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    Ich finde Dich in der Hinsicht null kompliziert.

    Da muss ich echt zustimmen, für mich klingst Du auch unkompliziert. Mit eigenen Bedürfnissen (wär ja auch noch schöner, wenn nicht), gutem Gespür für Dich selbst, im Grunde klaren Ansagen (die Versuchung, rumzuschwurbeln, abzumildern, ist leider groß, wenn der andere schnell verletzt reagiert, das kenne ich auch - das ist eine Sache der gemeinsamen Dynamik und Übung) und absolut kompromissbereit. Er will Dich in sein Leben einpassen, und das kann nun mal nicht funktionieren. Ohne Kompromisse und Entgegenkommen seinerseits wirds eng. Aber Du hast ihn wirklich sehr gern, hm?


    Momentan ist es ja offenbar so, dass er zwei bis vier Abende die Woche verplant, und Du sollst dann mitkommen, das heißt, im Normalfall ist Deine halbe Woche bereits verplant, und zwar nicht durch Dich. Das finde ich echt heavy. Vor allem angesichts dessen:

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    Ein paar Tage später hat einer seiner besten Freunde Geburtstag und feiert! Ich kann an diesem Tag nicht, da eine Freundin von mir ebenfalls feiern wird, wie ich heute erfuhr. Ich weiß, dass dies wieder zu enormer Enttäuschung seinerseits führen wird. :( Das macht mich jetzt schon total fertig.

    Versucht er, da mal ein bisschen runterzukommen? So ungefiltert enttäuscht zu sein, das ist ja schon ... hm. Bisschen lästig? Belastend. Das hatten wir hier übrigens auch - ganz dolle Enttäuschung, die mir dann das vermiest hat, was ich eigentlich vorhatte. Ätzend. Wurde besser, als ich zugesehen habe, mich davon so gut wie möglich freizumachen - und ihm das auch zu sagen. Dass es mich belastet und ich möchte, dass er diese Enttäuschung mehr mit sich selbst abmacht, weil ich da ja auch nix machen kann (außer, ich richte mich komplett nach ihm und seinen Bedürfnissen, und mal ehrlich, WTF - weshalb sollten seine Bedürfnisse wichtiger sein als meine, wenn es um die Frage geht, wie ich meine Zeit verbringst?). Er hat gesagt, er hätte nun mal diese Gefühle, ich hab gesagt, ja, und ich hab dann auch so Gefühle, und glaub mir, die sind nicht im Mindesten positiv, also musst du deine Enttäuschung dann mit dir selbst ausmachen, das ist nicht meine Baustelle.
    Gah, schlimme, scheußliche Situationen waren das manchmal. Vor allem, weil ich als Gegenbewegung zu seinem Klammergriff nicht gerade zugänglicher geworden bin, im Gegenteil, richtig trotzig und oft auch stinksauer war ich und habe mich dann teilweise von unterwegs GAR nicht mehr gemeldet (was ihm sehr geholfen hätte), bin spontan übers WE nach London geflogen und habe ihm zur Info nur einen Zettel auf den Tisch gelegt, weil ich keinen Bock drauf hatte, dass er mir das Wochenende mit seiner Enttäuschung versaut (kein Handy dabei, zurück am Sonntagabend, zackfertig, friss oder stirb, mir doch egal). Wir sind allerdings auch mit neunzehn zusammengekommen und waren noch ziemlich postpubertär, da habt ihr uns ja ein paar Jahre und vermutlich auch Einsichtsfähigkeit voraus.


    Was ich sagen will: Sein Klammern befördert Deine Unlust, Deine Unlust befördert vermutlich sein Klammern, und am Ende hat er das Gefühl, Du hast nie Bock, und Du hast das Gefühl, Du hast nie Zeit für Dich, obwohl beides nicht stimmt (allerdings könnte es sein, dass Du zunehmend weniger Lust hast und tatsächlich nie den Kopf frei, selbst wenn Du den Abend für Dich hast, drum müsst ihr aus dem Teufelskreis raus). Deshalb wären klare Absprachen vermutlich wirklich hilfreich. Du kommst nicht nie mit wie seine Ex - Du kommst nur nicht immer mit. Und überhaupt, die Ex - die ist ex, Du bist nicht sie, es wäre gut, sie zu vergessen und euch darauf zu konzentrieren, wie ihr beide miteinander umgeht. Würde mir auch von ihm nix über sie anhören, das setzt Dich ja auch irgendwie unter Druck ("bloß nicht wie sie sein, mit ihr hat er ja Schluss gemacht, Panik!"). Sie ist weg, Du bist nicht sie, fertig. Du bist Du. Überleg Dir, wie es für Dich angenehm/akzeptabel wäre, wie Du es möchtest, was Du Dir wünschst. Rede mit ihm darüber, trefft Absprachen. Sei liebevoll, aber entschuldige Dich nicht.
    Und ja, ist scheißschwer. Ich drücke die Daumen, dass ihr das gut sortiert bekommt, ich weiß noch gut, wie doof und anstrengend das ist - und wie schön, wenn sich der Knoten löst und man spürt, dass beide immer zufriedener werden.

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    Ich tue mir diesbezüglich schwer Grenzen zu setzten, da er mir (Ich denke es ist keine Absicht), dass Gefühl gegeben hat, dass es sonst irgendwann vorbei sein könnte.

    Man kann es auch unter emotionale Erpressung einordnen.


    Liebchen, wenn nich willst, wie ich es will, dann .... Misses aus.


    Ich würde so ein Spiel nicht mitspielen. Und die Probleme des Freundes soll dieser mal selbst lösen.

    Ich habe auch ehrlich gesagt nicht die finanziellen Mittel dafür, dass wir ständig so viel unternehmen. Das ist auch etwas was mir Druck macht. Ich studiere und verdiene nicht viel. Meine Eltern möchte ich da nicht mitreinziehen. Ich möchte mir kein Geld von meiner Familie leihen!


    Das ist mir sehr peinlich, aber ich kann mir das nicht leisten. Ich würde gerne aber es geht nicht.


    Wenn es nach ihm ginge: Jeden zweiten Tag essen gehen und am Wochenende viele Unternehmungen. Er zahlt mir gerne etwas, aber erwartet natürlich, dass ich auch zahle. Aber ich habe dafür einfach kaum Geld. Mal geht das auf jeden Fall, aber nicht so oft.


    Er weiß das ich nicht so viel Geld habe wie er, und er macht mir deswegen auch keine Vorwürfe, aber ganz so klar ist ihm das nicht, dass ich damit einfach eingeschränkt bin. Er verdient relativ gut, besitzt ein Eigenheim und ist wie schon erwähnt, auch jemand der mich gerne mal einlädt, was ich zu schätzen weiß. Aber ich kann das einfach nicht zurück geben in dieser Form.

    Deswegen setzt mich das Thema Urlaub( 2 mal dieses Jahr , am besten drei mal) so unter Druck. Ich habe kaum Geld für sowas.


    Ich möchte nicht das er alles zahlt. Das macht mich abhängig.


    Er möchte am liebsten sehr oft verreisen, Wochendtrips etc. aber das ist mir nicht möglich.

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    Das ist mir sehr peinlich, aber ich kann mir das nicht leisten. Ich würde gerne aber es geht nicht.

    Das muss dir nicht peinlich sein!


    Das hier

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    Jeden zweiten Tag essen gehen und am Wochenende viele Unternehmungen.

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    Urlaub( 2 mal dieses Jahr , am besten drei mal)

    können auch viele nicht, die voll berufstätig sind.

    das tut mir gerade so gut zu lesen. Ich hab mich deswegen so schlecht gefühlt und irgendwie so minderwertig.


    Das ich es eben nicht aufbringen kann. Selbst wenn das Studium beendet ist, werde ich nicht so viel Geld für sowas ausgeben können und wollen.


    Er ist es einfach gewohnt, 2-3 mal im Jahr tolle Reisen zu machen und zwischendurch auch kleinere Unternehmungen. Letzten Sommer gab es schon ein großes Problem deswegen.


    Er Wollte unbedingt in den Urlaub mit mir. Es ging von meiner Seite her nicht, da mein Auto einen schlimmen Schaden hatte (Motorschaden!) Es hat extrem viel gekostet und es war mir nicht möglich wegzufahren.


    Er war so niedergeschlagen, er verstand es aber wollte mich überreden das er den Urlaub zahlt und ich ihm das Geld zurück gebe. Aber ich konnte das nicht annehmen. Ich konnte und wollte nicht.


    Nun wünscht er sich es natürlich dieses Jahr und macht schon viele Pläne für August und am liebsten wäre ihm Ostern auch noch sowie zwischendurch ein Wochenende.


    Ich würde gerne, aber ich weiß nicht wie ich das finanziell aufbringen kann.


    Auch die Unternehmungen am Wochenende: Ausflüge , dann noch etwas Essen, Kino etc. verschlucken einfach viel Geld. Wie macht ihr das in der Partnerschaft?

    Nochmal. Es ist eigentlich ganz einfach.


    Tacheles reden.


    So wie Du hier schreibst. Er hat offensichtlich null Ahnung, was in Deinem Geldbeutel wirklich ist.


    Er hat null Ahnung von Deinen Gefühlen.


    Er hat null Ahnung, was Dich belastet.


    Und Du fürchtest allen Ernstes, er könne deshalb Schluß machen, wenn Du Dich verweigerst.


    Genau darauf würde ich es ankommen lassen. Weil: so einen Mann bräuchte man eh nicht.


    Reden. Reden . Reden. So, wie es ist. Tacheles.

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    Es ist sicher in viele Familien Usus, dass man zu Feierlichkeiten als Paar erscheint. Wenn es einem aber zu viel wird, liegt es doch aber an einem selbst, sich entsprechend abzugrenzen.

    Natürlich. Aber deswegen würde ich doch eher die regelmäßigen Essen bei den Eltern canceln als den Geburtstag. Das ist für mich auch ein Stück Anstand, wenn sich die Mutter darüber freut, dass man nicht einfach sagt, an diesem Tag gern mal ausspannen zu wollen.


    Ich finde es ja in Ordnung, dass sie sich Freiräume schafft, aber mit Fingerspitzengefühl. Sie hätte die obligatorischen Essen schon früher zusammenstreichen müssen, hat aber den Konflikt vermieden und jetzt fehlt jede "Übung" darin, sich aus so einer Einladung rauszuziehen. Der Geburtstag ist da ein äußerst ungeeigneter Anlass, es eskalieren zu lassen. Daher empfehle ich: Zähne zusammenbeißen, und sich danach mit den weniger belasteten Terminen sortieren und offen kommunizieren, wenn es zuviel wird.

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    ich wüsste nicht, wo ich die im Fall der Fälle alle unterbringen sollte, ohne mich massiv einzuschränken.

    "massiv einschränken" kann alles und nichts bedeuten. Was bedeutet das für dich? 5 Stunden im Monat? 10 Stunden?

    So langsam wird deutlich, dass sa ein größeres Problem dranhängen. Ich würdeunter dieser Schieflage nicht in sein Eigenheim einziehen.


    Und ehrlich, er würde dir für den Urlaub großzügig Geld leihen und du zahlst es dann zurück? Wovon denn? Du arbeitest und hast trotzdem wenig. Toll, dass er sogar auf Zinsen verzichten würde!


    Ich finde ihn maßlos fordernd und dass sich alles um ihn und seine Bedürfnisse kreist.

    @ comran

    ich möchte den Geburtstag nicht ausfallen lassen. Es ist so, sie hat am Montag Geburtstag, hat aber das komplette Wochenende bereits die Familie da.


    Es sähe also folgendermaßen aus: Sa (kompletten Tag) und zusätzlich Montag( 18- 22 Uhr) groß geschätzt.


    Früher gehen geht wie gesagt leider nicht, da dies in dieser Familie eher nicht so gerne gesehen wird, und für mich nicht möglich ist, da ich kein Auto in der Stadt besitze.


    Es wäre für mich folgender Kompromiss: Entweder Sa oder Mo. Beides wird mir einfach zu viel. Ich werde ihm das so mitteilen, aber ich denke er wird bzw. seine Eltern sehr enttäuscht sein.

    Himmel noch mal, die können ja enttäuscht sein wie sie wollen. 3 Minuten oder 3 Stunden oder die nächsten 3 Jahre. Na und? Halte das doch mal aus.


    Für Dich geht es nicht. Gut is. Du machst Dir hier den Kopf, dann können sie auch mal in Enttäuschung suhlen. Und ich wette, in Deinem Kopfkino ist das Drama größer als in der Realität.


    Warum kannst Du nicht für Dich einstehen? Warum ist das Selbstbewußtsein so niedrig, dass Du immer noch die andere Seite immer wieder aufzählst, wie die angeblich leiden und enttäuscht sind?


    Wer hat Dir solche dämlichen Schuldgefühle beigebracht?

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    Mein Freund besitzt auch ein eignes Heim, und möchte das ich zu ihm ziehe. Aber diese Einstellung und Aussagen habe mich irgendwie schockiert.


    Vorallem da wir ein ähnliches Problem habe - Ich möchte nicht immer gemeinsam etwas unternehmen, brauche viel Zeit für mich etc.

    Du musst dafür sorgen dass dein Freund das erfährt und versteht. Daher habe ich ja empfohlen, dass du diese Interessen bei harmlosen Events "einführst", damit es nicht bei einem Familientreffen o.ä. zur Eskalation kommt, weil du nur gefrustet da rumsitzt oder einen Krach anfängst, weil du daheim bleiben willst.

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    Er weiß das ich nicht so viel Geld habe wie er, und er macht mir deswegen auch keine Vorwürfe, aber ganz so klar ist ihm das nicht, dass ich damit einfach eingeschränkt bin. Er verdient relativ gut, besitzt ein Eigenheim und ist wie schon erwähnt, auch jemand der mich gerne mal einlädt, was ich zu schätzen weiß. Aber ich kann das einfach nicht zurück geben in dieser Form.

    Du lässt deinen Freund hier in einem Licht stehen, als wäre er begriffsstutzig. Wie äußert er denn seine "Erwartung", dass du auch Geld ausgibst? Kann es sein, dass du viel hineininterpretierst und klare Gespräche darüber vermeidest? Damit würdest du auch einen Teil der Verantwortung für die Situation tragen.

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    Er war so niedergeschlagen, er verstand es aber wollte mich überreden das er den Urlaub zahlt und ich ihm das Geld zurück gebe. Aber ich konnte das nicht annehmen. Ich konnte und wollte nicht.

    Ein Urlaub, den er bezahlt, wird ja nicht bei einem Urlaub bleiben. Wenn er/ihr (

    ) so oft in Urlaub will, dann wirst du ja Schulden anhäufen.

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    Auch die Unternehmungen am Wochenende: Ausflüge , dann noch etwas Essen, Kino etc. verschlucken einfach viel Geld. Wie macht ihr das in der Partnerschaft?

    Wir gehen vielleicht 1-2 mal im Monat aus. Ansonsten machen wir eher was mit Freunden privat. Am Geld liegt es definitiv nicht, es ist einfach nicht unser Lebensstil. Ich kenne aber auch junge Frauen mit geringem Verdienst, die gerne 2-3 mal die Woche auf Piste gehen und am Monatsende eben kein Geld mehr haben.

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    Es wäre für mich folgender Kompromiss: Entweder Sa oder Mo. Beides wird mir einfach zu viel. Ich werde ihm das so mitteilen, aber ich denke er wird bzw. seine Eltern sehr enttäuscht sein.

    Das ist legitim. Am Samstag hat sie ja noch keinen Geburtstag, und du kommst ja wegen ihr und nicht wegen der restlichen Verwandschaft. Du musst lernen, mit den Enttäuschungen anderer Menschen umzugehen. Das betrifft nicht nur die Familie deines Freundes, sondern auch deinen Freund selbst. Du wirst keine Stimmung oder Beziehung retten können, wenn du es allen Recht machst und selbst auf der Strecke bleibst. Aber wie gesagt sollte das jetzt nicht einfach eskalieren, bloß weil das Faß überläuft, sondern du musst auch deinen Anteil daran sehen, den du zum Gewohnheitsrecht von Anfang an beigetragen hast.

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    Natürlich. Aber deswegen würde ich doch eher die regelmäßigen Essen bei den Eltern canceln als den Geburtstag. Das ist für mich auch ein Stück Anstand, wenn sich die Mutter darüber freut, dass man nicht einfach sagt, an diesem Tag gern mal ausspannen zu wollen.

    Klar, das sehe ich ähnlich, aber sie will ihn ja gar nicht canceln, sondern nur nicht mehrmals feiern. Das halte ich auch für eher ungewöhnlich.

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    "massiv einschränken" kann alles und nichts bedeuten. Was bedeutet das für dich? 5 Stunden im Monat? 10 Stunden?

    Ich könnte das beim besten Willen nicht mit Stunden gegenrechnen, sondern es wären wohl mehr diese Regelmäßigkeit und die Erwartungshaltung, die mich langfristig sehr unzufrieden machen würden. Wenn einen Monat mal mehr Termine anstehen, es danach dann aber wieder längere Zeit ruhiger wird, wäre das für mich wahrscheinlich prinzipiell in Ordnung.