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    Bei uns war es immer so, dass da klarer abgegrenzt wird. Wohnzimmer ist Elternzimmer und da haben nur vereinzelte und ausgesuchte Spielzeuge was zu suchen.

    Im Haus war es ganz schlimm, denn da waren die Kinderzimmer im ersten Stock und das Wohnzimmer im EG. 90% der Spielsachen haben sich im Wohnzimmer gestapelt, wir hatten meist Chaos und nie Ruhe. Das hat sich so entwickelt, weil wir die Kids als Babys nicht in nem anderen Stockwerk haben wollten. In der Wohnung sind alle Spielsachen in den Kinderzimmern, und jeden Abend wird aufgeräumt. Die Kinder sind öfter länger unter sich, aber die Zeit nutzen wir dann meist um aufzuräumen, zu putzen, oder irgendwas Anderes ungestört zu erledigen.


    Bei uns ist das Elternzimmer das Schlafzimmer. Im Haus haben die Kinder auch dort sehr oft gespielt (Kleiderschrank, auf dem Bett hüpfen usw.). Das haben wir in der Wohnung jetzt abgedreht. Wir haben jetzt definitiv mehr Freiraum von den Kindern, was uns gut tut. Aber noch zu wenig von einander.

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    Warum setzt Du Dich dann nicht durch, Dein Bedürfnis danach Zeit für Dich zu haben? Ich würde durchdrehen (und bin es in der Vergangenheit auch in gewisser Weise), wenn ich nicht mal ein paar Stunden am Tag für mich hätte.

    Mach ich doch, aber sie motzt eben, weil sie das nicht als wichtigen Freiraum sondern als Zurücksetzung begreift – so kommt es mir jedenfalls vor. Gestern, als ich Heim kam hat sie auch gemotzt, dass wir uns schon nen Tag lang nicht mehr geküsst hätten. Und war dann beleidigt, als ich es nicht sofort gemacht habe. Warum sie es nicht einfach selbst gemacht hat, wenn sie es doch wollte, weiß ich nicht so genau. Vielleicht gehört das auch zu "gespiegeltem Selbstempfinden"... So nach dem Motto: "Wenn er mich nicht küsst will er wohl auch nicht dass ich ihn küsse und dann tue ich es auch nicht"... ":/

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    So nach dem Motto: "Wenn er mich nicht küsst will er wohl auch nicht dass ich ihn küsse und dann tue ich es auch nicht"...

    irgendwie schon witzig, oder? wenn ich meinen zickigen tag habe, dann kann ich schon auch so denken |-o allerdings ein wenig abgewandelt in: ph... wenn er nicht küssen will... ich fange bestimmt nicht an... immer muss ich ankommen... nie er... :=o

    Moinsen,


    ich habe mir die Mühe gemacht und den gesamten Faden gelesen. Natürlich habe ich nicht alle Argumente im Kopf behalten die für oder wider den Milchmann waren.


    Und ich habe auch nur diesen Faden gelesen, keine Querverweise auf andere Fäden vom Milchmann.


    Was mir hier ein bißchen sauer aufstößt ist die allgemeine Meinung, er solle sich doch bitte rasch trennen, er wäre nicht glücklich usw.


    Wenn man mir sagt "Du bist aber doch nicht glücklich" dann frage ich mich, woher will mein Gegenüber denn wissen, ob ich glücklich bin oder nicht?


    Jeder Mensch definiert glücklichsein ganz anders.


    Manche sind glücklich wenn sie an einem regnerischen Tag einen Regentropfen am Fenster verfolgen können. Manche sind glücklich mit 12 Mio auf ihrem Konto.


    Und ganz andere sind glücklich, wenn sie für sich selbst einen Weg gefunden haben, mit einer Situation umgehen zu können, welche von den Vorstellungen anderer total abweicht.


    Ebenfalls Bauchgrimmen verursacht mir, das der Milchmann hier "gerüffelt" wird, weil er sich bei seiner Frau, die er liebt, dafür entschuldigt, sie mit seinem Wunsch nach Strümpfen oder Strapsen überfahren zu haben.


    Ich persönlich finde das eher bemerkenswert. Denn das zeigt mir schon, das er sich wirklich Gedanken um sich und sein partnerschaftliches Leben macht. Es ist einfach eine Annäherung an seine Frau. Es sind immer 2 Leute, die sich in einer Beziehung annähern müssen und sollen. Sie hat sich geöffnet indem sie ihm erzählt hat, woran ihre Unlust (zum Teil) liegt und er hat sich prima verhalten, wie ich finde.


    Und sind wir mal ehrlich, hat nicht jeder irgendein Manko an sich? Was mich darauf bringt, das Du, Milchmann fragst, wieso sie Dich als blind hinstellt. Ich denke, auch Du hast irgendwas an Dir, was Dir nicht so wirklich gefällt, womit Du allerdings, im Gegensatz zu Deiner Frau einfach besser umgehen kannst.


    Nehmen wir jetzt einfach mal als (zugegebenermaßen blödes Beispiel) Deinen Bauchnabel. Er gefällt Dir nicht, aus welchem Grund auch immer. Einfach weil er nicht so aussieht wie bei anderen Kerlen. Denkst Du da nicht auch im ersten Augenblick: "Hey, ob sie das nicht auch komisch findet?" Sie sagt aber nichts, als sie Deinen Bauchnabel zum ersten Mal sieht.


    Trotzdem denkst Du darüber nach, warum Dein Bauchnabel so anders aussieht, und kannst Dich damit nicht abfinden, das er anders aussieht. Du fühlst Dich benachteiligt und findest ihn einfach nur ätzend.


    Irgendwann sprichst Du das Deiner Partnerin gegenüber an und sie sagt ganz lapidar: "Was soll mit Deinem Bauchnabel sein? Er ist doch okay so wie er ist?" Vermutlich fühlst Du Dich dann belogen, weil Du ja etwas an Dir auszusetzen hast. Beim Gegenüber ist auf der Gegenseite nur Unverständnis da, weil sie ihn ja okay findet.


    Ergo entseht Frust auf beiden Seiten. Bei Dir weil Dein Bauchnabel Dich nervt und SIE es nicht so sieht wie Du, auf der Seite Deiner Partnerin, weil sie als "Blind" dargestellt wird.


    Deine Frau hat es jedoch anders gemacht und versucht ihren eigenen Makel für Dich zu überdecken. Das es nicht richtig war, dafür bekommt sie/ihr jetzt die Quittung.


    Da hilft wohl kein Ultimatum, sondern eher Vertrauen zueinander, was ihr, wie ich vermute ja zueinander habt. Drüber reden ist wichtig. Und zu sagen:"Sie macht das jetzt alleine mit dem Therapeuten"... finde ich schade.


    Denn IHR wollt doch eine Familie bleiben, am besten wieder mit funktionierendem Sexleben.. dann sollte man auch zusammen einen Sexualtherapeuten aufsuchen. Nicht damit Du oder sie geheilt werdet, sondern damit ein wenig mehr Verständnis für beide Seiten aufkommt. Denn einfach nur zu sagen: Wenn nicht bis zum 31.12.2014 ein "halbwegs vernünftiges Sexleben entsteht kommt die Trennung" sich dann aber zurückzulehenen und Däumchen zu drehen, ist meiner Meinung nach eine schlechte Voraussetzung. Du willst wieder eine funktionierende Paarbeziehung, also müßt ihr BEIDE etwas tun. Ja, auch wenn Du schon so viel alleine ertragen mußtest.


    Versucht es doch jetzt einfach mal zusammen? Vielleicht hilft es ihr ja auch zu wissen, das auch Du eine Stelle an Deinem Körper hast, mit der Du nicht so ganz zufrieden bist? Wo Du auch nicht so glücklich bist, wenn Du drauf hingewiesen wirst? (als an den Haaren herbeigezogenes Beispiel: Du hast bereits ein Großteil Deines Haupthaares eingebüßt, und sie hätte gerne das Du ein Toupet beim Sex trägst?)


    Ignoriere meinen Post bitte, wenn er Dir nicht zusagt, ich wollte einfach nur mal das äußern, was mir so aufgefallen ist.


    Ich finde es angenehm zu lesen, das Du Dir die Mühe machst einen Weg zu finden, indem Du Deine Möglichkeiten abwägst und auch nach Möglichkeiten suchst einen Kompromiss für Dich, Deine Kinder und Deine Frau zu finden.


    Ob mir die Möglichkeiten gefallen,steht ja zum Glück nicht zur Debatte :-)


    Aber jeder Jeck is anders, und das finde ich auch verdammt gut so.

    Anahita, deinen Beitrag finde ich super – besonders an den Stellen wo du mir Honig ums Maul schmierst. ;-D Die anderen Stellen sind natürlich doof und total falsch. :-p


    Spaß beiseite, cool dass du dich durch alles durchgelesen hast. Du hast also eine leicht masochistische Ader. ;-) Den Einwurf mit dem Haupthaar finde ich genial! Jetzt versteh ich sie echt besser. Klar hinkt der Vergleich ein bisschen. Aber grundsätzlich, klar wär mir das unangenehm, wenn sie sagen würde sie steht z.B. gerade beim Sex auf mein schütter werdendes Haupthaar, während ich mich damit auch so schon unwohl fühle. Da kann sie noch so oft sagen dass sie das toll findet, ich fänd's nicht nachvollziehbar und würde beim Sex auch nicht daran erinnert werden wollen. Man muss dazu sagen dass ich tatsächlich den weit verbreiteten erblich bedingten Haarausfall habe. Ich hab zwar keine besonders großen Probleme damit, aber kann mich trotzdem gut reindenken!


    Der Unterschied ist: ich hab jahrelang unter den schütter werdenden Haaren gelitten und hab es geschafft mich damit anzufreunden, daher hab ich tatsächlich kein Problem wenn jemand meinen Kopf genauer betrachtet, und ich liebe Kopfmassagen – auch an den kahleren Stellen. :-) Ich kann über Witze über meine "Haarpracht" mitlachen, und mach auch ab und zu selber welche. Ich mag mich eben so mögen wie ich bin, und daher hab ich an mir gearbeitet bis das auch so war. Gleiches könnte sie mit ihren Beinen schaffen. Da das aber nicht so ist nehm ich ihre negativen Gefühle an, und versteh sie jetzt auch besser.


    Das mit der Therapie hast du falsch verstanden. Ich nehme mich davon nicht aus. Ich werde nur keinen Therapeuten für sie suchen, der meiner Meinung nach richtig für ihre Bedürfnisse ist. Das muss sie wissen und machen. Und wenn sie ihn raussucht, kann auch sie einen Termin vereinbaren. Sie kennt meine Termine und weiß, wann das möglich ist. Ich gehe mit, wenn es sinnvoll ist, oder wenn sie es wünscht, und ich würde mit vollem Enthusiasmus mitarbeiten. Aber ich weiß nicht was genau sie braucht, also reiße ich das Ganze nicht an mich. Was eben gut dazu führen kann dass gar nichts passiert. Sie muss selbst wissen, was sie tun will und was ihr wie wichtig ist. Zwingen oder drängen werde ich sie nicht.


    Immerhin hat sie fest vor, das David Schnarch-Buch (immerhin ca. 480 Seiten einigermaßen anspruchsvoller Text) zügig durchzulesen, wenn ich damit fertig bin. Das finde ich echt positiv und auch wichtig.


    Zum Thema Aktivität und zurücklehnen kann ich nur sagen, dass ich über ein Jahr lang die einzig wirklich aktive Seite in der Beziehung war. So sollte das nicht weitergehen. Auch von ihr muss etwas aktiv beigesteuert werden. Oder, auch wenn das hart ist, es geht eben den Bach runter. Ich bin nicht mehr bereit, Inaktivität und totale Passivität in einer solchen existenziellen Beziehungskrise zu akzeptieren. Dann wäre sie schlicht die Falsche für mich.


    Das Ultimatum ist vermutlich kontraproduktiv, ja. Ich habe nur schlicht keine Lust ewig ohne Fortschritt in dieser Situation zu verharren. Sollte sich im Verlauf des nächsten Jahres zum ersten Mal echter Fortschritt zeigen, aber wir sind Ende 2013 noch nicht an meinem Wunsch-Ziel, dann werd ich den Erfolg wohl nicht mit Gewalt abwürgen. Ich bin zwar konsequent, aber nicht dumm. Momentan kann ich da aber nicht dran glauben.

    Oh, dann habe ich das falsch verstanden, oder falsch verarbeitet, weil ich ja noch in den anderen Texten hing, als ich meinen Text geschrieben habe. Dann nehme ich das natürlich zurück und behaupte, das ich gut finde, das Du sie da auch unterstützt. Ich kann nur von mir selbst reden, da ich aufgrund meies Alters und der aktuellen Schwangerschaft ständig etwas an mir auszusetzen habe. Ich hab ein Gesicht wie eine 30 jährige, obwohl ich 38 bin und das ist somit das einzige was ich an mir schön finde. Andere Baustellen (aufgrund des Alters und der Schwangerschaft) werden wohl bald (neu) dazu kommen, denn eine Brust die schon 2x gestillt hat und ein schlaffes Bäuchlein scheinen mir nicht sehr antörnend. Wobei mein Gatte aber sagt: "Es ist unser Kind was Du austrägst, das es nicht ohne Spuren von sich gehen wird, ist mir schon klar" *grml* ER behält ja seinen adonisgleichen Körper nach der Geburt *pfff*


    Egal, ich will eigentlich nicht über mich reden, aber ich steh doch so gerne im Mittelpunkt ]:D – Worauf ich hinauswill, das es eine Sache der Selbstreflektion ist wie man mit seinem Körper und seinen makeln umgehen kann/muß. Mein Altargeschenk findet an sich persönlich nichts auszusetzen, ausser das er nu auch ein wenig shcütter wird.. Ich hingegen mit meinem hohen Alter fühle mich dementsprechend... schlaff. Aber da unserer Ehe zum Glück nicht nur aus Sex besteht, sondern im großen und ganzen aus Verständnis, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Respekt und Nähe kann ich mich damit abfinden ein wirklich liebevoller Mensch zu sein und das auch auf meinen Körper, bzw. mein Körperempfinden zu übertragen. Sprich: "Er liebt mich nicht nur, weil ich den Körper einer 20- jährigen habe"


    Wenn Deine Frau an ihren Beinen herummäkelt, weil man es ihr seit ihrer Kindheit so eingeprägt hat, kann ich das sehr gut nachvollziehen, und auch verstehen. Denn sie wurde dann ja richtig darauf konditioniert? Solche eine Konditionierung kann man leider nicht mit ein paar warmen Worten ungeschehen machen, das bedarf schon ziemlicher Arbeit an sich selber. Da muß es bei einem selbst "klick" machen. Was man versuchen könnte, wäre ihr einfach ihre Vorzüge, welche sie auch selber schön an sich findet immer wieder hervorzuheben und dann ab und an mal (also alle 2 Wochen) ein Kompliment zu machen über ihre Beine (Hey, die Jeans steht Dir echt gut, Dein Hintern kommt gut zur Geltung und auch Deine Beine sehen toll aus).


    Nochmal entschuldigung dafür, das ich das mit der Therapie so missverstanden habe

    Ich probiers einfach nochmal... So gesehen, sind Milchmann und ich uns diesbezueglich also recht aehnlich. =)

    @ Anahita

    Ich denke das Problem an der Sache (fuer mich) ist einfach die Definition/Beschreibung der Beziehung als Liebespaar. Warum kann man es nicht einfach umdefinieren als Freundschaft und sich damit der emotionalen Realitaet stellen. Das ist doch nichts Schlechtes. Ich habe sehr gute Freunde die ich richtig in mein Herz geschlossen habe und die mir sehr wichtig sind; mit denen ich viele Sachen teile, ja sogar manches von denen ich meinen Lebenspartner ausschliesse.


    Wenn ich z.b. sage, er soll sich trennen, schliesst dies nicht zwangslaeufig die raeumliche Trennung und den totalen Cut mitein. Der Mensch kann immer noch ein wichtiger Teil und Baustein meines Lebens bleiben.


    Dennoch begebe ich mich mit meinem (Liebes)Partner auf eine andere emotionale Ebene, die eben durch Austausch von Koerperlichkeiten einfach eine andere Bindung zu dem jeweiligen Menschen zulaesst. Es faellt einfacher, richtig die Schleusen zu oeffnen und die Signal/Antennen Geschichte auf Hochtouren laufen zu lassen. Diese Bindung transportiert sich auch auf andere Bereiche des normalen Lebens und erleichtert den Alltag. Der Abgleich von Gefuehlen und die Suche nach Konsens faellt sehr viel leichter wenn keine sexuelle Frustration vorherrscht.


    Wenn ich aber jetzt asexuelle Freundschaft als monogame Liebe begreifen wuerde fehlt einfach der Tiefgang. Die Alltagsraedchen flutschen nicht mehr so reibungslos ineinander und es fuehlt sich alles schwerfaellig an. Ich wuerd mir die Moeglichkeit nehmen ein erfuelltes Leben zu fuehren und ich haette immer das Gefuehl, dass mir was fehlt.

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    Warum kann man es nicht einfach umdefinieren als Freundschaft und sich damit der emotionalen Realitaet stellen.

    Klar muss man sich der Realität stellen. Verleugnen funktioniert auf Dauer einfach nicht sonderlich gut. ;-D Aber die Realität verändert sich auch permanent, und darauf sollte man aktiv versuchen Einfluss auszuüben. Das heißt nicht dass ich die Realität in jede mir beliebige Form pressen kann. Aber man hat Einfluss, und den versuchen wir zu nutzen. Ob er ausreicht, wird sich zeigen. Irgendwann muss man aber auch einsehen können dass man ein Ziel mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht erreichen kann, und dann muss man sich der Realität anpassen. Der Zeitpunkt wird vermutlich noch kommen.


    Ich bin der Meinung zwischen uns stehen Blockaden, die verhindern dass sich Leidenschaft entwickelt. Es ist nicht so dass wir schlicht nicht kompatibel wären, wir passen gut genug zueinander aber haben uns die Sexualität verbaut. Wie viel da meine sexuellen Vorlieben (Strumpfhosen etc.) eine Rolle spielen, die negative Körperwahrnehmung meiner Frau, meine große Offenheit bezüglich meiner sexuellen Wünsche (die sich fordernd anfühlen mag), die Körpererfahrungen während der Schwangerschaften und danach, ... es gibt da viele Möglichkeiten, und ich weiß nicht was (wie sehr) eine Rolle spielt.


    Wie sich diese Blockaden abbauen lassen, ob wir z.B. über die negativen Fetischerfahrungen der Vergangenheit hinwegkommen, das ist die Schwierigkeit. Ich hoffe dass das Schnarch-Buch dabei helfen kann, evt. auch eine Sexualtherapie. Was nach dem Entfernen dieser Blockaden (falls wir es überhaupt schaffen) kommt – ob Leidenschaft oder einfach nur Leere, das bleibt abzuwarten.

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    Warum ließ dein Vater deine Halbgeschwister "normal" aufwachsen, du aber wurdest mit der Wahrheit konfrontiert? Verstehen muss man ihn nicht und ja – sein Verhalten ist krank, mehr als krank. Er ist nie zu dir und deiner Mutter gestanden. Wie ging es deiner Mutter damit? Ich könnte das nicht. Ist deine Mutter so labil, dass sie das alles geduldsam ertragen hat?

    ich hab jetzt einen eigenen faden http://www.med1.de/Forum/Psychologie/638725/ dazu eröffnet.


    milchmann, ich wünsche euch alles gute!

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    Klar muss man sich der Realität stellen. Verleugnen funktioniert auf Dauer einfach nicht sonderlich gut. ;-D Aber die Realität verändert sich auch permanent,

    Wir selber schaffen doch unsere eigene Realität. Soll heißen, Milchmann und seine Frau bestimmen, was ihre Realität ist. Und da ist eben nicht die Übereinstimmung, die man für eine funktionierende Beziehung benötigt. Ich hab den Eindruck, Milchmanns Frau würde über ihre Ehe ganz anders reden als Milchmann selber, aber das sieht er sicher nicht so.

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    Zum Thema Aktivität und zurücklehnen kann ich nur sagen, dass ich über ein Jahr lang die einzig wirklich aktive Seite in der Beziehung war.

    Dazu kann ich nur sagen, dass TUN des einen ist das TUN des anderen bzw. hier, das NICHT-TUN.


    Ist doch klar: wenn der eine aktiv ist, dass der andere dagegen passiv erscheint. Wäre spannend zu sehen, was passiert, wenn Milchmann etwas in seiner Aktivität nachlässt und somit seiner Frau Raum gibt, selber aktiver zu werden.

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    Ich hab den Eindruck, Milchmanns Frau würde über ihre Ehe ganz anders reden als Milchmann selber, aber das sieht er sicher nicht so.

    Ganz sicher sogar. Was einfach daran liegt dass wir verschiedene Menschen sind. ;-)


    Ich schreib mal wieder ein bisschen, was mir so im Kopf rum geht. Eigentlich mehr für mich selbst, aber kommentieren ist trotzdem ausnahmsweise erlaubt. ;-D


    Das Schnarch-Buch entpuppt sich immer mehr als großer Gewinn für mich. Ich merke immer deutlicher, was bei uns eigentlich alles nicht so wirklich gut läuft. Wenn man sich die Beziehung genauer ansieht gibt es einen recht überschaubaren kleinen friedlichen Raum, in dem sich zeitlich ein Großteil der Ehe abspielt. In diesem kleinen Konsens-Raum fühlen wir uns (zu) wohl und wird nicht gestritten. In diesem Raum steckt der normale Alltag, abends fernsehen und ab und zu kuscheln. Sobald es Uneinigkeit gibt oder Probleme auftreten, das Thema Sex im Raum steht usw. gibt es eine Art Schlachtfeld. ;-D Sobald ich z.B. meine Frau kritisiere fühlt sie sich persönlich angegriffen und beschwert sich dass ich es wage sie zu kritisieren, oder es kommt eine sofortige beliebige Gegenkritik. Es ist eigentlich kaum noch möglich über Dinge zu reden, über die nicht schon ein Konsens besteht. Immerhin sind wir ein Paar, das solche Streitigkeiten nicht ewig mit sich rumträgt. Wir kehren relativ schnell zur Normalität zurück, statt uns ewig anzuschweigen, zu schmollen usw. Allerdings gab es Zeiten in denen diese beidseitige Beruhigung noch schneller ging.


    Umgekehrt, wenn sich mich kritisiert, schaffe ich es noch nicht immer, so ruhig und beim Thema zu bleiben, wie ich das erreichen will. Sie startet oft gleich mit entsprechender Schärfe, und mir fehlt noch die Fähigkeit das komplett an mir abprallen zu lassen. Zwar behaupte ich von mir beim Thema zu bleiben, aber trotzdem kommt irgendwann unvermeidlicherweise eine Aussage die für sie ein persönlicher Angriff ist, und spätestens dann ist ein sinnvolles Gespräch nicht mehr möglich. Meistens beende ich Gespräche damit dass ich sage, dass ich keinen Sinn darin sehe weiter zu streiten und gehe dann. Denn gestritten wird leider meist nicht um Inhalte sondern um die eigene Selbstbehauptung. Darauf hab ich sie auch mal angesprochen, bin aber auf taube Ohren gestoßen.


    Wenn meine Frau das Schnarch-Buch irgendwann wirklich durchgelesen haben sollte, verstanden haben sollte und für sich angenommen haben sollte (wenn, wenn und wenn!), dann hoffe ich dass wir es schaffen mit Sinn zu streiten. Ich hab nämlich immer weniger gegen streiten. Früher dachte ich das würde auf eine schlechte Beziehung hindeuten. Mittlerweile denke ich, Streits um Inhalte deuten nur auf starke Persönlichkeiten hin, Streits um Selbstbehauptung auf ein unsicheres Selbstbild innerhalb der Beziehung.


    Allerdings kann das mit dem lesen dauern. Ich hab das Buch in etwas mehr als einer Woche durchgelesen. Meine Frau hat in knapp zwei Wochen um die 50 Seiten gelesen. Sie nimmt sich selten die Zeit dazu, es scheint ihr nicht allzu wichtig zu sein. Aber auch nicht gänzlich unwichtig. Ich hoffe jedenfalls nicht, dass sie es liest weil sie denkt dass ich es will. Sie hat die Sexualtherapie als noch eine Möglichkeit in den Ring geworfen, ich das Schnarch-Buch. Vielleicht ist ihr das Buch schlicht lieber, oder einfach das kleinere Übel? Über eine mögliche Therapie hat sie schon länger nichts mehr gesagt. Wenn sie in dem Tempo weiter liest ist sie wohl erst im Februar durch mit dem Buch. Sie sagt, wenn sie mehr als 10 Seiten liest wird sie – egal bei welchem Buch – total müde. Ich glaub ihr das, aber woran kann das liegen? Vielleicht eine Art intellektuelle Trägheit? Sie hat kaum geistige Herausforderungen. Nur eine langweilige Arbeit in der wenig zu tun ist, die Kinder und abends die Glotze. Find ich auch ziemlich abturnend. :(v Sie singt seit 10 Jahren in diversen Bands und kann kaum einen Liedtext komplett auswendig. Natürlich ist es nicht nötig, man kann auch ablesen. Aber ich find's schwach. Ich krieg sie nicht mehr zum gemeinsamen Sport motiviert abends. Lesen tut sie kaum noch, auch Rätselhefte fasst sie keine mehr an. Früher war das anders. Manchmal spielen wir was zusammen, aber oft ist nur die Frage ob sie alleine vor der Glotze liegt oder ob ich mich dazu geselle.


    Auch beschwert sie sich, dass das Buch schwierig zu lesen sei, und dass sie Wörter nicht versteht. Natürlich könnte sie die Wörter nachlesen, so wie ich es getan hab. Aber dafür ist sie zu faul. "Ja ja, du mit deinem Smartphone hast es ja leicht. Aber ich müsste den PC anmachen..." Ausrede gefunden, Problem gelöst. Andererseits hat sie nen IQ von über 120 und hätte vielleicht auch den Mensa-Aufnahmetest vor einigen Jahren geschafft, wenn sie nicht so extrem nervös gewesen wäre. Die geistige, emotionale und auch körperliche Dauermüdigkeit der letzten Jahre (bedingt durch Überlastung mit den Kids?) führt jedenfalls dazu dass sie ihre Möglichkeiten bei weitem nicht ausnutzt. Dabei sind viele Menschen abends müde, ich auch. Aber ich kämpf halt dagegen an. Aber das ist wieder ein anderes Thema.


    Jedenfalls finde ich es ziemlich enttäuschend, dass sie das, was sie offenbar als einzige Möglichkeit zur Verbesserung ansieht, so wenig wichtig nimmt. Gut möglich dass sie einige Monate braucht um das Buch zu lesen, nur um dann vielleicht festzustellen dass sie für sich daraus nichts mitnehmen kann. Natürlich macht auch sie sich ihre Gedanken. Und ich nehme an, die deuten jetzt deutlich mehr in Richtung Trennung. Ich glaube nicht dass sie sie will, aber ich glaube sie hält sie mehr denn je für unvermeidlich. Darauf deutet z.B. auch hin, dass sie ihre Arbeitsstunden erhöhen will, und das vermutlich um finanziell etwas unabhängiger zu sein. Würde ich verstehen und finde ich prinzipiell auch richtig. Auch wenn mir das Signal nicht gefällt...


    Mein nächstes Buch, nachdem ich mal wieder mit Fantasy durch bin :-) , wird ein Buch über buddhistische Sichtweisen auf die Partnerschaft sein. Ich bin ziemlich neugierig was diese Philosophie mir vielleicht zu bieten hätte und dieses Buch soll ein sehr guter erster Einstieg sein.


    Ach ja, noch was zum Ultimatum. Sie hat schon mehrfach erwähnt wie sehr es sie zusätzlich unter Druck setzt. Obwohl es noch 13 Monate sind. Und unser Problem kennen wir "erst" seit 1 1/2 Jahren. Das war ne extrem lange Zeit in der sich sehr viel getan hat. Außerdem waren es mal 14 Monate, und einen Monat hat sie schon verstreichen lassen ohne überhaupt nur irgendwas zu ändern. Für mich klang es so als würde sie versuchen zu erreichen, dass ich das Ultimatum zurücknehme. Aber ich kann nur immer wieder sagen: wenn auch die Zeit nicht reicht, um etwas substanziell zu verbessern, dann schaffen wir es gar nicht mehr.


    Für meine nächste Beziehung hätte ich gerne ne Frau mit mehr Energie, die mich auch mal herausfordert, die mit sich selbst mehr im Reinen ist und mit mir gemeinsam wachsen will. Freiwillige? ;-D

    ich kann mir schon vorstelen das man zufrieden damit sein kann.


    man hat die kinder und auch so ein gutes leben. sex und beziehung ist ja nur ein möglicher bestandteil des lebens und viele singles haben dies ja auch nicht.


    wenn beide damit klar kommen denk ich schon dass man es sich so schön einrichten kann.

    ach milchmann... solange sie das liest – ganz ganz langsam liest – ist sie ja noch in der berechtigten nachdenk-phase! ich glaube, dass gar nicht das ultimatum selber, das problem selber euer größtes problem ist. ich bekomme immer mehr das gefühl, dass ihr beide viel mehr angst davor habt, was immer sicherer erscheint – nämlich, dass eine entscheidung ansteht!

    Stimmt, die Angst nimmt auf beiden Seiten zu, das ist uns bewusst. Und wir wissen auch welche Entscheidung ansteht und wann. Ende nächsten Jahres ist dann nur noch das WIE zu entscheiden...


    Ich finde 13 Monate sind eine lange Zeit. Ich will die nützen. Dafür braucht man nicht mal ein Buch oder eine Therapie. Mir würde auch schon der Hausverstand reichen. Einfach versuchen, irgendwas besser zu machen. Auch wenn das die Ehe nicht rettet macht es zumindest die restliche Zeit schöner. Auch wenn die Ehe zu Ende geht, ist auch das Teil des Lebens, und das Leben soll schön sein. Ihre Antwort darauf ist, dass sie ja schon das Buch liest. Das muss also an Energie reichen, die sie in die Partnerschaft steckt.


    Natürlich kann ich nichts erzwingen, nur weiter meinen Weg gehen. Aber Angst und auch Trauer haben zugenommen. Angst, vieles von dem zu verlieren, was viele Jahre Teil meines Lebens war. Auch wenn Neues durchaus lockt, wird der Verlust von Altem mit Schmerz verbunden sein. Was m ich traurig macht ist dass ihr die Ehe offenbar nicht mehr an Energie wert ist.

    Hi Milchmann,


    ich habe immer wieder in deinen Faden geguckt, aus Interesse, weil ich deine Bemühungen sehr lobenswert finde. Nicht toll, aber lobenswert. So wie viele geschrieben haben, Trennung, so würde ich auch empfinden. Weil es einfach nicht paßt zwischen euch. Ich kann mir wieder aufkeimende Sexualität bei dem was du bisher so geschrieben hast, nicht vorstellen. Weil sie sich glaube ich nicht ehrlichen Herzens bemüht. Deine Schilderungen was ihre Lesezeit anbelangt, sprechen schon eine deutliche Sprache. Sie liest es für dich, um dich zufriedenzustellen, vielleicht sogar in der Hoffnung, es würde sich auch so alles beruhigen.


    Was mir beim Lesen deines letzten langen Beitrags ins Auge gesprungen ist oder sollte ich besser sagen, spontan eingefallen ist – ihr seid in einem Fahrwasser ohne Wiederkehr, sie ist scharf beim Streiten, reagiert sehr empfindsam auf deine Kritik, teilt aber gerne aus. Das alles läuft und läuft. Falls ihr dann mal getrennt seid, dann wird irgendwann ein neuer Partner auch bei ihr ein Thema sein – und auf einmal würdest du sie nicht mehr wiedererkennen. Sie würde sich bemühen, ganz anders als bei dir, sie würde ja punkten wollen und gefallen wollen. Dir will sie nicht mehr wirklich, also bewußt gefallen, du bist einfach ihr Partner und alles sollte so schön gemütlich weitergehen ohne irgendeine Anstrengung, etwas zu ändern.


    Und, wenn die innere Bereitschaft nicht da ist, dann wird sie auch das Buch nicht wirklich verstehen. Das dringt dann nicht vor, nicht bis zu dem Aha-Effekt, sondern es bleiben einfach gelesene Zeilen, sonst nichts.


    Aber mach du das für dich, lese das, was du dir vorgenommen hast – sogar eine neue Partnersuche würde von deinem erweiterten Erfahrungsschatz profitieren, du würdest viel besser erkennen, was gut für dich ist @:)