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    Mir kommt der Mann immer merkwürdiger vor. Du scheinst dein ungutes Bauchgefühl aber zu verdrängen.

    Naja, so richtig gelingt mir das Verdrängen eben nicht, weil ich es ja auch alles etwas merkwürdig finde. Aber was soll ich tun ausser ihn drauf ansprechen?


    Wobei ich ja auch immernoch glaube, dass, wer so getrieben ist, von dem Gedanken, Vater zu werden, mir wohl eher nicht ehrlich sagt, dass er mich verlassen würde, wenn es nicht funktioniert. Denn im Moment geht er ja davon aus, dass es funktionieren wird, er ist daher wohl seinem Hauptziel so nah wie selten vorher. Das wird er nicht riskieren wollen, denke ich.


    Wieder hab ich aber so ein bißchen das Gefühl, dass es in der Beziehung vor allem um sein Interesse geht. An dieser Stelle ist es (anders als bei meinem Ex-Mann) zwar deckungsgleich mit meinem Interesse. Aber wenn ich dieses Interesse nicht erfüllen können sollte: bin ich als Person wieder irrelevant, fürchte ich. Ich weiß es aber nicht, ist eben nur eine Vermutung, und die wird immer ungewiss bleiben, es sei denn, ich teste es.


    Spannend finde ich aber durchaus die nahezu 100% diametralen Einschätzungen der Leser hier im Forum. Genauso zerissen bin ich leider auch irgendwie.

    Vielleicht hat er ja auch Angst, dass DU ihn verlässt, wenn es auch mit ihm nicht klappt mit dem Baby. Er weiß von dir, dass deine letzte Beziehung ( unter anderem) daran zerbrochen ist, dass dein Mann dir deinen Kinderwunsch nicht erfüllen wollte. Nun hast du einen Mann, der offenbar, genau wie du, einen starken Kinderwunsch hat, und das stört dich nun auch, weil du jetzt auf einmal Angst hast, dass er dich verlässt, wenn du kein Baby bekommst?


    Ich verstehe irgendwie nicht, wieso es bei einer Frau, die einen starken Kinderwunsch hat und die deshalb eine Beziehung beendet, weil ihr Mann diesen Wunsch nicht teilt, anscheinend jeder versteht. Aber wenn ein Mann so einen starken Kinderwunsch hat, ist er seltsam?

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    Naja, so richtig gelingt mir das Verdrängen eben nicht, weil ich es ja auch alles etwas merkwürdig finde. Aber was soll ich tun ausser ihn drauf ansprechen?

    kann es eigentlich sein, dass du das viel viel sensibler wahrnimmst, weil deine letzte beziehung genau an diesem thema gescheitert ist?

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    Wobei ich ja auch immernoch glaube, dass, wer so getrieben ist, von dem Gedanken, Vater zu werden, mir wohl eher nicht ehrlich sagt, dass er mich verlassen würde, wenn es nicht funktioniert.

    ach komm... das geht doch auch gar nicht, so eine frage zu beantworten! diese "was-wäre-wenn-fragen" finde ich immer ziemlich müßig, weil jeder die doch nur theoretisch beantworten kann - in einer entsprechenden situation aber vielleicht doch ganz anders reagiert?

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    Ich verstehe irgendwie nicht, wieso es bei einer Frau, die einen starken Kinderwunsch hat und die deshalb eine Beziehung beendet, weil ihr Mann diesen Wunsch nicht teilt, anscheinend jeder versteht. Aber wenn ein Mann so einen starken Kinderwunsch hat, ist er seltsam?

    Es ist doch überhaupt nicht sicher, dass er sie in dem Fall verlassen würde. Die Befürchtung kommt vielleicht primär daher, weil die TE selbst so gehandelt hat. Insofern müsste doch er mindestens genauso große Ängste haben, deswegen verlassen zu werden. Insbesondere, da die TE biologisch ja auch nicht mehr ewig Zeit hat.


    Ich finde es jedenfalls seltsam, ihm einfach so zu unterstellen, dass alles mit dem Nachwuchs steht und fällt. Zumal er sich doch sogar schon damit abgefunden hatte, kinderlos zu bleiben. Das ist doch der beste Beweis, dass der Kinderwunsch für ihn eben NICHT an oberster Stelle steht!


    Und ich finde an ihm auch nichts seltsamer als an all den Frauen mit sehr starkem Kinderwunsch.

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    kann es eigentlich sein, dass du das viel viel sensibler wahrnimmst, weil deine letzte beziehung genau an diesem thema gescheitert ist?

    Klar, ganz bestimmt. Dieses Thema war halt immer sehr präsent im letzten Jahr. Und natürlich habe ich mir selbst auch die Frage gestellt, ob ich meinen Mann verlassen hätte, wenn er nicht gekonnt (statt nicht gewollt) hätte: Ganz eindeutig nein. Letztlich gescheitert ist es daran, dass er null Interesse mehr für mich aufgebracht hat und ein normales Paarleben nicht mehr stattgefunden hat. Wenn es das gegeben hätte, dann wäre ich sicher geblieben. Aber er hat mich auf die lange Bank geschoben und zudem ist nach der Trennung auch noch mein Bauchgefühl bestätigt worden, dass er für eine Kollegin mehr als nur Sympathie hegte....das würde zu weit führen, das jetzt alles auszuführen. Was ich nur sagen will: Ich weiß für mich, dass ich ihn nicht in erster Linie wegen des unerfüllten Kinderwunsches verlassen habe und das weiß auch mein neuer Partner (vielleicht muss ich das aber nochmal betonen).

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    ach komm... das geht doch auch gar nicht, so eine frage zu beantworten! diese "was-wäre-wenn-fragen" finde ich immer ziemlich müßig, weil jeder die doch nur theoretisch beantworten kann - in einer entsprechenden situation aber vielleicht doch ganz anders reagiert?

    Genauso ist es. Ich hätte die Frage: Willst Du für immer bei Deinem Mann bleiben? auch vor 1,5 Jahre mit einem klaren Ja beantwortetet...und dann kam es eben doch alles ganz anders :°( . Insofern werde ich eine solche Frage nie stellen, weil ich weiß, dass die Antwort immer nur im hier und jetzt und unter den Bedingungen des hier und jetzt gegeben wird.

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    Und ich finde an ihm auch nichts seltsamer als an all den Frauen mit sehr starkem Kinderwunsch.

    Das stimmt eigentlich. Wobei die Männer hier im Forum wohl schon eher zu den Skeptikern neigen, was seine Haltung betrifft. Aber da gilt wohl auch: Männer sind nicht Männer und Frauen nicht Frauen :)z


    Ich dachte, ich höre viel von Männern, dass sie sich genauso fühlen, wenn sie Frauen meines Alters daten: Hauptsache ein Erzeuger muss her.


    Das ist bei mir z.B. definitiv nicht so. Mein Leben wäre mit meinem neuen Partner auch schön, wenn ich keine Kinder hätte. Das habe ich ihm auch schon gesagt. Darauf meinte er: Wir sollten es ja aber erstmal in jedem Fall versuchen. Jaaaa.....und schon fühlte ich mich wieder unter Druck gesetzt.

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    Wieder hab ich aber so ein bißchen das Gefühl, dass es in der Beziehung vor allem um sein Interesse geht. An dieser Stelle ist es (anders als bei meinem Ex-Mann) zwar deckungsgleich mit meinem Interesse. Aber wenn ich dieses Interesse nicht erfüllen können sollte: bin ich als Person wieder irrelevant, fürchte ich. Ich weiß es aber nicht, ist eben nur eine Vermutung, und die wird immer ungewiss bleiben, es sei denn, ich teste es.

    Ich würde sagen man kann an vielen Punkte erkennen ob das zutrifft.


    Das müssen ja nicht immer gleich die großen Wünsche sein, auch im Kleinen kannst du ganz leicht merken, ob auch deine Interessen für ihn von Belang sind.


    Wie ist es denn im Bezug auf Hobbys, Freizeitgestaltung, Urlaubsplanung....


    Zieht er sein Ding durch? Nimmst du dich absichtlich zurück? Oder wägt ihr euer beider Belange gegeneinander ab?


    Ich bin mir die ganze Zeit nicht sicher, was dich zu den Zweifeln treibt.


    Ob du aus Angst das Haar in der Suppe suchst oder ob du sehr feine Antennen hast und etwas unausgesprochenes wahrnimmst??? Diese Frage kannst du dir nur selbst beantworten.

    Ich hätte sowohl mit einem Partner als auch einer Partnerin, die ständig mir mit seinem/ihrem Kinderwunsch in den Ohren liegt, ein großes Problem. Vermutlich hätte ich irgendwann mehr keine Lust auf Sex und würde bei jedem erneuten Erwähnen innerlich mich den Augen rollen, vielleicht auch einen Kommentar machen.


    Was ich aber auf jeden Fall machen würde: EIne klare Ansage, zur Not ihn zum Frauenarzt mal mitschleppen und Nachhilfe in bio verpassen lassen. Aber ich würde mir nicht jeden Tag diese Situationen antun.

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    Wie ist es denn im Bezug auf Hobbys, Freizeitgestaltung, Urlaubsplanung....


    Zieht er sein Ding durch? Nimmst du dich absichtlich zurück? Oder wägt ihr euer beider Belange gegeneinander ab?

    Das ist eine gute Frage. Ich würde in der Tendenz sagen, dass er schon "sein Ding durchzieht" und ich mitmache. Aber das liegt auch daran, dass ich alle Dinge, die er macht, gut finde und gern mit dabei bin. Er andersrum z.B. bei meinen Freunden auch. Im Urlaub werden wir uns auch eigentlich immer einig. Hin und wieder wäre mir etwas weniger Action recht, aber das sage ich dann auch.


    Wenn es aber um die Grundsatzfrage "wo wohnen wir" geht, z.B. wird er seinen Wohnort voraussichtlich zu mir verlegen. Dies aber weniger, weil er das mir zuliebe macht, sondern weil sein Job grad wackelt und er Großstadt im Gegensatz zu Kleinstadt interessant findet. Sagt er auch so. Dass ich auch da bin, spielt eher eine untergeordnete Rolle, finde ich irgendwie. Jedenfalls kommt das bei vielen seiner Erwägungen so zum Ausdruck.


    Ich hingegen hätte meinen super Job hier und das Großstadtleben ohne mit der Wimper zu zucken gegen das Leben mit ihm in einer Kleinstadt und einem vielleicht nicht so tollen Job eingetauscht. Das ist eben mein Verständnis davon, wirklich "alles" für den Partner zu tun. Vielleicht muss ich das mal hinterfragen....

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    Ob du aus Angst das Haar in der Suppe suchst oder ob du sehr feine Antennen hast und etwas unausgesprochenes wahrnimmst ??? Diese Frage kannst du dir nur selbst beantworten.

    Tja, das genau ist die Frage der Fragen. Bei meinem Mann hatte ich leider auch überaus feine Antennen was die andere Frau (und jetzige Partnerin) betrifft und bin daher jetzt extrem verunsichert, wann immer mir mein Bauch "seltsam, seltsam" meldet. In der Tendenz merke ich schon, dass ich vieles unausgesprochenes (richtig) wahrnehme, das ist auch Teil meines Berufes. Mir wäre es echt recht, wenn dieses Frühwarnsystem bei mir mal Urlaub machen könnte, will es aber irgendwie nicht.

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    zur Not ihn zum Frauenarzt mal mitschleppen

    Das ist ne super Idee. Das könnte allerdings dazu führen, dass da zwei Spezialisten zum Thema diskutieren. ;-)

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    Wenn es aber um die Grundsatzfrage "wo wohnen wir" geht, z.B. wird er seinen Wohnort voraussichtlich zu mir verlegen. Dies aber weniger, weil er das mir zuliebe macht, sondern weil sein Job grad wackelt und er Großstadt im Gegensatz zu Kleinstadt interessant findet. Sagt er auch so. Dass ich auch da bin, spielt eher eine untergeordnete Rolle, finde ich irgendwie. Jedenfalls kommt das bei vielen seiner Erwägungen so zum Ausdruck.


    Ich hingegen hätte meinen super Job hier und das Großstadtleben ohne mit der Wimper zu zucken gegen das Leben mit ihm in einer Kleinstadt und einem vielleicht nicht so tollen Job eingetauscht. Das ist eben mein Verständnis davon, wirklich "alles" für den Partner zu tun. Vielleicht muss ich das mal hinterfragen....

    Ja, ich denke auch, dass du das dringend hinterfragen solltest. :)z Du hast doch in deiner Exbeziehung eigentlich gemerkt, wohin so eine Selbstaufgabe führt. ":/ Nichteinmal mit all deiner Anpassungsbereitschaft konntest du es wirklich passend machen. Das sollte dir doch an sich bewiesen haben, dass das nicht unbedingt ein zielführender Ansatz ist. Stattdessen hältst du dieses (in meinen Augen falsche) Ideal seltsamerweise weiter hoch und kreidest deinem jetztigen Partner sogar gewissermaßen an, dass er da nicht so unvernünftig handelt. ":/


    Außerdem: Du bekommst jetzt schon die Panik, nur weil er deinen Kinderwunsch teilt und dabei etwas übereifrig ist. Ich möchte nicht wissen, was los wäre, wenn er dir signalisieren würde, dass er sich für dich in jedem beliebigen Punkt verbiegen würde, weil man das - deiner Einschätzung nach - doch bei "wahrer Liebe" gefälligst so machen sollte. ;-)


    Ich muss sagen, dass sich mein Eindruck zunehmend verstärkt, dass du schon ein besonderes Talent zu haben scheinst, imaginäre Haare in der Suppe zu "finden". ":/

    Mich wundert sehr, dass hier der Mann so negativ gesehen wird mit seinem Kinderwunsch. Er gibt sein Leben auf um zu Dir zu ziehen, Eure Beziehung ist perfekt, Ihr harmoniert. Deine Ehe ist auseinander gegangen wegen Deinem Kinderwunsch und jetzt zweifelst Du an Deinem Freund, weil er diesen mit Dir teilt? ":/ also sorry, da suchst Du förmlich nach dem Haken. Klar beschäftigt ihn das Thema, er ist 40. Er möchte mit Dir ein Kind und ja, Kinder schweißen einen doch nochmal anders zusammen. Ich sehe daran nichts verwerfliches. Genießt doch Eure gemeinsame Zeit und freundliche Dich schon mal auf die Schwangerschaft.

    Schon echt sehr bemerkenswert wie weit hier die Ansichten auseinander gehen....ich glaube schon auch dass das damit zu tun hat wer schon Kinder hat und das als erstrebenswert betrachtet und diejenigen die keine haben, vielleicht?


    Beziehungsleben ist das was wir haben aber definitiv schon noch, wir haben ja auch mal andere Themen...😉