Euer Umgang mit dem Alleinsein?

    Nach einigen Wochen des mitlesens habe ich mich heute registriert weil ich eine Frage habe auf deren Beantwortung ich hier hoffe.


    Kurz zur Vorgeschichte: Ich werde bald 35, die letzte Beziehung liegt knapp 9 Jahre zurück und ich brauche das eigentlich auch nicht mehr bzw. habe eigentlich kein grosses Interesse an einer Beziehung. Gründe für das Alleinsein gibt es auch genug.


    Jetzt kommt das eigentlich. Insbesondere an Tagen wie langweiligen Sonntagen oder insgesamt Wochenenden an denen nichts los, ich nichts zu tun habe und ins nachdenken komme, merke ich das irgendwas nicht in Ordnung ist.


    Wie geht ihr mit dem Alleinsein um?


    Wie schafft ihr euch Ablenkung bzw. welche Vermeidungsstrategien habt ihr entwickelt um nicht in dieses tiefe Loch zu fallen?


    Meine bislang angewandten Techniken funktionieren immer weniger bzw. es kostet mich immer mehr Kraft diese diszipliniert anzuwenden.


    VG,


    RNA *:)

  • 95 Antworten

    Mehr geht aber eigentlich auch gar nicht. ":/ Dass am Sonntag Leerlauf aufkommen kann, finde ich normal, ich würde das nicht so interpretieren, dass "etwas nicht stimmt". Es liegt m. E. einfach daran, dass niemand immer und überall gern allein ist (ich hab mir dann auch wieder einen Partner zugelegt.)


    "Vermeidungsstrategien" waren bei mir (als ich allein lebte) außer Internet, TV, Musik hören und Lesen das regelmäßige Rausgehen an die frische Luft - Sportschuhe an, und bei jedem Wetter los. Und war das Loch noch so tief, danach ging es mir immer besser.


    Das alles konnte ich allein machen und war nicht auf andere angewiesen.

    Zitat

    Zocken - vergeht unheimlich viel Zeit (ob sinnvoll oder sinnlos muss jeder für sich entscheiden)

    Habe ich getan, ist irgendwie die Luft raus.

    Zitat

    Hast du auch keine Freunde mit denen du dich treffen könntest?

    Alle mittlerweile mit Familie und Kindern unterwegs. Da passt man halt nicht mehr rein.

    Rye

    Zitat

    Mehr geht aber eigentlich auch gar nicht. ":/ Dass am Sonntag Leerlauf aufkommen kann, finde ich normal, ich würde das nicht so interpretieren, dass "etwas nicht stimmt".

    An solchem Tagen denke ich eben drüber das alleinsein nach.

    Zitat

    Es liegt m. E. einfach daran, dass niemand immer und überall gern allein ist (ich hab mir dann auch wieder einen Partner zugelegt.)

    Natürlich bin ich nicht immer und überall gerne alleine. Ich hole mir meine Gesellschaft in 2 Vereinen, das reicht für mich. Meistens. Partnerschaft kommt für mich nicht in Frage.


    Aber irgendwas nagt, ich vermute biologischer Zwang oder so in der Art.

    Zitat

    "Vermeidungsstrategien" waren bei mir (als ich allein lebte) außer Internet, TV, Musik hören und Lesen das regelmäßige Rausgehen an die frische Luft - Sportschuhe an, und bei jedem Wetter los. Und war das Loch noch so tief, danach ging es mir immer besser.


    Das alles konnte ich allein machen und war nicht auf andere angewiesen.

    Internet, klar, keine Frage. TV kommt nicht immer was brauchbares. Musik ist nicht so mein Fall, nebenbei Radio.


    Lesen, früher Bücher gefressen, geht nicht mehr. Lange nichts fesselndes mehr gefunden. :-(


    Joggen kann ich leider nicht, Radfahren ist mir zu gefährlich.

    Ich bin eigentlich auch allein und komme mal gut und mal schlecht damit aus. Die Kinder sind gross und haben eigene Pläne, Hobbys und Unternehmungen mit Freundinnen füllen jeden Tag aus. Sonntags ist immer der Tag, wo ich ins Grübeln komme. Eine Partnerschaft wie ich sie mir wünsche ist auch nicht in Sicht.


    Ich erledige am Sonntag meistens Dinge, für die ich während der Woche keine Zeit hatte.

    Ich für mich repariere viel. Also elektronische Geräte. Oder such dir einen Nebenjob als Fahrer/Bewegungsfahrer von Oldtimern. Da kann man auch Sonntags rumkurven. Und jetzt hab ich wieder Command&Conquer entdeckt, hab mir einen XP-Rechner zusammengeschustert und los gehts. Und: Du solltest dich mal fragen, ob du nicht depressiv bist...so langsam.

    Ich würde mich fragen warum mir das allein-sein ohne Action und Ablekung so schwer fällt. Klingt für mich nach Vermeidung, solange auf allen Kanälen was passiert muss ich nicht mit mir selbst klar kommen. Passt auch zu der selbstgewählten Isolation, Stichwort "mit 35 nie wieder eine Beziehung wollen".


    Natürlich kann man so leben und es gibt Menschen die damit prima klar kommen, das scheint hier aber nicht wirklich der Fall zu sein. Von daher muss man sich Fragen ob es wirklich sinnvoll ist an den jetzigen Verhaltensweisen krampfhaft festzuhalten bzw. ob da nicht wirklich depressive Tendenzen vorliegen.

    Zitat

    Aber irgendwas nagt, ich vermute biologischer Zwang oder so in der Art.

    Könnte ich mir gut vorstellen.


    Wenn du nicht joggen kannst: Gehen kannst du aber? Schnell gehen vielleicht auch? ;-)


    Im Ernst, da gilt nun kaum eine Ausrede.


    Im TV kommt nun wirklich wenig Gescheites, stimmt. Ich habe mir damals Serien zugelegt, die habe ich als kleines Trostbonbon im Hinterkopf gehabt und mal einen ganzen Winter lang abends geschaut. %-| ;-D


    Muss aber nichts für dich sein. Nebenjob, der dir vielleicht Spaß macht? Ehrenamtlich notfalls?


    Vom Feuerwehrmann über Rettungsschwimmer bis hin zum Hospizhelfer - es gibt so vieles.

    Ich sehe es wie Nordi, das klingt für mich nicht so, als wäre es für dich _wirklich_ okay, alleine zu sein. Sondern eher im Vergleich zu deinen bisherigen Erfahrungen (?) wie das kleinere Übel.

    Zitat

    Wie geht ihr mit dem Alleinsein um?


    Wie schafft ihr euch Ablenkung bzw. welche Vermeidungsstrategien habt ihr entwickelt um nicht in dieses tiefe Loch zu fallen?


    Meine bislang angewandten Techniken funktionieren immer weniger bzw. es kostet mich immer mehr Kraft diese diszipliniert anzuwenden.

    Die Frage ist für mich, ob Vermeidung der sinnvollste Weg ist, vor allem wenn es dich mehr und mehr Kraft kostet. Hast du schon mal überlegt, dich dem Loch "hinzugeben", es eine Weile auszuhalten und zu schauen, was es an die Oberfläche bringt? Und dann danach zu handeln, was da eben kommt. Das kann ein anderer Weg des Umgangs mit dem Alleinsein sein, aber auch die Erkenntnis, dass du genau das nicht mehr möchtest. Je nachdem, was bei dir unter der Oberfläche ist, kann das ein schmerzhaftes Vorgehen sein, aber das, was du gerade machst, zermürbt dich aus meiner Sicht zwar langsamer, dafür aber nachhaltiger.

    Schwimmen vielleicht?


    Oder aufgrund des FamilienTrubels im Freundeskreis mal nach Bekannten, Arbeitskollegen etc Ausschau halten die auch kinderlos und evtl Single sind, vielleicht gibt's ja da gemeinsame Interessen.


    Gegen sinnlos TV gibt's ja noch DVD (Serien) oder Streaming oder wie man das nennt.


    Und Bücher gibt's doch auch genug.


    Wenn es der finanzielle Rahmen zulässt, kurze Trips, Städtereisen oder wellness Aufenthalte?


    Wobei ich den Vorschlag mit dem Ehrenamt auch sehr gut finde. :)^

    parazellnuss

    Zitat

    Ich für mich repariere viel. Also elektronische Geräte. Oder such dir einen Nebenjob als Fahrer/Bewegungsfahrer von Oldtimern. Da kann man auch Sonntags rumkurven.

    Sowas gibts? :-o Nebenjob ist allg. keine schlechte Idee. Geld kann man immer brauchen.

    Zitat

    Und jetzt hab ich wieder Command&Conquer entdeckt, hab mir einen XP-Rechner zusammengeschustert und los gehts.

    C&C bekommt man auch unter späteren Windows Versionen ans laufen. :=o

    Zitat

    Und: Du solltest dich mal fragen, ob du nicht depressiv bist...so langsam.

    Warum das?