• Er grapscht und macht nun einen auf Opfer

    Hallo! Ich (33) bin mit einem älteren Mann (61; verheiratet) ganz gut befreundet. Wir sind ehemalige Arbeitskollegen und haben uns auch damals schon gut verstanden. Seit einigen Jahren arbeitet er woanders und trotzdem haben wir regelmäßig Kontakt und schreiben täglich ein paar Nachrichten über whattsapp oder telefonieren auch mal. Sonst getroffen…
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    Beruflich haben wir nichts miteinander zu tun.

    Das ist sehr gut und erleichtert die Sache ungemein.

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    Ich vermute ja fast, dass er doch "mehr" im Sinn hatte, denn als ich ihm die Abfuhr wegen dem Anfassen gegeben habe hat er ja zuerst so getan als ob das alles GANZ normal war und bei Freunden wie Händeschütteln und Umarmen üblich ist. Als er merkte dass das nicht zog hat er ja sogar zugegeben dass man in seinem Freundeskreis sowas auch nicht macht... Es verletzt mich halt, dass ich von jemandem den ich als guten Freund gesehen habe, anscheinend für doof und naiv gehalten werde.

    Ich verstehe das sehr gut und weiß, was du damit meinst, denn ich bin mit so jemanden aufgewachsen. Der hat "rein zufällig" immer cholerische Anfälle bekommen, um seinen Willen durchzusetzen, und andere Sachen. Eine Mischung aus direktem Einschüchterungsverhalten durch Gewalt und Androhung selbiger, aber auch viel "verbale Manipulation". Man sollte als davon Betroffener (= wenn man mit solchen Menschen zu tu hat) aufpassen.


    Gerade dieses fast wahllos wirkende Umschwenken auf eine neue andere Strategie, wenn die erste ("das ist doch ganz normal unter Freunde") nicht zieht, das du beschreibst, ist Standard. Auch das wieder neue Umschwenken, dass er eine "sachliche Aussprache" mäöchte ist ein neuer Knopf, den er bei dir drückt, in der Hoffnung, dass er ans Ziel kommt. Es wird durchprobiert solange bis der andere "zuckt" oder knallhart bleibt. ... Ihm den kompletten Zugriff auf dich zu nehmen (durch Nichtreaktion ihm gegenüber, also nicht antworten; ihn nicht treffen) ist m E. die Variante, mit der man solche Menschen am schnellsten los wird - auch wenn da evtl. noch sehr wütende Versuche von ihm kommen könnten, wenn er ahnt, dass seine Felle wegschwimmen und er keine Kontrolle über dich herstellen kann. Das soll dich nicht beunruhigen - nur dass du nicht überrascht bist, falls das passiert. Vielleicht zieht er sich auch sehr schnell zurück (das würde ich dir wünschen).


    Du hattest in einem deiner ersteren Beiträge gesagt, dass er das alles nicht tun würde, wenn er dich respektieren würde. Das ist eine sehr wichtige eigene Erkenntnis, die du da gehabt hast imho. ... Es fehlt der normale Grundrespekt vor anderen bei solchen Menschen und es zählen für so tickende primär ihre eigenen Bedürfnisse (für die andere Mittel zum Zweck sind). Das heißt nicht, dass sie auf der anderen Seite nicht auch nett und entgegenkommend sein können, aber das ist nur eine Seite der Maske. Die andere Seite lernst du so wie du jetzt kennen, wenn du dich seinen Bedürfnissen (deren Erfüllung) widersetzt. Man bekommt von diesen Menschen immer eine Funktion/ eine Rolle zugedacht. Erfüllt man die unbewusst = alles gut; erfüllt man die unbewusst nicht = Sanktionen bzw. Verdruss bei der Person (wird nicht immer offen gezeigt)


    Du überlegst, ob er mehr wollte ... mein Eindruck ist, dass er dir die Rolle zugedacht hatte, dass er sich da bei dir bedienen kann und du das hinnehmen ("dich nicht so anstellen") oder das gar toll finden (dich geschmeichelt fühlen) sollst.

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    Da hilft es mir sehr eine objektive Meinung von Dritten zu hören :)z

    Das ging mir sehr ähnlich, selbst wenn man das Muster dahinter für sich schon erkannt hat. Es ist auch sehr empfehlenswert, sich andere Sichtweisen dazu zu holen, die möglichst neutral sind, also keine manipulativen Zwecke verfolgen.

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    Es verletzt mich halt, dass ich von jemandem den ich als guten Freund gesehen habe, anscheinend für doof und naiv gehalten werde.

    M.E. war es mutig von dir, dass du ihm sinngemäß geschrieben hast, dass er dich sexuell belästigt hat und du dir sowas verbittest. Und du hast für dich entschieden, dass du mit so jemandem keine Freundschaft (und auch sonst keinen Kontakt) wolltest. Wenn du nicht als doof und naiv gelten willst, dann bleibe dabei.


    An deiner Stelle würde ich, wie du es ja wohl schon mal dir vorgenommen hattest, auf Nachrichten von ihm nicht mehr reagieren. Es ist doch alles gesagt und du WILLST (völlig zurecht) dich nicht mit ihm treffen und auch nicht mit ihm diskutieren (beim Diskutieren ist er dir womöglich überlegen, danach wirst du dich schrecklich fühlen). Wenn du meinst ihm noch irgendwas schreiben zu müssen (wie gesagt, ich verstehe immer nicht, wie andere es schaffen, jemanden so zu manipulieren, dass er im Gespräch bleibt, auch wenn er sich vorher vorgenommen hat das zu lassen), dann schreib ihm 1x, dass alles gesagt ist und es darüber nichts mehr zu diskutieren gibt, UND DANN SENDEPAUSE. Da braucht es auch gar keinen pathetischen Kontaktabbruch iSv "schreib mir nie wieder". All sowas ist unsouverän und dient nur dazu dass du dich da weiter reinschraubst.

    Ehrlich gesagt

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    Da hilft es mir sehr eine objektive Meinung von Dritten zu hören :)z

    das kann hier nach meinem Empfinden niemand anbieten, egal wie die Meinung zum Thema ausfällt. Niemand war dabei, keiner von uns kennt euch persönlich. Auch unter den Poklapsen gibt es nach meiner Einschätzung solche und solche. Ein flappsiger Klaps im Überschwang, welcher Freude diesem entsprungen sein mag, wäre für mich etwas völlig anderes als ein sanftes rüber streicheln oder längeres verharren der Hand in Bruchteilen. Ich denke als Frau hat man dafür ein gewisses Gespür, wie sowas gemeint sein könnte oder wie es ankommen soll. Kommt aber vielleicht auch darauf an, wie erfahren man selbst mit solchen Situationen/Gesten ist oder ob man körperlichen Kontakt zwischen nicht Verwandten, sehr sehr engen Freunden zulassen kann oder würde, bzw. es grundsätzlich nicht mag körperlich berührt zu werden, und es nur in einer Partnerschaft für sich genießen kann.


    Jeder Mensch hat andere körperliche Grenzen für sich, auch eine andere Art der Scham oder Feingefühl. Das ist so für sich völlig akzeptabel und bedarf keiner Rechtfertigung.

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    M.E. war es mutig von dir, dass du ihm sinngemäß geschrieben hast, dass er dich sexuell belästigt hat und du dir sowas verbittest.

    Hm, auch das würde ich nicht per se unterstellen wollen. Ein Mann der dies vor hat oder antesten will, ob die bisherigen Grenzen sich weiter verschieben lassen würde das nicht spontan ohne Weiteres in der Öffentlichkeit tun.

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    Ich (33) bin mit einem älteren Mann (61; verheiratet) ganz gut befreundet. Wir sind ehemalige Arbeitskollegen und haben uns auch damals schon gut verstanden. Seit einigen Jahren arbeitet er woanders und trotzdem haben wir regelmäßig Kontakt und schreiben täglich ein paar Nachrichten über whattsapp oder telefonieren auch mal. Sonst getroffen haben wir uns aber eigentlich nicht - höchstens wenn er mal zufällig in der Näher war ist er kurz in meinem Büro vorbeigekommen bzw. ich bei seinem.

    Hier frage ich mich, allerdings von beiden Seiten - wie war es mögilch, dass sich zwei Menschen die über Jahre regelmäßigen Kontakt haben sich gegenseitig so dermaßen falsch in ihren Grenzen und im Verhalten miteinander verschätzen konnten. Es ist nicht provokant gemeint oder belehrend, ich möchte es wirklich verstehen. Trotz fortgeschrittenen Alters war ich in so einer Situation genau 2 Mal, (aber da war noch mehr dahinter) und es waren für mich völlig fremde Personen.


    Bei mir vertrauten und bekannten Leuten kam so ein großes Missverständnis nie vor. Die die mal den Po klapsten konnten es einschätzen, dass ich darauf nicht negativ reagiere (weibliche wie männliche Personen der engeren Kreise), alle anderen haben es nie versucht.

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    M.E. war es mutig von dir, dass du ihm sinngemäß geschrieben hast, dass er dich sexuell belästigt hat und du dir sowas verbittest.

    Es wäre für diese spezielle Situation vielleicht besser gewesen es kurz und knackig direkt aus dem Moment abzuklären. Ich bin mir fast sicher, dass es hintendran nicht so eskaliert wäre. Aber dafür ist es nun offenbar zu spät.


    Ich könnte mir von Seiten des Mannes auch vorstellen (ich maße mir hier nicht an darin mehr zu sehen), dass er für sich selbst erschrocken war als Deine Mail bei ihm eintraf, und er gedachten haben könnte, 'Oh man da hab ich mich gerade in was rein geritten, wenn sie (ehemalige Kollegin), ihm das so zutraut und über mich so denkt.' Natürlich alles spekuliert, aber jemand der sich über Jahre eben nicht dreist und übergriffig benimmt, und an einem eher unspektakulären Tag im Überschwang mal über die Grenzen geht, muss nicht gleich den Frontalangriff in Sachen, die Kleine ist schön naiv und da versuch ich jetzt mal was, gestartet haben.


    Möglich, dass er deswegen beschwichtigen wollte und es runter spielte, um dem Ganzen nicht dieses übergriffige und sexuelle Verhalten zu geben. Wer weiß vielleicht war er selbst noch nie in so einer Situation sich einer guten Freundin oder seid ihr eher lose Bekannte? rechtfertigen zu müssen. Auch da passieren verbal Fehler, es gibt gekränkte Eitelkeiten, Menschen benehmen sich aus völlig unnötigen Gründen hintendran gesehen unfähig um nicht zu sagen bescheuert.


    Kann ich für mich auch nicht ausschließen, das solche Ausfallerscheinungen oder schlechte Kommunikation Dinge erst einmal verschlimmbessern. Aber gute Freunde habe ich dadurch eben noch nicht verprellt oder so falsch eingeschätzt, dass es dadurch zum Bruch kam. Vielleicht fällt es mir deswegen im Moment noch schwer diese Eskalation zwischen euch zu verstehen. Und nein ich bin kein Gutmensch, der alles und jeden versteht. Dennoch versuche mich diffenziert beiden Seiten gedanklich zu nähern. Was nicht ausschließt völlig daneben zu liegen.


    Aber hier gab es eine sehr negative Dynamik und ich weiß nicht, wenn ihr beidseitig rechtzeitig deeskalierend gedacht/gehandelt hättet, ob das Ganze nicht so hätte enden müssen. Auch an solchen Situationen bemerke ich, dasss dieser ganze schriftliche Kram, zumal in öffentlichen Medien der virtuellen Welt Grenzen schneller senkt und Missverständnisse fast vorprogrammiert sind. Jemand den ich in Mimik und Gestik vor mir habe, mit dem ich ein offensichtliches Problem aufklären will, treffe ich besser persönlich und das hat sich für mich so bewährt.

    @ Danada

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    Ich glaube manch einer hat schon gemerkt dass ich eher zu der etwas unsicheren Sorte Mensch gehöre :=o

    Dann gib dir Mühe, das zu ändern, werde sicherer und eindeutiger in deinen Einschätzungen und wehrhafter in deinem Verhalten zu werden. Und nein, das meine ich nicht als neuen Schuldvorwurf in dieser Sache, sondern ich denke, es kommt dir in allen Bereichen des Lebens zugute. Im Job, privat, mit der Familie, Freunden, im Umgang mit allen möglichen Menschen, egal ob Kollegen, Behörden, etc. Ein selbstsichereres Verhalten schützt dich auch viel besser davor, z.B. mal Opfer von Mobbing zu werden. Denn sonst gibt das so einen selbstverstärkenden Mechanismus aus den Angriffen/Sticheleien/Kritik des einen, und einem Rückzug/Opfergefühl des anderen.


    Es gibt da so ein Drama-Dreieck:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Dramadreieck


    das z.B. auch in dem Buch "Ja zum Nein" (Kirstin Nickelsen, Wirtschaftsmediatorin) mit genannt wird.

    Zitat

    Auf der einen Seite steht ich voll für Sachen ein und bin überzeugt und unterstütze andere tatkräftig und gebe Ratschläge, aber bei mir selber (also wenn es in den persönlichen Bereich geht) bin ich oft unsicher und schüchtern und verliere mich schnell in Emotionen...

    Emotionen wären doch ne hilfreiche Sache (wenn auch Ärger dabei ist, die meiner Meinung nach am wenigsten verzichtbare Emotion im Umgang mit anderen), aber ich finde, sie sollten näher am Geschehen sein. Und für den Moment gelten. Ist der Moment vorbei, kann sich auch die Emotion wieder ändern.

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    Da hilft es mir sehr eine objektive Meinung von Dritten zu hören :)z

    Meine Meinung: Meinungen können nie objektiv sein. Sondern Meinungen sind immer subjektiv, das steckt schon im Wort mit drin.


    Und es kommt dazu: wir alle hier kennen die Schilderung des Sachverhaltes nur aus deinen Worten. Der Stil deiner Darstellung legt nahe, dass du dich dabei um Objektivität bemühst, aber es ist immer noch deine Darstellung. Die Darstellung des Mannes, der mit dir in Konflikt steht, z. B. haben wir hier nicht. Die Darstellung eines Dritten auch nicht. Also noch nicht mal drei subjektive Meinungen von Leuten, die dabei waren und es jeweils aus ihrer Perspektive wahrgenommen haben. Auch die Texte oder Schreiben nicht, die ja dann ausgetauscht wurden. Nein, das ist keine Aufforderung dazu, nur eine Feststellung. Und ja, das gilt für die meisten Fäden hier, ist also inhärent für solche Foren.


    Dies begrenzt auf natürliche Weise die Aussagekraft auch der Tipps, Ratschläge, Meinungen, Beurteilungen hier auf med1. Ein gute/r Streitschlichter/in oder Mediator/in hingegen hört sich immer beide Seiten an. Ein Anwalt würde dich recht einseitig beraten, was möglich ist, aber ein erfahrener auch die Argumente der Gegenseite vorausdenken. Ein Gericht würde Zeugen vorladen und auch den Angeklagten, sich alles anhören und ein Urteil sprechen. Wäre die Richterin/der Richter objektiv? Nein, ganz sicher auch nicht.

    @ Phytonist:

    Ich habe ihm damals als er mich spontan besuchen kam mehrmals gesagt dass ich leider gleich eine Besprechung und deshalb wenig Zeit habe. Als der Klaps passierte war ich schon sehr spät dran und hätte nicht die Zeit gehabt das erst einmal mit ihm auszudiskutieren. Oder meinst du ich hätte meinem Chef sagen sollen "sorry, ich kann nicht kommen - ich habe hier einen Klaps zu klären"?!


    Außerdem ist es sehr einfach zu sagen, dass man das in der Situation direkt hätte klären soll. Klar - du hast dabei völlig Recht - sowas ist die mit Abstand beste Lösung! Aber man muss dabei auch bedenken, dass ich a) spät für meinen Termin dran war, b) sowas an meinem Arbeitsplatz nicht erwarte und c) sowas bisher nicht mal annährend Teil der Freundschaft war. Ich glaube da muss man auch verstehen, dass ich erst einmal perplex und sprachlos war. Und wie gesagt habe ich es ihm dann kurze Zeit später (nach der Besprechung) auch direkt geschrieben dass ich es nicht ok fand und sowas unpassend und unangemessen fand. Ich habe ihm aber nicht geschrieben dass ich in deshalb verabscheue, als Perversen abstemple oder es als sex. Belästigung sehe! Daraufhin hatte er ja wie gesagt nicht mehr geantwortet... Eine einfache Entschuldigung hätte ja gereicht, aber stattdessen hat er mir einreden wollen dass sowas doch "normal" ist und meinte dann nur irgendwann "okay, ich entschuldige - auch wenn ich nicht weiß für was" und drehte den Spieß dann sogar so um dass ICH mich bei IHM entschuldigen sollte...


    Außer acht lassen sollte man auch nicht, dass er mich nun im Nachgang auch mehrfach verbal angegriffen hat weil er es als "riesen Vertrauensbruch" sieht dass ich mit meiner besten Freundin darüber gesprochen habe. Dabei kennen die beiden sich nicht mal. Ist es nicht meine Sache wenn ich über persönliche Dinge mit jemandem spreche?! Muss ich ihn da um Erlaubnis fragen und mir vorschreiben lassen mit wem ich sprechen darf und mit wem nicht? Es ist nicht so dass ich seine "Geheimnisse" oder sowas weitererzähle - er stellt sowas und den Klaps aber auf eine Stufe.


    Natürlich ist ein Klaps nicht so ein riesen Ding, aber wenn man nicht respektiert, dass jemand sowas als Anfassen sieht und nicht möchte dann wird darauf zwangsläufig eine riesen Sache. Es geht mittlerweile auch nicht mehr um den Klaps an sich sondern um Respekt, Vertrauen und Wertschätzung.

    So oder so: ich habe ihm nun geschrieben (beim Anruf ist er nicht rangegangen) dass ich nicht glaube dass man die Freundschaft wieder reparieren kann und von meiner Seite einfach das Vertrauen weg ist. Von seiner Seite ja eh da ich mit meiner Freundin darüber gesprochen habe anstatt es direkt mit ihm zu klären (dass er auf meine Nachricht nicht reagierte und auch bei meinem Anruf an besagtem tag nach der Besprechung tagelang nicht zurückrief ist zählt natürlich nicht - seiner Meinung nach hätte ich es dann Tage später weiter probieren mit ihm in Kontakt zu treten da ICH ja ein Problem mit dem Klaps hatte ":/ ).


    Natürlich bin ich wütend aber vorallem enttäuscht - ich habe gedacht ich wäre ihm wichtig und nun glaube ich eher er hat mich immer für ein dummes ding gehalten dass man wahllos manipulieren kann.


    Für mich ist die Freundschaft erledigt und das habe ich ihm nun mitgeteilt. Zukünftig werde ich aber jedenfalls nicht mehr so viel einfach schlucken und über Dinge hinwegsehen nur um nicht wegen allem einen Aufstand zu machen. Das führt offensichtlich nur dazu dass der andere den Respekt verliert und glaubt "Macht" über mich zu haben.

    Schön zu hören, daß Du das ganze jetzt ordnen und einordnen kannst. :)^


    "weil er es als "riesen Vertrauensbruch" sieht dass ich mit meiner besten Freundin darüber gesprochen habe." Aha. Dann war der Klaps also aus seiner Sicht doch eine Vertraulichkeit.


    Noch eine Bemerkung: Natürlich warst Du ihm wichtig! Aber in einem anderen Sinn, als Du es dachtest. Der Umgang mit Dir als deutlich jüngere Frau war gut für sein Ego. Deswegen benimmt er sich jetzt so unreif.

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    Ein Mann der dies vor hat oder antesten will, ob die bisherigen Grenzen sich weiter verschieben lassen würde das nicht spontan ohne Weiteres in der Öffentlichkeit tun.

    Da irrst du dich.

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    Ich habe ihm aber nicht geschrieben dass ich ... es als sex. Belästigung sehe!

    Doch, so hast du es empfunden und genau so kam deine Mail bei ihm an, deswegen hat er ja so darauf reagiert. Das ist sehr peinlich, wenn einem sowas vorgeworfen wird, und wenn du das dann auch noch rumerzählst, das mag man nicht so stehenlassen.

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    Ein Mann der dies vor hat oder antesten will, ob die bisherigen Grenzen sich weiter verschieben lassen würde das nicht spontan ohne Weiteres in der Öffentlichkeit tun.

    Doch. Das schwächt in seinen Augen den Grad an Vertraulichkeit und die sexuelle Deutbarkeit etwas ab.


    Wenn er das in einem schummrigen Flur eines ansonsten leeren Gebäudes, also spät nach Dienstschluß z.B. gemacht hätte, wäre das doch sehr viel deutlicher als Übergriff bei Dir angekommen, hätte Dir vielleicht sogar Angst gemacht. Er hätte da viel wahrscheinlicher mit einer deutlichen und lauten Zurückweisung rechnen müssen. Die (teilweise) Öffentlichkeit kam ihm hier bei diesem Test entgegen.


    Und er hat vielleicht auch ganz bewußt ausgenutzt, daß Du in Eile warst.

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    Ein Mann der dies vor hat oder antesten will, ob die bisherigen Grenzen sich weiter verschieben lassen würde das nicht spontan ohne Weiteres in der Öffentlichkeit tun.


    Da irrst du dich.

    Da magst Du natürlich recht haben, ich habe nicht alle möglichen Situationen im Leben er- und durchlebt, um das allseitig beurteilen zu können.


    Mir ging es hier um diese ganz spezielle Situation zwischen den beiden Protagonisten. Sie auf dem letzten Level noch im Büro unter Zeitdruck stehend, weil pünktlich zu einer Besprechung unterwegs.


    Er als Mann der davon weiß, und den Poklaps eher als Geste gemeint haben könnte (bin ja nicht seine Person), na dann auf ein nächstes Mal, Mädel beeil Dich damit Du pünktlich auf dem Stuhl sitzt und Klaps hinten drauf.


    Vielleicht bin ich in einer anderen Art sozialisiert worden, unsere Familie und auch der Freundeskreis war einfach sehr locker und humorig unterwegs, da wurden auch Anverwandte (Schwager, Schwäger, erwachsene Cousinen oder Cousins) mal abgekitzelt, im Sommer beim Baden auf den Po geklatscht, ich als junge Azubine von älteren Lehrfacharbeitern (jüngere und auch deutlich ältere) umarmt, wenn die Leistungen gut waren oder eben auch mal auf den Po geklapst, damit ich nen Gang schneller einschalte bei der Arbeit.


    So Gesten wurden verstanden, wenn die zwischenmenschliche Chemie gepasst hat und da gab es auch keine persönlichen Interessen, die auf Anmache oder in der Richtung ausgelegt waren. Möglich, dass ich aus solchen Erfahrungen heraus, diese Situation völlig anders bewertet und gelöst hätte.


    Aber jeder Jeck ist anders und empfindet persönliche Grenzen für sich enger oder im Einzelfall weiter. Das ist völlig in Ordnung so, und auch das man diese deutlich nach außen signalisiert.

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    Ich habe ihm damals als er mich spontan besuchen kam mehrmals gesagt dass ich leider gleich eine Besprechung und deshalb wenig Zeit habe. Als der Klaps passierte war ich schon sehr spät dran und hätte nicht die Zeit gehabt das erst einmal mit ihm auszudiskutieren. Oder meinst du ich hätte meinem Chef sagen sollen "sorry, ich kann nicht kommen - ich habe hier einen Klaps zu klären"?!

    Verwechselst du da Diskutieren und Emotionen zeigen? Bei Emotionen ist ja nichts zu klären und auch nichts nachzudenken. Ärger ausdrücken geht in wenigen Sekunden, z.B. hier mit zwei Emoticons: :(v>:(


    Und es ist ein einseitiges Senden ohne Warten auf die Reaktion des anderen. Es ist einfach nur ein nonverbales Ausdrücken von "Ich ärgere mich über dein Verhalten." Bei Kindern kann man solche Emotionen oft am besten beobachten. Emotionen sind weder Diskutieren noch Rechtfertigen.


    Und sonst setzt jeder seine Prioritäten selbst. "Entschuldigung, ich werde mich um etwa 5 min verspäten, ich habe hier eine dringende Angelegenheit, die mir jetzt wichtig ist. Bitte fangen Sie schon an." oder eben "Können Sie den Augenblick warten? Ja? Danke für ihr Verständnis."


    Dann kann dem Chef völlig egal sein, was der Grund war. Und die Gründe können da ja sehr vielfältig sein. Die eine Mitarbeiterin macht noch nen Umweg über die Toilette vor dem 3 Stunden Meeting (Tampon wechseln vergessen). Die andere wechselt ihre Strumpfhose, weil die zerrissen ist oder holt andere Schuhe aus dem Auto, weil ein Absatz abgebrochen ist. Und die wieder nächste braucht noch ne Kopfschmerztablette und 5 min Ruhe. Für Männer kann es vergleichbare Gründe geben. Bei Rückfrage: "War eine private Sache, die sich nicht aufschieben ließ und die mir wichtig war, damit ich im Meeting den Kopf frei habe."


    Es gibt also schon Reaktionen. Aber wenn du anders entschieden hattest, dann hast du deine Prioritäten eben anders gesetzt.


    Das soll keine Kritik sein, nur eben mal Alternativen, wie es mit Souveränität auch geht.

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    Und sonst setzt jeder seine Prioritäten selbst. "Entschuldigung, ich werde mich um etwa 5 min verspäten, ich habe hier eine dringende Angelegenheit, die mir jetzt wichtig ist. Bitte fangen Sie schon an." oder eben "Können Sie den Augenblick warten? Ja? Danke für ihr Verständnis." (...) Bei Rückfrage: "War eine private Sache, die sich nicht aufschieben ließ und die mir wichtig war, damit ich im Meeting den Kopf frei habe."

    Sorry, aber das ist doch komplett realitätsfremd. Entweder man zeigt dem grabschenden äh klapsenden Mann spontan den Vogel oder eben nicht. Die TE war, wie sie nun mehrfach glaubhaft versichert hat, schlichtweg perplex. Also ist sie in ihr Meeting gegangen. Ich wüsste nicht was das mit (falscher) "Prioritätensetzung" zu tun haben sollte.

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    Bei Rückfrage: "War eine private Sache, die sich nicht aufschieben ließ und die mir wichtig war, damit ich im Meeting den Kopf frei habe."

    ;-D mit dieser Erklärung bekommt man gerade als Frau (aber auch als Mann) ganz bestimmt keine Probleme beruflich. ... Mal ernsthaft: Wendest du deine Ratschläge auch selbst an oder machst du einfach gerne theoretische Brainstorm-Spiele auf der Suche nach möglichst anderen Reaktionen, als sie der jeweilige TE gezeigt hat, ohne Interesse daran, ob deine Ideen auch realistisch sind.

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    Da hilft es mir sehr eine objektive Meinung von Dritten zu hören :)z

    Die Meinung von Kitsune finde ich alles andere als "objektiv". Ich würde sagen, es ist Frauenversteherei.


    Unter diesem Gesichtspunkt kann ich auch verstehen, dass sie Dir gefällt. Er schreibt das, was Du hören willst.