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    Dann könnte ich viele Abende und einen guten Teil des Wochenendes mit Mutter und Kindern verbringen, aber dann auch wieder zurück in meine eigene Wohnung. In der irgendwann dann auch eine neue Partnerin auf mich wartet.

    Die wird über so ein Arrangement sicher sehr begeistert sein.

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    Die wird über so ein Arrangement sicher sehr begeistert sein.

    Ich behaupte auch nicht dass es leicht sein wird, einen neuen Partner zu finden – weder für meine Frau mit zwei Kindern, noch für mich. Wenn ich offiziell vielleicht noch verheiratet bin, eine Familie habe, die außerdem jeden Monat viel Geld von mir bekommt, womit meine finanziellen Möglichkeiten arg eingeschränkt sind. Sicher werden sich die Frauen in so einer Situation nicht um mich reißen. ;-D Aber es geht auch gar nicht darum, möglichst schnell einen neuen Partner zu haben. Das Entscheidende ist, die Familie zu erhalten und trotzdem aus dieser erdrückenden Sex-Klemme befreit zu sein.

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    Ich behaupte auch nicht dass es leicht sein wird, einen neuen Partner zu finden – weder für meine Frau mit zwei Kindern, noch für mich. Wenn ich offiziell vielleicht noch verheiratet bin, eine Familie habe, die außerdem jeden Monat viel Geld von mir bekommt, womit meine finanziellen Möglichkeiten arg eingeschränkt sind. Sicher werden sich die Frauen in so einer Situation nicht um mich reißen.

    Die Oeffnung einer Beziehung ist immer ein Experiment. Es ist ein Versuch, ein Wagnis, von dem man nicht weiss, wie es sich entwickeln wird. Zusätzliche Partner werden auch zusätzliche Bewegung ins System bringen. Es kann durchaus passieren, dass ein zukünftiger Partner nicht akzeptiert, dass der Partner immer noch mit dem Ehegatten zusammenlebt. Dann sind eh Entscheidungen fällig.

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    Dann könnte ich viele Abende und einen guten Teil des Wochenendes mit Mutter und Kindern verbringen, aber dann auch wieder zurück in meine eigene Wohnung.

    Wer hätte so eine "Dependance" nicht gerne. Ich kenne keinen, Frau/Mutter bzw. Mann/Vater, der selbst bei bester Ehe nicht zwischendurch froh wäre, sich einfach mal für ein paar Stunden, Tage oder Nächte absetzen zu können. Wenn man sich das leisten kann, ist es keine schlechte Idee.

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    Sicher werden sich die Frauen in so einer Situation nicht um mich reißen.

    Es reißen sich genau die darum, die in einer ähnlichen Situation sind, und deshalb keine Ganzheitspartner brauchen.

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    Das Entscheidende ist, die Familie zu erhalten und trotzdem aus dieser erdrückenden Sex-Klemme befreit zu sein.

    Da gilt Ähnliches, es gibt genug Leute, denen es ähnlich geht aus den verschiedensten Gründen. Ich sage ja nicht, dass das ideal ist, aber besser als das, was momentan bei euch abläuft, allemal. Ihr macht euch unnötigen Stress. ABer vielleicht ist es ja das, was euch am meisten verbindet, dieses Leiden an der Situation. Ich weiß es ja nicht.

    Milchmann,


    ich habe auch 5 Kinder ,Lebe mit meinem Ex noch in einem Haus und was ist? Mein neuer Partner zieht bald zu mir x:) x:)


    Und da mein Ex 14 Tgae Vollzeit weg ist und 14 Tage Vollzeit zu Hause, weis er somit auch das wir Automatisch auch viel Zeit miteinander verbringen! Denn weder er noch ich ,gehen nicht flüchten *nur* weil der andere grade zu Hause ist ;-) !

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    Wer hätte so eine "Dependance" nicht gerne. Ich kenne keinen, Frau/Mutter bzw. Mann/Vater, der selbst bei bester Ehe nicht zwischendurch froh wäre, sich einfach mal für ein paar Stunden, Tage oder Nächte absetzen zu können. Wenn man sich das leisten kann, ist es keine schlechte Idee.

    Das glaub ich gern. ;-D Allerdings hat das nichts mit leisten können zu tun. Wir können uns trennen (auch finanziell), dann lande ich in Steuerklasse 1, alle Vergünstigungen fallen weg (Kinderfreibeträge, Kindergartenzuschuss vom Arbeitgeber). Zusätzlich Unterhalt für Kinder und Frau. Oder wir wagen eine Lösung, bei der wir (erstmal) verheiratet bleiben, ich aber trotzdem ausziehe, auch mit vollem Unterhalt. Sodass wir beide Freiraum für neue Partnerschaften haben. So oder so wird es finanziell ziemlich eng – im zweiten Fall immerhin etwas weniger. Auf längere Zeit gemeinsam in einer Wohnung bleiben würde jedenfalls verhindern, dass Freiraum für neue Partner da wäre. Insofern wäre eine eigene Wohnung für mich keine Luxus-Dependance, sondern nur eine schlichte Notwendigkeit, und vermutlich wohl eine winzige Altbauwohnung mit Minimaleinrichtung – aus finanziellen Gründen.

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    dann lande ich in Steuerklasse 1 ... ich aber trotzdem ausziehe

    da sei aber vorsichtig mit dem ummelden, weil du sonst eigentlich ein dauernd getrennt lebend ans finanzamt melden müsstest!

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    Sicher werden sich die Frauen in so einer Situation nicht um mich reißen

    Mach Dir um so etwas keine Sorgen :-)


    Mein Freund ist über 10 Jahre älter als ich, ebenfalls getrennt, kümmert sich aber rührend um sein Kind, zahlt gut Unterhalt, kümmert sich um die Familie, steht finanziell ständig am Abgrund (weil selbstständig), und ist trotzdem mein Freund. Ich liebe ihn genauso so, wie er ist (vielleicht auch, weil wir ähnliche Erfahrungen gemacht haben).


    Solche Konstellationen können gut funktionieren. Gerade wenn eben keine Scheidungsschlacht in Gange ist. Sondern beide Partner sehr bemüht sind um die Familie. Das ist man ja weiter, Erziehungspartner. Und genau das hat mir bei meinem Freund imponiert – und umgedreht dürfte es ähnlich sein.


    Alles Liebe Dir, und heute Abend vielleicht nicht zu viele Emotionen ... :)*

    Hallo Milchmann!


    Lebe in der gleichen Situation – aber ich bin hier die Frau, die genauso wie deine Frau nicht mehr auf ihren Mann steht. Ich gehe nicht fremd oder so. Mir genügt diese Art WG-Beziehung, aber meinem Mann nicht. Wir haben ein kleines Kind und mein Mann wirft mir vor, dass mir nur unser Kind wichtig ist und nicht er. Umso öfter er das sagt, desto weniger will ich meinen Mann. Es ist unfair, aber mich nervt es, dass er mir ständig sagt, dass ihm unsere Art von Beziehung missfällt.


    Bei uns ist es so, dass wir fast 20 Jahre zusammen sind und er immer der Sexmuffel in unserer Beziehung war. Von Anfang an, ging die Initiative meistens von mir aus. Oft habe ich mir auch einen Korb eingefangen. Und als ich dann irgendwann (seit 1,5 Jahren ca.) auch mal Nein zum Sex sagte, ist er beleidigt und stellt unsere Beziehung in Frage. Bis dahin, hatte ich überhaupt kein Problem. Aber umso mehr er nörgelt, desto weniger fühle ich mich von ihm angezogen. Vor gut 6 Monaten habe ich ihm dann gesagt, dass ich keinen Sex mehr will.


    Er hatte immer Hobbys, die ich nicht teilen konnte (typische Männerdinger). Wenn ich ihn mal gebeten habe, sein Hobby hinten anzustellen, hat er das in den seltensten Fällen getan. Seit wir unser Kind haben (2,5 Jahre), ist mein Leben voll ausgefüllt. Ich bin ständig mit dem Kind zusammen in meiner Freizeit, und damit bin ich glücklich. Ich gehe auch halbtags arbeiten. Ich beziehe meinen Mann immer in alles ein (spielen, Laternenumzug...), aber trotzdem ist unser Kind auf mich fixiert. Das wirft er mir auch vor. Für ihn ist unser Kind auch das Wichtigste, aber anders als für mich.


    Es ist auch so, dass mein Mann keine richtigen Freunde hat, er hat viel Kontakt zu Leuten, die von ihm was wollen (Hilfe bei irgendwas oder so). Und ich habe viele Freunde und pflege diese Freundschaften auch ohne ihn. Er legt da nicht so großen Wert drauf. Er verkracht sich auch ständig mit Menschen um ihn rum (Arbeitskollegen, Nachbarn....). Und ich bin ein Harmoniemensch. So leben wir uns immer mehr auseinander und ich wünsche mir eigentlich Folgendes: Er soll es hinnehmen wie es ist, als platonische Beziehung, die versucht Spaß am Leben zu haben. Aber das geht nicht, weil er so nicht glücklich ist. Ich schon.


    So, das einfach nur mal so, weil ich soeben einen fast gleichen Faden hier bei med eröffnen wollte, und dabei auf deinen gestoßen bin. Habe auch nicht alle deine Beiträge gelesen, denn der erste hat schon eine Menge ausgesagt.

    chekoolala

    Tut mir leid, dass ihr in so einer blöden Lage steckt! Ich kann deine Lage gut nachvollziehen – auch dass sein Genörgle den Rest Libido getötet hat. Aber erstell mit deinem Post ruhig einen eigenen Faden! So kriegst du viel mehr Feedback und vielleicht so manche gute Hilfe. Tatsächlich habt ihr zwar das gleiche Sexproblem, aber unter komplett anderen Rahmenbedingungen.

    @ all

    Wir hatten gestern ein zweistündiges Gespräch. Richtig kurz für diese Art von Gesprächen, was unseren Durchschnitt angeht. ;-D Meine Frau ist sehr erleichtert, dass ich keine weiteren Sexversuche möchte. Auch wenn die Initiative dazu immer von ihr ausging, sie hat jetzt eingesehen dass es alles noch schlimmer macht, wenn sie denkt sich zu Sex überwinden bzw. zwingen zu können. Im vergangenen Jahr gab es vielleicht 6-8 solcher "Versuche". Und alle waren eine Katastrophe. Schon vor dem Ersten hab ich ihr gesagt dass ich das nur möchte, wenn sie sich dafür offen und bereit fühlt. Und jeden Versuch hat sie gemacht obwohl sie nicht offen und bereit war. Aus Verzweiflung, sonst gar nichts tun zu können. Aber ich glaube jetzt hat sie endlich eingesehen, dass weder sie noch ich etwas erzwingen können. Ein klitzekleiner Fortschritt.


    Ich glaub auch, sie jetzt besser zu verstehen. Ich dachte oft sie lügt mich an. Aus Hinhaltetaktik, Beschwichtigung, warum auch immer. Weil sie oft meinte sie hätte schon ein bisschen Lust, manchmal. Und dann gab es immer wieder diese Horror-Sexversuche, die das Gegenteil zu beweisen schienen. Aber jetzt glaube ich ihr. Manchmal hat sie wohl ein bisschen Lust auf mich. Aber sie kann diese Lust nicht umsetzen. Denn sobald es in Richtung konkrete Handlung geht läuft in ihrem Kopf ein Film aus negativen Gedanken, Erinnerungen, Ängsten usw. los, und sofort ist es vorbei mit jeglicher Stimmung, und sie verkrampft total.


    Unser vorletzter Sexversuch hat sie auch auf ne Spur gebracht. Da hatte sie vorher tatsächlich Lust, hat sie erzählt. Aber kurz vorher hat sie noch die Dessous anprobiert, die ich ihr zum Geburtstag geschenkt hab. Ziemlich brave, nette Teile, und genau das was sie mir kurz vorher gesagt hat dass ihr echt gut gefallen würde. Das Problem war auch nicht die Wäsche selbst, sondern dass sie beim Anprobieren der Wäsche – für mich sozusagen – an frühere negative Dinge erinnert wurde. Dann war sie schlagartig total verkrampft. Und hat mich dann trotzdem ins Schlafzimmer geholt...


    Meine Frau meint, dass ihre absolute Unlust wohl "zu mindestens 80%" an meinem Fetisch (wer's nicht weiß: Strümpfe, Strumpfhosen usw.) liegt. Nicht daran wie er jetzt ist, denn schon seit mindestens einem halben Jahr verschone ich sie komplett mit meinen Gedanken und Wünschen in die Richtung. Schlicht weil ich weiß dass es nichts bringt – dass ich von ihr da nie mehr etwas erhoffen kann. Sondern eben daran, wie er in der Vergangenheit die Beziehung belastet hat.


    Noch mal kurz zusammengefasst: ich hab eine sexuelle Vorliebe (ich nenn's Fetisch, ist aber nicht SO krass) für halterlose Strümpfe, Strapse, Strumpfhosen usw. Wohlgemerkt an Frauen, ich trag die Sachen nicht selber. Mir gefällt schlicht das, was vielen Männern gefällt, einfach mehr. Ich wünsche mir, diese Sachen möglichst oft an meiner Partnerin zu sehen, und auch dass sie sie öfter mal beim Sex trägt. Diese Sachen sind kein MUSS für Sex, eher ein großes fettes I-Tüpfelchen. Mindestens 95% des Sex in dieser Beziehung fand ohne diese Dinge statt. Es ist alles also nicht besonders ungewöhnlich. Aber meine Vorliebe impliziert eine Forderung an meine jeweilige Partnerin – setzt somit mglw. unter Druck.


    Das alles könnte ziemlich undramatisch sein. Eine Frau mit genügend Selbstbewusstsein oder Erfahrung mit solchen Teilen könnte schon am Beziehungsanfang ein klares Ja, Nein oder Manchmal abgeben. Thema erledigt. Aber meine Frau war am Beziehungsanfang extrem unsicher. Sie fand sich sehr fett, was sie im Gegensatz zu meiner schlanken sportlichen Figur noch mehr fertig gemacht hat. Sie hatte, weil sie ihre Beine immer schon hasste, keinerlei Erfahrung mit Röcken oder Strumpfhosen. Und sie dachte, dass doch nichts dabei sein sollte, ab und an einen Rock und eine Strumpfhose für mich zu tragen – wenn mir das schon so sehr wichtig ist. Machen doch so viele Frauen. Tatsächlich hat sie sich von Anfang an unwohl gefühlt. Einfach weil sie sich selbst nicht mochte, und eben ihre Beine regelrecht hasst. Gerade das, worauf ich stehe. Sie hatte aber auch große Angst mich zu verlieren, wenn sie meine Wünsche abschmettert. Das habe ich nie auch nur angedeutet! Trotzdem, sie hatte diese Angst. Also hat sie sich zu einem freundlichen Lächeln gequält und immer brav Ja gesagt. Ich hab nur ihr Ja wahrgenommen, und daher fleißig weiter Wünsche geäußert. So wurde das Ganze langsam immer schlimmer. Trotzdem hat sie Jahre gebraucht, um endlich zuzugeben, wie sie sich dabei fühlt, und dem ganzen ein Ende zu setzen.


    Das Ergebnis davon ist, dass alles was irgendwie sexuell zwischen uns ist, mit diesen negativen Gefühlen verknüpft ist. Es ist zwar eine Altlast – das Thema ist schon länger erledigt. Aber es ist eine unbeseitigte Altlast. Und sie drückt wohl sehr schwer. Meine Frau ist sich relativ sicher, dass ein Großteil wenn nicht die gesamte Unlust aus diesen Jahren des sich immer wieder Quälens herrührt. Sie hat es selbst nicht so formuliert, aber ich behaupte ich habe sie damit jahrelang "vergewaltigt". Jahrelang Dinge von ihr verlangt (eigentlich nur gewünscht), die sie nicht wollte. Sie hat sich gequält und verstellt, Dinge zugelassen die ihr total gegen den Strich gingen, und kann mich und sich selbst dafür nicht leiden. Auch wenn ihr das alles klar ist – die negativen Gefühle verschwinden dadurch natürlich nicht einfach.


    Sie hofft, dass eine Sexualtherapeutin vielleicht auch diese Gefühlsspirale aus Erotik/Sex=Fetisch=Abneigung durchbrechen kann. Na mal sehen ob sie tatsächlich einen Therapeuten sucht. Oft bleibt es bei ihr bei einem "Man müsste mal". Aber sie hat sehr große Angst mich zu verlieren, das Ultimatum ohne Lösung zu erreichen. Wenn sie trotzdem nicht aktiv wird, dann wohl nie.

    Ok, Wir wissen jetzt also wieder ein Stueck mehr ueber deine Frau. Dein Fetisch auf Struempfe zu stehen hat Sie also quasi in die Lage getrieben in der Sie jetzt ist...


    Aber nun zu dir und deinem Problem. Wie soll's weitergehen? Was habt ihr diesbezueglich besprochen?

    ich glaube, es gibt Altlasten und Verletzungen, die kann man eine ganze Weile ignorieren und irgendwann holen sie einen doch wieder ein.


    Wenn ich zurück denke an meine Ehe, dann hat es einfach Dinge gegeben, die ganz viel in mir zerstört haben und die hätte ich möglicherweise in einer Therapie aufarbeiten können, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie an meinem Empfinden gegenüber meinem Ex-Mann etwas geändert hätten.


    Dabei waren das auch gar keine im allgemeinen schlimmen Dinge, also keine Gewalt, Betrug oder sonstiges, aber für mich einfach wichtige Sachen.


    Wenn es deiner Frau ähnlich geht, dann stelle ich mir das sehr schwierig vor.


    Was macht das denn mit dir? Macht es in dir nicht auch ganz viel kaputt, wenn du so abgelehnt wirst?

    MaxHeadroom

    Hmm, wie's jetzt weitergehen soll? Ich weiß nicht. Darüber haben wir nicht so direkt gesprochen. Wir wissen es ja auch nicht. Meine Frau denkt eben über eine Sexualtherapie nach. Ich hab sie dann gefragt: "Sei ehrlich, ist das für dich Chance oder Strohhalm?". Und ihre Antwort war ganz klar: Strohhalm. Ich überlasse die Therapie ihr. Was gut bedeuten kann dass es nie so weit kommt. Sie hat mich gefragt, wie sie denn einen Therapeuten finden soll. Als ob ich davon mehr Ahnung hätte. Eine Seite an ihr tendiert dazu, unbekannte Herausforderungen, die auch keinen Spaß machen, erstmal weiterzudelegieren. Gut möglich dass sie sich denkt, dass sie ja nicht auf Anhieb und sofort weiß wie sie einen Therapeuten findet, und es deswegen ganz lässt. Aber das ist ihre Entscheidung. Für mich ist das Ganze noch weniger als ein Strohhalm.


    Gut möglich dass es darauf hinaus läuft, dass einfach gar nichts passiert. Wir leben einfach weiter, ohne Sex, ohne Therapie, und je näher das Ultimatum rückt desto panischer wird sie. Und dann werden immer mehr unsere verbliebenen Optionen ins Zentrum rücken. Offene Ehe, nahe räumliche Trennung und möglichst weitgehender Erhalt des Familienlebens – mit der Chance für beide, einen neuen Partner zu finden. Ob es noch mehr Möglichkeiten für uns gibt, weiß ich nicht.


    Wie ich weitere 13 Monate ohne Sex aushalte? Sitze ich vermutlich auf einer Backe ab. Nach Jahren mit sehr wenig und ausnahmslos schlechtem Sex ist ein weiteres Jahr jetzt auch kein Untergang mehr. Nicht dass da nicht viel Lust wäre, aber ich bin eben erfahrener im Leben mit Lust und ohne Sex, als mir lieb ist.

    Süntje

    Ich kann das gut verstehen. Auch wenn ich es schlimm finde, wie viel man ganz ohne Gewalt, Betrug, Lügen und all die wirklich schlimmen Dinge schon kaputt machen kann. Über Jahre mag sich dieser Fetisch-Stress für sie vielleicht negativer anfühlen als Betrug. Dabei hab ich einfach nur ihr regelmäßiges wenn auch halbherziges "Ja" für bare Münze genommen. Ich war typisch männlich blind, und hab nur auf die Worte und Taten geachtet. Ich wusste nicht was ich da anrichte, es war keine Absicht dahinter, und ich wollte sie sicher nicht zu etwas zwingen was sie nicht will. Trotzdem ist das Ergebnis unterm Strich eine sehr große Verletzung.


    Gestern abends hab ich mich für die Fehler, die ich in der Vergangenheit gemacht habe, bei ihr entschuldigt. Für das unter Druck setzen, für das nicht erkennen ihrer wahren Gefühle, für das falsche Gefühl das Beziehungsglück würde davon abhängen. Auch wenn keine Böswilligkeit oder Absicht dahinter steckte, bin ich trotzdem der Täter. Und sie die Mittäterin. Sie meint, heute würde sie sich nicht mehr so verbiegen, aber damals tat sie es. Und ich glaube sich selbst kann sie weniger vergeben als mir.


    Sollten die Fetisch-Erlebnisse der Vergangenheit eine Hauptursache ihrer absoluten Unlust sein, UND es ihr tatsächlich gelingen die negativen Gefühle zu verarbeiten... Dann bleibt immer noch die Frage, ob danach dann wieder Lust auf mich da ist. Oder ob wir lediglich erreicht haben, dass es wieder einen Nährboden für Lust gibt.


    In Hinsicht auf die Ablehnung, die ich seit Jahren erlebe, gibt es kaum noch was kaputt zu machen. Das Porzellan ist längst zerschlagen. Was weiterhin bei mir Gefühle kaputt macht ist ihre Unehrlichkeit. All dieses Hoffnung machen und Sexversuche machen, obwohl sie weiß dass es falsch ist. Da steckt zwar auch keine Böswilligkeit dahinter sondern Verzweiflung. Aber nach der x-ten Predigt, dass für mich Ehrlichkeit eins der höchsten Güter ist – auch schmerzhafte Ehrlichkeit – bekomme ich immer noch Dinge vorgespielt oder falsche Hoffnungen gemacht. Das ist schon frustrierend.

    Willst du jetzt ernsthaft zu Kreuze kriechen, weil du sie mit einem "Fetisch" belästigt und unter Druck gesetzt hast?


    Es gibt jede Menge Männer, die Dessous schön und aufregend finden, ich würde das nicht mal "Fetisch", sondern schlicht und einfach "normal" nennen. Dafür, dass sie ein Problem mit ihrer Figur + ihrem Selbstbewusstsein hat, kannst du nichts, und ändern kannst du das auch nicht.


    Ich finde, du solltest auch eine Therapie machen. Keine Sexualtherapie, denn dein Bedürfnis nach Sex ist völlig normal. Aber bedenklich finde ich, wie du dich in einen bestimmten Menschen quasi reinkrallst, von dem du halt nun mal einfach nicht bekommst, was du dir wünschst. In deiner Therapie müsstest du wohl sowas wie Loslassen lernen, Dinge die du nicht ändern kannst akzeptieren lernen, lernen, mit Situationen, die dich traurig machen, die dich verzweifeln lassen, deinen Frieden zu machen – sowas in der Art.