Die Seherin

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    naja... es ging ja anfänglich bei euch auch schwerpunktmäßig um dieses thema... obwohl hier ja schon mehrere den verdacht hatten, dass es nicht der sex alleine war!?

    Tja, während der Krise war nichts Kribbeliges zwischen uns möglich. Keine Leidenschaft, keine Erotik, kein Sex, gar nichts. Dass Sex irgendwann wieder möglich werden würde, aber alles Andere weiterhin nicht existieren würde, darüber hab ich gar nicht nachgedacht. Hätt ich nicht für möglich gehalten.

    Anna1001

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    Du meinst Dinge die sie an SICH selbst stören? Oder sind es Dinge die Euch Beide stören?

    Es gibt Einige Dinge an ihr, die sie selbst stören. Mit Manchem kann ich besser leben, mit Anderem weniger gut. Was mich z.B. sehr stört ist der Gedanke, dass meine Frau all die aufgestauten Probleme der letzten Jahre nicht angehen will. Wir haben ja jetzt wieder Sex, und wenn wir nur brav vorsichtig sind und ne Decke drüber legen, dann werden die aufgestauten immer mitgeschleppten Probleme schon nicht so viel Ärger machen. Das enttäuscht mich menschlich sehr – diese Flucht vor allem auch nur ein wenig Schwierigen. Das zieht sich durch die letzten 20 Jahre ihres Lebens, also natürlich auch durch die Partnerschaft. Aber ich finde das trotzdem enttäuschend, schwach, traurig, frustrierend, es nimmt mir den Respekt vor ihr.

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    Das kann ich verstehen. Andererseits, Sex zu planen ist gerade in langen Beziehungen ein gutes Mittel

    Im Endeffekt tut sie das ja schon. Samstag Abend, und wenn es da nichts wird dann evt. noch Sonntag Abend. Nur, wenn sie gar keine Lust hat dann läuft natürlich trotzdem nichts. Sie kann nur wenn sie ein bisschen Lust hat, und das ist auch nicht jeden Samstag gegeben. Wirklich fest planen, das geht nicht. Meine Frau kriegt glaube ich Anfälle beim Wort "regelmäßig". Denn das setzt sie egal worum es geht unter Leistungsdruck, und Leistungsdruck versucht sie auf Teufel komm raus zu vermeiden. Also wirklich regelmäßig FEST planen lässt sich nichts, auch nicht Sex. Vielleicht Samstag Abend, vielleicht Sonntag Abend, das ist das Maximum das geht, und das hat sie ja so schon in ihrem Kopf.


    Realistisch gesehen ist es das was mir bleibt: An 3 von 4 Samstagen denken, sich mit Pornos Lust machen, damit leben dass ich mit Lust während der Woche eben Pech habe. Das haut schon so hin irgendwie. Zusätzlich frustrierend ist, dass es auch bei Zärtlichkeiten mal ein sollen, mal ein geblock werden ist. Und eben, dass Leidenschaft in dieser Beziehung höchstens beim Sex ein wenig präsent ist.

    also, wir hatten recht schnell ein kurzes verhältnis, wollten dann unsere jeweiligen ehen retten, konnten dann doch nicht ohneeinander, es ging nicht miteinander... haben uns dann getrennt... und dann hat mein exmann mich wegen einer anderen verlassen und irgendwann ihn seine frau wegen eines anderen und dann haben wir uns an der hand genommen und haben es endlich mal so richtig miteinander versucht.


    aber ich will jetzt nicht milchmanns faden schreddern... mit einer geschichte, die die "alten" med1'ler schon in- und auswendig kennen |-o

    Scheiße! sorry aber mehr fällt mir dazu nicht ein. Ich würde mir ein Zimmer suchen und schleichend ausziehen. Aber mich weiterhin um meine Kinder kümmern. Wenn sie Dich lieben würde, dann würde Sie eine Lösung vorschlagen oder dran arbeiten.

    Natürlich kann das Liebe sein. Jeder hat unterschiedliche Ansprüche daran. Was eben in meiner Ehe teils recht deutlich zu Tage tritt.


    Ich glaub meine Frau weiß ziemlich genau wie ich fühle, was meine Wünsche und Bedürfnisse sind. Und ich glaube auch nicht dass es ihr leicht fällt zu wissen, dass sie diese Wünsche nur zum Teil befriedigt. Aber sie will oder kann eben nicht mehr davon befriedigen, weil sie teils ganz andere Ansprüche an die Beziehung hat. Und natürlich ist es nicht ihre Hauptsorge es mir recht zu machen, wie umgekehrt auch nicht. Es scheint keinen glücklichen Mittelweg zu geben. Lasse ich mich voll auf sie ein, bekommt sie was sie will und ich laufe oft frustiert ins Leere. Gehe ich auf Distanz, hab ich weniger Frust, sie dafür mehr, und natürlich fühlt sich eine distanzierte Beziehung auch weniger schön an.

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    Sie kann nur wenn sie ein bisschen Lust hat, und das ist auch nicht jeden Samstag gegeben.

    Und an denjenigen Samstagen, an denen sie diese "bisschen" Lust hat, ist das für Dich immerhin genug, um, wie Du vorher geschrieben hast, relativ schönen Sex zu haben?


    Wäre es für Dich o.k., den Status Quo beizubehalten, wenn er eben nicht "noch schlechter" wird – bzw. im Vergleich zu Eurer Krise ist ja letztlich eine Verbesserung (oder doch nicht?) erzielt worden?

    Ella71

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    Und an denjenigen Samstagen, an denen sie diese "bisschen" Lust hat, ist das für Dich immerhin genug, um, wie Du vorher geschrieben hast, relativ schönen Sex zu haben?

    Das Problem ist halt dass meine Lust auch nicht auf Bäumen wächst. Meine Frau tut gar nichts um mir Lust zu machen. Und da ich testweise die letzten ca. 5 Wochen Erotik und Pornografie (am PC) aus meinem Alltag gestrichen habe, hab ich derzeit überhaupt keine Lust. Dieser Test hat mir gezeigt dass Lust gerade wenn wir etwas distanzierter sind nicht von allein kommt. Und da meine Frau sie nicht in mir erzeugen will (sie könnte, will aber nicht – sehr schade :-( ), muss sie von außen kommen – oder eben nicht. Ich muss also sozusagen durch erotische Bilder und/oder Pornos am PC dafür sorgen dass ich am Wochenende auch Lust auf Sex habe, dann nehme ich ihr "bisschen Lust" auch gerne an. :-)

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    Wäre es für Dich o.k., den Status Quo beizubehalten, wenn er eben nicht "noch schlechter" wird – bzw. im Vergleich zu Eurer Krise ist ja letztlich eine Verbesserung (oder doch nicht?) erzielt worden?

    Ich denke es wird ok sein. Sicher bin ich mir nicht. Es geht ja nicht nur um den Sex, es geht um dieses Dilemma entweder ihr nah zu sein und oft abgewiesen zu werden (nicht nur sexuell), oder auf Distanz zu gehen und so meinen Frust auf ihre Kosten zu reduzieren, was genau so blöd ist. ":/

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    im Vergleich zu Eurer Krise ist ja letztlich eine Verbesserung (oder doch nicht?) erzielt worden?

    das, Milchmann, würde mich auch interessieren, denn ich habe eher das gefühl, dass du jetzt – wo es wenigstens wieder maaaal sex gibt – langsam merkst, dass das nur ein fehlender mosaikstein war?

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    Dass Sex irgendwann wieder möglich werden würde, aber alles Andere weiterhin nicht existieren würde, darüber hab ich gar nicht nachgedacht. Hätt ich nicht für möglich gehalten.

    Die Seherin

    Es ist definitiv eine Verbesserung. Ich frag mich nur, ob diese Verbesserung MIR so reicht bzw. auf Dauer reichen wird. Ich glaube meine Frau ist soweit einigermaßen zufrieden. Sie hat glaube ich weit weniger das Gefühl als ich dass hinten und vorne überall recht wichtige Dinge fehlen, oder nur auf Sparflamme laufen.

    und das du andere dinge für dich "wichtig" machst? ist nur so ein blöder gedanke, weil du ja schon all diese gedanken hattest...


    wenn du mal ganz fest beschließt, all die sachen wichtig zu finden, die in eurer beziehung gut laufen? und die anderen zu nebensächlichkeiten erklärst? wenigstens mal als versuchsballon?


    weil ich immer mehr das gefühl habe, du willst alles versucht haben, bevor du gehst – innerlich aber schon deine koffer packst!?

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    Sie sagt sie mag den Sex. Ich bin geneigt ihr das zu glauben,

    Wieso glaubst du ihr das? Ich meine angesichts von

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    auch wenn sie in der Vergangenheit nicht immer ehrlich bezüglich ihrer Gefühle war

    und

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    ist sie einfach eine Frau mit wenig Lust auf Sex, die keinen Wert auf Erotik legt (und auch keinen Sinn darin sieht). Die Leidenschaft eher mit Musik verbindet, aber wenig mit Partnerschaft.

    und dann noch angesichts der Tatsache, dass sie den Sex grds nur Samstags "mag".

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    Ich glaub meine Frau weiß ziemlich genau wie ich fühle, was meine Wünsche und Bedürfnisse sind.

    Das glaube ich auch. Daher halte ich dieses "Sex an manchen Samstagen mögen" für eine weitere rein strategische Maßnahme deiner Frau. Aber wenn das für euch beide so passt, was soll's.

    Lieber Milchmann76 ...


    es ist so erstaunlich, was Du schreibst ... ich lese Deinen Faden schon so lange mit – und habe es nur genauso umgedreht wie bei Euch. Teils höre ich die gleichen Worte, wie die, die Deine Frau von sich gibt – nur eben von meinem Mann.


    Ich kann Dir sagen ... dass dieses "Nichttun" mich nach etwa 14 Jahren nun so weit gebracht hat, dass ich die Trennung vollzogen habe. Emotional geht man ein an der Seite eines solchen Menschen ... und ich befürchte, auch Dir wird irgendwann klar werden ... dass Sex nicht Euer größtes Problem ist ... sogar soweit, dass Dir Sex irgendwann egal ist ... etc.


    Klar, die Kinder leiden. Aber – meine Kinder haben unter der "unklaren", wenig liebevollen Situation mehr gelitten.


    Wenn ich mich irgendwann berappelt habe, wird es bestimmt mal wieder einen Partner geben. Aber dann einen, der bereit ist, mit mir gemeinsam Schritte zu gehen ...


    Ich wünsch Dir von Herzen, dass es vielleicht doch noch gut wird – und falls nicht, dass Du einen für Dich guten Weg gehen kannst. Denk daran: Du hast nur dieses eine Leben. Und emotional so an sein Ende zu gehen ... das kann Dich in die tiefsten Depressionen führen und Dein Leben sehr dunkel machen.


    Liebe Grüße,


    Alchemilla