Es wird immer schlimmer

    Hallo, kurz zur Vorgeschichte:


    Mein Ex und ich waren knappe 2,5 Jahre zusammen, bevor ich mich vor ungefähr einem Monat trennte.


    Wir wohnen zusammen (beide im Mietvertrag), ziehen aber ab August in getrennte Wohnungen.


    Ich habe ein Kind, welches ihn als Vater sieht, aber nicht von ihm stammt.


    Die Beziehung war bis vor ein Jahr ca wirklich schön, eine tiefe Vertrauensbasis, viel Nähe, wir konnten uns alles sagen und haben trotz der kurzen Zeit gemeinsam Pläne für die Zukunft geschmiedet.


    Vor ca einem Jahr kam es dann dazu, dass die gesamte Basis brach, es wurde zusehends respektloser, gab ständig Streit, man konnte sich nicht mehr auf den Anderen verlassen, hatte kein Vertrauen mehr, es gab Aggressionen (verbal sowie körperlich).


    Dem Kind gegenüber konnten wir es lange verbergen, ab und zu hat es Streit mitbekommen, aber nie mehr.


    Bis es dann losging, dass mein Ex merklich weniger mit Kind unternahm/ spielte, wenn wir Streit hatten.


    Viele viele Gespräche folgten, viele Tränen flossen und das Versprechen, dass alles besser wird und das alles nie mehr passiert.


    Wir haben beide Fehler gemacht, beide versprochen uns zu ändern.


    Ich habe fast 1 Jahr lang um diese Beziehung gekämpft, er mal mehr mal weniger, jedoch waren die grundsätzlichen Dinge, die mir wichtig waren nie lange beachtet, wodurch dann schnell erneut Streit kam.


    Wie gesagt vor einem Monat etwa dann die Trennung durch mich, ein Befreiungsschlag.


    Wir wohnen aktuell noch zusammen und unser Kontakt wird immer schlimmer. Beleidigungen, mir wird vor dem Kind der Finger gezeigt, Türen geknallt usw. Stunden später dann dicke Tränen der Reue und die bitte, ihm doch noch eine Chance zu geben, er liebt mich so und kann nicht ohne mich. Dann wieder von vorn.


    Zwischendrin werden dann mal Dinge sichtbar, wie deutliche schmarren am Handgelenk (selbst zugefügt), Sätze darüber wie sinnlos das leben doch ist usw.


    Aber auch hier im Wechsel mit der Euphorie, endlich neu anzufangen.


    Heute am Esstisch bezeichnete er mich dann als scheiß Weib (mein Kind war noch nicht am Tisch).


    Sowas kommt andauernd, es macht mich fertig und ich weiß aktuell nicht, wie ich das bis zum auszug schaffen soll.


    Er kann nirgends hin, niemand will ihn bei sich haben (weder seine Familie noch seine 2 "Freunde") und ich komme mit Kind nur schwer irgendwo unter, außerdem will ich nur ungern meine Möbel mit dem ex allein lassen, da ich seine Aggression nicht einschätzen kann (Möbel sind komplett meine).


    Was tun? Habt ihr Vorschläge?


    Ich will es auch meinem Kind nicht unnötig schwer machen

  • 33 Antworten

    Ich meine, mit dem Ex in einer Wohnung, das geht nicht. Deshalb würde ich mir eine andere Unterkunft suchen, bis Du in die neue Bleibe ziehen kannst. Mit den Möbeln gingst Du dabei natürlich ein Risiko ein.


    Was ist Dir wichtiger, Dein Seelenheil oder Deine Möbel?




    Ich könnte mir vorstellen, er wird auch deshalb so schnell aggressiv, weil er eine ungewisse Zukunft vor sich hat. Weißt Du etwas über seine weitere Planung, wenn ihr nicht mehr zusammen wohnt?


    Ohne Möbel kann er ja wohl kaum da wohnen bleiben?

    Eine zwischenbleibe geht leider aus finanziellen Gründen nicht. Der Umzug und die neue Wohnung kosten mich schon einiges, mein erspartes ging für die neue Kaution drauf, da ich die Kaution der noch aktuellen Wohnung natürlich erst später bekomme.


    Zwar könnte ich vielleicht meine Schwester fragen ob sie mich eine Woche bei sich wohnen lässt, aber sie wohnt am anderen Ende Deutschlands und ich habe derzeit fast täglich irgendwelche Termine wegen Einschulung, Kindergarten, Wohnung usw.


    Mein Ex hat zwar auch schon eine Wohnung gefunden, hat aber anscheinend nicht den Antrieb, sich um Formulare, Anträge, Möbel usw zu kümmern. Zumindest tut er nichts in die Richtung.


    Also wird zwar schon Angst da sein, aber nicht groß genug, um sich in Bewegung zu setzen

    Weil ich selbst eine Angststörung habe, weiß ich, es ist umgekehrt. Die Angst hemmt ihn, etwas zu tun, weil es ihn mit dem konfrontiert, was auf ihn zukommt.


    Aber ok, es geht ja um Dich. Mir fällt ehrlich gesagt nicht mehr ein. Eventuell kommt ja noch etwas von jemand anders.


    :)D

    Er kennt es nicht, mal selbst was zu tun. Mit ü30 ist es die erste eigene Wohnung, er muss das erste mal selbst sich um was kümmern. Wurde ihm bisher immer abgenommen. Ich hab mich mit ihm zusammengesetzt, hab ihm ne ganze Weile erklärt, was er alles beantragen, einrichten, beachten muss vom Konto eröffnen über Schuldentilgung und welche Möbel usw er braucht. Und dann darf ich mir anhören, dass ich ein scheiß Weib bin, weil ich kritisiert hab, dass auf ihn kein Verlass ist.


    Aber danke schon für deine Anregungen @:)

    Wenn ich richtig liege, habe ich schon andere Fäden von Dir als stille Mitleserin verfolgt.


    Auch wenn Dein Ex sich jetzt Dir gegenüber wie ne offene Hose benimmt, aber kannst Du noch an ihn appellieren, dass er bedenken soll, welche Umgebung gerade für Dein Kind herrscht?


    Er war doch zwischenzeitlich schon einmal bei seinem Vater, oder? Kann er da nicht noch mal hin, um ein bisschen Spannung aus Eurer Wohnsituation zu nehmen?


    Natürlich kannst Du ihn nicht zwingen, aber - wie gesagt - vielleicht an sein Ehrgefühl appellieren. Dass die Situation für ihn gerade auch nicht tragbar ist, zeigen ja seine autoaggressiven Tendenzen.


    Musst Du für Deine Termine die ganze Zeit vor Ort sein, oder kannst Du davon auch etwas telefonisch erledigen?

    Log, wenn ich sage, dass er ans Kind denken soll kommt ne Einsicht, aber die ist nicht von langer Dauer. Sind dann halt "kurzschlussreaktionen", auch wenn er dann beleidigend wird oder mir den Finger zeigt vor dem Kind.


    Sein Vater will ihn nicht mehr aufnehmen (oh welch wunder) und auch ein Kumpel, der ihn mal aufgenommen hat lässt ihn nicht mehr rein. Ansonsten hat er zwar sooooooo viele tolle Freunde, aber niemand will ihn bei sich haben :=o


    Die autoagression halte ich, wie so viele seiner momentanen taten für versuche, mich unter Druck zu setzen. Hat er auch schon mehr oder weniger gesagt, dass es ja nur ist, weil ich sehen soll wie schlecht es ihm doch geht.


    Für die Termine muss ich leider da sein, hab ich schon versucht abzuklären

    Puh, liest sich fies. Durchhalten scheint ja die einzige Alternative zu sein? Und ich meine mich zu erinnern, dass du vielleicht schon früher in die neue Wohnung kannst, zum renovieren? Vielleicht können dein Sohn und du dann einfach mal dort "campen", Schlafsäcke reinlegen, was zum essen einpacken, sowas halt. Einfach, damit ihr nicht immer aufeinander hockt. Dein Ex hat ziemlich sicher psychische Probleme, für die er aber selbst verantwortlich ist. Lass dir da kein schlechtes Gewissen einreden, es ist NICHT deine Schuld. Egal was er sagt. Es ist nicht deine Schuld und nicht deine Verantwortung. Er würde beides ganz sicher nur zu gern abgeben, aber lass es dir nicht aufdrücken. Mag dein Sohn vielleicht mal bei einem Kumpel übernachten? Vielleicht lässt sich da ab und zu mal was arrangieren?

    Zitat

    Die autoagression halte ich, wie so viele seiner momentanen taten für versuche, mich unter Druck zu setzen. Hat er auch schon mehr oder weniger gesagt, dass es ja nur ist, weil ich sehen soll wie schlecht es ihm doch geht.

    Umso besser, wenn Du das so sehen kannst. Dann kannst Du zumindest das ja an Dir abprallen lassen. ??Nachdem ich gesehen habe, wie er sich in dem anderen Faden den Mitschreibern gegenüber aufgeführt hat, fehlt mir jetzt ein bisschen das Mitgefühl für ihn, muss ich Dir ehrlich sagen. Von daher werde ich auf seine Befindlichkeiten nicht näher eingehen. DU suchst hier Hilfe, nicht er.??


    Wie viele Zimmer bewohnt Ihr denn aktuell? Gibt es eine Möglichkeit, Euch vor dem eigentlichen Auszug räumlich zu trennen? Er ein Zimmer, Du ein Zimmer? Incl. Möbel so umstellen, dass Deine wertvollsten Stücke in Deinem Zimmer sind? Oder ggf. schon mal was an Möbeln und Liebgewonnenem auslagern? Bei Bekannten unterstellen? Ist ja nicht für ewig.


    Zumindest gibt es sicherlich Möglichkeiten, den Alltag so zu organisieren, dass Ihr nicht an einem Tisch sitzen müsst, wenn Ihr das nicht wollt.


    Es widerstrebt mir zwar, das überhaupt vorzuschlagen, aber notfalls könnt Ihr Zeiten ausmachen. Du hast die Küche von ... bis..., er hat die Küche davor oder danach für seine Mahlzeiten.

    Chi, das mit dem Camper hab ich mir auch schon überlegt, würde ihm sicher Spaß machen. Trotzdem muss ich noch diesen Monat aushalten, den Schlüssel gibt's erst am 30.


    Bei nem Kumpel übernachten eher nicht, momentan hat er sogar schon Heimweh, wenn er mal ne Nacht bei meiner Mutter ist, von der er sonst nie genug bekommen konnte


    log die Wunden interessieren mich wirklich nicht, ich hab ihn gefragt, ob er jetzt total bescheuert ist, aber das wars auch. Meine sorge ist eher die Reaktion von meinem Kind, wenn er das sieht. Er ist ziemlich sensibel.


    Wir haben ne 3 rwg. Das Kinderzimmer ist sehr klein, getrennt schlafen wir schon. Da aber meist ich mit Kind aufstehe, aber im Schlafzimmer schlafe (warum sollte ich auch auf MEIN Bett für ihn verzichten), weicht er dann sobald wir wach sind ins Schlafzimmer. Ansonsten gibt es keine wirkliche Möglichkeit. Ich versuche aber so viel zeit wie möglich im Schlafzimmer zu verbringen, wenn Kind im Bett oder nicht da.


    Getrennte raumnutzung finde ich wegen meinem Kind nicht so gut, er hängt an ihm und würde das nicht mitmachen, dass wir getrennt essen

    Zitat

    Meine sorge ist eher die Reaktion von meinem Kind, wenn er das sieht. Er ist ziemlich sensibel.

    Zitat

    Getrennte raumnutzung finde ich wegen meinem Kind nicht so gut, er hängt an ihm und würde das nicht mitmachen, dass wir getrennt essen

    Das geht für mich offen gestanden nicht gut zusammen.


    Dass Ihr Euch getrennt habt und demnächst auch getrennte Wohnungen haben wird, weiß Dein Sohn ja schon. Dass die Stimmung gerade nicht gut ist, merkt er auch. Gerade wenn er sensibel ist, wird er jede negative Schwingung zwischen Euch mitbekommen - so sehr könnt Ihr Euch nicht zusammenreißen, dass er das nicht merkt. Dass Dein Ex im Beisein Deines Sohnes mal einen seiner Ausraster bekommst, kannst Du auch nicht garantieren. Außerdem hast Du gesagt, dass er eh schon weniger Zeit mit dem Kleinen verbringt. Deinem Sohn gegenüber finde ich es angebrachter, den Kontakt zu Deinem Ex seinem Verhalten entsprechend einzuschränken. Wenn ich an Deinen alten Faden denke, hast Du dort schon einmal geschrieben, dass es dem Kleinen mit der Aussicht auf eine neue Wohnung gar nicht so schlecht ging?


    Zieht lieber die Trennung konsequent durch, als ihm da den letzten Monat noch was vorzugaukeln, was ihn nur verwirrt.


    Versteh mich nicht falsch: Es geht nicht darum, dass Dein Ex sich nicht um Deinen Sohn kümmern oder mit ihm Zeit verbringen darf. Aber wenn er das möchte und Wert drauf legt, soll er sich entsprechend benehmen.


    Wenn er das nicht kann, zieh Konsequenzen, die ein bisschen Spannung rausnehmen. Das bedeutet ja nicht, dass der Kleine nicht in Papas Zimmer darf oder umgekehrt. Es bedeutet nur, dass Ihr Euch als Paar nicht mehr um jeden Preis aufeinanderhocken müsst.

    Und ganz hart gesprochen: Dass Dein Ex keine eigenen Möbel hat, ist nicht mehr Dein Problem.


    Von wem ich mich getrennt habe, der kommt auch nicht mehr in MEIN Bett.


    Wo er schläft, muss er sich dann überlegen.

    Zitat

    Ich habe den Eindruck, ihr seid nicht wirklich getrennt. Dein "Ex" ist im Grunde genommen immer noch Dein Freund, auch (oder weil) ihr Euch immer noch viel streitet.

    Omg nein definitiv nicht. Ich bin froh, die Trennung durchgezogen zu haben und da gibt es auch kein Zurück mehr. Der Streit ist eben, weil wir immernoch aufeinander hocken aus Mangel an anderen Möglichkeiten

    Zitat

    Könntest du vielleicht bei deinem Sohn im Zimmer schlafen? Hätte den Vorteil, dass du besser von deinem Ex getrennt bist UND dein Sohn hat deine Nähe, die er sich ja wünscht.

    Sein Zimmer ist zu klein, da würde ich nicht mal mehr ausgestreckt liegen können und mit ihm in einem Bett...er rotiert in der Nacht ungefähr so wie die Flügel eines Hubschraubers, das ist kein Schlafen ;-D

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    dass es dem Kleinen mit der Aussicht auf eine neue Wohnung gar nicht so schlecht ging?

    Das stimmt, er freut sich drauf. Allerdings will er trotzdem noch so viel Zeit wie möglich mit meinem Ex verbringen und wenn ich ihm sage, dass wir jetzt auch getrennt essen, obwohl ja alle da sind...weiß nicht, kommt das nicht komisch rüber? ":/

    Zitat

    Zieht lieber die Trennung konsequent durch, als ihm da den letzten Monat noch was vorzugaukeln, was ihn nur verwirrt.

    Mach ich nicht. Mein Sohn soll aber nicht "bestraft" werden, indem ich ihm noch den letzten Kontakt oder solche Sachen wie zusammen essen nehme, nur weil die Beziehung beendet ist

    Zitat

    Von wem ich mich getrennt habe, der kommt auch nicht mehr in MEIN Bett.Wo er schläft, muss er sich dann überlegen.

    Da bliebe dann entweder das Bett vom Kind (was nicht geht, da Kind und ich ja im Zimmer auch spielen) oder im Wohnzimmer (wo wir aber auch spielen). Und ganz ehrlich, auf das Geschnarche hab ich keine Lust und mich anpampen lassen, dass wir leiser machen sollen schon gar nicht. Rauswerfen kann ich ihn aber auch nicht einfach, da er ja mit im Mietvertrag steht