• Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.

    Wie jetzt, das war's nun ??


    Milchmann, ich habe hier über Monate mitgelesen, nachdem ich auf diesen oder einen anderen Thread über den Suchbegriff "David Schnarch" gestoßen bin. Den hast Du ja gelesen.


    Ist bei mir jetzt 2 Jahre her, deshalb weiß ich seine speziellen Begrifflichkeiten nicht mehr. Aber ein Punkt war doch, dass es Dinge in einer Beziehung gibt, die man nicht durch Kompromisse, Kommunikation oder so lösen kann, sondern die man gemeinsam durchstehen muss, und zwar indem man sich weiterentwickelt und DANN in der Lage ist gemeinsam weiterzugehen.


    Ich habe das immer so verstanden, dass BEIDE sich weiterentwickeln. Bei Dir sehe ich das. Du hast dem Sex in Deiner persönlichen Wertewelt eine geringere Bedeutung zugewiesen, und damit die Basis geschaffen, mit dem zurechtzukommen was ist.


    Deine Frau ? Wenn Du schreibst, dass Sie mittlerweile sämtliche Gespräche mit dem Thema abblockt, sehe ich keine Entwicklung.


    Da muss ich mich MaxHeadroom anschließen. Was ist denn das für eine Beziehung/Ehe, wo nur einer sich für das Fortbestehen engagiert (um bei Schnarch zu bleiben: den Komfortmodus verlässt)? Ein Thema das dem Einen (sehr) wichtig ist UND mit dem er (sehr) unzufrieden ist wird von dem anderen aus Bequemlichkeit abgeblockt? Wie kannst Du vor einem solchen Menschen Respekt bewahren?


    Tut mir leid Milchmann, ich habe den Eindruck, Du hattest nicht nicht den Mut Konsequenzen zu ziehen und nun musst Du Dein (Nicht-)Handeln vor Dir selbst rechtfertigen (Gesamtpaket etc.).


    Buchtipp, Du liest ja gerne :=o : Ich habe recht, auch wenn ich mich irre

    Zitat

    Man kann Unzufriedenheit definieren indem man es als Differenz zwischen dem was man hat und dem was man anstrebt betrachtet.

    Sehe ich auch so. :)z


    Ich habe jetzt nicht mehr im Kopf, warum du eine Affäre für dich total ausschließt? Ich finde schon, dass es durchaus eine Lösung sein kann, die beiden halbwegs gerecht wird, vorausgesetzt, die potentielle "Affäre" weiß Bescheid.

    Schnarch hat gute Ansätze, ja. Aber er hat die Wahrheit nicht für sich allein gepachtet. Der Ansatz von Schnarch liegt Einem – oder eben nicht. Meine Frau konnte damit nichts anfangen. Also konnten wir diesen Weg nicht gemeinsam gehen. Trotzdem hab ich Einiges von ihm mitgenommen.


    Ich seh es nicht so, dass bei uns eine einseitige Entwicklung stattfand. Meine Frau hat sich durchaus verändert. In ihrer Einstellung, und auch ihre Gefühle haben sich geändert. Da hat denke ich die Paartherapie etwas bewirkt. Wir haben beide dabei gelernt, dass es lohnenswert ist bewusst auf die guten Dinge zu achten, nicht alles gegeben hinzunehmen und nicht an jeder Kleinigkeit einen gravierenden Makel zu sehen. Wir lieben einander, und ich hab nicht den Eindruck dass es da ein Ungleichgewicht gibt.


    Auch was das Sexuelle angeht haben sich die Dinge verändert. Meine Frau war lange Zeit komplett unfähig, Sex mit mir zu haben, so groß war die innere Abneigung dagegen. Ich hingegen war mehr oder minder dauerspitz auf sie. Jetzt können wir ab und an Sex haben, und der Sex ist ganz ok. Weder für meine Frau die riesige Erfüllung noch für mich, aber auch nicht schlecht. Inzwischen ist uns beiden klar, dass da wenig gemeinsame Basis ist. Wäre es anders, hätten wir sicher beide mehr Lust. Meine Frau ist weiterhin die mit weniger Lust, was ihr einerseits die Macht über den Sex gibt, andererseits auch die Belastung zu wissen dass man dem Menschen den man liebt nicht so viel Lust entgegenbringen kann wie man möchte. Um mal sinngemäß bei Schnarch zu bleiben.


    Vergleiche ich den tiefsten Punkt den wir hatten mit heute, hat sich wahnsinnig viel getan. Wir haben mehrmals über konkrete Trennungsdetails geredet, mit einem fetten Kloß im Hals. Und jetzt haben wir einen Zustand in dem wir beide glücklich sind. Ich finde das gut. Andere Menschen mögen so eine Situation anders sehen, aber sie führen auch andere Beziehungen mit anderen Wünschen und Zielen. In meiner Beziehung gilt mein Maßstab.


    Sex und Lust sind für mich definitiv nicht abgehakt. Aber in dieser Beziehung muss ich kleine Brötchen backen. Ich find das nicht schlimm, denn die Marmelade und der Kaffee die dazu serviert werden sind lecker. :-)

    Fadenabschluss...

    Nach 38 Seiten und mehr als zwei Jahren kommt der Faden zum Ende. Ehe als WG? Darauf habe ich jetzt die Antwort: Nein.


    Zuletzt machte meine Frau nur noch oberflächlich auf Beziehung. Ein Abschiedsbussi morgens, ein Gutenachtbussi abends. Es war ein "das gehört wohl dazu" von ihr aus, denke ich. Für mich fühlte es sich schon nicht mehr richtig an, war bestenfalls Gewohnheit. Teilweise versuchte ich auch das schon zu vermeiden. Mir war klar wir mussten reden. Vor knapp 3 Wochen hab ich meine Frau zum Gespräch gebeten, der Ausgang ziemlich klar. Ohne Beziehung würde sie keine reine WG zur Kindererziehung wollen, nicht mal für ein paar Jahre. Gehofft hatte ich trotzdem, zumindest noch ein paar Jahre täglichen Kontakt zu den Kids haben zu können.


    Wir waren uns schnell einig, dass das was wir noch leben keine Liebesbeziehung mehr war. Meine Frau hatte mich über Jahre so lange immer wieder emotional auf Abstand gehalten bis auch meine Gefühle irgendwann nicht mehr reichten. Ob wir dann als WG erst mal weiter machen würden, mal sehen wie lange es geht? Sozusagen weiter wie bisher, nur zwei lieblose Bussis täglich weglassen? Nein, das würde sie nicht wollen, sie würde gerne jetzt möglichst schnell abschließen, also sollte ich auch möglichst zeitnah ausziehen. Der Ausgang den ich erwartet hatte.


    Leicht fiel es uns beiden nicht, aber wirklich schwer auch nicht. Tränen gab's keine, es war eher ein finales Abklären der Dinge, die wir schon die letzten Jahre befürchtet hatten. Wir hatten schon einen langen schweren Abschied auf Raten, kann man sagen. Einerseits bin ich traurig jetzt bald Wochenendpapa zu werden, andererseits freu auch ich mich auf den Abschluss. Auf die Freiheit von dieser erdrückenenden emotionalen Situation, auch auf mehr Zeit für mich. Auf das endgültige Ende des Kämpfens für eine Beziehung, die meine Frau wohl schon vor Jahren nahezu aufgegeben hatte. Auf eine ruhige Single-Zeit. :-) Meine Frau hingegen meinte sie war noch nie lange solo, das ist wohl das was sie unter "abschließen" versteht. %-|


    Heute werde ich schon meinen Mietvertrag unterzeichnen, wenn alles gut geht. Auszug ist für Juni geplant. Ab dann bin ich Wochenendpapa und Unterhaltszahler. Noch ist die Trennung nicht ganz offiziell, die meisten Freunde wissen es aber. Wir wollten uns zuerst überlegen wir wir es den Kids am besten beibringen. Dabei sind wir noch, werden es ihnen vermutlich am Wochenende sagen. Und es dann auch dem Rest der Familie sagen. Im Vordergrund steht für uns beide das Wohl der Kinder, und was das übliche Streitthema Geld angeht sieht es so aus als würden wir uns einig werden können. Die Zeichen für ne komplikationsarme Trennung und später Scheidung stehen also derzeit noch gut, und ich werde mich bemühen dass das so bleibt.


    Das Fazit dieser Ehe fällt ganz ok aus. Auf der Habenseite sind natürlich die Kinder, und jede Menge Erfahrungen die ich gesammelt hab. Nicht nur durch die guten Erlebnisse, sondern auch durch die Ehekrise. Ich hab viel gelernt über mich und über Beziehungsdynamiken. In die nächste Beziehung irgendwann gehe ich wieder ein gutes Stück gereifter. Ach, ihr werdet's sicher mitbekommen. ;-D

    Respekt und Mut für deinen Schritt und den Weg den Du gegangen bist. Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass es eine konfliktarme Trennung bleibt.


    Du hast jedenfalls die richtige Einstellung und mit dem Gelernten kann es in zukünftigen Beziehungen nur besser laufen.

    Ach, Milchmann... :°_


    ... auch, wenn du mich nicht kennst, lass dir von einer jahrelang stillen Mitleserin gesagt sein: ich fand die reflektierte Art und Weise, mit der du deine/eure Situation beschrieben und auch in anderen Diskussionen eingebracht hast, immer sehr lesens- und auch lobenswert.


    Deine Ansichten zur "Beziehungsdynamik" waren mir immer eine gute Denkanregung, zumal ich in meiner (inzwischen auch gescheiterten) Ehe auf der Seite deiner Frau stand. Deine manchmal deutlichen Worte waren – auch wenn ich sie manchmal lieber nicht lesen wollte – oft wichtig, das ganze aus der anderen Perspektive zu sehen.


    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und drücke dir und deiner Frau die Daumen, dass ihr die Trennung und zukünftige Lebensgestaltung mit den Kindern einigermaßen gut hinbekommt.


    Und zuletzt: Respekt für die lange, lange, lange Bereitschaft, an dir und euch zu arbeiten.

    @ :)

    Ich wünsch dir, dass du bei dieser Entscheidung bleibst und dass es so kommt, wie du hier beschreibst:

    Zitat

    freu auch ich mich auf den Abschluss. Auf die Freiheit von dieser erdrückenenden emotionalen Situation, auch auf mehr Zeit für mich. Auf das endgültige Ende des Kämpfens für eine Beziehung, die meine Frau wohl schon vor Jahren nahezu aufgegeben hatte. Auf eine ruhige Single-Zeit. :-)

    Ich finde ja schon lange alles, was du außerhalb deines eigenen Threads ;-) anderen rätst – auch solchen die in einer ähnlichen Situation sind – sehr gut. Du wirst bestimmt noch eine Frau finden, mit der du gut harmonierst und eine schöne Beziehung hast!

    Lieber Milchmann,


    ich denke Du hast wirklich alles versucht, hast gekämpft, nicht aufgegeben. Hast nicht einfach feige Deine Frau betrogen und das was Dir sexuell fehlte woanders geholt, wie es so viele tun.


    Großen Respekt für Deine/Eure Entscheidung!! Und alles Gute für den Neustart!! @:)

    @ Milchmann

    Es hat oft direkt weh getan, Dir sozusagen beim zähen emotionalen Ringen und Kämpfen zuzusehen.


    Schön, dass daraus nun doch noch eine konkrete Entscheidung resultiert. Freu' Dich, dass Du nun so viel leichter ein neues und buntes Kapitel in Deinem Leben aufschlagen kannst.


    Und alles, was Du in den schwierigen Jahren an Entwicklung durchgemacht hast, war bestimmt nicht umsonst; jedenfalls wünsche ich es Dir, ebenso wie eines Tages eine wirklich erfüllende und innige Liebe! @:)

    Respekt für deine besonnene Art mit eurer Situation umzugehen und alles Gute.

    @ :) :)*

    Zitat

    Auf eine ruhige Single-Zeit.

    Na, ein bisschen Unruhe die eine passende Frau in dein Leben bringen könnte, schadet dir bestimmt nicht! ;-)

    Lieber Milchmann :)_


    Deinen letzten Beitrag habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen: Mit dem lachenden, weil ich denke, daß es die richige Entscheidung für Dich war. Das weinende Auge ist deshalb, weil ich trotz allem gehofft hatte, daß ihr beide es schafft, denn eine WG kann schließlich auch funktionieren *duweisstschon* ;-)


    Dir alles, alles Gute! @:)

    Danke für eure Beiträge! Ich denke in ein paar Monaten scheint auch wieder die Sonne. :-) Aber dieser Mai hat es in sich. %:| Gestern haben wir's den Kindern gesagt. Wir haben uns vorher viele Gedanken drüber gemacht, Bücher gewälzt, diskutiert. Und ich denke wir haben's gut gemacht. Aber Sohnemann ist schon fast 6, er hat schon verstanden was das für ihn bedeutet wenn Papa umzieht. Es hat ihn sehr mitgenommen :°( , und mich auch. Töchterchen mit 4 1/2 fand es eher interessant, weil das Thema Umzug in den letzten Monaten auch bei anderen Leuten präsent war. Sie wird erst noch realisieren was es bedeutet, wenn Papa und Mama nur noch abwechselnd aber kaum noch gemeinsam für sie da sind. Ich hoffe wir können beide Kids behutsam und mit dem für sie richtigen Tempo in die Veränderung einführen, Schritt für Schritt.


    Am Nachmittag waren wir dann bei den Schwiegereltern und haben's denen gesagt, während die Kinder dort vor dem Disney Channel geparkt waren. Die fielen zwar nicht aus allen Wolken, denn dass es schon lange kriselt war kaum zu übersehen. Trotzdem hat es sie natürlich auch ziemlich getroffen. Und heute Abend sind dann noch Telefongespräche mit meinen Eltern und meinem Bruder fällig. Puh. Meine Teamchefs in der Arbeit müssen es auch noch erfahren, da ich in den nächsten Wochen wohl öfters mal früher gehen muss oder auch spontan nen freien Nachmittag oder ganzen Tag brauche. Zu den Kollegen sickert's dann automatisch durch, also bleibt die Trennung wohl noch länger ein Gesprächsthema. Aber das belastet mich weit weniger als die Gespräche mit der Familie...


    Und dann gibt es noch das Thema Umzug, das in 4 Wochen möglichst weit abgeschlossen sein sollte. In der Wohnung muss noch Einiges gemacht werden, zusätzlich muss ich nen kompletten Hausstand besorgen. Schön, gut, und trotzdem günstig natürlich. :-) Das wird noch jede Menge Zeit kosten. Zumindest Kinder- und Wohnzimmer sollten bis zum 31. Mai richtig schön und gemütlich sein, der Rest kann länger Provisorium bleiben. Nicht dass es mir oder meiner Frau auf jeden Tag ankommt. Wenn's nicht rechtzeitig klappt dann eben nicht. Aber je eher desto lieber wär's mir.

    ach du... ich fand das damals auch ganz grässlich, als wir es den kindern gesagt haben... so richtig abfangen kann man sie ja dann doch nicht! oft kommen reaktionen ja erst, wenn man dann getrennt lebt!


    und auch, wenn jetzt viel organisatorischer kram kommt, so hilft das wenigstens, weil man was zu tun hat :)_