• Er hatte einen Kurschatten, bin am Boden zerstört

    Hallo zusammen, ich hoffe ich bekomme hier Zuspruch und Tipps. Weiss echt nicht mehr weiter. Im Februar habe ich einen Mann kennengelernt. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Nach Wochen sind wir uns auch näher gekommen. Ich war wirklich mal wieder glücklich und zufrieden. Er war es begrenzt. So richtig verliebt schien er mir nicht. Aber…
  • 109 Antworten

    schnitte123


    Nur soviel zu dem, was ich aus meiner damaligen 'Escapade' gelernt habe (bzw. mir noch viel deutlicher wurde als vorher schon):


    Ein Mensch, der sich wirklich und echt verliebt – der kommt nicht damit an, dass er Beziehungsängste hat. Entweder verliebt man sich erst gar nicht, weil man aus verschiedenen Problematiken heraus nicht offen dafür ist oder man verliebt sich und dann sind einem vorher vielleicht vorhandene Ängste völlig egal, dann steht an alleroberster Priorität das 'Objekt der Begierde' und nichts Anderes.


    Und: Er hat sich ja verliebt, in seinen Kurschatten und so wie ich es verstanden habe, wäre er mit ihr auch zusammengegangen wenn es möglich gewesen wäre. Du tust es jetzt als "vorrübergehende Schwärmerei" ab, er übernimmt das natürlich gerne, weil es ihm hilft darüber hinwegzukommen....


    Und wer sich nicht verliebt, der wird auch nicht irgendwann lieben, nur weil es eventuell auf allen sonstigen Ebenen so gut passt.

    Zitat

    Aber man kann viel dazu beisteuern, dass dem anderen klar wird, doch zu lieben.

    Über diese Aussage bin ich auch gestolpert. Schon fast vermessen, oder? Einem anderen Menschen klar machen zu wollen was er fühlt? Sehe ich ähnlich wie dieKruemi, das ist ein Grenzen niedertrampeln....


    Unsere Erfahrungen unterscheiden sich in einigen Punkten erheblich wie ich jetzt vermehrt feststelle.


    Er wußte damals einfach nicht was er wollte – ich habe ihn gelassen. Aber jedes Mal wenn ich mich zurückzog, weil es mir zu viel wurde, kam er an mit "Nein, gehe nicht, ich verliebe mich doch gerade in Dich". Oder als es um eine örtliche Entscheidung meinerseits ging und ich haderte wegen dieser doch sehr komischen Beziehungskonstellation – hat er mich überredet. ....


    Weißt Du, wie ich letztendlich damit umging? Auf eine sehr ungesunde Weise: Mein Selbsterhaltungstrieb, mein besseres Wissen überwog und so sabotierte ich die Beziehung mehr oder weniger unbewußt. Bis es eskalierte, er mich rausschmiß und letztendlich nach den ganzen Jahren bis heute noch als den "unschuldigen Part" an der ganzen Sache sieht.


    All' das habe ich vor allem mir selber angetan, weil ich es nicht schaffte mich trotz besseren Wissens klar zu positionieren, meine eigenen Grenzen nicht einzuhalten, weil er ja doch immer wieder ankam und ich mich überzeugen ließ.


    Dumal hat recht, hier geht es um einen Prozess der nicht von heute auf Morgen geht. Dennoch hilft ein wenig schubsten vielleicht doch dabei ;-).


    Tue Dir nicht an, was ich mir damals angetan habe @:). Als es endgültig zu Ende war und ich litt wie fast nie zuvor – da habe ich nicht gelitten weil ich ihn ja "ach so liebte", sondern deswegen, wie ich mich selber so demütigen und verraten konnte, mein eigenes Selbstbewußtsein so in den Keller gehen lassen konnte.


    Wäre er damals angekommen und hätte auf Knien um entschuldigung gebeten – ich hätte ihn mit Vergnügen rausgeschmissen und mir wäre es sofort besser gegangen. Und das ist keine Liebe :|N :|N

    schnitte123


    Meiner Meinung nach vermischst Du da zwei Punkte, die absolut getrennt gehören.


    Er lernt ganz gewiss nicht durch eine Therapie Dich zu lieben. Was er durch eine Therapie (er)lernen kann, ist mit Gefühlen richtig umzugehen – aber nicht sie zu erzeugen.


    Oftmals hört oder liest man (auch hier im Forum schon öfter mal), dass sich ein Partner nach einer (Langzeit)Therapie getrennt hat. Die Verlassenen jammern dann: "Er/sie hat sich wegen der Therapie entliebt" – seltenst ist das aber so, sondern der Therapierte hat einfach gelernt mit Gefühlen die vorher schon da waren oder eben nicht da waren, anders umzugehen, Verhaltensmuster zu ändern usw..


    Und:


    Du vergleichst Deine/Eure jetztige Situation mit Deiner Ehe, das ist aber doch ein Äpfel/Birnen-Vergleich. Denn ich gehe mal davon aus, dass Dein Ex-Mann und Du damals mehr oder weniger gleichermaßen verliebt ward, Euch geliebt habt. Aber das liegt doch hier gar nicht vor.


    Er hat einfach nicht das Gefühl für Dich, was in den Raum der "beziehungsfäigen Liebe zwischen zwei Menschen" passt.

    Zitat

    Frau versucht den Mann von seinen Gefühlen zu überzeugen. Entweder er hat sie oder eben nicht. Er hat es dir ja wortwörtlich gesagt und du übergehst seine Ansage total.


    Ich glaube das meinte Krümi. Er will sich nicht an dich binden, sagt dir das auch, hat eine Frau auf der Kur kennengelernt und endlich erkannt, dass er noch fühlen kann und.... ja, du glaubst zu wissen, dass er einfach noch Zeit braucht.

    ganz genau so meinte ich das.

    Zitat

    Er hatte mir bereits sehr für gesagt, dass er diese Ängste hat.


    Als wir nach Wochen dann intim wurden und er bei mir übernachtet hat, sagte er morgens beim frühstücken zu mir: Es macht mir Angst und gleichzeitig ist es schön, das ich hier so sitze mit dir beim Frühstücken. Wie ein Pärchen. Ich weiss nicht, ob ich es jemals nur noch schön finden kann (also ohne Angst).


    Meine Antwort darauf war: ja verstehe, wir geben uns Zeit. Ich bin mir sicher, dass du es irgendwann nur noch schön findest. Stresse dich nicht mit diesem Ziel.

    Du überträgst Gefühlslagen, die er vor einiger Zeit hatte, in das Heute! So geht das nicht. Er war vorher im Gefühlschaos, trat dann eine psychosomatische (oder so ähnliche) Kur an und das erste, was er im Anschluß daran macht, ist sich von dir zu trennen! Daher akzeptier das erstmal, dass es seine Entscheidung ist, eben NICHT mehr mit dir zusammen zu sein. Er hatte dort Abstand und Zeit und Hilfe, sich über seine Gefühle im Klaren zu sein. Und das hat ihn leider -entgegen deiner Hoffnungen- dir nicht näher gebracht sondern dazu geführt, dass er die Beziehung mit dir beendet, weil er nicht genügend Gefühle für dich hat. Er hat sich nicht aus Angst vor einer Beziehung getrennt, sondern aufgrund mangender Gefühle.

    DieKruemi


    :)z :)^


    Das Problem ist aber nur, dass er sich nicht wirklich abgrenzt wenn ich schnitte richtig verstehe. Also ich verstehe das nicht so, dass sie ihm jetzt massiv hinterherrennen würde, sondern dass er sie nur zu gerne weiter in seinem Leben hat.


    Deswegen kam ich auch auf den Vergleich zu meiner damaligen Situation.


    Das ist nämlich nicht vergleichbar mit einer völlig einseitigen Sache, sondern damit, dass da zwei Menschen sind, die sich einfach auf unterschiedlicher Ebene "wollen" und verzweifelt versuchen diese Ebenen zusammenzubringen.

    Eigentlich kannst du einem nur ganz furchtbar leid tun. Du versuchst in ihm was zu erwecken, was er für dich nicht empfindet und bleibst stur bei deinen Ansichten. ":/ Jede normal tickende Frau wäre SPÄTESTENS nach der Kurschattensache weg. Aber du nicht. Du tust dir selber weh und man kann nur hoffen, daß der Therapeut dir schnell helfen kann.


    Ich hatte auch mal eine Freundin, die tickte monatelang ähnlich. Der Mann wollte partout nicht, aber sie liess sich nicht beirren. Das war schrecklich, das war peinlich, sie war nur noch ein Häufchen Elend. Aber dann hat sie irgendwann die Kurve gekriegt, als er eine Freundin hatte. Da war dann nichts mehr mit schönreden. Sie sah ein, daß einseitige Liebe absolut nichts bringt. :|N