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    die vertreten allen Ernstes die Theorie, dass es in einer Beziehung nie besser werden kann als am Anfang – gerade sexuell. Ich halte das – ohne jemals das Gegenteil erlebt zu haben – für totalen Quatsch. Einfach weil Menschen sich in einer Beziehung entwickeln können, und das kann dazu führen dass die Beziehung mit der Zeit an Qualität gewinnt

    Da kann ich Dir aus eigener Erfahrung auch nur recht geben. Bei mir/uns ist es so. Bei uns ist die beidseitige Liebe und auch der Sex viel, viel intensiver geworden als zum Beginn unserer Beziehung.


    Du beschreibst Deine Frau als leider etwas träge geworden? Da kann ich irgendwie mit Deiner Frau mitfühlen; auch ich hatte so eine Phase. Irgendwie war ich in einem tiefen Loch, in dem ich außer Kindererziehung nichts anderes mehr sehen konnte. Tag um Tag das Gleiche, wie in einem Hamserrad kam ich mir vor. Auch füllte mich mein Beruf nicht wirklich aus.


    Wäre ein Jobwechsel für Deine Frau keine Idee für neuen Elan und neue Herausforderungen? Irgendein Hobby, dass sie wieder fordert? Irgendwas, das sie aus ihrer Lethargie löst?


    Hab nicht alles in diesem Faden gelesen, deshalb entschuldige, wenn Du es schon beantwortet hast, aber warum half Euch diese Eheberatung nicht? Wie lief die ab?

    schnuckie21

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    Du beschreibst Deine Frau als leider etwas träge geworden? Da kann ich irgendwie mit Deiner Frau mitfühlen; auch ich hatte so eine Phase. Irgendwie war ich in einem tiefen Loch, in dem ich außer Kindererziehung nichts anderes mehr sehen konnte. Tag um Tag das Gleiche, wie in einem Hamserrad kam ich mir vor. Auch füllte mich mein Beruf nicht wirklich aus.

    Ich versteh auch, dass sie in so einem Loch ist. Allein schon das seit 1 1/2 Jahren ständig drohende Ende der Ehe... Dann die Kids, die sehr sehr anstrengende Phasen haben. Meine Frau sagt oft (auch wenn sie Töchterchen sehr liebt!) dass mit einem Kind so Vieles leichter wäre. Wenn sie mal mit dem Großen allein ist blüht sie regelrecht auf. Sie muss sich nicht mehr zwischen zwei Kids zerreißen, kein Dauerstreit und Dauergeschrei zwischen den beiden Kindern, keine Trotzphase, die Kleine ist auch ziemlich destruktiv manchmal. Aber es hilft nix, wir haben uns für zwei entschieden und auch mit Zweien sollte man klarkommen können. Wenn die Kleine älter wird wird definitiv Einiges leichter.


    Das Schlimme ist, dass sie sich die alleinige Schuld für unser Sexproblem und damit sozusagen für "Alles" gibt. Sie meint es liegt an ihr, da kann ich sagen was ich will. Sie erdrückt sich selbst mit Schuld. In letzter Zeit ist sie seeehr dünnhäutig und überreagiert sowohl bei den Kleinen als auch bei mir schnell. Erst heute hat sie mir geschrieben, dass sie jeden Tag weint, was ich nicht wusste. Das Ultimatum, egal wie weit weg es sein mag, macht sie kaputt. Sie meint sie kann nicht hoffen wenn ein Ablaufdatum bekannt ist. Und dann eben noch diese Antriebslosigkeit, die ist nicht sonderlich toll. Aber ich weiß sie kann anders sein, ich kenn sie anders. Nur dadurch dass sie sich selbst zerquetscht mit diesem An-allem-schuld-sein ist sie so wie sie jetzt ist. So viel wie sie sich auflädt, muss sie sich fast zwangsläufig hoffnungslos fühlen und vor der Größe des Problems kapitulieren.


    Ein Jobwechsel kommt nicht in Frage. Sie ist wenigstens einigermaßen glücklich mit ihrem Job und eine bessere Alternativ dürfte nur sehr sehr schwer zu finden sein.


    Über die Eheberatung kann ich kaum was Positives sagen. Wir haben darüber gesprochen, wie wir uns fühlen, wie wir die Lage sehen. Was wir ohnehin zu Hause auch gemacht haben. Ansonsten hat die halbe Sitzungszeit immer schon die Frage aufgefressen: "Was ist seit der letzten Sitzung passiert?". Extrem nutzlos das Ganze.

    Das liest sich für mich als sein Deine Frau innerlich ganz schön zerrissen.


    Ich kann es irgendwie nachempfinden............alle wollen was von ihr, alle zerren an ihr, sie fühlt sich so, als würden alle ihr ein Stück herrausreißen. Für sie selbst bleibt da nicht viel. Und ja, auch für Dich dann leider nicht mehr (nicht falsch auffassen, ich verstehe Dich sehr gut). So ein schwerer Alltag kann schon viel Kraft kosten, Kraft, die sie abends dann nicht mehr für Dich hat. Gleichzeitig wird ihr ja auch bewusst, dass Du "zu kurz kommst" und das belastet sie wahrscheinlich noch zusätzlich.


    Von diesem "sie ist an allem Schuld" weil sie nicht richtig "funktioniert" muss sich schnellstens runterkommen, möglicherweise mit Hilfe einer Therapeutin.


    Schade, dass Euch die Eheberatung so wenig brachte. Wir haben da sehr gute Erfahrungen gemacht.

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    So ein schwerer Alltag kann schon viel Kraft kosten,

    ich weiß nicht, das ist irgendwie der Alltag in jeder Familie,


    Wenn Frau dadurch so zerrissen wird, oder so unter Druck gesetzt fühlt, dann würde ich auch anderes dahinter vermuten.


    Depressionen hat sich nicht?

    Puh, ich kann nicht beurteilen ob sie Depressionen hat und falls ja wie stark. Sie hatte in der Vergangenheit jedenfalls Zeiten depressiver Verstimmung, teilweise über Monate, und wollte deswegen auch mal eine Therapie anfangen. Ich würde mal vermuten sie tendiert in Richtung Depressionen und ist anfällig dafür. Vielleicht ist es auch eine Art Burn-out (ich weiß: überstrapaziertes Modewort)? Aus meiner Sicht kann ich nichts tun außer sie so zu nehmen wie sie ist und ihr Unterstützung anzubieten, wie Entlastung von den Kindern, Zeit für sich, Entspannungsmöglichkeiten, Abnahme von Haushaltsarbeiten usw. In letzter Zeit erinnere ich sie öfters an die Möglichkeit, mal alle Verantwortung sausen zu lassen und mich machen zu lassen. Sie könnte das aus meiner Sicht ruhig öfter nutzen.

    Gestern Abend hab ich mal wieder ein längeres Gespräch mit meiner Frau geführt. Im Verlauf des Gesprächs meinte sie u.a. sie wäre eine "Großbaustelle" und bräuchte eigentlich eine Therapie, wüsste aber gar nicht wo sie da anfangen sollte. Zwar hat sie seit sie 20 war viele Fortschritte gemacht, aber ist immer noch weit weg von dem Menschen der sie sein will. Vielleicht hilft diese Selbsteinschätzung, euer Bild von ihr zu erweitern.


    Was mich angeht hat sie mal wieder was Neues rausgerückt. Bisher wusste ich, dass sie meine Strumpfhosen-Vorliebe "affig" (O-Ton) findet. Dieses Wort benutzt sie in dem Zusammenhang häufig, sonst eigentlich nie. Genau wollte sie das nie erklären. Jetzt weiß ich, dass sie auch andere Dinge an mir affig findet. Z.B. mein Interesse an schnellen Autos und Muscle Cars. Oder mein nicht-verheimlichtes Interesse an Tattoos und sogenannten Alternative Models bei Facebook (Ich habe einige Seiten von Tattoo-Models, Gothic-Models und Pin-Ups geliked).


    Sie hat jetzt auch damit rausgerückt, was dieses "affig" für sie bedeutet. Einerseits findet sie, dass diese Dinge nicht zu mir passen. Ich bin eben ein normaler nicht gerade extrem cooler Durchschnittstyp. Und daher passen Sportwägen und Muscle Cars nicht zu mir – ihrer Meinung nach. Weder habe ich ein tolles Auto, noch schraube ich hobbymäßig, und meinen Fahrstil hält sie auch für lahmarschig. Auch wenn sie weiß, dass ich mich schon seit meiner Kindheit für Autos begeistere findet sie es wirkt aufgesetzt, möchtegern, nicht glaubhaft. Als würde ich mich gerne cooler darstellen als ich bin. Sie fremdschämt sich dafür. Ähnliches gilt für meine eher neuen Interessen Tattoos und Alternative Models. Sie glaubt mir dass ich mich dafür interessiere, trotzdem wirkt es ihrer Meinung nach aufgesetzt, nach Coolheit heischend. Und sie fremdschämt sich dafür, dass Andere auf Facebook sehen können dass ich mich dafür interessiere. Sie findet zu mir passen eher Dinge wie Snooker oder Dilbert (das sind auch Sachen die ich cool finde).


    Ich hab ihr gesagt dass eben jeder Mensch verschiedene Seiten hat, und davon nichts aufgesetzt ist. Aber klar kann ich mit so einer Aussage nichts verändern. Es war eben nur ein Statement zu dem, was sie gesagt hat.


    Gleichzeitig beteuert sie, was für ein toller Typ ich bin, und dass sie es nicht ertragen könnte wenn eine andere Frau mit mir zusammen wäre. Hinter diesen Aussagen steckt noch so Einiges, da bin ich mir ziemlich sicher, aber wir haben das Gespräch dann mal vertagt.


    Um den Kreis zu schließen: Meine Frau meinte es könnte durchaus sein, dass diese Gefühle (affig und Co.) daher herrühren, dass sie mit sich selbst so unzufrieden ist. Und daher von mir erhofft/erwartet all das zu sein was sie nicht ist – z.B. eben cool. Ein Teil von ihr ist wohl sehr enttäuscht dass ich diese Lücken nicht füllen kann.


    Ich lass das jetzt mal so stehen.

    Lieber Milchmann,


    merkst du was? Erst hat sie versucht bei dir einen auf Mitleid zu machen. Das hat nicht funktioniert, denn daraus folgte das Ultimatum. Jetzt dreht sie den Spieß um und du bist das Problem. In einem Jahr hat sie dich dann wahrscheinlich so weit, dass du auch kein Selbstbewusstsein mehr hast und schon alleine deshalb bei ihr bleibst. Ein gutmütiger Trottel (nicht böse gemeint) bist du ja.


    Wenn du ein Mönch hättest werden wollen, dann hättest du auch ins Kloster gehen können (da hättest du wahrscheinlich ein spannenderes Sexleben gehabt ]:D ). So ein Strumpf-Fetisch ist ja jetzt nicht sowas perverses, dass sie darauf immer wieder rumreiten muss.


    Ich bleibe bei meiner Meinung, dass diese Ehe nicht mehr zu retten ist - jetzt nicht und in einem Jahr auch nicht. Ihr seid einfach ein Paar, das absolut nicht harmoniert, jedenfalls nicht als Ehepaar mit sexuellen Bedürfnissen auf einer Seite.

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    Im Verlauf des Gesprächs meinte sie u.a. sie wäre eine "Großbaustelle" und bräuchte eigentlich eine Therapie, wüsste aber gar nicht wo sie da anfangen sollte.

    ey... manchmal finde ich solche aussagen ja richtig zum davonlaufen. nicht, dass ich therapien ablehne, aber für mich sind die nur eine lösung, wenn man unterstützung bei inneren veränderungsprozessen braucht, die man alleine nicht in angriff nehmen kann, oder will! und mich macht es rasend, wenn sich manche menschen durch solche aussagen aus der eigenverantwortung zu stehlen versuchen – sorry, aber so kommt das bei mir an!

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    Sie hat jetzt auch damit rausgerückt, was dieses "affig" für sie bedeutet. Einerseits findet sie, dass diese Dinge nicht zu mir passen.

    und anstatt, dass sie sich selber mal ein wenig erwachsen und konstruktiv reflektiert (selbst, wenn das ergebnis nicht für eure ehe sprechen würde!?), fängt sie bei dir an... ist doch mist!

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    Um den Kreis zu schließen: Meine Frau meinte es könnte durchaus sein, dass diese Gefühle (affig und Co.) daher herrühren, dass sie mit sich selbst so unzufrieden ist.

    aber das macht ja nix, weil sie dich dann doch wieder so zu sich zurückholt, dass die arbeit dann doch wieder an dir hängen bleibt %-|

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    Einerseits findet sie, dass diese Dinge nicht zu mir passen.

    Ich denke, dass du der einzige Mensch bist, der hinreichend beurteilen kann, was zu dir passt. Auch sollte es vollkommen deine alleinige Entscheidung sein, wie weit dein Interesse für bestimmte Themen geht.


    Das würde ich jedenfalls sehr deutlich machen.

    Also nicht böse sein aber wenn ich höre dass sie diese ganze Schuld auf sich nimmt, ist das in meinen Augen auch nur eine Vermeidungstrategie und eine total faule Ausrede. Indem man sich selbst beschuldigt (so meine Erfahrung) wollen die meisten Leute nämlich a) zeigen dass sie ja soooo arm sind und sich einfach nicht ändern können und b) erst Recht wieder Zuspruch/Liebe/verbale Streicheileinheiten erhalten. In Wikrlichkeit sind sie meistens bloß nicht willens/zu faul die echten Probleme anzugehen. Falls ich zu sehr von meinern bisherigen eRfahrungen auf dein frau schließe lieber Milchmann: verzeih, aber ich werd ziemlich sauer wenn ich dieses "mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa" höre (das ist eben einer MEINER roten Knöpfe...)

    Auf xpunkt's erste zwei Absätze geh ich mal nicht ein... Ansonsten deckt sich das was ihr schreibt auch ungefähr mit meiner Meinung. Für so manche ihrer Sichtweisen hat meine Frau sicher keinen Preis verdient, und sie sind nicht besonders hilfreich um Probleme zu lösen. Andererseits... ich war auch mal so, oder zumindest so ähnlich. Mir war nicht klar, dass man anders vielleicht besser durch's Leben kommen könnte. Aber im Lauf der Jahre hat sich durch nachdenken, Bücher lesen, und natürlich nicht zuletzt med1 Einiges an meiner Einstellung geändert. Für mich persönlich: gebessert.


    Meiner Frau ist klar, dass unsere Eheprobleme nicht durch Handauflegen gelöst werden können. ;-D Es muss sich schon was ändern. Wie weit ihr klar ist, dass wir selbst uns ändern müss(t)en, das weiß ich nicht. Aber ich vermute ihr ist es klar und sie ist nicht besonders begeistert von dieser Aussicht. An sich arbeiten, das kostet Zeit, es tut weh auf seine eigenen wunden Punkte zu sehen, Fehler offen einzugestehen, es braucht Willen und ein bewussteres Leben. Harte Arbeit, und wer ist schon scharf auf harte Arbeit mit ungewissem Lohn? Das Ganze ist vermutlich eine kurzfristig orienterte Abwägung... wie unangenehm ist es, nichts zu tun, und wie unangenehm ist, doch etwas zu tun? Rentiert sich das ausreichend? Wie sehr macht es Angst oder traurig?


    Bisher hat sie wohl einen Großteil ihres Lebens in der Ansicht verbracht, dass sich die Konfrontation mit Unangenehmem nicht lohnt. Es gibt aber auch Ausnahmen. Sie hat sich mal eine Zeit lang mit einem Selbstliebe-Buch beschäftigt. Da war ihr Frust wohl mal groß genug, um ein bisschen Energie zu investieren. Seit ca. 2 Jahren konfrontiert sie sich auch ein wenig mit ihrer Spinnenphobie, die dadurch zumindest etwas besser geworden ist.


    Ein Beispiel. Das Buch von Schnarch habe ich ja erst nur für mich gekauft. War dann aber total begeistert, und habe es ihr als Alternative oder Zusatz zu einer weiteren (Sexual?)Therapie vorgeschlagen. Sie hat damit angefangen, aber in einem Tempo das nur als lustlos bezeichnet werden kann. Selbst wenn sie wirklich nur 10 Seiten am Stück schafft bevor sie müde wird, dann hätte sie trotzdem die Gelegenheit, jeden Tag 2x10 Seiten zu lesen. Das wären 140 Seiten die Woche, und nach drei Wochen wäre sie durch damit. So ist sie nach 2 1/2 Wochen auf Seite 50, soweit ich weiß... Gestern hab ich sie gefragt, ob ich die Kids allein ins Bett bringen soll. Darauf fragt sie mich: "Wieso, soll ich das Buch lesen? Ich könnte ja wenigstens 5 Seiten lesen."


    Eigentlich wollte ich ihr die Gelegenheit bieten, ein halbes Stündchen ohne Kinder zu entspannen. Egal was sie da tut. Sie aber denkt ich will sie mit jedem Angebot dieser Art zum Buch drängen. Das Lesen ist schon eher ein "Sollen" für sie. Weil der Leidensdruck offenbar derzeit noch nicht hoch genug ist, das Buch Arbeit ist und die sich lohnen muss. Eigenantrieb hat sie kaum. Eine Hauptbotschaft des Buches ist, dass sich ernste Beziehungspattsituationen nur lösen lassen wenn jeder selbst an sein Eingemachtes geht, und dass es unvermeidlich unangenehm sein wird sich damit zu konfrontieren. Sollte sie das Buch für sich annehmen und nach dem Lesen immer noch keinen Antrieb haben, dann bin ich denke ich auch so weit sie zu verurteilen. Wenn sie weiß dass sie den Arsch hochbekommen muss, wenn sie weiß wie, und wenn sie weiß dass es sich lohnen kann, und es immer noch nicht tut, dann ist diese Beziehung wohl endgültig verloren.


    Ich kann sie nicht zwingen sich zu öffnen, ich kann sie nicht zwingen sich "weiterzuentwickeln". Ich kann ihr nur die Zeit geben zu erkennen, dass diese Beziehung wohl nicht zu retten ist wenn wir nicht unsere eigenen Baustellen angehen. Wenn sie die dafür verbleibende Zeit nicht nutzt, dann kann ich ihr nur wünschen dass sie in ihrer nächsten Beziehung mehr Antrieb entwickelt.

    du nervst deine Frau, mit allem was du so machst, sagst, womit du dich beschäftigst, du nervst sie einfach damit, dass du da bist.


    Das lese ich aus deinen Texten.


    ich hätte ein Buch, was mir mein Mann in unserer Trennungsphase gegeben hätte genauso begeistert gelesen, wie deine Frau dein Buch.


    Du gibst dem Schwarzfuß immer so schöne Tipps, wieso kannst du das nicht auf deine Ehe anwenden?


    Sie soll ein Buch lesen, während sie sich mit der Frage beschäftigt, wie sie entweder in einem Jahr wieder Begehren zu einem Mann entwickeln soll, den sie nicht begehrenswert findet, wo auch keine rosarote Brille mehr hilft, denn die passt einfach nicht mehr- oder wie sie alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern in der Zukunft zurecht kommen soll, ohne dass die Kinder mehr als unbedingt nötig leiden müssen und wo sie selbst als Frau dabei bleibt.


    irgendwie fängt es an mich zu gruseln, wenn ich mir eure Situation vorstelle

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    Über die Eheberatung kann ich kaum was Positives sagen. Wir haben darüber gesprochen, wie wir uns fühlen, wie wir die Lage sehen. Was wir ohnehin zu Hause auch gemacht haben. Ansonsten hat die halbe Sitzungszeit immer schon die Frage aufgefressen: "Was ist seit der letzten Sitzung passiert?". Extrem nutzlos das Ganze.

    Was sagt eigentlich der Therapeut zu Eurem

    Ultimatum?


    Die Frage, was seit der letzten Sitzung passiert ist, ist überhaupt nicht nutzlos, denn aus den Antworten lassen sich Tendenzen ableiten und Schlüsse ziehen. Therapie bedeutet nicht, dass der Therapeut Lösungsvorschläge serviert, sondern dass man sich mit den eigenen Gefühlen und denen des Partners auseinandersetzt.

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    Das Buch von Schnarch habe ich ja erst nur für mich gekauft. War dann aber total begeistert, und habe es ihr als Alternative oder Zusatz zu einer weiteren (Sexual?)Therapie vorgeschlagen. Sie hat damit angefangen, aber in einem Tempo das nur als lustlos bezeichnet werden kann. Selbst wenn sie wirklich nur 10 Seiten am Stück schafft bevor sie müde wird, dann hätte sie trotzdem die Gelegenheit, jeden Tag 2x10 Seiten zu lesen. Das wären 140 Seiten die Woche, und nach drei Wochen wäre sie durch damit. So ist sie nach 2 1/2 Wochen auf Seite 50, soweit ich weiß...

    Euer Weg wird nicht funktionieren, weil da verschiedene Dinge vermischt werden. Du liest ein Buch, findest es toll (weil es Dein Thema behandelt). Dann setzt Du Deiner Frau ein Ultimatum und verlangst, dass sie entweder Therapie macht oder das Buch liest. Sie hat das kleinere Uebel gewählt. Das Buch ist für sie eine Pflichtlektüre. Sie hat das Gefühl, dass sie das Buch lesen muss, um eine Auflage zu erfüllen. Sie hat aber keine Lust auf Sex und noch weniger Lust, in Deinem Auftrag ein Buch über Sexualität zu lesen. Es kostet sie unheimlich viel Ueberwindung, sich mit einem fast 500-seitigen Fachbuch rumzuschlagen, dass ausschliesslich um ein Thema kreist, welches als Pfand für ihre Ehe und Familie herhalten soll.


    Ich finde "Schnarch" toll, aber es sind für mich keine Bücher, die man in einem "Aufwasch" liest. Die Vorstellung, so ein Buch lesen zu "müssen", würde bei mir Ueberforderung und Widerstand auslösen.

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    Gestern hab ich sie gefragt, ob ich die Kids allein ins Bett bringen soll. Darauf fragt sie mich: "Wieso, soll ich das Buch lesen? Ich könnte ja wenigstens 5 Seiten lesen." Eigentlich wollte ich ihr die Gelegenheit bieten, ein halbes Stündchen ohne Kinder zu entspannen. Egal was sie da tut. Sie aber denkt ich will sie mit jedem Angebot dieser Art zum Buch drängen. Das Lesen ist schon eher ein "Sollen" für sie.

    Ja.

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    Weil der Leidensdruck offenbar derzeit noch nicht hoch genug ist, das Buch Arbeit ist und die sich lohnen muss. Eigenantrieb hat sie kaum. Eine Hauptbotschaft des Buches ist, dass sich ernste Beziehungspattsituationen nur lösen lassen wenn jeder selbst an sein Eingemachtes geht, und dass es unvermeidlich unangenehm sein wird sich damit zu konfrontieren.

    Ja, natürlich müssen sich beide mit den eigenen inneren Strukturen befassen. Aber nicht unter Zwang oder Existenzangst. Das ist Müll.

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    Sollte sie das Buch für sich annehmen und nach dem Lesen immer noch keinen Antrieb haben, dann bin ich denke ich auch so weit sie zu verurteilen. Wenn sie weiß dass sie den Arsch hochbekommen muss, wenn sie weiß wie, und wenn sie weiß dass es sich lohnen kann, und es immer noch nicht tut, dann ist diese Beziehung wohl endgültig verloren.

    Das ist schlicht und einfach anmassend. Langsam denke ich, dass Deine Frau vielleicht besser mal einen Termin auf einer Beratungsstelle abmachen und sich mit dem Thema "alleinerziehende, berufstätige Frau" auseinandersetzen sollte. Ich glaube, das würde ihr in der jetzigen Situation mehr bringen, als ein Buch über Sexualität zu lesen. Sex ist wahrscheinlich das, worum ihr Denken am wenigsten kreist.


    Du schreibst, dass Deine Frau müde und lethargisch ist. Deine Frau wird massive Existenzängste schieben. Sorgen erschöpfen einem, sie sind reine Energiefresser.Du schreibst, dass sie nun täglich weint. Ja, es ist eine schwierige Zeit für sie. Und das wird sie bleiben, bis sie eine Entscheidung getroffen hat. Die Entscheidung wird sich m.E. aber nicht um "Sex, ja oder nein" drehen, sondern darum, ob sie den Mut hat, die Beziehung zu beenden und mit den Kindern in eine i.M. noch sehr ungewisse Zukunft aufzubrechen. In dieser Frage hat sie die Schmerzgrenze noch nicht erreicht, aber allzulange wird sie den Druck wahrscheinlich nicht mehr aushalten.


    Ich weiss nicht, wie andere das empfinden, aber das Lesen dieses Threads ist irgendwie bedrückend. Ihr (Du) habt (hast) einen steinigen Weg gewählt. Ein sauberer Schnitt wäre humaner gewesen.

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    Ich weiss nicht, wie andere das empfinden, aber das Lesen dieses Threads ist irgendwie bedrückend. Ihr (Du) habt (hast) einen steinigen Weg gewählt. Ein sauberer Schnitt wäre humaner gewesen.

    Ich habe von Anfang an immer wieder mitgelesen und die erste Zeit war ich noch einigermaßen beeindruckt, dass da ein Paar ist, was die Flinte nicht so schnell ins Korn wirft wie viele andere.


    Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass Du, Milchmann, und Deine Frau, euch seit sehr langer Zeit in einem Hamsterrad dreht, mal schneller, mal langsamer, aber doch immer im Kreis. Hat das Ganze wirklich noch Sinn? Vielleicht sollte das einmal Thema der Therapie sein, nicht, was sich seit dem letzten Termin geändert hat (nämlich konkret nichts) oder wann es mit dem Sex wieder klappt.


    Bedrückend finde ich den Faden auch und ich denke beim Lesen immer wieder "Auf einem toten Pferd kann man nicht reiten."