Zwergelf2


    na dann sind wir uns doch einig.

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    Das ist vielleicht einfach eine Typ-Frage?

    :)^ Zustimm, das denke ich mit Sicherheit. Es gibt da einfach von-bis alles und wie immer im Leben, die richtige Balance zu finden ist die Kunst. Extreme sind wie meist auf Dauer ungesund.

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    Extreme sind wie meist auf Dauer ungesund.

    Kann ich bestätigen. Ich habe in einer extrem ungesunden Beziehung viel zu lange verharrt, als ich sehr jung war. Er war irgendwann extrem eifersüchtig, vor allem und besonders auf meine Freunde. Das ging gar nicht. Glücklicher Weise habe ich es irgendwann geschafft, mich aus dieser kranken Beziehung zu lösen. Aber das hat Spuren auf meiner Seele hinterlassen.

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    Gegen alles absichern ist heute ja ein Rundum-Bestreben. Sich aus solchen taktischen Erwägungen heraus anders zu verhalten als man es eigentlich möchte, bleibt aber wohl schwierig und hat auch einen seltsamen Beigeschmack, weil irgendwie berechnend.

    Warum verhält man sich "verfremdet", wenn der eigene Partner nicht als ausschließlicher Part im Leben mit großem Abstand vor anderen Menschen seinen Platz einnimmt?


    Nach meiner Einstellung soll das jeder für sich selbst im Leben raus finden was ihm oder ihr gut tut. Allerdings weiß ich, wie schwer es sein kann verlässliche Freunde im Leben zu haben, von denen man weiß, dass man miteinander nicht nur die unverbindlichen lustigen Partyzeiten überstehen, sondern weit darüber hinaus. Natürlich kann man nicht alle Menschen im eigenen Leben 'behalten' und auf einer "sicheren Bank" haben. In deren Leben verändert sich auch vieles, worauf man sich persönlich neu einstellen muss.


    Hier in diesem konkreten Fall geht es um sehr junge Menschen, die ihren Platz in der Liebe und im Leben erst noch finden werden, und das mit den Erfahrungen die sie selbst machen.


    Mit ein paar Jahrzehnten mehr gelebten Lebens als die TE, gelingt es nicht mehr vollständig sich 1 : 1 in die Gefühlswelt von Heranwachsenden hinein zu versetzen. Da bleiben deutliche Defizite, die ich selbstkritisch zugeben kann. Mit 18 oder 21 ohne das gelebte Leben von heute würde ich anders argumentieren, empfinden und wäre sicher auch noch egoistischer gestrickt, zumal frisch verliebt.

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    Ich finde viel tröstlicher, wenn man davon überzeugt sein kann, genug psychische Widerstandskraft - neudeutsch: Resilienz - zu besitzen, auch eine noch so schwere Trennung, Scheidung oder durch Tod des Partners zu bewältigen, einschließlich neuer Menschen, die man in sein Leben einlädt.

    Das ist eine zulässige Betrachtungsweise und nicht fälschlicher als sich auf Menschen zu besinnen, die einem schon über längere Jahre Begleitung füreinander ermöglicht haben. Dies erfolgt ohnehin freiwillig und kann nicht eingefordert werden in meinem Wertekanon.


    Es kostet aber in schwierigen Lebensabschnitten mitunter doppelte Kraft und Energie, eigene emotionale Baustellen zu bewältigen und gleichzeitig viel Engagement in neue soziale Beziehungen zu investieren. Es gibt Menschen, die das ohne weiteres schaffen, weil sie sich aus alte Erfahrungen schneller lösen können. Die sofort abhaken, neu durchstarten. Aber das ist nicht bei allen gleichmäßig so ausgeprägt.

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    Dabei verlässt man sich auf sich selbst und nicht auf den Beistand anderer, ohne die man sich untergehen sieht.

    So wie Du es hier beschreibst, klingt es nach emotionaler Abhängigkeit, die ich gerade bei Freunden, Bekannten und längeren Weggefährten nicht kenne oder erlebt habe. Es gehört beides dazu, die Eigenständigkeit sich aus schwierigen Situationen selbst raus zu holen, aber sich von Freunden begleiten lassen zu dürfen. Vorallem, wenn sie es von selbst anbieten. Die den neuen Weg erleichtern könn(t)en, weil sie wissen wie man "tickt" und die richtigen Impulse setzen.


    Nicht jeder Mensch hat dazu das Bedürfnis, sondern die Wahl der Mittel wie er/sie für sich nutzen will.

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    Und die schon im Vorfeld als Schützenhilfe im Notfall instrumentalisiert, was auch in Wahrheit nicht freundschaftlich ist.

    Auch hier, auf das Wie und Was kommt es dabei an. Meist bieten sich Freunde in meinem Erleben von selbst an, wenn sie spüren es gibt gerade eine Phase im Leben die nicht im Selbstlauf überwunden wird. Persönlich käme ich nicht auf die Idee es als selbstverständlich anzusehen, dass sie mir dann als Sorgentelefon oder 'Therapeuten' zur Dauerverfügung stehen. Das wäre in der Tat zu egoistisch, so war es weder inhaltlich noch rational gesehen gemeint.

    DieDosismachtdasGift

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    Was es in diesem Fall schwerer macht zu beurteilen, wie intensiv das Verhältnis der beiden Ex und gleichzeitig 'Nachbarskindern' ist.

    :)z


    Wäre es jetzt 'nur' seine Ex (also vorher keine Freundschaft, dann vier Wochen nach der Trennung schon die TE) - dann stimme ich den Schreibern zu, dass es mich auch zumindest irritieren würde.


    So aber ist doch hier die Konstellation: langjährige Freundschaft, vier Wochen "Versuch", hat nicht funktioniert - da wiegt doch die langjährige Freundschaft weit mehr? Das kann man doch fast unter spätpubertäre Doktorspielchen stellen ;-).


    Deshalb ja auch mein Rat an die TE, sich das Ganze mal direkt (live sozusagen) anzusehen, die "Ex" kennenzulernen, auch die Beiden mal zusammen erleben. Und dann auf das Bauchgefühl hören.