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    Erst einmal wollte ich mir das von der Seele schreiben, aber auch um Rat fragen, was ich machen kann. Ich hab ehrlich Angst davor auch zur Polizei zu gehen. Ich meine, wenn die mit ihm reden, wird er ja wissen, dass ich die Polizei gerufen habe und was ist, wenn es dann noch schlimmer wird?

    Wenns schlimmer wird, musst du erst recht zur Polizei.

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    Das sollte man ja auch nur zur Not einsetzen wenn man wirklich angegriffen wird. Mein Leben und meine Gesundheit wäre mir in dem Fall mehr wert, als eine mögliche Strafe. Wenn ich mich bedroht fühle, verteidige ich mich, egal was das Gesetz davon hält.

    Das sehe ich genauso. Irgendwie ist sie schon befremdlich, diese Diskussion. Da gibt es einen Menschen, der einem anderen Menschen auflauert, ihn verfolgt und in ungewollten persönlichen Kontakt tritt. Dann gibt es Gesetze und Verordnungen. Ich würde sowas von keinerlei Rücksicht auf diesen kleinen Wurm nehmen. Sicher, möglicherweise würde dies bedeuten, dass ich gegen irgendwelche Gesetze verstoße und im Rahmen einer ordentlichen Verhandlung darüber Rechenschafft abzulegen hätte, doch letztlich geht es doch einfach nur darum, mich selbst zu schützen und dieser Pfeife seine kleinen Psychospielchen auszutreiben. Betroffen ist man meistens deshalb, weil man deren Spielchen brav nach den Regel mitspielt. Einer macht die Ansage (der Stalker) und der andere kuscht, bestätigt die Macht des Ersteren. Ein gezielter Tritt in die Kronjuwelen, am besten begleitet von einer klaren Meinungsäußerung a la "laß' mich in Ruhe, wir sind durch!" oder alternative Handlungsmodelle mögen zwar eventuell ein wenig rechtlichen Ärger bedeuten, doch verschaffen sie auch ein Gefühl innerer Ruhe und Befriedigung, wenn man sich nicht länger alles gefallen läßt sondern seinen zutiefst menschlichen Gefühlen freien Lauf lässt. Jedes Handeln hat Konsequenzen. Die Frage ist einfach nur, was ich mir gefallen lasse.

    ... gibt es in deinem Bekanntenkreis Hundebesitzer? So ein großer, freundlicher Wauwau kann so manches bewirken. Besonders gegenüber feigen Reifenaufschlitzern, die niemals nie mit irgend einer Art von unbürokratischer Gegenwehr rechnen.

    Hallo


    So, ich bin eurem Ratschlag gefolgt und habe mir noch ein paar ruhige Tage bei der Familie an der See gegönnt. Hat auch ganz gut gepasst, da ich gestern Geburtstag hatte.


    Jetzt bin ich zurück, weil ich heute morgen einen Arzttermin hatte.


    Meine Mitbewohner sind gerade nicht da.


    Bei meiner Geburtstagspost war auch ein Brief von ihm mit dabei.


    Die einstweilige Verfügung ist jetzt auch wirksam, der Brief war auch mit in der Post. Ging schneller als ich es erwartet hatte.


    Ich hoffe, hoffe, hoffe sehr, dass er mich in Ruhe lässt, dass die einstweilige Verfügung und der Besuch der Polizei einen Eindruck auf ihn gemacht haben.

    Naja, Beweise zwar gesichert, aber


    a) die Nerven geschont, indem man sich nicht mit Inhalten belastet


    b) Würde später auch am deutlichsten aufzeigen, dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt NULL Interesse an diesem Kontakt hatte (und es sich nicht erst später überlegt hat, ihm eins reinzuwürgen oder so).

    Naja wenn es einen nervlich zu sehr belastet, sollte man den Brief besser nicht öffnen. Ich wäre aber zu neugierig, außerdem ist Wissen immer besser als Unwissen und solange man nicht weiß was drin steht...


    Die Polizei würde das Öffnen des Briefes sicherlich nicht als Interesse an ihm als Person werten.

    Ich würde den Brief öffnen (ohne dass der stalker das mitbekommt/beobachten kann), weil mich interessieren würde, was der Brief über die emotionale (In)stabilität des anderen verrät und ob dort z.B. offen gedroht wird (was dann der Polizei mitzuteilen wäre).

    Es kann natürlich auch sein, dass er sich darin entschuldigt bla bla...


    In diesem Fall sollte der Brief auf jeden Fall geöffnet werden, vielleicht von einer anderen Person, sie muss ihn selbst ja nicht mal lesen.

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    Pfefferspray nennt sich doch jetzt Hundeabwehrspray (?) und darf legal mitgetragen werden?

    Eindeutig Jein. Je nach Örtlichkeit darf Pfefferspray mitgetragen werden. Auf der Straße ja, auf Privatgelände (und das ist alles außer der Straße und Behörden) muss das Einverständnis des Besitzers eingeholt werden. Da man ja nicht jeden fragen kann, bleibt es rechtlich immer eine Grauzone.


    Vom klassischen Pfefferspray in der Dose ist aber abzuraten. Der Sprühdruck ist nicht sehr hoch, Gegenwind macht einen selbst fertig und wehrlos. Zudem muss die Dose genau auf den Angreifer gehalten werden, bei einem runden Kopf (bei dem man die Sprühöffnung schwer sieht) ist das immer erst mal etwas Fummelei. Da würde ich tatsächlich eher zu einer Peppergun raten. Die JTX z.B. "verschießt" ihre Ladung (Doppelladung für zwei Schüsse) mittels CO2-Druck mit 650 km/h, da wäre der Wind egal und der Angreifer hat keine Zeit mehr, sich wegzuducken. Zudem sieht eine "Pistole" eindrucksvoller aus, und im Falle der JTX ist das Konzentrat auch noch rot eingefärbt, sieht also aus wie Blut. Das schreckt umstehende Komplizen sofort ab und führt zu Fluchtreflexen. Darum wird die JTX auch von Sicherheitsdiensten eingesetzt, wegen der sehr hohen Schreckwirkung. Das soll keine Werbung sein, aber ich habe sie selbst auch und sie ist top.

    Ich hatte den Brief geöffnet, anders hätte ich gar nicht erfahren können, dass er von ihm ist. Auf dem Umschlag stand nur mein Name und so gut kenne ich seine Handschrift nicht und einige Kommilitonen hatten etwas für mich in den Briefkasten geworfen und nur den Vornamen drauf geschrieben.


    Wenn es dabei geblieben wäre, wäre ich recht froh.


    Morgen habe ich eine Klausur und weil ich zu allem Übel unter Prüfungsangst leide, wollte ich gerade zum Sport um mich etwas abzureagieren.


    Das Sportstudio das ich besuche ist nur zwei 2 Minuten von hier entfernt.


    Nach dem ganzen Tag am Schreibtisch, dachte ich also, ich gehe eine Runde aufs Laufband (draußen Laufen traue ich mich gerade nicht).


    Er tauchte wieder aus dem Nichts auf, ich zückte das Telefon und wollte die Polizei rufen, so wie der Beamte mir das gesagt hatte.


    Er, der gerade noch versucht hatte ein normal scheinendes Gespräch mit mir zu führen, wurde wütend und versuchte mir das Handy abzunehmen oder das Telefonat zu unterbinden oder was auch immer, auf jeden Fall fasste er mich an, es gab ein Handgemenge, irgendein Passant der das Ganze mitbekam schritt ein, er schrie mich noch aufgebracht an, dass mir das noch leid tun würde und verzog sich dann.


    Die Polizei war dann da, der Passant blieb noch so lange und bezeugte den Vorfall, das ganze wurde aufgenommen und mir wurde versichert, dass man nun Maßnahmen ergreifen würde, weil er ja ganz eindeutig gegen die Verfügung verstoßen hat.


    Jetzt sitze ich wieder vollkommen aufgelöst hier, versuche meine Gedanken auf die Prüfung morgen zu fokussieren und nicht daran zu denken. Aber wie soll ich damit aufhören, wenn ich nicht mal mehr vor die Tür gehen kann ohne Angst zu haben, dass dieser Irre wieder auftaucht. Ich meine, bisher war das ganze ja noch "moderat", aber heute ist er mich auch körperlich angegangen und er war nicht gerade zimperlich mit mir.


    Ich weiß nicht, wie ich das packen soll. :-(

    Wenn Du keine Familie vor Ort hast, die Dich wechselweise wenigstens eine gewisse Zeit begleiten können, dann sprich das doch mit einigen der Kommilitonen oder aber Deinen WG-Mitbewohnern ab.


    Es wird doch möglich sein, Dich vorübergehend damit nicht alleine zu lassen. Dann sind eben nur noch Wege draußen drin, die abgesichert werden können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dich damit jemand hängen lässt.


    Die anderen können ja auch mit ein wenig Abstand folgen, wenn er sie nicht kennt, um das alles bezeugen zu können und Dir natürlich sofort zur Seite zu stehen, falls er wieder auftaucht. Allein das Wissen um die Begleitung wird Dich ruhiger werden lassen.


    Gut, dass da heute jemand den Zeugen gegeben hat. Das ist aber eben nicht selbstverständlich und da wäre eben obige Variante nicht verkehrt.

    Unter solchen Umständen kann man nicht normal funktionieren. Du kannst versuchen die Klausur zu schreiben, aber ich würde auch Bescheid sagen, was vorgefallen ist und die Klausur evt. wiederholen, sollte das nicht funktionieren.


    Ansonsten, brauchst du Sicherheit und dafür würde ich alles tun. Solange demjenigen selbst jede Einsicht fehlt, hat man ein ungutes Gefühl.

    Er hat dir gedroht, ich würde da auch schauen, dass immer ein guter Freund oder jemand aus der Familie die nächste Zeit dabei ist.


    Bist du immer zu Fuß unterwegs?


    Mit einem Fahrrad kannst du zumindest schneller weggefahren, wenn du ihn von weitem schon siehst.

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    Ich hatte den Brief geöffnet, anders hätte ich gar nicht erfahren können, dass er von ihm ist. Wenn es dabei geblieben wäre, wäre ich recht froh

    Ja und was stand denn in diesem Brief? Das wäre doch wichtig zu erfahren.