Vielleicht mach ich auch alles falsch? Mir fehlt jegliche Erfahrung im Retten von Beziehungen, eine Lustlosigkeit wie sie in dieser Beziehung existiert habe ich auch noch nie erlebt.


    Das mit Buch, Therapie und Ultimatum kam vielleicht falsch rüber. Oder vielleicht auch richtig, und ich bin auf dem ganz falschen Dampfer? Jedenfalls kam zuerst das Ultimatum. Wie schon geschrieben: dass ein Ultimatum nicht der große Hit ist weiß ich. Man könnte das auch besser machen. Aber mir geht schlicht die Puste aus, und das Ultimatum ist für mich einfach eine Ansage, dass ich diese Situation nicht über die Zeit raus mitmachen will. Mir ist absolut klar, dass ich mit nichts – weder einem Ultimatum, 10 Millionen Euro noch einem wunderheilenden Sexguru Lust bei ihr "erzwingen" kann. Das ist auch nicht das Ziel. Das Ziel ist, ihr zu sagen wann ich auch die letzte Hoffnung aufgebe. Klar könnte man das auch nach Gefühl machen. Aber es geht eben auch um Kinder, Geld, gemeinsamen Besitz usw. und da will ich sie nicht mit einer spontanen Trennung überrumpeln, ihr Zeit zum Planen geben. Und gleichzeitig so viel Zeit lassen, dass man noch sinnvoll etwas probieren kann. Was ihr aber frei steht! Wenn sie keine Lust mehr hat noch irgendwas zu machen, warum sagt sie mir das nicht? Jetzt gibt es keinen Grund mehr für "Hinhaltetaktik"...


    Letztens meinte sie, wir müssen jetzt unbedingt noch mal eine Therapie versuchen. Warum sollte sie das sagen wenn sie es für sinnlos hält? Lieber etwas Sinnloses machen als gar nichts? Nur den Eindruck erwecken sie hätte noch nicht aufgegeben? Warum?


    Übrigens haben wir unsere (erste) Paarberatung schon vor einigen Monaten aufgegeben. Wobei ich eher sagen würde: die Therapeutin hat uns aufgegeben. Sie hat die Termine immer weiter auseinander gelegt, weil sie meinte so eine hohe Frequenz (alle 2-4 Wochen) würde nichts bringen. Eine Paarberatung alle zwei Monate aber auch nicht, wenn die halbe Zeit damit draufgeht zu erzählen was sich alles (wenig) getan hat, während die Lage absolut unverändert ist.


    Was mich frustriert ist dass ich nicht wirklich weiß was meine Frau denkt und fühlt. Hat sie schon längst aufgegeben? Glaubt sie nicht im Geringsten daran, dass das Problem lösbar ist? Mein Gefühl ist, dass sie etwas Anderes zu mir sagt als sie fühlt und denkt. Also weiß ich es nicht. Ich kann nur hoffen, dass wir tatsächlich an einem Strang ziehen. Und nicht nur ich ziehe, und sie sich ziehen lässt um irgendeinen Anschein zu wecken. Das ist ja das was ihr vermutet, und gut möglich dass ihr recht habt.


    Vielleicht scheitert diese Ehe auch an den Grundsätzen. Dass ich ein Optimist bin, der nicht so leicht aufgibt, und sie eine Pessimistin, die schnell etwas endgültig verloren sieht. Dass ich gerade heraus sage was ich denke und fühle, und ihr damit vielleicht vor den Kopf stoße, während sie meiner Meinung nach immer noch mit bedacht wählt, was sie mir sagt und was sie meint das ich hören will. Vielleicht ist so eine Konstellation nicht fähig, richtig schwerwiegende Probleme zu lösen?


    Ihr legt meinen Glauben an Chancen, meinen Optimismus vielleicht als Verbissenheit aus, weil das Ganze immer einseitig wirkt. Dass sie anders tickt ändert aber nichts daran wie ich bin. Aber auch mein Optimismus kennt die Realität, und ich kämpfe keine Kämpfe die ich für absolut aussichtslos halte. Deswegen wird diese Ehe wohl auch nicht mehr lange halten. Vielleicht hat sie schon vor langer Zeit endgültig aufgegeben, genau in dem Moment als ihr klar wurde welches Problem wir haben? Ich werd's wohl nie erfahren, denn so weit spricht sie nur sehr selten über ihre Gefühle. Ich bekomme ab und zu kleine Einblicke, das war's.


    Bedrückend, das beschreibt ziemlich gut die Stimmung wenn wir mal wieder reden...

    Was ich noch schreiben wollte: habt ihr einen Tipp, wie ich es besser machen könnte? Ich mein damit: besser versuchen, die Ehe zu retten. Trennen, das können und werden wir selbst. Dieser Spruch "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" begleitet uns von Anfang an, und keiner von uns beiden ist gewillt, bis zum St. Nimmerleinstag rumzueiern.


    (Zumindest) Mein Ziel ist nicht, das letzte Ehejahr noch möglichst schön zu machen. Heile Welt vorspielen oder so. Entweder wir nützen die Zeit für Beziehungsarbeit, zu der wir beide stehen oder wir planen bald ein möglichst schadloses Ende. Zweiteres kriegen wir hin wenn nötig - worin wir/ich offenkundig erfolglos sind ist Ersteres.

    Manchmal ist der einzige Weg eine Beziehung zu "retten" der sie loszulassen.


    Akzeptieren, dass es eben nicht funktioniert, das kämpfen einstellen und Ruhe einkehren lassen.


    Und ich bin immer noch dafür auf Abstand zu gehen.


    Kannst du nicht (mein Kenntnisstand ist ihr wohnt immer noch ganz normal zusammen) ausziehen? Dadurch würde sich einiges ändern, weil jeder von euch seinen Tag neu organisieren muss.

    Dazu kann ich vielleicht etwas beitragen.


    Ich hatte auch mal sehr viel Ärger mit unserer Ehe und wurde "vor die Tür" gesetzt.


    Ich wohnte ca. ein halbes Jahr bei Freunden, die sich auch sehr mit uns und unserer Beziehung beschäftigten.


    Wir hatten schon 2 Kinder und es tat uns beiden echt weh.


    Ich bin oft abends "nach Hause" gefahren und habe meinen Kindern wenigstens gute Nacht gesagt.


    Mit viel Gesprächen mit den Freunden und uns beiden selbst haben wir dann die Gründe finden und weitestgehend angehen können.


    Nach einem halben Jahr bin ich wieder eingezogen zu Hause.


    Heute sind wir uns beide bewusst, was wir oftmals falsch machen. Das heißt nicht, dass wir es nicht immernoch ab und an täten, aber wir gehen bewusster damit um und können besser reden.


    Reden mussten wir beide lernen! Das war das Schwerste.

    Moin zusammen,


    ich hab wieder mal die letzten paar Seiten nur quergelesen, aber ein Beitrag ist mir besonders ins Auge gefallen und ich glaube nicht, das Du darauf eingegangen bist, Milchmann.


    Als ich die letzten paar Seiten gelesen hab dachte ich mir: Irgendwie will Milchmann nur, das seine Frau jetzt endlich, wie es eine andere Beitragschreiberin auch schon schrieb, funktioniert.


    Du hättest gerne, das sie das Buch liest, Du erwartest also eigentlich, das Deine Frau doch bitte liest und genau die selben Erfahrungen und "aaahs und ooohs" daraus erkennt wie Du. Und dann auch noch danach handeln kann. Ergo eure Ehe sich am allerbesten innerhalb von 4 Monaten (überspitzt gesagt) zum besseren wendet.


    Ich selbst kenne die Verführung aus einem Buch heraus eine Beziehung verbessern zu wollen. Bei mir war es damals aber "Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus". Ich selbst habe mich in vielen Dingen selbst wiedererkannt, und bin mit "aaaahs und ooooohs" der festen Überzeugung gewesen, das mein Gegenpart sich doch auch genauso wieder erkennen müßte. Natürlich habe ich ihn gebeten, sich das Buch doch durchzulesen und halt danach mit mir durchzuarbeiten, einfach weil ich davon ausging, das er doch in dieser "Bibel" erkennen müsste, das man eine Beziehung nicht so einfach wegwirft. Mein Gegenpart hingegen hat das nicht die Bohne interessiert, weil er dachte, er muß plötzlich funktionieren, so wie in dem Buch beschrieben (hab ich nachher erst erfahren). Er glaubte, er wäre kaputt, und ich will ihn reparieren. Dadurch bin ich über eine Grenze gegangen, die alles nur noch verschlimmert hat. Du hattest Freude an dem Buch und bist überzeugt davon, das einige Dinge wirklich wertvoll wären, um die Beziehung wieder in die richtigen Bahnen zu leiten. SIE hat offensichtlich nicht so viel Freude daran es zu lesen. Vielleicht weil sie wirklich einiges nicht versteht, was, wenn sie tatsächlich in einer Depression steckt nicht mal so unwahrscheinlich ist. ??Während meiner depressiven Episoden hatte ich unter anderem enorme Wortfindungsschwierigkeiten, war vergesslich und das hat mich noch viel mehr belastet, bzw. zusätzlich belastet?? Ich will jetzt kein Loblied auf Deine Frau singen, wahrlich nicht, ich schreibe nur auf, was ich so denke.


    Was das "affig" angeht, bzw. die offenen Worte Deiner Frau bezügl. Muscle-Cars usw. Ich finds auch affig, wenn ein Mann sich für sowas interessieren kann. Liegt wohl daran, dass ich dazu einfach keinen Bezug habe und nicht weiß was genau daran so faszinierend sein kann. Trotzdem spreche ich niemandem ab, sich weiterhin für Muscle-Cars zu interessieren. (andersrum verstehe ich auch keine Frau, was am 123. Paar Schuhe so toll ist oder an der 74. Handtasche, find ich auch affig:-)) Das sie allerdings Deine Likes nicht so toll findet, kann Dir am Arsch vorbeigehen. Hinnehmen und gut ist. Du findest sicherlich ihre schwarz-grün-gestreifte Winterjacke auch nicht so super, trotzdem nimmst Du das hin. (wobei Du da vermutlich auch ein Veto einlegst, aber das weiß ich ja nicht)


    2 Beiträge sind mir auch negativ aufgefallen, nämlich der von xpunkt und von dieSeherin. Mädels, wenn sie sich wie eine Großbaustelle fühlt, dann wird sie das vermutlich auch so empfinden. Und niemand sollte ihr das Gefühl absprechen.


    Wir wissen nicht wirklich wie sie sich fühlt, aber ob sie damit "flüchten" will, sprich einen auf Mitleid oder tatsächlich um aus einer unangenehmen Situation heraus zu kommen können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Dazu müßte sie sich selber äußern.


    Zumal sie ja, nach Aussage vom Milchmann durchaus schon depressive Episoden hatte... Und dann ist man schnell überfordert.


    Nix für ungut, Mädels @:)


    Milchmann, Du redest von einer nächsten Beziehung, und wie sie laufen soll. Hast Du jetzt den Punkt erreicht, wo Du die Ehe aufgegeben hast?


    Grüßle,

    Zitat

    Und niemand sollte ihr das Gefühl absprechen.

    dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt! niemals würde ich jemandem ein gefühl absprechen... wie jemand aber mit diesem gefühl umgeht, darf man in meinen augen aber schon in frage stellen!?

    Zitat

    wie jemand aber mit diesem gefühl umgeht, darf man in meinen augen aber schon in frage stellen!?

    Na klar :-) Aber wie gesagt, Frau Milchmann wird sich hier kaum zu ihren Befindlichkeiten äußern oder dazu, wie sie mit dem Gefühl umgeht daher können wir wohl hier alle nur mutmaßen.

    es ist aber in meinen augen durchaus eine möglichkeit, dass Milchmann mal versucht, sie auf diesem fuß zu erwischen. das ultimatum scheint kontraproduktiv zu sein, das buch scheint für sie mehr last als hilfe zu sein, seine lösungsvorschläge scheinen nicht in die richtige richtung für sie zu gehen... warum also nicht mal einen versuch starten, der wieder anders ist?


    ich habe nämlich den eindruck, dass es nicht mehr viele hilfreiche varianten gibt... eben absolute pause vom thema (und/oder der ehe?), mal so richtig ausflippen oder gleich das scheitern zu erklären.

    Vielleicht SIE einfach mal frage, was sie will, und was sie bereit ist zu geben? Joa, wäre eine denkbare Möglichkeit.


    Vermutlich wird sie das aber nicht so kommunizieren können, ergo wird Milchmann sie nicht verstehen können und shcon sind sie wieder in einer Frustrationsspirale.


    Ich will Michmann nicht unterstellen, das er zu doof ist seine Frau zu verstehen, sondern das das richtige Hinhören sher schwer ist, wenn man jemanden gegenüber hat, der seine Lösungen vermutlich gerade im Gespräch, in der Fortdauer des Gesprächs entwickelt. (Frauen machen das wohl so, hab ich mal gelesen *fg*)


    Mein Gatte hat mir mal gesagt, wie er ein Streitgespräch mit mir empfindet. Es fängt damit an, da sich mich über irgendwas mokiere. (ich werf ihm ein Puzzleteil eines himmelblauen Himmels hin.) Nach und nach kommen immer mehr Sachen, die mich nerven (Puzzleteile) dazu, so dass er nicht mehr in der Lage ist, mir aufmerksam zuzuhören, weil ich ihm ständig neue Puzzleteile hinwerfe, die er gleich im Gespräch versucht zusammen zu bauen. Und ein 5000er Puzzle himmelblauer Himmel ist schon so schwer zusammen zu bauen, wenn er nicht mit mir diskutieren muß. Am Ende des Gespräches weiß er nimmer was ich anfangs gesagt habe, wundert sich aber, wenn ich gleich schon eine Lösung für das Problem/Kompromiss/whatever präsentieren kann. (was ich meist während des Gespräches entwickelt hab)

    Zitat

    Vielleicht SIE einfach mal frage, was sie will, und was sie bereit ist zu geben? Joa, wäre eine denkbare Möglichkeit.

    tja... genau das meinte ich doch hiermit auch....

    Zitat

    nicht, dass ich therapien ablehne, aber für mich sind die nur eine lösung, wenn man unterstützung bei inneren veränderungsprozessen braucht, die man alleine nicht in angriff nehmen kann, oder will! und mich macht es rasend, wenn sich manche menschen durch solche aussagen aus der eigenverantwortung zu stehlen versuchen – sorry, aber so kommt das bei mir an!

    ... sie soll sich nicht aus der verantwortung stehlen!


    natürlich können wir hier nur über sie spekulieren, aber ich verfolge Milchmann nicht nur in diesem faden von anfang an... und das ist halt mittlerweile mein eindruck.

    Entschuldigung, dann habe ich mich wohl zu sehr von meinem Eindruck leiten lassen. Bei mir kam das wirklich böse an, weil ich mich auch schon mehrmals so gefühlt habe, und mich niemals aus einer Verantwortung ziehen wollte, sondern nur für einen Moment, um nachzudenken. Dann war das ein Mißverständnis meinerseits.

    Meine Frau war auf FB online, ich hab sie mal gefragt warum sie mir eigentlich immer stolz berichtet wenn sie mal wieder 5 Seiten im Schnarch-Buch gelesen hat. Ergebnis: sie will das Buch schon lesen. Aber sie glaubt nur sehr wenig ("10%") daran, dass es etwas bringen kann. Daher steckt sie auch nicht so viel Zeit rein. Sie meinte, würde sie wirklich an das Buch glauben, wäre sie wohl schon durch damit. Ich würde glaub ich keine Zeit in etwas stecken, dem ich ohnehin kaum eine Chance gebe, aber sie macht das wohl einfach proportional zur Chance, die sie in etwas sieht. Ich zweifle, dass sie mit der Einstellung dem Buch etwas abgewinnen kann, geschweige denn im Sinne des Buchs arbeiten will und die Übungen machen will. Mal abwarten.


    Was sie will und wie sie das erreichen will das hab ich sie schon gefragt. Sie will die Beziehung unbedingt erhalten. Aber sie hat keine Ahnung wie. Und versucht auch nicht, da nachzuforschen. Sie weiß nicht wie – Punkt. Bei ihr ist es oft so, dass sie vor vermeintlich zu schwierigen Dingen sofort kapituliert. Sie versucht's gar nicht erst. Letztens haben wir mal wieder ein Adventure am PC gespielt, und mussten da ein eher komplexes Rätsel lösen. Sie sofort: "Mir ist das zu hoch, das musst du lösen." Letztlich hat sie es dann größtenteils alleine gelöst, weil ich hartnäckig geblieben bin. ;-D Sie hat im Leben ihrer Meinung nach oft verkackt, und das hat ihren Antrieb, schwierige Dinge anzugehen, so ziemlich ruiniert. :-(


    Was sie als größte echte Chance sieht wäre eine Trennung. Das hat sie schon vor langer Zeit gesagt. Aber das will ich nicht mitmachen. Vielleicht denke ich Ende nächsten Jahres noch mal darüber nach, eine Trennung als Chance zu probieren. Mag sein dass sie mich verlieren muss, um meinen Wert wirklich zu erkennen. Schreckliche Denke... Aber ich glaube nicht dass dieses Wert erkennen allein unsere Probleme löst. Das kann vielleicht ihre Motivation erhöhen, oder für einen kurzfristigen Lustanstieg sorgen, aber dann haben wir immer noch keinen echten Lösungsansatz. Wenn Trennung, möchte ich gerne einen neuen endgültigen Zustand, und mich nicht in Parkposition fühlen, bis sie vielleicht wieder bereit für mich ist. Ich möchte auch kein hin-und-her für die Kinder. Kein kurzes Aufbäumen das dann wieder scheitert oder gar eine on/off-Beziehung. Ich hätte auch niemanden, wo ich lange unterkommen könnte, ohne den Kontakt zu den Kindern weitgehend zu verlieren. Ich bräuchte also eine Wohnung mit Kinderzimmer sowie die komplette Wohnungsausstattung, Maklerkaution, all das. Würde ich an eine echte Chance für so eine Trennung (auf Zeit) glauben, würde ich all das riskieren bzw. opfern, aber ich glaub nicht daran. Ich will die Ehe nicht um jeden Preis retten. DIESER Preis ist mir bisher zu hoch.

    hudemcv

    Was war denn euer Problem? Wenn du magst auch PN.

    Anahita

    Ja, ich möchte dass meine Frau funktioniert. Im Sinne von: Gefühle und Sex müssen in einer Beziehung eben funktionieren. Vieles Andere kriegt man schon gebacken, aber diese Dinge sind von zentraler Bedeutung. Das heißt nicht dass ich meine Liebe zu ihr an diese Bedingung knüpfe. Ich liebe sie obwohl sie mich sexuell ablehnt. Aber das Fortdauern der Beziehung mache ich von diesem "funktionieren" abhängig.


    Funktionieren heißt nicht dass sie das tun soll was ich ihr sage. Lösungsansätze wie Sexualtherapie oder das Schnarch-Buch kann ich ihr nur anbieten. So wie sie mir Paartherapie und Trennung (auf Zeit) vorgeschlagen hat. Was wir dann beide machen bleibt uns selbst überlassen.


    Mag sein dass sie depressiver ist als mir klar ist. Sie ist jedenfalls nur selten richtig gut gelaunt, oft müde und ausgelaugt, antriebslos, dünnhäutig und ziemlich vergesslich (was sie gar nicht gerne hört). Ich stehe auch so zu ihr, habe genug Energie um das auszugleichen. Direkt daran wird die Beziehung nicht scheitern.


    Ob ich die Ehe aufgegeben habe? Nein, noch nicht, trotzdem hab ich auch Gedanken an das Danach.


    Ich kann nicht ausschließen, dass ich nicht richtig zuhöre, oder nicht alles erfasse was sie mir sagen will. Mir kommt es aber nicht so vor als wären da zu viele Informationen um sie einzuordnen. Meistens gibt es kaum neue Informationen. Irgendwas hindert sie daran, weiter unter der Oberfläche zu kratzen, ist mein Gefühl. Ich hab sie mittlerweile immerhin so weit, dass, wenn ich sie explizit bitte (und nur dann) sie mir verletzende Dinge über mich sagt, also auch Dinge ausspricht die unangenehm sind. Sie spricht auch über Dinge, die für sie selbst als Individuum unangenehm sind. Aber ich habe glaube ich noch nichts Unangenehmes von ihr gehört, das sie innerhalb der Beziehung betrifft.


    Ein rein fiktives Beispiel: "Ich schäme mich dafür, wie ungebildet ich mich neben dir fühle. Deshalb hacke ich auf dir herum und nenne dich immer Besserwisser." Oder ein vielleicht weniger fiktives Beispiel: "Ich ärgere mich über mich, dass ich beim Sex verkrampfter bin als du, während du entspannt bist und offen zu deinen Sexwünschen stehst. Dieser Ärger dämpft meine Lust." Das Eingeständnis, dass man im Kampf um Selbstbehauptung in der Beziehung seinem Partner absichtlich weh tut, das gab es noch nicht. Schnarch nennt das normalen ehelichen Sadismus. ;-D Aber erst auf dieser Ebene glaub ich erreicht man wirklich Fortschritte. Und diese Ebene, die tut besonders weh, nicht nur sich selbst gegenüber, sondern vor allem wenn man seinem Partner so etwas offenbart.

    Die Seherin

    Ja, es gibt nicht mehr viele hilfreiche Varianten. Wenn sie mich schlicht nicht mehr anziehend findet dann wohl gar keine. Wenn es etwas ist das zwischen uns steht, dann müssen wir das verstehen und abarbeiten. Wenn Schnarch auf uns passt, was wenigstens ich glaube, dann haben wir einige Werkzeuge dafür. Wir haben schon einiges Ausgegraben. Anfangs war es recht diffus, sie wusste nur dass sie nicht mehr will. Dann sind wir beim Fetisch als zumindest eine Ursache gelandet. Jetzt wissen wir, dass hinter dem Fetisch dieses "affig finden" steckt. Aber auch dahinter steckt noch etwas. Das Ganze ist gut vergraben hinter Mechanismen, die wiederum andere Mechanismen schützen. WENN Schnarch auf uns passt.

    Zitat

    Ich zweifle, dass sie mit der Einstellung dem Buch etwas abgewinnen kann, geschweige denn im Sinne des Buchs arbeiten will und die Übungen machen will. Mal abwarten.

    naja... nur, weil du so begeistert bist, muss sie ja nicht darauf anspringen. wenn jetzt z.b. mir die bibel in die hand drücken würde, weil darin die lösung für meine probleme sein können, wäre ich wahrscheinlich momentan auch nicht so engagiert. weil ich nämlich gerade durch meine probleme so erschlagen bin, dass ich meine freie zeit dann lieber in einen gemütlichen "tatort-abend" stecken würde, als in ein "arbeits-buch".

    Zitat

    Sie will die Beziehung unbedingt erhalten. Aber sie hat keine Ahnung wie. Und versucht auch nicht, da nachzuforschen. Sie weiß nicht wie – Punkt.

    warum eigentlich... also, was ist für sie an der beziehung erhaltenswert. was gewinnt sie durch den zusammenhalt dieser ehe? das frage ich jetzt wirklich total neutral!

    Zitat

    Vielleicht denke ich Ende nächsten Jahres noch mal darüber nach, eine Trennung als Chance zu probieren. Mag sein dass sie mich verlieren muss, um meinen Wert wirklich zu erkennen.

    wäre es denn eine wirkliche trennung, oder nur der räumliche abstand? mal eine distanz schaffen, um wieder nähe zu gewinnen?

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    Lösungsansätze wie Sexualtherapie ...

    ich kann gar nicht so genau benennen, warum mich diese fixierung auf das sexuelle problem so stört... ich glaube nämlich einfach nicht, dass euer problem sexueller natur ist... der sex ist nur das symptom!?

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    ich kann gar nicht so genau benennen, warum mich diese fixierung auf das sexuelle problem so stört... ich glaube nämlich einfach nicht, dass euer problem sexueller natur ist... der sex ist nur das symptom!?

    Oder das, was er für sich im Moment als das "wichtigste" Problem sieht.