Er ist depressiv - hat das ein Sinn?

    Folgendes :


    Ich bin seit ein paar Wochen mit einem Jungen zusammen, ich kannte ihn schon vorher ein paar Jahre doch es hat jetzt erst gefunkt. Es war auch alles in Ordnung, doch einmal als wir uns trafen war er auf einmal schräg, wir lagen im Bett und er hat sich einfach nicht bewegt, nicht wirklich auf meine Fragen geantwortet, wenn dann nur einsilbig mit : ja, nein, ok ... Nun ja, ich habe ihn darauf angesprochen und er meinte er wüsste auch nicht warum er so komisch wäre, aber es läge nicht an mir. Wir haben unser Treffen beendet und ich habe mir trotzdem den Kopf zerbröselt .


    Ich habe ihn dann per Chat gefragt ob er irgendwie depressiv sei und er antwortete mit Ja, aber es wüsste niemand .. ich habe weiter nichts dazu gesagt weil ich dachte vielleicht kriegen wir das hin..


    Die letzten Tage kam es aber wieder dazu dass er von einen auf den anderen Moment wieder so schräg war. Ich habe ihm gestern gesagt dass ich nicht weiß ob und wie ich damit umgehen sollte und er meinte nur ich sollte mich entscheiden, ob ich noch will oder nicht. Ich denke diese Art kommt von dem Verhältnis zu seinen Eltern (da läuft es wohl nicht so gut) .. aber ich will ihm auch nicht sagen er solle zur Therapie gehen, das würde er mir nur ausschlagen. Ich weiß einfach nicht weiter, ich hatte noch nie so eine Beziehung zu einem Jungen - sonst war alles in Ordnung..


    Ich hab ihn relativ gern und will auch das es funktioniert aber wie soll das funktionieren ?


    Habt ihr Erfahrungen mit depressiven Männern ?


    Habt ihr ihm beigestanden oder seid ihr gegangen ?


    Ich weiß nicht ob ich es kann, finde es schrecklich abgewiesen zu werden :-(

  • 8 Antworten

    Überleg doch einmal ganz nüchtern: er müßte von sich aus den Wunsch haben, dies therapeutisch anzugehen. Das könnte Erfolg haben, guten, mäßigen, gar keinen. Wir können nicht hellsehen.

    Zitat

    und er meinte nur ich sollte mich entscheiden, ob ich noch will oder nicht. Ich denke diese Art kommt von dem Verhältnis zu seinen Eltern (da läuft es wohl nicht so gut) ..

    Super. Da ist er ja feinstens raus aus der Sache....


    Und überläßt auch noch dir die Entscheidung. Schon allein das bezeugt, wie wichtig du ihm auch wirklich bist. Bleibst du, ist es gut, aber wenn du gehst ist es auch gut, er hat es eh geahnt (und pflegt damit einen Minderwertigkeitskomplex, der ihm ins Ohr flüstert, er hätte es eh geahnt, er macht sich damit die sich selbst erfüllende Prophezeiung).


    Ich würde da für mich überlegen, ob ich mein Leben so verbringen will. Diese quälenden Situationen werden immer wieder auftauchen, und irgendwann kippt das Ganz vielleicht auch noch mit den Wort: du hast es doch so gewollt.


    Das Leben stellt immer wieder verschiedene Türen auf, durch die man gehen kann. Manchmal geht man durch die falsche und muß dann nach einem Irrweg zurückgehen, um grundsätzlich die Richtung zu wechseln, weil man auf dem Irrweg nicht das gefunden hat, was man wirklich wollte. Irrweg können schmerzlich sein, manche Menschen verrennen sich so, dass sie dabei 3 x um den Äquator wetzen, bis sie sagen, nö, ich wollte eigentlich mit einem Partner doch lieber einfach nur vom Deich auf die Nordsee sehen..


    Solange ER hier nicht aktiv wird, weil er seinen Zustand verbessern will, bist du auf dem Äquatortrip....

    Ich sehe eher das Problem, dass Depressive oder Personen mit Persönlichkeitsstörung den Lebensgefährten gerne als Mittelpunkt und Anker ihres Lebens ernennen. Der Partner wird dann verantwortlich für Glück und Traurigkeit des anderen. Das kann dahinführen, dass bei jedem kleinen Streit die Welt in Trümmern bricht und/oder die Person mit Suizid droht. Spielt noch eine Persönlichkeitsstörung wie Borderline mit ein, dann wird auch gerne die Drohung manipulativ eingesetzt.


    Das muss natürlich nicht auf deinen neuen Freund zutreffen und erst recht trifft es nicht auf jeden Depressiven oder persönlichkeitsgestörten Menschen zu, aber es gehört oftmals zum Krankheitsbild. Denn in der Krankheit versuchen sich die Menschen der Verantwortung ihres Lebens zu entziehen und es auf jemand anderen "abzuwälzen". Und das ist dann meist der Partner. Natürlich gibt dieser auch in normalen Beziehungen Halt, aber jeder ist noch für sein Handeln und Denken selbst verantwortlich.


    Ich persönlich würde dem ganzen nur unter der Prämisse eine Chance geben, wenn die Person sich zeitnah Hilfe suchen möchte (also selber will!).


    Meiner Erfahrung nach ist die Teufelsspirale in eine Depression zu manifestiert, als dass die meisten Personen selbstständig wieder raus kommen. Und bis ihr Leidensdruck zu groß wird, hast du eine vermutlich lange und schwere Zeit vor dir.


    Ich wünsche Euch alles Gute! @:)

    Zitat

    Ich sehe eher das Problem, dass Depressive oder Personen mit Persönlichkeitsstörung den Lebensgefährten gerne als Mittelpunkt und Anker ihres Lebens ernennen. Der Partner wird dann verantwortlich für Glück und Traurigkeit des anderen. Das kann dahinführen, dass bei jedem kleinen Streit die Welt in Trümmern bricht und/oder die Person mit Suizid droht. Spielt noch eine Persönlichkeitsstörung wie Borderline mit ein, dann wird auch gerne die Drohung manipulativ eingesetzt.

    Genau das ist das was ich mir gedacht habe. Dazu kommt das ich die TE als sehr jung einschätze (u.a. weil sie ihn "Jungen" nennt) und nicht glaube das die Reife, Selbstsicherheit und Erfahrung vorhanden ist um mit so einem Menschen umzugehen. Ich denke eher das er sie da mit in den Abgrund reissen würde.


    Daher meine Meinung: Solange keine Krankheitseinsicht vorliegt und er zur Therapie geht (und nicht nur "gehen will") sollte man sich trennen.

    Ich rate dir von einer solchen Beziehung ab. Ich war schon ein paar Mal mit depressiven Menschen zusammen. Anfangs dachte ich, kein Problem, das schaffen wir, das merkt man ihm sowieso nicht so stark an, ich mag, dass er etwas ruhiger/zurückgezogener ist.. Aber auf Dauer kann einen das selbst total runterziehen. Wenn noch hinzukommt, dass derjenige auch nicht arbeiten kann und nur am PC hängt, keine Motivation hat, was zu machen. Ich bin kein Therapeut und sehe es auch nicht als meine Aufgabe, ihn zu irgendwas zu bewegen.

    Ich kann Benita.B, nevertheless und kleine_Aida nur zustimmen.


    Eine Beziehung würde ich davon abhängig machen, dass er sich zum Psychiater bewegt.


    Ohne Medikamente und oder Therapie seinerseits solltest du Abstand von ihm nehmen.

    Von Menschen die eine Depression haben und nicht gewillt sind therapeutische Hilfe und oder Medikamente in Anspruch zu nehmen,solltest du Abstand nehmen.


    Als Laie kannst du nicht helfen, ohne dich selbst zu verlieren.


    Trenn dich, bevor du dich noch mehr auf ihn einlässt.