder Hinsicht?

    So, ich habe nun endlich wieder Zeit zu antworten, es tut mir leid, wenn ich nicht zu jedem Eurer sehr interessanten Gedanken etwas sagen kann. Eins nur kurz: Fruchtbarkeitsuntersuchung war ok, ich komme durch ;-) . Ist halt alles altersgemäß und es gibt keinen Grund, dass es nicht mehr auf natürlichen Weg klappen kann. Außer eine leichte Unterfunktion der Schildrüse, die jetzt behandelt wird, dafür hat sich der Gang zum Arzt schon gelohnt, denke ich.

    Zitat

    Die Frage ist eben, ob er sie tatsächlich unter Druck setzt und es über einen stark ausgeprägten (für Männer eher untypischen) Kinderwunsch hinaus geht, ober ob sie sich eher von sich aus unter Druck gesetzt fühlt. Einfach weil ihr erklärtes Ziel nun zum Greifen nah ist und sie panische Angst hat zu versagen.


    Ich halte beides für möglich.

    Bellagia, es ist beides. Sein sehr starker Kinderwunsch plus meine eigene "Panik" sind halt keine gute Kombination (wobei, für den Fall, dass es klappt, schon :)z ).

    Zitat

    Also habe ich mal genau analysiert, was mich so stört.

    Melpomene, was Du schreibst, könnte von mir sein. Das ist natürlich alles überzeichnet, und natürlich auch Schwarzmalerei. Aber genau diese Angst habe ich halt: das es irgendwann nicht mehr um mich, sondern nur noch um Kinder geht. Das wäre nicht schön. Aber wissen kann man es halt nicht.

    Du bringst es auf den Punkt. Ich kann doch nicht nur wegen einem schlechten Gefühl die Beziehung beenden. Und ich denke auch, dass es schon deutlich schlechtere Vorzeichen gab, unter denen Kinder gezeugt und großgezogen wurden.

    Zitat

    Bist du die Notlösung oder die Traumfrau? Und kommuniziert er irgendwas von diesem Kram oder ist dein Ego einfach nur unterirdisch weil du mit deinem Alter ein gewaltiges Problem zu haben scheinst, in jeder Hinsicht?

    Er sagt mir quasi täglich, ich wäre seine Traumfrau (ich setze aber mehr auf Taten als auf Worte, aber auch die stimmen) und natürlich kommuziert er nichts von diesem "Kram" direkt. Aber wenn man sich mal anschaut, was so in der Vergangenheit auf der Partnerwunschliste bei ihm stand (z.B. in Partnerbörsen) und wie er in der Vergangenheit gesucht hat, dann hat man halt eine Präferenz vor Augen, die eben jünger ist als ich. Das mag, wenn man sich verliebt, wirklich keine Rolle spielen, ist aber halt in meinem Kopf, das gebe ich zu. Ich selbst habe mit meinem Alter aber null Probleme, im Gegenteil, ich musste feststellen, dass viele Lebensbereiche deutlich schöner werden, je älter man wird.


    Was ich mal anmerken wollte: ich habe diesen Thread eigentlich gestartet, weil ich mir Hinweise von Männern erhofft hatte, wie sie mit dem Gefühl umgehen, nur der "Samenspender" zu sein. Sowas gibt es ja angeblich zuhauf, Frauen, die sich den Nächstbesten angeln und mit ihm ein Kind zeugen wollen. Anscheinend ist das aber doch nicht so verbreitet. Ich hatte einfach gehofft, Erfahrungsberichte aus dieser, umgekehrten Sicht zu erhalten, aber die scheint es nicht zu geben.


    Im Übrigen hat er gemerkt, dass es mir alles etwas viel ist. Ich habe das Thema nur noch sehr verkürzt angeschnitten und bin darauf einfach nicht mehr eingestiegen. Und am Wochenende hat er von sich aus gesagt: Wenn wir keine eigenen Kinder haben können, warum auch immer, dann adoptieren wir halt welche. Hätte ich nie für möglich gehalten, dass er darüber nachdenkt und das für ihn in Frage kommt. Das wiederum hat mich sehr beruhigt.

    Zitat

    Wenn wir keine eigenen Kinder haben können, warum auch immer, dann adoptieren wir halt welche. Hätte ich nie für möglich gehalten, dass er darüber nachdenkt und das für ihn in Frage kommt. Das wiederum hat mich sehr beruhigt.

    Klingt doch gut! :-) Insgesamt macht es den Eindruck, dass deine Befürchtungen durch Gespräche mehr und mehr ausgeräumt werden. Ich habe daher nach wie vor ein gutes Gefühl bei deinen Schilderungen. Mehr reden, weniger "befürchten", würde ich raten... ;-)

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    Aber genau diese Angst habe ich halt: das es irgendwann nicht mehr um mich, sondern nur noch um Kinder geht. Das wäre nicht schön. Aber wissen kann man es halt nicht.

    Dieser Eindruck entsteht doch leicht, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht gleich klappt. Dann steht das Thema im Fokus, was du womöglich einfach nicht persönlich nehmen solltest.

    Ich glaub da geht eine Menge nur in deinem Kopf vor. Es sind ja zwei verschiedene Sachen ob man selbst gerne Ende 30 ist oder ob es darum geht, wie begehrenswert man für einen Mann mit Ende 30 ist. Jedenfalls dem gängigen Klischee nach. ;-) Und das gilt ja auch für die Suche. Das was man glaubt zu suchen, so von optischen Eckdaten und so, ist ja doch erstaunlich häufig dann eher nicht das, was man dann findet und liebt. Ich hätte nie einen Mann gesucht de rmehr als Zehn Jahre älter ist als ich, aber einen geheiratet habe ich dann. ;-D ;-D

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    Vielen Dank vielleicht für Sichtweisen von Männern, die sich auch auf die Erzeugerrolle reduziert fühlen, wie geht ihr damit um?

    Ich habe den Frauen jeweils erklärt, dass ich nicht über Kinder haben nachdenke, solange ich nicht das Gefühl habe, dass es passt. Und damit meine ich nicht nur das Vertrauen, dass sie die Richtige dafür ist sondern auch das Gefühl, dass es in unser Leben passt, u. a. auch in finanzieller Hinsicht. Das ist nicht etwas, dass man auf der Lebensliste einfach abhackt. Man hat nicht Kinder, weil es alle machen oder weil man es nunmal so macht, es ergibt sich vielmehr aus einer "optimalen" Situation.


    Damit war es meistens dann auch besiegelt und die Beziehung wurde wenig später aufgelöst. Darüber war ich aber nie sonderlich unglücklich, denn ein Statist in ihrem Lebensplan, wollte ich sowieso nie sein. In einer Beziehung, in welcher man von Anfang auf's Kinder haben fokussiert ist, ist aus meiner Sicht nicht real und die Chancen auf ein Happy End stehen eher schlecht.


    Ich verstehe es nicht...wie kann man Kinder wollen, wenn man nicht wirklich weiss, ob die Beziehung auf Dauer funktioniert? 1 oder 2 Jahre sind definitiv nicht lange genug, das Risiko einer Scheidung ist so relativ hoch und zu leiden haben dann vor allem die Kinder. Dass er das will ist nicht nur erstaunlich wegen der Kinder und weil es untypisch für Männer ist, sondern auch, weil das Risiko als nur noch zahlender Vater für die nächsten 20 Jahren bei 50/50 liegt. Warum sollte man(n) dieses Risiko so leichtfertig eingehen?


    Mein Bruder hat es jedoch auch so gemacht, er liebt Kinder über alles. Er ist selbst wie ein Kind und wollte auch bald nach der Hochzeit Kinder ohne, dass er vorher lange mit ihr zusammen war. Er baut jetzt ein Haus...ich hoffe nur, dass seine Beziehung hält, denn wenn nicht, zahlt er nicht nur für Kinder, die er nie sieht sondern auch für ein Haus, in dem er nicht wohnt.

    Juan76, vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich verstehe Dich sehr gut und kann alles was Du sagst gut nachvollziehen. Auch an der Stelle ist unsere Situation vielleicht etwas anders: er kann in meinem Fall sicher sein, dass er niemals zum Zahlvater degradiert wird, weil ich einen super Job habe, den ich leidenschaftlich gern mache. Insofern ist klar, dass ich mich nie von ihm aushalten lassen werde oder ihn arbeiten schicke und mich auf die Haut lege. Auch darüber haben wir gesprochen, wir würden beide auf 60/70% gehen und die Betreuung gemeinsam übernehmen. Aber Du hast absolut recht, vor Überraschungen ist man nach nur 1 Jahr nicht gefeit. Aber das ist man leider nie, wie ich lernen musste 😔.


    Danke jedenfalls

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    Es sind ja zwei verschiedene Sachen ob man selbst gerne Ende 30 ist oder ob es darum geht, wie begehrenswert man für einen Mann mit Ende 30 ist. Jedenfalls dem gängigen Klischee nach.

    Danae, das hab ich nicht richtig verstanden, irgendwie...willst Du sagen, dass man mit 36 generell nicht mehr begehrenswert ist😳...auf die Idee würde ja nicht mal ich kommen ;-D .


    Und ich kann für mich wirklich nur sagen, dass ich eher besser als schlechter bei den Herren ankomme, und zwar weil der Babyspeck endgültig ganz weg ist, ich die Haare gezwungenermaßen dunkler trage und mir nen Mutterwitz zugelegt habe über die Jahre. Also bei mir ist wirklich alles gut, bis auf das Kinderthema.

    Ich meinte das es manchmal schwer ist sich unterbewusst wirkenden Klischees zu entziehen. Und ein Klischee besagt das Männer gerne jünegre Frauen haben. ;-) Und bei dir ist es noch mit dem Kinder-Ding verknüpft, daher die Annahme, da könnte sie etwa 90% des Altersproblems in deinem Kopf abspielen.