@Oldie49

    Zitat

    Schön, liebe Lurchella,


    ich liebe erfüllte Prophezeiungen - vor allem, wenn sie von mir kamen - und erinnere mich, dass du die so gar nicht glauben wolltest. Ein glückliches Weihnachtsfest wünsche ich dir.

    Wir beide wissen, welchen grossen Anteil Du daran hattest, dass sich die Prophezeiung erfüllen konnte ;-) Ohne Deine Hilfe hätte ich es wohl kaum soweit gebracht. Danke!


    Ich wünsche Dir und Deiner Familie auch ein frohes Weihnachtsfest und weiterhin Erfüllung indem was Du so selbstlos für Menschen in tust. :)^

    @ Linala

    Zitat

    Deine Geschichte zeigt auf schöne Art und Weise, dass man vor allem bei sich bleiben muss, dann wird schon alles gut.

    Das ist richtig und was mir auch geholfen hat, war die Unterstützung hier sowie auch die kritischen Kommentare. Es gab ja Gründe, die bei mir lagen, dass ich in eine solche Geschichte erlebt habe. Ich habe mich danach wirklich versucht auf mich zu konzentrieren, auf das was ich will, was ich ändern möchte und mich auch ganz tief liegenden Ängsten gestellt. Habe auch gelernt Hilfe anzunehmen, die mir dann in einer ganz tollen Person zuteil wurde. Dadurch habe ich mich getraut Dinge zu tun, die vorher für mich unüberwindbare Hindernisse waren. Mein Blickwinkel hat sich auch verändert und so wurde der Weg frei zu einem guten Leben.

    @CoteSauvage

    ** Aber ich versteh nicht wieso du den Kontakt zu diesem Ex nicht konsequenter abblockst. OK, aus Neugier kann man sich ja anhören was aus ihm geworden bist, und von mir aus kannst du auch Genugtuung empfinden dass es ihm schlechter geht. Aber dann "und Tschüss". Ihn noch zu etwas beraten, was soll das denn ??


    Die Geschichte ist bald eineinhalb Jahre her. In dieser Zeit habe ich ihn genau 2x gesehen. Einmal per Zufall und einmal, weil er eine fachliche Beratung gewünscht hat. Das erste Mal konnte ich ja schlecht verhindern und das zweite Mal habe ich nur meinen Job gemacht. Ich habe ihm fachliche Hilfestellung gegeben, so wie ich es auch bei all meinen anderen Kunden mache. Für mich war dieser Kontakt rein professionell und so habe ich es ihm auch zu verstehen gegeben. Gut möglich, dass er was anderes bezweckt hat mit diesem Beratungsgespräch. Das kam ja dann zum Ausdruck, als er versuchte persönlich zu werden. Ich habe das ignoriert und bin in keiner Art und Weise auf diese Schiene aufgesprungen. Was mir aber auch nicht schwer fiel, da er für mich nur noch ein alter Bekannter ist.


    Es ist nicht meine Art ewig nachtragend zu sein und wenn ich jeglichen Kontakt abblocke, würde es ihm nur zeigen, dass ich immer noch verletzt bin. Und das bin ich nicht. Es hat weh getan damals, aber da sich danach für mich alles zum Guten gewendet hat, kann ich ihm nicht wirklich mehr böse sein. Ja, er war ein Arsch damals, aber das Karma hat ihn eingeholt. Vielleicht lernt er was daraus.


    Ich gönne ihm auch nicht, dass er sich durch sein unüberlegtes Handeln, in eine bescheidene Lage manövriert hat. Er tut mir sogar ein bisschen leid, weil er sich immer noch abstrampelt und nicht weiss, wohin sein Weg führen soll. Weil er, mit über 50 Jahren immer noch nicht angekommen ist im Leben. Und irgendwie belustigt es mich, dass er immer wieder mal auf mich zurück greifen will. Aber darauf bilde ich mir nichts ein und weiss das schon richtig einzuschätzen. Wahrscheinlich immer wenn ihn die Einsamkeit gar arg drückt fällt ihm wieder ein, dass es mich noch gibt und er kontaktiert mich. Zum Teil auch mit fadenscheinigen Gründen. Das kommt nur alle paar Monate mal vor und damit kann ich gut leben, weil es mich kaum tangiert. Und ich geh ja auch nicht wirklich auf diese Kontaktversuche ein. So habe ich mich nicht mit ihm zum Essen getroffen oder beim Skifahren, als er das wollte. Wenn er wen braucht, der sein Ego wieder aufrichtet, dann soll er sich ne andere dafür suchen.


    Lustig ist ja auch, dass er mich nie nach meinem Privatleben fragt. So als ob er ausblendet, dass ich ja wieder vergeben sein könnte ;-) Also geht es von seiner Seite aus nicht wirklich um mich, sondern wieder mal nur um ihn. Und das kenn ich ja nun wirklich bis zur Genüge und es ist mir egal. Wenn er meint, dass er das braucht, dass er mir alle paar Monate wieder näher kommen will, dann soll er das so machen. Ich brauch ja nicht darauf einzugehen und das tu ich auch nicht. Ich kontaktiere ihn auch nie von mir aus oder versuche den Kontakt aufrecht zu erhalten. So dass er auch immer wieder für längere Zeit abbricht, von mir ausgehend. Für mich ist dieser Mann wirklich nur noch eine Randnote in meinem Leben.

    Zitat

    Es ist nicht meine Art ewig nachtragend zu sein und wenn ich jeglichen Kontakt abblocke, würde es ihm nur zeigen, dass ich immer noch verletzt bin.

    Nö, das sehe ich anders (aber das macht nichts, ich bin ein ganz anderer Typ als du ;-) ). Für mich ist Vergangenheit Vergangenheit und fertig. Ich lebe in der Gegenwart. Mit jemandem, der mir in der Vergangenheit blöd gekommen ist, will ich nichts mehr zu tun haben. Dafür rechtfertige ich mich nicht. Wenn ich selbstständig bin suche ich mir meine Kunden aus. Und mit so einem Ex würde ich nichts mehr zu tun haben wollen - wie gesagt, bis auf die Befriedigung meiner Neugier, was aus ihm geworden ist. Mir tut so jemand später auch nicht leid, er ist mir schlichtweg egal.

    Zitat

    Lustig ist ja auch, dass er mich nie nach meinem Privatleben fragt. So als ob er ausblendet, dass ich ja wieder vergeben sein könnte ;-) Also geht es von seiner Seite aus nicht wirklich um mich, sondern wieder mal nur um ihn

    Och, ich denke eher, dass er durchaus befürchtet, dass es dir, auch beziehungsmäßig, gut geht. Wahrscheinlich strahlst du es aus dass du mit dir und deinem Leben zufrieden bist. Das kann bitter sein, wenn man selber eher auf dem absteigenden Ast ist.

    Zitat

    Wenn er meint, dass er das braucht, dass er mir alle paar Monate wieder näher kommen will, dann soll er das so machen.

    Aber brauchst du es?

    Zitat

    Für mich ist dieser Mann wirklich nur noch eine Randnote in meinem Leben.

    Für mich an deiner Stelle würde es sich am besten anfühlen wenn der Mann nicht mehr präsent wäre in meinem Leben.

    @CoteSauvage

    Zitat

    Ich lebe in der Gegenwart

    Auch ich lebe in der Gegenwart und dennoch habe ich eine Vergangenheit ;-) Und genau diese Vergangenheit hat mich ja zu dem gemacht, was ich heute bin. Da die Entwicklung durchaus positiv für mich war, ich einiges über mich gelernt habe und das Erlebte mit diesem besagten Mann sozusagen der Tropfen war, der mein persönliches Fass zum überlaufen brachte, sehe ich die Vergangenheit nicht so, dass ich sie komplett ausblenden müsste ;-).

    Zitat

    Für mich ist Vergangenheit Vergangenheit und fertig. Ich lebe in der Gegenwart. Mit jemandem, der mir in der Vergangenheit blöd gekommen ist, will ich nichts mehr zu tun haben.

    Das ist Dein gutes Recht. Und ja, wir haben einen unterschiedlichen Umgang mit Verletzungen in der Vergangenheit, was aber wirklich nichts ausmacht. Jeder Mensch tickt anders ;-) . Dein Umgang damit mag für dich richtig und gut sein, für mich bedeutet es aber, dass mit dieser Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Haltung auch die eigenen Anteile wegnegiert werden. Dass man nicht sehen will, was der eigene Anteil am Erlebten ist. Und sollte man wieder das Selbe erleben, dann einfach wieder so verfährt: Weg mit dem, der mir blöd gekommen ist, aus den Augen aus dem Sinn, nur nicht bei sich selber hingucken ;-) Ich gebe zu, dass ich manchmal Menschen bewundere, die so ticken wie Du, die so klar die Welt in schwarz und weiss trennen können. Weil sie es bestimmt einfacher haben im Leben. Wenn man allerdings an einen Punkt angekommen ist, an dem buchstäblich nichts mehr geht, dann bringt einem diese Haltung nicht weiter. Schön, dass Du damit bisher gut zurecht kommst.

    Zitat

    Wenn ich selbstständig bin suche ich mir meine Kunden aus.

    Ich bin aber nicht selbständig ;-) Und kann mir darum meine Kunden nicht aussuchen. Mein Chef würde es wohl auch kaum verstehen, wenn ich einen Kunden ablehne, aus ihm nicht bekannten Gründen. Und mein Chef weiss nicht, das da mal was Privates war zwischen Herrn XY und mir. Das muss er auch nicht wissen ]:D Er ist mein Chef und nicht mein Seelsorger ;-)

    Zitat

    Wenn er meint, dass er das braucht, dass er mir alle paar Monate wieder näher kommen will, dann soll er das so machen.

    Zitat

    Aber brauchst du es?

    Ganz klar nein. Ich vermisse überhaupt nichts, wenn wir wieder mal ne kontaktlose Phase haben, die eh immer von mir aus geht, da ich gar nicht interessiert bin an Kontakt. Ich verschwende keinen Gedanken an meinen Ex-Freund. Er ist tatsächlich Vergangenheit, die manchmal präsent wird, wenn er sich meldet. Dann geht eher so eine Art Spiel los ;-) Ich bin etwas neugierig, was jetzt kommt, was er versuchen wird, ob er die alt bekannten Muster abspielt. Immer mit dem Bewusstsein, dass ich jetzt die Zügel in der Hand halte und ihn auflaufen lassen kann, wenn ich das denn will ]:D Ich habe das bisher nie gemacht, weil er durch seine Entwicklung, die bisher eher negativ war, schon genug bestraft ist. Aber sollte er den Bogen überspannen und meine Signale des Ignorierens und nicht auf sein Avancen eingehen falsch deuten, dann werde ich ihm auf's Auge drücken, dass ich in einer sehr glücklichen Beziehung bin mit einem Mann, der mich nicht belügt und verarscht. Der weiss, was er will, im Leben steht und mich auf Händen trägt, weil er mich und meine Person schätzt. Der nicht einfach so mal aufgrund einer Midlife-Crisis seine Beziehung und seinen Top-Job hinwirft und danach jammert, weil er Fehlentscheidungen getroffen hat. Er hat es schwer genug, darum brauche ich nicht so klare Worte. Aber sollte es nötig sein, dann werde ich Klartext reden.

    Zitat

    Für mich an deiner Stelle würde es sich am besten anfühlen wenn der Mann nicht mehr präsent wäre in meinem Leben

    Er ist ja auch noch kaum präsent für mich. Mein Partner ist um ein vielfaches präsenter, ich denke nur an meinen Ex, wenn er sich gerade mal wieder in mein Leben drängt ;-) . Das war letzte Woche so, als ich diese Beratungsgespräch mit ihm hatte und wie ich ihn dabei wahrgenommen habe. Ich war wirklich an einem Punkt, wo ich dachte: mit diesem Mann könnte ich nie mehr, wir passen komplett nicht zusammen, was hat mich damals geritten, dass ich so gelitten habe, dass ich einen Faden hier im Forum wegen ihm aufgemacht habe. Der Faden hat mir damals sehr geholfen und hat mir viel gebracht, Die Tipps, Anregungen und Meinungen haben mich sehr bestärkt und mich schlussendlich das Richtige tun lassen. Ich glaube kaum, dass ich das je alleine auf die Reihe gekriegt hätte.


    Habe eben in einem Faden quergelesen, wo es um eine Frau ging, die sich von ihrem Mann getrennt hat und wo anschliessend vermutet wurde, dass es ein Fake ist. Oldie49 wurde als Zeuge der Echtheit des Fadens benannt. Worauf einige User seine Wahrhaftigkeit und seine Kompetenz in Lebensberatung angezweifelt haben. Ich kann nur bestätigen, was er darauf schrieb. Er sucht sich aus, wem er helfen will, indem er diejenigen Personen per PN anschreibt und hält es offen, ob die Person, die Hilfe annehmen will.


    Nimmt die Person die Hilfe an, dann ist er stets selbstlos zur Stelle. Er unterstützt, gibt Rat, regt zum Nachdenken an. Wenn es brennt, dann auch stündlich. Oldie49 ist einfach nur unglaublich :-) :)* x:)


    Auch mir hat er vor eineinhalb Jahren Hilfe geboten. Hat mich in unzähligen Mails unterstützt, mir Hilfe geboten, mir neue Ansichten aufgezeigt.


    Es ist nicht fair, seine Kompetenz anzuzweifeln, er hat selbst viel erlebt, Scheisse und Glück. Und das macht ihn kompetent: Lebenserfahrung und Wissen. Ich habe noch nie in meinem Leben eine kompetentere, lebenserfahrene, tolerante, selbstlose und geduldigere Person angetroffen. Mir persönlich hat er sehr weitergeholfen und ist massgeblich daran beteiligt, dass ich meinen Weg und mein Glück gefunden habe.


    Sorry, für den langen Post

    Ich danke Dir und allen, dass dieser Faden genau zur für mich richtigen Zeit wieder aufgetaucht ist. Habe mir vorgenommen alles über Weihnachten durchzulesen. Vielleicht hilft er mir genauso weiter wie Dir.


    Schöne Feiertage Euch :)*

    Lurchella + CoteSauvage


    Ich grätsche mal so dazwischen, hoffe es ist ok @:).


    Ich finde Euer Gespräch sehr interessant.


    Ich verstehe Euch Beide, tendiere aber selbst auch eher zu dem Verhalten von lurchella. Wenn ich sie richtig verstehe auch aus fast denselben Gründen.


    Was Personen aus meiner Vergangenheit angeht, mit denen mich mal viel verbunden hat, die mich emotional sehr beschäftigt haben, mit denen ich in engen Beziehungen war etc...und die mich sehr verletzt haben - dann forciere ich selbst ein Wiedersehen nicht. Aber ich verwehre es auch nicht wenn es von dem Anderen kommt.


    Und das nicht, weil ich damit nicht abgeschlossen hätte, es hier um Verzeihen oder so ginge, ich meine Meinung geändert hätte - oder die Person mich sonst noch irgendwie tangiert.


    Sondern deswegen, weil ich sehen (reflektieren) möchte, welche Entwicklung ich seit dem durchgemacht habe. Und selbst wenn man das auch so merkt und weiß, so ist es oftmals sehr interessant, dies auch nochmal fast greifbar zu sehen/erleben.


    Denn das hier:

    Zitat

    Ich war wirklich an einem Punkt, wo ich dachte: mit diesem Mann könnte ich nie mehr, wir passen komplett nicht zusammen, was hat mich damals geritten, dass ich so gelitten habe, dass ich einen Faden hier im Forum wegen ihm aufgemacht habe. (lurchella)

    Habe ich genauso auch schon erlebt in der Vergangenheit. Nicht unbedingt auf einen Faden bezogen, sondern generell.


    Das es mich dann regelrecht erschreckt welch großen (emotionalen) Einfluß diese Person auf mich hatte. Und dann stelle ich mir die Frage was war mit mir bloß los? Warum habe ich meinen eigenen Weg, mich selbst, so verlassen können?


    Heißt, so ein Wiedersehen hat gar nicht mal so viel mit der anderen Person zu tun, sondern viel mehr mit mir selbst.


    Aber so habe ich das bei Dir auch verstanden, lurchella?


    Wobei das andererseits natürlich nur bestimmte Personen betrifft - bei anderen wieder die mal in meinem Leben waren und aus diversen Gründen heute nicht mehr, da ist das dann wieder so wie bei Dir, CoteSauvage.

    @wave_seven

    Zitat

    Das hat hier doch aber auch niemand getan?

    Das ist richtig, das hat in diesem Faden keiner getan. Ich bezog mich auch auf einen anderen Faden und weil ich den gestern kurz überflogen habe und da Oldie49 angezweifelt wurde (auch von Usern, die hier mitschreiben) habe ich spontan Stellung dazu bezogen. Es war sehr OT ;-)


    Da es beim Update meiner Geschichte auch darum geht Danke zu sagen und ein Feedback zu geben, wie sehr die Unterstützung der User hier nützen kann, konnte ich nicht anders, als Oldies Bild ins rechte Licht zu rücken.

    @Isabell

    Zitat

    Sondern deswegen, weil ich sehen (reflektieren) möchte, welche Entwicklung ich seit dem durchgemacht habe. Und selbst wenn man das auch so merkt und weiß, so ist es oftmals sehr interessant, dies auch nochmal fast greifbar zu sehen/erleben.

    Absolut richtig. Genauso ist es mir beim Treffen ergangen. Sehr gut beschrieben Isabell

    Zitat

    Heißt, so ein Wiedersehen hat gar nicht mal so viel mit der anderen Person zu tun, sondern viel mehr mit mir selbst.

    Ja darum ging es mir. Ein Feedback zu geben, was die Unterstützung hier aus mir gemacht hat. Meine Geschichte weiter zu erzählen und vielleicht jetzt noch Verzweifelten zu zeigen, dass es sich lohnt, was zu ändern, eigene Anteile anzuschauen und schwierige Zeiten durchzustehen. Wenn man dann alles richtig gemacht hat wird man einen Punkt kommen, wo man gelassen auf die Vergangenheit blickt und auch Verletzungen akzeptieren kann, ohne dass es weiterhin schmerzt.

    Zitat

    Und ja, wir haben einen unterschiedlichen Umgang mit Verletzungen in der Vergangenheit, was aber wirklich nichts ausmacht.

    Das seh ich natürlich genauso wie du!

    Zitat

    für mich bedeutet es aber, dass mit dieser Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Haltung auch die eigenen Anteile wegnegiert werden. Dass man nicht sehen will, was der eigene Anteil am Erlebten ist. Und sollte man wieder das Selbe erleben, dann einfach wieder so verfährt: Weg mit dem, der mir blöd gekommen ist, aus den Augen aus dem Sinn, nur nicht bei sich selber hingucken ;-) Ich gebe zu, dass ich manchmal Menschen bewundere, die so ticken wie Du, die so klar die Welt in schwarz und weiss trennen können. Weil sie es bestimmt einfacher haben im Leben. Wenn man allerdings an einen Punkt angekommen ist, an dem buchstäblich nichts mehr geht, dann bringt einem diese Haltung nicht weiter.

    Da sind einige interessante Gedanken drin, ich versuch mal, das für mich aufzudröseln:


    Ich finde meine Sichtweise nicht schwarz/weiß, ich würde das eher "konsequent" nennen (klar, klingt positiver, "sw" klingt so als wäre man zu blöd zu differenzieren ;-) )


    Ich negiere die eigenen Anteile nicht weg, wenn ich Menschen, die mir nicht gutgetan haben, aus meinem künftigen Leben incl meinen Gedanken ausschließe. Es trifft zwar in der Tat zu, dass ich nicht dazu neige, die Hauptschuld bei mir zu suchen, wenn eine Beziehung verkorkst läuft, wenn es zu einer Trennung kommt usw. Aber wenn es eine Konfliktlage in meinem Leben gibt, analysiere ich das, dann löse ich es und dann ist es eben fertig. Ich hatte es auch schon, dass es dann Jahre später zu einem "klärenden Gespräch" kam - da habe ich dann im einen Fall meine Neugier befriedigt (für Versöhnung war da für mich kein Raum), und in anderen 2 Fällen die mir gerade erinnerlich sind, war das eher eine versöhnliche Aussprache, was aber in beiden Fällen meine damalige Bewertung nicht geändert hat. Es war für mich ein angenehmes Gefühl, aber es wäre nicht "nötig" gewesen.


    Ich kann mich nicht erinnert, in Beziehungsdingen denselben Fehler 2x gemacht zu haben. Ich erinnere mich schon ausreichend, was mir mal nicht gutgetan hat.


    Was du mit dem "Punkt (...), an dem buchstäblich nichts mehr geht" meinst ist mir nicht ganz klar, auch nicht inwiefern an so einem Punkt meine "Methode " nicht mehr klappen sollte.

    Zitat

    Ich bin aber nicht selbständig ;-) Und kann mir darum meine Kunden nicht aussuchen.

    OK, das wusste ich natürlich nicht. Wenn er jetzt zB einen Antrag auf Sozialhilfe stellen wollte und du die für ihn zuständige Sachbearbeiterin wärst, wäre das saublöd, aber nicht zu ändern, das ist klar.

    Zitat

    Er ist tatsächlich Vergangenheit, die manchmal präsent wird, wenn er sich meldet. Dann geht eher so eine Art Spiel los ;-) Ich bin etwas neugierig, was jetzt kommt, was er versuchen wird, ob er die alt bekannten Muster abspielt. Immer mit dem Bewusstsein, dass ich jetzt die Zügel in der Hand halte und ihn auflaufen lassen kann, wenn ich das denn will ]:D Ich habe das bisher nie gemacht, weil er durch seine Entwicklung, die bisher eher negativ war, schon genug bestraft ist. Aber sollte er den Bogen überspannen und meine Signale des Ignorierens und nicht auf sein Avancen eingehen falsch deuten, dann werde ich ihm auf's Auge drücken, dass ich in einer sehr glücklichen Beziehung bin mit einem Mann, der mich nicht belügt und verarscht. Der weiss, was er will, im Leben steht und mich auf Händen trägt, weil er mich und meine Person schätzt. Der nicht einfach so mal aufgrund einer Midlife-Crisis seine Beziehung und seinen Top-Job hinwirft und danach jammert, weil er Fehlentscheidungen getroffen hat. Er hat es schwer genug, darum brauche ich nicht so klare Worte. Aber sollte es nötig sein, dann werde ich Klartext reden.

    Da ticken wir anscheinend auch unterschiedlich.


    An "Spielen" mit einem Ex habe ich null Interesse. Sowas kann auch nach hinten losgehen, selbst wenn man meint man hätte die Zügel in der Hand. Die blöden Muster, unter denen ich in der verkorksten Beziehung leiden musste, gebe ich mir nicht freiwillig ein weiteres Mal. Einem Ex gebe ich keinerlei Gelegenheit, den Bogen zu überspannen. Ich gehe ihm aus dem Weg soweit ich kann, dann brauch ich auch nicht Klartext zu reden.


    Ich hab schon so ein bisschen das Gefühl, dass du deine Überlegenheit ihm gegenüber jetzt ein bisschen auskosten willst. Vielleicht ist die Trennung noch zu frisch, um diesbezüglich cool zu bleiben. Man sollte da mit sich selber aber auch nicht zu hart ins Gericht gehen ;-), also was solls!

    Zitat

    Sondern deswegen, weil ich sehen (reflektieren) möchte, welche Entwicklung ich seit dem durchgemacht habe. Und selbst wenn man das auch so merkt und weiß, so ist es oftmals sehr interessant, dies auch nochmal fast greifbar zu sehen/erleben.

    Also wenn ich etwas reflektieren will, dann kann ich das auch tun, ohne nochmal auf jemanden zu treffen, der mich mal verletzt hat. Der andere Punkt ist: Ich denke nicht, dass ich "reflektiere, welche Entwicklung ich seit einem bestimmten Zeitpunkt durchgemacht" habe. Das gibt mir irgendwie nichts ":/ Wenn mein Leben schön verläuft, mit meiner Beziehung oder meinem Singleleben alles bestens ist, es keinen Krach mit Freunden gibt, im JOb alles harmonisch läuft, "reflektiere" ich überhaupt nicht. Und wenn was blöd läuft, analysiere ich das, was gegenwärtig blöd läuft. Dazu muss ich in der Regel nicht darauf zurückgreifen, welche Entwicklungen ich durchgemacht habe - sondern vielleicht sogar eher, welche Entwicklungen ich (noch) nicht durchgemacht habe. ZB wenn mich ein Verhalten irritiert und ich draufkomme, dass es mich deswegen über die Maßen irritiert, weil mich mit so einem Verhalten mal jemand sehr verletzt hat.

    Zitat

    Das es mich dann regelrecht erschreckt welch großen (emotionalen) Einfluß diese Person auf mich hatte. Und dann stelle ich mir die Frage was war mit mir bloß los? Warum habe ich meinen eigenen Weg, mich selbst, so verlassen können?

    Da bin ich offenbar großzügiger mit mir selbst. Entweder ich tue nichts was mich später erschreckt, oder ich erschrecke nicht über was was ich mal getan habe ;-D

    CoteSauvage

    Zitat

    Ich kann mich nicht erinnert, in Beziehungsdingen denselben Fehler 2x gemacht zu haben. Ich erinnere mich schon ausreichend, was mir mal nicht gutgetan hat.

    Zitat

    Die blöden Muster, unter denen ich in der verkorksten Beziehung leiden musste, gebe ich mir nicht freiwillig ein weiteres Mal.

    Vielleicht ist das so ein 'Schlüsselpunkt' - zumindest was mich angeht (kann ja nicht für lurchella sprechen):


    Bei mir haben sich Muster (Fehler meinerseits) leider wiederholt. Bis ich knapp 40 war. Und dies, obwohl ich mich so oft davon weg sah. Ich war dennoch ganz schnell wieder in dem alten Muster. Fast jedesmal schlimmer als zuvor.


    Und diese Erkenntnis hat mich, ab einem gewissen Punkt, fast schon traumatisiert - gar nicht die Expartner in ihrer Persönlichkeit, sondern mein Verhalten. Der Glaube "Diesmal ist es anders - diesmal bist Du anders" - und es war letztendlich doch dasselbe Muster und es riss mich jedesmal ein Stück tiefer. Damals hat es mich ja sogar veranlasst mich bezüglich der Nähe einer Liebesbeziehung über einige Jahre hinweg völlig zu entziehen.


    Das waren so ca. 3 Jahre Kampf, bis ich einem Ex wieder begegnet bin. Näheren Kontakt hatte. Und ich erkannte, dass ich mich wirklich verändert hatte - und ich fühlte mich frei.


    Und nach weiteren 5 Jahren fand ich meinen heutigen Partner. ;-) - darf ich jetzt auch mal diesen Smilie benutzen? x:) - ;-).


    Seit dem weiß ich für mich, dass manche Wiederbegegnungen für mich selbst einfach nicht verkehrt sind.

    Zitat

    Da bin ich offenbar großzügiger mit mir selbst. Entweder ich tue nichts was mich später erschreckt, oder ich erschrecke nicht über was was ich mal getan habe

    Das hat für mich nichts mit "Großzügigkeit gegenüber mir selbst" zu tun, sondern damit, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ich mir 'sowas' antun konnte, mich einem solchen Leid ergeben habe.

    Zitat

    Da bin ich offenbar großzügiger mit mir selbst. Entweder ich tue nichts was mich später erschreckt, oder ich erschrecke nicht über was was ich mal getan habe

    Ja, das ist bei mir ganz genauso.


    Ich ticke da ganz genauso.

    Zitat

    Das waren so ca. 3 Jahre Kampf, bis ich einem Ex wieder begegnet bin. Näheren Kontakt hatte. Und ich erkannte, dass ich mich wirklich verändert hatte - und ich fühlte mich frei.

    Ja, das ist ganz klar ein Beispiel für einen positiven Effekt. Da war eben auch noch was Negatives vorhanden, was noch nicht abgearbeitet war (deine Muster, und das Erkennen dieser Tatsache).

    Zitat

    Das hat für mich nichts mit "Großzügigkeit gegenüber mir selbst" zu tun, sondern damit, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ich mir 'sowas' antun konnte, mich einem solchen Leid ergeben habe.

    Hm, ich hätte gedacht es hat was damit zu tun, wie man die eigenen Handlungen bewertet. Ich finde es eigentlich nie rückblickend falsch was ich mal getan habe. Ich bin eben jetzt so schlau wie ich 2016 bin, 2009 war ich eben so schlau wie ich 2009 war, da hatte ich die ganzen Erkenntnisse von 2010 bis 2016 noch nicht.


    Aber immer wieder in die gleichen schlimmen Muster zu verfallen ist schon "falsch", insofern verstehe ich auch dass man darüber erschrecken kann wieso man mehrmals den gleichen Fehler macht.

    Zitat

    Und nach weiteren 5 Jahren fand ich meinen heutigen Partner. ;-) - darf ich jetzt auch mal diesen Smilie benutzen? x:) - ;-).

    Das finde ich sehr schön :)^ Aber ich denke auch, dass man zumindest die Chance hat bei der Partnerwahl mit zunehmender Lebenserfahrung immer besser zu werden. Und eine Rolle spielt auch, wie gut man seinen Frieden mit dem Singleleben gemacht hat. Und wie offen man nach zahlreichen Fehlversuchen noch/ wieder ist.

    @ Isabell

    Zitat

    Und diese Erkenntnis hat mich, ab einem gewissen Punkt, fast schon traumatisiert - gar nicht die Expartner in ihrer Persönlichkeit, sondern mein Verhalten. Der Glaube "Diesmal ist es anders - diesmal bist Du anders" - und es war letztendlich doch dasselbe Muster und es riss mich jedesmal ein Stück tiefer.

    Wir haben ähnliche Lebensgeschichten, darum empfinden wir die Dinge gleich.


    Ich habe zwar Fehler in Beziehungen nicht ständig wiederholt, da ich sehr lange mit meinem Ex-Mann zusammen war (23 Jahre). Die Beziehung nach meiner Scheidung war aber der emotionale Supergau. Ich habe es ja schon mal angedeutet in diesem Faden. Es war eine missbräuchliche, manipulative On-Off-Beziehung, die mich total an meine Grenzen brachte und mein Selbstbewusstsein arg beschädigte. Ich brauchte fast 5 Jahre um mich daraus zu befreien. Und danach traf ich ständig auf den selben Typ Mann, es waren immer irgendwelche kaputten Typen und die faszinierten mich auch noch %:| . Meine Freundin sagte immer, dass ich einen Hang zu Pflegefällen habe ;-D Wenigstens war ich mittlerweile so schlau, dass ich mit keinem von denen was angefangen habe. Dann kam mein Ex-Freund und erschien mir ganz anders. Irgendwie bodenständig, geerdet, ein bisschen langweilig zwar, aber Drama hatte ich vorher ja bis zur Genüge. Und dann stellt sich heraus, dass das wieder so ein Problemhaufen ist, der nicht weiss, was er will. Ich war echt am Boden zerstört, dass es wieder nicht gut ging.


    Wenn ihr mir nicht geholfen hättet, dann hätte ich wieder ewig etwas nachgetrauert, was sowieso nie gepasst hat. Ich hätte es mir passend gemacht und versucht alles schön zu reden. So war mein Muster bei der On-Off-Beziehung.


    Dieses Muster konnte ich nun ablegen, weil ich mich verändert habe.

    Zitat

    Und nach weiteren 5 Jahren fand ich meinen heutigen Partner. ;-) - darf ich jetzt auch mal diesen Smilie benutzen? x:) - ;-).

    Ich freue mich sehr für dich @:) Insbesondere, da ich absolut nachfühlen kann, wie befreiend es ist, wenn man endlich den Mann gefunden hat, der passt.

    @CoteSauvage

    Zitat

    Ich finde es eigentlich nie rückblickend falsch was ich mal getan habe.

    Wow! Also das kann ich von mir nicht behaupten ;-) Gerade in meiner On-Off-Beziehung habe ich ganz viel falsch gemacht. Ich wusste sogar, dass es falsch ist und trotzdem habe ich es getan. Und der grösste Fehler war mangelnde Konsequenz. Wahrscheinlich kannst Du das nicht nachvollziehen, da Du eben ein sehr konsequenter Mensch bist.


    Mein Fehler war, dass ich eben gegenüber anderen Menschen grosszügig war, aber nicht gegenüber mir selbst.

    Zitat

    Aber ich denke auch, dass man zumindest die Chance hat bei der Partnerwahl mit zunehmender Lebenserfahrung immer besser zu werden. Und eine Rolle spielt auch, wie gut man seinen Frieden mit dem Singleleben gemacht hat. Und wie offen man nach zahlreichen Fehlversuchen noch/ wieder ist.

    Da hast Du absolut recht :)^ Das Schlimmste ist die Hoffnung aufgeben. Ich finde es sehr wichtig, auch nach Fehlschlägen nicht aufzugeben und offen zu bleiben. Aber eben auch bei sich hinzuschauen, damit sich Muster nicht wiederholen.