Die Demütigung ist kein Fakt, sondern dein Gefühl, und dies Gefühl wird durch stark aufwühlende Gedanken genährt: "Ich halte es nicht aus, er hat mich SO GEDEMÜTIGT!" oder ähnlich, und immer wieder - wie ein Karussell.


    Das ist ein Drama, das wir mit uns selbst aufführen, und zwar so lange, bis wir es aufgeben wollen. Solange man mittendrin steckt, ist man überzeugt davon, dass die Gefühle völlig selbstständig in uns herumtoben, denn die Gedanken dazu erfasst man nicht, weil sie sich meistens entziehen, und das ist völlig normal.


    Faustregel ist, die Dauer der Beziehung braucht es etwa, bis die Gedanken und damit dann auch die Gefühle Ruhe geben.

    Zitat

    nach meiner selbsterfahrung:


    so ungefähr nach sieben monaten.


    wenn diese beziehung zwei jahre gedauert hätte: nach zwei jahren.

    Diese Erfahrung kann ich nicht teilen. Ich war mal 1,5 Jahre mit einer zusammen, die den anderen Typen mit Motorrad (ich kam immer nur Fahrrad ;-D ) doch irgendwie schnuckelig fand.


    Ich brauchte 6 Wochen Abstand und das Thema war gegessen. Habe aber auch danach keine freundschaftliche Beziehung mehr mit ihr gesucht, das hätte mich nur frustriert. Ich habe vielleicht noch ein paar Monate wehmütig zurückgeblickt, aber schon bald war sie nur noch eine kurze Erscheinung in meinem Leben und nicht mehr der Mensch, für den man auf alle Ewigkeit zusammenbleiben wollte.

    Es gibt nicht den perfekten Menschen, Mann, dass ist eine Illusion. Jeder von uns ist ersetzbar durch einen anderen und so auch dein Exfreund. Das Schicksal hat einen anderen Weg bestimmt für dich, sonst wäre es nicht so gekommen wie es grade ist. Er hat mit einer anderen Frau zusammen gefunden, vielleicht weil es zusammen gehört und eben auch Schicksal war, dass es so sein sollte. Irgendwo wartet wieder jemand der deinen Weg begleiten wird, ein Weggefährte der es sein soll, der zu dir passt, es kommt wie es kommen soll, alles hat seinen Sinn. Also Kopf hoch! Das Leben hält noch vieles für dich bereit.

    Das ist der Punkt. In der Rückschau sind solche kurzen Beziehungen dann weiter nichts als ein winzig kleiner Teil des Lebens. Aber für die Erfahrung war er es wert. In deinem Fall die Erfahrung von Nähe und Intensität und der Liebeskummer jetzt. Das, was du mit ihm erlebt hast, diese Nähe, wirst du mit einem passenderen Partner genauso wieder haben, plus vielleicht ein besseres "Passen" insgesamt. Wichtig ist, dass du ihn jetzt nicht zu positiv siehst, denn das sehe ich da durchaus. Ein etwas weniger von Wehmut geprägter Blick würde dir auch helfen, schneller über ihn hinweg zu kommen. Er mag zwar ehrlich gewesen sein, aber dennoch hat er sich sehr schnell entliebt und dich trotz der Intensität fallen gelassen, was eher dafür spricht, dass die Intensität ein Heißluftballon war bei ihm.

    DanceIntoTheStorm

    Zitat

    Doch, klar will ich das.

    Wieso darf er das dann nicht?

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    Aber im Moment kann ich mir nur schwer vorstellen, dass der Schmerz komplett abklingt.

    Klar, Du hast ja im Moment auch Liebeskummer und noch so sonstige Vorstellungen. Er hat schneller losgelassen als Du. Warum machst Du ihm dann innerlich Vorwürfe? Menschen sind unterschiedlich. Die einen Trauern Jahre um eine beendete Beziehung, andere verabschieden sich mehr und mehr während der Beziehung, wenn es mit ihr abwärts geht. Warum gönnst Du ihm also nicht, dass er seinen Weg weitergeht. Natürlich kannst Du weiterhin an den Dingen (an welchen auch immer) festhalten, aber Du schadest nur Dir selbst. Auch die Vorwürfe ihm gegenüber, werden für Dich nichts ändern. Die Beziehung ist zu Ende.

    Zitat

    Er mag mich immernoch als Freundin, ich mag ihn, bin nicht sauer. Er war immer fair zu mir, ist ein guter Mensch.

    Wieder die Frage – warum "darf" er dann nicht nach Vorne schauen? Warum setzt Du Dich noch zu ihm in Beziehung und fühlst Dich gedemütigt?

    Zitat

    Ich bin einfach so unter Schock gerade, das kann nicht sein. Was ist das für eine Demütigung für unsere gemeinsame Zeit

    Jene, die Du ihr zusprichst. Du kannst es auch lassen.

    Zitat

    Was soll ich machen?

    Mal Dich weiterhin ein bisschen weiterhin in dem Selbstmitleid und Liebeskummer suhlen und dann loslassen und weitergehen und sich einen Partner suchen, oder auch nicht.

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    Ich kann es schwer erklären, was diese Tatsache in mir auslöst.

    Wer sonst? Es ist ja Deine Entscheidung, ob Du Dich gedemütigt fühlst oder nicht.

    Zitat

    Wann hört das auf?

    Es ist kein "es". Es ist Dein Kopfkino.

    Zitat

    Wann kann ich aufhören zu trauern?

    Wann immer Du willst.

    Zitat


    Mal Dich weiterhin ein bisschen weiterhin in dem Selbstmitleid und Liebeskummer suhlen und dann loslassen und weitergehen und sich einen Partner suchen, oder auch nicht.


    Also ein Mensch darf finde ich schon noch Gefühle zeigen!


    Wenn man jemanden geliebt hat ist das NORMAL!


    Red ihr kein schlechtes Gewissen wegen Menschlichkeit ein :(v

    @ Kleio

    Dein Beitrag ist einfach kalt und unsensibel, geholfen wird ihr damit nicht. Willst du anderen Menschen immer auf diese Weise ''helfen'', oder hattest du einfach einen beschissenen Tag und ein Ventil benötigt, um Dampf abzulassen? Lebewesen, die sich in einer schwächeren Lebenslage befinden, werden leider viel zu häufig Opfer unzufriedener Menschen; habe vor allem aufgrund der Anonymität schon zu oft im Internet sowas sehen müssen, einfach zu widerlich.

    Zitat

    Red ihr kein schlechtes Gewissen wegen Menschlichkeit ein

    Also wo das herkommt, kann ich mir gar nicht erklären? Wo wird denn hier ein schlechtes Gewissen eingeredet??


    Kleios Beitrag mag nüchtern und sachlich sein, kann aber durchaus hilfreich sein. Und meiner Meinung nach hat sie es absolut auf den Punkt gebracht. Ich bevorzuge auch klare Worte, auch wenn sie nicht mit Samt umhüllt sind, denn manchmal ist es genau das, was einen den Kopf heben lässt (und wenn es nur ist, um zu widersprechen).


    Nur als Beispiel, das mit dem "im Selbstmitleid suhlen" empfand ich keineswegs als einen Vorwurf oder wertend, sondern als ganz pragmatischen Rat. Natürlich suhlen wir uns bei Liebeskummer oftmals eine Zeitlang in Selbstmitleid, weinen, trauern, jammern und schluchzen, ist so, denn wir fühlen uns schlecht behandelt, vom Leben, der Welt, einfach alles und jedem. Das ist gut so für eine Weile, und dann (nach Kleios (und auch meinem) Rat) sollte man loslassen und weitergehen. DAS sehe ich als Kernpunkt der Aussage.


    Im Grunde ist solch ein Wachrütteln ganz gut, um für sich selbst zu erkennen, dass dieser Gemütszustand nichts ist, das einem "passiert", sondern das man zulässt oder versucht, aktiv zu ändern.


    Dieses Gefühl der Demütigung gibt sie sich selbst und nur sie allein kann sich dessen entledigen und sich wieder besser fühlen. Wenn man das erkennt, ist ein erster wichtiger Schritt getan zur Loslösung.

    @ DanceIntotheStorm

    Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte schlicht so liest, wie sie geschrieben wurden. Denn es liegt wirklich an Dir und Deiner Einstellung dazu, wie lange sich dieser Zustand hält. Niemand würde behaupten, dass Du Dich einfach mal so entscheiden kannst, nicht mehr zu leiden oder zu vermissen. Aber es liegt an Dir, wie lange Du Dich in diesen Gefühlen verlieren willst. Wenn Du es nicht angehst, loszulassen, dann kann das sehr sehr lange dauern.

    Es ist genau so.


    Man fällt eine Entscheidung. Fürs Selbstmitleid und den Anspruch, diesen Mann nie vergessen zu wollen und gedemütigt zu sein. Statt Anspruch (hier wurde ja geschrieben statt gesprochen).


    Diese Entscheidung wird die Leidenszeit weiter verlängern.


    Und nur die TE kann sich entschließen, sich anders, zukunftsorientiert neu zu formatieren.


    Tacheles zu reden, wie Kleio sowie ich es auch schon davor getan haben, könnten die sich im Moment einfräsende Platte mit Sprung zum Selbstmitleid bei eingehender Betrachtung sprengen.


    Leid kann man wandeln durch Verzeihen und den Entschluss, sich drüber zu erheben.


    Wie ich bereits schrieb. Nase putzen, Krone richten und weiter im Leben. Gespannt sein wollen, auf das, was das Leben noch zu bieten hat. Wissen, dass Enttäuschungen vergehen.


    Und man selbst entscheidet darüber. Fakt.

    helfen könnte auch kompletter Kontaktabbruch


    Liebeskummer kann ne heftige Sache sein, mich hatte mal ne Frau die mich mehrfach hintergangen und fast beliebig mit anderen rumgemacht hat die mit ihr geflirtet haben. Ich bin damals extra auf einen Friedhof gefahren damit ich weinen konnte, wirklich geholfen hatte es aber auch nicht.


    Nach ca. 14 Tagen hab ich sie wieder auf ne Disco getroffen und als wir draußen ein paar Worte gewechselt haben ist mir so schlecht geworden das ich mich hinsetzen musste. Ich weiß nicht mehr worüber wir geredet haben, aber ich war sehr wütend auf sie. Ich habe Sie mit sehr harten Worten augefordert zu gehen, mir war speiübel, ich konnte nicht mehr stehen und hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen.


    Nach ca. 10 Minuten konnte ich wieder aufstehen, trotzdem hat es noch ca. 3 Monate gedauert bis drüber hinweg war.

    Alles gut, habe die Bemerkung von Kleio mit dem Selbstmitleid so pragmatisch aufgefasst wie es wahrscheinlich gemeint war.

    Zitat

    Klar, Du hast ja im Moment auch Liebeskummer und noch so sonstige Vorstellungen. Er hat schneller losgelassen als Du. Warum machst Du ihm dann innerlich Vorwürfe? Menschen sind unterschiedlich. Die einen Trauern Jahre um eine beendete Beziehung, andere verabschieden sich mehr und mehr während der Beziehung, wenn es mit ihr abwärts geht.

    So ungefähr habe ich auch schon gedacht, bzw ist es mir für einen kurzen Moment gelungen so zu denken. Auch in Bezug auf die Frage, ob er eine Neue hat. Irgendwann wird er eine neue Freundin haben und eigentlich macht es ja keinen Unterschied ob heute oder in 3 Jahren. Ich werde mich auch irgendwann wieder verlieben, dann ist es doch klar, dass er das auch tut und wenn es bei ihm früher passiert, dann ist es so.


    Aber stimmt schon, ein bisschen schreit in mir noch eine kindliche, trotzige Stimme : "Ich darf das, aber er doch nicht!!!" ;-D

    Widersprüchliche Gefühle und in Wellen kommende und wieder abebbende Traurigkeit ist, meiner Erfahrung nach, nach Beziehungsende recht normal.


    Ich bin im Sommer 2015 nach einer von beiden Seiten ausgehenden Trennung bei meinem Ex ausgezogen, als ich das erste Mal die Türe meiner eigenen Wohnung hinter mir zugemacht habe, habe ich ungelogen einen Freudensprung gemacht ;-D Etwa einen Monat später hat mein Ex damit begonnen nicht nur Bettgeschichten zu haben, sondern hat ein Mädel ein paar Mal nacheinander gedatet. Hat mir überraschenderweise auch ziemlich den Boden unter den Füßen weggezogen und ich habe mich einen Nachmittag heulend neben meinem Hund auf den Boden gelegt.


    Eine Beziehung besteht ja üblicherweise nicht nur aus zwei Menschen, sondern auch aus gemeinsamen Plänen und Träumen. Und von denen muss man sich auch verabschieden. Das läuft nicht notwendigerweise bei beiden Ex-Partnern synchron ab. Es ist in Ordnung traurig und enttäuscht zu sein. Und es ist auch in Ordnung, wenn man nicht direkt Feuer und Flamme ist, wenn der Ex direkt wieder Gefühle für jemand anderen zu entwickeln beginnt. Wichtig ist es aber im Hinterkopf zu behalten, dass es nicht für immer weh tun wird.


    Es war für mich ein bisschen so als ob ich eine Lieblingsbuchreihe fertig gelesen hatte. Das letzte Kapitel war durch, alles fertig und es kommt nichts mehr nach. Eine Zeit lang begleitet es einen gedanklich vielleicht noch recht intensiv, mit der Zeit rücken die Erinnerungen in den Hintergrund. Und dann fängt man damit an ein neues Kapitel in einem neuen Buch aufzuschlagen. Es geht immer irgendwie weiter.


    Ich selbst habe wenige Wochen, nachdem ich einen halben Tag in meinen Hund hineingeheult habe (was sie hasst ;-D ) meinen aktuellen Partner, den für mich wundervollsten Menschen auf diesem Planeten, kennengelernt. Zwischen meinem Ex und mir ist langsam und mit ausreichend Distanz eine Freundschaft entstanden. Es war sicher nicht immer alles einfach, aber es ist gut so wie es gekommen ist.


    Bei dir wird es, wenn du es zulässt, auch eher früher als später wieder Stück für Stück gut werden :)_

    Vor allem solltest du aufmerksam verfolgen, wann du den Ex in Gedenken (Gedanken) idealisierst. Das fördert jedes Mal unmittelbar wieder den Kummer. Von so etwas sollte man sich unmittelbar ablenken, wenn man nicht an etwas leiden will, das niemals so Tatsache geworden wäre.